■teert im Laufe der Jahre durch vielerlei Umstände geraten sei. Als Mißstände bezeichnete er zunächst die vielen meist kleinen Architektenbüreaus, deren Inhaber oft kaum notdürftig ausgebildet, dem .Handwerker den Verdienst wegnehmen, oft auch zum Schaden des Bauherrn; ferner sei bei Holz- und Arbeitslieferungen die A b s ch a f f u n g des tu bischen Maßes notwendig, auch die vielerlei Profil- Vorschriften feien ein großer Krebsschaden. Dagegen sei notwendig, die Einführung von Zeugnissen für die Arbeiter, sowie die Festsetzung der Arbeitslöhne im ganzen Verband. Da die Handwerkerkammern, der fast kein Zimmermeister angehöre, nicht hinreichend orientiert sei, muffe man ihr durch gemeinsame Eingaben die nötigen Hilfsmittel bieten. Hierauf giebt der 2. Vorsitzende des Badischen Verbandes, Zimmermeister G. Her r m a n n, in packender Schilderung ein Bild, wie man in Baden durch gemeinschaftliches Vorgehen die berechtigten Wunsche des Zimmerhandwerks durch Einführung der laufenden Maße, Schaffung von Normalprofilen re. re. erzwungen habe. Er hoffe, daß auch in Hessen durch sofortige Gründung eines Verbandes, wie schon in der Pfalz und Hessen-Nassau, auf dieses erstrebenswerte Ziel hingearbeitet werde. Nach kurzer Diskussion wird die Gründung eines Landesverb -a ri d e s der Z im m e r m e ister im Groß- Herzogtum Hessen beschlossen und alle Anwesenden erklären ihren Beitritt. Als provisorischer Vorstand gilt das seitherige Komitee mit den obengenannten Vertretern der drei Provinzen.
König, 13. Oktober. Die Königin von Holland har dem Grasen zu Erbach Schönberg das Großkreuz des Ordens vom Niederländischen Löwen verliehen. — Gestern morgen fuhr die Königin von Holland in Begleitung einer Hofdame nach Kirchbrombach und von da durch das Kinziger Thal zurück. Nachmittags fuhren die Königin und die Königin-Mutter mit dem Erbgrasen und der Erb- gräfin zu Erbach-Schönberg über Forstel nach Hummetrot. Auf dem Rückweg stiegen die beiden Majestäten aus, um mit dem Erbgrasen die Strecke von Etzengesätz bis König zu Fuß zurückzulegen. Außer den Fahrten werden von den Herrschaften täglich kleine Spaziergänge in die nächste Umgebung, so nach dem Karolinentempel, dem Weyprecht- tempel und anderen Punkten unternommen. Wie man hört, sollen die hohen Gäste wiederholt ihre Zufriedenheit über die Schönheiten der Gegend ausgesprochen haben.
Offenbach, 14. Oktober. Aus Anlaß der Pensionierung des langjährigen ersten Verwaltungsbeamten unseres Kreises, des Geh.-Regierungsrats Haas, hat der Verein der Bürgerbürgermeister des Landkreises Offenbach die Veranstaltung einer großartigen Ovation als Abschiedsfeier beschloffen, die am 25. Oktober zu Seligenstadt stattfinden und mit einem Festbankett in der Hofrestauration „Zum Frankfurter Hof" schließen wird. Der „Darmst. Tägl. Anz." schreibt dazu: Mit rastloser Umsicht und Thatkraft stand der Scheidende viele Jahre hindurch unter schwierigen Verhält- hältnissen unserem reichbevölkerten Verwaltungsbezirk vor. Aus den verschiedensten Gebieten begegnet man den Früchten
seines emsigen Wirkens. Vortreffliche Landstraßen brachten entlegenere Kreisgemeinden mit verkehrsreicheren Plätzen in Verbindung. Viehzucht, Getreide-, Wiesen- und Obstbau, sowie auch die Feldbereinigung rc. machten durch sein Bemühen entschiedene Fortschritte. Schöne Denkmäler seiner Fürsorge für die Heranwachsende Generation fetzte er sich durch die Erbauung geräumiger und praktischer Schulhäuser. Die verschiedensten Bildungsanstalten, namentlich die Volksschulen , die landwirtschaftliche Winterschule, die Haushaltungsschule, die gewerblichen Fortbildungsschulen, fanden in ihm stets einen eifrigen Förderer. Die Krankenhäuser und andere Anstalten sind stumme und doch auch beredte Zeugen seiner vielgestaltigen Sorgen. Aber nicht allein durch seinen regen Amtseifer, sondern auch durch sein allezeit freundliches und liebenswürdiges Entgegenkommen erwarb sich Herr Regierungsrat HaaS unter allen Bevölkerungsschichten zahlreiche Verehrer. Diese werden sich die bevorstehende Ovation nicht entgehen lassen, um ihren dankbaren Gesinnungen gebührenden Ausdruck zu verleihen.
Wetzlar, 14. Oktober. Die Mitglieder der hiesigen Handelskammer haben in ihrer ersten, heute nachmittag abgehaltenen Sitzung den Generaldirektsr Kaiser Hierselbst zum Präsidenten der Handelskammer und den Fabrikanten Adolf Neumann zu Bahnhof Wetzlar zu seinem Stellvertreter gewählt.
** Wetzlar, 14. Oktober. In große Bekümmernd ist eine hiesige Familie durch das Verschwinden ihres 13jährigen Sohnes versetzt worden. Adolf Schreier, ein schlanker, kräftiger, schwarzhaariger Bursche mit frischem, roten Gesicht, hat am SamStag dem 6. Oktober, morgens gegen 8 Uhr, mit dem Schulranzen auf dem Rücken die elterliche Wohnung verlassen, um zur Schule zu gehen. Seitdem haben ihn feine Eltern nicht wieder gesehen. Der Junge war mit dunkler Hose, brauner Jacke und hellem runden Hütchen bekleidet. Ein weiteres Kennzeichen ist, daß der Junge beim Sprechen stottert, namentlich dann, wenn er angesehen wird. Die bekümmerten Eltern bitten-jedermann um Nachricht über den Verbleib des Knaben. Auch werden die auswärtigen Zeitungen freundlichst gebeten, diese Zeilen abzudrucken. Nachrichten wolle man an Heinrich Berghäuser, Wetzlar, Neustadt, richten.
W. Groß-Rechtenbach (Kr. Wetzlar), 14. Oktober. Gestern nachmittag eröffnete Landrats Amtsverwalter Dr. Sartorius hier im Gastwirt Amend'schen Saale in Gegenwart zahlreicher Interessenten die Obst-Ausstellung des Obst- und Gartenbau-Vereins des Kreises Wetzlar. Die Ausstellung ist überaus gut und reich mit den edelsten Sorten Birnen und Aepfeln beschickt. Ebenso sind wundervolle Trauben zur Ausstellung gebracht. Eine hervorragende Kollektion von Tafel- und Edelobst, wobei selbst Tomaten und Quitten nicht fehlen, hat Dr. Brunner-Wetzlar gestellt. Aus den Gemeinden Hörnsheim, Hochelheim, Groß-Rechtenbach, Ober- und Niederkleen,
Eberskleen und Ebersgöns, Stätten, in denen der Obstkullur schon seit 25 und mehr Jahren die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet wird, haben durchschnittlich ganz hervorragende Leistungen gezeigt. Auch das Obst aus den Orten Dutenhofen, Münchholzhausen, Atzbach, Dorlar usw. läßt erkennen, daß man dort mit Eifer bestrebt ist, es auf diesem Gebiete den Nachbargemeinden gleich zu thun. Die Ausstellung war auch heute trotz der Ungunst des Wetters überaus gut besucht, ein Beweis, wie großes Interesse die ländliche Bevölkerung der-Obstkultur entgegen bringt.
Breitenbach(KreisWetzlar), 14.Oktober. Metier einenschier unglaublichen Fall von religiösem Wahn ist von hier zu berichten. Das Dorf wird von einer ziemlichen Anzahl Frommer bewohnt. Eine Familie, bestehend aus der Mutter, zwei erwachsenen Töchtern und einem Sohn, setzte es sich in den Kopf, in den Himmel fahren zu wollen. Sie bereiteten sich durch Fasten, Beten und sonstige fromme Ueb- ungen gehörig vor, dann verschenkten sie ihre bewegliche Habe, schnitten sich die Haare ab, und erwarteten das Zeichen zur Auffahrt. Der Schäfer des Dorfes, der um die Sache wußte, wollte denn auch einen hellen Schein über dem Haufe wahrgenommen haben, und verbreitete die Mär von der vollbrachten Himmelfahrt. Befonncnere Nachbarn, die durch das Brüllen des hungernden Viehes aufmerksam gemacht waren, fanden die vier Himmelsahrcr gänzlich erschöpft und völlig entkleidet zusammen in einem Bette liegend in einer verschlossenen Dachkammer vor.
Kirchhain, 14. Oktober. Gestern wurde auf hiesiger Herberge ein Handwerksbursche namens Winter verhaftet. Er soll am Raubmord beteiligt gewesen sein, der an dem Schuhmachergesellen Heinrich Schmidt aus Sontra, im August d. I. im Kloppenh ei mer Wald bei Großkarben verübt worden ist. Der Verdächtige wurde in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis abgeliefert.
Aus -em Oeschüstsleben.
Prämiierung. Dr. med. Theinhardts „Hygiama" Und »Lösliche Kittdernahrung", welchen auf den diesjährigen Ausstellungen in Leipzig und Prag die höchste Auszeichnung zuteil wurde, sind auch jetzt wieder in Zwickau mit der „Goldenen Medaille" bedacht worden, ein gutes Zeichen dafür, daß sich diese wertvollen Nähr- und diätetischen Heilmittel auf der Höhe erhalten haben, die sie schon bei ihrer Einführung vor 10 Jahren einnahmen.
Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte.
Gießen, Airchenplatz u- 6188
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Garterrftruid« 2.
Angebot der Arbeitnehmer: 1 Tapezierer, 1 Heuer, 1 Büreavdiener, 1 Schneider, 1 Schi einer, 1 Aufseher, 1 Mechanikerlehrling, 1 Kontoristin, 1 Laden« gehllfin, 1 Schreibgehilfe.
Nachfrage der Arbeitgeberr 1 Drechsler, 1 Glaser, 1 Tapezierer, 1 Schuhmacher, 2 Bauschreiner, 1 Pferdeknecht, 1 Hausbursche, eine Anzahl Taglöhner, 1 Bursche im Aller von 16—18 Jahren aus ein größeres Gut,, mehrere Dienstmädchen, 1 Lauffrau.
Lehrlinger 2 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Friseur, 1 Glaser, 1 Kupferschmied, 1 Sattler, 2 Schneider, 2 Schreiner, 3 Schuhmacher, mehrere Spengler gegen tägliche Vergütung, 1 Wagner.
Brod-reife
vom 14. bis 28. Oktober 1900.
Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Tsfelbrod . . 28 Pfg 1 Kg. (2 Pfd.) Schwrrzbrod . 24 Pfg.
2 Kg. (4 Pfd.) Tefelbrod . . 56 F 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot) . 48 „
1 Kg. (2 Pfd.) Weitzbrod . . 26 y 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot) . 72 ,
2 Kg. (4 Pfd.) Weitzbrod . . 52 „
Der auswärtigen Bäcker.
1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrod bei:
L. Schmidt, Gr.-Linden ... 24 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . 24 Pfg. W. Steinmüller, Lang-Göns . 24 „ W. Fabel von Wieseck ... 24 „
6. Post von Wieseck . , . . 26 „
„ 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrod bei:
L. Schmidt, Großen-Ltnden . 48 Pfg. W. Weitzel von Lang-Göns . 48
WNh. Fabel von Wieseck . . 48 „ W. Stetnmüller, Lang-Göns . 48
L. Steinmüller, Großen Linden 48 „ C. Post von Wieseck .... 52
o m 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot) bet:
& ®wBe»’8inben . 22 Pfg. W. Weitzel von Lang-Göns . 22 W. Stetnmüller, Lanq-Göns . 22 „
Q ffiu Ql ? Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrod bet:
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Psg.
Psg.
Der Brodverkänfer.
Bet den hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 13. Oktober 1900.
Großherzoglicher Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Alice-Kochschule.
Mittwoch des 17. Oktober besucht die Lehrerin, Fräulein Nenner, mit Schülerinnen des Kochkursus die Kochkunst Ausstellung in Frankfurt a. M.
Frühere Schülerinnen des Kochkursus können sich daran beteiligen und werden Anmeldungen von Fräulein Renner angenommen. 6763
Arbeitsverdingung.
Die Lieferung der Bauarbeiten zum Neubau eines zweiklassigen Schulgebäudes mit zwei Lehrerwohnungen für die Gemeinde Wald, girmes, als:
1. Erdarbeiten,
2. Maurerarbeiten,
3. Steinmetzarbeiten,
4. Trägerlieferung,
5. Dachdeckerarbetten,
6. Spenglerarbeiten,
7. Tüncher- u. Anstreicherarbe'cken,
8. Schreinerartieiten,
9. Glaferarbeiten,
10. Schlosser- u. Schmiedearbeiten, 11. Brunnenarbeiten
(zu 2, 3 und 5 bis 11 mit Materiallieferung) soll im Submissionswege verdungen werden.
Preisangebote auf vorgeschriebenem Formular sind in verschlossenem Couvert mit entsprechender Aufschrift bis Moutag den 22. d. M., nachmittags 2 Uhr, bei der Bürgermeisterei atizugeben.
Zeichnungen und Bedingungen sind a. f drin Bureau der Bürger» metfterei, sowie in Gießen bei dem Architekten Gust. Hamann, Bergstraße 11, einzufehen.
Angebotsformulare find auf genannten Burcaus gegen Erstattung der Kopialgebühren erhältlich.
Zuschlagsfrift 14 Tage.
Waldgirmes, den 12. Okt. 1900.
Der Bürgermeister.
________Bernhardt. 6750
Die Herstellung von etwa 18000 qm Basalt-Reihenpflaster und die Lieferung von rd. 1800 obm Basaltpflastersteinen 2. Sorte, die Lieferung gegebenenfalls auch geteilt, soll am Samstag dem 80. Oktoder 1000, vormittags 11 Uhr, bet der Unterzeichneten öffentlich vergeben werden. Bedingungen und Angebotmuster können von dort gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 3 Mark bezogen werden. Angebote sind mit der Aufschrift „Pflasterung auf Bahnhof Gießen" tiereben bis zum genannten Termin postfrei einzusenden. 6727
Gießen, den 11. Oktober 1909.
Großh.Hess.Eisenb -Betriebs-Inspektion 1.
Submission.
Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von:
5 Ctr. gute Taseläpfel,
300 „ Kartoffeln,
10 „ Weißkraut auf dem öffentlichen Submisstons, wege vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen an den Wochentagen auf dem Verwaltungsbureau, nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen.
Offerten find versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 17. Oktober d. I., vor- mittags 12 Uhr auf dem erwähnten Bureau einzureichen.
Der Zuschlag erfolgt bis zum 25. Oktober 1900.
Gießen, den 4. Oktober 1900. Gr. Direktion der psychiatrischen Klint k. 6555 Sommer.
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