Ausgabe 
18.8.1900 Zweites Blatt
 
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möglich, sie zurückzudrängen, weil hinter ihr die Stuhl- reigen waren. So lagen die Dinge, als Seine Majestät nach Verabschiedung der bis zum Wagen Ihr das Geleit gebenden Behörden in denselben stieg (zusammen mit dem Minister Ponzio-Daglia und dem General Aoogadro di Quinta-, wo er, aufrecht stehend und mit dem Hute in der Hand, sichtlich sehr befriedigt ob des Empfanges, dem allgemeinen Applaus der Menge antwortete. Ich stand an meinem üblichen Posten am rechten Kntschenschlag und hinter mir die Wachen meiner Abteilung Cerocchi und Tinti. Sobald der König sich setzte und das Zeichen zur Abfahrt gab, drängte ich mich mit Mühe vorwärts, um zu versuchen, Raum zu schaffen, und gerade in diesem Moment hörte ich hinter mir Revoloerschüfse (drei, wie mir scheint). Als ich mich sofort zurückwandte, sah ich den ttönig in den Wagen zurückfallen, einen Blick höchster Verachtung auf den Mörder werfend, der bereits von der Wache Ce­rocchi, dem Kutsck)er Lupi, dem Cavalieri Olivieri, Sekretär des königlichen Hauses und anderen Privaten, sowie von den Carabinieri, die sofort herbeigeeilt waren, ergriffen worden war. Wütend schrie die Menge iTötet ihn!"

Schlagt ihn nieder!" und jeder trachtete, bis zu ihm zu gelangen, um ihn mit Fäusten und Stöcken zu schlagen, so daß er sehr übel zugerichtet wurde. Als ich den Mörder dingfest gemacht sah und meinen Polizisten befohlen, ihn sofort zu untersuchen, eilte ich mit dem Brigadier Casalegno dem königlichen Wagen nach, welchen wir bis in die Villa begleiteten. Der König war an verschiedenen Körperteilen verwundet und starb, nachdem er kaum in sein Bett trans­portiert worden war, ohne daß er ein Wort hätte sprechen können. Mit dem Brigadier Casalegno untersuchte ich den königlichen Wagen, konnte aber keine Spuren oder Durch­löcherungen, von den Geschossen herrührend, auffinden, nur einige Bluttropfen auf dem linken Sitzpolster und dem Fußteppich, auf welchem gleichfalls eine Revolver­kugel gefunden wurde, die allem Anscheine nach abgeschossen worden war. Unterdessen kehrte die Wache Cerocchi ganz mit Blut bedeckt zurück und brachte mir Bericht über den Mörder, welchen er mit Hülfe der Carabinieri in die Kaserne der letzteren transportiert hatte. Er berichtete, daß, als er den Mörder am Kragen packte, er von diesem einen Biß erhielt und von der Menge Stockhiebe, welche dem Mörder zugedacht waren. Er übergab mir auch einen Paß ins Ausland, ein Tagebuch und andere Gegenstände von sekundärer Bedeutung, welche dem Mörder abgenom­men worden waren und dessen sofortige Identifizierung ermöglichten".

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. August 1900.

** Der Jahresbericht der Gro ßh. Handels­kammer, der uns soeben zuging, giebt in seinem Vor- wort eine Uebersickfl über das letzte Rechnungsjahr. Die günstige Lage der Industrie, von der wir im Vorjahre be­richten konnten, hat auch im Berichtsjahre angehalten. Tie Ein- und Ausfuhr-Ziffern sind gestiegen, der Verkehr hat überall zugenommen. Dies gilt nicht nur allgemein für unser deutsches Vaterland, sondern auch sonderlich für Handel und Industrie unseres Bezirks. Eine ganze Reihe von industriellen Unternehmungen können auf einen un­gemein befriedigenden Geschäftsgang zurückblicken. Da­gegen ist eine merkliche Besserung in der für Gießen so wichtigen Rauchtabak - und Cigarre nfabrika- 1 i o n nicht eingetreten. Verschärfter Wettbewerb mit seinen «oft unvermeidlichen Folgen: Überproduktion und preisdrückender Tendenz, sowie Ueberschreitung des sechs­monatlichen Ziels seitens der Kundschaft geben hier fort­gesetzt zu berechtigten Klagen Anlaß und verhindern eine erfreuliche Weiterentwicklung dieser Branche. Nach wie vor ist auch die Lage des Groß - und Kleinhan­dels keine sehrgute. Zu den alten Beschwerden über die Konkurrenz der großen Versandtgeschäfte usw. kom­men jetzt vielfach solche über ausgedehnte Mißstände im Detailreisen, namentlich auf dem Lande. Die gesetzlichen Bestimmungen, werden in zahlreichen Fällen nicht inne­gehalten, und so erwächst dem Handel unseres Bezirks ein durchaus unger ed)|tfertigter Schaden. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die Verwaltungsbehörden hier ein wach^ sames Auge auf die genannten Mißstände haben wollten. Der erfteuliche Aufschwung, den eine ganze Reihe von Branchen in Industrie, Handel und Gewerbe in unserer Provinz genommen haben, hat schon seit langer Zeit den Wunsch rege werden lassen, die Interessenten im Lande draußen zur Mitarbeit in unserer Kammer heranzuziehen. TIrs Jcchr 1899 hat uns nun die geplante Einteilung der Provinz in Handelskammerbezirke gebracht. Unsere Kammer uimfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld, Lauter- vach mit insgesamt 18 Mitgliedern. Diese Erweiterung unleres Bezirks hat eine große Ausdehnung unseres Wir- .Mr Folge gehabt und wird hoffentlich nicht ^^bulrchen Einfluß auf die Entwickelung der von un. vertretenen Erwerbskreise bleiben. Zunächst sind wir fnrrt (Lm?Tee!lt^t.en ber neukonstituierten Kammer ! b0v Fruchahr 1900 in der Lage gewesen,

nnn IvHrhtPn V^res Jahresberichtes auf Grund von Berichten auv allen Teilen unseres Bezirks ausru-

A? 39- 1898 lief der mit England ge-

schlossene Handelsvertrag ab, ebenso am 30 ^uli 1899 das im Jahre 1898 bewilligte einjährige Provisorium Jedoch verbleibt mit Zustimmung des Reichstags und ^>es Bundesrats das Britische Reich mit Ausnahme von Kanada und Barbados in der Reihe der meistbegünstigten Zünder wenigstens bis zum 30. Juli 1900. Der Reichstag hat in den letzten Tagen zu einer weiteren Verlängerung dieses provisorischen Zustandes seine Zustimmung erteilt. Wie sich späterhin die Vertragsbeziehungen gestalten werden, ist noch nicht sicher vorauszusehen. Seit dem 1. Juli 1899 bat Deutschland einen Meistbegünstigungsvertrag mit Spanien, der unferm Handel mit diesem Lande große Vorteile bieten wird. Am 17. Juli 1899 ist auch der deutsch-japanische Handelsvertrag in allen seinen TeUen in Kraft getreten. Es steht zu hoffen, daß alle dsese Verträge für den deutschen Handel einen neuen Auf­schwung bedeuten werden. Tie in den nächsten Jahren zu erwartende Erneuerung verschiedener großer Handels­verträge wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Wir «pw? Erwartung, daß der Reichstag als der berufene 45 rtreter unserer vaterländischen Gemeininteressen trotz

starker gegensätzlicher Strömungen mannhaft auf dem segensreichen Prinzip der bisherigen Handelsvertrags­politik beharren werde, da gerade dieser der glänzende wirtschaftliche Aufschwung unseres Volkes in den legten Jahrzehnten zu dankest ist.

** Landeslotterie. Bei der heule fortgesetzten Haupt- Ziehung fielen 1 Gewinn zu 12 000 Mk. auf Nr. 29 091. 1 d. 5000 Mk. auf Nr. 31 350. - 4 L 3000 Mk. auf Nr. 21 336, 27 104, 32 598, 32 891. 5 ä 2000 Mk. auf Nr. 4156, 10 976, 13 242, 27 122, 32102. 10 L 1000 Mk. auf Nr. 2917, 4529, 12 221, 13 373, 15 723, 22 302, 23 722, 24 905, 29140, 31756. (Ohne Gewähr.)

** Verband deutscher Handlungsgehilfen. Die Kranken- und Begräbniskasse des Verbandes Deutscher Hand­lungsgehilfen zu Leipzig, dem auch der Kreisverein Gi e n angehört, bietet den jungen Kaufleuten zu sehr mäßigen Beiträgen eine standesgemäße Krankenversicherung in sechs verschiedenen Klassen bis zu täglich 5 Mk. Krankengeld und ohne besondere Beiträge außerdem einen Begräbnisgeld- Anspruch, der nach fünfjähriger Mitgliedschaft in der höchsten Klaffe 300 Mk. beträgt. Unter solchen günstigen Bedingungen für die Versicherten ist die Kasse stetig gewachsen und zählt gegenwärtig über 20000 Mitglieder, die Über 2139 ver­schiedene Orte des Reiches verteilt sind; in 315 Städten werden Zahl- und Verwaltungsstellen unterhalten. Die Kaffe steht mit 1521 Merzten und Zahnärzten, sowie mit 1350 Arznei- und HeilmütetzLieserauten in Verbindung, die Mit­glieder sind aber nicht gezwungen, sich von Kassenärzten be­handeln zu lassen. Für Krankenunterstützung und Be­gräbnisgelder zahlte die Kaffe bisher über 3 Millionen Mark aus, und ein Vermögen von 477000 Mk. in Wert­papieren stellt die Einhaltung der Kaffenleistungen sicher. Im Jahre 1899 entfielen auf je 100 Mitglieder 92 Kranken­meldungen überhaupt und davon waren 25 mit Erwerbs­unfähigkeit verbunden. Die freie Behandlung wird für 26 Wochen und das Krankengeld für 52 Wochen bei jeder Erkrankung nach sechsmonatlicher Mitgliedschaft gewährt. Die Kaffenmitgliedschaft befreit von der Zugehörigkeit zu Zwangskaffen.

-a- Langenbergheim, 16. August. In der Nähe des hiesigen Ortes wurden unlängst bei Nachgrabungen, die Herr Kofler Darmstadt leitete, im Walde unmittelbar am Pfahlgraben, hiebSchweinsgraben" genannt, die Ueberreste eines römischen Kastells ausgefunden. Zahlreiche Bruchstücke von irdenen Gefäßen, sowie auch einzelne behauene Sandsteinstücke kamen dabei zum Vor- schein. Sicher birgt der Wald in hiesiger Gegend noch manche zum Teil wertvolle Gegenstände aus römischer Zeit. Es wäre sehr zu wünschen, daß solche Funde alsbald Sach­verständigen vorgezeigt und, wenn von Bedeutung, an ein Museum' abgeliefert würden, um dort erhalten und wissen­schaftlicher Verwertung zugänglich gemacht zu werden. Leider ist durch die Unkenntnis der Landbevölkerung sicher schon mancher interessante Fund abhanden gekommen. So sollen vor Jahren bei Abtragung des sogenanntenRömer- küppels", eines Hügels in den Wiesen westlich von Hainchen, viele derartige Fundstücke zu Tage gefördert, dann aber durch Achtlosigkeit verloren gegangen fein. Mit der Zu­nahme des geschichtlichen Verständnisses im Volke wird man hoffentlich diesen Ueberreften mehr Beachtung schenken.

Wiesbaden, 16. August. Gestern nachmittag kam ein sehr gut aussehender junger Mann in ein hiesiges Hotel und verlangte ein Zimmer. Es wurde ihm ein Zimmer im Parterre angewiesen, welches er ablehnte, weil eS ihm zu unruhig sei. Er erhielt hieraus ein Hinterzimmer im dritten Stock, in welches er sich, nachdem er Briefpapier verlangt hatte, zurückzog. Nach kurzer Zeit ertönte plötzlich ein Schuß; den in das Zimmer eilenden Hotelbediensteten bot sich ein schrecklicher Anblick. Zwischen dem Tisch und dem Sopha lag der Fremde mit durchschossenem Schädel in seinem Blut. Der herbeigeholte Arzt stellte noch Lebens­zeichen fest, woraus der Unglückliche in das städtische Kranken­haus verbracht wurde. Leider ist er doch noch gestern abend gestorben. Wie aus seinen Papieren hervorgeht, ist es ein Lehrer Eggers aus Hannover; er mag etwa 30 Jahre alt gewesen fein. Unter den hinterlassenen Papieren sand sich ein Bries an Lehrer Eduard EggerS in Bierbergen bei Hohenhameln (Prov. Hannover), welcher über die Motive zu der traurigen Thctt wohl Ausschluß enthalten dürste; außerdem wurden noch Barmittel im Betrag von etwa 120 Mk. vorgesunden. E. wohnte schon vorher längere Zeit in einer Pension in der Frankfurterstraße. Der Be­sitzer dieser Pension sagt auS: E. sei leidend gewesen, in der letzten Zeit habe er sogar Briefe nicht mehr angenommen. Man darf annehmen, daß feine Krankheit den Unglück- lichenLin den Tod getrieben hat.

Vermischtes.

* Gsleirvitz, 16. August. Heute vormittag l/,10 Uhr entstand in Radzionkau Großfeuer in ber Nähe des Bahnhofes, wie man vermutet, durch die Funken einer vor­überfahrenden Lokomotive. Es herrschte hefttger Sturm aus westlicher Richtung. Der Brand übertrug sich durch Flugfeuer auf die Nachbargebäude, übersprang nach Osten die Dorfstraße und legte in wenigen Stunden etwa 50 Wohn- und Nebengebäude, darunter mehrere große Arbeiterhäuser in Asche. Etwa 150Familien dürften obdachlos fein. Gegenwärtig stehen noch mehrere Gebäude in Flammen. Der Schaden ist sehr groß; viele kleine Leute haben nichts versichert. Ob Menschen verunglückt sind, steht noch nicht fest.

Ein Kuß. AuS London wird berichtet: Ein Pro­zeß, zu dem die folgende heitere Episode die Beranlaffung gab, hat in London viel Stoff zur Heiterkeit gegeben. Lady A. ließ eines Tages ihren Wagen vor dem Hause eines Musikhändlers halten, trat eiligst ein und ließ sich einige Musikstücke geben. Sie bezahlte ihre Rechnung und verließ den Laden. Aber bald kam ihr ein neuer Einfall.

»Ach, sagte sie,ein Kuß", ehe ich fortfahre." Der Laden- jüngling betrachtete seine hübsche Kundin, schwankte eine Sekunde, dann faßte er sie um, und drückte einen glühenden Kuß auf ihre Wange. Entsetzen der Gräfin, Hilferufe, Hinzukunft des Chefs, der den Angestellten sogleich vor die Thür setzte, alles war das Werk eines Augenblicks. Der unglückliche Kommis wurde nun kürzlich vor den Gerichtshof zitiert, weil er feine Kundin gewaltthätig behandelt hatte. Er konnte sich aber verteidigen und wurde freigesprochen. Teufel", sagte der junge Mann vor Gericht,ich wußte nicht, daß es sich um ein Musikstück handelte!" . . . Das ist ein Wink für die Komponisten, in der Wahl ihrer Titel vorsichtiger zu sein.

* Eine hübsche Jenny Lind-Anekdote er­zählt ein französisches Blatt nach dem Buche, das der hessische Schauspieler Herma n n K n i s p e l der Ge­schichte des Darmstädter Theaters gewidmet hat: Es war zurzeit des ersten Debüts der Lind: sie hatte nur erst in Stockholm gesungen. Sehr intelligent und bescheiden, wußte sie sehr gut, was ihr noch fehlte. Sie beschloß, nach Paris zu gehen und bei Garcia Unterricht zu nehmen. Bei einem Abschiedsessen, das man ihr zu Ehren in Stock­holm veranstaltete, unterhielt sie sich mit einem alten Obersten und fragte ihn über Paris aus.Wollen Sie dort spielen?" fragte der Oberst.Natürlich", erwiderte Jenny Lind.Ich will diesen Südländern zeigen, daß die Nordländer auch etwas wert sind".?kb", knurrte der Oberst mit boshafter Miene.Warum sagen Sie ach?" rief die junge Künstlerin aus.Sie glauben wohl, daß ich in Paris feinen Beifall finden werde?" Dagegen protestierte der Soldat; das habe er nicht sagen wollen, er fei sogar überzeugt, daß Fräulein Lind ihrem Vater­lande Ehre machen werde. Fräulein Lind erkannte aber trotzdem, daß ihr Nachbar nicht alles sagte, was er dachte. Sie wollte aber alles wissen:Ich soll Ihnen also durch­aus meine Meinung sagen?" sprach ber Oberst.Nun schön, ich will sie Ihnen sagen: Sie singen wunderbar, aber Sie gehen w i e eine Gans!" Diese Freimütigkeit mißfiel ber jungen Dame sehr. Sie drehte sich brüsk um und sprach kein Wort mehr mit ihremKavalier". Nach und nad) aber verschwand ihr Zorn. Sie dachte nach, sie beobachtete. Sie erkannte, daß der Oberst nicht ganz Unrecht gehabt hatte. In Paris nahm sie Gesangunterricht bei Garcia und Körperhaltungs-Unterricht bei einem Balletmeister. Sie trat nicht öffentlich auf, sondern studierte zu Hause mit Eifer. Als sie wieder nach Stockholm kam, erfüllte sie ihre Landsleute mit Bewunderung. Sie war wie umgewandelt. Ihre prächtige Stimme war fester und sicherer geworden; ihre Bewegungen waren graziös, ihr Gang vornehm. Bei einem Empfang, den ein Minister ihr zu Ehren veranstaltete, traf sie wieder mit dem Obersten zusammen, der ihr ein so böses Kompliment gemacht hatte. Der alte Herr senkte den Kopf und wollte sich drücken, aber die Sängerin hielt ihn fest und sagte:Herr Oberst, Sie suchte ich. Ich mutz Ihnen für Ihre Freimütigket vom vorigen Jahre danken, denn was ich in Paris gelernt habe, verdanke ich Ihnen". Der Oberst war stolz auf den friedlichen, aber glorreichen Sieg, den er soeben davongetragen hatte.

Universität und Hochschule.

Der Direktor des Bettiner Werkes Siemens u. Halske und Prtvaibozevt an ber Universität Berlin, Pros. Dr. RapS, wurde als ordentlicher Profrfsor und Direktor deS neu zu erbauenden elektrotechnischen Instituts an der Dresdener technischen Hochschule berufen.

Mteratur.

Nr. 141 vom 8. August der,Illustrierten Reise- und Bade. Zeitung", Verlag von Alwin Arnold in DreSden-Blasewitz, bringt an der Spitze einen sehr aktuellen populärwifsenschaftichen Aufsatz über diePflege der Klimakunde in den Kurorten", der in geschicktester Weise die Arußerungen medizinischer Autoritäten zu diesem zeitgemäßen Thema »usammenstellt. Von den deutschen Nord­seebädern werden Sylt und Wyk auf Föhr geschildert. Ein interessanter Artikel Dr. Karl Jülg's über baß Eisen bad Pejo am Fuße der Ottler- gruppe und den Höhenkurortalte Pejoiprelle" schließt sich an. AuS Bädern, Kurorten und Sommerfrischen liegen zahlreiche Mitteilungen vor, die meist zu hübschen Saisonbildern verarbeitet find. Die Rubriken Aus den Vereinen"Verkehrs-Nachrichten",Sport und Touristik", Kunst und Wissenschaft",Ausstellungswesen",jLitteratur" und$er« mischtes" bringen in prägnanter Form alles neue und wissenswerte.

Kirchliche Nachrichten.

Svarr-elische vemeiutze.

Sonntag den 19. August. !0. nach Trinitatis. Gottesdienst.

Azr der Stadtklrche.

DormittaaS 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde.

BormittagS 97a Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

BormittagS 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein.

I« der JoharmeSkirche.

BormittagS 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmietten aus der Johannesgemeinde.

Vormittags 9i/i Uhr: Psarrasfistent KrauS.

Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Jo- -anneS-emeiuVe. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

ES wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirch­lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, eS rechtzeüig spätestens eine Woche vcr der Trauung bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.

Katholische Gemeinde.

SamStag den 18. August.

Nachmittag- um 47, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 19. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von -7, Uhr an: Gelegenheü zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heil. Mefie.

, um 9i/s Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2>, Uhr: Sakramentalische Bruderschaftsandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

SamStag den 18. August 1900.

Vorabend 718 Uhr, morgens 8® Uhr, nachmittags 4 Uhr SchriftrrNSurrg, SabbathauSgang 8« Uhr.