Ausgabe 
19.7.1900 Zweites Blatt
 
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die hiesigen Behörden in Kenntnis gesetzt wurden, das; eine Anzahl vagabundierender, in schlechtem Ruse stehender Ausländer aus Johannesburg, die während des Krieges ..o o

hierher gekommen sind, um Unruhen zu stiften und sich | der höchsten Hoft und Militärch'Osrgen von Kaiser Ni

Der Krieg in Südafrika.

Lord Roberts entsandte, wie aus Pretoria gemeldet wird, am 16 d. M. eine Streitmachi, um die Buren von den Kopses im Norden und Nordwesten der Stadt zu vertreiben. Die Buren räumten indessen diese Stellungen, ohne einen Schutz zu thun.

Wilcocks Truppen entsetzt worden.

Amsterdam, 17. Juli. In den ersten Tagen des September werden Bevollmächtigte aller Staaten die Akten zur Anerkennung der Beschlüsse b ~ ** Friedenskonferenz, unterzeichnen. Es findet als­dann eine Zusammenkunft zur Ernennung eines General­sekretärs ßvnd der nötigen Beamten statt. Auch die Ge­schäftsordnung wird dort festgesetzt werden.

B r ü nn, 17. Juli. Beim Schulsckflußfest der D e u t - scheu im Ort La atz bei Brünn wurden bte Teniehmer vonca. 50Czechenübersallen unb mit Stei n eni beworfen, woburch mehrfach Berwunbungen beige- bracht wurden. Als ein Gendarm erschien, zogen sich die

Deutsches Reich.

Berlin, 17. Juli. Aus Drontheim wird von heute vormittag drahtlich gemeldet, daß der gestrige Ausflug des Kaisers nach Fjeldsater bei gutem Wetter verlaufen ist. Heute hat strömender Regen eingesetzt. An Bord ist alles wohl.

Wie derReichsanzeiger" meldet, ist dem Reichs­tags-Präsidenten Grafen Ballestrem der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Ex­zellenz verliehen worden.

Eine für die preußischen Landlehrer wichtige Verfügung har die Regierung in Potsdam erlassen. ES wird darin ausgesührt, daß zusolge früherer Bestimmungen ein Lr hrer keinen Anspruch darauf hatte, durch Verkauf eines Teiles der ihm von der Gemeinde gelieferten Feuerung sein bares Einkommen zu vermehren; er habe alles, was er in natura spare, für die Gemeinde, nicht für seinen Nutzen gespart und dürfe daher die übrig ge­bliebenen Feuerungsmaterialien nicht verkaufen. Diese Bestimmung ist nun, wie die neue Verfügung besagt, nach Inkrafttreten des Lehrerbesoldungsgesetzes nicht mehr zutreffend. Fortan wird dem Lehrer der Wert der freien Feuerung zum eigenen Bedarf aus daS ihm be­willigte Grundgehalt angerechnet. Die von der Gemeinde gelieferte Feuerungsmenge, bezw. der etwaige an ihrer Stelle gezahlte Barbetrag bildet jetzt einen Teil des Einkommens. Was der Lehrer hieran erspart, kann er nach seinem Be lieben und Nutzen verwenden.

Hannover, 17. Juli. Reichstags-Stichwahl im Wahl­kreise Einbeck-Northeim . JornS (natl.) 8612, Fischer (Soz.) 4355 Stimmen. 5 Orte fehlen. Die Wahl Jornö' ist gesichert.

Homburg v. b. H., 17. Juli. Die Kaiserin litt gestern morgen mit den beiden ältesten Prinzen in den großen Tannenwald, von wo sie nach 7 Uhr zurückkehrten. Sodann wurde die übliche Brunnen- und Badekur fort­gesetzt. Die Kaiserin wird am 19. ds. nach Kiel reisen und von dort am 25. dS. wieder nach Homburg zurück kehren. Sie wird in Homburg mit den Kindern bis zum 10. August verbleiben, an welchem Tage der Grundstein für das Reichs-LimeS-Museum auf derSaalburg in feierlicher Weise gelegt werden soll. Nach der Feier wird sich die hiesige Hofhaltung aufiösen und mit dem Prinzen Joachim und Prinzessin Luise nach Wilhelmshöhe übersiedeln.

Telegramme deS Otetzeuer Anzeigers.

Berlin, 18. Juli. Wenn das Expeditions-Korps in M;ina angelangt sein wird, wird Deutschland in den chinesischen (bewässern und in China folgende Streit­macht haben: An Bord der dortigen Kriegsschiffe werden sein: 399 (beschütze und 5540 Mann; in China selbst wer­den fein: 18455 Mann Landlruppen mit 94 Geschützen.

L o n b o ii, 18. Jrrli. Der Preß-Association zusolge soll amtlicherseits berichtet sein, daß die Chinesen über 900 000 Mausergew ehre verfügen, und daß sie in ihren Arsenalen die nötigen Maschinen besitzen, um ebenso gut wie in Europa dienötigenGewehreherstellen zu können.

London, 18. Juli.Daily Mail" meldet aus Shanghai vom 17. d. M.:' T-er Tao Tai Scheng wohnte heute einer Versammlung der fremden K o n f ii l n bei, in der er erklärte, in den Besitz eines Telegramms gelangt zu sein, das von den Vicekönigen Liu Kunyi und Tschung Tsching Ting unterzeichnet ist. Die­selben erklären darin, daß die Fremden in Peking am 9. Juli noch am Leben gewesen seien und durch die kaiserlichen Truppen beschützt wurden. Die fremden'Konsuln machten den Tao Tai daraus aufmerksam, daß sie diesem Telegramme nicht den geringsten Wert beimessen könnten und forderten ihn auf, es mit dem am vorigen Samstag eingelaufenen Telegramm in Uebeveinstimmung zu bringen. Der Tao Tai konnte hierauf keine genügende Antwort geben.

London, 18. Juli. Der Sekretär der chinesischen Gesandtschaft erklärte, daß man noch immer ohne Nach- richt sei, doch soll vorgestern ein Telegramm von einem , der Vicekönige aus dem Süden angekommen sein. Die Philadelphia Times" bringt die Spezialmeldung, daß die Amerikaner in Peking den schlimmsten Martern! ausgesetzt waren. Die amerikanische Flagge wurde, n i e d e r g e r i s s e n. Diese Nachricht soll der Verwaltung seit Freitag bekannt gewesen sein.

Loudon, 18. Juli.Daily Mail" meldet aus Peters­burg: Die Chinesen mit 7 Batterien in Ostsibirien nahmen eine Stellung an den Ufern des Amurflusses ein. Durch diese Bewegungen stören sie jeden Verkehr auf der transsibirischen Bahn. Dasselbe Blatt meldet auS Mos­kau, die chinesischen Truppen hätten bei Kolojan einige Niederlagen, in denen sich russische Waren im Werte von 25000 Francs befanden, zerstört.Daily Expreß" kommentiert diese beiden Telegramme und konstatiert, daß dieselben von der russischen Zensur durchgelassen worden seien. ES sei eine große und überraschende Nachricht, daß die chinesischen Truppen einen solchen Sieg über die Russen davongetragen hätten. DaS Blatt weist auf die Richtigkeit der Nachricht hin, daß sich eine so bedeutende Artillerie-Streitkraft an der sibirischen Grenze befand, und fügt hinzu, daß Rußland die erste Macht sei, welche die Aufteilung Chinas zu beginnen habe.

Paris, 18. Juli. Einer gestern hier eingetroffenen über Nagasaki expedierten Depesche deS französischen Kon­sul« in Tientsin vom 7. Juli zusolge werden die franzö­sischen Verluste vom 18. Juni bis 7. Juli aus neun Tote und 37 Verwundete angegeben. Die Mehrzahl dieser Verluste fällt aus den 6. und 7. Juli bei der Verteidigung des Konsulats, das stark unter dem Bombardement gelitten hat. Die französischen Kanonen beteiligten sich an dem Bombardement der befestigten chinesischen Positionen mit 60 Melinit-Geschossen. Gleichzeitig mit dieser Depesche traf eine über Tschisu expedierte Depesche desselben Konsuls datiert vom 11. Juli abends ein, nach der die Totenliste sich um vier, die Verwundetenliste um sieben erhöht. Die französische Konzession in Tientsin ist durch daS Bombardement total zerstört.

Paris, 18. Juli. In Marinekreisen ist man über den Kreuzer Guichen, der am 23. v. M. nach China abgegangen ist, sehr beunruhigt, weil er schprere Beschä­digungen am Kessel erlitten hat und in Saygon re­pariert werden mußte. Der Kreuzer Guichen ist ein voll­ständig neuer Dampfer.

Petersburg, 18. Juli. Nachrichten auS Tschisu schildern die Situation von Tientsin als immer bedenk­licher. Die Chinesen rücken mit bewundernswürdiger Be­harrlichkeit vor. Jbre Streitkräfte werd n von Tag zu Tag größer. Zwischen Tientsin und Peking werden starke Besestigungen errichtet. Am 17. Juli berechnete man die chinesische HeereSmacht vor Peking auf mindestens 150000 gut bewaffnete Soldaten. Im russischen KriegSminifterium rechnet man infolge dessen sogar mit der Möglichkeit, Tientsin räumen zu müssen. Es darf kaum bezweifelt werden, daß nunmehr Rußland energisch einen Vorstoß von Norden her gegen Peking vorbereitet, den es alsdann völlig aus eigene Hand auSsühren würde. Die russischen Rüstungen weisen aus einen solchen Plan hin. Am 15. dS. M. gehen 56 Offiziere und 94 Militärärzte nach der Front ab. In der Verwaltung des russischen Roten Kreuzes herrscht eine fieberhafte Thätigkeit. Ein Lazarett mit 200 Betten wird ausgestattet, Aerzte und Pflegepersonal werden angenommen und nach Ostafien gesandt.

einem 'Burenkommando, mit/dem sie in Verbindung standen, anzufchließen beabsichtigten, wurden 380 solcher Ausländer verhaftet. Den betreffenden Konsuln wurde mitgeteilt, daß die Verhafteten freigelasfen würden, wenn die Konsuln für ihre gute Haltung einstehen. Es wurde festgestellt, daß die Burem ihre Stellungen nördlich von Pretoria verstärken.

Hier widersprechen sich wieder zwei Nachrichten. Oben wird gesagt, die Buren hätten ihre Stellungen im Norden der Stadt geräumt, ohne einen Schuß zu thun; hier heißt es, daß sie im Norden ihre Stellungen verstärken. Der Verlauf wird ja bald zeigen, was richtig ist. Um welche Kopjes eS sich übrigens handelt, ersieht man aus beiden Meldungen nicht. Jrn Norden der Stadt waren burische Mteilungen auf einem 15 Kilometer entfernten Höhen­zuge gemeldet; im Nordosten war den Buren bekanntlich der Nitralsnek (28 .Kilometer), im Nordosten der Derdeport (8 Kilometer) in die Hände gefallen.

Ausland.

London, 17. Juli. Unterhaus. Malartney bringt eine Bill ein, die bestimmt, daß Seesoldaten und Matrosen der .Kriegsmarine nach zwölfjäh­riger Dienstzeit in das Reserve-Verhältnis treten sollen. Bei Besprechung des Etatstitels der Schiffs­bauten verteidigt Lord Goschen eingehend das Bestreben der Admiralität Röhr en kessel cinzuführen.

Oberhaus. Kriegsminister Lord Landsdowne erklärt, daß die Regierung keine Mühe scheuen werde, die im südasrikanischen Feldzuge gemachten Erfahr­ungen in Rechnung zu ziehen, wenn ihr Ergebnis zeige, daß Aenderungen in oer Organisation und Ver- w a l t u n g der Armee am Platze seien.

- Das Reuter'sche Bureau meldet aus Tumusu vom 17. ds.: Kumassi (Aschanti-Land, Westasrika) ist von

Pelesch dem König seine Entlassung überreicht und ihm empfohlen, Carp mit der Bildung des Kabinetts zu beauftragen. Der König nahm die Demission an.

Petersburg, 17. Juli. Heute nachmittag ist der Schah von Per'sien hier eingetroffen. Er wurde in Gegenwart von Mitgliedern der kaiserlichen Familie und

Czechen zurück. _. r,

Konstantinopel, 16. Juli. Der in türkischen Diensten stehende Deutsche Reformer Oberst v. R ü d a t s ch (früher Offizier im Drag.-Regt. Nr. 1 in Tilsit. D. Red.) reiste heute zusammen mit dem zum Vali von Tripolis er- nannten Mehmed Hafuz-Pascha (früher Vali von lieskub) nach Tripolis ab, um dort eine Reorganisation der irregulären Truppen vorzunehmen.

Bukarest, 17. Juli. Nachdem die konservative und die konstitutionelle Partei sich zwecks Verschmelzung der konservativen und konstitutionellen Elemente geeinigt, hat

Nack) Blättermeldungen aus Pretoria hat Roberts den Vor marsch auf der ganzen Linie wieder aus­genommen. Auch Jan! Hamilton ist anscheinend wieder zu , iumih-vuhw.. »..v ------- f ..

Roberts' Heer gestoßen. Lord Roberts soll sich gegenwärtig I heule das Ministerium K a n t a k u z i n o im Schlosse der besten Gesundheit. erfreuen; er wurde jedenfalls seit " " """

mehreren Tagen regelmäßig zu Pferde gesehen.

Das Reutersche Büreau meldet aus Pretoria: Nachdem

ko laus auf dem Nikolaibahnhofe herzlich begrüßt. Der Kaiser geleitete den Schah im offenen Wagen über den Newskiprospekt, der im schönsten Festschmuck prangte, zum Winterpalais. Auf dem Newskiprospekt war ein Triumph­bogen errichtet. Inmitten persischer Fahnen und eines! reichen Guirlandenschjmuckes befand sich das persische Wah­len. Zu beiden Seiten der Straße bildeten Truppen Spalier. Hinter ihnen drängte sich eine gewaltige Menschenmenge. Im Winterpalais wurde der Schah von der Kaiserin inmitten des Hofstaates empfangen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. Juli 1900.

* Die 8. Kompagnie des 2. ostafiatischen Infanterie- Regiments für China wurde, wie wir bereits meldeten, in Frankfurt a. M. in Kriegsstärke aus den Jnfanterietruppen- teilen des 18. Armeekorps zusammengezogen. Am Sonntag­morgen wurde die Kompagnie unter Anwesenheit der Generalität und des aus Urlaub eigens dorthin gekommenen ommandierenden Generals von Lindequist nach einem Feld- und AbschiedSgotteSdienst durch Militär-Oberpfarrer Ms hl eingesegnet. Montagnachmittag war Appell, bei )em die Kompagnie in feldmarschmäßiger Ausrüstung mit Ausnahme von Gewehr und Seitengewehr, sowie das 81. Infanterie-Regiment im Beisein der Generalität an­traten. Die Mannschaften trugen die kakifarbige Tropen­uniform und Mütze. Fünf Offiziere, Hauptmann Bartsch (116. Regt.), Lt. Muther (117. Regt.), Lt. Fischer (116. Regt.), Lt. Griesel (87. Regt.), Ob.-Lt. Arnold 166. Regt.) werden diese 8. Kompagnie begleiten. Auch )rei Einjährige sind der Kompagnie angeschlossen worden. Die Ausrüstung besteht in drei Tropenanzügen, zwei Tuch­anzügen (Litewka), einem Mantel, ferner in Tropenstrohhut und Aluminiumhelm. Der Tornister birgt nur Litewka und Putzzeug, doch wird ein wasserdichter Sack, der be­sonders expediert werden wird, die nötigen weiteren Aus­rüstungsgegenstände enthalten. Die Soldaten werden in Magdeburg erst noch acht Tage mit dem neuesten Gewehr Modell 98 einexerziert werden, und das ist das Aller­langweiligste bei der ganzen Geschichte, ver­sicherte ein 116er. Aus dem Kasernenhof formierte daS Regiment ein Karree, dessen eine Seite die neugebildete 8. Kompagnie des 2. ostasiatischen Infanterie-Regiments einnahm. General v. Lindequist hielt darauf eine An­sprache, die in der klaren, einfachen und herzlichen Sprech­weise einen sichtlichen Eindruck aus die Scheidenden machte. An jeden der abgehenden Offiziere, an die Feldwebel, Unteroffiziere und Einjährigen richtete nun der General einige liebenswürdige Worte; dann trat die Kompagnie nochmals zusammen, um die Kriegslöhnung in Empfang zu nehmen und zu gleicher Zeit den Befehl ihres Hauptmanns, am nächsten Morgen um 4 Uhr anzutreten. Noch machte sich Hauptmann Bartsch mit feinen Kompagnieoffizieren bekannt, und dann war die Kompagnie entlassen. Einige fanden ihre Eltern am Kasernenhof; dann gabS ein eifrige« Fragen und herzliches Abschiednehmen. Am Abend nahm daS Regiment bei einer kleinen Festlichkeit von den wackeren Kame­raden Abschied. Sie wurden von der Regimentsmusik um 5 Uhr heute früh zur Bahn begleitet, um nach Magdeburg zu fahren, von wo sie am 29. nach Bremerhaven und von da Tags darauf ihrem Bestimmungsort entgegeneilen werden.

** Carlschnlz-Abend. Der Sommer hat genau wie der Winter seine VergnügungS-Aera, der Pulsschlag des Genuß­lebens setzt nie au«, das Bedürfnis in angenehmer und leichter Werse sich unterhalten zu lassen, läßt selbst in dieser Zeit der drückendsten Hitze nur wenig nach. So kann im Gegensatz zu der winterlichen Hochflut deS VergnÜgung«- lcbenS doch nicht von einer sommerlichen Ebbe die Rede fein. Ja nicht einmal von wesentlichen Unterscheidungs­merkmalen kann in dieser Hinsicht gesprochen werden. Die Konzerte, Bälle, Diners und Soupers in geschlossenen Räumen im Winter finden ihre Fortsetzung im Sommer zumeist in der freien Natur. An Stelle der kunstvoll gewölbten Decken der Säle wölbt sich über uns das blaue oder auch gelegent­lich einmal graue Zeltdach des Himmels, das Tausenden von unterhaltungslustigen Menschen ohne Unterschied des Standes und der Geburt gastliche Unterkunft gewährt. Die liederreichen Kehlen unserer Winterkonzerte finden wir im Sommer nicht nur in den gefiederten Sängern des Waldes wieder, auch die menschlichen Sängerkehlen sind im Sommer nicht verstummt, sie lassen sich zur Sommerzeit ebenso gern hören. Konzerte haben wir tn diesem Sommer wahrlich in so großer Zahl, daß es uns keineswegs Über­rascht, wenn dieses oder jenes so wenige Besucher findet, daß es entweder garnicht zu stände oder nur auf cm paar Nummern kommt. Andere, auf günstigere Tage verlegte, find dafür umso besuchter. Der gestrige Carlschulz Abend hatte nur eine Handvoll Zuhörer gesunden und doch war. jeder Platz ein Schwitzplatz; die Hitze im geschloffenen Saale war schwer erträglich und wohl der einzige verschwindend geringen Zuspruchs. Herr Carlschulz und Frau Carlschulz PetrowSka beschränkten sich daher auf eine ganz geringe Anzahl von Vorträgen. Herr Carlschulz unter­hielt die Erschienenen zum Besten mit ein paar Schnurren, die man gern belachte, so z. B. das zungenanstößige Kinder- lieb von Herrn Meyer mit seinem Geier, und die Dialekt- Variationen des Liede«Nur am Rhein da will ich leben , das U. a. salzende charakteristische Berliner Strophe enthält: Ick habe irjendwo jelesen

Bon eenem Fluß mit Namen Rhein. Det muß en Irrtum find jewesen, Es wird de Spree jemeent woll sein."

Die Klaviervorträge litten unter der Verstimmtheit de« PianinoS. Am Samstag, so verkündete Herr Carlschulz, soll sich an derselben Stelle das ganze angekündigte Pro­gramm unverkürzt abspielen. Wie uns Herr Carlschulz heute mitteilt, findet das Samstagskonzert im Stein'schen Garten statt. Die für gestern gelösten Billets behalte«