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vtrpeu ic. besitzt, hier ein Haus in der Plockstraße für 180 000 Mk. gekauft haben soll, um darin ein großes Warenhaus zu eröffnen. Vorläufig wiffen wir noch nicht, ib dieses Gerücht sich bewahrheitet.
FC. Trv he, 12. Dezember. In unserem Orte herrscht seit einigen Wochen eine äußerst heftige Masern - und Ü iphtheritis-Epidemie, sodaß fast in jedem Hause mehrere schwerkranke minder liegen. Die Schule mußte «iif unbestimmte Zeit geschlossen werden, da von sämt- lichen Schulkindern nur noch sechs von der Krankheit verschont blieben. Mehrere Sterbefälle sind zu beklagen.
fc. Dutenhofen, 12. Dezember. Der hiesige Gemeinde, rar bewilligte für Errichtung einer Güterhaltestelle 20000 Mark. Man hofft, mit dieser Güterverladestelle industriellen Unternehmungen, wie Anlage von Cigarrenfabriken u. s. w. Vorschub zu leisten. Die Bahnverwaltung dürfte an der öalldigen Errichtung der gewünschten Haltestelle insofern ein lebhaftes Interesse haben, als größere Orte, wie: Atz- bach, Münchholzhausen, Allendorf a. d. Lahn, Lützellinden u. a. hier verladen und dadurch die überlasteten Güterbahnhöfe Hießen und Wetzlar wesentlich entlastet würden.
b. Friedberg, 12. Dezember. Im Hotel Trapp tagte betete Nachmittag die 2 6. Hauptversammlung des Tierschutzvereins im Großherzogtum Hessen. Oberst von Beck führte den Vorsitz. Er begrüßte die zahlreich Erschienenen und besonders Geb. Rat Dr. Braden. In dem Jahres uno Kassenbericht für 1900 sehen nur, baß bei Verein sich immer mehr Bahn bricht und seine Bestrebungen auch in diesem Jahre wieder bethätigt hat, wurden doch im Ganzen ungefähr 700 Anzeigen wegen Tierquälereien seitens der Gensdarmen, Schutzleute, Fliirschützen rc. gemacht. Dagegen wurden Dienstboten, die ihre Tiere gut behandelten, mit Diplomen und Geldprämien bedacht. Der hierfür ausgegebene Betrag macht 268 Mk. Die Zahl der Mitglieder ist wiederum bedeutend gestiegen, 90 schieden durch Tod aus, wogegen raub 180 beitraten. Bon allen Städten des Deutschen Nnchs ist es nur die Reichshauptstadt Berlin, die alljährlich einen namhaften Beitrag liefert. (Die Einnahmen belaufen sich auf über 6400 Mk., die Ausgaben dagegen aus über 5400 Mk., sodaß sich der Kassenbestand um genau 987 Mk. erhöht hat). Dr. Boßler spricht dann über die Tierschutzkalender, die besonders für die Jugend bestimmt sind, um die Barmherzigkeit gegen Tiere zu wecken. Ec dankte besonders den Kreisschulinspektoren und Lehrern für das Austeilen derselben und hofft, daß cs mit der ßeit dazu kommen werde, daß jedes Kind ein Exemplar erhält. In Summen wurden innerhalb Hessen 14 500 Salenbcr an die Schüler verteilt. Als letzter Punkt der Tagesordnung kommt der Vortrag des Seminar Oberlehrers Prof. Dr. Frenzel über: „Wohnung der Tiere". Derselbe versteht es in außerordentlich interessanter, lehrreicher Weise der Versammlung ein Bild zu geben, über das Leben und den Nestbau der Bögel, sowie einiger Säugetiere, Insekten, Fische rc. Zahlreiche auSgebalgte Vögel, selbstgesammelte Nester und Eier, sowie viele Illustrationen führte er den Anwesenden vor Augen. Wohl am spannendsten waren seine Ausführungen über die Sailangane (indische Schwalbe), deren Nester eine Delikatesse der Chinesen sind und über die Webervögel, beten kunstvolle Nester jedermann in Erstaunen versetzen. Rauschender Beifall und Anerkennung erntete Dr. Frenzel. Der Vorsitzende sprach namens aller seinen Dank für den Vortrag aus. Hiernach spielten wieder die Seminaristen unter Leitung des Musiklehrers Schmidt und sangen mehrere prächtige Volkslieder, von denen besonders „Der Wald" imb „Der Abschied vom Wald" am besten gefielen. Es war gewiß für jeden Teilnehmer ein lehrreicher, an- gmehmer Nachmittag.
Vermischtes.
♦ Koblenz, 12. Dezember. Die Erdrutschungen lei Ehrenbreitstein dauerten auch heute noch fort. Der Mterverkehr wird linksrheinisch und über Betzdorf geleitet. Set gesteigerte Personenverkehr kann auch durch Umleitung licht voll aufrecht erhalten werden.
♦ Mannheim, 11. Dezember. Eine gräßliche Vlutthat versetzte gestern die Bewohner der Schwetzinger üorftabt in Aufregung. Ermordet wurde die in den fünfziger Jahren stehende Witwe Ach leitet, die erst vor Surbern von Mundenheim nach Mannheim verzogen ist. 2.r Mörder Schmied Braun, der bei ihr in Munden- Itim einlogiert war, blieb mit der Zahlung des Logis- Kid<s im Rückstände, infolgrdessen die A. einen Koffer des Ara im in Gewahrsam behielt. Gecichtlicherseits von Letzterem zur Herausgabe des Objektes unternommene Schritte blieben
Erfolg. Dieser Umstand mag vielleicht zur Begehung btr unseligen That, in der man im Großen und Ganzen kcdiglich einen Racheakt erblicken kann, beigetragen haben. De Blutthat geschah heute morgen kurz vor 10 Uhr. Vurm hat jedenfalls einen günstigen Moment abgepaßt, btt ihm zur Ausführung seines Vorhabens günstig erschien. Sie Bewohner der umliegenden Häuser hörten um die an
gegebene Zeit verzweifelte Hülferufe, die aus der im vierten Stack des Hauses Schwetzingerstraße Nr. 105 gelegenen Wohnung drangen. Braun hat fein Opfer erst in die Küche verfolgt, wie aus den daselbst angerichteten Verwüstungen zu schließen ist. Die A. flüchtete von da in die nach der Straße zu gelegene Wohnstube, wo sie das Fenster aufriß und Hülferufe ausstieß, die von den Nachbarn ver- nommen wurden. Hier hat dann der Mörder sein Opfer erreicht und es durch Stiche — über die Art des Mordwerkzeuges ist man noch im Unklaren, die gerichtsärztliche Sektion bezw. Untersuchung wird jedenfalls das Nähere ergeben — derartig verletzt, daß der Tod binnen kurzer Zeit, wahrscheinlich infolge innerer Verblutung, da die Ueberfallene nur wenig Blut verloren hat, eintreten mußte. Der Mörder, ein 44 Jahre alter Schmied aus Helmstadt, ein schon vorbestraftes, übel beleumundetes Subjekt, stellte sich alsbald freiwillig der Polizei.
* Madrid, 12. Dezember. Der Expreßzug Madrid-Portugal ist in der Provinz Badajoz bei Cara- collera entgleist. Zwei Personen wurden getötet und sieben verwundet. Die Maschinen und viele Wagen wurden zertrümmert.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Pommer sch e Hypotheken - Aktien - Bant. Tie Bank teilt uns mit: „Von heute an nehmen mir bis auf weiteres unsere Werte nicht mehr auf, da wir ein ferneres Aufnehmen im Interesse unserer Pfandbriefbesitzer und Aktionäre niid)t verantworten zu können glauben. Tie Einlösung der Coupons unserer Pfandbriefe erfolgt in der gewohnten Weise. Sobald auf dem Pfandbriefmarkt wieder normale Verhältnisse herrschen, werden wir die Kurse unserer Werte wie früher wieder regulieren."
Kein rechtlich denkender Mensch wird der Pommer- schen Hypothekenbank verübeln, wenn sie bei der jetzigen Lage des Pfandbriefmarktes es ablehnt, ihre eigenen Pfandbriefe weiter an der Äörse aufzukaufen. Gewiß liegt eS im Interesse einer jeden Hypothekenbank, die Kurse ihrer Emissionspapiere zu regulieren, aber die Banken sind doch nicht dazu da, neben ihren Hypotheken auch, noch ihre eigenen Pfandbriefe zu besitzen; das ist eine Bank gar nicht mächtig und auch nicht der Zweck ihres Daseins. Es ist zu bedauern, daß daS Publikum augenblicklich alle Hypotheken-Jnstitute in einen Topf wirft und sich seines Besitzes zu entledigen sucht.
Wir können nur ganz entschieden vor einem derartigen Vorgehen warnen, und es muß immer wieder zur Besonnenheit gemahnt werden. Was sollte eis beim auch geben, wenn in mehreren Tagen Hunderte von Millionen solcher Werte an den Markt geworfen werden? Wer solche enormen Summen sofort aufnehmen? Gott sei Tank sind unsere deutschen Hypothekenbanken fast ohne Ausnahme sehr gut geleitet, betreiben nur das reine Hypothekengeschäft und die Papiere derselben müssen unbedingt als äußerst gesicherte Anlage betrachtet werden.
Preußische H y p o t h e k e n - A k t i e n -Bank. Eine Versammlung der ersten Berliner Banken und Bankfirmen beschloß im Interesse der Inhaber von Pfandbriefen der Preußischen Hypotheken-Aktien-Bank die Errichtung einer Schutzvereinigung. Ein Aufruf wird unverzüglich erlassen werden, durch welchen die Besitzer dieser Pfandbriefe zur Einlieferung derselben gegen Zertifikate aufgefordert werden. An alle der Vereinigung beitretenden Pfandbriefbesitzer kommt der demnächst fällige Coupon vorschußweise ohne Abzug zur Auszahlung, und zwar der Coupon, der mit Januar-Juli-Zinsen versehenen Pfandbriefe sofort, und der mit April-Oktober-Zinsen versehenen fünfzehn Tage vor Verfall desselben. Ter Beitritt muß bis spätestens den 27. Dezember erfolgen.
Wie wir hören, gehört dieser Vereinigung auch das preußische Staatsinstitut die Seehandlung an. Dieses Eingreifen der Berliner Finanzwelt ist mit großer Freude zu begrüßen, denn es war auch wirklich an der Zeit, daß etwas zur Beruhigung gethan wurde.
Es ist also unbedingt notwendig, daß jeder Besitzer von Pfandbriefen der Preußischen Hypotheken-Aktien-Bank in seinem eigenen Interesse sofort — noch vor den Feirtagen — seine Stücke einem Bankier einhändigt, d a er andernfalls keinen Anspruch auf Zahlung seiner Coupons erheben kann.
Märkte.
Limburg a. d. Lahn, 12. Dezember. Fruchtmarkt. Durch« schnittspreis pro Malter. Roter Weizen, alter, 00.00 Mk., gering 12.89 Mk, Weißer Weizen 12.70 Mk., Korn 00.00 Mk., neues Korn 10 95 Mk., Gerste 8.50 Mk., Hafer, alter, 0.00 Mk., neuer 6.13 Mk., erbier — — Mk., KartoffelnMk._____
Neueste Meldungen.
(Telephon Meldungen des „Gießener Anzeigers".)
Darmstadt, 13. Dezember. Der Großherzog hat am 12. Dezember den Kr-isveterinärarzt Chr. Schmidt zu Nidda zum Kreisveterinärarzt in Gießen und den Kreisveterinärarzt Jos. O ehl in Schotten zum Kreisveterinär« arzt in Nidda ernannt. — Durch Entschlietzung des Ministe« riumS der Justiz wurde der GerichtSaffessor Reitz in Nidda
m t Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters in Fürth (Odenwald) beauftragt.
Darmstadt, 13. Dezember. Bei der Eröffnung der heutigen Kammersitzung giebt der Präsident des Finanzministeriums Gnauth eine Uebersicht über das Budget für das Rechnungsjahr 1901 bis 1902, aus der hervorgeht: Ein n ah m ee r t r a g aus Domänen für Holzfällen re. 700 000 Mk. mehr wie seither; Betriebs- Ueberschüsse aus den Eisenbahnen 1926 000 Mk.; Ertrag aus der Lotterie 719 100 Mk. (219 100 Mk. mehr wie seither); Steuerüberschüsse 9 950000 Mk.; Stempelerträgnrffe 2720000 Mk.; Hundesteuer 355000 Mk. In Ausgabe sind zu erwähnen: für die Universität Gieß e n 83 2 40 0 M k. (7 2 0 00 M k. m e h r w i e se i t h er); technische Hochschule in Darmstadt 255 900 Mk. (6500 Mk. weniger wie seither); für Volksschulen 6 9 1 0 0 0 M k. für Gehaltsaufbesserungen der Lehrer und Lehrerinnen; für Irrenanstalten 71700 Mk. mehr wie seither; für Arbeiter-Wohnungen 62000 Mark; für Kanalisation des Bades Salzhausen 91 000 Mark. — Der Finanzminister erwähnt, daß bei weiser Mäßigung der Ausgaben und der erfreulicherweise wachsenden Steuer kraft des Landes die fortwährende Sich-eruug der finanziellen Lage zu erhoffen sei. — Die Anfrage der Adgg. Schill und G i e h l bett, die Fortbildungsschulen wurde vom Staatsminister Rothe dahin beantwortet, daß die Festsetzung der Unterrichts stund en auf eine frühere Zeit wie seither nach den bisherigen langjährigen Erfahrungen im Interesse der Sck)üler und des Unterrichts nicht angebracht sei und die Regierung daher keinerlei Veranlassung habe, irgend welche Aenderungen eintreten zu lassen. Hieran schließt sich eine längere Debatte.
London, 13. Dezember. Bei der Zusammenkunft der Gesandten am 8. d. M. regte Pichon die Jn- demnitätsfrage für die chinesischen Christen an. Satow erkläne, diese hätten sich durch Plündern schon selbst entschädigt.' Selbst Missionare hätten sich am Plündern mit der Entschuldigung beteiligt, daß sie und die chinesischen Christen berechtigt seien, sich schadlos zu halten. Einige Missionare hätten schon alle geraubte Waren und Gegenstände verkauft, andere verkauften sie noch jetzt. Nichts sei ihnen heilig gewesen, nicht einmal die Götzen.
Paris, 13. Dezember. Sämtlichen Gemeindebehörden Frankreichs ist ein Fragebogen zugesandt worden betreffs Feststellung der Verproviantierung im Falle einer Mobilmachung.
Newyork, 13. Dezember. Wie Offiziere und andere auf den Philippinen ansässige Amerikaner melden, ist die Lage auf den Inseln militärisch äußerst kritisch. Das Ende des Guerillakrieges sei nicht abzusehcn und nur die vollständige Vernichtung und Ausrottung der Eingeborenen erscheine als die einzig mögliche Lösung und Mittel zur Beendigung der Schwierigkeiten. Zurzeit ist keine Spur von den massenhaften Unterwerfungen zu bemerken, die, wie behauptet wurde, infolge der Wiederwahl Mac Kinleys hätten eintreten sollen. Vielmehr hat Agu in al do jetzt in dem größten Teile der Insel Luzon eine regelrechte Regierung eingesetzt. Die Justiz, die Telegraphen- und Steuerverwaltung funktioniert regelmäßig. Im übrigen sollen die amerikanischen Militärbeamten nicht minder graus am verfahren als die spanischen Beamten, denen man früher ihr unmenschliches Verhalten zum Vorwurf machte. Infolgedessen ist die Kluft zwischen den Amerikanern und Eingeborenen nicht unbedeutend erweitert worden.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Sabbachfeisr am 15. Dezember 1900.
Freitag abend 4 Uhr, SamStag vormittag 880 Uhr, nacbmirtagS 3 Uhr, SabbathauSgang 516 Ubr.
Rackmittag 2« Uhr Schrifterklärung.
Wochengottesdienst: morgens 710 Uhr, abends 4 Uhr.
Börsennachrichten.
Berlin, 12. Dezember.
4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2
48.00 M.
4 % do.
8. 5/3 unk. b. 1904
48.00 „
31/2 % do.
8. 7/8, unk. b. 1906
00.00 „
4 /0 D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908
99 50 »
3,/,°/o do. unk. 1905
90.50 „
4 o/o Preuss.
Hyp'-A.-Bank 8. 8-12
71.00 .
4 0/q do.
8. 15-18 unk. b. 1900J
71.00 M.
4 o/q do.
8. 19-20, unk. b. 1905
71.00 „
3M/0 do.
8. 13, 14
65.20 n
31/, 0/0 do.
3. 21, 22, unk. b. 1905
65.20 „
Telephonischer Kursbericht
Frankfurt, den 13. Dezember.
SVe % Reichsanleihe . . 96.— 3 O/o ' do . . 88.25 81/, o/g Konsole .... 96.20 8 % do .... 88.30 31/, % Hessen . . . . 93.10 5q/o Italien. Rente . . . 95.10 4O/o Griech. Monop.-Anl. 43.60 3 0/0 Portugiesen . . . 25.20 30/0 Mexikaner .... 25.60 41/, % Chinesen .... 76.5t
Tendenz:
Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . .
schwach.
. 210.40
. 175.90
. 132.90
. 146.30
. 148.70
. 142.30
. 152.20
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Q Zu dem 22 jährigen Geburtstags Q 0 feste unseres lieben Koll. Ludwig *
Vrlten lassen wir ein dreifach V Q donnerndes Hoch erschallen und fi 0 wünschen ihm, noch viele solcher X
Geburtstagsfeste in unserem Kreise v Q zu verleben. Viel Glück zu diesem Q O Fest wünscken dir deine intimen a
Freunde K. F. u. D. L. V
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