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Sonntag den 18. März
Drittes Blatt
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Meßmer Anzeiger
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b. I in Kraft treten, gestalten sich Pit wie folgt:
Frankierter gewöhnlicher Brief vis zum Gewicht von Doppelte Briefe vis zum Gewicht von
Der Postzwang wird auf ver- fchlvffene Ortsbriefe ausgedehnt.
Die ermäßigten Sätze im OrtS- unb Nachbarverkehr betragen: Frankierte gewöhnliche Briefe ohne
Unterschied deS Gewichts
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deS Ungeziefers aufmerksam zu machen. Der jetzt zu Ende gehende Winter hat dem Geschmeiß bis jetzt wenig Schaden gebracht, und es ist mit ziemlicher Gewißheit anzunehmen, daß es auch nicht mehr viel leiden wird. Ist diese Voraussetzung richtig, so müssen wir uns auf sehr empfindliche Verheerungen der Raupen gefaßt machen. Von Seiten der Verwaltungsbehörden werden alljährlich Bekanntmachungen wegen Beseitigung des Ungeziefers erlassen, sie genügen in der Regel nicht, weil sie entweder überhört, oder mißachtet werden. Aus diesem Grunde rege ich die Sache schon jetzt in Ihrer vielgelesenen Zeitung an, damit etwas Leben und Bewegung in die wichtige Angelegenheit kommt. Schon vor Jahren wurde in diesem Blatte die Ansicht geäußert: nur wenn jede Gemeinde den Kampf gegen das Ungeziefer in die Hand nimmt und die Kosten auf die Obstbaumbesitzer ausschlägt, wird gründlich geholfen, geschieht eS nicht, so bleiben stets Säumige zurück, die den Erfolg der Einsichtigen verderben. Ein allgemeines Uebel muß allgemein und mit ganzer Kraft bekämpft werden, halbe Maßregeln sind erfolglos.
W. Hauvda (Kreis Hofgeismar), 15. März. Ein grausiger Fund wurde dieser Tage in der Nähe des hiesigen Ortes gemacht. Am Ufer der Diemel fand man das Gerippe eines Menschen, an dem Arme und Beine fehlten. An dem Rücken befand sich noch etwas Fleisch, die Augen waren noch erhalten, und der Hals mit einem seidenen Tuche umwickelt. Von den Hinzugekommenen rekognoszierten einige in der Leiche den ihnen wohlbekannt gewesenen, seit zwei Jahren vermißten JakobGoldschmidt aus Oberlistingen. Derselbe war ein etwa 78jähriger, sehr exzentrischer Mann, war damals in Warburg bei Verwandten gewesen, stand dann nachts gegen 2 Uhr auf, und ging nach dem Bahnhofe, woselbst er ein Billet nach Liebenau verlangte. Als ihm gesagt wurde, daß vor 6 Uhr kein Zug dahin abgehe, bemerkte er, daß er dann doch hinkomme, und entfernte sich. Seitdem war er verschollen, und man vermutete sofort, daß der Alte in der Dunkelheit von der neben der Diemel herlaufenden Straße abgekommen und ins Wasier gefallen sei.
findet den Inhalt, der das Leben erst lebenswert macht, doch nur in nützlicher, zweckvoller Thätigkeit. Kommt zu solcher Arbeit noch eine geeignete, den weiblichen GemütS- bedürfniffen sich anschmiegende Organisation der Gemeinschaft hinzu, so ist in diesem Rückhalt auch das letzte Stück von dem geboten, was die alleinstehende Frau zu ihrer Beftiedigung bedarf. Von dieser Anschauung ausgehend, gründete Dr. Zimmer 1894 den ev. Diakonie-Verein, der jetzt bereits über 500 Schwestern zählt, ein Beweis, in wie hohem Grad die Bestrebungen des Vereins dem Bedürfnis der Zeit entgegenkommen! Inhalt und Unterhalt für ihr Leben sucht der Verein seinen Schülerinnen durch die Erziehungsanstalten (Töchterheim in Kaffel, „CommeniushauS", „LouisenhauS", Fachschulen für Erziehungslehre und Hauswirtschaft) zu ermöglichen; den Rückhalt aber, den in vollem Maße nur eine auf materielle und ideelle Interessengemeinschaft begründete Genossenschaft von Berufgenossinnen bieten kann, gewährt der Verein seiner Schwesternschaft, welche die von ihm aufgenommene Arbeit in der weiblichen Diakonie nach gründlicher Fachausbildung dafür zum Lebensberuf machen. Für keinen Frauenberuf ist zur Zeit in Deutschland die Bahn noch so frei, wie für diesen. Zur Mitgliedschaft gehört ein Eintrittsgeld von 10 Mark und ein Jahresbeitrag von 3 Mark. Die Aufnahme erfolgt auf schrift- liche Beitritts-Erklärung durch den Direktor vermittelst einer Mitgliedskarte nach Einsendung des betreffenden Beitrags. Bemerkt ist noch, daß die vom ev. Diakonieverein zur Krankenpflege ausgebildeten Schülerinnen völlig frei sind, das Erlernte nach ihrem Gutdünken zu verwenden. Sie sind dem Verein zu nichts verpflichtet. Sie haben weder Kaution zu zahlen, noch sich für irgendwelche Zeit oder Dienste zu verpflichten, können nach Belieben ins Elternhaus zurückkehreu rc. Eine private Erwerbsthätigkeit in der Krankenpflege ist ihnen unverwehrt, nur darf dazu die Schwesterntracht nicht benützt werden. Alle aber, welche Rückhalt und Sicherstellung durch den Verein wünschen, werden nach einjähriger Probezeit als „Schwestern" fest angestellt. Diese „Bereinsschwestern" können wider ihren Willen aus keiner Stellung abberufen oder genötigt werden, eine andere anzunehmen. Sie dürfen sich die Art ihrer Berufsthätigkeit frei wählen. Wer näheres über die Fachausbildung zur Diakonie rc. zu wissen wünscht, wende sich an Herrn Prof. Direktor D. Zimmer, Berlin-Zehlendorf.
0. Aus Oberheffen, 15. März. Die Untersuchung meiner Obstbäume in den letzten Tagen veranlaßt mich, die Kollegen dringend auf die rechtzeitige Bekämpfung
Kunst und Wissenschaft.
— AerzMche Kriegsberichte. Da« „British. Medical Journal" veröffentlicht in seiner 1. März Ausgabe einen lebensvollen Bericht von Dr. Trevis, der das Feldhospital am Tugela-Flutz während der Schlacht am Spionkop zu leiten hatte: „Ich erwachte morgend 3 Uhr von dem Schießen während deS nächtlichen Angriffes, und den ganzen Tag über hörte da« furchtbare Artillerie-
** Der evangelische Diakonie-Verei». Einen Schritt zur Lösung der Frauenfrage hat Prof. Dr. Zimmer, Berlin-Zehlendorf, durch Gründung des „Evangelischen Diakonie-Vereins- gethan. Dieser Verein bezweckt die Förderung und Sicherstellung der ev. Diakonie an und durch Frauen. Von den erwachsenen weiblichen Personen im Alter von 21—50 Jahren find in Deutschland über Vs unverheiratet, dadurch großenteils berufs- oder teilweise er- HcrbSlos. Einen Beruf aber bedarf jeder Mensch! Auch tvcr Unterhalt für sein Leben ohne Berufsthätigkeit fände,
** Die Veränderungen im Posttarif, die am 1. April ' tabellarischer Ueber-
Feuilleton.
Aerliner Brief.
(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)
(Nachdruck verboten.)
Pvillouschulen. — Was die Berliner Jungen werden. — Und waS aus den Madels wird.
Die steinernen Kolosse, die gewöhnlich entstehen, wenn in irgend einer Großstadt eine neue Schule gebaut wird, ioben schon manchen nachdenklichen Menschen zu aller- 3onb Zweifeln veranlaßt, und es ist eine alte traurige «tzifahrung, der auch bei modernsten Einrichtungen nicht zmz abgeholfen zu werden vermag, daß nach ein paar Hm üben Unterricht die Luft in diesen Riesengebäuden Mit verbraucht ist. Beklemmend legt sich der häßlich Lüftende Hauch, der dem Besucher entgegenschlägt, auf Li, Lungen und erweckt unwillkürlich das leise Verlangen, ßchnell wieder umzukehren. Welche Gefahr für die zarten lünmngsorgane unserer Heranwachsenden Jugend in Liesem permanenten Mangel an frischer Luft liegt, wie -nii ich er schwachbrüstige Schulmann unter dem vergiftenden Einfluß dieser bösen Atmosphäre endlich zusammen- iii kt, läßt sich garnicht abschen. Wo genügend für Lüftung «e'ocqt wird, herrscht meist eine ewige Zugluft im Hause, L für Erkältungen sorgt und den unterrrichtftorenden. husten zum Hausdämon macht. Zur Beseitigung dieser ilibelstände, auch zur Verminderung der Gefahr bei^plotz- liifer Feuersnot und zuguterletzt^ noch der lieben Sonne Mgen, die ihre lebenspendenden Strahlen in den Koloffal- touicn. meist der Hälfte aller Räume vorenthält, ist man tinf das System der Pavillonschulen gekommen, von denen ich xüngst in Groß-Lichterfelde eine in Augenschein nehmen konnte. „ c o . .. .
Man baut statt des einen Riesengebaudes aus genügend Mßem Plane eine Anzahl kleiner Schulhäuser, die zirka
kennzeichnende Wort: „Der Berliner hat in der Schule nischt gelernt und kann doch allens!" Der Zudrang zum Kontor der Kaufleute ist nach wie vor enorm. Buchhalter wollen sie werden, aber nichts von der Fabrikation, nichts von der Expedition lernen. Hinter den Ladentisch will erst recht keiner. Tagsüber die Feder in der Hand und am Abend die lockende Freiheit! Auch Optiker und Mechaniker und nach wie vor die Maschinenbauer und Schlosser haben Zudrang, wohl vielfach, weil es dort ein Kostgeld giebt, das den oft mit der Not des Daseins kämpfenden Eltern die Hauptsache ist. Viele gehen aus diesem Grunde auch zunächst als Laufburschen und Hausdiener. Bäcker, Klempner, Schuhmacher, Schneider und andere Handwerker müssen ihre Lehrlinge meist aus den umliegenden Ortschaften zu erlangen trachten; merkwürdigerweise auch die Zahntechniker. Alles in allem genommen, kann man sich kaum gung zu dem erfahrungsgemäß wenig tüchtige Leute zeitigenden „Buchhalterberuf" giebt Bedenken. Tie Anzahl der traurigen Existenzen, die bald stellenlos sind, weil sie nichts gehörig beherrschen, wird immer größer, das Elend immer schlimmer. Aber alle warnenden Perspektiven helfen da nichts. So ein echter vierzehnjähriger vom Alexander- Platz weiß alles besser! Aehnlich, vielleicht noch schlimmer, steht es mit der Berufswahl der weiblichen Jugend von Berlin. Die Zahl, die sich noch dazu entschließt, in den Dienst einer Familie als Haus- oder Küchenmädchen zu treten, ist fabelhaft gering. Kindermädchen sind schon eher zu haben. Es promeniert sich im Tiergarten ganz ausgezeichnet, selbst mit ein paar „Jöhren" an der Hand. Der Hauptandrang ist zu den Geschäften, um schlechtbezahlte, aber von den Käufern nett behandelte Verkäuferin zu werden und dort das angeborene Talent zum Klugschwatzcn schnell zu erschreckender Höhe weiter zu bilden. Weiter unten ziehen die verschiedenen Fabriken an, die verhältnismäßig besser bezahlen und mehr Freiheit gewähren. Den Ausschlag giebt auch hier meist die soziale Lage der Familie. Es mutz eben Geld verdient werden! Em böses, böses Kapitel!...
vier Klassen Raum gewähren, welche praktisch gelüftet werden können, sämtlich nach der Lichtseite liegen und die schlimmen Möglichkeiten bei Schulbränden dezimieren. Der frische Lufthauch in diesen Pavillons sticht überraschend ab von dem trüben Brodem, der aus einem Melklasstgen Gebäude weht, und wo durch das Vorhandensein des Platzes die Möglichkeit geboten ist, dieses Beispiel nachzuahmen, da zieht man es wohl in Erwägung. Berlin selbst wird kaum in der Lage sein, sich die e kostspieligen Anlagen leisten zu können, der Grund und Boden ift eben zu entsetzlich teuer. Das glückliche Lichterfelde, das mit seinen 24 000 Einwohnern einen Flächenraum von bem Stadtumfange Breslaus einnimmt, darf dergleichen eher wagen. Aber es giebt sicherlich hundert andere Städte mit noch billigeren Grundverhältnissen, die Lehrern und Schülern gar keine größere Wohlthat erweisen können, als ihnen Pavillon-Schulen zu errichten.
Beim nahenden Schlutz des Schuljahres wird auch die alte Frage wieder laut: Was lassen wir unseren Jungen werden^ Unb aus den Kontors und Werkstätten kommen die Angebote von allen möglichen Lehrstellen. Etwa 10 000 Knaben hat das große Berlin für die verschiedenen Berufszweige zu vergeben, und es ist interessant genug, zu sehen, wie sich das junge Deutschland im großen und ganzen entscheidet. Zunächst einmal ein Moment, der kaum überrascht: Aus Berlin will keiner der kleinen, forschen Berliner Pflastertreter fort. Die „Provinz" ist ihm der Inbegriff des Zurückgebliebenen, geistig eingeengten, und der eigene Horizont däucht ihm unendlich weit jedem gegenüber, der aus Perleberg oder Stargard hereingeschneit kommt. Der Bacillus der Schnoddrigkeit grassiert in den sogenannten Flegeljahren am stärksten, und erst später hört der und jener die Glocken läuten, die ihm verkünden, daß hinter den Sandbergen der Mark wahrhaftig auch noch Leute wohnen, die etwas gelernt haben, und mitunter sogar mehr als so ein schicksalbegünstigter Weltstädter, der mit echtem Spreewasser getauft ist. Mancher freilich hört diese Glocken nie, und seine Devise bleibt bis an sein Lebensende das
Fokales und Provinzieller.
(A«o«yme «irrsendurrgnr, gleichviel welche« J«hatteS, werde« grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 16. März 1900.
•* SeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 24 Jahren, ra 18. März 1876, starb in Cannstadt bei Stuttgart der Dichter Ferdinand Fretligrath. Infolge feiner Beteiligung an den Mischen Creignisien des Jahres 1848 mutzte er Deutschlmrd Der» loflm, lehrte aber, nachdem er eine Reihe von Jahren in England «lebt hatte, zurück. Seine Dichtungen zeichnen sich durch Farbenpracht, Anschaulichkeit und kühne Sprache auS. Er wurde am 17. Juni 1810 in Detmold geboren.
— Vor 87 Jahren, am 19. Mörz 1813, wurde zu Blantyre (Schottland) der kühne Reisende David Livingstone geboren, da heldenmütiger Mann, der fein Leben etnsetzte, um daS südliche Zmtralafrtka der Erkenntnis zu erschließen. Von der Ostküste auS to das unbekannte Land vordringend, erlag er am 1. Mai 1873 den Strapazen und klimatischen Verhältnissen. Seine Leiche ruht in faterländischer Erde.
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