Ausgabe 
16.11.1900 Erstes Blatt
 
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Zur Eisenbahvkatastrophe bei Offenbach

die Beließt! in ReichSkanjlrr btt Wttzt zn Itiltn, onolt Trbtuwg

giiLgnale bei Bahnhöfe und Haltestellen vor; üLt die Durchführung dieser Vorschrift ist von der Auf- nchtsbehörde eine Frist bis zum 1. Dezember 1903

f willigt. Vorsignale für Blockstationssignale werden nur 1111 Ausnahmefällen angebracht. Die Notwendigkeit, »ninen solchen Ausnahmefall bei dem Signalmast der

Die Frankfurter Eisenbahn-Direktion schreibt derF-rkf. Ztg.":Bereit aus jede sachliche Frage Ant­wort zu geben, ersuchen wir um gefällige Aufnahme des folgenden: Im gestrigen Abendblatt derFrankfurter

trotz der schmachvollen Ermordung des Königs Humbert die freiheitlichen Institutionen und das Funktionieren der ganzen Staatsmaschine keine Beeinträchtigung erfahren haben. Die Beziehungen zu den anderen Mächten seien die herzlichsten und durch teilnehmende Kund­gebungen aus allen Staaten in feierlicher Weise bekräftigt worden. Was die militärische und politische Aktion Italiens in China betreffe, so vollziehe sie sich gemeinsam und mit dem Willen des Parlamentes, auch mit dem vollständigen Einvernehmen der anderen beteiligten Mächte. In Afrika sei die Grenzfrage gleichfalls in befriedigender Weise ge­regelt worden.

Wien, 14. November. Die österreichische Bischofs­konferenz erließ an alle Gläubigen eine Aufforderung, mit allen Mitteln gegen das Duell anzukämpfen.

Nach auS Belgrad hier eingegangenen Meldungen soll die Königin Draga vorgestern eine Fehlgeburt gehabt haben.

Petersburg, 14. November. Eine Mitteilung des Ministers des kaiserlichen Hauses, Barons Fredericks, be­sagt: Die Influenza, die sich bei dem Kaiser am 8. d. M. mit allen für diese Krankheit charakteristischen Zufällen, abgesehen von häufigem Schweiß, sich zeigte, u hm am 13. d. M. den Charakter eines typhösen Pro­zesses an. Das heute ausgegebene Bulletin lautet: Der Kaiser brachte die Nacht gut zu. Das Allgemeinbefinden i't gut. Temperatur 38,7, Puls 72. Kopf frisch. Kräfte völlig besliedigend. Die Diagnose ergab Unterleibs- lyphuS mit für den Augenblick völlig befriedigendem Verlauf.

Die Regierung hat beschlossen, die Schwarze Meer-Flotte bedeutend zu verstärken. In Nikolajew ist unlängst der Bau eines Kreuzers begonnen worden und em zweiter soll, wie hier in Marinekreisen verlautet, dem­nächst in Sewastopol gebaut werden. Das Deplacement sineS jeden dieser beiden Kriegsschiffe beträgt etwa 6400 TonS. Die Armierung besteht aus 12 sechszölligen Schnell- r.uergeschützen, 12 dreizölligen Schnellfeuergeschützen und 6 Hotchkißkanonen. Ferner werden für die Schwarze Meer Flotte noch 6 Torpedojäger von je 350 TonS gebaut, die nach 2 Jahren fertig sein sollen.

Bukarest, 14. November. Die Gerichtsverhandlung in bcm Prozesse wegen der Ermordung Fitkowski's begann heute mit dem Verhör des Mitschuldigen Nicolas Mietew. Dieser erklärte, die Ermordung Fitkowski's sei zuerst vom Volke in öffentlicher Versammlung, bann vom Geheimkomitee beschlossen worden. Der An­geklagte leugnet, daß er bei der Voruntersuchung erklärt habe, eS habe sich um ein Komplott gegen den König Carol gehandelt. Karambulew erklärt dagegen, er wisse, t» diese Worte sich auf ein Komplott gegen den König Earol bezogen.

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Koloniales.

DieDeutsch - Ostafrikanische Zeitung" in Dar-eS- Salaam schreibt unter dem 6. Oktober:

»In einem Teile der heimischen Presse kommt man, ausgehend von einigen Artikeln über hier angestellte Fahr versuche, welche wir s. Zt. in Verbindung mit Vorschlägen sür einen geregelten Trans- porlbrttikb und für di; Schaffung eines umfangreichen Fuhrwesens in unserer Kolonie veröffentlichten, zu dem unberechtigten Schluffe, daß unsere Liebe für die Zentralbahn im Abnehmen begriffen sei und daß wir deshalb der G-ündung eines geregelten Fuhrwesens so eifrig das Wort redeten. DasBerl. Tagebl." versteigt sich in üiner Abendnummer vom 31. August sogar soweit, folgendes seinen Lffern aufzutischen:DieDtsch.-Ostafr. Zig.", welch- früher zu den eifrigsten Verteidigern der Zentralbahn gehörte, führt jetzt sogar den Nachweis, daß ein wohieingrrichtetes Fuhrwesen und gute Land­straßen in Deutsch Ostafrika nicht Hand in Hand mit einer Zentral- bahn gehen könnten. Wunderbarer Standpunkt! Im Grgcntell, eS erscheint sogar mehr angebracht, daß, bevor eine E fenbebn durch daS Land gelegt wird, sich das Transppitwesen, also auch der Straßen­bau, auf einer gewissen Höhe befindet, denn in allen Ländern der Erde, in welche, langsamer oder schneller, Kultur und Zivilisation hraeingetragen worden ist, bezw. sich von selbst entwickelt hat, und wo eine arbeitsame und leidlich intelligente Bevölkerung für die Schaffung von V.rkehrswegen Sorge trug oder an derselben mithalf, ist der Schienenweg im allgemeinen nicht gleich hinter dem Fußsteige entstanden, selbst wenn die Vorteste des ersteren auch schon bekannt waren. Wenn wir m unserem Deutsch-Ostasrika in dem Drange, die Reichtümer der Kolonie schnell ausgeschlossen zu sehen, uns nicht scheuen, einige der sonst so gesunden ©tobten der Verkehrsentwicklung zu überspringen und sofort das beste ur.b schnellste Verkehrsmittel, b'e Bahn, erstreben, so ist die Begründung hierfür indem Charakter deS hiesigen Eingeborenen Menschenmaterials zu suchen, dtsien Ar­beitskraft und Intelligenz vorläufig noch nicht dazu ausreichen, um ohne ständige Aussicht und Anleitung durch Europäer im Sinne eines schnellen roi tschastlichen Wachstums thätig sein zu können. KLlchtsdestowerstgcr wollen und müffen wir mit ihr Zeit in Drutsch- Ostasrcka ein geregeltes Fuhr-Transportwesen zur Durchführung zu vrmgcn v rsuchen, und wenn wir dabei mit den größten Schwierig- rclten zu kämpfen haben, und auch schon mit einer Zentralbahn r 4* *5*tn ,nntn' benn "n- q otz: P.r'elntzader will ihre Speis^ng n nicht allein von den beiden Endpunkten entnehmen, sondern strebt danach, sich heran, .bilden. Jedenfalls aber wird der Bau von »ahnen m unserem Schutzgebiet der Entwickelung des Fuhrwesens bT $hrtn\De bunden-n Ausbau guter Verkehrtzstraß-n keinen Abbruch thun und umgekehrt wäre es ein Unding zu glauben, daß t*it gut eingerichtetes Fuhrwesen und schöne fahrbare Karawanen- st.aßen die Rentabilität einer parallel laufenden Bahn beeinträchtigen inten.

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letlt i folgenden: Im gestrigen Avenovtan oerFrankfurter

her tW' 3«itung" wird gefragt, ob der Si g n a l m a st bei Bude 11,

AsindeNo r bcr aufHalt" zeigte, keinVorsignal" hatte. Wir

'croibern hierauf: Erst dieBetriebsordnung für die aupt - Eisenbahnen Deutschlands", vom 1. Oktober 1898 Me njotb^1 ö gültig, schreibt in § 1 (Absatz 3 und 4) die Anbringung

0"? «eltiM >'on Vorsignalen, jedoch nur für die Einfahrt-

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Blockstation 11 als vorhanden anzunehmen, ist vor dem Unfalltag in keiner Weise hervoraetreten. Es ist ferner im heutigen Morgenblatt derFrankfurter Zeitung" ge­sagt, es sei nach Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn der größere Teil des vorher über die Strecke Hanau (West-) Frankfurt (Ost) gegangenen baierischen Durchgangsverkehrs auf die stark belastete Strecke H a n a u (Ost)-O f f e n b a ch - Fr a n k - (Hauptbahnhof) gelegt worden, zweifellos um Erspar­nisse zu machen. Dies sei vielleicht der Grund für die Anlage der Blockstation zwischen Mühlheim und Offenbach gewesen, da die Legung des dritten Geleises auf der Strecke (Ost)-Frankfurt Geld gekostet haben würde. Diese Annahmen sind gänzlich unzutreffend. Ein jeder, der die Frankfurter Verhältnisse kennt und sich vorstellt, welche Schwierigkeit für den Bahnbetrieb und den städtischen Verkehr bei der Durchführung von Eisen- babn - Zügen vom Bahnhof Frankfurt (Ost) über die stäotische Verbindungsbahn bis in die Nähe von Gries­heim, und dann zurücksetzend bis in den Haupt Güter- oder Personenbahnhof entstehen, muß zugeben, daß die Umlegung des in Rede stehenden Verkehrs auf die Linie über Offenbach umgehend geschehen mußte, und zwar ohnejede Rücksichtauf Mehreinnahmen oder Ersparnisse, sobald das bisherige Hindernis, näm­lich das Privatinteresse der Hessischen Ludwigsbahn be­seitigt war. Für die Anlage eines dritten Gleises Hanau (Ost)-Frankfurt (Hauptbahnhos) besteht zurzeit kein Be­dürfnis. Sollte dies Bedürfnis hervortreten, so würde die notwendige Gleichmäßigkeit in den Anordnungen für die Betriebsführung die Herstellung einer zweiten z w e i - gleisigen Strecke erfordern, wenn nicht anders neue und schwere Betriebsgefahren geschaffen werden sollen. Die Blockstation 11 zwischen Offenbach und Mühlheim ist schon im Jahre 1894, also drei Jahre vor der Verstaat­lichung der Hessischen Ludwigsbahn angelegt worden, und ist auch nach heute nicht wegen des starken Verkehrs nötig, sondern für die Regelmäßigkeit des Betriebes zweckmäßig.

Aus Mainz erhält dasselbe Blatt folgende Zuschrift von Herrn Heinrich Klein : Es herrscht nunmehr kein Zweifel, daß mein Neffe und Teilhaber Herr Emil Klein, ein Opfer der unheilvollen Katastrophe geworden ist. Wie dieFrankfurter Zeitung" mitgeteilt hat, machte Herr Kaufmann Jakob Klebe in Fulda die Interessenten darauf aufmerksam, daß er es vielleicht ermöglichen könne, über solche Opfer der Katastrophe, die nicht identifiziert werden konnten, durch Einsendung einer Photogra­phie der betreffenden Person Aufklärring zu verschaffen. Nachdem ich Herrn Klebe die Photographie des Herrn Emil Klein einsandte, erhielt ich gestern abend folgende Antwort des Herrn Klebe: Leider erkenne ich in der eingesandten Photographie meinen Reisegefährten. Ich fuhr mit Herrn Klein von Bebra bis Fulda, wo ich aus­stieg. Wir unterhielten uns sehr eifrig und gut, und ich entnahm unserem Gespräch, daß Herr Klein aus Mann­heim ist und seit einigen Jahren in Mainz wohnt". Ferner hat Herr Kaufmann Jakob Ebert von hier Herrn Emil Klein in einem der Wagen gesehen; Herr Emil Klein hat noch von Eschchege aus an seine Frau depeschiert, ihn um 11 einhalb Uhr abends zu erwarten, und auch von Eschwege aus wird bestätigt, daß Herr Emil Klein den D-Zug benützt hat.

Aus Stadt und And.

Gießen, 15, November.

* Stadltheater. Die gestrige Volksvorstellung, in der SchillersDie Räuber" vor vollbesetztem Hause gegeben wurden, erfreute sich des ungeteilten Beifalls des Publikums, das besonders den Darstellern der drei Hauptrollen (Fräu­lein Korn als Amalie und den Herren Liebscher und Ramseyer als Franz und Karl Moor) anhaltend laute Anerkennung zollte. Aus dem Theaterbureau schreibt man uns: Die Erstaufführung von Hermann Suder­manns vieraktiger Lustspiel-NovitätJohannisfeuer" findet morgen der hohen Honorarkosten' wegen bei mittleren Eintrittspreisen statt. Abonnements billets haben mit Zuzahlung Giltigkeit. Auch für etwaige Wiederholungen der Novität haben aus demselben Grunde durchweg erhöhte Preise Geltung. Am nächsten Sonntag Nachmittag bringt die Direktion als Kindervorstellung das MärchenspielHänsel und Gretel".

Bad Nauheim, 14. November. Die beiden Laden­diebinnen, die vor einiger Zeit einem Laden in der Kurstraße einen Besuch abstatteten, wurden in Gießen ermittelt. Die beiden Dämchen behaupten, die Sachen nurzur Ansicht" eingesteckt zu haben, sie dürsten jedoch bald eines andern belehrt werden.

Darmstadt, 14. November. Die Bezirksverbands- Versammlung der Gewerbevereine des Bezirks Darmstadt, die Sonntag in Nieder Ramstadt stattsand, beriet u. a. auch über eine Verfügung der Kreisschul-Kom- mission, wonach die Unterrichtszeit für die Hand­werkerschulen im Kreise Darmstadt auf die Zeit von 57 Uhr abends zu legen sei, wie bei den Fort­bildungsschulen. Sämtliche Vertreter sprachen sich in scharfer Weise hiergegen aus. Mit einer solchen Maßregel werde auch die Lehrzeit der Lehrlinge aufs neue verkürzt; gerade in der Zeit von 57 Uhr sei der Lehr­ling für den Meister am unentbehrlichsten. Sache Großh. Centralslelle für die Gewerbe und Großh. Handwerkskammer sei es, hier für das Handwerk einzutreten.

Darmstadt, 14. November. Der Großherzog hat das. dem verstorbenen Prinzen Wilhelm gehörige Palais auf der Rosenhöhe käuflich erworben.

Mainz, 14. November. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat zwei dringliche An­träge an die Bürgermeisterei eingereicht. 1. In Anbetracht einer zweifellos im Anzug begriffenen Geschäftskrise, die sich heute schon in stärkerem Angebot von Arbeitskraft wie seit Jahren bemerkbar macht, möge die Stadtoerordnetenver- sammlung der Bürgermeisterei eine größere Summe für umfangreiche Notstandsarbeiten zur Verfügung stellen. 2. Wegen der unerhört hohen Koh len preise die wahr-

[ scheinlich in der nächsten Zeit noch eine weitere Steigerung erfahren, wird die Stadtverordnetenversammlung ersucht, die Bürgermeisterei zu veranlasse, auf städtische Kosten große Posten Hausbrandkohlen und Briketts anzukaufen und diese an minderbemittelte Einwohner zum Selbstkosten­preis in Mengen von 1 bis 5 Gentnern abzugeben. Die erste Angelegenheit wurde in der heutigen Stadtverordneten­versammlung dem BauauSschnß überwiesen, der in Bezug auf die auszuführenden NotstandSarbeiten der Stadtverord­netenversammlung eine Vorlage machen soll. Von Baurat Kuhn wurde heroorgchoben, daß in der nächsten Zeit be­deutende bauliche Arbeiten in der Neustadt vorgenommen würden, bei denen eine große Anzahl Arbeiter Beschäfti­gung finden könnte. Der 2. Antrag veranlaßte eine lange Debatte. Im ganzen fand der Antrag keine Gegner, nur über die Art der Ausführung herrschte Meinungsverschieden­heit. Der Antrag wurde dem Finanzausschüsse überwiesen. Bei den hiesigen Kohlenhändlern soll augefragt werden, ob sie vielleicht zur Lieferung von Steinkohlen um billigen Preis an Minderbemittelte sich verstehen könnten.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Vorstand des südöstlichen BezirksoereinS in Mainz hat eine Eingabe an die Bürgermeisterei und Stadtverord- neten Versammlung gerichtet mit dem Ersuchen, Schritte zu thun, um den öffentlichen Häusern die stillschweigende Be­triebs-Erlaubnis zu entziehen. Wie der Oberbürger­meister von WormS in der letzten Stadtverordnetensitzung mitteilte, wird mit dem Neubau des Bahnhofes spätestens im Frühsommer nächsten Jahres begonnen weiden und der Bau in 2% Jahren vollendet sein. In Höchst ist ein Uhrendiebstahl verübt worden, vermutlich durch zwei Schiffer von 2225 Jahren. Entwendet sind 20 silberne Uhren, 80 verschiedene goldene Ringe, 4 massiv goldene und eine Anzahl Doubleketten.

Vermischtes.

* Berlin, 14. November. In CnrlShorst versuchte heute ein Beamter, namens Graff, die Frau eines Gast­wirts Pusch, mit der er in nähere Beziehungen getreten war, und sich selbst zu vergiften. Es gelang jedoch die Frau zu retten; auch Graff blieb am Leben und wurde als Untersuchungsgefangener nach Moabit gebracht.

* Typhus. Wie man aus Chemnitz meldet, sind in Bürgstadt schwere Typhuserkrankungen aufgetreten. Bier Personen sind bereits gestorben.

* Stockholm, 14. November. Bei einem Eisen­bahnzusammenstoß in Gellivane wurden der Zugführer getötet und sechs Reisende schwer verwundet.

Kunst und Wissenschaft.

Fräulein Triesch ist, wie fie bei ihrem Gießener Gastspiel selbst mlttetlte, tn Berlin sür dasLessing-Theater" engagiert worder. Dieser Vertrag besteht schon seit längerer Zeit. Direktor Neumann-Hoser hat der Künstlerin Ruhe gewährt und Mutze, sich bezüglich t&rer Verpflichtungen mit der Münchener Hofbühne ouS- etnandkrzusetzkn. AIS übrigens Neumann Hoter den Verirag mit Fräulein Triesch vereinbarte, halle e>, wie derB. B. C" miiteilt, von irgend welchen Verpflichtungen München gegenüber keine Kenntnis. Aehnlrch mag eS auch dem Intendanten von Possart gegangen fein.

Hermann Sudermanns »Johannisfeuer^ kam im Düssel­dorfer Stadttheater am 8. November zur erstmaligen Aufführung. Trotz des sehr unbefriedigenden Schlusses fand das Stück durch die ganz vorzügliche Darstellung der Heldin desselben, desHeimchens", eine im ganzen sehr beifällige Aufnahme. Es gelang Fräulein Roland, das aus sehr verschiedenen Elementen gemischte Gebilde, die miteinander widerstreitenden Eigenschaften dieses merkwürdigen Charakters mit großer und feiner Klugheit zusammenzuhalten und eine glaubhafte und in­teressante Gestalt zu schaffen.

Gerichtssaat.

Mainz, 13. November. Der 24 Jahre alte PosthUfsbote Georg Mengel aus Stadecken, zuletzt am Postamt II hier bedienstet, ist des Diebstahls im.Amt angeklagt. Der Angeklagte hatte im Juni aus einem ausgegebenen Postpacket einen silbernen Löffel und im September aus einem Packet 50 Mk. in baar gestohlen. Ferner entwedete er einen Brief und zwei Postkarten. Bei der Haussuchung fanden sich in seinem Besitz noch der silberne Löffel und 80 Mk. in Gold. Mit dem Rest will er Schulden bezahlt haben. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 1</4 Jahren Gefängnis und sprach ihm für dauernd die Fähigkeit ab, öffentliche Aemter begleiten zu können. Der Volksschullehrer Jakob Adam Nie vergäll aus Sauer^ Schwabenheim, jetzt in Wörrstadt an der Volksschule thätig, ist der Körperverletzung angeklagt. Der An» geklagte hatte im Juni in Sauer Schwabenheim an einer Privatlehranstalt einen 13jährigen Schüler, weil er sein Schulheft mitzubringen vergessen hatte, mit einem Stock derart geschlagen, daß der linke Arm des Knaben zeitlebens zum Teil steif bleiben wird. Der Lehrer wurde zu 25 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Pisek, 14. November. In dem Prozeß Hilsner beant­worteten die Geschworenen die erste Frage, Mord an der Hruza mit 12 Stimmen verneinend, die zweite Frage: Mitschuld an der Ermordung der Klima mit 12 Stimmen bejahend, die dr rte Frage der Verleumdung einstimmig mit ja; die vierte Frage: Entfernte Mitschuld an der Ermordung der Hruza mit 9 Stimmen be­jahend. Hilsner wurde zum Tode durch den Strang verurteilt.

Gingesandt.

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Gießen, 14. November 19(0.

Würde sich der verehrt. Vorstand de» Evang. Arbeiter» Vereins dazu verstehen, das am ve:gang nen Sonntag m Steins Garten gegebene Theaterstück nochmals zur Aufführung zu brwgen? Es wäre vielen eine große Freude, wenn fie eS nochmals sehen könnten und es würde dadurch auch der Unterstützungskaffe ein voraussichtlich nicht kleiner Betrag zufließen. ©in eingeführter Gast.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgcscllschast.

Sabbatbfeier am 17. November 1900.

Freitag abend 4» Uhr, Samstag vormittag 8« Uhr Predigt, nachmittags 839 Uhr, Sabbathausgang 680 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7 Uhr, abends 4 Uhr.

Neueste Meldungen.

Berlin, 15. November. Wie wir erfahren, ift der Kaiser entschlossen, den Reichstag aufzulösen, falls