Ausgabe 
15.4.1900 Zweites Blatt
 
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Sonntag de« 15. Aprll

Nr. 88 Zweites Blatt

Amts- und Airzeigeblatt für den Tiveis Gieren

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Der Krieg in Südafrika.

2Ze;ugspreis vikrlrljälirl. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Lrmqcrlohn; durch die Adholcstcllen oicrketjährl. Mk. 1,90 monatlich 66 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrteljührl. mit Bestellgeld.

Alle «nzeigen.VermittlimgSstellen M In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

infolge einer Operation gestorben.

Staatssekretär Reitz hat angeordnet, daß alle 5ri^ tischen und amerikanischen Staatsan gehöri- qen und ein großer Teil der Deutschen binnen 14 Tagen Ken Boden der Republik zu verlassen haben. Bon den 70 Passagieren, die mit einem deutschen Dampfer in der Delagoabai ankamen, wurden 25 die Pässe nach Transvaal auf Verlangen des britischen Konsuls ver­weigert, weil man bei ihnen Munition vorgefunden hat.

Ein Dampfer, der heute mit Gefangenen nach Sanct Helena abgehen sollte, erhielt Befehl, die Ankunft der bei Boshop gefangenen Europäer abzuwarten.

abreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze», Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde._________

Erscheint täglich mit Ausnahme des

MontagS.

Die Gießener ^«milienvtätter Verden dem Anzeiger int Wechsel mitHess. Landwirt- u.Blätter für Hess. Volkskunde* oöchU. 4 mal beigelegt.

Gießener Anzeiger

General-"Mutiger

Amtlicher Teil. I

Bekanntmachung.

Betr.: Tierärztliche Ueberwachung der Viehmärkte.

Der Viehmarkt zu Gießen am 24. und 25. April d. I. I 1on« unter den mehrfach bekannt gegebenen Beschränkungen, | hie unten nochmals folgen, abgehalten werden.

§ 3.

Vieh, welches an den Markttagen und an den vier vorhergehenden Tagen in den Bezirk der Gemarkungen Gießen, Wieseck und Heuchelheim eingebracht und daselbst | eingestellt wird, muß an dem ersten Standort mindestens 1 7 Tage lang verbleiben, und darf ihn innerhalb der nächsten ! Tage nach Anlauf der siebentägigen Quarantäne nur virlafsen, wenn es nach dem Zeugnis des Großh. KreiS- v! terinärarztes keine * feucheverdächtigen Erscheinungen ge- zngt hat. Bon dieser Quarantänepflicht ist daS Vieh nur d»nn befreit, wenn es auf den Markt gebracht und der tierärztlichen Untersuchung daselbst unterworfen wird. Alle Liiere, die vom 4. Tage vor dem Markt bis zum letzten Markttag eingestellt werden, sind sofort vom Eigentümer vver Begleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde und von di.eser dem Großh. Kreisveterinäramt anzumelden; in gleicher Weise ist der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet umd verantwortlich.

§ 4.

DaS Handeln auf Straßen und Plätzen der Stadt Gießen, der Orte Wieseck und Heuchelheim ist verboten.

§ 5.

Dich aus Gemarkungen, in welchen die Seuche herrscht, darf nicht aufgetrieben werden und wird nicht zugelafscn.

§ 6.

Zuwiderhandlungen werden auf Grund des § 328 des Michsftrafgesetzbuchs und § 66, Abf. 4, des ReichS-Vieh- fi uchengesetzeS bestraft.

Gießen, den 11. April 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

ten einige weitere Geschütze auf. Nach einer Meldung aus Kroonstad haben die F r e i st a a t l e r S m i t b f i e l d , süd- svestlich von Wepener, wieder besetzt; Die englischen Truppen zogen sich in der Richtung nach Aliwal North

Annahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den telgenbm Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten« abends vorher.

Bei dem Empfang einer Abordnung von 46 Geistlichem verschiedener Religions-Gemeinschaften aus Kapstadt und Umgegend, die dem General-Gouverneur Mitner ihre Zustimmung zu der von der Regierung befolgten Politik aussprach, erklärte letzterer, je länger der Kampf dauern werde, desto fester werde der Entschluß werden, eine Orb-» nung der Dinge herbeizuführen, die eine Wiederholung dieses entsetzlichen Kriegselends unmöglich mache. q>ie Regierung hege nicht den Wunsch, den tapferen Feind niederzutreten, aber es sei kein Kompromiß oder Flickwerk­abkommen möglich. Einander widerstrebende politische Systeme könnten nicht geduldet werden in einem Lande, das Natur und Geschichte einheitlich gestaltet hätten. Wenn der Kampf vorüber sei, würden die Engländer durch Thaten beweisen, daß sie nicht für Gold oder materielle Vorteile gekämpft hätten, und daß sie gern bereit seien anderen bie Rechte und Privilegien einzuräumen, die sie selbst für sich in Anspruch nähmen. w .

Tie nach Europa gesandte Buren-Abordnung, die jetzt in Mailand eingetroffen ist, hat mit Dr. Leyds, der später von Varese ankam, sofort ihre Beratungen unter Teilnahme des hiesigen holländischen Konsuls aus­genommen. Die Beratungen dauerten den ganzen Vor­mittag. Hierauf begrüßte der deutsche Konsul und frühere Vertreter des deutschen Reiches in Pretoria einige W* glieder der Gesandtschaft. Andere Besuche wurden höflich abgelehnt. Dr. Leyds erhielt verschiedene Instruktionen, des Präsidenten Krüger. Er begleitet die Gesandtschaft nach Berlin, Petersburg und Paris. Nach Washington fahrt

Tas Schweigen im Burenwalde, das Lord Roberts I sliändig fortsetzt, setzt die Bevölkerung Londons in begreif­liche Verwirrung. Ueber die dritte Niederlage der Briten bei Meerkatsfontein äußert sich dieDaily Mail": Die aus Burenquellen stammende Meldung hat noch immer keine Bestätigung erfahren, und wir können hoffen, d> sie gänzlich unbegründet war oder auf übertriebene Meldungen von dem Gefechte bei Reddersburg zurückzu- 1 ichren ist Jedenfalls müssen wir uns noch einen Tag qedulden, bevor wir etwas sicheres erfahren, da uns Be­richte über britische Niederlagen immer mit einiger Ver­spätung erreichen. Das ist ganz natürlich, wenn wir be­denken, daß die Abteilungen im Freistaat in beträchtlicher Entfernung vom Hauptquartier operieren." Aber mit dem einen Tage Geduld ist es nicht geschehen, denn auch heute jift das Dunkel, das über diese angebliche englische Nieder­lage bei Meerkatsfontein gebreitet ist'nicht gelichtet. Wir Müssen es also auch fernerhin dssrDaily Mail , die sich mit ihrem vollen Ansehen für die Nachricht ihres Korrespon- Lenten verbürgt hat, überlassen, das Dunkel zu lichten. Vuin feiten des Kriegsamts wird fetzt.^klart, daß die Meldung über die Niederlage der Engländer bei M^rkats- jontein vollständig erfunden sei. Wir glauben noch nicht idem Londoner Amte. , _, ,

Tie permanenten Verteidigungswerke Bloemson- üeins nüherii sich ihrer Vollendung; es wird auch ein -großes Kavallerielager gebildet. Lord Kitchener ist Mit berittenen Truppen in Burgersdorp in der nördlichen Kapkolonie, wo die Rebellen viele Schwierigkeiten bereitet ^"Inzwischen lenkt sich die allgemeine Aufmerksamkeit -ins duo Varaänae bei Wepener, wo nach einer Meldung Reuters 7us Mwal Norch ton Brabants Muiswn bie 1 nut) 2 Kaffrarian-Schützen, die berittenen Kapschutzen, eine Komvaanie der Schottischen berittenen Infanterie mit zwei 15-PfÜndern zwei 12pfündigen Schiffsgeschützen, einer Hotchkißkanone und zwei 7-Pfündesu eingeschlossen waren. General Brabant selbst scheint nicht in Wepener, sondern in seinem Hauptquartier in Aliwal North geweseri zu seim Die Gesamtstärke der Briten soll 500 ^ann betragen. Sie hotten sich eingeschanzt und wehrten sich hartnäckig. Eine Meldung aus Bloemfontein vom /3. d^ M. besagt NUN aber die Kolonne des Obersten Dalgetth hat "ener geräumt. Die Stabt würbe alsdann von ben

ÄtoauV&al Narth gemeldet i Die Beschießung wurde heute fortgesetzt. Tie Buren stell-

zurück. | '

Aus Lourenco Marques wird derDaily Mail" te- I 1 legraphiert: 35 000 Buren mit 90 Geschützen sind auf I einer Hügelreihe zwischen Kroonstad und Win bürg I konzentriert. Die ganze Linie ist befestigt, die Stellung I ist fast uneinnehmbar. r. t

Aus dem Lager bei Elandslaagte sind Nach- I richten eingetroffen, die besagen, daß sich am Mittwoch I das Gefecht erneuerte. Die Buren machten einen I energischen Angriff auf die englischen Stellungen und I kamen bald in nahe Berührung mit den englischen Vor- I truppen. Es folgte ein ununterbrochenes Getdehrfeuer. I Ebenso begannen die Geschütze der Buren zu feuern, die I englische Artillerie erwiderte. Der Angriff wurde I schließlich ab gewiesen. Die Buren sind offenbar be- I strebt, das Lager von Ladysmith abzuschneiden; weitere I Angriffe sind zu erwarten. Nach einem Telegramm aus I London wird vom Donnerstag mittag gemeldet: Seit I dem Gefecht am Mittwochnachmittag hat in der ®egeni> I von Elandslaagte kein weiterer Kampf stattgefunden. Be- I richte' besagen, daß die Buren gegen Dewdrop tm I Westen und gegen Weesen im Güden Vordringen. I Aus Turban meldet derDaily Telegraph", General I Buller merbe von den Buren äußer st hartbe- I drängt. Bei Ladysmith fanden fortgesetzt Vorposten­gefechte statt. Die Buren drängen gegen die Stadt vor, I während die Engländer sich zurückziehen Auch General Giert) (der ein Lager am Sonntagsflusse aus- I geschlagen hatte. D. Red.) befindet sich auf dem Ruckzuge. Aus dem Burenlager bei Glencoe wird telegraphiert: I Der schneidige Angriff vom 10. April früh auf das englische Lager bei Elandslaagte unter Louis Bothas Führung war I durchaus erfogreich. Die Engländer müssen schwere

I Verluste gehabt haben, da mehrere Granaten in ihrem I I Lager krepierten. Die Buren hatten keine Verluste.

I Mach Meldungen derDaily Mail" aus K i m b e r l e y I I sind die dortigen Behörden über die neuen Wendungen I I der Dinge ungemein beunruhigt.

Aus Mafeking berichtetDaily Mail , daß die | I Situation der Stadt hoffnungslos sei: das Fieber I richte unter der Garnison gewaltige Verheerungen an.

Die Abberufung Gatacres wird allgemein als weiser Schritt des Lords Roberts bezeichnet, der feinen heilsamen Einfluß auf die Armee nicht verfehlen werde. Tie Times" verlangt auch die Maßregelung anderer Offi­ziere, namentlich jenes, der die Begleitmannschaft beun Burenüberfall auf Broadwoods Train am Koornsprmt be­fehligte. Gemeint ist damit der Herzog von Teck.

DasBerl. Tagebl." läßt sich telegraphieren, daß dem I mit dem französischen DampferEaravellas" in Lourenzo Marques angekommenen Ghicagoer Ambulanz­korps erst nach heftigen Auseinandersetzunaen mit den portugiesischen Behörden gestattet wurde, sich nach Pre- to^ie Blätter"beschäftigen sich eingehend mit dem Falle des in Natal am Tugela gefangen genommenen Herrn v Braun, eines angeblich ehemaligen Obersten in der deutschen Armee, der sich bei seiner ^efangennahmc- als Zeitungsberichterstatter ausgab Wie es sich herausstellt, nahm er aber an dem Gefecht teil und bediente em MaMm- geschütz. Die Frage, ob man ihn einfach laufen lassen follte, wird lebhaft erörtert. DieTimes" bemerkt fedoch, daß Herr von Braun" ein der Londoner Polizei bekannter. Abenteurer sei, und mit demdeutschen Obersten durfte es darum gute Wege haben

Tic Regierungen der beiden Burenrepubliken haben, wie dasReuters'che Bureau" erfährt, Portugal amtlich mitgeteilt, daß sie die Zulassung des Durchzuges britischer Truppen durch das portugiesische Gebiet von B e i r e.aus als einem feindseligem Akte gleich^ kommend betrachten. Es wird hier für unwahrscheinlich ^halten daß die Burenrepubliken auf ihr Ultimatum Re­pressalien folgen lassen, England würde aber Portugal, wenn es wirklich angegriffen werden sollte, sofort unter­stützen Portugal dürfte auf das Ultimatum antworten, es handle nur gemäß seinen Verträgen mit England.

Ter verwundete holländische Militärattache Nix ist

dieselbe vsllein.

Die Transvaal-Gesellschaft bezeichnet die Mission der Buren-Abordnung als äußerst wichtig. Der Führer der Deputation, Staatsrat Fischer, erklärte gegen­über Leyds, Europa kenne infolge der einseitigen englischen Kriegsbericksterstattung nicht die Kriegslage in Afrika. Die Lage sei für die Engländer äußerst ungünstig. Bisher verloren sie nickst weniger als 25 000 Mann, während die Buren 5000 Tote und Verwundete zahlen. Fischer giebt die Zahl der im Felde stehenden Buren auf 40 000 an. So lange der Winter dauert, das heißt bis Oktober, könne von einem Vormarsch Roberts' nicht ernstlich die Rede sein. Die Mission sei beauftragt, nur auf Grund der Unabhängigkeit beider Buren-Staaten zu unterhandeln und alle anderen Verhandlungen abzubrechen. Fischer hat wenig Hoffnung für das Gelingen der Mission.

Die Agitation zu Gun st en der Bure n in den Vereinigten Staaten nimmt einen solchen Umfang an, daß die Geschäftsleute ernstlich beunruhigt sind. Man glaubt, die Regierung werde sich gezwungen sehen, ebenso wie in der Ku'baftage zu intervenieren.

* *

Telegramme des Gießener Anzeigers.

Loudon, 14. April. Nach Meldungen aus Bloem­fontein wird Lord Roberts Ende nächster Woche seinen Vormarsch antreten. Seine Streitkräfte sollen 80,000 Mann betragen. General Methuen soll fein Hauptquartier in BoShop aufschlagen.2

Lorenzo-Marquez, 14. April. Der Sohn des Generals ( Cronje hat im Norden von Mafeking ein Freiwilligen- Korps ausgerüstet, und geschworen, die Niederlage seines ! Vaters zu rächen. Er beabsichtigt, Lord Kitchener tot oder lebendig in seine Hände zu bekommen.

Loudon, 14. April. Aus JaderSberg wird telegraphiert) Die Kolonialtruppe, über die der Oberst Dalgety verfügt, wird seit gestern Morgen von mehreren tausend Buren umzingelt. Die Buren verfügen über 8 Geschütze.

I Trotzdem haben die Engländer noch an demselben Tage I einen heftigen Angriff zurückgeschlagen. Mittwoch und Donnerstag fanden ununterbrochen Gefechte statt. Unsere Verluste sind gering.

Loudon, 14. April. Aus SimonStown wird gemeldet: I 30 gefangene Buren wurden gestern nach St. Helena I eingeschifft. Sämtliche gefangenen Transvaalburen werden I dorthin gebracht werden.

Loudon, 14. April. DieTimes- veröffentlicht em Telegramm aus Boshop vom 4. April: Heute morgen bei I Tagesanbruch verließ eine starke britische Kolonne unter dem Befehl des Generals Douglas das Lager Lord Me- I thuens bei Schwarzkopjefontein. Die Kolonne stieß | bald darauf mit Buren in einer Entfernung von 10 Meilen I östlich zusammen. Auf einer kleinen Hügelkette, wo wir I beabsichtigten zu bivakieren, empfing Uns der Feind mit einigen Gewehrschüßen, zog sich aber sofort zurück, I da er bemerkte, daß seine Flanke umgangen war. Wir I haben nur einen leichten Verwundeten zu beklagen.

London, 14. April. .Daily Ma.l- m-ldet -U- Bloemfontein: Di- Ernennung des.G-n-rals Ca rum B-sehlshaber der 11. Division hat die größte B friedigung im englischen ikorpS h-rvorg-ruf-n. D.e Eng-

Redaktion, »xpedition und Druckerei:

Schntstraße Ar. 7.