Ausgabe 
16.1.1900 Zweites Blatt
 
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sprechenden Sätzen der 2. Gruppe normiert. Andere Ge

katholischen Priester, welche nach Rom reisen wollten, die Pässe. Die nach Rußland gereiften katholischen Armenier dürfen nicht mehr in die Türkei zurückkehren.

Niemand aber wird behaupten können, daß der Kreis Wetzlar in wirtschaftlicher Beziehung jenen ärmeren Gegenden des Coblenzer Bezirks gleichgestellt sein will, denn die Landleute müßten dann ihre überflüssigen Produkte, welche sie nach Wetzlar und Gießen bringen, zu denselben Preisen absetzen, wie jene genannten Gebiete. Dafür würden sie sich aber mit Recht bedanken. Daraus folgt, daß solch ungleiche Gehalts­festsetzung, wie wir sie selbst oft in einer und derselben Bürgermeisterei vorfinden, in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Wollen wir hoffen, daß diese Ungleichheiten, unter denen die betreffenden Lehrer nun schon bald drei Jahre zu leiden gehabt, in aller Bälde ausgeglichen werden.

meinden, selbst sehr wohlhabende, haben für ihre Lehrer nur 1050 Mark Grundgehalt und 120 Mark Alterszulagen fest­

liegt, zu den teuersten Kreisen in diesem Regierungsbezirke gehört. Die königl. Regierung hat nun in Anlehnung an die gesetzlichen Forderungen die Orte ihres Bezirks nach de« Teuerungsoerhältniffen in 3 Gruppen eingeteilt und folgende- bestimmt: 1. Gruppe, billigste Orte, Grundgehalt 1050 Mark, Alterszulagen 120 Mark, 2. Gruppe 12ü0 Mark, Grund­gehalt und 140 Mark Alterszulagen, 3. Gruppe, teuerste Orte, Grundgehalt 1350 Mark, Alterszulagen 160 Mark.

Die meisten Gemeinden unseres Kreises haben in richtiger Erkenntnis der Sachlage den örtlichen Verhältniff n Rechnung getragen und das Gehalt ihrer Lehrer nach den allein ent-

Lokales und Provinzielles. lArrorryme Cinsendungerr, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 15. Januar 1900.

* Herr Geheimerat Professor Dr. Lohlein hat vom Herzog von Sachsen Koburg-Golha das Komturkreuz 2. Klasse des

S.-Ernestinischen Hausordens erhalten.

♦♦ Stadttheater. Das letzte Gastspiel von Franziska Ellmenreich findet heute Montag statt. Die Künst­lerin zeigt sich in diesem letzten Gastspiele als Salondame, ------oo

indem sieJosephine von Pöchlaar" in dem reizenden Lust- gesetzt. Diese geringen Satze zahlen selbst die ärmsten spielGoldfische" spielt. Morgen Dienstag findet Dörfchen des Westerwaldes und Hunsrücks ihren Lehrern, als Volksvorstellung eine Aufführung vonDie'«"----x-------- - -----

goldene Eva" statt. Mittwoch wird bte mit so großem Beifall aufgenommene KomödieCirkusleute"

Vermischtes.

* London, 12. Januar. Eine Depesche von St. Johns in Neufundland meldet, ein Dampfer sei bei PeterS River ans Land getrieben. Auf dem Schiffe sei Feuer ausgebrochen,- die See gehe so hoch, daß man das Schiff unmöglich erreichen könne. Dem Anscheine nach handele es sich um einen Paffagierdampfer.

* Rostow a. Don, 12. Januar. Bei der Station

Baladschara entgleiste ein Personenzug. Die Lokomotive und vier Wagen wurden zertrümmert. Fünf Passagiere sind tot, neun schwer verletzt.

* Algier, 14. Januar. In den verflossenen zwei Tagen wütete auf der Hochebene von Setif ein furchtbarer Schnee sturm. Sämtliche telegraphische und Eisenbahn­verbindungen sind unterbrochen. Der Schnee liegt einen Meter hoch. Es ist dies der größte Schneefall, der seit Menschenqedenken hier vorgekommen ist.

* Seltsame Spieler. Ein gefährliches Whist spiel fand, wie eine englische Zeitschrift erzählt, vor einiger Zeit in dem Löwenkäfig einer herumziehenden Menagerie ftatt. Jeden Abend setzten sich vier Whistspieler, zu denen eine Löwenbändigerin gehörte, zu ihrem Spiel im Löwenkäfig nieder. Die Löwenbändigerin hielt ihre Schützlinge, während die Karten verteilt und ausgespielt wurden, in aller Ruhe rm Zaun. Eines Abends aber machte sich einer der Löwen einen unbewachten Augenblick zu Nutze und packte die Frau an der Schulter, während ein zweiter sie auf der andern Sette angriff und am Arm riß. Im nächsten Augenblick wurde der Käfig der Schauplatz eines schrecklichen Kampfes. Revolver wurden abgefeuert und g ühende Stäbe nach den Löwen geworfen. Schließlich wurde die Frau aus den Klauen der Bestien gerissen und sterbend aus dem Käfig ge­tragen. Ein anderes seltsames Kartenspiel fand vor einigen Jahren unweit Amiens bei der Beerdigung eines leidenschaftlichen Kartenspielers statt. Dieser hatte die Be­stimmung hinterlassen, daß ein Pack Karten in seinen Sara gelegt werden und daß seine Freunde, die den Sarg trugen,' auf dem Weg zum Kirchhof ein Spiel zur Erinnerung an den Verstorbenen machen sollten. Deshalb hielt der Trauer­zug unterwegs bei einem Wirtshaus, das viel von dem Ver­storbenen besucht worden war, und die vier Freunde, die seinen letzten Willen ausführen sollten, spielten ein Spiel und tranken zum Gedächtnis des Toten. John Edes aus Massachusetts ging in seiner Leidenschaft für die Karten sogar noch weiter. In seinem Testa­ment setzte er eine kleine jährliche Summe für seine vier intimsten Freunde aus mit der Bedingung,daß sie jedes Jahr an seinem Todestag an seinem Grabe wenigstens zwei Rubber Whist spielen und sechs Pfeifen zu seinem Gedächtnis rauchen sollten." Viele Jahre vor seinem Tode hatte der excentrische Spieler aus einem um­gekehrten Sarg einen Spieltisch gemacht, und um noch mehr Eindruck auf seine Umgebung zu machen^ füllte er seine Pfeife aus einem menschlichen Schädel, der als Tabaksbehälter diente. In Allahabad befindet sich der merkwürdigste Billardsaal der Welt. Er ist im Innern eines prächtigen Mausoleums gelegen, in dem ein früherer Gouverneur mit zwei Söhnen begraben liegt. Viele Jahre war das Mausoleum unbe­helligt geblieben, bis einige Offiziere der Garnison es in dieses Billardzimmer umwandelten. Das Innere wurde entsprechend möbliert. Täglich werden nun hier in der GrabeSatmosphäre Billardpartien von excentrischen Spielern veranstaltet. Ein tragisches Spiel wurde vor einigen Jahren von zwei Rivalen im Luftballon 5000 Fuß über ber Erde gespielt. Eifersucht war die Veranlassung, und ore Gegner entschieden sich zu dem neuen Auskunftsmittel, ein Todesspiel über den Wolken zu spielen; der Verlierende sollte sich dann aus dem Ballon stürzen. Der unglückliche Spieler schwang sich wirklich nach dem Ausspielen ber etzten Karten aus bem Ballon, und der verstümmelte Leich­nam wurde am folgenden Tage gefunden, aber sein Tod dem Zufall zugeschrieben. Erst vor kurzer Zeit wurde der wahre Hergang dieses eigenartigen Duells aufgedeckt, als- der Rivale des Spieles auf dem Totenbette eine Beichte ablegte.

Ausland.

Wie«, 13. Januar. Der österreichische Kaiser über die »Zd«"-Frage. Beim Cercle nach dem Hof­diner der Delegierten machte der Kaiser sensationelle Steuerungen in der»Zdo«--Frage. Er sprach dem Tschechen Stransky das Mißfallen über dessen scharfe Rede in der Delegation bezüglich derZde-5rage aus. Stransky er­widerte, es sei besser, wenn die Meinungen scharf zum Aus­druck kämen, weil dies beschwichtigend auf die Bevölkerung wirke. Der Kaiser antwortete auf das lebhafteste: Ich stehe auf einem anderen Standpunkte und bin in der Zde-5rage unversöhnlich. Ich bin imstande, das Standrecht proklamieren zu lassen, wenn das Volk nicht aufhört. Als Stransky bemerkte, daß nach dem Gesetze die Reservisten nur Paß abzugeben und nichts zu sagen brauchten, erwiderte der Kaiser: Das ist eine Advokatenauslegung. Ich sehe in dieser Sache nur das Dienstinteresse, und die Dien st spräche der Armee ist deutsch. Ich werde keinen wegen ,Zde" Verurteilten amne st irren, und fordere Sie auf, die Armee in Ruhe zu lassen. Auch den Tschechen Kaftan ermahnte der Kaiser scharf, er möge beruhigend wirken.

Rom, 14 Jan. Nachdem sich England in Deutschland und Frankreich wegen Lieferung von Kriegsmaterial einen Korb geholt, wandte sich die englische Regierung, wie '"ber MailänderCurriere della Sera" meldet, nunmehr an italienische Geschützfabriken.

Petersburg, 13. Januar. Ein Reskript des Zaren I an den Minister deSAeußern, GrafMurawjew, ! besagt:Die hervorragenden Eigenschaften, die Sie während I Ihrer diplomatischen Laufbahn bewiesen, bestimmten mich, I Ihnen 1897 den wichtigen Posten des Ministers des Aeußeren I anzuvertrauen. Ihre Ernennung fiel mit unruhigen poli- I tischen Ereignissen zusammen. Die Erhebung auf Kreta I unb dertürkisch-griechischeKrieg brohten den Frieden und die Ruhe der ganzen Balkanhalbinsel zu stören. In Gemäßheit meiner Verordnung gelang es Ihnen, bei Ihrer I ausgesprochenen Kenntnis der Geschäfte und der gerechten I Schätzung der historischen Mission, welche Rußland zuge­fallen ist, den eingeleiteten Verhandlungen die gewünschte Richtung zu geben und eine glückliche Lösung der Schwierig- I teilen herbeizuführen. Die Einführung der autonomen Ver- I waltung auf Kreta unter der Oberleitung des Prinzen I Georg machte, indem es eine neue Aera im Leben Kretas I markierte, den Agitationen ein Ende, welche solange die I Ruhe des türkischen Orientes trübten. Anderseits beweist I die Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen zu allen Mächten, den befruchtenden Einfluß der friedlichen I unb folgerichtigen Politik Rußlands. Zur Wahrung der I wichtigsten Interessen des Staates gestellt, wirkten Sie, in- I dem Sie sich den von mir gegebenen Anweisungen genau I anschlossen, an der Verwirklichung der traditionellen Bestreb­ung Rußlands mit, im äußersten Osten einen eisfreien Ausgang in das offene Meer zu gewinnen. Mit China ist über die pachtweise Überlassung der Halbinsel Kwangtung mit Port Arthur und Dalmy ein Einvernehmen erzielt worden, das von der Freundschaft und dem gegenseitigen Ver­trauen Zeugnis ablegt,die zwischen den beiden Nachbarreichen be­stehen. Dasselbe entspricht dem offenbaren Bedürfnis. Rußland als Großmacht zur See wird im Stillen Ozean ein neues Zentrum für Handels- und Industrie-Unternehmungen für die gesamte Welt schaffen. Weitere Verhandlungen, welche auf meinen Befehl mit der englischen und japanischen Re­gierung eingeleitet wurden, führten zum Abschluß besonderer Abkommen, welche jeden Grund zu Mißverständnissen auf politischem Gebiet beseitigen und Rußland die Möglichkeit geben, seine Kräfte der fortschreitenden Entwickelung der Wohlfahrt feiner Besitzungen im fernen Osten zu widmen. Ganz besondere Genugthuung gewährt mir, unter der Zahl der mir von Ihnen erwiesenen Dienste Ihre Bemühungen und Ihre Sorgfalt, welche Sie darauf verwendeten, um meinem innigen Wunsch, allen Völkern die Wohlthaten eines wahrhaft andauernden Friedens zu sichern, zur Erfüllung zu verhelfen. Die Ergebnisse der Thätigkeit der im Haag zusammengetretenen Konferenz geben mir die feste Hoff­nung, daß eine solide Grundlage für die Verwirklichung dieses meinem Herzen so teueren Zieles gelegt ist, da alle Mächte die Lösung dieser Frage in ihrer Gesamtheit als möglich und nötig anerkannt haben. Indem ich mich mit wirklichem Vergnügen Ihrer dem Throne gewidmeten höchst nützlichen Arbeit erinnere und besonders Ihre Mitwirkung anerkenne, welche Sie der Entwickelung und Mehrung des Prestiges Rußlands durch eine glänzende Ausführung meiner Anweisungen und Absichten zum Zwecke der fried­lichen Lösung der verwickelten Probleme der auswärtigen Politik gewidmet haben, betrachte ich es als eine angenehme Pflicht, Ihnen meine herzliche Dankbarkeit auszudrücken «nd verbleibe für die Zeit Ihr unveränderlicher wohl­wollender aufrichtig dankbarer Nikolaus.

Brüssel, 14. Januar. Alle brieflichen Meldungen aus Prätoria konstatieren die vollkommene Unfähigkeit der englischen Generale, loben indes die Soldaten.

Paris, 14. Januar. Ein Telegramm aus Rom be­richtet, daß während der Ausstellung der Prinz von Neapel dem Präsidenten Lonbet die Kette zum A nn uziaten-Orden überbringen wird. Wenn diese Meldung sich bestätigt, so wird Herr Lonbet das einzige, nicht monarchistische Staatsoberhaupt fein, welcher diese Kette erhält. Die Verleihung soll durch das Zu­standekommen des Handelsvertrages veranlaßt sein.

Konstantinopel, 14. Januar. Die Gerüchte von Aus­schreitungen kurdischer Kavallerie, sowie von Plünderung und Unterdrückung der armenischen Bevölkerung werden amtlich dementiert.

Konstantinopel, 14. Januar. Die Regierung verweigerte dem armenischen katholischen Bischof, sowie einem

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** Winterfest derWanderer", G.-R.-G. Stunden ungetrübten Genusses bereitete die Gießener Rad­fahrgesellschaftDie Wanderer" ihren sehr zahlreich er­schienenen Angehörigen und Gästen mit dem wohlgelunge- uen Winterfeste am Samstagabend, dem 13. er., in den schönen Räumen von Steins Saalbau. Das von unserer Regimentskapelle unter persönlicher Leitung des Herrn 1 Musikdirektor Krauße meisterhaft durchgeführte Konzert­programm errang den vollsten Beifall aller Anwesenden, wie auch die vortreffliche theatralische Darbietung unter gütiger Mitwirkung des Herrn Direktor Helm wahre Bei­fallsstürme entfesselte. Der von acht aktiven Mitgliedern der Gesellschaft im schmucken Vereinsdreß exekutierte große Reigen wi cde ohne jede Störung in geradezu schneidiger Weise gefahren, und die exakte, vollkommen fehlerfreie Durchführung desselben war ein sprechendes Zeugnis für den Ernst rund die Liebe der Teilnehmer zum schönen Radsport, wie auch diese Leistung nach verhältnismäßig nur sehr wenigen Uebungsstunden der instruktiven Fähigkeit des Fahrwartes, August Schwab ein glänzendes Zeugnis aus­stellte. In gleicher Weise gefielen auch das vorausgegan­gene Eröffnungsfahren, sowie eine spätere Radler-Qua­drille, welch letztere durch die originellen Kostüme und die brillanten Leistungen der Pseudo-Clowns auf und unter dem Rade die Lachmuskeln der Zuschauer anhaltend in Bewegung hielten. Von elfeinhalb Uhr an begann dann die radlose Zeit", der Tanz, welcher die nimmer müden Radler und ihre Gäste bis zum frühen Morgen gegen sieben Uhr in der annimiertesten Stimmung zusammenhielt. Aus der kurzen Ansprache des Vorsitzenden, die sich an eine vollendet schöne Wiedergabe desWanderer"-Marsches der Regiments-Kapelle unter der Direktion des Kompo­nisten Polster anschloß, ist hervorzuheben, daß diese rührige Radfahrer-Gesellschaft neben den sportlichen Pflichten als Mitglied des mächtigen deutschen Radfahrer-Bundes und seines neunten Gauverbandes vor allen Dingen den kame­radschaftlichen Geist und die Geselligkeit hegt und pflegt und entgegengesetzte Strömungen niemals auskommen läßt. Ter zahlreiche Besuch des Winterfestes Seitens der Gäste, insbesondere der anwesenden Vertreter des Gau- und Be­zirksvorstandes, sowie der Schwester-Vereinigungen, als welche u. A. der Gießener Radfahrer-Verein, sowie die Klubs aus Wetzlar, Dillenburg und Weilburg genannt wurden, ließ erkennen, daß diese Bestrebungen als gute anerkannt werden, und dieWanderer" werden denn auch in diesen Bahnen weiter wandeln. Einer Einladung zu einem Ausfluge für Sonntagnachmittag zum Windhofe wurde zahlreich entsprochen und den Beschluß des schönen Festes bildete ein gemütliches Zusammensein am Sonntag­abend im Vereinslokale.

** Geflügel-Ausstellung. Wie wir erfahren, sind die An­meldungen für die diesjährige Ausstellung ganz besonders reich emgelaufen, namentlich wenn man berücksichtigt, daß dieses Mal alle Tiere, welche nur zu Verkaufszwecken aus­gestellt wurden, ausgeschloffen sind, unb nur solche zur Schau gelangen, von welchen der Aussteller erwartet, daß sie einen Preis davontragen. Da die Ausgabe der hessischen Landeslotterie-Lose sich nach amtlicher Mitteilung bis in die letzte Januar-Woche verzögert, so weist die Geflügel-Ausstellung 1 hiermit nochmals auf ihre Lose hin. Aus der obigen Notiz i geht hervor, baß das zur Verlosung anzukaufende Geflügel I diesmal von besonders hohem Wert sein wird. Die Ge­winne werden außerdem aus sonstigen nützlichen Gegen­ständen bestehen. Den Aktionären der Zuchtstation wird es interessant sein, zu erfahren, baß von diesen Aktien tn ber letzten Vorstand'ssitzung die Nummern 17, 18, 24, 27 37k t\4r9,r^0, 53 ""d 59 zur Rückzahlung gezogen wurden und sind solche am 1. April beim Bankhaus A. Heichelheim hier etnlösbar. Erfreulich ist es, daß bereits ein Teil der Inhaber auf Rückzahlung verzichtet hat.

* Polizeibericht. In der Nacht vom Sonntag aus Montag wurden mehrere Verhaftungen wegen Trunkenheit, Obdachlosigkett und Unterschlagung vorgenommen. Eine Kellnerin wurde wegen lüderlichen Umhertreibens verhaftet. «Tn?" Bahnhofstraße kam es heute morgen gegen 2 Uhr zwischen jungen Leuten zu einet Schlägerei, wobei eontrug818 CmC n'^1 lebensgefährliche Wunde da- Befitzwetzsel. Herr Christian Spieß, Sattler, meister, kaufte das Anwesen des Herrn E b e r h a r d Mln a - r Neustadt 8, für 53,000 Mk. in vo? Nr halt ne Notiz ist hiernach zu berichtigen.) 9 nc

l>. Aus dem Kreise Wetzlar. kLehrergehälter} Rur- jelt findet in mehreren Bürgermeistereien die U perlt ferung der neuen Kompetenzen an die Lehrer statt.

M, wie verschieden die Lehrerarbeit in den einzelnen Ge^ meinden bezahlt wird. Das Gehalt zersälll nach dem vom 3. März 1897 in Grundgehalt, Al.erszulagen und Wohnung, wobei die örtlichen Teuerungsverbältniste w» I Grundlage bilden Men. Nun ist tar^SZ tA Auszeichnung sestgelegt, daß der Kreis Wetzlar, der ja voll ständig isoliert von den übrigen Teilen des Coblenzer Bezirks !