x Mücke, 17. April. Das frühere Schmidt'sche Holz- I geschäft, das vor kurzem in eine Gesellschaft mit beschr. Haftpflicht umgewandelt wurde, hat einen ganz bedeutenden Aufschwung genommen. Heber 30 Arbeiter finden bei der „Oberhessischen Holzindustrie" lohnende Beschäftigung. Täglich werden mehrere Waggons Holz verladen. Da auch die Eisensteinindustrie in hiesiger Gegend gegenwärtig in hoher Blüte steht, hat sich der Verkehr auf unserer Station in letzter Zeit erheblich gesteigert.
Darmstadt, 18. April. Die Allerhöchsten Herrschaften kehren dem Bernehmen nach in den ersten Tagen | des Mai aus Italien zurück und werden zunächst im Jagdschloß Wolfsgarten Wohnung nehmen. — Die auf den 9. April angesetzte 6. Monatsversammlung des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen, zu der sich zahlreiche Mitglieder, an ihrer Spitze Prinz Wilhelm, eingefunden hatten, eröffnete der Vereinspräsident mit einer kurzen, den jüngst erfolgten Angriff auf die Thätig- keit der historischen Vereine berührenden Ansprache. Er wies dabei insbesondere auf die aus Vereinskreisen bereits erfolgte Abwehr hin, und betonte, daß für die nächste Zeit ein engerer Zusammenschluß der süddeutschen Geschichtsvereine in Aussicht genommen sei, wodurch zugleich deren Verhältnis zu der neuen Abteilung des Archäologischen Instituts, die in Mainz errichtet werden soll, die wünschenswerte Klarstellung erfahren dürfte. Professor Dr. Lindt sprach über: „Die Wiedereinsetzung Herzog Ulrichs von Württemberg durch Landgraf Philipp den Großmütigen".
-t. Rüffelsheim a. M., 17. April. Am Karfreitag feierte Herr Heinrich Schäcker sein 50jährigeS Jubiläum als Reisender der Firma Fr. Engelhardt. Aus diesem Anlaß hatte die Firma ihre sämtlichen Reisenden und Angestellten zu einem Festmahl vereinigt, wobei dem Jubilar unter entsprechenden Toasten reiche Geschenke sowohl von seinen Chefs als auch von den Angestellten überreicht wurden. — Au dieser so überaus seltenen Feier nahm auch der in Darmstadt als Rentner lebende 83jährige Kommerzienrat Fr. Engelhardt, bei dem der Jubilar vor 50 I Jahren in die Lehre trat, in voller Rüstigkeit teil.
A Vom Main, 17. April. Beim Anfahren eines I Stein-Blocks in einem Steinbruch zu Stadtprozelten wurde der Steinhauer Oswald Bauer von einem herabfallenden Stein getroffen und ihm die Hirnschale zerschmettert.
A Dieburg, 17. April. Die Einnahmen für den Verbrauch von elektrischem Licht in unserer Stadt betrugen für das Rechnungsjahr 1898/99: 7988 Mk. 58 Pfg., für 1899/1900: 10425 Mk. 34 Pfg., mithin mehr 2436 Mk. 76 Pfg.
bm. Mainz, 17. April. Die feierliche Konsekration des durch päpstliches Breve nunmehr zum Bischof von Mainz .bestätigten Bistumsverwesers Dr. Brück findet wahrscheinlich am 20. Mai, dem Tage des hl. Bernhardin I statt. Durch die Abwesenheit des Erzbischofs von Freiburg, I der sich auf einer Romreise befindet, erleidet die Weihe des I Dr. Brück eine kurze Verzögerung. — Durch den hiesigen I amerikanischen Konsul ist die Bürgermeisterei hier benach- I riqjtigt worden, daß infolge Einladung der Stadt Mainz I
I H/rr, T. William Hunt von New-Jersey als Vertreter der bereinigten Staaten von Nord-Amerika der Gutenbera. feier beiwohnen wird. — Bei einigen Kompagnien bet Füsilier-Regiments Nr. 80 ist die Genickstarre aufqe- treten, durch die bereits zwei Todesfälle verursacht wurden Um ein Umsichgreifen der Krankheit zu verhüten, sind die Erkrankten vollständig isoliert worden. Teilweise haben Verlegungen der Mannschaften in Baracken stattgefuuden. — Bei den trigonometrischen Aufnahmen, die zurzeit von dem großen Generalstabe um Mainz herum gemacht werden find diesmal außer den Offizieren des Generalstabes auch der Ober-Geologe Dr. Alexander und der Ober-Berq- baurat Dr. Lepsius beschäftigt. Es wird vermutet, daß i die Hinzuziehung dieser beiden bekannten Geologen mit bem langjährigen Projekt der Erbauung neuer Außenforts I zusammenhängt.
Herborn, 17. April. In der letzten Stadtverv^, netensitzung wurde der Metzgermeister Ferdinand Nur zum Stadtverordnetenvorsteher-Stellvertreter gewählt. __ Bast aus Greifenstein, der mutmaßliche Mörder seiner | Schwiegervaters, ist aus der Irrenanstalt Andernach entwichen. In Greifenstein befürchtet man von dem unheimlichen Menschen neue Gewaltthateu. Wie man erwartet hatte, ist Bast in Greifenstein nach einem 40stündigeii Marsche eingetroffen. Seine Frau sah ihn kommen anb flüchtete sofort in ein Nachbarhaus. B. soll sich alsdann in das Haus begeben und mit den Kindern an den Tisch zum Kaffeetrinken gesetzt haben. Herbeigerufene Leute bemächtigten sich seiner und brachten ihn ins Wachtlokal. Sehnsucht nach seinen Kindern, gab er an, habe ihn zur Flucht veranlaßt. Er wisse, daß er in Greifenstein nicht bleiben könne und bat, man möge ihn nicht binden, da et auch so mitgehe. B. hatte, wie man uns mitteilt, feine eigenen Kleider an, die er unter seinem Bett versteckt gehabt haben will. Nicht weniger als 4 verschlossene Thore hatte B. zu passieren, um in Freiheit zu kommen.
Fra«kfurt a. M.» 17. April. Am Donnerstag versammelten sich Vertreter der hiesigen Buchdruckereibefitzer, des Journalisten-, des Buchhändler-, des Faktorenvereins, des Bezirks Frankfurt des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, sowie des Gesangvereins Gutenberg zu einer Be sprechung über eine lokale Gutenbergfeier. Es sollen noch weitere Korporationen, wie der Schriftstellerverband für Süd- und Westdeutschland, Hochftift, Kunstgewerbeverein, historisches Museum eingeladen werden. Die Feier findet Sonntag den 17. Juni statt; vormittags ist akademischer Akt mit folgender Huldigung am Gutenbergdenkmal, abends eine größere Festlichkeit in einem noch zu bestimmenden Lokal.
** Knnstverein. Von Prof. W. Trübner in Frankfurt a. M. ist eine Kollektion von ca. 30 Gemälden im Turmhaus am Brand eingetroffen, die am Sonntag zur Ausstellung gelangen, worauf wir schon jetzt unsere Kunstfreunde Hinweisen wollen.
** Gesangprobe zur Enthülluugsfeier. Die Sänger, welche sich bei der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmals beteiligen, seien auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Probe auf Freitag den 20. d. Mts. verschoben ist.
*• Die Huudebefiher werden daran erinnert, ihre Hunde aus den Anlagen entfernt zu halten, insbesondere aber bei Spaziergängen in den Anlagen die Tiere nicht auf den Beeten und Grasplätzen Herumlaufen zu (affen, sondern sie an der Leine zu führen. Gegen Zuwiderhandelnde wird die Polizei künftig keine Nachsicht mehr üben.
-r. Witwenpeufiouen. Wir wollen nicht unterlassen, im Jntereffe der Hinterbliebenen von Kriegsveteranen darauf hinzuweisen, daß vom 1. April d. Js. an diejenigen Witwen von Personen des Soldatenstandes, deren Ehemann im Kriege gefallen oder infolge des Krieges verstorben ist, im Falle der Bedürftigkeit Zuschüsse zu den Unterstützungen gegeben werden, die sie auf Grund des i Militärpensionsgesetzes oder des Reichsgesetzes vom 14. Ja- I nuar 1894 betr. die Gewährung von Unterstützungen an Invalide aus den Kriegen vor 1870 und an deren Hinterbliebene beziehen. Anspruch auf diese Zuschüsse haben nur Witwen, die bereits im Besitze von Bezügen auf Grund der genannten Gesetze sind. Die Gewährung der Zuschüsse für Witwen der Personen des Soldatenstandes vom Feldwebel abwärts und der unteren Militärbeamten erfolgt durch die General-Kommandos. Die Anträge der Witwen auf Zuschußgewährung sind an das Kreisamt ihres Wohnortes zu richten.
^Postalisches. Die Landbrief träger führen ans ihren Bestellgängen Bücher mit sich, in die sie die ihnen unterwegs vom Publikum zur Postauflieferung übergebenen Sendungen mit Wertangabe, Einschreibsendungen, I Postanweisungen, gewöhnlichen Pakete und Nachnahme- I sendungen einzutragen haben. In diesem Buche müssen I die Landbriefträger auch die Geldbeträge vermerken, die I ihnen zur Beschaffung von Postwertzeichen usw. und zur I Bestellung von Zeitungen vom Publikum eingehändigt wer- I den. Diesem steht es frei, selbst die Eintragungen in das I Annahmebuch des Landbriefträgers zu machen. Bei der I Eintragung durch den Landbriefträger muß dem betei- I ligten Publikum auf Verlangen durch Vorlegung des I Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen I Eintragung gewährt werden. Da diese Einrichtung unv I das dem Publikum damit gebotene Mittel zur eigenen. I Sicherstellung immer noch üicht genügend bekannt zu fein I scheint, so sei besonders darauf aufmerksam gemacht.
I N. Aus der nördlichen Wetterau, 15. April. I Ein „Steuer kur io sum", wie wir über eines in Nr. 87, I zweites Blatt berichteten, entsteht fast immer dadurch, daß I Die Steuerpflichtigen sich nicht die Mühe nehmen, sich dar- I über zu belehren, was sie als Steuerzahler zu thun haben, I uw nicht in Verlegenheit zu geraten. In der Regel sind I es Ausmärker, die einige Pfennige Grundsteuer zahlen.. I So ist es auch dem „Köln-Müsener Bergwerksverein", der I bei Hungen einige Grubenfelder besitzt, mit seinem I einen Pfennig Grundsteuer pro Ziel, also 6 Pfg. pro I Jckhr, ergangen. Der Weg, aus den rechnerischen Schwierig- I ketten herauszukommen, ist feit etwa 75 Jahren gefunden, I wird indessen in den meisten Fällen nicht beachtet, näm- I (ich: der Steuerpflichtige braucht blos der Steuerbehörde I mitzuteilen, der N. N. in N. sei bevollmächtigt, die Steuer I zu zahlen, und man möchte den Steuerzettel dorthin ab- I geben. Dann wäre alles in Ordnung. Der Polizeidiener I bringt dem Bevollmächtigten den Zettel ins Haus und das Porto fällt weg. Wird der Steuerbehörde nichts mitgeteilt, so bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Zettel durch die Post an den Ausmärker zu senden. Auf jedem Steuer-« zettel findet sich auch auf der zweiten Seite, Absatz 3, eine entsprechende Notiz. Der eine Pfennig Grundsteuer für die Ausmärker hat schon viel Staub aufgewirbelt und das tollste Zeug zuwege gebracht. Der „Gießener Anzeiger" brachte schon vor einigen Jahren einmal einen Fall aus bem Vogelsberge, wo der eine Pfennig schließ- I lich sechs Mark Kosten verursachte, weil der betreffende Steuerzahler absolut nicht zu belehren war.
O Selters, 16. April. Gestern bereitete unser Pfarrer Büchner feiner Gemeinde in der hiesigen Kirche einen genußreichen Abend. Trotzdem die Sache nicht öffentlich bekannt gegeben war, hatten sich doch auch Bewohner der Umgegend eingefunden, sodaß die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Mit Hilfe einer Laterna magica zeigte man uns große Lichtbilder aus dem südafrikanischen Kriege, Episoden aus den Schlachten, Städte der beiden Burenrepubliken usw. mit Erläuterungen. Die mehrstündige Vorführung hat jedermann aufs höchste befriedigt. Eine Sammlung fteiwilliger Gaben ergab eine schöne Summe, die nach Abzug der Unkosten dem Hilfskomitee der Buren überwiesen werden soll. Pfarrer Büchner gedenkt in nächster Zeit in geräumigen Sälen der Umgegend dieselben Vorführungen zu veranstalten. — (Die Burenbegeisterung des Herrn Pfarrers Büchner teilt ja wohl die ganze deutsche Bevölkerung, doch wäre für eine derartige Veranstaltung im Kurorte Selters nicht auch ein Saal anstatt der Kirche zu finden gewesen? D. Red.)
+ Grunderg, 17. April. Der hiesige Musikverein veranstaltete gestern abend in der Turnhalle ein Konzert, dessen zahlreicher Besuch bewies, daß die Bewohnerschaft dem Verein große Sympathie entgegen bringt. Es wurden auch diesmal wieder nur treffliche Leistungen geboten, die großen Beifall fanden.
Maschinenhalle, die mit Ausnahme der deutschen Abteilung geradezu den Anblick eines wüsten Wirrsals gewährt.
Aus Stadt und Kand.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 18. April 1900.
•* Geschicht-kalender. (Nachdruck verbaten.) Vor 27 Jahren, bdi 18 April 1873, starb zu München der hervorragendste Vertreter der neueren Chemie, JustuS v. Liebig, der seine Forschungen besonders aus die Vorgänge während des LebenS der Tiere und Pflanzen, namentlich den Ernährungsprozeß ausdehnte. Seine Ent' deckungen sind für die Gesundheit und Volkswirtschaft von höchster Wichtigkeit. Liebig wurde am 12. (nicht 18.) Mai 1803 zu Darmstadt geboren, und hat bekanntlich in Gießen von 1824-52 gewirkt.
, — Vor 18 Jahren, am 19. April 1882, starb zu Dow in Kent
»L??i!atforf4cr EharleS Darwin, dessen geistreiche Theorie die Richtschnur und daS leitende Prinzip aller neueren Forschungen über die Entwickelung des organtschm Lebens auf der Erde bildet. Sein bedeutendstes, fast in alle Kultursprachen übersetztes Wirk ist bttiteltt »lieber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl . Darwin wurde am 12. Februar 1809 zu Shrewsbury
Augenblick nur Entstehende ihrer Entschlüsse, sie gab sich nicht mit Recht von vornherein den Anschein, als hätte sie für Lövborg ein tieferes Interesse. Ein solches widerspricht aber ganz und gar einer Heddanatur. Alles bei Hedda ist instiktiv, intuitiv. Frl. Triesch machte sie geistig bedeutender, verstandesschärfer als sie ist, als sie fein kann. Ihre Hedda verfährt logisch, die Hedda Ibsens niemals. Bewundernswert aber, wie immer, war ihre vollendete Wirklichkeits-Kleinkunst, die Unaufdringlichkeit ihres erstaunlichen Nüancenreichtums.
_ Den Grundton des harmlosen, fest vertrauenden, aber geistig beschränkten Gelehrten traf Herr Diegelmann als Jörgen Tesman, ging aber doch wohl etwas zu weit darin und streifte fast die Karrikatur. Einem solchen Universitäts-Dozenten wird niemand eine hervorragende Gelehrtenlaufbahn prognostizieren. Das genial Verwüstete in Ton und Wesen Ejlert Lövborgs gab Herr Bauer sehr maßvoll, er war in Sprache und Auftreten fast korrekter als Tesman. Herr Hermann zeichnete den Gerichtsrat Brack, einen der hinterhältigen Charaktere, wie sie Ibsen zu gestalten liebt, ganz entsprechend. Die Frau Elvsted mit ihrer Offenheit und Gefühlswärme wurde von Frl. S t e i - mann in wirksamen Kontrast mit der Schlange Hedda gestellt. Das Frl. Julie Tesman der Frau Freund war eine patriarchalische Figur mit leicht kleinstädtischer Färbung, die Berte des Frl. Thomas ein aufmerksames, sehr korrekt sprechendes Dienstmädchen. Ueberhaupt scheint mir ein allzu korrektes, prononziertes Sprechen, von dem unsere moderne naturalistische Bühnenkunst nur einen Teil gelten lassen will, eine allgemeine Eigenschaft des Frankfurter Schauspiels.
Das merkwürdige Stück fand vielen Beifall, zum Teil wohl auch infolge der sehr gelungenen Aufführung. Herr Regisseur Duincke hatte alles vortrefflich zusammengestimmt.
Gießen, 18. April 1900.
Paul Witiko.
Vermischtes.
* Wien, 16. April. Der Bezirksvorsteher und Landtagsabgeordnete Anton Baumann wurde von dem Totengräbergehilfen Kaknska durch einen Revolverschuß schwer verletzt. Der Baumann begleitende städtische Ingenieur Nowak brach tot zusammen, wahrscheinlich infolge einer Nervenerschütterung über den ticberfaff. Ka- kuska verletzte sich darauf selbst leicht durch einen Schuß. Der Grund des Attentats ist, daß Kaknska die endgültige Anstellung als Totengräber nicht erhalten hatte.
Preßburg, 17. April. Hier cirkuliert das Gerücht, daß die große Eisenbahnbrücke bei Malaczka eingestürzt sei. Näheres fehlt noch.
'Innsbruck, 17. April. Der Kutscher Florian Großrubatscher hat den Mord an dem Gymnasialdirektor Johann Alton und dessen Nichte Marie Alton vor dem Untersuchungsrichter in Trient ein gestanden. Großrubatscher ist kurz vor dem Morde eigens nach Wien gereist, um sich einen Alibibeweis zu konstruieren. Er hat dort viel in öffentlichen Lokalen verkehrt, und sich mit vollem Namen genannt, Leute zu sich nach Bozen geladen, jedenfalls nur zu dem Zwecke, um für den Fall, als beim geplanten Morde doch auf ihn Verdacht fiele, sagen zu können, daß er in Wien war, als die That geschah. Er mochte wohl gehofft .haben, daß sich im Gedächtnis der Leute, mit denen er dort verkehrte, die Erinnerung an das Datum seines Wienev Aufenthaltes verwischen, und daß der eine oder der andere ihm bestättgen könnte, der Tag, an dem er dort geweilt, war der 1. April. Erhielt sich durch mehrere Stunden des Vormittags in einem Kaffeehause an der Roßauerlände auf, machte eine größere Zeche und bezahlte sie, indem er eine Hundertguldennote wechseln ließ. Im Kaffeehause erzählte er ein Langes und Breites, daß er früher bei den Kaiserjägern in Wien mehrere Jahre gedient, und daß er die Stadt in der Zeit so lieb gewonnen habe, daß er jetzt aus Sehnsucht nach Wien gekommen sei- Schließlich lnd er den (Safetier ein, ihn — wenn ihn der Weg nach Bozen führe — nur ja zu besuchen. Mit geflissentlichem Eifer schrieb er ihm seinen Namen, Florian Großrubatscher, und die Bozener Adresse auf. Den Nachmittag verbrachte der Mann in einem Tanzlokal im Prater und am Abend nahm er in einem Gasthaus im zweiten Bezirke sein Nachtmahl. Hier schloß er sich einem Mädchen an, begleitete es nach Hause und blieb bei demselben bis zum Morgen des 2. d. M. um V47 Uhr. Einunddreiviertel Stunden später reiste er von Wien nach Bozen ab. Am 3. d. M., am Tage der That, ist er in Bozen eingetroffei-, und hat sich von dort ohne Aufenthalt nach Roveredo begeben, wo er den Doppelmord aus Rache und Habgier verübte. ___
Kunst und Wissenschaft.
Hall« a. S., 16. April. Aus dem Kommers deS eben geschloffene« 6. Deutschen Historiker-Tages, hielt Professor Dr. Schiser- Heidelberg eine zündende Ansprache über den Burenkrieg. Die Buren, führte er aus, die das stärkste Nationalbewuhtsein und den richtigen Gedanken der Freiheit gehabt hätten, würden jetzt von England, dem
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