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n iml so wurde nach der Besichtigung durch Oberst v. Dewitz Mut Schießen bis auf weitere Zeit verschoben. Der Laichplatz wurde geräumt und sämtliche Scheiben hierher g^rkacht, wo man sie in einer Scheune aufbewahrt. Aber M« beschreibt die Sorge unserer Hausmütter! Sie hatten bnal Mittagsmahl schon so weit hergerichtet, das zuvor aus diri Siadt besorgte frische Ochsenfleisch dampfte schon im Siwpft, ja einige hatten sogar ein Gänslein gebraten, — aüotr (und) siehe da —, die Einqartierung wird ab- gesagt —, die Soldaten marschieren wieder nach der Sßaladt zurück.
„utt Dutenhofen, 14. Dezember. Gegenwärtig wird bülc für Jungfrauen und Mädchen auS Dutenhofen, «tzbach, 1 Dorlar und Münchholzhausen ein achtwöchentlicher Havd- ai rbeitSkursuS abgehalten. Die Leiterin des Kursus, xz-Mtin Merle aus Braunfels, ist die für den Kreis be- s'iM Handarbeitslehrerin. Diese Unterrichtskurse haben slchll in allen Gemeinden unseres Kreises großen Segen . unbrci.tcL Für den Unterricht find die Vormittagsstunden tiion 8 bis 12 Uhr und die Nachmittagsstunden von 2 bis .! llhr vorgesehen. Nur der SamStagnachmittag wird frei t,jKfltben. Die Behörde nimmt an diesen Kursen ein regeS ^ieresse wahr; während vorige Woche LandratSamtS- ri;tr»altcr Dr. Sartorius dem Unterrichte beiwohnte, be- siCchle am vorigen Donnerstag Geh. RegierungS- und 5 S^uliKit Anderson aus Koblenz denselben. Für die Folge rwilder in den einzelnen Bürgermeistereien auch noch Haus- hlnllau.'jS Kurse eingerichtet, in denen besonders die Küche IM Geltung kommt.
Hk, Friedberg, 14. Dezember. In der letzten Sitzung ^Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen ui») S chotten wurde das Mitglied W. Joutz (das zugleich LMglird der zweiten Kammer der Landstände ist), ersucht, bei ki« Beratung des Gesetzes betr. die Besteuerung des bStwr rbebetriebS im Umherziehen zu beantragen, i it ftbgterung möge vor der Beschlußfassung die Handels- Btimmtrn über ihre Anficht namentlich bezüglich des Tarifs Li^Dten. — Die Ergänzungswahl zur Handelskammer f >1 am 18. Dezember, nachmittags 2 bis 5 Uhr stattfinden, ^■err Sangsdorf begründete seinen Antrag, bei der Ober. r-Ästdirektion in Darmstadt vorstellig zu werden, daß bei aten überaus regen Beziehungen zwischen Friedberg i-.vid Bad-Nauheim der NachbarortSv erkebr zuge- Lflfitn werde. Nach einem ausführlichen Gutachten des ^chdirektors beschloß die Kammer, in Anbetracht der momentan unzünftigen Aussichten für den Antrag von der Verfolgung o^eltrn zurzeit abzusehen, solchen jedoch nach Schluß des tzi mjahrs bei der Oberpostdirektion energisch zu verfolgen. SWglich der Anfrage der Oberpostdirektion Darmstadt nv-tgm'Nachsendungen vonPostsendungenimOrtS- r '«kehr beschließt die Kammer, die Anfrage dahin zu 1 tontttjortcn: Es sollen in der Regel alle Briefe und Poft- k «len machgesandt werden, dagegen Drucksachen, Warenproben t iib GteschäftSpapiere nur dann, wenn die Nachsendung von ? Ai Lösender ausdrücklich vorgeschrieben ist. — Bezüglich tta Einführung einer früheren Nachmittagspost- b!«strlluug in Okarben, beschließt die Kammer eine 6 ftngatbc an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. um rlnhalten des Zuges Nr. 779 in Okarben. Herr L!» Hamner (Büdingen) referierte über die Eingabe einer SlnM Bierbrauereien des Handelskammerbezirks gegen die gehurte Erhöhung des Malzzolls und befürwortete r WalltSloS die Unterstützung der Eingabe, zumal diese im düningenden Interesse der mittleren und kleineren Brauereien liiegt. Außerdem kam ein Gegengutachten, das Herr Georg Sölttinh äußer auf Ersuchen erstattet hatte, zur Verlesung. Mit Kammer schloß sich den Ausführungen HannerS an und stacht sich einstimmig für die Unterstützung der Eingabe aail. — Zum Antrag Haas (an die Landstände) betr. die Wderung des genossenschaftlichen Verkaufs des Gs tlreideS und anderer landwirtschaftlichen Erzeugnisse (• kmchtung von Kornlagerhäusern durch staatliche Mittel) be- scPchk die Kammer einstimmig, ihren Beschluß vom Jahre 1898 gibjtn den Antrag zu erneuern. Von Herrn Schäfer (Büdingen) an«) für die nächste Sitzung beantragt, die Kammer möge ßlßgegen die Erhöhung des Zolles auf harte Lkmmgarne aussprechen.
Darmstadt, 14, Dezember. Der Großherzog hat fifh heute vormittag zur Jagd nach Dorn heim begeben. — Die Herzogin von Coburg und Gotha wird morgen von hißn abreisen.
Darmstadt, 14. Dezember. Den „N. Hefi. VolkSbl." ziMe tritt das Plenum der 1. Kammer am 21. De- ftipibtr zu einer Sitzung zusammen, in der die Rückäußerung 5-tn2. Kammer bezüglich der Regierungsvorlage, die G e> hiiNler der VolkSschullehrer betr., zur Beratuug tonrncn wird.
Vermischtes.
• Könitz, 14. Dezember. Mehr als je ist die Hoff- mmg vorhanden, daß der grausige Mord feine Sühne fimdtit wird. Bei der Behörde ist vor einigen Tagen von einer Wn die Anzeige gemacht worden, deren Verfolgung so ggmvßerende Momente ergeben hat, daß die Unter- fliichnrg in ein ganz neues Stadium getreten ist. Bei dem vMÜtgenden Verdacht gilt ein Tot sch l ag als wahrscheinlich, elrimso wird als sicher hingestellt, daß eine Eifersuchts- f;'l<ne die That gezeitigt hat. Im Jntereffe der streng gytymi geführten Untersuchung kann nur soviel mitgeteilt wietben, daß die Mordstelle in der Nähe des Konvikt, also »vAiMklbar am Mönchsee belegen ist. Wie schon angedeutet ■wtbtn ist, hat die Packleinwand die Handhabe zu der nMn Untersuchung gegeben. — Auch der Maß loff- 9H roi,e6 wird sich aller Voraussicht nach noch einmal in sMr Breite abspielen, denn es ist wahrscheinlich, daß die vcv»n tten Verteidigern des Maßloff und der Frau Roß eiiegtlagte Revision vom Reichsgericht als begründet aner- tßrni werden wird. Als formaler Fehler wird die Unter-
lafiung einer anderen Fragestellung betrachtet, die nach Ansicht der Verteidigung hätte vorgesehen sein müffen für den Fall, daß von den Geschworenen nicht wissentlicher, sondern nur fahrlässiger Meineid für vorliegend erachtet wurde.
* Bochum, 14. Dezember. Auf der benachbarten Zeche „Karolinenglück" sind heute Nachmittag fiünf Mann der Belegschaft verunglückt. DaS Unglück wurde dadurch hervorgerusen, daß eine Bremse an dem BremS- korb versagte. Die teilweise schwer Verletzten wurden alsbald dem Krankenhause „Bergmannsheil" in Bochum zugeführt.
* Hongkong, 14. Dezember. Aus Canton wird gemeldet, in der Nähe von Hokou am Westfluffe fiel von einem Passagierdampfer ein Mann über Bord. Die Paffagiere drängten nach der einen Seite des Dampfers. Dieser schlug um. Von 400 Personen ertranken über 200.__
Eingesandt.
.Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttk. übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 15. Dezember 1900.
Dem Einsender in Nr. 294 diene zur Nachricht, daß das früher, bei Kirchenkonzerten des Konzertvereins geübte Ueber- bauen des Altars, vom Kirchenvorstande nicht mehr gestattet wird. Die Kirche ist neu hergestellt, und eine weseMlich erweitertete Orgelempore für Konzertzwecke dabei vorgesehen. Beim Ueber- bauen des Altares waren Beschädigungen absolut nicht zu vermeiden, und kein billig Denkender kann es dem Kirchenvorstande verargen, wenn er sein schmuckes Gotteshaus nach Möglichkeit vor Beschädigungen bewahrt. WaS nun die Mitglieder des Konzert-Vereins betrifft, die einen unnumerierten Platz zu beanspruchen haben, so ist hier auch für die überreichlich Raum im Schiff der Kirche vorhanden, und Niemand gezwungen, unter der Orgelempore seinen Platz zu suchen. Warum der Einsender, ohne sich zu informieren, gleich losschlägt, und dem Vorstande zweierlei Liebe für feine Mitglieder imputiert, ist selbst, wenn der Einsender ein „Unnummerierter" ist, schwer verständlich. E. Ch.
Gerichtssaai.
L.L. Gieße«, 14. Dezember. Strafkammer. Als Berufungsinstanz verhandelte die Kammer zunächst gegen den 18jährigen Schlaffer August Weber von Gießen, einen rauflustigen, gewaltthätigen Menschen, dem es ein Vergnügen zu bereiten scheint, unseren Schutzleuten den Nachtdienst nach Möglichkeit zu erschweren Wegen Beamtenbeleidigung, Widerstands bezw. groben Unfugs hatte das Schöffengericht, wie s. Z. berichtet, durch Urteil vom 8. November auf eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen bezw. auf eine Haststrafe von 6 Tagen erkannt, wogegen W. Berufung eingelegt hat. Nach Vernehmung eines Schutzmanns, bedauert es der Staatsanwalt, die Berufung nicht seinerseits vorsorglich eingelegt zu haben. W. zieht, von seinem Verteidiger hierzu aufgefordert, die Berufung zurück. — Der mehrfach, insbesondere wegen Diebstahls, vorbestrafte Oskar Hch. Karl Schiele aus Halberstadt hat sich wegen schweren Diebstahls im Sinne der SS 242, 243,2 und 244 zu verantworten. Der scheinbar Unverbefferliche war vor nur zehn Tagen bei seiner damaligen Dienstherrschaft eingetreten, als er am 7. Oktober deren Anwesenheit benutzte, um mit einer Zange den Sekretär zu erbrechen und die Geldkaffette mit über 100 Mk. zu entwenden und mit ihr zu verduften. Im Felde öffnete er sie und ließ sie, nachdem etj sich des Inhalts versichert, zurück; nur ein in Papier gewickeltes 20 Mk. Stück war zurückgeblieben. Der Angeklagte ist geständig, auf diese Weise in den Besitz von 90 Mk. gelangt zu sein und den Betrag zum allergrößten Teil zur Lösung von Bahnkarten auf größere Entfernungen verbraucht zu haben. Die Kammer erkennt gegen den gemeingefährlichen Angeklagten auf eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Seines offenen Geständniffes wegen sollen 7 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft an der über ihn verhängten Strafe obgehen.—Der Dienstknecht WUh. Fr. Thieler erhält wegen Beleidigung des Büdinger Kreisamtspersonals eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten, wovon 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft in Abzug zu bringen ist. Den Beleidigten wird gleichzeittg Publikationsbefugnis zugesprochen.
Handel und Verkehr. Volkswirlfthaft.
— Pfandbriefmarkt. Die bekannten Berliner Vorgänge haben in den letzten acht Tagen dazu beigetragen, daß die Besitzer von Pfandbriefen aller deutschen Hypotheken-Institute von einer Panik ergriffen wurden, wie sie sich wohl noch nie der Kapitalisten- kretse bemächtigt hat. Man warf in einigen Tagen ohne Unterschied viele Millionen auf den Markt, der zuerst zäh die Ware aufnahm, zuletzt jedoch nur mit prozentwetse ntedrigerm Coursen. Die Hypothekenbanken selbst waren gezwungen, um einer vollständigen Zerrüttung des Marktes oorzub^ugrn, Millionen ihrer eigenen Papiere zurückzukaufen. Seit gestern hat sich das Angebot verringert, und e8 ist zu hoffen, daß die Besitzer von Pfandbriefen sich bald wieder ganz beruhigen werden. Denn die Folgen einer vollständigen Vernichtung des PfandbriesmarkteS, wie sie durch wettere Verkäufe des Publikums herbeigrführt werden kavn, sind nicht abzusehen. Es würde dadurch der gesamte Hypothekenkredit lahmgelegt werden, und daS wäre das Schlimmste für unser ganzes volkswirtschaftliches Leben. Die Hypothekenbanken müssen daher unbedingt vorhanden sein, denn sie sind diejenigen Institute, welche nicht allein die Anlage des kleinen Kapital- oermittrin, sondern auch durch Hergabe von hypothekarischen Darlehen die Existenz von Millionen unserer deutschen Mitbürgern gewährleisten. Es ist zu hoffen, daß alle Kapitalisten das etnsehen. Inzwischen haben so ziemlich alle Institute Erklärungen orräffentlicht, auS denen hervorgeht, daß sie nur das reine Hypo- thrkengeschäst betreibe:', und dieses hat denn auch wesentlich zu der eingerretenen Beruhigung betgetragm. Erwähnt jei voch, daß von den Coursrückgängm ganz oder teilweise verschont geblieben find die Pfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank, deS Frankfurter Hypotheken-Kredit - Vereins, der Meininger Hypothekenbank und der Rheinischen Hypothekenbank.
— Preußische Hypothekeu-Attien-Bauk. Anschließend an unsere vorgestrtge Aufforderung zur schleunigen Einreichung der Pfandbriefe teilt« wir mit, daß die Stücke mit sämtlichen laufenden Coupons und Talons dem Bankier zu übergebm sind. Wer es versäumt, trägt nicht allein zu seinem eigenm Schaden bei, sondern er verschlimmert dadurch auch die ganze Lage deS Institutes.
— Deutsche Srundschuld Bauk. Sämtliche Pfandbriefe sind ohne Couponsbogen noch vor Weihnachten bei den Bankgeschäften einzureichen, damit dieselben in der bevorstehenden 2. Versammlung vertreten werden tonnen. Wer nicht einreicht, schädigt sich selbst; denn es qtit hier, daS Schlimmste abzuwenden, wozu aber unbedingt die Stücke angemeldet sein müffen.
Wteßeu, 15. Dezember. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. v* 1.00—1.16, Hühnereier per St. 8—io 4, 2 St. 00—00 H, Enteneier 2 St. 00—16 ch, Gänse» ein per St. 00-00 ch, «äse 1 St. 5-8 ch, Käsematte 2 St. 5-6 ch, Erbsen per Liter 22 ch, Linsen per Liter 34 ch, lauben per Paa, 0.60—0.90, Hühner per St. «X 0.90—1.80, Hahnen per Stück «Ml 0.65—1.00, Emen per St. JL 2.00—2.20, Gänse per Pfund M 0.60—0.60, Ochsensteiich per Pfd, 68—74 ch, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 60—64 ch Schweinefleisch per Pfd. 60—70 ch, Schweine, fleffch, aesalzm, per Pfd. 74 ch, Kalbfleisch per Pfd. 60-64 ch, Hammelfleisch per Pfd. 50—60 ch, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bi»
5 50 Jt, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. JL 5.00- 6.50, ch per Liter 18 L.
Kirchliche Uachrichtea.
Gvasgelische vemeiudr.
Zu der im AbendgotteSdienst in der Stadtlirche stattfindenden Abeudmahlsseier der MarkuSgemeinde wird noch besonders die konfirmierte Jugend eingeladen.__________________________
Neueste Meldungen.
(TelephowMeldungeu des „Gießener Anzeigers".)
H. Darmstadt, 15. Dezember. In btr heutigen, für dringend erklärten Beratung des hesi. Landtages wurde debattelos die Erwerbung der Fürstlich Isen- burgischen Besitztümer zugestanden und die Genehmigung erteilt zur Aufnahme einer Anleihe von 1,240,000 Mk. zur Deckung der Differenz, um die der Kaufpreis höher ist als die Hypotheken. Auf die Interpellation wegen des Schiffsunglücks bei Bingen (Ostern dieses Jahres) erklärte der Minister^ lpräsident Gnauth, daß die Vorschriften betreffs Belastung und genauen Nachsehens der Boote nicht genau einge« halten worden seien. Im übrigen seien Verhandlungen in der Angelegenheit wegen Uebergabe des Trajekt- verkehrs seitens der Preußisch-Hessischen Eisenbahn-Verwaltung an einen Unternehmer im Gange. Für den Trajekt - Verkehr wird eine neue Polizeivorschrift ausgearbeitet.
Darmstadt, 15. Dezember. (Zweite Kammer.) Interpellation der Abgg. Brentano und Genossen betr. das Eisenbahnunglück in Offenbach. Die Regierung beantwortet dieselbe dahin, daß die eingeleiteten Ermittelungen über den Unfall noch nicht abgeschlossen seien, doch habe man jetzt eine gemeinsame Konferenz von Fachleuten einberufen, an welcher auch die Negierung teilnehmen werde. Man hoffe, daß das Ergebnis dieser Beratungen ein günstiges sein werde. Die- finanziellen Konsequenzen werde die Regierung auf sich nehmen. — Abg. v. Brentano erklärt sich im großen und ganzen mit Beantwortung der Frage seitens der Regierung einverstanden, stellt aber fest, daß es die moralische Verpflichtung der Eisenbahn- Verwaltung sei, für rechtzeitige Reformen im Eisenbahnwesen einzutreten. Seiner Meinung nach sei die Verwaltung an dem Unglück nicht ohne Schuld. Es sei jetzt notwendig, für entsprechende Entschädigung der Verunglückten und deren Angehörigen einzutreten. In vielen Fällen nähme die Eisenbahn-Verwaltung weniger Rücksicht auf die Verkehrssicherheit als auf die finanziellen Verhältnisse; es würde am unrechten Platze gespart. Gerade in Offenbach seien in Anbetracht des starken Verkehrs die Einrichtungen vollständig mangelhaft; nur der Tüchtigkeit und Umsicht der Eisenbahnbeamten verdanke man es, wenn nicht mehr Unglück passiere! Auch die D- Wagen seien sehr unpraktisch und lebensgefährlich.
Abg. Ulrich greift in scharfen Worten die Ausführungen des Eisenbahnministers Thielen au, der dieSchuld an dem Unglücke einer Verkettung unglücklicher Umstände zuschreibt. — Graf Oriola glaubt auch nich>t, daß die Eisenbahnverwaltung in allen Fällen die notwendige Vorsicht gebraucht habe. Er tritt dafür ein, daß auf der Strecke Frankfurt-Offenbach die zwei Gleise nicht genügten, der Eisenbahnminister Thielen soll bezüglich der D-Wagen jedem ReichDbürger Turnunterricht erteilen lassen, damit er in Fällen einer Gefahr aus dem T-Wagen herauskomme. Nächste Sitzung Dienstag vormittag.
Berlin, 15. Dezember. Nach der am Montag aufgelösten Versammlung sprach Graf Pückler, Klein-Tschirne, gestern abend in einer zahlreich besuchten antisemitischen Versammlung über den Einfluß des Judentums. Seine Rede war in etwas zahmeren Ausdrücken gehalten. Unter anderem führte er den Nicht-Empfang Krügers auf den jüdischen Einfluß zurück. Ohne Auflösung ging die Versammlung zu Ende. Ein starkes Polizei-Aufgebot war zur Stelle.
Paris, 15. Dezember. Das „Echo de l'Armee" versichert, daß die französische Armee in einigen Tagen ein neues Exerzier-Reglement erhalten werde, welches teilweise aus dem deutschen übernommen sei. Die neue Verordnung werde in vollständigem Gegensatz zu der bisherigen stehen. Das Reglement soll bereits im März nächsten Jahres zur Einführung gelangen.
New-York, 15. Dezember. Ein heftiger Orkan ist über San Franzisko und Umgegend niedergegangen. Die Telegraphen-Verbindungen sind abgeschnitten. Der Umfang des Schadens soll sehr bedeutend sein, doch konnte er bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Man schätzt ihn auf mehrere Millionen. Ob Menschen verunglückt sind, ist noch unbekannt.___________
Börsennachrichten.
Berlin, 14. Dezember.
4i% Deutsche Grundsohuld-Bank 1 u. 2 47.50 M.
4% do. 8. 6/8 unk. b. 1904 47.60
31/a% do. 8. 7/8, unk. b. 1906 00.00
4 o/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 96 60 , r/,0/o do. unk. 1905 88.00 „
4% Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 77.90 ,
4 do. 8. 15-18 unk. b. 1900 77.90 M.
4% do. 8. 19-20, unk. b. 1906 77.90 .
3,z, % do. 8. 13, 14 70.90 „
8Vi % do. 8. 21, 22, unk. b. 1906 70.90 »
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt, den 16. Dezember.
8Vi % Reichsanleihe . . BO/o do . . BVi ?/o Konsole . . . . 8 t/c do . . . . SV» c/o Hessen . . . . 5 % Italien. Rente . . . 4% Griech. Monop.-Anl.
3 °/o Portugiesen . . . 3°/o Mexikaner . . . . 4t/| u/0 Chinesen . . . .
96.05 Kreditaktien . . .
88.10 Diskonto-Kommandit
Tendenz: fest.
Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr, Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpener . . .
96.(5
87.81
93.50
95.10
43 6d
25.10
25.50
77.50
. . 211.50 . . 177.50 . . 132.60 . . 146.90 . . 150.20 . . 142.20 . . 162.40 . . 203.— . . 183.25 . . 175.80


