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17.11.1900 Erstes Blatt
 
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Re 270 Erstes Blatt. Samstag den i7. November 15V. Jahrgang woo

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

KrscheNN ttgtlch mir Ausnahme deS MwntagS.

Die Gießener K«»ikte«»rL1ter werken dem Anzeiger im Wechsel mitHess. Landwirt" u.Blätter für heff. Volkskunde" rvSchtl. 4 mol beigelegt.

Ale Anzeigen-DermittlungSstellen deS In« und AuSlcmdeA nehcken Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenPreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

Aezngsprels vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholestcNea vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.

Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den atzendea Log erfcheinmden Nummer bis Bonn, 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abend- vorher.

Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen.

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Rebeftien, Expedition und Druckerei:

-chnlstraße Ar. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der hessische Landwirt, Slätter für hessische Volkskunde.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.

Cberhesstscher (Obßbmcrrin Neremsbesirk (Siegen.

Am Sonntag dem 18.November findet in Daubringen eine Versammlung statt, in welcher der Sekretär des Ver­eins, Herr Oberlehrer Reichest aus Friedberg überDas Erfrieren der Obstbäume" und überDie wich­tigsten Obstbaumschädlinge aus dem Tierreiche" sprechen wird.

Für die Mitglieder aus Daubringen findet dann eine Verlosung von Obstbäumen statt.

Die Mitglieder des Oberhessischen Obftbauvereins sowie sonstige Interessenten werden zu der Versammlung freund­lichst eingeladen.

Gießen, den 15. November 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

Amtlicher Feil.

Bekanntmachung.

Betr.: Schasräude in Grünberg.

Nachdem in der Schafherde des Schäfers Schmidt in Grünberg die Schafräude ausgebrochen ist, wird hierdurch für die betreffende Weide die Weidesperre verfügt.

Gießen, den 14. November 1900.

Großherzoglich^ Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

Bekanntmachung..

Betr.: Abhaltung der Biehmärkte. '

Der für den 28. November d. Js. vorgesehene Vieh­markt zu Allendorf an der Lumda wird wegen der dort herrschenden Maul« und Klauenseuche hiermit auf­gehoben.

Gießen, den 15. November 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 15. November.

2. Sitzung.

Nach Verlesung der Eingaben schreitet das Haus zur Wahl des Präsidiums. Bei der Wahl der Prä­sidenten werden 294 Zettel abgegeben, davon 26 weiße, die übrigen lauten auf den bisherigen Präsidenten Grafen Ballestrem, der unter Beifall erklärt, daß er die Wahl annehme und das Präsidium übernimmt, wobei er den Vizepräsidenten von Frege unter Heiterkeit mit sanfter Gewalt von dem Präsidentenplatze verdrängen muß. Er hält hierauf folgende Ansprache:

Meine Herren! Sie haben mir wieder die große Ehre erwiesen, mich zum Präsidenten des deutschen Reichs­tages zu wählen, Sie haben mir nicht nur eine große Ehre hierdurch erzeigt, sondern eine besondere Genugthuung bereitet. Diesmal haben Sie mich nicht als einen Unbe­kannten gewählt, wie das letzte Mal, sondern Sie haben mich gewählt, nachdem ich zwei Jahre die Geschäfte des Präsidiums geführt habe. Ich glaube daher aus Ihrer Wahl entnehmen zu dürfen, daß Sie im »großen und ganzen nut meiner Geschäftsführung nicht ganz unzufrieden waren. (Zustimmung.) Diese erneute Wahl wird mir eine Anspornung jein, auch in dieser Session diejenigen Prin- zipren hoch zu halten, welche ich bei meiner ersten Wahl als maßgebend für die Führung der Präsidialgeschäfte bezeichnet habe. (Lebhafter Beifall.) Auch in dieser Session will ich die Würde des Reichstages nach jeder Richtung hin wahren. (Bravo!) Ich will ferner die größte Unparteilichkeit walten lassen. (Erneuter Beifall.) Ich will weder auf Parteien noch auf Personen sehen, wenn ich meine Präsidialbefugnisse ausübe. Endlich will id) mir Mühe geben, die Geschäfte, mit denen der Reichstag be­faßt wird, möglichst zu fördern. Um aber viel zu erreichen, dazu bedarf ich Ihrer Mithilfe und zwar Ihrer all- seitigen Mithilfe, nur dann wird es mir möglich sein, das zu'erreichten. Die große Zahl der Stimmen, die sich ruf mich vereinigt haben, läßt mich hoffen, daß die Mit- wirkung auf keiner Seite des Hauses fehlen wird. (Zu­stimmung.) Nochmals meinen herzlichsten Dank für den Vertrauensbeweis, den Sie mir gegeben haben. (Allseitiger Veifall.)

Zum ersten Vizepräsidenten wird Abg. von Frege mit 190 von 290 abgegebenen Zetteln gewählt; 90 Zettel waren unbeschrieben, 3 lauteten auf von Treuen- fe:ld, 2 auf Singer, je 1 auf Levetzow, Schrimpf, Graf Bis­marck-Bohlen, Sck,midt-Bingen und Dr. Schönlank. Abg. **n Frege nimmt die Wahl dankend an.

Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten

werden 293 Stimmzettel abgegeben. Davon sind drei un- giltig, banmter einer, der auf den Namen Li-Hung- T s ch a n g lautet. (Große Heiterkeit.) Weitere vier Zettel sind unbeschrieben. Von den 286 giltigen Zetteln lauten 181 auf Büsin g (nl.), 55 auf Schmidt-Elberfeld (frs.) und 50 auf Singer (soz.). Abg. Büsing erklärt die Wahl mit Tank anzunehmen. Es folgt die Wahl der Schrift­führer ebenfalls durch Stimmzettel. Entsprechend einem Vorschläge des Präsidenten wird die Feststellung des Er­gebnisses dieser Wahl nach 6er Sitzung erfolgen und in der nächsten Sitzung verkündet werden. Zu Quästoren ernennt der Präsident die Abgeordneten Rintelen (c.) und Münch-Färber (nl.). Der Präsident gedenkt dann noch kurz der seit der letzten Sitzung durch den Tod ab­berufenen Mitglieder des Hauses. Dieses ehrt das An­denken der Dahingeschiedenen v. Dziembowski, v. Man­teuffel und Liebknecht durch Erheben von den Sitzen. Montag 12 Uhr: Interpellation betreffend die 12 0 0 0 Mark-An Gelegenheit und eventuell noch Nach­trags-Etat für Ch ina. Schluß nach 5 Uhr.

Jahresfeft des Oberhessischerr Vereins für innere Mission.

s-r. Gieße«, den 15. November 1900.

Das Fest begann am Dienstag um 3V2 Uhr mit einer Sitzung, an der sich außer dem Vorstand und den Synodal­vertretern für innere Mission Regierungsrat Dr. Wagner, Beigeordneter Wolff, Strafanstaltsdirektor Clementz- Butzbach, Polizeiamtmann Hechler und mehrere Bezirks­vorsteher und Armenpfleger der hiesigen städtischen Armen­pflege teilnahmen. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegen­heiten sprach Pfarrer Roeschen-Freienseen überFür­sorge für verwahrloste und schutzbedürftige Kinder, besonders im Blick auf dasBürgerliche Gesetzbuch."

Es giebt wenig Fragen, die unsere staatlichen, städtischen und kirchlichen Verwaltungsbehörden in den letzten Jahren so beschäftigt haben, wie die Frage der Unterbringung der in Zwangserziehung zu gebenden Kinder. So konnte der Referent auf Grund reichhaltigen Materials, wie Aeußerungen der Kreisämter, der städtischen Armenämter, mehrerer Er­ziehungsvereine u. s. ro., die ihm die zugesandten Frage­bogen beantwortet hatten, und an der Hand einiger Er­fahrungen mit ausführlichen und klaren Darlegungen und Vorschlägen hervortreten. Diese Frage hat seit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches und der Novelle zum Hessischen Zwangserziehungsgesetz eine er­höhte Bedeutung erhalten, indem die Möglichkeit der Zwangserziehung vergrößert und bis zur erreichten Volljährigkeit ausgedehnt worden ist. Heute ist man aus den mannigfachsten Gründen zur Familienerziehung übergegangen d. h. ihrem Elternhause zwangsweise ent­zogenen Pfleglinge sind in der Regel in einer Familie auf dem Lande zu erziehen; wo die Familienerziehung nicht aus­reicht, also bei ganz verwahrlosten, tritt Anstaltspflege ein. Da nun die Verwaltungsbehörden schwer in der Lage sind, geeignete Familien zu finden, so haben bisher eine Reihe von Pfarrämtern und auch einige sogen. Erziehungsvereine die Ausfindigmachung und Ueberwachung dieser Familien freiwillig übernommen. Doch müßte jetzt ein Netz von Erziehungsvereinen sich über das ganze Land ausbreiten. Aufgabe dieser Vereine ist: für die vom Staat auf dem Zwangswege in Familien zu erziehenden Kinder geeignete Pflegefamilien, sodann geeignete Lehr- oder Dienst­stellen auszuwählen, den Vertragsabschluß zu vermitteln, die Erziehung zu überwachen und alle Verhandlungen mit den Pflegefamilien im Einverständnis mit der unterbringenden Verwaltungsbehörde zu führen. Der angemessene Bezirk für den Erziehungsverein soll das Dekanat sein; größere Bezirke hemmen die einheitliche Verwaltung und find darum nach Dekanaten zu teilen. Zudem empfahl der Redner einen losen Verband der Erziehungsvereine, durch den die gemachten Erfahrungen ausgetäuscht werden, und der beim Mangel geeigneter Pflegefamilien die gegenfeirige Aushilfe vermitteln soll. Dabei betonte er, daß die Fürsorge für die Pfleglinge sich nicht auf die Darbietung der not­wendigen Lebensbedingungen beschränken dürfe, sondern vielmehr in der zielbewußten Erziehung des Kindes zu einem tüchtigen, für einen Beruf ausgebildeten ©liebe der Gesellschaft bestehen müsse. Bei der nun folgenden Debatte, an der sich auch die obengenannten Vertreter der Behörden beteiligten, kam die Anerkennung für vieles, was schon nach dieser Richtung hin geleistet worden ist, zum Ausdruck. Insbesondere wurde der Eifer der Verwaltungs­behörden dankbar anerkannt. Allgemein war man der An­

sicht, daß der von dem Referenten vorgeschlagene Weg der gangbarste sei, und stimmte seinen Ausführungen durchaus zu. Erst der Beginn des Festgottesdienstes machte der gegenseitigen Aussprache ein Ende. Nach Beendigung deS Gottesdienstes in der Stadtkirche, wo Pfarrer Grünewald- Mainz zum Werke der Nächstenliebe aufrief, vereinigte matt sich zur Freien Versammlung inSteins Saalbau", der trotz mannigfacher anderweitiger Veranstaltungen von einer großen Zahl von Freunden der inneren Mission gefüllt war. In seiner Eröffnungsansprache gedachte der Vorsitzende, Professor Stamm, des Grafen Zinzendorf, dessen 200jährigen Geburtstag man in diesem Jahre ge° feiert hat.__________________________________(Schluß folgt.)

Aus Stadt und Kand.

Gießen, 16. November 1900.

** Schwurgericht. Verzeichnis der Geschwo­renen für das 4. Quartal: 1. Carl L 0 rz, Kaufmann in Nidda; 2. Wilhelm Stoll, Landwirt in Heuchelheim b. N.; 3. Ernst Dömlin g, Kaufmann in Gießen ; 4. Wilhelm Benner, Bürgermeister in Treis a. L.; 5. Heinrich 2 ch udt IV., Oekonom in Steinfurth; 6. Georg Alt I., Kaufmann in Lauterbach; 7. Philipp Kraus- grill XL, Kaufmann in Nieder-Weisel; 8. Moritz Zehner, Oekonom in Schwalheim; 9. Josef Thür in cf, Kaufmann in Büdingen; 10. Peter Wilh. Bär^ Landwirt in Rohrbach; 11. Konrad Leschh 0 rn II., Bürgermeister in Obbornhofen; 12. Peter Fatum, Bürgermeister in Wohnbach; 13. Karl K 0 ch, Müller in Assenheim; 14. Lud­wig H 0 rst, Landwirt in Ilsdorf; 15. Moritz Frhr. von Leonhardt in Gr.-Karben; 16. Heinrich Reuther II., Landwirt in Nieder-Mockstadt; 17. Albert Knicket, Land­wirt in Alt-Widermus; 18. Martin Kasimir König, Bei­geordneter in Ober-Mörlen; 19. Wilhelm Mäser, Land­wirt in Selters; 20. Leonhard Metzendorf, Maurer­meister in Schlitz; 21. Hermann Koch, Bürgermeister in Stockheim; 22. Johannes Fölzing, Landwirt in Billerts­hausen; 23. Paul Heiur. Korell, Landwirt in Eutorf; 24. Heinr. Winter VI., Landwirt in Glauberg; 25. Friedr. Helfrich, Rentner in Gießen; 26. Max Heß, Bankier in Friedberg; 27. Wilh. Ludw. Ul r i ch, in Langen­bergheim ; 28. Johannes G 0 t t w a l s I., Landwirt in Ulfa; 29. Christoph Häuser IV. in Nieder-Weisel; 30. Karl Kirchhof, Landwirt in Nidda.

** Konzert der Meininger Hofkapelle am 2 3. N 0 v e m b e r. Mit Bezug auf unsere Notiz betreffs der Konzertreise der Hofkapelle wird uns mitgeteilt, daß die Herzogl. Hofkapelle in der kommenden .Saison sechs Abonnements-Konzerte in Eisenach, vier in Gotha, drei in Erfurt und vier in Hildburghausen veranstalten wird. Die erste größere Konzertreise begann am 20. Oktober und erstreckte sich über Eisenach, Gotha, Halle, Berlin (vier Konzerte), Frankfurt a. O., Cassel, Göttingen, Elberfeld nach Holland, wo acht Konzerte stattfanden, und von da uach Köln, Düsseldorf und Crefeld. Am 12. November war die Reise beendigt. Die zweite Reise beginnt am 23. No­vember und führt von Gießen nach Frankfurt a. M. (zwei Konzerte), Baden-Baden, Karlsruhe, Mainz, Darmstadt, Marburg und über Eisenach und Gotha (2. Dezember) zurück. Außerdem ist die Hofkapelle für zwei Konzerte (im März) nach Leipzig und für je ein Konzert noch nach Jena, Pößneck, Cassel und Göttingen engagiert. Mit den Pensionsfonds-Konzerten wird die Hofkapelle in kommen­der Saison ein Pensum von über 60 Konzerten zu be­wältigen haben.

** Der Männerturnverein feiert am Sams­tag auf Lony's Bier keil er sein Stiftungsfest, ver­bunden mit Eröffnungskneipe, worauf wir nochmals be­sonders aufmerksam machen, (s. a. Inserat.)

Darmstadt, 15. November. Die vorgestern abend abgehaltene öffentliche Versammlung des Hessischen Goethebundes wurde durch Oberstleutnant Gad er­öffnet, der u. a. mit Befriedigung die jüngst zu stände gekommene Gründung eines sich über ganz Deutschland erstreckenden Verbandes der Vereine erwähnte. Alsdann sprach Professor Dr. H a r n a ck in etwa fünfviertelstündi­gem Vortrag über das deutsche Drama im 19. Jahrhundert. Die 8. Aufführung des Devrientschen G u st a v Adolf- Festspiels am Dienstag wurde durch die Teilnahme zahlreicher Professoren und Studierenden der hiesigen Technischen Hochschule bemerkenswert. Als der Beifall nach Schluß des 3. Aufzuges, wo Deutsche und Schweden Gustav Adolf gemeinschaftlich huldigen, noch nicht ganz ver­rauscht war, trat der Vorsitzende des Ausschusses der Studierenden, cand. electr. Glantz, vor, um bei geöffnetem Vorhang folgende Ansprache zu halten:

In diesem von edler Begeisterung getragenen Augenblicke bringt die anwesende Darmstädter Studen­tenschaft den Darstellern dieses Festspiels freudigen Dank dar. Die hehre Gestalt des Schweden Gustav Adolf zeigt uns die heldenhafte Verbindung ger-