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Darmstadt, 16. Februar, 1 llhr 15 Min. nachmittags. (Telephon Meldung.) In der heute fortgesetzten Generaldebatte über die Vorlage deS Finanzgesetzes reagierte der Zentrums Abgeordnete Dr. Schmitt-Mainz in äußerst scharfer, rücksichtsloser Weise gegen die Geschäftsleitung des Minister-Präsidenten Rothe, dem er Mangel an jeder Energie und Entschlossenheit vorwirft. Wohl erkennt er seine guten und entgegenkommenden Eigenschaften in diplomatischer Beziehung an, doch habe seine lässige Handlungsweise, sein Mangel an Entschiedenheit und Thatkraft in den berühmten hessischen Fällen verschuldet, daß das Vertrauen des Volkes in ihn sehr erschüttert sei. Auch könne er ihm den Borwurf eines Parteiministers nicht ersparen, da nach Ausweis der Verzeichnisse 95% der in den letzten Jahren verliehenen Orden und Charaktere der nationalliberalen Partei anheimfalle, während nur 5% auf die anderen Parteien verteilt sind. Die Geschäftsleitung des Finanzministers wie Justizministers müsse er dagegenvoll und ganz als mustergiltig anerkennen. Nur durch that- kräftiges und entschiedenes Vorgehen könne der Staatsminister sein gesunkenes Renommee wieder Herstellen. Hierzu biete sich bei dem bevorstehenden Wahlreform Gesetz, und anderen wichtigen Vorlagen die beste Gelegenheit. Der Abgeordnete Schmitt würde sich freuen, wenn der Minister den ihm gezeigten Weg beschreiten würde. Der StaatSminister wie auch seine Kollegen der Finanz- und der Justizminister entgegnen auf diese Angriffe in gebührender Weise. Aus allem geht hervor, daß anscheinend das Verhalten der hessischen Regierung bei den Bischofswahlen in Mainz die Unzufriedenheit der Centrumspartei und feines Abgeordneten Schmitt in hohem Maße erregt hat.
Der Staatsminister erklärte, daß er am Samstagvormittag die Interpellation des Abgeordneten Ulrich über das Gesetz betr. den Schutz der Arbeiter beantworten werde.
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Frankfurt, 15. Februar. Die „Frkf. Ztg." schreibt brüte an der Spitze ihres politischen Teils: Unser Kiollege Herr Alexander Giesen hat sich heute nach 8 atz buch begeben, um im dortigen Zellengefängnis die von der Strafkammer zu Darmstadt wegen Minister- und Be- »mtenbelcidigung gegen ihn ausgesprochene Gefängnisstrafe soil sechs Monaten zu verbüßen.
Hofgeismar, 14. Februar. Unter dem Pferdebestande des Hauptgestüts Beberbeck ist seit einiger Zeit die Influenza in so starker Weise aufgetreten, daß die Opfer, velche dieselbe bis jetzt gefordert hat, ganz bedeutend sind. Man schätzt den Schaden, welchen das Gestüt zu verzeichnen hat, auf über 100 000 Mark.
Samoa.
Berlin, 16. Februar. Die Ratifikation des Samoa-Abkommens soll, den „Berl. N. N." zufolge, heute vollzogen werden. Die Veröffentlichung des vom Reichstage angenommenen Gesetzes geschieht in den nächsten Tagen. Nach Apia selbst wird sofort nach geschehener Veröffentlichung an das Konsulat die Weisung ergehen, die deutsche Flagge zu hissen. Damit ist die Besitzergreifung von feiten des Reiches vollzogen.
Arbeiterbewegung.
Die Kohlenuot.
Der Ausstand der sächsischen Bergarbeiter nimmt mit jedem Tage größere Ausdehnung an. Infolge des immer größer werdenden Kohlen - mangels hat die sächsische Staatsdahnverwaltung eine Einschränkung des gesamten Personenverkehr- von Montag, 19. Februar, an verfügt, um den Betrieb überhaupt aufrechtcrhalten zu können; voraussichtlich werden nur Früh-, Mittags- und Abendzüge regelmäßig verkehren. Die Kohlennot in den sächsischen Städten steigt täglich, die Einstellungen von Betrieben nehmen immer größeren Umsang an. Die Zahl der bisher arbeitslosen Arbeiter dürfte bereits 6000 bis 7000 betragen. — Im Meuselwitzer Braunkohlenrevier hat sich die Situation wieder kritischer gestaltet; die Entscheidung über den Streik soll am Sonntag erfolgen.
Zwickau, 15. Februar. Der Streik ist im Wachsenbegriffen. Nach Mitteilungen von Interessenten befanden sich gestern morgen 15 Proz., abends 28, heute morgen 27 Proz., nach Angabe des Streikkomitees gestern die Hälfte, heute zwei Drittel der Belegschaft im Ausstand. — Bon 12,000 Mann Belegschaft sind 50 Proz. ausständig.
Plauen i. 14. Februar. In der Nachbarstadt Auerbach und in einigen Städten des Erzgebirges sind die Schulen wegen Kohlenmangels geschlossen worben.
Magdeburg, 14. Februar. Unter den Hafenarbeitern ist nächster Tage wegen der Forderung einer Lohnerhöhung ein Ausstand zu erwarten. In der Getreideverladung sind bereits Stockungen infolge des Kornträgerausstandes eingetreten.
Dux, 14. Februar. Von den 107 größeren Schächten des Braunkohlenbeckens Außig Komotau sind heute 56 im Betrieb. Gestern wurden 766 Waggon Kohlen gefördert.
BrüNN, 15. Februar. Die große sozialdemokratische Versammlung, welche in der vergangenen Nacht im Arbeiterheim zu Gunsten der streikenden Kohlenarbeiter abgehalten wurde, nahm einen sehr tumultuösen Verlauf. Der Regierungsvertreter wurde arg bedroht und mußte flüchten Die Ruhe wurde erst durch ein energisches Eingreifen der Polizei wiederhergestellt.
Telegramme des ^Gießener Anzeigers
Halle a. d. ®«, 16. Februar. An die Bergwerksbesitzer ist eine Eingabe der Braunkohlenbergleute abgesandt worden, deren wichtigste Forderungen sich auf Lohnerhöhung, Verkürzung der Arbeitszeit und bessere hygienische Einrichtungen erstrecken. Die Petenten verlangen, daß ihre Eingabe bis morgen beantwortet werde und sprechen ihre Hoffnung aus auf eine friedliche Erledigung der Wünsche der Arbeiter.
Zwickau, 16. Februar. Die Königin-Marienhütte, das größte Eisenhüttenwerk Sachsens mit drei Hochöfen und ca. 2000 Arbeitern hat infolge Kohlenmangels gestern den Betrieb eingestellt.
Earmaux, 16. Februar. Die Kohlenarbeiter hielten gestern abend eine Versammlung ab, worin ein Brief der Bergwerksbesitzer verlesen wurde, in welchem diese die Arbeits-Einstellung während der Dauer der Verhandlungen annehmen. Jaurös hatte telegraphisch die chm angebotene Rolle eines Schiedsrichters abgelehnt.
Kirchliche Nachrichten.
SvangeltfHe Gemeinde.
Sonntag den 18. Februar. Sexagesimae.
Gottesdienst.
I« der Dtadtktrche.
Bormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Bormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein.
Nachmittags 2«/i Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde Pfarrer Dr. Grein.
Abends 8 Uhr: Geistliche Musikaufführung des Kirchengesangvereins.
Donnerstag den 22. Februar, abends 8 Uhr, Videlstunde im Konfit mandensaal, Kirchstraße 9. 1. Petri, Kap. 6.
Pfarrer Dr. Grein.
Räckftkünftigen Sonntag, ben 25. Februar, findet im Abend- gotteSdienst Beichte und heil. Abendmahl für dte Matthäus« und MarkuSgemeiude gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Ju der JohauneSkirche.
Bormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde. Pfarrer Euler.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Montag den 19. Februar, abends 8 Uhr: Bibelftuude im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 10, 1 ff Pfarrer Euler.
Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.
Katholische Gemeinde.
SamStag den 17.Februar.
Nachmittags um 4*/i Uhr und abends um 8 llhr: Gelegenheit zm heil. Beichte.
Vermischtes.
* Mannheim, 15. Februar. In der Engelhardt'- ichen Tapetenfabrik hat ein Angestellter, Friedrich Sattler, Leiter einer Filiale, 20 000 Mark unterschlagen. Er ist flüchtig.
* Nordhausen, 15. Februar. Ein öffentlicher Feuer-Versicherungs - Beamter ist hier als Brandstifter entlarvt worden. Der Landmesser a. D. Büchner, als Versicherungs-Kommissar für unsere Stadt in Diensten der Provinzial-Städtefeuer- joZietät der Provinz Sachsen, wurde dieser Tage wegen dringenden Verdachts der Brandstiftung in Haft genommen. Das Feuer brach in seinem Wohnhause aus, n.'mrde aber schnell entdeckt und gelöscht. Dabei fand man imi ganzen Gebäude die raffiniertesten Brandvorrichtungen. Ämr anderen Tage erhängte sich Büchner im Unter- mchungsgefänanisse.
* Ostenoe, 14. Febr. Auf dem gestern vormittag ’l Uhr von hier nach Dover abgegangenen Dampfer Leo- Do-Il) II. sprang eine Dame über Bord, die schon do-rher ein auffallendes Benehmen gezeigt hatte; alte Rettungsversuche waren vergebens.
* Zurich, 14. Februar. Vor drei Wochen reifte ein I junger Militärarzt Dr. Degen aus Luzern mit Bundesunterstützung zum Kriegsschauplatz nach Südafrika. In Marseille wurde der hochintelligente junge Arzt plötzlich wahnsinnig und mußte in eine Anstalt gebracht werden.
* Innsbruck, 14. Febr. K ampf mit Wilde-! r e r in Aus Waidring, Bezirk Kitzbühel in Tirol, wird ein blutiger Kampf mit Wilderern gemeldet, der Sonntagabend Im Morathal stattgefunden hat. Der Jäger Unter= rainer war nachmittags zufällig im Morathal auf zwei Wilderer gestoßen, die soeben ihre reiche Beute, einen Hirsch und drei Gemsen, auf einen Schlitten geladen hatten. Die Wilderer forderten ihn auf, sich sofort zu entfernen, widrigenfalls sie ihn erschießen würden. Der Jäger, der das Aussichtslose eines Kampfes einsah, entfernte sich. Am Eingänge des Thales traf er mit anderen Jägern und mit Gendarmen zusammen, die eben* nach den Wilderern spürten. Nun gingen sie wieder hinein ins Thal, wo es bald zu einem blutigen Zusammenstoß kam, in dem ein Wilderer aus Kirchdorf erschossen und der Gendarmeriepostenführer Haas aus Waiding durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt wurde. Der zweite Wilderer erhielt einen Streifschuß. Er wurde gefangen genommen und in die Fronveste Kitzbühel gebracht.
* Rom, 14. Februar. Der Leutnant der Reserve Erwin Janichen, ans einer Hochzeitsreise nach Italien begriffen, wurde bei einem Besuch des Forts Castcllaccio auf Rigi bei Genua als Spion verhaftet. Vor dem Divisions-Kommandeur klärte sich jedoch der Jrrtum^auf. Janichen wurde unter höflichen Entschuldigungen ^frei- gelassen und konnte die Hochzeitsreise nach San 'Remo fortsetzen.
Sonntag den 18. Februar. Sexagesima
Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 llhr: Die erste heil. Messe;
vor und in derselben Austeilung der heil. Lommunion?
um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; Militärgottesdienft mit Predigt. . tT1 v.
um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 5 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht.
Seifte getragenen Rede und legte der D-rsammlnng ben I an den deutschen Flottenverem anS tz-rz, er schloß
e n-m Hoch auf "«(er teure« Vaterland. Durch Em- ^chnüng S die aufgelegten Listen erklärten daraus £er '-tt-ieaer- und der Militär Verein, sowie noch>61 bet4n tt-s-nd-n ihren Beitritt zum A^^^^Sto/haulen'lum ointger H gründenden Ortsgruppe
provisorischen Borsi^ dieses Amt
Si.iNieim. 14. Februar. Im nächsten Frühjahre an hiesiger Station ein Magazin und ein weiteres 'r>ienltrinim er erbaut werden.
Offen Bad, a. M., 15. Febr. Durch die Jubelrieb- iebunq beS Krematoriums haben sich die Kosten einer Feuerbestattung bedeutend reduziert Der Bereu, für Re- »tm des BestattungswejenS und Zulassung der Feuerbestattung Mainz übernimmt die Feuerbestattung für seine Mitglieder zum Preise von I7N Mark emschliebl.ch aller linkosten vom Einsargen der Lerche bis zur Ablieferung ber Aschenreste. Für Mchtmitglieber tritt ein entsprechender Zuschlag ein. Wirb kirchliche Feier gewünscht, so erhöhen sich bie Kosten um die ortsübliche Taxe. Der Verein erhebt von ben Hinterbliebenen die Bestattungskosten, so bah jede Weiterung vermieden wird. Die Anmeldung eines Todesfalles hat bei dem Vorsitzenden des Vereins oder (ni einem sonstigen «orstandsrnitgliede zu erfolgen. Durch diese Einrichtung stellt sich die Feuerbestattung in den meisten Fällen nicht höher, in vielen Fällen aber billiger als die Erdbestattung.
Bensheim, 15. Febr. Ein trauriger Unglücks fall ereignete sich in dem benachbarten Schönberg. Das zwölfjährige Töchterchen eines Sattlermeisters I hielte mit seiner gleichalterigen Freundin, der Tochter 1 des Obermüllers R. Dabei ergriff es unglücklicherweise ein ini Zimmer befindliches Flobertgewehr und zielte mit den Worten: „Jetzt schieß ich Dich tot", auf ihre Freundin. Tas Gewehr war jedoch scharf geladen, der Schuß ging les und zerschmetterte dem unglücklichen Kinde den ganzen Unterkiefer.
△ Mainz, 15. Februar. Nach den heute hier einge. trnffenen amtlichen Nachrichten steigt der Rhein allent hcilben sehr stark, stellenweise sogar rapid. Maxau meldet: 5,25 Meter stark steigend. Kehl: 3,43 Meter stark steigend. Mannheim: gestern 4,40 Meter, heute 5,01 Meter. Wimpfen: Neckarstand: 5,54 Meter stark steigend. Hier ist der Rhein int Laufe des Tages 56 Zentimeter gestiegen und beträgt btr gegenwärtige Stand um 7 Uhr abends 2,10 Meter.
△ Mainz^ 15. Februar. Gemäß eines von dem Diö- zchan Kirchenvorstande für das Bistum Mainz gefaßten und bom dem Ministerium genehmigten Beschlusses soll zur Bestreitung der Bedürfnisse der katholischen Kirche des Großherzogtums im Etatsjahre 1900/1901 auf d,s Kommunalsteuerkapitol der Angehörigen der katholischen Kirche ein Beitrag von 8/10 Pfennig auf die Mark Steuer- kaDital ausgcschlagen und mit den Kommunalsteuern der politischen Gemeinden erhoben werden.
△ Aus Rheinhessen, 15. Februar. In Partenheim (Streis Alzey) wütete verflossene nacht ein bedeutendes Schadenfeuer, das sechs Anwesen mit bedeutenden Futtermittel in Asche legte. Erst mit in Anspruchnahme btr Feuerwehren der umliegenden Ortschaften war es möglich, dem verheerenden Elemente Einhalt zu gebieten.
Alzey, 15. Februar. Ein alter Achtundvierziger, Peter Heimerle, ist vorgestern hier gestorben. Er gimg im Jahre der Volkserhebung als Vierundzwanzig- zÄhriger mit Friedrich Hecker in die Schweiz, kehrte aber bald wieder nach Deutschland zurück, um den Kampf für die Reichsverfassung mitzumachen. Aus der Pfalz trat er mit dem rheinhessischen Hauptkorps der Freischaren nach Boden über und machte von Waghäusel an unter Willich den ganzen Feldzug mit. Heimerle blieb bis zum Tode dem demokratischen Gedanken ergeben. Der „Alz. Beob." iviidmet dem Dahingeschiedenen ehrende Gedenkworte.
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Je nach Anzahl der Ende jeden Dionats emgesandten Ern- ichläge usw. von Luhtts Wasch-Extrakt (mit rotem Band), Seife (mit Bergmann), Luhns Salm.-Terp^-Kernseife (mtt rotem Kreuz). LuhnS Mond-Seife, Luhns Kinder-Seife, LuhnS Blumen- Seife usw. werden folgende Preise verteilt:
1 Preis A Mk. 50.— in bar. | 10 Preise L Mk. 15.— m bar.
~ - ----- in bar. 25 Preise: Eleg. Kaffee-ServiceS.
in bar. | 50 Preise: Isolier-Bügeleisen.
Ärmste KMungeR.
7 -'ixifbetr d?.S Bureau '
Berlin, 16. Februar. Wie den „Berliner Politischen Nachrichten" in parlamentarischen Kreisen erzählt wurde, hat der Finanzminister Dr. Miquel den Wunsch ausgesprochen, daß die erste Lesung des Gesetzentwurfes über die Besteuerung der Warenhäuser im Ab- geordnetenhause bis auf das Ende der nächsten Woche verschoben werde, weil er persönlich daran teilnehmen wolle.
Zürich, 16. Februar. Ein furchtbarer Orkan hat vorgestern bis zum Abend am Bodensee gewütet. Die ausgefahrenen Schiffe mußten sofort in den Hafen zurückkehren. Die Schiffahrt wurde eingestellt.
Paris, 16. Februar. Präsident Loubet leidet an einer leichten Erkältung. Er hat infolgedessen die Empfänge im Elys6e für heute abbestellt. Der für heute angekündigte Ministerrat ist wegen des Todestages FaureS auf morgen vertagt worden.
Dr. Lieber.
Berlin, 16. Februar. Wie die Blätter melden, hat das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber sich gestern nachmittag sehr ungünstig gestaltet. Der Patient war von Fieberanfällen geplagt, und auch sonst waren schlechte Symptome vorhanden. Die Aerzte sind in großer Besorgnis.
Der neue Zola-Prozeß.
Paris, 16. Februar. La bori trifft für den am 9. März beginnenden neuen Zola - Prozeß seine Vorbereitungen. ES wird für dieses Mal eine gründliche Durchführung des Prozesses von 1898 erwartet. Die der Senats- Kommission überantwortete Amnestie - Angelegenheit soll ehestens erledigt werden.
Der künftige englische Kriegsmiuister.
London, 16. Februar. Dem „Manchester Guardian" zufolge soll Lord Kitchener nach Beendigung des südafrikanischen Krieges mit der Leitung des Kriegsamtes betraut werden. Diese Meldung, welche ossiziell bestätigt wird, erregt in militärischen Kreisen großes Aufsehen.


