Ausgabe 
18.9.1900 Erstes Blatt
 
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Markus Bauer.

wie Durchführung umfassender Meliorationen und die Steigerung der Sparkasseneinlagen, so spiegele sich darin nur die Thatkraft der Landwirtschaft, die einen schweren Kampf kämpfe und sich sage, daß sie noch nicht am Ende sei. Nicht die Hände in den Schoß zu legen, sei Ehrensache für jeden, für die Landwirtschaft und die Regierung. Die gegen­wärtige Negierung habe stets der Landwirtschaft geholfen; es könne sich auch jetzt nur handeln um das Maß, in dem sie vorwärts zu gehen habe, aber nie rückwärts. Ihm für sein Teil sei es eine Ehre, mitzuarbeiten am Wohle der hessischen Landwirtschaft, die er kennen gelernt habe in den allerärmsten und kleinsten Verhältnissen, im Vogelsberg und später in Rheinhessen. Es sei sein heißes Bemühen, in sich das Gelernte durch­zubilden und nutzbar zu machen zum Wohle des Ganzen. Er sei der Zuversicht, daß unter solchen Verhältnissen das Vertrauen zur Regierung immer zuversichtlicher werde. Alle Wünsche werde man ja kaum erfüllen können; denn die Interessen auch anderer Volkskreise müßten gleichmäßig vertreten werden. Doch auch da müsse man im Vertrauen zu einander beharren, selbst wenn die Meinungen mal auseinandergehen sollten. Sein Hoch gilt der hessischen Landwirtschaft.

Dr. Hei den reich dankt allen, die an der Ausstellung mitgewirkt haben. Er bringt aus das Gedeihen der Stadt Darmstadt, Oberbürgermeister Morneweg aus das Wohl des AusftellungSkomiteeS und Gras Oriola auf das deS Präsidenten Geh. Regierungsrats Haas und seiner kräftigen Stütze, des OekonomieratS Dr. Müller ein Hoch aus, letzterer läßt dann die Gäste hochleben. Präsident Lichten- stein dankt der Militärbehörde für ihr Entgegenkommen und den Preisrichtern für ihre Mühewaltung. Den Schluß in den Toasten macht Oekonomierat Sch lenke mit einem Hoch auf die Aussteller. Nach dem Festmahl, bei dem ein Teil der Kapelle der 115er konzertierte, vereinten sich die Festteilnehmer im Garten des Saalbaues noch zu einem gemütlichen, zwanglosen Beisammensein.

Gleesen, Kirchenplatz 11.

Aus Stadt und Kund.

Gießen, 18. September 1900.

** Provinzialausschuß. Am Samstag dem 22. S e p- I tember, Vormittags 9 Uhr, findet im NegierungS- I gebäude hier (Brandplatz 9) eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bürgermeisterwahl zu Geilshausen (Urteilsverkündigung). 2. Ausbau der Bahnhofstraße zu Heuchelheim; hier: Ent­eignungsverfahren. 3. Enteignung von Grundstücken in der Gemarkung Alsfeld zum Zwecke der dortigen Bahnhofs­erweiterung. 4, Die Erbauung eines Schulhauses in Ehrings­hausen; hier: Rekurs des Anwalts des Ernst Diegel daselbst I gegen das Bekenntnis des Kreisausschusses des Kreises Als- I feld vom 9. Mai 1900 hinsichtlich der Festsetzung eines Aversionalbetrags. 5. Gesuch deS Johannes Häuser XIII. zu Klein-Linden um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Liebigstraße 64 zu Gießen. 6. Gesuch deS Ludwig Gräf zu Gießen um Erlaubnis zum Ausschank von Brannt­wein im Hause Leihgesterner Weg 7. 7. Gesuch der Philipp Schwager Witwe zu Gießen um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein im Hause Marktplatz 6. 8. Gesuch des Wilhelm Amend zu Gießen um Konzessionierung zum Wirt­schaftsbetriebe im Hause Bahnhofstraße 62.

" Lehrerversammluug. Im HotelGroßherzog von Hessen" hatten sich ungefähr 80 hessische Lehrer, meistens aus Gießen und der Umgegend am Samstagnachmittag zu­sammengefunden, um den Ausführungen des Reallehrers Kaßlick von Darmstadt, auf Ersuchen das Referat über die Ludwig- und Alicestiftung, dieser Wohlthätigkeit der hessischen Lehrerschaft, übernommen hatte, ihre Aufmerksam­keit zu schenken. In klarer und gewandter Weise schilderte der Redner Gründung, Zweck und Einrichtung der Kasse und zeigte wie wohlthätig und anerkannt mustergiltig diese Anstalt der privaten Selbsthilfe innerhalh des hessischen Lehrerstandes bisher gewirkt hat. Soll sie doch Witwen und Waisen von Lehrern Unterstützungen gewähren und zwar besonders da, wo staatliche Hilfe fehlt; denn nach den gesetzlichen Bestimmungen können einige Witwen und Waisen nicht in den Genuß der staatlichen Witwen- und Waiseugelder treten. ES sind dies besonders Hinterbliebene von nicht definitiv angestellten Lehrern und dann solche, welche wegen vorgerückten Alters oder Krankheit nicht in der Lage sind, sich ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Sie würden unstreitig den unterstützungspflichtigen Gemeinden zur Last fallen. Darum greift hier die private Hilfe der Lehrerschaft ein. Ebenso gewährt die Ludwig- und Alice­stiftung besonders weiblichen alleinstehenden Personen, Gelder zur Ausbildung in einem geeigneten Berufe oder zur Gründung einer Existenz. Mancher hoffnungsvolle I Jüngling hätte durch den zu frühen Verlust feines Ver- I sorgers das begonnene Studium unterbrechen oder den I ergriffenen Berus aufgeben müssen, wenn nicht die Ludwig- I und Alicestiftung ihm hilfbereit zur Seite gestanden hätte. I Gleichzeitig ist die Stiftung eine Sterbekasse der hessischen I Lehrer, die den Erben ihrer Mitglieder eine sofort zahl- I bare Sterberate von 200 Mk. und nach dem neuen Statut I je nach Wunsch bis zu 5 Sterberaten L 200 Mk. zusichert. I Innerhalb des Rahmens der Ludwig- und Alicestiftung I sollen in Zukunft noch andere Wohlthätigkeitseinrichtungen I ins Leben gerufen werden, wie z. B. eine besondere Witwen- I und Waisenpensionskasse, die den Witwen und Waisen von I Mitgliedern zu den staatlichen Pensionen noch besondere I jährliche Pensionen geben soll. In der Diskussion wurde I vor zu schnellen Schritten in den Neugründungen gewarnt und I barauf hingewiesen, daß wohl in nicht allzu ferner Zukunft I Verbesserungen bei der staatlichen Witwenkasse zulässig seien, wie solches ja auch schon in der Kammer geäußert worden I fei. Diese kämen allen Lehrern zu gut, während bei der privaten Witwenkaffe nur wenige partizipieren, wiewohl I doch wie bei ähnlichen Einrichtungen die gesamte Lehrer- |

Schul - Anzüge

in grosser Auswahl!

I schäft zu kleineren Zuschüssen veranlaßt werden würde. Im weiteren wies Herr Kaßlick nach, daß den älteren Mit- I gliedern, die seit der Gründung der Stistung angehören, keine höhere Rate als die festgesetzte gegeben werden könnte. Die Berechnungen über das Verhältnis der zu zahlenden Beiträge und der zu empfangenden Sterberate beruhe auf I versicherungstechnischen Grundsätzen und die Höhe des an- gesammelten Kapitals richte sich nach den gesetzlichen Be- I stimmungen entsprechend den zu erwartenden pflichtgemäßen I Leistungen der Kasse.

I 4~ Sellnrod, 16. September. Gestern morgen ereignete I sich hier ein Unfall. Maurer von hier unterbauten einen I alten Holzstall, von dem sie den Dachstock durch Stützen I hoch hielten. Jedenfalls aber waren letztere für die zu I tragende Last nicht kräftig genug, sodaß sie brachen und I der Dachteil herunterstürzte, den Maurer O. M. unter I sich begrabend. Für diesen war es ein Glück, daß im I Ställchen ein dicker Klotz zur Stütze diente, der die Gewalt I des Sturzes milderte und dem Verschütteten einen hohlen I Raum bot, der ihn vor dem Erdrücken bewahrte. Der so- I f?rt gerufene Arzt konnte außer einigen Hautabschürfungen I eine innere Verletzung nicht erkennen, die aber nicht aus­geschlossen ist.

Bad Nauheim, 16. September. Wochenprogramm: Frühkonzert der Kurkapelle täglich von ?i/2 bis 8>/, Uhr I am Kurbrunnen. Montag, 17. Sept., abends 79 Uhr auf I der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Dienstag, 18. Sept., I nachm. von 46 und abends von 79 Uhr auf der Terraffe I Konzert der Kurkapelle. Abends Lampionbeleuchtung auf der I Terrasse. Mittwoch, 19. Sept., von nachm. 46 und abends I von 79 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Donners- I tag, 20. Sept., nachm. von 46 und abends von 79 I Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends I Wagner-Konzert. Freitag, 21. Sept., nachm. von 46 I und abends von 79 Uhr auf der Terrasse Konzert der I Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Tanz. Samstag, I 22. Sept., nachm. von 46 und abends von 79 Uhr I auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Sonntag, I 23. Sept., auf der Terrasse Konzert des Jns.-RegimentS Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116. Vom 7. bis I 13. Sept, sind 360 Kurgäste (678 in der Woche vorher) I angekommen; Gesamtfrequenz: 20,909 Personen, wovon noch I 2615 anwesend sind. Zur Zeit werden täglich 1200 Bäder I abgegeben; die Gesamtzahl der in der Saison verabfolgten I Bäder beträgt 281,437. An Stelle des nach Reinheim I versetzten Gensdarmen Streuber wurde Gendarm Vogel I in Herbstein hierher versetzt. Am Donnerstag wurden I einem hiesigen Gastwirt aus dessen Privatzimmer ca. 400 I Mark gestohlen. Der Spitzbube, ein Versicherungsagent I in Frankfurt a. M., hatte sich daselbst eine Mark geliehen, I um nur hierher fahren zu können. Durch öfteren Verkehr I in der betreffenden Wirtschaft hatte der Gauner genaue I Lokalkenntnis erlangt und konnte so den Diebstahl unbemerkt I ausführen. Der Wirt nahm sofort die Frankfurter Polizei I zur Hilfe und es gelang am Freitag, den Menschen dingfest I zu machen allerdings fast ganz ohne Geld. Die Nach- I forschungen ergaben aber so ziemlich den Verbleib des Geldes, I sodaß der Bestohlene ohne großen Schaden wieder in den I Besitz desselben gelangen wird. Herr Bürgermeister Ewald in Ockstadt hat jetzt ebenfalls fein Amt nieder­gelegt. Welche Gründe ihn veranlaßt haben, sind nicht bekannt; man wird aber, so meint derBad. Nauh. Anz.", nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß der allmähliche Ausfall der Ortsgerichtsgebühren (durch Erricht­ung der Notariate) nach und nach manchen Landbürgermeister veranlassen wird, auf sein Amt mit durchschnittlich 750 Mk. Jahreseinkommen zu verzichten. Eine Aufbesserung der Gehälter wäre auch nach unserer Meinung hier sehr am Platze. Dem Eisenbahn-Stationsvorsteher Drangen­stein zu Bad-Nauheim ist die Erlaubnis zur Anlegung deS ihm verliehenen dem Verdienstorden Philipps des Groß- wütigen affinierten Silbernen Kreuzes erteilt worden.

bm. Mainz, 16. September. An der heutigen Be­grüßungsfeier am sozialdemokratischen Parteitag in der hiesigenStadthalle" nahmen zirka 4000 Personen teil, wovon etwa ein Viertel Frauen. Auffallend viel Per­sonen waren aus den umliegenden ländlichen Kreisen da. Die sozialdemokratischen Reichs- und Landtagsabgeordneten waren fast vollständig zur Stelle. Abg. Bebel, der die Festrede halten sollte, hat sich wegen einer leichten Er­krankung entschuldigen lassen und fein Kommen erst für den nächsten Mittwoch angemeldet. Heber dem in der Mitte des reich mit Fahnen und roten Emblemen geschmückten Saal aufgestellten Podium der Redner prangte ein großes Gemälde Liebknechts. Die Begrüßung der auswärtigen Delegierten erfolgte durch den Abg. Dr. David, der Lieb­knecht dabei einen warmen Nachruf widmete. An Stelle Bebels hielt Reichstagsabg. Auer die Festrede. Zwischen und nach den Reden kamen lebende Bilder, turnerische Dar­stellungen sowie Solo- und Chorgesänge zum Vortrag.

Mainz, 15. September. Die Landtagsabgeordneten Molthan, Dr. Frenay, Dr. Schmitt und Schlenger haben in der Zweiten Kammer der Stände folgende Inter­pellation eingebracht:

Die Unterzeichneten richten hiermit an die großherzogliche Regie­rung folgende Anfrage: Ist die großherzogliche Negierung willens, dem­nächst der Gründung einer Handelshochschule in Hessen näher zu treten? Wird die großherzogliche Regierung für den Fall der Errichtung einer solchen Handelshochschule als Sitz derselben Mainz, die bedeutendste Handelsstadt des Landes, wählen?

anschließen zu können; er sei eher geneigt, der Freizügigkeit glaubt bet Redner sich nicht Seßhaftmachung der Arbeiter das Wort zu reden, wenn sie nicht auch dadurch wieder beschränkt werden Gegen strafrechtliche Ahndung des K o n t r a k t b r u ch e s nur bei landwirtschaftlichen Arbeitern liegen wohl zu schwere so­ziale Bedenken, als daß eine solche gedacht werden könne. Er habe die Ueberzeugung, daß nie ein verschärftes Ge- sindegesetz auch eine einseitige Bestrafung des Kontrakt­bruches für die Landwirtschaft eine noch größere Abschreck­ung der Arbeitskräfte von der Landwirtschaft zur Folge haben werde. Ties sei eine Schädigung der landwirtschaft­lichen Interessen. Eher sei er schpn für eine gewisse Heran­ziehung der Schulkinder, die ja auch in den Städten nütz­lich verwendet werden ohne Schädigung der Schulbildung.

Im /Interesse her Landwirtsch<aft sei es auch sehr zu wünschen, daß sich die Jugend etwas Handfertigkeit aneigne. Ferner müsse das Unterstützungswohnsitz-Gesetz geändert werden und die Last auf die Schultern der Ge­meinden, die die Arbeitskraft ausnutzen, gelegt werden. Eine weitere gesetzliche Notwendigkeit sei die Neuords- n u n g des Gesindevermittelungswesens mit all seinen Auswüchsen, von denen Arbeitgeber und Arbeit­nehmer gleichpiel ausgebeutet werden, etwa durch Einrich­tung konzessionierter amtlicher Arbeitsnachweise, wie sie schon in ähnlicher Art zum teil bestehen. Von einer Räch­te hr zur Naturallohnleistung wollen die Arbeiter nichts mehr wissen. Ein Vorschlag neuer Art fei die genossen­schaftliche Kolonisation der Arbeiter, mit der die Forstverwaltungen, die alle gut rentieren, Versuche machen mußten. Ferner ist der Referent der Ansicht, den Asr- beitern regelmäßig ihren Lohn auszubezahlen und nichts einzubehalten. Aber alle Vorschläge, die man auch machen könne, erforderten Geld und abermals Geld; aber woher solle man dies nehmen, wenn die Landwirtschaft immer weiter zurückgehe. Deshalb sei jede durchgreifende Regelung nur zu erzielen auf der Grundlage einer steigenden Besserung der Landwirt­schaft. Dazu müsse nun der Staat bei der Erneuerung der Handelsverträge helfen, dafür müsse man streben, so lange als möglich, friedlich; wenn aber Kampf notwendig sei, kämpfe auch die Landwirtschaft darum, wenn sie sich nicht selbst aufgeben wolle. Er beantrage folgende Reso­lution :

Tie Generalversammlung der landwirtschaftlichen Vereine des Großherzogtums Hessen sieht in der Hebung der gesunkenen Rentabilität der Laudwirtschjaft das Hauptmittel zur Milderung der Arbeiternot und erklärt, nur auf dieser Grundlage werden die verschiedenen so­genannten kleinen Mittel wirkungslos werden.

Nachdem der reiche Beifall sich gelegt hat, wird die Diskussion eröffnet, zu der zunächst Graf Oriola das Wort erhält und. betont, daß die beiden behandelten The­mata die wichtigsten seien, die man gegenwärtig in der Landwirtschaft habe. Man habe heute hier eine Art Fest- versammlung, und wenn man aus den Ausstellungsplatz gehe, könne man sich freuen über die Errungenschaften der Landwirtschaft und müsse bekennen, daß in dem hessi­schen Bauernstand ein gut Stück Thatkraft stecke. Andererseits aber dürfe man sich von diesen Fortschrittest, | die sich ans einer Ausstellung ergeben, nicht irre machen! I lassen, die Ausstellungen haben den Zweck, den Landwirten | Vor Augen zu führen, was geliefert werden kann, und sie in ihrem Eifer anzuspornen. Aber was helfe der Eifer, wenn kein Lohn dabei herauskomme. Ihm sei es eine große Freude, daß er bemerkt habe, wie die Stimmen im Land- und Reichstage für die Landwirtschaft sich stets gemehrt haben. Er sei der Meinung, daß die Erhöhung der Zölle im Reichstage eine sichere Majorität habe. Die vorge­schlagene Resolution werde im Reichstage entschieden An­klang finden.

Reichstagsabg. Lucke-Pattershausen tritt auch dafür ein, aufs thätigste weitere Kreise der Bevölkerung zu be­lehren, daß die Landwirtschaft nicht unberechtigte und über­spannte Forderungen stellet Dann schlägt er vor, zwischen den beiden letzten Worten der Resolution Schlenke einzufügen:bei der gesetzlichen Festlegung der Minimal­sätze des autonomen Zolltarifs". Diese müßten vorher festgelegt werden, damit es nachher bei der Beratung der I Handelsverträge unmöglich sei, unter diese herabzugehen. Nachdem noch Schmidt-Bingen für besondere Nennung I des Weines und Lucke -Pattershausen für Anführung des I Hopfens eingetreten sind, Landtagsabg. Korell einen I Passus aus dem Bericht der Mainzer Handelskammer über I deren Standpunkt zur Landwirtschaft verlesen hat und I Brunner, Schade, Gras Oriola, Dr. Müller, I Dr. Heid en reich und Präsident Lichtenstein noch I teils für, teils gegen die Spezialisierung gesprochen haben, I mürbe die Resolution Schlenke mitdem Zusatz - I antrag Luck e und die Resolut io n Schaoe mit I ? ob er M e hrbeit angenommen, die Zusatzan- I u . ^uc^e dagegen abgelehnt.

bem Wunsche und der Hoffnung, daß bald Segen I ouraj lo einmütiges Vorgehen der hessischen Landwirt- I fdWt erfliegen möge, schloß Präsident Haas um 1 Uhr dre Versammlung. I

a am^<c^c^c.n Festmahl, an dem sich auch I Staatsmimster Rothe, Ministerialrat Braun, Oberbürger­meister Morneweg und der Stadtkommandant beteiligten nahmen etwa 90 Personen teil. Die Reihe der Toaste er­öffnete Staatsminister Rothe und betont, daß bei diesem I Kamps der Landwirtschaft aus sich selbst heraus die Re- I gteritng von sich sagen könne, daß sie stets bestrebt gewesen ist, helfend einzugreifen. Sein Hoch gilt dem Großherzog.

Geh. RegierungSrat Haas dankt der Regierung. Das I Ministerium habe in den letzten Jahren stets gezeigt, baß sie ein warmes Herz für bie Landwirtschaft habe. Die I Steuerreform sei eine Wohlthat für bie hessische Lanbwirt- I schüft. Auch bei Festsetzung ber Voranschläge habe man I erneutes Wohlwollen gesehen, wieber seien große Beträge I eingestellt, baß bie Viezucht zu ihrem Recht käme. Dafür I dürfe sie auch stets auf die Unterstützung der Landwirtschaft I rechnen. Er trinkt auf das Wohl des Staatsministeriums. I

Ministerialrat Braun dankt im Namen des Ministeriums. I Bei den heutigen Beratungen seien es überwiegend uner- I ^"uliche Verhältnisse gewesen, die zutage getreten feien. I Wenn man auch einige erfreuliche Momente erwähnen könne |