•ntoefenbe* Mitte» u«b Deuten eifrigst -efch<H- iigt ist. Halb verschämte, bald ermutigende Blicke fliegen hinüber und herüber, der oder jener jugendliche Don Jucui hat sogar schon den Mnt gefunden, sich der jungen Dame, in der er sein Ideal sieht, vorzustellen. Daß sich unter Ser holden Weiblichkeit schon vorzügliche Tänzerinnen befinden, denen nur noch der nötige Schliff fehlt, ift ja selbstverständlich. Doch auch unter den Herren ijt so mancher Schwerenöter, der auf dem Tanzboden Ehre em- legen kann und hier hauptsächlichem bischen flirten mochte. Doch das ist in den ersten Stunden, wie gesagt, eine etwas schwierige Sache, da es zum Tanz zu Paaren vorerst noch nicht kommt. Herren und Damen müssen gesonderte Greife bilden und Schritt- und Hüpf-, Spring- und Drehbewegungen machen, die bei manchem nicht nur recht schwer fallen, sondern nicht selten auch äußerst komisch wirken. So verstreichen die ersten Lehrstunden wie im Fluge, und hinterher — kommt erst noch das Beste.
F r a n k f u r t a. M., lö. November. Der Bericht, jder in der gestrigen Generalversammlung des Vereins ^rauen'bildung-Frauenstudium erstattet wurde, galt in der Harrptsache den Gymnasialkursen für Mädchen, die im nächsten Jahre Kdahier ins Leben treten sollen. Leiterin der Kurse ist Frau Gräfin Dr. Wartensleben, Vorsitzende des Schulkuratoriums Frl. Dr. Winterhalter, sonst gehören ihm noch an Frau Baronin Bethmann-Wendtland, Frl. B. Frielinghaus, Direktor Dr. Hartwig, Stadtschulrat Dr. Lungen, Frl. M. Kux, Direktor Dr. Reinhard. Zunächst sollen angestellt werden ein Altphilologe, der in Latein, Deutsch und Geschichte unterrichtet, ein Lehrer für Naturwissenschaften und Mathematik, eine Lehrerin für zwei Wochenstunden in Französisch und Englisch. Dem Altphilologen sollen 12 Stunden Latein, 3 Deutsch, 2 Geschichte zufallen. Ter Bericht erwähnte noch die Erfolge der gleichen Bestrebungen in Karlsruhe, wo das Mädch^n- Gymnasium jetzt von 56 Schülerinnen und 5 Hospitantinnen besucht wird, in Leipzig und Berlin, und verbreitete sich dann über die Thätigkeit des Gesamtvereins, sowie die Stellung der deutschen Bundesstaaten zur Frauenfrage, insbesondere zum Mädchenstudium. Das Jahr 1900 hat zwar noch lange nicht alle Wünsche erfüllt, aber doch bedeutende Fortschritte gebrachst. Diese konstatierte auch ein Resümee von Frl. Dr. Winterhalter über den Stand und die Entwickelung dieses Zweiges der Frauenfrage in den letzten 16 Jahren. Es ging verhältnismäßig rasch für deutsche Verhältnisse. Alles gab man aber widerstrebend, verklausulierend, versuchsweise.
** Meine Mitteilungen aus Hefseu und den Nachbarstaaten. Das Schwurgericht in Kassel fällte ein Todesurteil. Der
Kutscher Assauer aus Ammenhausen in Waldeck wurde wegen I Ermordung der Dienstmagd Auguste Volkwein zum Tode verurteilt. ________________
Gerichtssaal.
Mainz, 14. November. D:r 38 Jahre alte Ratödiener Benedikt Erbeldtng in Bingen ist der Unterschlagung im Amt angeklagt. Der Angrschutdigte. der verheiratet, aber ohne Kinder ist, hatte ein jährliches Einkommen von 2000 Mk. Von 1890 bis 1897 machte er den Ernkaslierer für die Stadt, während dieser Zett unterschlug er 700 Mk., die er später durch ein aufgenommenes Darlehen deckte. D r L>tadtrechner Römer unterließ damals die Anzeige, weil er der Meinung war, daß Erbeldtng, der großes Vertrauen bet den städtischen Beamten genoß, daS Defizit durch Irrtümer verursacht habe. Im Jahre 1899 unterschlug der Angeklagte 213 Mk. Dtenstboten-K ankengelder und im letzten Frühjahr 539 Mk., die er alS Unterstützung an die Armen auözahlen sollte. Der Bürgermeister Neff betraute den Angeklagten mit der Einsammlung der Gelder für den Flottenveretn, auch diese (67 Mk.) unterschlug Erbelding. Als er 100 Mk. Gemeindesteuern eines Metzgermetsters betsetteschaffte und der Metzger gepfändet werden sollte, wurde die Untreue aufgedeckt. Die Strafkammer verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis und sprach ihm auf die Dauer von drei Jahren die Fähigkeit ab, öffentliche Aemter zu bekleiden.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Zur kaufmännischen Fachschule.
Unter Bezugnahme auf das „Eingesandt" in Nr. 267 des .Gieß. Nnz." meint Einsender dieses, der Vorstand des Kaufmännischen Vereins könne doch betr. der Unterrichtszeit gerade so verfahren, wie es bei der Großh. obersten Schulbehörde angeordnet ist. Des Einsenders Sohn hat von dem Kontor, in dem er beschäftigt ist, nach seiner Wohnung einen Weg von Vz Stunde täglich viermal zurückzulegen. Den gleichen Weg haben auch noch andere in derselben Richtung wohnende Lehrlinge täglich zu machen. Von der Wohnung zur Schule beträgt der Weg mindestens 20 Minuten.
Wenn man nup bedenkt, daß ein Lehrling von morgens 7 Uhr bis abends 7 Uhr, zwei Stunden Mittagszeit abgerechnet, auf dem Kontor volle 10 Stunden beschäftigt ist, und dann am Abend 7 Uhr in der Eile nach seiner weit entfernten Wohnung nach Hause eilt, um dort etwas zu essen und sich dann so schnell wie möglich wieder fortzubegeben, um 8 Uhr in der Schule sein muß. manchmal aber sein Nachteffen aus Mangel an Zeit im Stich laffen muß, und erst nach Beendigung der Schule um 10 Uhr nach Hause geht und dort erst gegen V>11 Uhr ankommt, so wird man einsehen, daß dies zu viel ist.
Ein Junge, der den ganzen Tag im Kontor sitzt, ist abends von 8—10 Uhr nicht mehr so frisch und für den Unterricht empfänglich, als wenn der Unterricht am Tage erteilt wird. Den Herren Lehrern wird letzteres auch lieber sein und der Vorstand des kaufmännischen Vereins würde großen Dank der Eltern ernten, wenn er eine Ein
willigung der Prinzipale zur Abhaltung der Schule etwa von 3—5 Uhr oder 5—7 Uhr herbeiführt. Der Einsender will nicht allein für seinen Sohn eine Aenderung herbeigeführt wiffen, sondern glaubt auch hn Interesse der Eltern die kaufmännische Schule besuchender Lehrlinge überhaupt einzutreten, zum Wohle der jungen Leute und Bewahrung derselben vor etwa infolge zu übergroßer Anstrengung entstehenden gesundheitlichen Nachteilen, und hofft und wünscht, daß von Seiten des Vo»- standes des kaufmännischen Vereins betr. der Unterrichtszeit bald Wandel geschaffen werde. ____________________________
Sport, Spiel, Jagd.
— Schneeschuh und Rennwolf und ihr praktischer Gebrauch. Von Max Schneider. Mit 62 in den Text gedruckten Abbildungen. Wintersportverlag, Berlin SW., Kleinbeerenstraße 9. Preis 1 Mk. Der Wintersport hat in den letzten Jahren bei uns eine Verbreitung gefunden, die jeden Freund von Leibesübungen erfreu« muß; er bereitet seinen Anhängern nicht nur viel Vergnügen, sonder» stärkt auch Körper und Geist und schafft somit Kraft für späteres Alter, indem et günstig auf Herz und Lunge einwirkt. Es muß daher jede neue Erscheinung auf diesem Gebiet fteudig begrüßt werden, ist sie doch dazu angethan, diesen noch so jungen Sport, der es verdient, ein Volkssport zu werden, neue Freunde zuzusühren. Aber nicht nur dem Anfänger wird das vorliegende Buch gute Dienste leisten, sondern auch de« erfahrenen Schneeläufer. AuS dem reichhaltigen Inhalt sei hier nur angeführt: Das Schneeschuhlaufnn auf Lappländerart. Training für Schneeläufer. Das Schneeschuhlaufen bergan ohne Anstrengung. Das Aufstehen nach einem Fall. Wintersportliche Vergnügungen. Bestimmungen für Wettläufe rc. Zahlreiche nach Momentaufnahmen her- gestellte Illustrationen vervollständigen und erläutern das Buch.
Schiffsnachrichten.
Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 14. November wohlbehalten in New- Pork angekommen.
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