Schönen Künste de« großen Kulturländer au- den letzten Jahrzehnten veranschauliche», und zwar fällt hier ein Drittel auf Frankreich, das eine bis 1800 reichende rückschauende Ausstellung veranstaltet hat, und zwei Drittel auf das Ausland. Von letzterem sind wohl sämtliche Kulturstaaten auf das würdigste vertreten, es ist eine künstlerische Heerschau im schönsten Sinne des Wortes, so be- deuttmgsvoll, so umfangreich und fesselnd, wie man sie bisher kaum gesehen.
Die gewaltige, von zwei übereinander liegenden Ga- terieen umgebene Eintrittshalle, die von einer mächtigen Glaskuppel überwölbt ist, birgt in thatsächlich verwirrender Weise die Bildhauerrverke, deren Zahl wohl tausend erreichen mag. Ein Eingehen, wenn auch nur auf die besten Leistungen, ist wie lauch bei den Gemälden, unmöglich, falls »um nicht Bände zur Verfügung hat, und selbst dann wäre es jetzt noch nicht durchführbar, da vorläufig an vielen der ausgestellten Gegenstände die Namen der Künstler fehlen und der offizielle Katalog sehr unzulänglich ist. Erwähnt sei, daß in diesem Saale für jeden Geschmack gesorgt ist, für den frömmsten wie für den weltlichsten, für den, der den klassischen Ueberlieferungen huldigt, und jenen, der auf die mooerne schwört. Hier ist alles vertreten, was überhaupt die Phantasie eines Künstlers und seine Meißel schaffen können, in Marmor, in Gips und Bronze: Fürsten und Feldherren, Dichter und Gelehrte, Götter und Göttinnen, weibliche Schönheiten ohne jede Bekleidung (in bedeutender Mehrzahl!) und in den Trachten des Altertums, des Mittelalters, des Rokoko, Empire und der Jetztzeit, Tänzerinnen und Schäferinnen, schlafende, wachende, frierende, badende, sterbende Jungfrauen, Rache- und Ruhmesgöttinnen, zu dutzendenmalen Eva vor und nach dem Apfelschmaus, ebenso häufig die Sünde wie die Mutterliebe, dann Heilige und Märtyrer, Ringer und Bettler, Jäger und Mönche, siegende und, Unterliegende Krieger, von hohem Ideenflüge durchdrungene Gruppen, wie einzelne Gestalten, Kruzifixe, Grabdenkmäler, Brunnenentwürfe und so fort, die Mehrzahl aber in fesselndster künstlerischer Auffassung und Aus- führung, alle überragend das in der Mitte stehende, von Barrias geschaffene hoheitWolle Denkmal für Viktor Hugo, den Dichter stehend auf einem Felsgipfel zeigend, wie ihm huldigend die Musen nahen. Von deutschen Künstlern finden wir mit trefflichen Leistungen neben anderen R. Begas, L. Caner, Adolf Hildebrand, Joh Schilling, Gust. Gberlein, E. Herter, W. Schott, I. Uphues vertreten.
An diese erste majestätische Halle schließt sich ein zierlich gehaltener Kuppelsaal, dessen breite Pfeiler mit grünlichen Marmorplatten bekleidet sind, von denen sich die vergoldeten Bronzezierrate wirkungsvoll abheben; hier wie in den Nebensälen und teilweise auch in den Räumen des ersten Stockwerkes, befindet sich die Ausstellung der französischen Gemälde von 1800 an; von Skulpturen ist nur eine geringere Zahl, den Museen entstammend, ausgenommen worden, dagegen fehlt es nicht an vielen Möbeln und kunstgewerblichen Arbeiten aus der Empire-Zeit, die entsprechend verteilt worden sind. Die neuere Geschichte Frankreichs tritt uns in diesen Räumen in all ihren Abstufungen vor Augen, von den Triumphen des ersten Nw- poleon und Sen Schrecken der Bürgerkriege bis zu dem. blutigen Ringen der Jahre 1870-71 und den jüngsten politischen Ereignissen. Mehrere der Marmorwerke, die jetzt dein Versailler Museum angehören, schmückten einst in den Tuilerien die Gemächer der beiden Kaiser aus der Familie der Bonaparte, hier, diese meisterhafte Statue von Ramey, Napoleon I. im Krönungsornat darstellend, wurde nach dem Leben gestaltet, und da, zu jenem großen Gemälde, auf welchem wir den Kaiser in der grünen Chasseur-Uniform »rblicken, wie er gebieterisch die Rechte auf die Weltkarte stützt, hatte er dem Maler Lefevre mehrere Sitzungen bewilligt — 1809 ist unten verzeichnet, Napoleon stand auf der stolzen Höhe seines Lebens! Neben anderen seiner Portratts finden wir die Bilder seiner Mutter, der schönen und klugen Mphame Lätitsa, seiner ersten Gattin Josephine, wie sie in einem Pariser Asyl die Kinder der Armen beschenkt, seiner Schwestern, seiner Generale und Vertrauten, dann die Schilderungen seiner Siege, die Heimkehr der Truppen, aber auch die des Rückzugs der Armeen in Rußland, oer Niederlage von Belle-Alliance, endlich, in ergreifender Darstellung, Die Zurückbringung seiner sterblichen Reste im Dezember 1840 nach dem Jnvalioendom. Und welche Künstler haben zur Verherrlichung Der napoleonischen Epoche beigetragen: David, Gerard, Lafon, Bernet, Jsabey, bis auf Meissonnier, Neuville, Detaille. Auch der „Zwischenkönige", die vom ersten bis dritten Napoleon herrschten, ist gedacht, verhältnismäßig wenig des letzteren, vestomchr der Kämpfe in Afrika, garnicht jener im Krimfeldzuge ! Dafür, in großen dekorativen Gemälden, wurde Sie vor drei Jahren stattgefundene Anwesenheit des Kaisers Nikolaus in Paris gefeiert, wie er den Grundstein zur Alexa»derbrücke legt, wie das Kaiserpaar einer Sitzung im Institut, dem Heim der vierzig „Unsterblichen", beiwohnt, wie die liebreizende Fürstin die Pariser jungen Damen, welche ihr Blumensträuße darbringen, empfängt, wie sich bei der großen Longcharnps-Parade die Fahnen der französischen Regimenter vor dem russischen Herrscher senken! Und dann die lange, lange Flucht der Säle mit öen sorgsam ausgewählten Gemälden, welche die besten der französischen Künstler während der letzten Jahrzehnte geschaffen — ach da ruht bewundernd die Feder, das alles kann man nur persönlich voll empfinden und freudig genießen!
Und ebenso ist es unmöglich, der vielen einzelnen Ab-> teihmge» der fremden Staaten zu gedenken, beteiligten stch doch von letzteren nicht weniger wie dreißig, von denen die Mehrzahl vier und fünf Säle beanspruchte. Erwähnt jei nur, daß sich zahlreich die Künstlerschaft Japans einstellte, wobei Alt-Japan mit seinen Tier-, Blumen- und Sandschastsdarftellungen; Neu-Japan, mit seinen Portraits und Genrebildern nach europäischen Vorbildern erheblich sthlägt, und daß überraschend gut und umfangreich die Russische, wie Amerikanische Kunst vertreten ist, erstere auch durch eine beträchtliche Zahl trefflicher Skulpturen in Marmor und Bronze. Werke allerersten Ranges bot England dar, und Ungarn suchte Oesterreich in künstlerischer Beziehung zu überflügeln; in der österreichischen Abteilung, die in dekorativer Beziehung leicht und freundlich gehalten ist, finden wir ein treffliches, von Angeli stammendes Bildnis der Kaiserin Friedrich, die hohe Frau in schwarzem Kostüm, über dem das Orangeband des
Schwarzen AdlerordenK liegt, fitzend und «achpenAich ein Andachtsbuch in der Hand haltend, zeigend.
Mit großem uxb auch von französischer Seite Willis anerkanntem Geschmack sind die den deutschen Künstlern zur Verfügung gestellten Räume ausgestattet worden. Durch ein von Säulen getragenes Portal tritt »ran zunächst in einen kleineren Kuppelsaal, dessen Wände mit dunkel- grünem, gestreiftem Sammet bekleidet sind, während den Fußboden ein moosgrüner Teppich bedeckt und überall Lorbeerbüsche verteilt sind. Außer einigen Portraits von Lenbach und Alberts von Keller (München) sowie längst bekannten Gouachebildchen von Menzel treffen wir u. a. auf Franz Stuck's ergreifenden „Krieg" und Walter Firle's stimmungsvoll durchgeführte „Frauen am Kreuze Christi". Ein Durchgangsraum und zwei kleine Seitenkojen birgt eine Anzahl Oel- und Pastell-Bildnisse von Lenbach, darunter das bewundernslverte Portrait Mommsen's, dann Franz Simm's (München) fein komponiertes „Liebhaber- konzert", C. Seilers (München) „Friedrich d. Gr. auf Reisen", eine prächtige italienische Landschaft Oswald Achenbachs und den ernst wirkenden „Judenfriedhof" von Carl Ludwig (Berlin).
Ein größerer Saal schließt sich.amw.it goldgelber Seide sind die Wände sowie die Ruhesitze bespannt, ein dunkelroter Baldachin mit dem goldenen Reichsadler hängt von der Decke, ldne beiden Zugänge sind effektvoll gestaltet. Die besondere Aufmerksamkeit der fremben Besucher erregt hier stets Max Koner's (Berlin) außerordentlich ähnliches' und charakteristisches Portrait des Kaisers im aufgeschlagenen, hellgrauen Generals-Ueberrock, ein Werk höchster Meisterschaft, das ganze Wesen des Herrschers vortrefflich zunr Ausdruck bringend; gleich daneben treffen wir wieder auf das Lenbach'sche Pastell der Gattin des Künstlers mit dem hübschen Töchterchen, auf Carl Becker's (Berlin) fi- Zarenreiches Genrebild „Lachende Erben" und Portraits von Fritz August von Kaulbach (München) und L. Pohle (Dresden). Gabriel Max' „Affen" üben auch hier ihre heitere Wirkung aus, und viel Beachtung finden O. Rasch's (Weimar) „Konzert", E. Kampf's (Düsseldorf) „Eifeldorf", L. Dettrnann's (Berlin) „Abendmahl in einer Dorfkirche", H. Mühliäs (Düsseldorf)) „Schneelandschaft", Ludwig Knaus' „Judengasse", Paul Meyerheim's „Menagerie", Georg Koch's (Berlin) „Besuch im Gestüt", Hans Herr- mann's „Holländischer Kanal", F. v. Uhde's (München) „Heilige Nacht" und v. Gebhardt's (Düsseldorf) „Erweckung des Lazarus". Wie man sieht, sind es meist bekannte Werke, die sich längst bei uns Bürgerrecht erworben und durch zahllose Vervielfältigungen in alle Kreise gedrungen sind. —
Auf derartige /rolte Kaprellen" der Kunst, die aber durch ihr Alter nichts an Wert verloren haben, stoßen wir auch im letzten Saal, der mit seinen roten Wänden, der Hellen, mit Ornamenten bemalten Decke, an der wiederum ein roter Baldachin befestigt ist, und mit seinen über die Ruhebänke gebreiteten echten Teppichen einen festlichen Eindruck macht. Erwähnt seien hier Defregger's „Tiroler Kriegsrat", A. Kampf's (Berlin) „Begräbnis", C. Saltz- mann's (Berlin) „Walfischjagd", F. Skarbina's (Berlin) „Allerseelentag", F. Brütt's (Frankfurt a. M.) „Schwurgericht", G. v. Bochmann's (Düsseldorf) „Strandleben in Holland", H. Vogel's (Berlin) „Senatoren", sowie brillante Landschaften von Willroider (München), Bracht (Berlin), Schmidt (Königsberg i. Pr.), Schönleber (Karlsruhe), Flicke (Berlin), v. Gleichen-Nußwurm (Weimar), Ehr. Kroener (Düsseldorf), L. v. Löfftz (München), V. Ruths (Hamburg), H. v. Volkmann (Karlsruhe). Zum ersten Male, meines Wissens, ist hier Carl Röchling's (Berlin) Schlachtbild „Erstürmung des Kirchhofes in Leuthen" ausgestellt. Unter den in den Sälen verteilten kleineren Skulpturen in Bronze und Marmor begrüßt man mit Freuden L. Manzel's (Berlin) innig empfundene, von liebenswürdigster Anmut purch- lvehte Gestalt der heimkehrenden Schnitterin, H. Götz' (Berlin) graziöse Wasserschöpferin und F. Stucks zierliche Tänzerin. Ei» Nebenraum enthält die Stiche und Lithogra- vhieen sowie die architektonischen Entwürfe, die Beteiligung ist nicht stark; bei den Radierungen und sonstigen Kunstdrucken zeigt Deutschland, daß es den Wettkampf mit jedem anderen Lande aufnehmen kann.
Leider sind die deutschen Säle etwas dunkel, bei trübem; Wetter kommen viele der Gemälde nicht zur rechten Geltung, und ob nicht doch in mancher Beziehung noch eine andere, die deutschen Kunststtömungen besser kennzeichnende Auswahl seitens der einzelnen Kunstgenossenschaften hätte getroffen werden können, wird gewiß genugsam erörtert werden.
Aus Stadt und Sand.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Sieben, 15. Mai 1900.
♦♦ Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 40 Jahren, am 14. Mat 1860, starb zu Meiningen Ludwig Bechstetn als Bibliothekar des HnzogS. Er behandelte mit Vorliebe die Sagen seines Heimatlandes Thüringen, bearbeitete daS Volksbuch von dm »ter Hetmonsktndrrn, sowie die Sage von Faust, schrieb eine Anzahl historischer Romane (i. B. Weissagung der Lthusia), sowie historische Epm, und bot der Jugend ein vortreffliches deutsche« Märchenbuch. Er wurde am 24. November 1801 in Weimar geboren.
— Bor 68 Jahren, am 15. Mat 1832, starb zu Berlin Karl Friedrich Zelter, Goethe« bester Freund, Erfinder deS Wortes „Liedertafel" und Begründer einer solchm. Msprüngltch Maurermeister, betrieb er die Mufik in Musestunden, und leistete bald als Violinist, Dirigent und Komponist vorzügliches. Durch seine Bemühungen erblühte für die Männergesangvereine eine neue Aera. Keiner aber hat so herrlich wie er die Goethe'schen Lieder komponiert. Der bedeutendste Schüler Zelters tst MendelSsohn- Bartholdy. Z. wurde am 11. Dezember 1758 zu Berlin geboren.
** Leuorganifatio» der Oberförstereien. Nachdem die Anzahl der Oberförstereien um 14 Stellen vermehrt worden ist, veröffentlicht das Ministerium der Finanzen die Neu- organisation der Oberförstereieu, aus der wir für Ober- Hessen und speziell Gießen folgendes entnehmen. Provinz Oberhessen: 1. O.-F. AlSfeld; 2. O.-F. Bad- Salzhausen; 3. O.-F. Bingenheim; (Lus Kreis Gießen gehören dazu: Rodheim a. d. H., Steinheim); 4. O.-F. Büdingen; 5. O.-F. Burg Gemünden; 6. O.-F. Butzbach: (Aus Kreis Gießen: Eberstadt, Holzbeim, Laug-Göns, , Ober-Hörgern); 9. O. F. Eudorf zu Alsfeld; 10. O.-F.
Feldkrücken zu Schotten; 11. O.-F. Friedberg (AuS Kreis Gießen: Bellersheim, Bettenhausen, Muschenheim, Obbornhofen); 12. O.-F. Gießen: («ns Kreis Gießen: HeibertShause» (Hof); Lollar; Ruttershausen mit Kirchberg, von Wieseck der Gießener Stadtwald (efr. O.-F. Wieseck) und in der preuß. Gemarkung Odenhausen der RutterShauser Gemeindewald.) 13. O.-F. Grünberg. (Aus Kr. Gießen die Gemarkungen: Beltershain c$c(. Domanialwald in Fl. 3 (cfr. O.-F. Wieseck); Göbelnrod exel. Domanialwald in Fl. 4 bis 6 (cfr. O.-F. Wieseck); Harbach; Lindenstruth; Lumda exkl. Geilshäuser Gemeinde- wald (cfr. O.-F. Treis); Queckborn exkl. Domanialwald- distrikt Judeneiche in Fl. 11 (efr. O.-F. Laubach) und Teile deS Grünberger Gemeindewaldes (efr. O.-F. Nieder-Ohuien; ReinhardShaiu exkl. der O.-F. Wieseck gehörigen Teile; von Saasen der Domanialwald in Fl. 7 und 10, sowie die Kameraldomanen (cfr. O.-F. Wieseck); Weitershain.) 14. O. F. Heldenbergen; 15. O.-F. Hochweisel zu Butzbach. 16. O.-F. Homberg (Aus Kr. Gießen: Rüddingshause» exkl. Londorfer Gemeindewald (cfr. O.-F. Treis); 17. O.- F. Konradsdorf; 18. O.-F. Laubach. Aus Kreis Gießen die Gemarkungen: Lauter, Münster, Nonnenroth; von Queckborn der Domanialwald in Fl. 11 Distrikt Judeneiche), (efr. O.-F. Grünberg und Nieder-Ohmen);Röthges; Weickartshain. 19. O.-F. Lauterbach; 20. O.-F. Lich. (Aus Kr. Gießen: Albacher Hof; Arnsburg; Birklar; Ettingshausen; Feld- heim; Hof-Güll (Hof); Hungen; Inheiden; Kolnhäuser Hof; Langsdorf; Lich; Meilbach (Waldgemarkung); Mühlsachsen (Hof); Nieder-Besstngen; Ober-Bessingen; Trais- Horloff; Utphe; Billingen.) 21. O.-F. Maulbach; 22. O.-F. Nidda; 23. O.-F. Nieder-Ohmeu. (Aus Kr. Gießen: Grünberg; Stangenrod; von Queckborn Teile des.Grün- berger Gemeindewaldes (cfr. O.-F. Laubach und Grünberg.) 24. O.-F. Eschbach; 25. O.-F. Ober-Rosbach; 26. O.-F. Schiffende rgzuGießen. Aus Kr. G i e ß e n: Albach; Mendorf a. d. Lahn; Annerod; Bergheim (Feldgemarkung); Burkhardsfelden; Dorf-Güll; Garbenteich; Großen-Linden; Grüningen; Hausen; Heuchelheim; Klein-Linden; Leihgestern; Oppenrod; Schiffenberg (Hof) mit Herrenwald; Steinbach; Watzenborn mit Steinberg.) 27. O.-F. Schotten; 28. O. F. Storndorf; 29. O.-F. Trais a. d. L. (Aus Kr. Gießen: Mendorf a. d. Lda.; Allertshausen; von Alten- Buseck der Daubringer Gemeindewald; (cfr. O.-F. Wieseck) , Appenborn; Climbach; Daubringen; Friedelhausen (Hof): Geilshausen; Kesselbach; Londorf; von Lumda der Geilshäuser Gemeindewald (cfr. O.-F. Grünberg); Mainzlar; Odenhausen; von RüddingShausen der Londorfer Gemeindewald (cfr. O.-F. Homberg); Staufenberg; Treis a. d. L. exkl. Alten-Busecker Gemeindewald (cfr. O.-F. Wieseck); 30. O.-F. Ulrichstem; 31. O.-F. Wahlen; 32. O.-F. Wieseck zu Gießen. (AuS Kr. Gießen: Alten-Buseck exkl. Daubringer Gemeindewald (cfr. O.-F. TreiS); von Beltershain der Domanialwald ih Fl. 3 (cfr. O.-F. Grünberg); Bersrod; Beuern; von Göbelnrod der Domanialwald in Fl. 4—6 (cfr. O.-F. Grünberg), Großen-Buseck, Hattenrod: von Reinhardshain der Domanialwald südlich der alten Beuerer Straße und der Ehaussee Bersrod—Reinhardshain—Beltershain und ferner der Reinhardshainer Gemeiudewald (cfr. O.-F. Grün- berg); Reiskirchen; Rödgen; Saasen mit Bollenbach; BeitS- berg und Wirberg exkl. Domanialwald in Fl. 7 und 10, sowie der Kameraldomanen (cfr. O.-F. Grünberg); von TreiS der Alten-Busecker Gemeindewald (cfr. O.-F. Treis); Trohe; Wieseck exkl. Gießener Stadtwald (cfr. O.-F. Gießen); Winnerod). 33. O.-F. Windhausen zu Romrod. — Insgesamt zählen nunmehr die Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberheffen 85 Oberförstereien.
•• Auszeichnung. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Osthofen Karl Scriba.
Eiseubahupersoualien. Versetzt: Betriebssekretär Roh mann von Fulda nach Gießen. Für die Entdeckung von Schäden an den Bahnanlagen und Betriebsmitteln haben Prämien erhalten: die Weichensteller Pfeffer zu Friedberg, Volk zu Gießen; die Bahnwärter: Bingel zu Lollar, Leinweber zu Lollar, Leßner zu Butzbach, Meier zu Bad-Nauheim; der Hilfsweichensteller Baumann zu Braunfels; der Hilfsbahnwärter Schäfer zu Bad-Nauheim; die Rottenführer: Am end zu Gießen, Billasch zu Friedberg, Dietz zu Bad-Nauheim, Gies zu Fronhauseu, Schneider zu Rödelheim, Schultheis zu Schackau, Volk zu Gießen, Wagner zu Lang-GönS; der Güterbodenarbeiter Krätz zu Bad-Nauheim, der Maschinenputzer Loth zu Friedberg, und die Streckenarbeiter: Born zu Bad-Nauheim, Degen zu Gießen, Hasser zu Butzbach, Löwe zu Fronhausen, Peucker zu Gießen, Schäfer zu Nieder-SelterS, Schwalb zu Lollar.
** Ei» Führer durch Gießen ist soeben im Verlage der Univ.-Buchhandlung von August Frees erschiene». ®r enthält in geschmackvoller Ausstattung und praktische« Brüst' taschenformat eine kurze, aber erschöpsende Beschreibung der Stadt und ihrer Umgebung, sowie 10 Anfichts-Postkarten in Lichtdruck, die sich durch Schärfe und diskrete Färbung auSzeichnen, und keineswegs an der üblichen zeichnerischen Steifheit leiden. Die Karte» lassen sich aus dem Büchelche» leicht heranstrenne». Wertvolle Abschnitte werden für viele sei« die Preise der Sise»bahnfahrkarten 3. Klaffe von Gieße» »ad) 21 Nachbarorten, wobei wir wiederum unangenehm bemerken, daß eS von Gießen immer uoch keine Sonntagskarten nach Frankfurt gibt. — Bei einer neuen Auflage dürfte sich empfehlen, dieser Liste auch die Preise 2. Klaffe, und dem ganzen Büchlein eine Karte unsere- neue» Kriegerdenkmals beizufügen. — Von der Sabinets- direktion Sr. K. H. des Großherzogs ist übrigens de« Verlage ein huldvolles Dankschreiben für Ueberreichuug deS Schriftchens zugegange».
Darmstadt, 14. Mai. Der preußische Gesandte am Großherzoglichen Hofe, Prinz zu Hohenlohe-Oehrin- gen, hat einen Urlaub augetreten.


