Ausgabe 
17.11.1900 Erstes Blatt
 
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lieft/ daß noch etwa 1.500 Mark tzur Verfügung ständen, wenn sie ihre Aussage gemacht haben würde. Die Zeugin will der Frau Hausmann ihre Vermutung ausgedrückt haben, daß das Geld doch Wohl von Herrn Luppa herrühre. Zum nächsten Vormittag hatten sie wieder ein Rendezvous mit Kapitän Wilson am Anhalter Bahnhof verabredet und da habe Frau Hausmann dem Kapitän gesagt, er solle die 300 Mark lieber zurücknehmen und ihr den Schuldschein zurückgeben; denn sie wolle das Geld lieber nicht haben. An dem gleichen Abend ist dann der Schutzmann Stierstädter in der Wohnung der Frau Hausmann gewesen und diesem hat sie die 300 Mark mit der Bemerkung übergeben, sie wolle das Sündengeld nicht! Angekl. Luppa erklärt, daß Kapitän Wilson, den er nicht näher kenne, das Geld von ihm nicht habe. Die Zeugin Callis wird wiederum vom Vorsitzenden befragt, ob sie schwören wolle, daß sie diesmal die Wahrheit gesagt habe. Sie erklärt sich zum Schwur bereit.

Schiller als Librettist. Nur wenig bekannt dürfte es sei«, daß Schiller sich mit dem Gedanken trug, auf Wielands Anregung hin, dessen Oberon als Opernbuch zu behandeln. Am 19. Dezember 1787 teilte er diesen Plan Körner mit. Dem Freunde leuchtete dre Sache nicht ein, und in seiner Antwort riet ihm dieser entschieden von der Ausführung des Projekts ab.

Adolf Pichler ist am 15. d. M. in Innsbruck infolge Herz­schlags gestorben. Der tirolische Dichter hatte am 4. September sein 81. Lebensjahr vollendet. Er war 1819 zu Erl bei Kufstein geboren, studierte die Rechte, dann Naturwissenschaften, Medizin und Kunstgeschichte. 1848 zog er mit dem Aufgebot tirolischer Landesschützen an den Garda» fee und lieferte als Hauptmann einer Schützenkompagnie den Italienern einige erfolgreiche Gefechte im Ledrothal. 1867 wurde er Professor für Mineralogie und Geologie an der Universität Innsbruck und 1894 trat er in den Ruhestand. Als formgewandter Lyriker und scharf beobachtender Erzähler veröstentlichte Pichler eine Reihe von Büchern, die weniger Ver­breitung fanden als sie verdienten. Er war einer der besten Kenner der Sitten und Schönheiten wie der Geschichte seines Heimatlandes, em warmer Mensch und ein charaktervoller Politiker.

Universttät und Hochschute.

Der bisherige Privatdozent der medizinischen Fakultät der Universität Straßburg, E. Thilenius, wurde zum außerordentlichen Profesior an der medizinischen Fakultät an der Universität Breslau ernannt.

Prozeß Sternberg.

B-erlin, 15. November. I

Der Vorsitzende teilt mit, er habe sich auf Grund des I Antrages der Verteidigung, die Landgerichtsräte Regen- I berg und Kämpfe als Zeugen zu vernehmen, an den | Landgerichtspräsidenten gewandt, um die erforderliche I Genehmigung zur Vernehmung dieser Richter herbeizu- | führen. Landgerichtspräsident Braum habe darauf er- I widert: Die Genehmigung zur Vernehmung der | bfeiben Richter über Umstände und Eindrücke, die I sie bei der früheren unter Ausschluß der Oeffentlichkeit I stattgefundenen Verhandlung derselben Strafsache ge- | wonnen, werde versagt, weil die Ablegung des Zeug- I nisses diese beiden Richter in eine derartige Kollision mit I den richterlichen Pflichten bringen würde, daß dies für I das Wohl des Deutschen Reiches und des Bundesstaats I Preußen schädlich sein könnte.

Hierauf wird die Vernehmung der jetzt 16 jährigen I Callis fortgesetzt: Frau Hausmann habe versucht, von I Sternberg Geld zu erhalten und da sie solches nicht | bekam, habe sie ihr gesagt, es könne nichts schaden, I wenn sie schlecht gegen St. aussage, ihr könne nichts I passieren. Thatsächlich sei Sternberg nicht der Mann, I mit dem sie bei der Fischer zusammengewesen sei. Aus I ihren Besuchen bei der Fischer habe sie einen Vorteil von 1 etwa 100 Mark gehabt. Eines Tages sei der Angeklagte | Luppa mit zwei Herren ersckstenen und habe sie gefragt, I was sie ausgesagt habe. Es habe ihr geschrienen, als | ob die Herren schon ziemlich genau wußten, wie ihre> ] Aussage ausgefallen sei. Der eine Herr half ihr bei der | Aussage aus, der andere stenographierte alles und Luppa | habe sie ermahnt, die Wahrheit zu sagen. Einer der j Herren habe auf Sternbergs Millionen'hingewiesen und I gesagt, derselbe könnte viel Geld hinauswerfen, und da | habe sic gesagt:Ra, dann tonnte er ja mal ein paar I braune Lappen schweißen". Präs.: Sie hatten das Ge­fühl, daß der Goldstrom sich später über Sie ergießen könnte? Zeugin: Ja. Präs.: Wirkt das vielleicht auf Sie ein, jetzt hier die Wahrheit zu sagen? Zeugin: Nein. Präs.: Der Goldstrom ist aber nicht gekommen, dagegen wissen Sie nod)| von anderen Beeinflussungen, die Sie nun erzählen müssen. Die Zeugin erzählt: Als | sie und Frau Hausmann vor dem Untersuck)>ungsrichter vernommen wurden, habe sich ein Herr-, der sich als Kapitän Wilson vorgestellt, mit ihnen in Verbindung ge­setzt, sie sollten doch nicht so ungünstig gegen Sternberg aussagen. Nachdem sie ihre Aussagen vor dem Untersuckfungsrichter gemacht, habe Kapitän Wilson mit ihnen im Zimmer für Angeschuldigte ein Glas Bier getrunken und dabei einen Revolver hervor­gezogen, mit der Drohung, Frau Hausmann niederzu­schießen, wenn sie ihn verraten würde. Dann sei er wie er sagte, im Auftrage des Herrn Luppa mit ihnen zum Mittagessen zu Peter Becker gegangen und habe dort wieder gesagt, sie sollten doch nicht' gar so ungünstig aussagen. Präs.: War denn der Revolver des Kapitän Wilson ein wirklicher Revolver oder etwa nur ein solcher von Chokoladc? Zeugin: Cs war ein wirNick-er Revolver. Kapitän Wilson habe sie und Frau Hausmann am nächsten Tage nach einer Konditorei beim Anhalter Bahnhof bestellt und dort im Laufe des Ge­sprächs der Frau Hausmann 300 Mark au f einen Schuldschein gegeben, wobei er durchblicken

Vermischtes.

Düffeldorf, 15. November. Gestern wurde der Stabs­arzt Dr. Schimmel durch zwei Offiziere verhaftet und in das Militärgefängnis abgesührt. Die Verhaftung soll mit dem Elberfelder Militär-Befreiung S- Prozeß Zusammenhängen.

Berlin, 15. November. Zu dem in Bremen vorge­kommenen Pestfall wird gemeldet, daß alle unter ärztliche Beobachtung gestellten Personen heute als gesund ent­lassen worden sind. ES ist keine weitere Pefterkrankung vorgekommen.

* Paris, 15. November. Der aus Spanien über Bordeaux kommende Südexpreßzug ist heute vormittag 8/412 Uhr in den Pyrenäen zwischen Dax und Bayonne entgleist und den hohen Damm herabgestürzt, während er sich in voller Fahrt, 120 Kilometer pro Stunde, befand. Bis jetzt wurden 16 Tote und Über 30 meist schwer Verwundete aus den zertrümmerten Waggons geschafft. Außerdem werden noch 7 bis 8 vermißt, die gelötet fein dürften. Die meisten Reisenden befanden sich beim Frühstück im Speisewagen. Hilfe war anscheinend nur schwer zu beschaffen. In der Umgegend gelang es, sieben Aerzte aufzubieten. Unter den Getüteten befindet sich eine Frau Dombrowska aus Kiew, sowie der italienische General Carnera. Seiner Frau wurden die Beine zerschmettert. Carnera war in einer besonderen Mission nach Madrid gereist, um die Thronbesteigung des Königs von Italien anzuzeigen. (Nach derAg. Havas" ist der Getötete nicht Carnera, sondern der Vertreter Perus in Paris, Minister Carnevaro.) Die Ursache der Entgleisung scheint in einer Schadhaftigkeit des Bahndamms zu suchen zu sein, da der Lokomotivführer nichts Ungewöhnliches be­merkt hatte.

* Ein Duell zwischen Kindern. In dem Dorfe Cocentaiva in der spanischen Provinz Alicante gerieten, wie aus Madrid berichtet wird, zwei Knaben von 14 und 8 Jahren in Streit, der SineLiebesaffaire" zur Ursache hatte. Sie forderten einander zum Duell! Als Waffen wurden Messer gewählt. In dem Duell brachte der achtjährige Knabe seinem Rivalen einen furchtbaren Stich- in da« Herz bei, der diesen sofort tötete.

- Die Chinese«, die jetzt so sürchterlrch gegen bte Europäer wüten, bringen, wie bekannt, vielfach ihre eigenen Kinder rm zanepen Atter ums Leben. Diese grausame Sitte würde jedoch arocifdlod ganz bei ihnen verschwinden, wenn es erst einmal allgemeiner ber chnen bekannt wäre, wie kräftig sich alle Kinder bn^der ErnährungKnorr- Hafermehl" entwickeln und wie stolz die Eltern später auf chre h'-rw» großgezogenen Söhne und Töchter sein können.

Manischer Kraft und germanischer rkugend. Möge dar foarmonifcfye Zusammenwirken der Darsteller über das Ichöne Ziel der WohltlMgkcit hinaus zur Erstarkung des germanischen Geistes unter den stammverwandten Völkern beitragen. Im Namen der anwesenden Stu­denten grüße ich herzlich alle unsere nordischen, ins­besondere die schwedischen Kommilitonen, die am heutigen Abend in unserem Meise weilen. Wir freuen uns über diesen ihren Beweis der Hochhaltung der heiligen Güter der Reformation, an denen wir gemein­sam stets festhalten wollen". .

cand. electr. Andersson erwiderte mit folgenden Worten: f .

Zn Vertretung meiner nordischen Landsleute kühle' ich mick) veranlaßt, für die große Ehre, die Sie uns heute abend erwiesen haben, meinen Dank zu sagen. Wir können nicht anders, als unsere leb­hafte Freude und Anerkennung ausdrücken für die schöne Art und Weise, wie die Erinnerung an einen unsrer größten Helden und Könige gefeiert und ge­ehrt wird. Daß hier in Deutschland sich Herzen finden, die von denselben Idealen wie die unsrigen erfüllt sind, führt uns unwillkürlich! auf die Frage: Befinden wir uns eigentlich in einem ganz fremden Lande unter einem fremden Volke? Nein, im Gegenteil! Wir sind ja wie das große deutsche Volk Abkömmlinge von dem edlen germanischen Stamme, und wir sind mit Recht darauf stolz. Während unseres Aufenthaltes hier in Darmstadt haben wir immer ein Entgegenkommen und eine Gastfreundschaft gefunden, die uns eine sehr liebe Erinnerung für das ganze fernere Leben geben wird. Auch heute haben wir eintrn Beweis für die dauernden Sympathien erhalten, die das verwandtschaftliche Band der germanischen Brüder noch fester knüpfen wird. Im Bewußtsein, dieser ^Sympathien und in 'devHochischätzung unserer Stammesverwandtschaft sage ich im Auftrage meiner Landsleute meinen herzlichsten Dank für die Auf­merksamkeiten, die uns an diesem Abende zu teil ge­worden sind. Sie können überzeugt sein, daß der heutige Abend uns stets unvergeßlich bleiben wird".

Nach Schluß der Vorstellung fand eine gesellige Ver­einigung der Professoren, Studierenden, Darsteller und Ausschußmitglieder statt.

-f Dotzheim, 15. November. Gegen den Metall­arbeiter Roth, der früher drei Jahre in Wiesbaden Schutzmann war, ist von der Staatsanwaltschaft Haft­befehl wegen dringenden Verdachts, den Braud in der Philippi u. Kalkbrennerschen Fabrik angelegt zu haben, erlassen worden. Roth hatte zwei Tage in der Fabrik gearbeitet und war dann wegen Differenzen mit einem Werkmeister entlassen worden. Roth hat dabei ge­äußert, er werde sich rächen, und als ihm am Abend des Brandes eine Frau begegnete und ihn auf den Feuer­schein aufmerksam machte, sagte er barsch: Halt's Maul!

Die Zeugin E h l e r t wird mit der Callis kon­frontiert. Die Konftontatiou ergiebt wesentliche Widersprüche nicht. Justizrat Dr. S e l l o und Rechts­anwalt Dr. Wert Hauer wünschen Auskunft, wie der Mann ausgesehen habe, der in dem Kuppeleiprozeß Krüger als Zeuge aufzutreten hatte. Zeuge v. Tresckow er­klärt, daß dieser Mann, der ein kavaliermäßig auf­tretender junger Mann gewesen, ganz anders ausge­sehen habe. Die Verteidigung beantragt die Vorlegung der Akten in der Sache Krüger.

Frl. Katharina Meyer, die Oberin des Magda- lenenhauses in Brandenburg a. H., bekundet: Die Zeugin Ehlert ist feit dem 17. September d. I. in diesem Er­ziehungshaus, sie hat jedoch der Oberin nichts von ihren Abenteuern mit demreichen Maler" erwähnt. Als der Vater der Ehlert nach Brandenburg kam und der Tochter au,gab, ihm ihre Beichteschrift aufzusetzen, hat er die Tachter als ungehorsam und lügnerisch geschildert.

Nächste Zeugin ist die 16jährige Elisabeth Sauer- mann. Sie hat von der Callis gehört, daß bei der Fischer ein Maler aus Frankfurt a. O. sei, der junge Mädchen zum Modellstehen gebrauche und die Mädchen viel Geld verdienen lasse. Die Callis habe ihr nichts von Sternberg erzählt, sie selbst kenne Letzteren überhaupt nicht.

Staatsanwalt Braut teilt hierauf folgendes mit: Nach einer Mitteilung des Kriminalschutzmanns Tietz sitze der Detektivdirektor Schulze, der heute wegen angeb­licher Krankheit beurlaubt worden ist, in der Weinstube von Peter Becker. Er habe die Zeugin Hausmann dorthin kommen lassen, sei dann aber mit ihr verschwun - den, als der Kriminalbeamte nahte. Der Ge­richtshof beschließt die Vernehmung des Schutzmanns Tietz und der Frau Hausmann.

Die Zeugin Ehlert erklärt noch auf Befragen, daß ein anderes Mädchen von einemHerrn aus der Wil- helmstraße" gesprochen habe. Die Zeugin Sauermann setzt ihrerseits hinzu, daß ein Mädchen namens Erhardt ihr einmal gesagt habe, sie habe mit Sternberg nickst ver­kehrt, sie sage es aber, denn derselbe müsse hineinfallen. Minna Teichert, ein groß gewachsenes, jetzt 14jähr. Mädchen, ist seinerzeit einmal ihren Eltern weggelaufen und in jener Zeit mit der Callis einmal bei der Fischer gewesen. Was dort mit einem anwesenden Herrn vor­gefallen, schildert die Zeugin wesentlich anders als bic Callis. Beide Mädchen werfen sich gegenseitig Unwahr­heiten vor. Minna Teichert giebt zu, daß sie ihr Alter dem Herrn gegenüber fälschlich als über 14 Jahre an­gegeben habe. Der betreffende Herr sei viel jünger ge­wesen, wie Sternberg, er sei etwa 24 Jahre alt gewesen und mit Sternberg nickst identisch Auf Befragen, ob Je­mand auf sie eingewirkt: habe, erklärt die Zeugin: Stier­städter sei mehrmals bei ihr und ihren Eltern gewesen und habe auf sie eingewirkt.' Zeuge Stier st ädter tritt den Behauptungen des Mädchens entschieden ent­gegen, die Teichjert bleibt aber dabei und fugt hinzu, daß Stierstädter ihr gedroht habe, sie werde in ein Er-» zichungshaus gebracht werden, wenn sie nicht sagte, daß sie Sternberg kenne. -

Es wird sodann der Kriminalschutzmann Tietz über das Intermezzo bei Peter Becker vernommen. Er will bemerkt haben, daß die Zeugin .Hausmann in die Beckcr'sche Weinhandlung gegangen sei, wo Direktor Schulze gesessen habe. Als er selbst, der Zeuge, in die Weinhandlung gekommen sei, habe er gefragt, ob nicht n o cfy ein anderes Zimmer vorhanden sei. Der Kellner habe dies aber verneint. That­sächlich habe er aber festgestellt, daß noch ein Hinterzimmer vorhanden sei, das noch einen Ausgang nach der Werft- I straße habe. Frau Hausmann habe erst in einer Kon- I ditorei gesessen, dann sei Herr Wolf gekommen, habe mit I ihr gesprochen und sie sei dann fortgegangen. Sie habe I in der Konditorei auch von 20 000 Mark gesprochen.

Frau Valeska Hausmann bestätigt, daß sie in her I Konditorei von einem Kellner der Becker'schen Wirtschaft I herausgerufen worden sei, da sie ein Herr zu sprechen I wünsche. Sie habe allerdings gesagt, daß sie sich um I 2 0 0 0 0 Mark nicht mehr kaufen lasse, sondern I die Wahrheit chagen werde, daß sie die Callis nicht zu I ihrer Aussage beeinflußt habe. Als fie'auf die Straße I gekommen sei, habe sie dort einen ihr der Person nach I bekannten, dem Namen nach aber unbekannten Mann ge- I troffen, der sie die Werftstraße entlang in eine Quer- I straße uni) dort in eine Weinstube geführt habe. Dort I haben sie über die Callis'sche Aussage gesprock-en. ^e I habe gesagt, daß sie jetzt die reine Wahrheit sagen werde, I worauf der Herr ihr vorgeschlagen habe, es wurde Das I Beste fein', wenn sie verschwände. Sie ) o 111 e I sich heute d is pe n s ie r e n l a s s en u n d d an n nach I Holland abreifen, lieber die näHeren Bed mgungen sollten mündliche BcspreckMngen folgen und der Herr hatte I ihr gesagt, es würde bei ihr nachmittags 4 Uhr em Tele­gramm eintreffen, in welchem weiteres mitgeteilt wurde. Der Gerichtshof beschließt, sofort durch erneu | Schutzmann in der Wohnung der Zeugin nach dem Tele- | gramm recherchieren und es event. sofort herbeiholen zu I lassen.

Der Präsident vertagt darauf die Sitzung bis Freitag I vormittag halb 10 Uhr.

Gerichtssaal.

Seibiiü. 15 November. Unter der Anklage der gesährlichm Sörpemrusung tz-m sich 6icr dt--877 geborene Buchhatte,Setzei,-u Marte Helene Kottze ger-Llttch ,u Peronlworlen. Die Arg - klagte wurde beschuldigt, ihre betten, 7 unb 10 JW« alten ®M> kinder fast täalich mit einem weit über biumenftarfen stocke blind­lings InS Gesicht und auf den Kopf geschlagen, sie wiede. holt mtt den Füßen von sich gestoßen und mit den Füßen vor den Leib gr- tteten zu haben. Wiederholt habe sie die Kinder gegen die Möbel aeschleudert und in barbarischer Weise gezüchtigt. Auch ihren Mann hat die Angeklagte mehrfach geprügelt, so zum lebten Male erst vor 14 Tagen. Sie hatte ihn im Bette ge­würgt, gegen den Unterleib getreten u. s. w., sodaß er laute Hilferufe ausgestoßen habe. Vernichtend für die Kothe war da« Gutachten detz Pottzeiarztes. Das jährige Kind sei ihm in eine» Zustande zur Untersuchung übergeben, wie er selten jemand gckchen hätte Der Umfang der Blutunterlaufungen war derart, daß bet wetteren M ßhandlungen unbedingt das Leben des Kindes tn Gefahr war. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu zwei Monaten Gefängnw-^, November. Sämtliche Geschwor enen haben ein Gnadengesuch unterzeichnet wegen Umwandlung der Zuchthausstrafe in Gefängnisstrafe für Maslofs.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Nidda, 15. November. Der gestrige sogen. Martinimarkt (Schweine- und Krammarkt) war trotz der ungünstigen Witterung sehr stark befahren und besucht. Die Preise für Einlegeschweine ttn Alter von 6 Wochen stellten sich auf 10-12 Mk. das Paar; größere waren schon höher im Preis. Für fette Schlachtschweine wurden 41-42 psg- per Pfund lebend Gewicht bei guter Qualität bezahlt._________ __

Ci« fSrmttcheS Studium würde dazu gehören, wollte die Hausfrau sich mit allen den vielen Fabrikaten der Lebens- und Genuß' Mittelbranche bekannt machen, die täglich in den Zettungen a9ePrte, sind. Die Frauen thun daher am besten, sich an schon bewährte, be­kannte Erzeugnis zu halten, wie z. B. Kathreiners Malzkaffee, der un­streitig ein ausgezeichneter Kaffee-Ersatz rst und zu den allerbesten Zu sätzen zählt, die man gebrauchen kann. Kathreiners Malzkaffee von fielen Leuten gern pur getrunken macht nämlich den Kaffee mch nur voller und milder im Geschmack, sondern auch bekömmttchcr.