Zlints- und Anz-is-blatt für den Ureis GieHen.
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*) Wir entnehmen vorstehenden Aufsatz dem soeben erschienenen illustrierten Prachtwerk „Die liebe, schöne Leutnantszett", Schilderungen iuS H-er und Flotte von Friedr. Freiherr von Dincklage-Lampe, 6m;?taIIeutnant z. D. (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Preis 10 Mark), der mit kundiger Feder das Leben unserer Leutnants im h-e» und in der Flotte, im Dienst und außer Dienst in charakteristisch 'Äefffmder und anschaulicher Weise schildert.
Hanau, 15. Februar. Infolge des schlechten Geschäftsganges, der sich in den Diaman tschl.eifereien durch den südafrikanischen Krieg geltend macht, stellten sechs
luuohwe een Anzeigen zu der nachmittag- für den •fUrtUfn Ta, erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher.
konferiert er mit der Dame deS Hauses. Sie hat den Artilleristen durchgesetzt, gegen die Ansicht deS Mannes, der, selbst Infanterist, glaubt, er müsse „einen von der Waste" nehmen. Ab und zu bekommt er einen Wink und fliegt dann förmlich, den Gedanken in die That umzugestalten.
Allmählich sickert die Jugend in den dritten Salon durch, wo es schon recht lebhaft wird.
Der Thee wird präsentiert — Lohndiener und verkleidete Burschen wurden vorher durch Franz eingehend instruiert — er erinnert sich unwillkürlich der Pagenzeit. Anfangs surrt und summt eS, als ob jeder jedem etwas ganz neues zu erzählen hätte. Dann wirds allmählich ruhiger. Die „Gräfin" (— sie ist die einzige dieser Kate, gorie in der Garnison —) unterhält förmlich krampfhaft hier und dort. Alle zwei Minuten schickt sie einen der Lohndiener mit einem Auftrage hinaus und ebenso oft bringt dieser eine mit Achselzucken eingeleitete Antwort. Jetzt nimmt sie den Arrangeur — Franz — bei Seite: „Um Gottes Willen — denken Sie — das Essen ist noch nicht da!" Angstvoller Blick, ob auch kein Unberufener gehört von der Schreckenskunde. „Der Garkoch sollte schon seit einer Stunde hier sein — er hat alles bei sich gemacht, da die Maschine hier bei Westwind dampft und um —"
„Beruhigen Sie sich, Gräfin", erwidert der Leutnant, „ich werde alles ordnen — nur Ruhe".
Er stürzt hinaus. Fünf Minuten bangen Wartens, dann strahlend die Meldung: „Eben gekommen — kleiner Unglücksfall — nur noch zehn Minuten Geduld!"
Neben fragen ist also ein gewisses positives Ergebnis schon erzielt' worden. Leider bleiben die noch unentschiedenen Hauptfragen — die Hauptsache.
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Fernsprecher Nr. 51.
* Die Verständigungs-Konferenz in Oesterreich.
Gießen, 16. Februar 1900.
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Lokales und Provinzielles.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 16. Februar 1900.
♦♦ GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 44 Jahren, em 17. Februar 1856, starb zu Parts Heinrich Heine, einer der größten deutschen Lyriker. Im Geiste der Romantik schrieb er mehrere Tragödien, und in geschickter Prosa sind seine Retsebilter erfaßt. Heine besaß ein glänzendes poetisches Talent, und viele sktner Lieder geboren zu den besten, was die deutsche Loiik auf - zuweisen hat. Er wurde am 13. Dezember 1799 zu Düsseldorf geboren. _____________
*• Von der Universität. Der Vertreter der Nationalökonomie, Herr Geh. Hofrat Professor Dr. LaSpeyres, hat mit Rücksicht auf seine Gesundheitsverhältnisse um Pensionierung bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nachgesucht.
** Schutz gegen Spekulationen mit Gastwirtschaften. In | hiesigen Gastwirtskreisen hat man, wie wir hören, mit Recht I dagegen Stellung genommen, daß seitens der dazu berufenen Behörden nicht etwa an Leute die Wirtschafts-Erlaubnis erteilt wird, welche es sich zum Geschäft machen, Häuser zu kaufen, darin eine Restauration einzurichten, lediglich zu dem Zwecke, den Wert der Häuser damit zu steigern, um diese dann wieder loszuschlagen, und zwar um dabei gehörig zu verdienen. Zur Illustration, wie sich ein Käufer eines Hauses mit Wirtschaft gegen die spätere Konkurrenz des Vorgängers zu schützen verstand, möge nachstehendes, als wahr verbürgtes Geschichtchen hier Platz finden: Kürzlich verkaufte ein Hausbesitzer und Wirt sein Eigentum nebst | Geschäft an eine Brauerei. Während der Verhandlungen erfuhr der Reflektant des Anwesens, der Verkäufer, der I erklärt hatte, er verkaufe, um sich als Rentier vom Geschäft I zurückzuziehen, mache Miene, ganz in der Nähe seines alten I Geschäfts ein Haus, in welchem sich eine Wirtschaft befand, I zu kaufen. Der Kauf, den die Brauerei machen wollte, I kam zwar zu stände, Verkäufer mußte sich aber rechts I verbindlich verpflichten, zwischen dem SelterSthor und Klein- I Linden, sowie 1 Kilometer rechts und links von der Frankfurterstraße keine Wirtschaft mehr zu etablieren. Damit ist natürlich die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß I jener Rentner seine gewinnbringenden Gründungen in einem I anderen Stadtteil w'eiterbetreibt.
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größere Diamantschleifereien den Betrieb ein. Viele Ar- weiter sind brotlos.
m. Bad Wildungen, 15. Februar. Buch hier hat man nun einen Zweigverein des Deutschen Flottenverein« gegründet. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Assessor Reinhardt, Vorsitzender, Kreisamtmann Frese, stellvertretender Vorsitzender, 6 C. Schleiermacher, Kassierer, Prorektor Knobeloch, Schriftführer. — Für die Domäne Selbach soll sich bis jetzt noch kein Pachtliebhaber gefunden haben, und will die Domänenverwaltung dieselbe in eigene Bewirtschaftung übernehmen.
Kasiel, 13. Februar. Prinz Julius von Dänemark, der Bruder des Königs von Dänemark, ist zum Besuche des Prinzen von Hessen im benachbarten Rothenburg eingetroffen.
Kasiel, 15. Februar. In der am 12. dS. Mts. statt- gehabten außerordentlichen Generalversammlung des hiesigen Kaufmännischen Vereins wurde folgende Resolution gefaßt: „Die Landwirtschaftskammer hat in ihrer letzten Vollsitzung bereits die Aeußerung deS Abgeordneten BackhauS-Fulda, die dahin ging, daß er einen Teil von ehrbaren Kaufleuten als „elende Krämerseelen" bezeichnete, gerügt. Der Kaufmännische Verein zu Kassel hält es aber auch für seine Ehrenpflicht, leidigen Äußerungen entgegenzutreten, und ergreift in seiner heutigen außerordentlichen Generalversammlung die Gelegenheit, zu erklären, daß er die Worte deS Abgeordneten Backhaus nach jeder Richtung hin verurteile. Der Kaufmännische Verein zu Kassel bedauert auf das lebhafteste, daß ein im Erwerbsleben stehender Mann sich überhaupt zu einer derartigen unqualifizierbaren Aeußerung hat hinreißen lassen können." — Den Beispielen auS zahlreichen anderen Städten des Deutschen Reiches folgend, vollzog sich heute hierselbst die Gründung eines Impfzwang-Gegner-Vereins. Derselbe zählt jetzt schon, am Tage der Gründung, nahezu 130 Mitglieder.
Aus der Welt der Technik.
Einen neuen wichtigen Fortschritt in der Gasbeleuchtung meldet die Berliner Wissenschaftliche Korrespondent. Geheimrat Wichelhaus zeigte in seiner letzten Vorlesung ein Gasglühlicht «on 400 Hefnerkerzen Lichtstärke. Er wies dadurch auf den Fortschritt, welchen die Gasbeleuchtung gemacht hat und machen kann, hm. Während man in einfachen Schnitt- oder Rund-Brennern Gaslicht bis zu 18 Hefnerkerzen brannte und durch Regenerativ-Brenner 30 erzielte, kam man durch Anwendung von Bunsen-Brennern und Auers Glühstrumpf einen bedeutenden Schritt weiter, aber doch gewöhnlich nur auf 70 bis 80 Hefnerkerzen Lichtstärke. Das vorgezeigte, fünfmal so starke Lrcht wird hervorgerufen, indem man das Gas vorher komprimiert und besonders hergerichtete Glühkörper benutzt. Cs ist daher von dem durch Ausströmen des Gases bedingten Geräusch begleitet und wird überhaupt noch der Verbesserung bedürfen, bevor es allgemein brauchbar wird. Immerhin beweist es, daß die Gasbeleuchtung die Jntensisät deS elektrischen Bogenlichtes zu erreichen im stände ist.
Die sämtlichen Räume der Kommandantur strahlen scheine der fiskalischen Gasflammen. Die vier Salons Irr Front sind mit Gästen gefüllt — heut ist der erste -große Thee — Commiß-Pekko!
Fast nur Uniformen sind unter den Herren vertreten. Inzwischen wogen die hellen Damenkleider in Seide oder Tarlatan mit und ohne Schleppen — meist steht die Kleider- sracht zur Körperschöne in umgekehrter Proportion. Mit Wem Lächeln empfängt die „Gräfin", die Frau des Kom- mamöanten, jeden neuen Gast, und für jeden hat der Ge- iieter der Garnison heute einen Händedruck.
Neben der Gräfin steht Franz — der Artillerie-Leut- nnt. Er ist heute Festordner — schon seit zwei Tagen
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Wenn es wahr wäre, daß im Geheimnis unbedingt Bürgschaft des Erfolgs liegt, so dürfte man sich von Beratungen der Verständigungs-Konferenz in der That I vu; Beste versprechen. Denn' der Gang der Beratungen I wirb so geheim gehalten, daß man sich thatsächlich kein I Gies Bild von den Vorgängen machen kann. Man hatte, I in Der Absicht, keine falschen Vorstellungen verbreiten zu I -lajien, den Beschluß gefaßt, daß vier Vertreter der Kon- I ferenz, je zwei Deutsche und zwei Tschechen, regelmäßig 1 nach den Sitzungen einen offiziellen Bericht verfassen I Men, der die Oeffeutlichkeit, die denn doch em Recht I darauf hat, zu erfahren, was in der Konferenz vorgeht, I über den Verlauf der Verhandlungen aufklären sollte. Im Uebrigen mußten die Konferenzteilnehmer sich zur ftrengften Verschwiegenheit verpflichten. Aber gleich der erste' offizielle Bericht enthielt nur sehr dürftige Mit- teilungen. Die Folge davon war in einer Beziehung recht erheiternd und warf ein soliderbares Licht darauf, was die Herren Volksvertreter unter Diskretion verstehen. Die Puleiblätter brachten nämlich außer dem knappen offi- zikllen Berichte spaltenlange detaillierte Darstellungen über dst Vorgänge in der Konferenz, die sie nur den JndiS | rkrctiouen der Herren Vertreter zu verdanken hatten, die aber dementsprechend parteimäßig tendenziös gefärbt waren | uni) Falsches mit Wahrem zu einem journalistischen Ncwvut vermengten. Infolgedessen sah sich Herr v. Körber -veranlaßt, den'Vertretern nochmals Geheimhaltung em- zllschärfeu und sich diese durch Erheben von den Sitzen .geloben zu lassen. Trotzdem ist es nicht gelungen, einen gewissermaßen wasserdichten Abschluß zwischen Vertretern -unb Parteipresse herzustellen: Es sickern noch immer Nach- uchien durch. Die offiziellen Berichte werden dagegen -immer kürzer, je länger die Konferenz dauert. Ohne auf .dir verwickelten Details einzugehen, läßt sich mi allgemeinen Folgendes über den bisherigen Erfolg der Konferenz fest (teilen: Der Ton der Verhandlungen war bisher ein durchweg gemüßigter und sachlicher, und die äußere Form - inl Gegensätze zn den sonst gebräuchlichen parlamen- 'tarischen Sitten — tadellos. Es scheint auch gelungen ,ii sein, über gewisse Fragen eine prinzipielle liebere in stimm nng zu erzielen. Aber leider nur bei Fragen, die von vornherein als Fragen zweiter Ordnung betrachtet wurden, und bei denen beide Teile auf weniger Schwierigkeiten gefaßt waren. In den Hauptsachen ist man sich noch nicht viel näher gerückt; so fonrmt zum Beispiel erst heute die Regelung der Sprachen - jiagc bei den landesfürstlichen Behörden in Böhmen, em ipigemein heikler Punkt, zur Verhandlung. In Bezug auf
Hausse.
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„Ja — aber die zehn Minuten — wie die ausfüllen?" klagt sie förmlich.
„Wenn Sie erlauben, Gräfin, werde ich aushelfen , antwortet der Arrangeur — „Peter des ^Plaisirs" sagte man früher.
Er eilt raschen Schrittes durch die Menge, wendet sich an die Tochter des Hauses — „die" Komtesie und flüstert ihr zu. Ein Blick des Einverständnisses und beide treten an den Flügel. Sie begleitet — er singt — nicht hervorragend, aber doch so viel, daß die allgemeine Konversation wieder in Fluß kommt. — Das ist so in kleinen Garnisonen, wie bei den Kanarienvögeln — jeder will sich selbst hören. Im Umsehen vergehen 15 Minuten und dann: „Bitte zu Tische!" .
Franz führt „die" Komtesse. Sie tragt em Kleid — genau von der Farbe der Rüschen, welche er so sorgfältig drapiert hatte in seinem Heim. — Auch auf dem letzten Balle trug sie eß — aber heute ist es neu besetzt.
Schon- ehe das Souper beendet (— es giebt stets Zander mit Kapernsauce und Kartoffeln —Kalbsrücken für die Jugend — Putenbraten mit Salat für die Alten und - Eis' mit Rollkuchen - „Roten" oder „Weißen" dazu und zum Schluß „Sekt" — deutsche Marke! -) entsteht Unruhe bei der Jugend im großen Saale, wahrend Daß Alter noch in Kompots usw. schwelgt. Man hat »am ich durch die Spalte den „Kapellmeister" mit der Geige und noch einen Musiker von der Artillerie erolickt. (Franz hat auch hier seine Waffe durchgesetzt.) Diese L°u ° w'rk-n belebend bei den jungen Damen — auch bei einzelnen Herren.
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