Ausgabe 
17.3.1900 Erstes Blatt
 
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London, 16. März. Aus Klipbankfontein vom 13. März wird gemeldet: Heute früh fand ein lebhaftes Artilleriegefecht statt. Die englischen Plänkler dicht am Ufer wechselten Schüsse mit den nördlich vom Fluß verschanzten Buren. Die Eisenbahnbrücke ist vollständig zerstört. Die britischen Geschütze beherrschen aber die Straßenbrücke. Der Feind kann dieselbe nicht erreichen. Man glaubt, daß dieselbe unterminiert ist, und daß es den englischen Truppen gelang, die Telegraphendrähte zu zer­schneiden. Die englischen Ingenieure glauben, die Eisenbahn zwischen Klipbankfontein und Albert Junction wieder Her­stellen zu können. Es wird daselbst ein großes Lager auf­geschlagen.

m. Niederurff, Kreis Fritzlar, 15. März. Im Jahre 1890 fanden Arbeiter auf einem Felde bei Niederurff 3Vi Fuß tief einen Topf, der beim Herausnehmen zer­brach. Bei näherer Untersuchung des Feldes konnten 4 bis 5 Reihen Gräber, je 2i/i Meter von einander entfernt, auf Grund der sichtbaren Brandstellen nachgewiesen werden. Es fanden sich Urnenscherben und Klumpen von rot ge­branntem Lehm. Die Scherben zeigen der Schnur-Keramik angehörige Form. Eine in den noch weichen Thon ein­gedrückte Schnur gibt einen Abdruck, der demgemäß eine schnurartige Verzierung darstellt. Es ist anzunehmen, daß an derselben Stelle ein Wohnsitz mit kellerartigem Raum bestanden hat (Hausgrube), wie die Schichtung des Bodens zeigt. Urnenteile mit warzen- und zapfenähnlichen Ansätzen und Henkeln, Schnurösen fanden sich hier. Unter den Ver­zierungen ist das Fischgräten- und Flechtmuster nachzuweisen, auch Nachbildungen von Geräten (Hammer) und Spuren von roter und weißer Farbe zeigten einige Scherben. Don Werkzeugen konnten nur 2 Feuersteinsplitter entdeckt werden; Metall war nirgends zu finden. An rot gebrannten Lehm­brocken waren Abdrücke von Getreide-Halmen und -Körnern nachzuweisen, die als eine Haferart festgestellt worden sind. Dieser Nachweis des Getreidebaus für jene Zeit dürfte von Wichtigkeit fein. Erzeugnisse der Schnurkeramik sind

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London, 15. März. Wie nunmehr in politischen Kreisen I versichert wird, beabsichtigt die Regierung der Chartere d- I Kompagnie, welcher das Rhodesia-Gebiet angehört, die Konzession zu entziehen, um auf diese Weise die I Persönlichkeit des Cecil Rhodes, welche ein Hindernis I für die Wiederherstellung des Friedens ist, zu beseitigen. I London, 14. März. Das heute ausgegebene Blau- I buch über die Beschlagnahme der deutschenPost- I dampferHerzog",Bundesrat" undGeneral" I beginnt mit dem 16. Dezember v. IS., an welchem Tage der kommandierende Admiral des Mittelmeergeschwaders be- I richtete, daß derHerzog" mit Reisenden in Khaki-Anzügen, I anscheinend nach Transvaal fahrenden Offizieren und Sol- I baten, abgegangen sei, und schließt mit dem 20. Januar. I Am letzten Tage übermittelte der Botschafter Sir Frank Lascelles die von dem deutschen Staatssekretär Grafen I Bülow^im Reichstage gehaltene Rede nebst einer Denkschrift I über die deutsche Gesetzgebung in Sachen des Seeprisen I rechts. Aus dem Blaubuch geht hervor, daß der deutsche I Konsul in Durban sofort, nachdem der Bundesrat durch I ein Kriegsschiff eingebracht war, namens seiner Regierung I Einspruch erhob. Am 9. Januar übergab, wie das Blau- I buch weiter zeigt, der deutsche Botschafter Graf Hatzfeldt I iui Auftrage der deutschen Regierung dem Premierminister I Lord Salisbury eine Note, in der die sofortige Freigabe I des Bundesrat verlangt wurde. Darauf erwiderte Lord I Salisbury am 10. Januar, England könne nicht zugeben, I daß Gründe für die Freigabe des Bundesrat ohne Unter» I suchung durch das Prisengericht vorhanden seien, doch er» I kenne es an, daß es wünschenswert sei, daß diese Unter» I suchung so rasch wie möglich vollendet werde, und zwar ! mit aller möglichen Rücksicht auf die Reederei und die un­verdächtigen Passagiere. Lord Salisbury teilte gleichzeitig der deutschen Botschaft mit, es seien Befehle ergangen, die Durchsuchung von Schiffen in Aden einzustellen, und keine deutschen Postdampfer auf bloßen Verdacht hin anzu­halten. Am 17. Januar übersandte Lord Salisbury dem Botschafter in Berlin Sir Fr. Lascelles Abschrift der vom Grafen Hatzfeldt überreichten Note vom 4. Ja­nuar und bemerkte dazu, er habe mit Ueberraschung von dem Vertreter einer Macht, mit der die Regierung Ihrer Majestät auf freundlichstem Fuße zu stehen glaubte, I eine Mitteilung erhalten, die so schroff gehalten sei und den britischen MarineOffizieren Mißachtung des inter­nationalen Rechts vorwerfe, wofür keine Begründung vor-

I Händen sei. Am 19. Januar besuchte Sir Fr. Lascelles den deutschen Unterstaatssekretär Frhrn. v. Richthofen und ließ bei ihm die Depesche Lord Salisburys zurück, damit der Staatssekretär Graf Bülow davon Kenntnis nehmen könne, ehe er die Interpellation im Reichstage beantworte. DerStandard" bemerkt, eS scheine aus den Schriftstücken ziemlich deutlich hervorzugehen, daß man den betreffenden deutschen Schiffen etwas mehr als die Rechtswohlthat des Zweifels angedeihen ließ infolge der bei der britischen Re­gierung herrschenden Ansicht, daß die Freundschaft Englands und Deutschlands von größerer Bedeutung sei, als der Schaden, der England daraus erwachsen könnte, wenn die I Ladung an ihrem Bestimmungsort gelöscht würde. Der I Standard" hebt auch hervor, daß die Delagoa-Bai kein gewöhnlicher Hafen sei, da er den Buren für alle ihre konsignierten Waren und Güter diene, und sagt dann mit Bezug auf die von Deutschland geführte schroffe Sprache, Großbritannien erwarte, daß es nicht in so gebieterischer Weise von einer Macht zurechtgewiesen werde, mit der die englische Regierung auf freundschaftlichstem Fuße stehe. Aber, fügt derStandard" hinzu, Ende gut, alles gut; I auch wollen wir über die Rede des Grafen v. Bülow in der Reichstagssitzung vom 19. Januar nicht weiter klagen. I Es seien ohne Zweifel, sagt das Blatt noch, die über den vorliegenden Punkt bestehenden Rechtsgrundsätze noch sehr I dehnbar, aber gerade deshalb hätte man sich deutscherseits I der größten Seemacht gegenüber freundlicher zeigen müssen, I einer Macht, die nur wünschte, in ihrem Vorgehen so rück- I sichtsvoll wie möglich für den neutralen Handel zu fein.

1>ie Reise der Königin nach Irland stattfindet, bei­zuwohnen.

Nizza, 15. März. Während eines Manövers der Al­pen truppen stürzte ein Soldat in einen Abgrund. Ein Offizier, der ihn retten wollte, stürzte gleichfalls hinab. Beide wurden als Leichen herausgeschafft.

Petersburg, 15. März. Beim Brande des General- stabsgebäudeS sind sämtliche Bulgarien betreffende Pa­piere verbrannt.

London, 15. März. Die Bedingungen Salis­burys haben in Prätoria allgemein empört. In einer Vollversammlung wurde der Kampf bis aufs äußerste, sowie die Anwendung jeder bisher unterlassenen Wider­standsart beschlossen.

** Vakanzen im Bezirk des 18. Armeekorps. Eltville, I Magistrat, Feldhüter, jährlich 750 Mk. Eltville, Magi- I (trat, Feldhüter, jährlich 650 Mk. und freie Wohnung im I Werte von 100 Mk. Hanau, Stadtverwaltung, Polizei» I sergeant, 1350 Mk. und freie Dienstkleidung. Ober» I Postdirektionsbezirk Darmstadt, Postschaffner bei der Ober* I Posidirektion, 1000 Mk. und der gesetzliche Wohnungsgeld. I Zuschuß. Ober-Postdirektionsbezirk Darmstadt, zwei Land­briefträger, je 700 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Woh- nungsgeldzuschuß. Ober-PostdirektionSbezirk Darmstadt, Landbriefträger, 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Woh­nungsgeldzuschuß.

Offenbach, 14. März. Dieser Tage wurde hier das I Zwei Monate alte Söhnchen eines hiesigen Arbeiters ge­tauft, wobei das seltene Ereignis konstatiert wurde, daß sich der Täufling nicht nur eines Vaters und Groff- vaters, sondern auch eines Urgroßvaters und eines Urur­großvaters erfreuen konnte. Die Altersverhältniffe in der Familie sind folgende: Täufling: 2 Monate, Vater: 27 I Jahre, Großvater: 48 Jahre, Urgroßvater: 70 Jahre, Nr- Urgroßvater: 98 Jahre. Sämtliche Familienmitglieder sind rüstig und erfreuen sich einer guten Gesundheit. Ein solcher Fall dürfte in unserer Zeit nicht oft vorkommen.

Kirchhain, 13. März. Nunmehr ist von unserer Stadt­verwaltung der Bau einer Fest- b^zw. Viehmarkt­halle endgiltig beschlossen. Die Halle wird etwa 50 Meter lang und 15 Meter tief und auf dem neu angelegten Vieh- marktSplatze, welcher 200 Meter lang und 70 Meter breit ist, errichtet werden. Der Preis für dieselbe, einschließlich Bänke und Tische wird etwa 9000 Mk. betragen. Die aus Stadtverordneten-Mitgliedern gewählte Baukommission wird in Verbindung mit dem Magistrat die notwendigen Verträge mit den Lieferanten abschließen. Wie wir hören, sind die Zimmerarbeiten dem Zimmermeister Schneider zu Niederklein bereits übertragen worden. Die Erdarbeiten dürften auch sofort in Angriff genommen werden. Der Bau der Halle soll derart beschleunigt werden, daß man dieselbe bei dem großen, vom 15. bis 18. Juni hier stattfindenden landwirtschaftlichen Feste ihrer Befttmmung übergeben kann. Auch bei dem Gauturn- feste des Gaues Hessen, welches vom Gauturntag zu Gießen vor kurzem auf den 7., 8. und 9. Juli hier an- gesetzt ist und hier abgehalten wird, wird bie Halle ebenfalls benutzt werden. Durch Vermietung der Halle bei den beiden genannten Festen, hofft die Stadtverwaltung eine größere Einnahme zu erzielen, mit welcher man die bei der Sparkasse geliehene Bausumme um ein erhebliches zu reduzieren gedenkt. (Fuld. Ztg.)

Lokales und Provinzielles.

** Stadttheater. Unter nochmaligem Hinweis auf das heute abend stattfindende Benefiz des Herrn Henry, sei voraus bemerkt, daß Sonntag abend das phantastische BolksstÜck mit GesangDer Rattenfänger von Hameln" in Szene geht.

** Rittershaus-Konzert. Wir wollen nicht verfehlen, nochmals auf den am Samstag den 17. März abends 8 Uhr im Club-Saale stattfindeden Opern- und Lieder-Abend des Kgl. Hofopernsängers Alfred Rittershans aufmerksam zu machen. Dem .Mnstler geht von Berlin, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Kiel rc., also aus Städten, wo man bei strenger Fachkritik, einige Besprechungen finden unsere Leser nachstehend, außergewöhnlich hohe Anforde­rungen stellt, ein geradezu glänzender Ruf voraus. Mau rühmt die gewaltige Tenorstimme von herrlichem Klange, das berückend schöne Piano, die hohe Meisterschaft im bei canto, die geistig beseelte Auffassung, den geradezu voll­endeten Vortrag. Kein Musikfreund sollte sich also diesen seltenen Kunstgenuß entgehen lassen. Stimmen der Hresse: Man merkte den Hörern die Freude an, sich an

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London, 16. März. General Roberts erteilte den Generalen Gatacre, Clements und Brabant den Befehl, die im Norden des Oranje-Freistaates befind­lichen Buren einzuschließen.

London, 16. März. Der Vollziehungs-Ausschuß der Gegner des Krieges hat gestern folgende Tages­ordnung angenommen: Angesichts der Antwort Lord Salis­burys auf die Erklärung der Präsidenten Krüger und Steiin wodurch die Maske endlich gefallen ist und die Wahrheit an den Tag kommt, die den Beweis liefert day der ganze Zweck des Krieges die Zerstörnng der u u? b h a n g i g k e i t d e r B u r e n - R e p u b l i k e n war, erklärt der Ausschuß die Stunde für gekommen, daß sich alle treuen Bürger Englands zusammenthun, um alles möa- nckse gegen diesen Ausrottungskrieg zu veranstalten, welcher im Gegensatz zu dem nationalen Versprechen der Regierung und wofür es in der Geschichte nur ein Beispiel giebt nämlich die Aufteilung Polens.

London, 16. März. Aus Kimberley wird ge­meldet: General Methuen hielt gestern eine öfsentliche Versammlung ab, in der er in einer Rede die Tapferkeit der Verteidigung der Stadt hervorhob und auch den Buren groyes Lob spendete. Die größte Bewunderung zollte er dem General Cronse, den er als den tapfersten Soldaten hmstellte, der ihm je begegnet sei.

London, 16. März. Die Anzeichen dafür mehren sich, daß die Buren in ihrem Verzweiflungskampfe | entschlossen sind, die Goldstadt Johannesburg lieber vom Erdboden verschwinden zu lassen, als sie dem Feinde preis zu geben. Aus Lorenzo Marquez wird aus Kreisen, die mit den Minen Verhällniffen vertraut sind, berichtet: Die Ingenieure der Bergbau Abteilung der Transvaal-Regierung arbeiten an einem Plane der Zer­störung der Goldbergwerke mittelst Dynamit. ^Die- selben Gewährsmänner bestätigen die Meldung, die Stadt selbst werde unterminiert, um im gegebenen Augenblick m die Luft gesprengt zu werden.

Berlin, 16. März. Nach einer Meldung desBerliner Tageblatt" aus London, drohten die Transvaal- I Suren ihre Geschütze auf Blömfontein zu richten, I wenn die Bewohner sich zu kämpfen weigern sollten. Sie zogen sich aber schließlich mit dem Präsidenten Stein nord­wärts zurück.

Wie», 16. März. In hiesigen diplomatischen Kreisen I wirt» die Drohung des Präsidenten Krüger, Johannesburg und I bie Goldminen in die Luft zu sprengen, für erust genommen. I

biefer prächtigen, für den Saal fast zu starken echten Tenor­stimme so recht nach Herzenslust laben zu können rc. (Berl Börsen-Courier.) Herr Rittershans besitzt eine kraftvolle gesunde Stimme von echtem Tenorklang, er versteht sich auf glanzvolle Kraftentfaltung und eindrucksvolles Piano- | fingen rc. (Berl. Lokal-Anzeiger.) Ritterhaus ist ein dra­matischer Sänger ersten Ranges: er verfügt über tadel­lose, allseitig umfangreiche Stimmmittel, die er mit Meisterschaft zu behandeln versteht. Seine sämtlichen Ge­sangsdarbietungen waren echte ftunftleiftungen. Von be­strickender Wirkung war der Schmelz feiner umfangreichen Stimme rc. (Frankfurter Od.-Ztg. 5. 1. 1900.) Herr Rit­tershaus ist im Besitz einer Tenorstimme von enormem Um­fang, von einem ganz entzückenden Wohlklange, einer übei> raschenden Ausgeglichenheit in allen Registern, von einer hinreißenden Zartheit und wiederum von einer wahrhaft staunenswerten Kraft und Fülle reines Edelmetall rc. (Gubener Tageblatt 6. 1. 1900.) Ein hoher Kunstgenuß wurde uns zu teil, indem wir die Freude hatten, einen der bedeutendsten Sänger der Jetzzeit hören zu können. Herr Rittershaus ist ein hervorragender Sänger; er besitzt eine vorzüglich gebildete und in allen Lagen gleichmäßig schöne Stimme, die ihn befähigt, sowohl auf dem Gebiete des Liedes wie auch auf dem des Bühnengesanges gleich Aus­gezeichnetes zu leisten. (Hirschberger Tageblatt 2. 2.1900) Ern Künstler von Weltruf, Alfred Rittershaus, hielt gestern abend in unserer Stadt Einkehr. Wie überall, so erregte der berühmte Sänger auch beim hiesigen Publikum durch seine phänomenalen Stimmmittel die größte Bewunderung re. (Glogau. Niederschl. Anz. 9. 1. 1900.) Rittershaus singt in allen Fibern erzitternd und versteht sein ganzes starkes Empfinden in Tönen zum Ausdruck zu bringen. Daher kam es, daß das Publikum in innerster Seele gepackt und förmlich elektrisiert wurde. (Kieler Ztg. 9. 10. 99.) Alfred Rittershaus besitzt eine herrliche Tenorstimme von wunderbarem Glanz und schmetterndem Klange und ist dabei ein Gesangskünstler, wie es nur wenige giebt. (Luz. Tageblatt.)

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Deutsches Reich.

Berlin, 15. März. Die Taufe des jüngsten Sohnes ^ Prinzen Heinrich fand heute mittag 12 Uhr nn Königlichen Schlosse zu Kiel statt. Der Täufling erhielt die Namen Heinrich Viktor Ludwig Friedrich

DerReichsanzeiger" meldet amtlich die Ernennung des bisherigen Präsidenten des Munizipalrates von Apia, Solf, zum Gouverneur von Samoa.

_Der frühere Minister des Innern und langjährige Oberprasident von Pommern, Staatsminister v. Putt- k a m e r, ist heute in Karzin im 72. Lebensjahre gestorben.

Das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber hat wie dieGermania" berichtet, in den letzten Tagen wieder ungestörte und sehr erfreuliche Fortschritte gemacht, sodaß der Kranke jetzt täglich einige Stunden außer dem Bette zubrmgen kann und sobald als möglich in seine Heimat Camberg überzusiedeln gedeckt.

DerVoss. Ztg." wird aus Tanger telegraphiert: Der deutsche Konsularagent in Rabat wurde von Mauren- maben mit Steinen beworfen. Als der Gouverneur die Buben züchtigte, empörte sich das Volk, und es entspann sich em Kampf zwischen diesem und den Regierungstruppen, wöbet tuns Leute aus dem Volk getötet wurden.

Wte derBörs.-Kur." hört, ist man im Reichspost­amt bemüht die Vorkehrungen für den Postsckzeckverkehr oerart ju beschleunigen, daß die neuen Einrichtungen viel- leidjt schon zum 1. Juli in Thätigkeit treten können.

Die Kanalvorlage wird, wie derVoss. Ztg." zufolge verlautet, nächsten Samstag dem Abgeordneten­hause zugehen.

71 Wie derLok.-Anz." hört, beschloß das preußische «taatsrmnisterium bezüglich des , e i s ch s ch a u a e s e tz e s CI1iekr^D1re?r?nli^ auf bcr Grundlage zuzustimmen, daß ge etzllche Einfuhrverbote aus Würste und Konserven ein. geführt, dagegen Pökelsleisch nach wie vor unter Kontrolle Ä fennJOlL Stud bia in zweiter Lesung vom Reichstage beschlossenen weiteren Einfuhrverbote, die nach

Dezember 190.3 in Kraft treten sollen, sanden nicht die ^Billigung des Staatsmniisteriumsi allenfalls könnte 'N Frage kommen dem Bundesrat die Vollmacht zum Erlaß weiterer Einfuhrverbote auf frisches Fleisch zu er teilen. Der Bundesrat wird heute zu allen diesen Fraqen Stellung nehmen. In Regierungs nnd parlamentarischen .Kreisen zweifelt man nicht au dem Zustandekommen eines .Kompromisses.______________________

Ausland.

Brüx, 15. März. Heute vormittag fanden große ' Straßendemonstrationen statt. Die Streikenden

nahmen eine drohende Haltung an. Blutige Konflikte stehen bevor.