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19.4.1900 Erstes Blatt
 
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Donnerstag den 19 April

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Politische Tagesschau.

Der deutsche Reich s t ag nimmt in wenigen Tagen I nrtne Sitzung^ wieder auf. Mit Interesse wird er be- ,7Zen daß sein Arbeitsswff in den Ferien abermals an- a^chsen ist ^kUd)betd)auge^e^, £e$

^dnungsnovelle, die noch ganz oder zum Teilin.butter I <eiung zu erledigen sind, Fhottengesetz, über das die Korn I i Mission erst eine allgemeine, den materiellen Inhalt noch I aat nicht berührende Besprechung gepflogen hat, Ver- !<herunasgesetze, welche die Kommission noch Wochen lang . Anspruch nehmen werden, Seemannsordnung, die eben nwd) vor den Ferien einer Kommission zugewi^en worden iit Nachtraasetat, der noch der ersten Äsung harrt als .-»es mit all dem nicht schon genug und übergenug ^e, H dem Reichstag inzwischen auch noch em Reichsseu^^ I ^etz und ein Gesetzentwurf über die Pvstdam^lchiffsve Endungen mit Afrika zugegangen, und em Gesetzentwurf tier tms Versicherungswesen soll noch kommen. Von Plan ob Ordnung in diesen Vorlagen ist nicht viel öst merken, im (Segenteil, es wird dem Reichstage

^schoben, wie und wann es gerade fertig ist So stopft Irr Metzger Würste, aber eine parlamentarische Körper­schaft ist doch keine Wurstmaschine. Ungemein viel Zeit ind Arbeit wird infolge dessen verschwendet auf Vorlagen, bie schließlich liegen bleiben, und die Arbeit mt ben anderen trirb verschleppt und gehemmt. Vor der Entscheidung über die Flottenvorlage lassen sich das Fleischbeschaugesetz, die Wcwerbeordnungsnovelle und die Lex Heinze erledigen. Laiin gelingt vielleicht noch die Verabschiedung wenigstens! tincj Teiles der Unfallversicherungsgesetze, aber tvenn »ocher Pfingsten herankommt, bann wird wohl nicht viel mehr zu hoffen sein. ______

All« Anzrtg«u-»er»imlln»S-cll« M In- und AufndeS »chm«, Xnytyn für ben G'ch««r Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

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Tirmen Aufträge, und heute sind diese Gegenstände billiger kls M Anfang^des Krieges. Die Engländer smd ruiniert; auch ist bei Exporthandel in Wolle und Esten w die Hande der Holländer ubergegangen, die wahrend des smeg reidMeroojben Jin gemeldet: Die Garnison und die Bevölkerung Masekings hungern bitter. Die H^ftmng auf Entsatz scheint entfernter denn je zu fern, '

Plumers Demonstration vom 31. Marz fand lein,$8 bardement statt, da General Suymann mit emer beträcht­lichen Anzahl Burghern und Geschützen abgezogen ist, u sich der vom Norden kommenden Entsatzkolonnent0c9^. zuwerfen L kam am 4. April zurück, und sofort wurde das heftige Bombardement wieder eröffnet, unb zwar nnt Ge­schützten welchen die Belagerten nichts auch nur annähernd Gleichwertiges gegenüberstellen konnten. Das ^wmando führt der junge Cronfe, der die Stadt um jeben preis u^^uwn wftl.^ Burenquellen melden, daß die Buren die englische Linie bei Foorteenstream erfolgreich bombar­dierten und den größten Teil der englischen Geschütze ver­nichtet haben. Zwischen General Methuen und dem Kom­mandanten Delarey findet ein Kampf statt.

In Spaag besuchte die Sondergesandtfchaft der Sud- aftikanischen Republiken noch den Minister des Aeußeren , de Beaufort und andere Persönlichkeiten Benn Verlassen I des Hotels wurde die Gesandtschaft von der Menge lebhaft begrüßt. Minister de Beaufort stattete der Burenmission einen Gegenbesuch ab. Die Mitglieder der Mission nahmen mit Dr Leyds und Dr. Müller an einem Diner bei dem Ministerpräsidenten teil. Die Burenmission lehnte es in aller Form ab, sich über den Zweck ihrer Reife Bencht- I erstattern gegenüber zu äußern. Bisher hat sie nur aus­nahmsweise einige an ben Dingen in Südafrika direkt.inter- I essierte Persönlichkeiten empfangen. Die Mission hofft, daß die Königin sie empfangen wird, doch ist hierüber noch I nichts bestimmt. - Was den weiteren Reiseplan der&e* sandtschast betrifft, so ist eine amtliche Anmeldung ihres I Besuches für Berlin bisher noch nicht erfolgt. Es ist aber auch nicht ersichtlich, welchem politischen Zweck eut I solcher Besuch dienen sollte, da die bestimmte Erklärung I Englands, keine Vermittelung in der südafrikanischen Frage I annehmen zu wollen, eine Erörterung der Vermittelungs- I frage von vornherein ausschließt. Ueberdies kann betreffs der Entschlossenheit der deutschen Regierung, sich beiden | streitenden Teilen gegenüber völlig neutral zu verhalten, I kein Zweifel aufkommen. DieBerliner Volkszeitung I ist in der Lage, einen von dem Chef der Buren-Gesandtschaft I durchgesehenen Bericht über eine Unterredung zu veroffent- I liehen, die ihr Mailänder Korrespondent mit diesem gehabt I hat. Danach erklärte Dr. Fischer u. a.: Die Transvaal- I Regierung sei entschlossen, englisches Gebiet nicht,anzu- taften und für den Frieden alle nur möglichen Opfer zu I bringen, außer der Unabhängigkeit Transvaals, ^eder I Vertrag, der diese Unabhängigkeit nicht gewährleiste, mußt I von den Buren zurückgewiesen werden. Wie di smwt schäft ihre Mission ausführen werde, wisse sie zur ®tu ö

I selber nickt. Des weiteren bemerkte Dr. FifAer, 00» I Oranje-Freistaat und Transvaal jetz^m ^esa^ gg

Mann im Felde hätten, banon f«en 3000 Astikanver^^ toÄgÄÄlans in Schach gehalten und ihnen

Sckone Worte sind am Samstag bei der Er 0 ff- 1 nun« d°r Weltausstellung in P°r>s s-sprochen rvorden Worte, aus denen man, wenn man die.örtlich- I feit de/ Dinge nicht kennte, so etwas rote der Beginn eine I

ta W^tausstellung - auf der man sozusagen noch gar I Ut?M sehen bekommt! - die volkSwirtschas kchen Em- 2tunaen den größten Platz cinnehmen, daß ;o sehr das

Wh d erblinde Materie beherrsche so sehr tre ° im Bilde, das die Weltausstellung tuetet zuruck hmtcr

Gerechtigkeit und der Güte. Und w steht Loubet, ein I Siorter Sckwnfärber, in allen Mächten Vertreter sozialen I So darMsgefühls. Nicht die harten Kampfe, welche die Volker gegeneinander auf dem industriellen, kommerziellen I iinb wirtschaftlichen Gebiet ausfechten, standen den Staats- I Bentern im Vordergründe, vielmehr vereinigten diese ihre Xeuamiaeninerfter Linie zur Erleichterung der mensch- Mun Leiden, zur Organisation von Wohlfahrtsanstalten, I liÄfS&ö °wSt, zur Wi SÄTStt» iSLTSLS asäs» laöei nur an das Deutsche Reich gedacht haben sollte, ist Loli ivohl nicht anzunehmen, und so hat er mit Mwußtsein | jjön gefärbt. Die oppositionellen Blätter brauchen dafür r'EfSWKe^LLinister M i l l ° r a n d hatte ftr-n von Partei wegen die Aufgabe, die soziale Seite der Weltausstellung, die unter seiner Leitung eröffnet wird, lksonders herauszustteichen. Die Vereinigung der Nationen - d^r Seine zum wirtschaftlichen Wettbewerb ist chr ihn bensalls in erster Linie eine Bethatigung des Solidari- infanefiihly ber Staaten im sozialen Gedanken.Die,Gm- ^hmnen zur Vorsorge für Alter unb Krankheitsfälle, und die auf Gegenseitigkeit beruhenden und Assoziationen, wie über. lonwÄles was dazu bestimmt ist, die einzelnen Gruppen 'T faS'ÄSSK

ta der Sottdarttat der .ncn,ey ^ie verletzenden

VelchhL ^zu miiberm die aus d-- Natur denDinge unb der Gesellschaftsordnung suh ergeben ,ie wolle cimgen Esi-ÄSHSä» KmSäSSS »*

daß ein Staatsmann im Tone tiefster Ueberzeugung Dinge I gesagt hat, an die er selbst nickst glaubt. I

Präsident Loubet faßte die Sache etwas skeptisches I an indem ergewisse Mächte" an ihr Ehrenwort erinnerte, I Benn er damit den Dreibund gemeint haben sollte, kann I ^s schon recht fein; denn der Dreibund hat seit zwei Jahrzehnten Europa den Frieden erhalten.Dieses Werk ber Harmonie, des Friedens und des Fortschrittes, MeS friedliche Zusammentreffen der Regierungen der Welt wird" tagte Loubet,nicht unfruchtbar blecken, ^ch bm davon überzeugt, daß dank den steten V^icher^igen g^ wisser erhabener Mächte, von denen das Ende des vorigen Jahrhunderts widerhallte, das Ivanzigste Jahrhundert ein menia mehr Brüderlichkeit leuchten sehen wird über w^ ncker^ Note aller Art. Vielleicht bald! Wer wollte sich dieser Hoffnung nicht anschließen? Die oppofitionelle, die

I nationattstische Pariser Presse vor allem, aberbemerkens- tverterweise auch die gemäßigt liberale äußert sich sehr abfällig über die Rhetorik des Prafideitten und des Mi­nisters^ Diese Blätter finden m den Reden der beiden

I «naen Prahlerei, die Absicht, dem.Weltall Sand m die I Anqeu zu streuen.Wenn man", so schreibt das ^ouruat I de/ Debats,die Worte des Herrn Millerand buchstäblich I auffassen wollte, so würde man nicht begreifen, warum I er unb seine Freunde auf die Zerstörung einer geseU- I schaftlichen Ordnung lossteuern, der man so viele vor- ttefM Dinge verdankt. Es ist aber eme aus gemachte

I Sache, daß Herr Millerand nicht ernst genommen werden I darf, wenn er eine Weltausstellung eröffnet .

I Das liberale Blatt wird doch wohl wissen, baß fedes I Amt auch einen besonderen Verstand verleiht, und daß! I z. B. Gladstone, wenn er Minister war, lo liberal auftpielte, wie zur Zeit, wo er sich, m der Oppositww

I befand. Genau so geht es einem Sozialisten, fnt ben atö * Minister das Wort: hie Rhodus, hie salta ebensogut güt, wie für einen anderen.

Malisbeilaaenl Meßener JamiliendlÄler.^er heMche Landwirt, Blätter für hessische Volkskunde.

die Engländer kaum rechnen, da sich starke Buren- kornrnandos dem General Brabant en t g e g e n g ewo r- 'e"Seinem Londoner Tolegromm wird aus L°dh- fmith gemeldet, daß die Buren f>ch aus dem Elands- laaqte-Drstrikt hinter die Biggarsberge zuruckgezogen haben Ihre Aktivität in ben letzten Tagen war offenbar nur ein Scheinmanöver, bas den Ruckzug einer Buren Abteilung von Waschbank decken sollte^ _ , .

Ein Telegramm meldet, daß die Division Rund les am Donnerstag Keddersburg btftyte > e Streitkraft unter Chermside sah die ?M|utta ®utn im vollen Rückzüge nach Sudosten, 14 Metten ojmaj twn Reddersburg schienen die Buren in ansehnlicher Stärk M stk^n 2er Lcht gewillt, eine Schlacht anzubreten; fte nW'ÄÄF'TlSE dort kritisch geworden, da der britische Konsul ohne Fonds 2 für di? zahlreichen Mittellofen zu forgen und Mal werdkn Tu°°2>md 800 gänzlich mittellos; d.e meisten

Der Krieg in Südafrika.

Gegenüber der Meldung, der gegenwärtig am Lago I Maggiore verweilende deutsche Staatssekretär des Aus- I märhgen Graf Bülow habe die Burenrnisfion em­pfangen, muß darauf hingewiesen werden, daß b efe I Mitteilung durchaus erfunden ist. Wenn der deutsche I Konsul in Mailand, früher in Pretoria, Mügttedern dieser Mission zusammengetroffen ist, so erklärt sich dies I ausschließlich aus früheren persönlichen Beziehungen, die | mit der Politik nicht das Geringste gemein^haben. Du zugleich Nachrichten auftauchen, wonachdie..Burenmiffion auch in Berlin eintreffen wurde, so laßt sich schwer ab- I sehen, welcher Zweck hüt einem solchen Besuche verbunden. I fein konnte. Deutschland hält unter allen Umftanten an I einer Neutralität fest. Da nun der Krieg^ustand zwischen I England und den Südafrikanischen Republiken fortdauert, I die englische Regierung auch jede Vermittelung einer I fremden Macht abaelehnt hat, läßt sich in ferner Weise erkennen, weshalb die Burenmission Berlin berühren will.

Um Bloemfontein scheint die Stellung der beiden Gegner unverändert zu sein, naimntlich scheinen die Buren I ihre starken Positionen im Norden unb Osten ber etabt nach wie vor zu behaupten, und auch aus W e p e n e r kann I über ben Ausgang der dort schon seit mehr als acht , Tagen schivebenden Kämpfe noch nichts Entscheidendes mit­geteilt werden. Wie berStandard" aus Bloemfontein vom 16 b M. meldet, sind die Kommandos, welche We- vener einschlosseu, in vollem Rückzüge begriffen. Ty Telegraph" bestätigt die Meldung und fugt hinzu, I daß die Mehrzahl sich nach Norden zuruckgezogen habe, I aber 6000 weitere Buren sollen sich BethuNe stahern., I Die Times" berichten aus Bloemfontein,, die Streitmacht I der Buren, die Wepener einschloß, soll sich m südlicher I Richtung zurückziehen; über das Ziel der Bewegung I ()crx^ee 'BurenUsotten ^also nach der einen Meldung in I nördlicher, nach der anderen in südlicher Richtung zurück- gegaugen sein. In letzterem Falle kann aber selbstver­ständlich von einem Rückzüge nicht die Rede sem. ye I Wahrheit dürfte sein, Vaß sich von den Belagerern einzelne I Detachements getrennt haben, um ben von Bloemfontein I im Nordwesten unb von Aliwal North im Süden heran- | iiahenden britischen Truppen - Verstärkungen entgegen- I ,utreten Von Aliwal North sollte General Brabant mit I dem Hauptquartier und sämtlichen berittenen Truppen am

Sonnabend nach Rouxville abgehen. Andererseits soll auch I eine weitere Streitmacht ber Buren mit 60 Wagen zur I Unterstützung nach Wepener abgegangen und am Sonntag I in Dewetsdorp eingetroffen sein. Hiernach erwartete man I in Bloemfontein eineBeschleunigung ber Ereignisse". I Daily Telegraph" melbet aus Bloemfontein, anhaltenbe

Regengüsse müßten die Bewegungen der Armee Lord Ro- | berts um zwei Tage verzögern. Ferner wird aus London I telegraphiert: Obwohl die britische Garnison in We- I pener bisher tapfer ausgehalten hat, wird sie doch hart I von den Buren bedrängt. Auf Entsatz können

Gießener Anzeiger

General-Alyeiaer

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