Ausgabe 
18.7.1900 Erstes Blatt
 
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der drückenden Hitze gar beschwerlich, auch die Aussicht von dem Turme sehr verschleiert und wenig lohnend.

§*§ Dillenburg, 15. Juli. DaS 23. Lahnthal- SängerbundeSfefi wurde am Vorabend durch Böller­schüsse, die vom WilhelmSturm abgeseuert wurden, und durch einen imposanten Fackelzug, der sich von der Bahnhof­straße nach dem WilhelmSplatz bewegte, eingeleitet. Hieraus vereinigten sich die Teilnehmer und ein zahlreich erschienenes Publikum in dem bis aus den letzten Platz besetzten Garten­lokal der Oranienbrauerei, um den Klängen des von der Kapelle des hessischen Pionier-Bataillons Nr. 11 unter persön­licher Leitung des Kapellmeisters Nossow meisterhaft auS- geführten Konzertes zu lauschen. Reicher Beifall belohnte die Kapelle. Nach dem Weckruf am Sonntagmorgen wurden die ankommenden Vereine gegen Uhr am Bahn- Hos mit Musik empsangen. Gegen 10 Uhr versammelten sie sich samt einer zahlreichen Zuhörerschaft zur General- probe in der Reithalle. In Verhinderung deS Bundes- dirigenten, Herrn Weißgerber, übernahm Herr Paul Polster, Dirigent des Bäuerischen Gesangvereins-Gießen, aus all­gemeinen Wunsch die Leitung und verstand mit großem Ge­schick, die chm unerwartet zugesallene schwierige Ausgabe zu lösen. Nachmittags gegen 3 Uhr bewegte sich der durch Vorreiter eröffnete, von zwei Musikkorps begleitete Festzug, bestehend aus dem Ehren-AuSschuß, der Stadtvertretung, Dem Hauptkomitee, den in Weiß gekleideten, mit Achsel- schleisen in den Nassauer Farben geschmückten Festdamen, den auswärtigen und hiesigen Gesangvereinen, dem Turn­verein, sowie dem Radsahrer-Klub Dillenburg, der sich auch durch einen Festwagen, sowie durch großartig geschmückte Räder besonders auSzeichnete, von der Bahnhofstraße durch die mit Ehrenpforte und Tannengrün geschmückten Straßen der Stadt nach dem Festplatze. Hier erfreute der fest­gebende Verein die Sänger durch einen Begrüßungschor, worauf Bürgermeister Gierlich, Ehrenpräsident des Ge­sangvereins Dillenburg, die Festrede hielt. Er begrüßte die Anwesenden, dankte für das zahlreiche Erscheinen der von Nah und Fern herbeigeeilten Sänger, betonte die Schwierigkeit, die die Veranstaltung eines solchen Festes in sich birgt, hoffte jedoch, daß es den hiesigen Einwohnern gelänge, die ihren Sängern auf früheren Sängersesten gebotene Gastfreundschaft in diesen Tagen voll und ganz zu erwidern. Die mit großem Beifall ausgenommene Rede schloß mit einem dreifachen Hoch aus den Förderer und

Beschützer des Gesanges, Kaiser Wilhelm H, woraus das Musikkorps die Nationalhymne intonierte. Nunmehr be­gannen die Einzelchöre der teilnehmenden Vereine in der Reithalle, die durchweg von guter Schulung und eifrigem Studium seitens der Dirigenten und Sänger zeugten. Gegen 6 Uhr folgten aus dem Festplatze die unter Be­gleitung des Orchesters vorgetragenen, sehr beifällig auf- genommenenGesamtchöre, sowie der von Herrn Paul Polster- Gießen komponierte und gedichteteNheingruß". Am Schluß nahm der Präsident des sestgebenden Vereins Ver­anlassung, Herrn Polster für seine Aufopferung zu danken, und ein Hoch aus ihn auszubringen. Im weiteren Verlaus des Festes wechselten Musikvorträge und Tanz miteinander ab. Gegen 10 Uhr wurde ein in jeder Beziehung ge­lungenes Feuerwerk abgebrannt und der an den Festplatz anstoßende Wald bengalisch beleuchtet. Der Montagmorgen war einem Besuche der herrlichen Umgebung der Stadt, sowie einer Besichtigung des Wilhelmsturms gewidmet. Vormittags 10 Uhr fand aus dem Klomann'schen Garten der Sängertag statt. Vertreten waren sämtliche Bundes­vereine und zwar: Harmonie-Gießen, Liederkranz- Weilburg, Liederkranz - Marburg, Liedertafel - Marburg, Orpheus-Butzbach, Männergesangverein-Wetz- lar, Cäcilia-Lich, Männergesangverein-Grün­berg, Bauer'scher Gesangverein-Gießen, sowie Liederkranz-Dillenburg. Der Vorsitzende, Herr S t r e m m e l, eröffnete den Sängertag, begrüßte die Vertreter und er­stattete Bericht über den letzten Sängertag. Die Wahl des nächsten Vorortes fiel auf Wetzlar, nachdem sich der Vertreter zur Uebernahme des 24. Lahnthal-Sängerbundes- festes bereit erklärt hatte. Gegen die Rechnungslegung des Bundeskassierers, Herrn Storch-Butzbach, wurden Ein­wendungen nicht erhoben. Herr Schneider-Marburg erstattete einen kurzen Bericht über den Vortrag der Einzelchöre. Danach erhielt der Bauer'sche Gesangverein-Gießen das Prädikatsehr gut", Harmonie-Gießenbefrie­digend" und die übrigen Bundesvereinegut". Der Referent konstatierte mit Genugthuung, daß alle Vereine in edlem Wetteifer ihr bestes Können eingesetzt, und daß aus dem Gebiete des Gesanges ein ersreulicher Fortschritt zu verzeichnen sei. Nachdem der Vorsitzende allen Bundesvereinen sür ihre Teilnahme und thalkräftige Unterstützung gedankt, schloß derselbe mit einem dreifachen Hoch aus denLahnthal- Sängerbund" den 23. Sängertag. Hieraus begaben sich

die Teilnehmer in das Gartenlokal des Herrn Neuhofs, das bereits bis auf den letzten Platz besetzt war. Hier konzertierte die Kapelle des 11. Pionierbataillons und erfreute die zahl­reichen Hörer durch Vortrag eines auSerwählten Programms. Am Nachmittag bewegte sich der Festzug wiederum wie am vorhergehenden Tage nach dem Festplatz, wo sich trotz der tropischen Hitze ein zahlreiches Publikum eingesunden hatte. Für Tanzbelustigung und Kurzweil aller Art war hier ge­nügend gesorgt. Vor dem Scheiden von Dillenburg dankte Herr Schneider-Marburg im Namen sämtlicher auswärtigen Vereine dem VereinLiederkranz"-Dillenburg, wie auch den Bewohnern für die gastfreundliche Aufnahme, welche die Sänger in der herrlichen Dillstadt gesunden, und schloß mit einem beifällig ausgenommenen Hoch auf die gastfreundliche Stadt Dillenburg. Herr Stremmel-Dillenburg erwiderte und vereinigte sein Hoch auf die auswärtigen Sänger. Hierauf nahmen dieselben Abschied, um in ihre HeimatS- orte zurückzukehren.

Frankfurt a. M., 16. Juli. Direktor Jensen-Dresden, der, wie wir bereits mitteilten, sür den neu vereinbarten Posten eines Leiters der Oper in Aussicht genommen ist, wurde von decNeuen Theater-Aktiengesellschaft" aus die Dauer von 6 Jahren zum nächsten 1. November gegen ein festes Jahresgehalt von 15,000 Mk. und eine Wohnungsentschädigung von 3000 Mk. jährlich verpflichtet. Vom genannten Zeitpunkte ab beschränkt sich die Thätigkeit des Intendanten Claar auf die Leitung des Schauspiels. Für den Schauspielhausdirektor find vom 1. November 1901 ab 15,000 Mk. festes Jahresgehalt, ferner 3000 Mk. Wohnungsentschädigung, außerdem 2000 Mk. jährlich als Dramaturg auSgeworsen.

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