m. 139 Zweites Blatt Sonntag den 17 Juni
1900
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Msntags.
Die Gießener -««ikienStLtter »erden dem Anzeiger tet Wechsel mH „Hess, kndwirt" e. .Mätter |ix heff. Volkskunde-
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Gießener Anzeiger
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Adrefie für Drpefchen: Anzeiger Hietzr».
Fernsprecher Nr. 51.
Die Wirren in China.
tate^milfien alle G-g?nstänbe vom NÄ'selbst -rMgi | sedÄ> gri'ang es den "englischen Marine- und Konsular-
und hergestellt sein. Gruppe A., Ackerbau, ist mit 1 Ehrenpreis, 87 silbernen Medaillen, sowie 50 Diplomen bedacht; Gruppe B., Obstbau, mit 85 Mk. Geld, 104 silbernen Medaillen und 89 Diplomen, außerdem Obstprodukte (Apfel- und Beerenwein, Konserven, Fruchtsäfte) mit 39 silbernen Medaillen und 39 Diplomen, und Obstbäume mit 3 silbernen Medaillen und 3 Diplomen; Gruppe C., Weinbau, D., Gemüsebau, mit 1 Ehrenpreis, 37 silbernen Medaillen und 22 Diplomen; Gruppe E., Gartenbau, mit 500 Mk. Geldpreisen.
Abteilung IV., Landwirtschaftliche Hilfsstoffe (Futtermittel, Düngemittel rc.), 15 Medaillen, 10 Diplome. V. Landwirtschaftliche Nebengewerbe, Brauerei, Brennerei rc., einschließlich Molkereiwesen, 2 goldene, 28 silberne Medaillen, 19 Diplome. VI. Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte 60 silberne Medaillen und Anerkennungen.
Ich empfehle jedem Jntereffenten, sich das Programm der Ausstellung vom Sekretariat des hessischen Landwirtschaftsrats in Offenbach kommen zu lassen, und in der heff. landw. Zeitschrift die Ergänzungen zu demselben nachzulesen, und hoffe, daß Biehzucht und Landwirtschaft des Vereinsbezirks stark und gut in Darmstadt vertreten sein werden.
Der Direktor des landw. BezirkSoereinS.
v. Bechtold.
Amtlicher Feil.
Bekanntmachung.
Am 14.—17. September d. Js. findet in Darmstadt auf dem östlichen Teil des Exerzierplatzes eine lavdwirt- schaftliche Landesausstellung statt, die ein Bild von der Entwickelung und den Leistungen der gesamten hessischen Landwirtschaft und ihrer Nebenzweige geben und Gelegenheit bieten soll, die Leistungen in größerem Wettbewerb zu
Infolge von Unruhen in Tschifu sind ein deutsches Flaggschiff und ein britisches Kriegsschiff dorthin zurückgekehrt. Chinesische Briganten haben zu Qurnsan, 40 Meilen von Shanghai, drei Dampfer gekapert und die Passagiere beraubt. — Die „Daily Mail" meldet aus Shanghai: Außer in Yünnanfu fanden noch an anderen Punkten des Reiches Ruhestörungen statt. Aus Vorsicht hielten die Shanghaier Volontäre gestern abend eine Parade ab. Französische Truppen sind in Mengetze eingetrofsen. — Das Bureau Dalziel meldet aus Shanghai: Prinz Tsching ist vom Tsungliyamen zurückgetreten. Eine große Anzahl Missionen soll zerstört und em ausländischer Missionar gefangen genommen sein. — Aus Langfang wird gemeldet, ein Courier aus Peking habe dem englischen Admiral Seytnour einen Brief von der amerikanischen Gesandtschaft überbracht des Inhalts, daß General Tungfuhsiang mit 10 000 Mann am Sud- rrSgefahr, ausgenommen bei den tm Freien ooer | thore seinen Einmarsch mit Waffengewalt bekämpfen werde. Räumen ausgestellten Gegenständen. Futter und I Äuch jeien 2000 Boxer unweit Peking gesehen worden. In - ----- " r 1 ' Peking können Ausländer die Gesandt
schaften nicht mehr verlassen. Die Boxer hauen die Telegraphenpfähle nieder. In Tientsin halte man die abgesandten Truppen für lächerlich unzureichen d. — Der „Times" wird aus Shanghai telegraphiert, daß ein e r n st e r Z u s a m m e n st o ß zwischen der Entsatzexpedition und Tungsuhsians Truppen unwert Peking stattfand. Angemessene Schutzvorkehrungen im Yangtsethal sind dringend geboten. Ein chinesischer Dampfer ging mit Waffen und Munition vom Kiangnan- Arsenal unter Ordres vom Tsungliyamen nach Tientsin ab. lieber die d e u t s ch e T r u p p e n m a ch t i n O st a s i e n wird geschrieben: Die fünf zum Kreuzergeschwader gehörigen Schiffe haben 2030 Mann an Bord; die beiden Kanonenboote „Iltis" und „Jaguar" zählen an Besatzung 242 Mann; die Kiautschoubesatzung in Tsingtau und den: verschiedenen Lagern kann mit der Chinesentompagnre auf etwa 2000 Mann angegeben werden, und der Ablösungstransport setzt sich, wie bekannt, aus weiteren 1200 Mann zusammen. Im ganzen unterstehen mithin dem Chef des Kreuzergeschwaders, Vizeadmiral Bendemann, und dem Gouverneur in Tsingtau, Kapitän z. S. Jaeschke, gegenwärtig etwa 5500 Mann. Diese Truppen können in jeder Beziehung als ausgebildet gelten; auch die eintreffenden Mannschaften des Transports haben in der Heimat schon eine vollständig abgeschlossene, militärisch-in.fanterrstische
Ausbildung genossen.
Die Eifersucht der europarschen Machte hat am Mittwoch fast zu einem Kampfe z w i s ch e n F r a n - zosen und Engländern geführt. „Reuters Bureau" meldet aus Tientsin: .
Die zunehmende Eifersucht der russischen und französischen Behörden auf Erleichterungen, die iiad) ihrer Annahme die britischen Angestellten der Bahn pien britischen Behörden gewähren, erreichte am Mittwoch ihren Höhepunkt. Französische Soldaten versuchten, sich einer Lokomotive zu bemächtigen. Der britische Lokomotiven-Jnspektor weigerte sich, ihnen die Maschine zu über geben, worauf die F r a n z o s e n versuchten, mit dem Bajonett geaen ihn vorzugehen. Eine britische Streitmacht wurde in Bereitschaft gehalten und die Sache gewann ein kritisches Aussehen;
belohnen.
Sie zerfällt in die Abteilungen für I. Tiere, II. Pflanzen- I bau, III. Forstwirtschaft und Jagd, IV. landwirtschaftliche I Hilfsstoffe, V. Nebengewerbe einschließlich Molkereiwesen, I VI Maschinen und Geräte, VII. wissenschaftliche Abteilung. I Di«e I. Abteilung umfaßt die Gruppen Pferde, Rinder, I Schweine, Ziegen, Schafe, Geflügel, Bienen, die III. Acker- I bau, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Gartenbau. An- I Meldungen aller Ausstellungsgegenstände und Tiere sind bis I längstens 1. Juli, für Geflügel, Ackerbau, Obst und Gemüsebau bis 1. August d. IS. bei der Geschäftsstelle des I hessischen LandwirtschastsratS in Offenbach auf den vor- I geschriebenen Anmeldebogen in doppelter Ausfertigung zu I erstatten. Formularien sind dort kostenfrei zu beziehen, I ebenso das Ausstellungsprogramm. Wird die Anmeldung | zugelasien, so erhält der Aussteller einen Zulassungsschein, | der von diesem dem Ausstellungsgegenstand anzuheften ist. I 8t i Tieren ist bürgermeisteramtliche Bescheinigung nötig, | datz die Herkunftsgemeinde des Tieres seit mindestens vier I Wochen seuchenfrei ist. Die Aussteller haben für AuS- fiMung ihrer Gegenstände selbst zu sorgen; für Geflügel, krzeugnisse des Pflanzenbaues und Molkereiwesen über- I nimmt die Ausstellungsleitung auf Wunsch die Ausstellung. I Geräte und Maschinen, die im Freien aufgestellt werden, werden nicht nach den Firmen der Aussteller, sondern nach der Gebrauchsweise aufgestellt; für sie wird eine Platz- gelbühr erhoben nach Maßgabe deS Verkaufswertes, bezw. im gedeckten Raume nach Maßgabe deS Flächenraums. Der Verkaufswert ist bei der Anmeldung anzugeben. Für alle übrigen Ausstellungsgegenstände werden von hessischen Ausstellern, die nicht Händler sind, keine Platzgebuhren erhoben. Die Ausstellungsleitung übernimmt dte Versicherung gelten Feuersgefahr, ausgenommen bei den im Freien oder • flÄPAPTI ftntlhptt. StllttCT 11110
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Sitreustroh wird zum Selbstkostenpreis geliefert. Für Ge- Mgel ist an Futtergeld 1 Mk. pro Stamm (2 Mk. pro Sammelklaffe) der Anmeldung beizufügen. Wartung und Wege der Tiere ist Sache der Aussteller.
Die Prämiierung beginnt am 14. September vormittags 9 Uhr. Der Wettbewerb erstreckt sich in den Abteilungen I., II III.. V. nur auf Gegenstände und Tiere hessischer Aussteller. Jeder Ausstellungsgegenstand muß für eine bestimmte Klaffe angemeldet sein. Jeder Bewerber kann beliebig viele Preise erhalten, eS werden aber von den m ein und derselben Gruppe erworbenen Preisen nur die vier höchsten ausgehändigt. In der Tierabteckung findet noch ein gesonderter Wettbewerb für selbstgezüchtete Stert statt. Die zum Wettbewerb zuzulassenden Pferde, Rmder, Schweine, Liegen und Schafe müssen zur Zucht bestimmt sein und hessischen Züchtern gehören; eingeführte Tiere werden nur maelaffen, wenn sie reinrassig, und nachweislich mindestens bi? Ie$ten 6 Monate in der Wirtschaft des Züchter« und Ausstellers rur Budbt gehalten worden sind. Tiere von gewerbsmäßigen Viehhändlern find vom Preisbewerb ausgeschlossen/Die Einzelpreise sür Pserde, Rindvieh, Schweine, Schafe und Ziegen werden bei Zuerkennung nur zur Hülste auSbezahlt, zur anderen Hülste nach eurem Jahre aus den Mchweis, daß das Tier noch bis dahin zur Zucht ver- windet worden ist. (Unglückssülle ausgenommen.)
Bon Schweinen werden zugelassen: reine Schweine des „rißen englischen Schlages (Iorkshire), deutsche Landschweine
Kreuzungen zwischen beiden. Von Ziegen: Schwetzer- "”gcn und deren Kreuzungen mit anSgesprochenem Schweizer. l>,PU81ürnbtoCrUb^nb7nf?4ä3StflRen 52 Preise im Gesamt- b.trake von 3740 Mk. ausgesetzt, sür Rinder 137 Preise » Betrage von 15.130 Mk., für Schweine 46 Preise im Aetraae von 2400 Mk., für Schaft 8 Preise ,m Betrage Zn 350 Mk für Ziegen 26 Preise tm Betrage von 10075 Mk., für Geflügel 599 Mk. Preise, für Bienen 300 Mk.
behörden mit Unterstützung des amerikanischen Konsuls, eine gütliche Beilegung zu Stande zu bringen.
Die „Reutersche" Depesche aus Tientsin über den Zwischenfall zwischen den Engländern und Franzosen bemerkt noch, nachdem der französische Konsul darauf hingewiesen sei, daß alle Züge der Beförderung der Truppen aller Nationen dienen sollten, hätten die Franzosen ihren Widerstand ausgegeben und die britischen Eisenbahn- deamten seien wie bisher auf ihren Posten belassen.
D-as fehlte noch, daß sich die Truppen der Mächte unter einander bekämpften! Die Eifersucht der Mächte ist schon bisher den Boxern auf das wirksamste tzu statten gekommen, viel wirksamer iwch als die Unterstützung des Aufstandes durch die chinesische Regierung. Wenn nun gar die Truppen der Mächte anfangen, die Waffen gegeneinander zu erheben, so muß die baldige Unterdrückung der fremdenfeilndlichen Beivegung als aussichtslos erscheinen.
Der Korrespondent des Reuterschen Bureaus in Tientsin meldet vom 14. ds. M.: Die Bahnlinie zwischen Tientsin und Taku wird von mit einem Scheinwerfer «us- gestatteten Zuge abpatrouilliert. Hier gewinnt die Meinung an Boden, daß die kaiserlichen Truppen die gemischte ausländische Truppe in der Nähe der Hauptstadt, wahrscheinlich bei Fengtai, _a n g r e i f e n werden, Mini) zwar werde General Fungfuhsiang das Vortreffen, General Nieh die Nachhut befehligen, während die Forts von Taku und die chinesischen Kriegsschiffe die innerhalb der Peiho-Barre liegenden ausländischen Kanonxn- ! boote und Torpedoboote angreifen sollen. Ich teile Pie Ansicht nicht, sondern glaube, daß dem Einzüge der fremden Truppen in Peking kein Widerstand entgegengesetzt wird. 10 000 Mann nach europäischer Act ausgebildete Truppen des Generals Guans stehen noch in Shanhai. Die Russen landeten unter anderen vier 8-Ctm. Feldgeschütze. Es verlautet, die ganzen über 1700 Mann starken Truppen mit Pferden und Geschützen sollen am Freitag abend den Marsch auf Peking antreten. Hiesige Abendblätter melden, General Nieh sei degradiert.
Ueber die Boxer flieht der Bischof Anzer von Süd- Schantnng folgende Aufschlüsse: Wieviel Irriges wird über I die Boxer behauptet! Es gießt allerdings Gesindel unter ihnen. Doch weiß ich, daß auch die besten Stände
I Chinas unter ihnen vertreten sind — Gelehrte, Mandarinen, hohe Beamte. Ich kenne den Ches der Sekte. Er heißt Chan und ist ein Gelehrter. Ev
I verkündet, daß das regierende Herrs ch erhaus, die I Dynastie der Mandschus, die Fremdlinge seien, a b g e s e tzt I werden müsse. Die Bewegung der sogenannten Boxer rich- I tet sich also gegen die Dynastie selbst. Chan will selb st I Kaiser werden. Ein Günstling des Lwfes, Jü, ist der I eigentliche Gründer der Sekte. Es entstand die Sekte „vom I langen Messer" mit dem Programm, die Fremden pon I China abzuwehren. Jü wurde Vizekönig von Schantung. I Als von unserer Seite die Regierung in Peking Jü als I Förderer der Boxer bezeichnet wurde, berief man ihn ab, I — aber nur, um ihn im Range zu erhöhen. Die chinesischen I Beamten in der Gegend, in der meine, mehr als 50 000 I Köpfe zählende Mission steht, hatten in einem geheimen! I Edikt des Vizekönigs die Weisung, die Boxer ruhig gewähren zu lassen. Diese konnten also stets höherer Patronanz sicher sein, wenn sie etwa Christen mordeten. Ich
I glaube nicht, daß die Teilung Chinas bevorstehe. | Tas ist ein zu kolossales Problem. Die beteiligten I Mächte Europas müßten ungeheure Truppenmassen dort- I hin entsenden; es wird also ihr eigenstes Interesse sein, I es nicht zu einer allgemeinen Revolutionierung Chinas I kommen zu lassen. Wenn die Mächte einig sind, so werden I sie der die Christen und Europäer bedrohenden Bewegung I Herr werden". ' * *
Telegramme des Gießener Anzeigers.
London, 16. Juni. Aus Tientsin wird gemeldet: I Die Generale Tung und Ma konzentrieren ihre Truppen I bei Fengtal. Die Boxer drMen öffentlich in Tientsin. Die I ausländischen Truppen sammeln sich hier an. Die Ruffen I haben vier große Kanonen mügebracht, sowie viele Wagen mit Vorräten an Lebensmitteln. Die sranzösischen Seeleute haben ein Belagerungsgeschütz.
I London, 16. Juni. „Central NewS" erhielt folgendes I undatierte Telegramm aus Peking: Der britische Gesandte I hält die gesamte Wache vor der Gesandtschaft. Die europäische Gesandtschaften, das Zollhaus, die amen-
I kanische methodistische Kapelle sind verbarrikadiert. I Die Missionen und Kirchen sind der Regierung mivertraut. I Von den Verstärkungen hört man noch nichts. Die Stadt I ist jetzt verhältnismäßig sicher. s;»
Sonbon, 16. Ium. Di- h-ulig-n Blä«-r hatten bic Lage in China für sehr ernst unb glauben Abmiral
I Seymour fei genötigt, in Lang-Fang Truppenverstürkungen


