150. Jahrgang 1900
Samstag den 15 Dezember
Anrts- und Anzeigeblutt fiw den Atveis Gieren.
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v. Bechtold.
Dezember, in Billingen,
Montag,
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Freitag,
21.
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Samstag, 22.
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Dienstag, 18.
Mittwoch, 19.
Donnerstag, 20.
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Nounenrod, Röthges, Ober Bessingen, Münster, Lauter, Queckborn, Göbelnrod.
Rahmen.
und Spiegel^,
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Fchukßratze Ar. 7.
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beamter, nicht als Beirat. Das Komitee beschließt über die zu ergreifenden Maßregeln durch absolute Stimmenmehrheit. Der Präsident hat nur eine Stimme bei den Beratungen. Die Ausführung der Beschlüße liegt bei den städtischen Behörden, die Beschlüsie beziehen sich auf die Leitung und Ueberwachung der militärischen Polizei in den einzelnen Distrikten der Kontingente. Man erwartet, daß diese Uebereinstimmung in den Berwaltungsgrundsätzen der verschiedenen Distrikte (mit Ausnahme des französischen) gute Früchte zeitigen wird.
Die Beisetzung des in China verunglückten Oberste« Grafen York soll nach Ueberführung der Leiche in die deutsche Heimat einem Wunsche der Gattin und Mutter des Verstorbenen zufolge in Berlin stattfinden.
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Der Krieg in China.
Das lange Ausbleiben der Instruktionen der englischen Regierung in Betreff der Kollektivnote hat eine gewisse Besorgnis hervorgerufen. Man befürchtet, daß ein Umschlag in der englischen Diplomatie stattgefunden und diese Wendung der Dinge bei den Chinesen den Eindruck Hervorrufe, als könnten die Mächte nicht zu einer Einigung gelangen und meinen, mit einer sehr langen Verzögerung der Friedens-Unterhandlungen rechnen zu müssen. Li Hung Tschang hat in einer Unterredung erklärt, daß China nach Unterzeichnung des Vertrages aus eigener Initiative nach Deutschland und Japan Bevollmächtigte senden werde, mit dem Austrage, für die Ermordung der Mitglieder des diplomatischen Korps Abbitte zu thun. China sei bereit, alles zu thun, was in seinen Kräften stehe, ausgenommen in eine Gebietsabtretung einzuwilligen.
Daß Li-Hung Tschangs Vollmachten von den Gesandten für ungenügend befunden worden find, bestätigt auch der bekannte Taotai Scheng in Schanghai; er fügt aber hinzu, was dem Beglaubigungsschreiben fehle, sei nicht von Belang und werde in kurzer Zeit nachgeholt werden. Scheng versicherte auch, wie aus London gemeldet wird, daß Tung-fuhsiang thatsächlich Singanfu verlassen hat; er nahm vorher feierlichen Abschied von der Kaiserin-Witwe uud drückte ihr unter Thränen sein Bedauern aus, daß er ihr nicht ferner seine Dienste weihen könne.
Das internationale Komitee, das für die Verwaltung von Peking gebildet wurde, hat die Aufgabe, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, die sanitären Verhältnisse zu regeln und Fragen der Armenversorgung zu erledigen; auch die Regelung der finanziellen und Taxations- Aufgaben liegt dem Komitee ob. Feldmarschall Graf Waldersee ernannte Freiherrn v. Hayl zum Vorsitzenden eines militärisch-administrativen Komitees, zu dem jeder Kontingent einen Dragoman stellt, mit Ausnahme der Franzosen, die hieran nicht teilnehmen wollen. Von den Deutschen ist Major v. Brix en Mitglied des Komitees. Chonkuilang, der Civil-Gouverneur von Peking, gehört diesem Komitee gleichfalls au, jedoch nur als Exekutiv-
Gesucht n l. Januar ab eig fallt W imiriandtrgehttMk )altung unseres SlähabW )n Woche). Oasbeleuditr:- 'oen oder leicht anlegba ls unaeu an den Ukterzeij«." ig. Verein für Khmern ufc- ___________Schlosser.
Mik. 2S4 Zweites Matt
Ausland.
London, 13.Dezember. (Unterhaus.) Cranborne erklärt, Canada sei gegenwärtig auf den deutschen Märkten von der Behandlung als meistbegünstigte Nation ausgeschlossen. Die Regie- rung bedauere dies, aber da zwischen Deutschland und England kein Handelsvertrag bestehe, könne Deutschland die
Bekanntmachung.
Betr.: Borträge über Obstbau.
Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, Herr Metternich aus Büdingen, beabsichtigt, die nach- fichend verzeichneten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, uw Borträge über Obstbau zu halten, und an Obstbäumen praktische Unterweisungen vorzunehmen.
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Dezember. Aus Hannover wird gemeldet: Der Kaiser traf heute Nachmittag hier ein. Er trug Ulanenuniform und hielt in der Hand den Feldmarschallstab. Auf dem Bahnhof wurde er vom Generalmajor Pfal empfangen und von ihm zum König!. Schlöffe geleitet. Der Kaiser ritt alsdann zum Waterloo-Platze, um über die dortige Garnison die Parade abzuneymen. Es folgte ein zweimaliger Vorbeimarsch. Um öi/2 Uhr nachmittags fand im Residenzschlosie ein Galadiener statt, an dem auch Prinz Rupprecht von Bayern teilnahm. Heute Abend wohnte der Monarch mit dem Prinzen Rupprecht im königl. Theater der Aufführung von Shakespeares „König Heinrich V.“ bei.
— Der^Ceutrumsabgeordnete Dr. Lingens (Vertreter des Siegkreises im Reichstage) wurde vor einiger Zeit von einem Schlaganfall betroffen. Wie nunmehr verlautet, wird Dr. Lingens, dessen Befinden viel zu wünschen übrig läßt, kaum mehr in der Lage sein, das Mandat auS- zuüben.
— Der Bundesrat überwies die Mitteilung des Reichstagspräsidenten betreffend die Denkschrift über die Ausführung der Anleihegesetze dem zuständigen Ausschüsse und stimmte den Ausschußberichten über die Vorlage betreffend Aenderungen der Eisenbah n-VerkehrSord- nu-ng sowie über die Vorlagen betreffend Ausprägung von Reichs-Silbermünzen und Denkmünzen zu; schließlich wurde dem Entwürfe eines Besoldungs- und Pensionsetats der Reichsbankbeamten, mit Ausnahme der Mitglieder des Reichsbankdirektoriums, für 1901 zugestimmt.
Karlsruhe, 13. Dezember. Der badische Landwirtschaf tS r a t nahm folgende Resolution an:
Die Landwirtschaft gtebt der Erwartung Ausdruck, dsß Maxi- mal» und Minim altartfe den Handelsverträgen zugrunde gelegt ^denund daß bei Abschluß derselben die Meistb,günsttgungsklausel ausgeichlofsen sei, sofern StaatSverträg, entgegentteb<n-
Gießener Anzeiger
Hmeral-Anzeiger
Adreffe für Depeschen: Anzeiger chieje», Fernsprecher Nr. 51.
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Amtlicher Heil.
Gießen, den 12. Dezember 1900. Betr.: Ausführung des Gewerbe Unfall-Versicherungs- gesetzeS.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
<u die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises
Wir bringen die Erledigung unserer Verfügung vom 26. v. Mts. (Kreisblatt Nr. 280) mit Frist von 5 Tagen m Erinnerung.
gelegt hatte, d. h. binnen 13 Tagen oder in Tagemärschen von mindestens 19 Kilometer. Er zeigt ferner, daß die Buren trotz dieser Anstrengungen und trotz der vorhergegangenen Niederlage, von der sich die Engländer großen Erfolg versprachen, mit großer Bravour eine vergleichsweise starke englische Besatzung angriffen und gefangen nahmen, daß sie also auch eine schwerere Schlappe mit großer Schnelligkeit überwinden. Endlich wird durch den Bericht die Anwesenheit Steijns bei De Wets Abteilung von neuem bestätigt. Die Erfolge De Wets sind nicht zum wenigsten auf den Einfluß Steijns zurückzuführen. Inzwischen ist, wie schon mitgeteilt. De Wet bereits nahe wieder bis Aur Höher von Dewetsdorp nordwärts 'gedrungen, trotz des hohen Wasserstandes des Caledon, der überschritten werden mußte, und der englischen Verfolger unter Knox.
„Daily Expreß" berichtet aus Lourenzo Marques : Ein Burenkommando von 3—400 Mann mit zwei Geschützen hat bei Nelspruit Aufstellung genommen. Die telegraphische Verbindung sowie die Eisenbahnlinien sind auf eine Länge von 12 Meilen zerstört.
Telegramm deS Gießener Anzeiger-.
London, 14. Dezember. „Daily Expreß" berichtet, daß ein Beamter des Kriegsamtes in dieser Nacht in später Stunde in einem Klub seinen Freunden gegenüber erklärt habe, es seien ernste Nachrichten aus Südafrika eingetroffen. Die Telegramme seien Mitteilungen des Generals Clemens in Barberton, wonach dieser von einer starken Burentruppe angegriffen worden ist. Die Engländer mußten sich, trotzdem sie den Feind mehrmals zurückgeschlagen hatten, schließlich aus Mangel an Munition ergeben. Mehrere Offiziere und zahlreiche Mannschaften sollen gefallen sein. Der übrige Teil der Garnison, bestehend aus mehreren hundert Mann soll in Gef angen schäft geraten sein. „Daily Expreß" suchte noch in später Nacht eine Bestätigung dieser Meldung zu erhalten, was jedoch nicht mehr möglich war, da das Kriegsamt bereits schon geschlossen war. — Aus Mafeking wird gemeldet, daß eine englische Abteilung, die von Buren bei Modderfont ein angegriffen wurde, letzteren große Verluste beibrachte. Lord Methuen sandK eiligst Verstärkungen ab, die gleichfalls von den Buren nochmals angegriffen wurden. Letztere sollen erhebliche Verluste erlitten haben.
Telegramme des Gießener ArmeigerS.
New-York, 14. Dezember. Die amerikatHche Regierung ersuchte ihren Vertreter in Peking, Conger, telegraphisch, seinen Einfluß bei den übrigen Vertretern dahin geltend zu machen, eine sofortige Eröffnung der Friedens- Verhandlungen mit den chinesischen Friedensoermittlern zu erzielen.
Washington, 14. Dezember. Die Regierung hat bis jetzt noch keine offizielle Mitteilung von der Unterzeichnung der an die chinesische Regierung zu richtenden Kollektivnote erhalten, indeß find die Mitteilungen deS Gesandten Conger derart, daß eine Besorgnis in dieser Beziehung nicht aufkommen kann. Conger meldet, daß die deutsche Regierung ihren Vertreter Mumm von Schwarzenstein, angewiesen hat, seine Zustimmung zu dermodifizierten Klausel betreffend die Bestrafung der Rädelsführer an der Empörung zu erteilen. Auf Grund dieser Abänderung sind die Namen der Schuldigen aus der Klausel ge- strichen worden. Der amerikanischen Regierung wurde mitgeteilt, daß die von England beantragte Abänderung sich nur auf die Form, aber nicht auf den Inhalt der Kollektivnote beziehen. Die englische Regierung möchte den Wortlaut der Note so klar gehalten wissen, daß absolut kein Zweifel bezüglich der Interpretation in Zukunft obwalten kann.
Sonntag, 23.
Lebhafte Beteiligung der Mitglieder des Oberhessischen
Obstbauvereins und sonstiger Freunde des Obstbaues ist
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Die Borträge beginnen an Sonntagen nachmittags 3 Uhr, an Wochentagen abends 8 Uhr, die praktischen Unterweisungen nach Maßgabe besonderer Mitteilungen, »älche den Herren Bürgermeistern zugehen.
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Gießen, den 13. Dezember 1900.
Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen. C. Heinrichs.
Die Buren.
Die in De WetsDorp gefangen genommene englische Garnison ist inzwischen bis aus die Offiziere wieder freigelassen worden. Einer der Freigelassenen giebt von der Kapitulation folgende Schilderung:
Die Garnison, welche die Stellung nahe bei der Stadt verteidigte, bestand aus einer Kompagnie leichter Hoch- Inn d-Jnsanterie, drei Compagnien der 2. Gloneester, einer !k»rnpagnie der Royal Irish und einigen Leuten der Oranje- slnß-Polizeitruppe mit zwei Geschützen, das Ganze unter Major Masseys Befehl. Der erste Schuß wurde am Abend p 17. November geseuernt. Die Garnison wurde am Morgen des 18. umzingelt, und die Buren fuhren im Westen ein Geschütz auf. Sie begannen ein heftiges Hewehrfeuer, ohne viele Verluste zu verursachen. Das einliegende Gelände begünstigte einen Angriff, und die Aren kamen näher heran, das Feuer am Tage und den z.ötzten Teil der Nacht ununterbrochen fortsetzend. Tie Lajserzusuhr wurde am 20. abgeschnitten, mit Ausnahme mes kleinen Vorrats, der nächtlich von Freiwilligen geholt wurde. Die Garnison litt bei der Hitze schrecklichen Litrst. Am 22. wurde es klar, daß die von den Hochländern besetzte Stellung unhaltbar war, und sie zogen jch auf die Hauptstellung zurück. Während des Rückzuges versuchten die Buren einen Sturm auf die Ver- lcidiger, als nur noch 10 Mann von ihnen in der Stelt- yiig waren. Die Hochländer riefen sich sofort zu, die kajonette aufzupslanzen, was die Buren in Verwirrung Machte und Zeit zum Rückzüge gab. Die Garnison war einem Kreuzfeuer ausgesetzt und hatte kein Wasser, und Sic Leute konnten kaum ihre Gewehre heben. 16 von den 18 Artilleristen waren tot oder verwundet. Ter 23. November war der heißeste Tag der Belagerung. Die Jungen der Leute begannen vor Durst anzu- schmellen, und ihr Zustand war bemittleidenswert, da N Kugeln des Gegners von allen Seiten her einschlugen. IWajor Massey war daher der Ansicht, daß es unmöglich lei, den Kampf fortzusetzen und ließ um halb 6 Uhr die Mij$e Flagge hissen. De Wet und Steijn kamen dann in die Verteidigungslinien. De Wet gratulierte Major Miet) zu der tapferen Verteidigung der Garnison, und Äeiijn sagte, die Verluste der Buren an Toten seien Mer, als die der Briten an Verwundeten.
.Der Bericht ist interessant. Er zeigt, daß De Wet dem unglücklichen Gefecht bei Bothaville am 5. No- vmiider die rund 250 Kilometer (Luftlinie) zwischen diesem Ave und De Wets Dorp schon am 17. November zurück-


