die Aufnahme in das Vereinsregister des Amtsgerichts nachgesucht werden soll. *•
•• Stadttheater. Wir haben bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß unser ausgezeichneter Väter- und Charakterspieler Karl Walter am nächsten Dienstag sein Benefiz hat. Da wir den Künstler bereits im Laufe der vorigen Theatersaisou schätzen lernten, so erübrigt uns nur noch, verschiedene Hauptpartieen aufzuzählen, deren Wiedergabe durch Herrn Walter uns vollgiltige Beweise für sein Können lieferten. Wir nennen nur den Gehcimerat Sartorius im „Erbe", den Stauffacher im „Tell", König Philipp — „Don Carlos", Junker Tobias — „Was Ihr wollt", Schwetzingen — „Goldne Eva", „Doctor Klaus" u. s. w. Auch in zahlreichen kleineren Partieen zeigte Herr Walter, daß er gutes künstlerisches Verständnis besitzt, welches chn in den Stand setzt, eine klare Auffassung der jeweiligen Rolle zuteil werden zu laffen. Der künstlerische Geschmack des Darstellers offenbart sich übrigens auch in der Wahl des Stückes: „DerG'wissenswur m", Bauernkomödie mit Gesang von Anzengruber. Anzengruber ist in dieser Saison noch nicht zu Wort gekommen, aber man darf nur den „Pfarrer von Kirchseld" und den „Meineidbauer" anführen, um die Popularität Anzengrubers darzuthun. Die eben genannten Stücke enthalten eine gewisse Tragik, welche dem „G'wissenswurm" nicht beigemischt ist, aber ein so herzerquickender, gesunder, frischer Humor, welcher stellenweise drastisch zu nennen ist, zeichnen das Stück vor vielen anderen dieses Genres aus. Nicht zu unterschätzen sind auch die in dem Stück enthaltenen Gesänge, G'stanzeln rc. Herr Walter, welcher den oberbayrischen Dialekt vollständig beherrscht, spielt eine komische Charakterrolle, den „Dusterer", und das Publikum weiß zur Genüge, daß der Künstler gerade in derartigen Rollen Hervorragendes zu leisten vermag. Herr Walter hat, wie man uns schreibt, nach Schluß der Saison, ein zweijähriges Engagement an das Stadttheater in Nürnberg angenommen. Wir wünschen ihm zu diesem Fortschritt viel Glück und — an seinem Ehrenabend einen vollen künstlerischen und materiellen Erfolg!
** Man schreibt der „Frkf. Ztg." aus Darmstadt: „Die Generaldebatte in der Zweiten Kammer brachte heute einen überaus heftigen Vorstoß, den die Zentrumspartei durch ihren Führer, den Abg. Dr. Schmitt-Mainz, gegendenStaatsministerRothe ^unternahm, und der eine besondere Folie durch Lobeshymnen auf die beiden anderen Minister erhielt. Während das Zentrum seinerzeit den Abgang des Herrn Finger nicht ungern sah, und Herrn Rothe recht sympathisch empfing, ist es neuerdings mit dem Staatsminister unzufrieden. Einmal wegen der Neubesetzung der leitenden Stellen im Schulministerium, die ohne Berücksichtigung ultramontaner Herzenswünsche erfolgte, sodann wegen des Verhaltens bei der jüngsten Mainzer Bischofswahl. Staatsminister Rothe hat, was offen herauszusagen nun wohl nicht mehr allzu indiskret ist, hervorragenden Zentrumsleuten die Zusicherung gegeben, daß bestimmte Kandidaten einem Widerspruch bei der Staatsregierung nicht begegnen würden. Als nun die Kandidatenliste zurückkam, sah das Zentrum zu seinem Ingrimm, daß Kandidaten, auf deren Annahme es Wert gelegt hatte, gestrichen waren. Ob gerade Herr Rothe dafür verantwortlich zu machen, und obnicht in einem anderen Minister der eigentliche Widersacher "des Zentrums zu suchen ist, wollen wir heute unerörtert lassen: Genug, Rothe soll das Opfer sein, und so sagte ihm denn Doktor Schmitt heute die unterschiedlichen Offenherzigkeiten. Der Staats-Minister war durch die Vehemenz der Angriffe sichtlich frappiert, und wenn auch seine beiden belobten Kollegen, der Justizminister und der Finanzminister, ihm beisprangen und sich ihm unbedingt und in allen Maßnahmen solidarisch und gleichmäßig verantwortlich erklärten, so dürfte doch die Lust am Amte bei ihm noch geringer geworden sein, als sie ohnehin war. Wir haben wahrlich keine Veranlassung dem Staatsminister ein Loblied zu singen; das kann uns aber nicht hindern, anzuerkennen, daß er niemals sein Präsidium im Ministerrat zur Unterdrückung oder Verzögerung notwendiger Reformen gemißbraucht, und daß er durch seine Vermittlerfähigkeit gute Dienste geleistet hat. Wir erinnern an sein Eintreten für die Fortentwickelung des Fabrikinspektorenwesens, für die Einführung einjähriger Budgets, für die noch ausstehende Reform des Landtagswahlrechts, bei dem er das Prinzip der direkten Wahl anerkennt. Kulturkämpfer und ausgesprochener Parteimann ist er ganz und gar nicht, und deshalb erscheint der ultramontane Versuch, ihm sein Amt zu verleiden, als politisch nicht ganz reiflich erwogen. Das Zentrum besorgt damit die Geschäfte der Nationalliberalen, die nichts sehnlicher wünschen, als den Mann an leitender Stelle zu sehen, der, aus ihren Reihen hervorgegangen, sich als Kulturkämpfer von bedeutenden Fähigkeiten hinlänglich bewährt hat. Soviel steht wohl fest, daß die anderen Oppositionsparteien den Husarenritt gegen den Staatsminister Rothe nicht mitmachen werden, weil sie nicht geneigt sind, einem ausgesprochen nationalliberalen Parteiministerium die Wege zu ebnen. . . ."
** Luxuswagen-Steuer. Die „Butzb. Ztg." schreibt: Bekanntlich herrscht durch die neueingeführte Versteuerung der Luxuswagen (20 Mk. pro Jahr) bei denen, die dazu ungerechtfertigterweise durch die falsche Gesetzesauslegung von der Finanzverwaltung herangezogen werden, und auch bei den Wagenbauern große Erregung. Besonders wird der letztere Geschäftszweig empfindlich unter den jetzt gehandhabten Bestimmungen zu leiden haben. Bürgermeister Joutz, unser Vertreter im Landtage, legte kürzlich in den Spalten dieses Blattes klar, was die Abg. bei Annahme dieser Steuer unter Luxuswagen verstanden haben, und daß die gegenwärtige Anwendung sofort be-, seitigt werden müsse. Herr Wagenbauer Grauer dahier hat sich an seine Kollegen, mit der Bitte gewandt, bei ihren Abgeordneten dahin vorstellig zu werden, daß dieselben tim Landtage in abänderndem Sinne wirken. Genannter Herr hat sich auch an den Landtags- und diesseitigen Reichstagsabgeordneten, den Grafen Oriola gewandt, um die Ansichten dieses Sperrn, der den Antrag auf
Besteuerung der Luxuswagen miteingebracht hat, zu hören. Herrn Grauer wurde nun aus Berlin das folgende Schreiben:
„Geehrtester Herr Grauer?
Der Antrag auf Besteuerung der Luxuswagen wurde von mir mitgestellt, weil ich es für ungerecht hielt, das; reiche Leute, Besitzer mehrerer Equipagen, in Bezug auf diese steuerfrei sein sollten, während der weniger Besitzende sein Fahrrad mit 5 Mk. besteuern sollte.
Ich stimmte gegen die Fahrradsteuer, als diese aber genehmigt wurde, stimmte ich .für die Besteuerung der Luxuswagen. Unter Luxuswageti haben wir aber keineswegs den Wagen verstanden, den der Landwirt bedarf, um seine Geschäfte ordnungsmäßig erledigen zu können., Ob der Wagen, den der Oekonom braucht, um die Umgegend zur Erledigung seiner Berufsgeschäfte zu befahren, Federn hat oder nicht, kommt meines Erachtens für die Beurteilung, ob der Wagen ein Luxuswagen ist, nicht in Betracht.
Ich werde nicht unterlassen, in dieser Angelegenheit die geeigneten Schritte zu thun und gedenke eine Inter-' pellation einzureichen.
Hochachtungvoll ergebenst
Graf Oriola."
r. A u s d e m O h m t h a l e. Sicherem Vernehmen nach wird auf der Kleinbahnstrecke Kirchhain-Schweinsberg mit den Stationen Kirchhain, Amöneburg, Rüdigheim und Schweinsberg am 1. April d. Js. durch die Staatseisenbahnverwaltung und zwar zunächst von der Königlichen Eisenbahndirektion zu Kassel der Betrieb eröffnet. Später, jedenfalls mit der Eröffnung des Betriebes auf der hessischen Staatsbahnstrecke Burg- und Nieder-Gmünden—Niederofteiden (Landesgrenze) wird der Betrieb auf der ganzen Strecke bis dttrchhain voraussichtlich von der königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. mit durchgehenden Zügen als Nebenbahn betrieben werden. Zunächst sind täglich drei Züge in jeder Richtung vorgesehen. Ob diese "dem Bedürfnis genügen und entsprechend gelegt sind, wird die Erfahrung lehren. Vor allem aber werden sich die in Betracht kommenden Bewohner des Ohmthales freuen, daß nunmehr der langer-^ sehnte Zeitpunkt der Betriebseröffnung nahe gerückt ist. Hoffentlich werden alle Vorkehrungen rechtzeitig getroffen' und so beschleunigt, daß der Eröffnungstermin nicht nochmals eine Verschiebung im letzten Augenblicke erleiden muß. Der Verkehr wird sich voraussichtlich weit besser gestalten, als früher angenommen worden ist. In der Umgebung von Schweinsberg und Niederofleiden sind inzwischen fast unerschöpfliche Steinbrüche und Steinlager von zum Teil sehr wertvollem Material von auswärtigen Unternehmern zur Ausbeutung, erworben bezw. gepachtet worden, welche auch alsbald in Benutzung genommen werden sollen. Diese werden der neuen Bahn allein eine regelmäßige und dauernde Befrachtung sichern. Aber auch noch andere Umstände sprechen für eine verhältnismäßig rege Gestaltung sowohl des Personen- wie des Güterverkehrs. —
Darmstadt, 16. Februar. Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin sind mit Prinzessin Elisabeth am Dienstag mittag 12 Uhr 30 Min. in erwünschtem Wohlsein bei schönem Wetter in Capri angekommen, wo bereits eine Villa für die Allerhöchsten Herrschaften durch die vorausgesendete Dienerschaft vollständig hergerichtet worden war. Die Reise Ihrer Königlichen Hoheiten wurde dadurch verzögert, daß am Sonntag der Expreßzug in Mailand den Anschluß zum Zug nach Genua nicht mehr erreichte; leider kam auch in Rom der Zug so verspätet an, daß die Ankunft in Neapel erst am Montagabend möglich war, und die Allerhöchsten Herrschaften daselbst über Nacht bleiben mußten. In dem bereit liegenden Dampfboot „Pia" erfolgte die Ueberfahrt am Dienstag Vormittag, und obwohl das Wetter schön war, dauerte die Fahrt von 10 bis 12 Uhr 30 Min. infolge der durch die vorhergegangenen Stürme noch bewegten See. (Drst. Zt.)
Arbeiterbewegung.
Der Streik itt den Kohlenreviere«.
Leipzig, 16. Februar. Die vorliegenden amtlichen Meldungen aus dem Streikgebiete sprechen zwar immer noch nur von einer mäßigen Zunahme der Zahl der Streikenden, aber der Ernst der Situation wird dadurch nicht verringert. Eine bedenkliche Illustration erfährt die Lage durch die Maßnahmen der Generaldirektion der sächsischen Staatsbahnen; Unter solchen Verhältniffen ist es dankbarst zu begrüßen, daß die kömgl. Staatsregierung offenbar entschloffen ist, alles zu thun, wa$ Hebung der Krise herbeizuführen vermag. Die Reise des Herrn Munsters v. Metzsch noch Zwickau, von der die nachfolgende Dresdener Meldung berichtet, läßt dies klar erkennen. Wir laffen nunmehr die vorliegenden Mitteilungen folgen. o
Dreöden, 16. Februar. Infolge der sehr bedenklichen Lage, welche durch die Streikbewegung im Zwickauer und Oelsnitz Lugauer Kohlenbezirke geschaffen worden ist, hat Herr Staatsminlster v. Metzsch Veranlassung genommen, sich heute in Begleitung des Herrn Geh. Rates Merz und des Herrn Obersinanzrates Wahle nach Zwickau zu begeben. Es sollen mit den in Frage kommenden Behörden, sowie den Vertretern der in Frage kommenden Vereine der bergbaulichen Jntereffen Besprechungen und Verhandlungen gepflogen werden, um der drohenden Kalamität nach Möglichkeit zu steuern. Das schnelle Emgreifen der sächsischen Staatsregierung verdient jedenfalls alle Anerkennung.
Halle a. G., 16. Februar. An die Werksbesitzer ist «ne Eingabe der Braunkohlenbergleute abgesandt worden, deren wichtigste Forderungen folgende sind: „ „ r . .
1. Eine Lohnzulage von 10 Proz. für alle Arbeiten über und unter Tage.
2. Vom 1. April 1900 ist die eigentliche Arbeitszeit um eme Stunde zu verkürzen. t
8. Möglichste Ausgleichung der Gedmgsätze nach dem Grundsätze: Für gleiche Arbeit ist auch der gleiche Lohn zu zahlen.
4. Beffere Wetterventilation, drrchgeführt bis vor den Oertern.
5. Einrichtung von ausreichenden Waschanstalten (Emzelbrause- bäder) und erwärmten Umkleideräumen; Stellung von Verbandsstoffen und Transportwagen für Verletzte. , ,, . .
6. Lieferung von hinreichendem Heizmaterial für den Hausbedarf der Bergarbeiter. e ,r
7. Wöchentliche Lohnzahlung, wie sie schon aus einer Anzahl Gruben des mitteldeutschen Braunkohlenreviers fiattsindet.
Die Petenten verlangen, daß ihre Eingabe bis zu morgen, 17. Februar, beantwortet werde und sprechen chre Hoffnung aus aus friedliche Erledigung der Arbeiterwünsche.
Wetterbericht. Die gestern westlich von Irland erschienene Depression hat ihren Bereich rasch ostwärts ausgebreitet, und den gestern erwähnten Rücken hohen Druckes in gleicher Richtung zurückgedrängt. Soweit die
heute vorliegenden mangelhaften Nachrichten aus dem? Nordwesten des Erdteils erkennen lassen, liegt das Zentruvr des niederen Druckes nicht weniger als 737 Millimeter über den britischen Inseln. Gegen das Gebiet mit hohem Barometerstand, also gegen Osten zu sind die Gradienten sehr beträchtlich erweitert. Voraussichtliche Witterung: An'- dauernd unbeständiges windiges Wetter, später Abkühlung mit zeitweisen Niederschlägen.
Das höchste Haus der Welt
; i !
* .1
* <
V x
M 4
K i
1 \
o I
. jkjr* 4 <
Wh • 1 4 f fei
n
V
N
rii'iiii ijiiiti.il!
। iri’lilH t;;......I
i li'wj
| IjUIJJt I
i|
■
In Amerika ist das höchste Haus der Welt erbtmt worden/zunächst freilich nur auf dem Papier. Bruce Pnce, der den höchsten „Wolkenkratzer" erbaut hat, ist der Vater dieses Gedankens. Nur 1500 Fuß soll das HauS hoch werden, also über 3mal so hoch als die Nikolaikirche in Hamburg. In diesem Hause sollen weit über 120000 Menschen wohnen können. DaS großartige Gebäude soll 125 Stockwerke haben, in welchen sich 6000 verschiedene Bureaux, Restaurants, Balllokale und Wohnungen befinden. Ein Wetterbureau wird im „Dachgeschoß" errichtet, ebenfalls soll hier ein Luftkurort etabliert werden. Fünfzig Lifts sollen die ersten 30 Stockwerke emporführen, 10 Lifts ganz in die Höhe gehen. Durch 10000 Fenster soll dem Innern Licht gespendet werden und eine elektrische Riesen« flamme an der Turmspitze wird zur Nachtzeit blendende Helle verbreiten. Die Kosten sind auf ca. 180 Millionen Mark veranschlagt.
Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner kserren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte.
Gießen, Kirchenplatz (V
dm hoch & geworden, unb V
Bden d
Mai
Mbtmbie Stadlmor fee -keststellurrg »euer g S'var vor den Häusern $r. Gingen vir biti mit bem 3 iWfige Plan 14 Tage la1 |c:r offen liegt, unb \ Msses innerhalb dieser M
Netzen, den itz.A AoUrrzos
jullnin Milk.
M s-Ä’S-S Stenge »Wtbenen Rannet Am am 9. __________-Erc n, ■»ÄS"”-
«« 8««. Mjj und M *£*«£&*
7 frßtt


