M 2b7 Zweites Blatt
Mittwoch den 14 November
150. Jahrgang
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Politische Tagesschau.
Ein Bild von der Persönlichkeit Wilhelm Liebknechts entwirft in der neuen Hamburger Wochenschrift „Der Lotse" (Verlag von Alfred Janssen in Hamburg) der frühere Pfarrer und jetzige Führer der Nationalsozialen, Friedrich Naumann, und endet mit folgender Perspektive in die Zukunft:
Es kommt ein Geschlecht, das Liebknecht nicht mehr versteht, da es Marx nicht mehr als lebendige Kraft an sich erlebt. Andere Ideale schieben sich an Stelle des internationalen Revolutionsgedankens, eine positive Politik der Masse verdrängt die Spekulation über den Wechsel zweier Gesellschaftsordnungen, der deutsche gelernte Industriearbeiter wird zum Glied der bürgerlich industriellen Welt, in der er wächst, und sc-ngt an, die Welt mit seinen Schultern zu tragen. Nach der Periode der großen, weltumgestaltenden Träume beginnt eine Periode begrenzten und erfolgreichen Schaffens. Auf diese) praktische Zett schautZ dann das Bild Liebknechts herab, als begriffe er das Leben der Seinen nicht mehr. Das ist aber eben Menschenlos. Er hat mit seinen Kräften seiner Gegenwart gedient. Was in der Zukunft liegt, braucht andere Methoden. Mit Liebknecht'scher Theorie würde die Sozialdemokratie nicht zum Grundstock einer deutschen freiheitlichen und industriellen Volkspolitik werden können, aber je mehr sie bei aller Dankbarkeit sich von den Lehrsätzen Liebknechts losmacht, desto mehr wird sie von den Wolken auf die Erde herniederkommen und aus einer großen Sekte eine politische Rächt werden, eine deutsche, vaterländische Volksmacht.
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Sie habe auch Briefe erhalten, worin sie angewiesen wurde, was sie aussagen solle. Die Briefe habe sie nach ergangener Anweisung verbrannt. Staatsanwalt Brant: Ich frage Sie noch einmal: Ist es nun wirklich wahr, was Sie hier heute behaupten, daß Sie Sternberg nicht wiedererkennen? Zeugin schlägt die Augen nieder und beginnt zu weinen. Staatsanwalt: Ich frage Sie noch einmal: Sie werden vor Gott dem Allmächtigen heute zu schwören haben! Gehen Sie doch in Ihr Gewissen hinein! Ist Sternberg der Mann gewesen? Zeugin weint. Staatsanwalt: Na, Ehlert, besinnen sie sich? Zeugin: ja, er ist es gewesen! (Bewegung.)
Angekl. Sternberg ruft mit lebhafter Geberde dazwischen. Das ist jg eine abgekartete Sache! Der Staatsanwalt verbittet sich! derartige Aeußerungen und der Vorsitzende untersagt derartige Ausbrüche der Empörung. Präsident: Warum haben Sie vorhin ganz etwas anderes gesagt? Zeugin: Es ist mir g eoroh t worden. Präs.: Wer hat /Ihnen gedroht? Zeugin: Auf dem Korridor hat ein großer Herr mit dunklem Schnurrbart und Zylinder im Vorbeigehen zu mir gesagt: Wenn Du e s s a g st, dann k o m m st D u n ich t m e h r l e b e n d i g heraus! Auf Antrag des Staatsanwalts ordnet der Präsident an, daß sämtliche Zeugen sofort in den Saal eintreten müssen. Sämtliche Herren müssen den Hut aufsetzen. Die Zeugin findet aber unter den Männern, die einen Cylinderhut tragen, den Herrn, der sie bedrohte, nichst heraus. Der Staatsanwalt hebt eine ihm gewordene Meldung hervor, daß die auf dem Korridor weilenden Detektivs nicht mehr anwesend seien. Präs.: Sie wiederholen also im Hinblick auf den Eid, den Sie W leisten haben werden: Jeder Irrtum ist ausgeschlossen, Sie haben Herrn Sternberg in Kottbus nach dem Bilde erkannt. Sie haben ihn in der vorigen Verhandlung erkannt, und erkennen ihn jetzt auch wieder. Zeugin: Ja! Sie bekundet des weiteren, daß ihr Ebstein u. a. auch gesagt habe, sie solle nur angeben, daß der betr. Mann einen anderen Dialekt gesprochen habe. R.-A. Heinemann erinnert daran, daß die Zeugin in der vorigen Verhandlung auch eine Frau mit allerlei Dingen belastet habe, die sich als durchaus falsch herausgestellt haben. Die Zeugin sucht diesen vom Verteidiger angeregten Punkt aufzuklären. Auf die Anfrage eines Beisitzers bestätigt die Z e u g i n, daß sie mit 15 Jahren schon einen Zuhälter hatte. Justizrat Dr. Seiko hält der Zeugin vor, daß sie doch auch heute auf alle Fälle einmal die Unwahrheit -gesagt habe, und daß sie heute doch manche Einzelheiten angegeben, von denen sie in der vorigen Verhandlung kein Wort gesagt habe. Sie antwortet, daß sie nicht danach gefragt worden sei. Justizrat Dr. Sello: Ich frage Sie nun auch unter Hinweis auf die Heiligkeit des Eides: Was ist nun wahr, was Sie zuerst, oder was Sie zuletzt gesagt haben?
Angeklagter Sternberg erklärt zu dieser Aussage: Ich habe die Zeugin im ersten Termin zum erstenmale gesehen. Ich erkläre so feierlich wie möglich, daß ich das Mädchen vorher niemals gesehen habe. Ich hatte schon im vorigen Termin den Eindruck, daß durch eine Improvisation Frl. Wender unglaubwürdig gemacht werden ' sollte. Wie !das Komplott zu stände gekommen, vermag ich im Augenblick nicht zu übersehen, das wird sich aber hoffentlich noch ergeben. Jedenfalls spricht das Vorleben, die Vorstrafen, und noch manches andere nicht für die Glaubwürdigkeit der Zeugin.
Zeugin Ehlert erzählt u. a. noch!, daß sie ihrem Vater gleich mitgeteilt habe, was die fremden Herren alles von ihr gewollt haben. Ihr Vater habe sich dies, auch ausgeschrieben. Außerdem sei ihr auch gesagt worden, man wolle die Sache so drehen, als ob sie nicht recht bei Verstände sei. Der Staatsanwalt beantragt, den Vater sofort zu laden. Justizrat Dr. S e l l o erklärt sich durchaus damit einverstanden, denn wir lechzen ja alle nach Wahrheit! Angeklagter Sternberg stellt durch eine Anzahl von Fragen fest, daß der Vater der Zeugin Gelegenheitsschreiber sei. Weitere Fragen an Herrn Stierstädter, ob Herr Ehlert etwa für die Polizei Schreibereien verrichte, werden vom Zeugen Stierstädter verneint. Auf Befragen eines Beisitzers erklärt die Zleug in Ehlert, daß sie im August 1884 geboren sei und im vorigen Jahre zum erstenmale mit Herrn Sternberg etwas zu thun gehabt habe.
Frieda Woyda wird nochmals vorgerufen und gefragt, was denn nun an ihrer Aussage wahr sei. Sie antwortet recht energisch: Was ich jetzt hier ausgesagt habe, ist die Wahrheit!
Längere Zeit beansprucht die Vernehmung des Friseurs Dam m eir, des Schwiegersohns der Schindler- schen Eheleute. Er bestätigt, eines Morgens gehört zu haben, wie Frieda Woyda zu dem Gehilfen sagte: Warum sind Sie denn gestern nicht gekommen, ich habe bis einhalb 12 Uhr auf Sie gewartet! Frieda Woyda bestreitet, dies gesagt zu haben, auch nacktem ihr der Zeuge
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Sitzung des Provinzialausschuffes.
>—r. Gießen, 10. November.
Als erster Punkt der Tagesordnung kam „der Gewerbe- be trieb der Fabrik feuerfester und säurefester Produkte zu Bad - Nauhei m" zur Verhandlung. Diese Fabrik, mit deren Betrieb sich Verwaltungs- und Gerichtsbehörde aller Instanzen seit Jahren zu beschäftigen Gelegenheit hatten, joll, seit Nauheim sich nach der Main-Weser-Bahn zu ausgedehnt hat, zu einem wahren Kreuz für das Bad geworden ^ein. So haben die Badedirektion, das Ministerium der Finanzen, der Nauheimer Aerzteverein und etwa 30 Häuserbesitzer gelegentlich der Verhandlung über die Kon- zeftiouierung zweier neuer Steiubrennöfen Einwendungen erhoben. Der Kreisausschuß Friedberg hat sich, auch in feinem Erkenntnis vom Frühjahr 1900 auf ihren Standpunkt gestellt und die Konzessionierung abgelehnt. In der heutigen Verhandlung über den Rekurs vertreten Geh. Iustizrat Dr. R e a tz und Generaldirektor Boeing den Standpunkt, daß die neuen — übrigens seit längerer Zeit ohne Erlaubnis betriebenen — Oefen nur mit größeren , Unterbrechungen im Betrieb seien, also weniger Belästigungen mit sich brächten wie die alten Dauerbrandöfen, daß auch die Belästigungen erhebliche im Sinne des § 16 der Gewerbeordnung nicht genannt werden könnten; zudem habe die Fabrik das sogen. „Alter im Felde". Dagegen treten Professor CH elius von der Badedirektion und Dr. W a ch e n f e l d - Bad-Nauheim mit großer Wärme für das Bad, seine Bewohner und die Kranken ein. Ein Bad
Prozeß Sternberg.
Berlin, 10. November.
Unter den Zeugen, die der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Müller bei Beginn der heutigen Sitzung ausruft, befinden sich die zahlreichen neuerdings geladenen Personen. Vor Eintritt in die weitere Beweisaufnahme finden noch einige Erörterungen über eine Aeußerung statt, die nod), einer Mitteilung der Frau Schindler die kleine Woyda einmal gemacht haben soll, als sie noch bei Schindlers war.
Als Zeugin wird sodann die 16jährige Ehlert vernommen, der seinerzeit in Kottbus in Strafhaft saß und jetzt im Magdalenenstift untergebracht ist. Sie ist von Freundinnen darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie bei der Fischer in der Alexandrinenstraße viel Geld verdienen könne. Dort wohne ein reicher Modellmaler, der Modelle brauche. Sie hat dann die Zahl der jungen Mädchen, die bei der Fischer aus- und eingingen, vermehrt. Als Kriminalkommissar v. Tresckow der Zeugin in Kottbus das Bild des Angeklagten Sternberg vorlegte, soll sie in ihm (d!en Maler wiedererkannt haben. Jetzt erklärt sie, Herrn Sternberg nicht als Maler wieder- zuerkenn^n. Sie muß den Angeklagten recht genau be- track)ten, Sternberg muß mit der Zeugin sprechen. Die Zeugin bleibt aber dabei, daß sie den Angeklagten nicht als den Maler rwiedererkenne. Dieser scheine ihr mehr Haare gehabt und auch einen anderen Dialekt gesprochen zu haben. Die Zeugin giebt zu, in der vorigen Verhandlung gesagt zu haben, sie erkenne Sternberg wieder, sie will aber dazu durch ein Kopfnicken ihrer früheren Gefängniskollegin, Zeugin Schnörwange, dazu bewogen sein. Der Staatsanwalt legt der Zeugin Ehlert eine Reihe von Fragen vor, ob sie von irgend einer Seite beeinflußt worden sei. Die Zeugin erklärt darauf, daß mehrere Herren sich an sie herangedrängt und über dieSternberg-Sachemitihrgesprochen haben. Besonders sei dies ein Mann gewesen, der sich Ebstein nannte, und auch ein Kapitän Wilson. Herr Ebstein habe ihr »gesagt, daß er nach Amerika wolle, obsieviel- leicht mitkommen wolle. Sie wäre ja auch mit gegangen, aber sie würde ja doch nicht haben mitgehen können, weil ihr Vater es verhindert haben würde. Auch andere Herrn haben fick) an sie herangemacht und ihr gesagt, sie solle die Wahrheit sagen, damit nicht ein Unschuldiger verurteilt werde. Sie hätten ihr ferner gesagt, sie würde diesmal vereidigt werden, und wenn sie beschwören würde, daß es Sternberg sei, dann würde sie ins Zuchthaus Tommert. Sie habe von Ebstein 10 Mk., dann 20 Mk. und von den anderen Herren 15 Mk. erhalten.
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Werden.
Nach einer kurzen Mittagspause begann um halb 4 Uhr die Verhandlung über die Reklamation gegen die Bürgermeister Wahl zu Lang-Göns. In Hellen Scharen waren die Langgönser Bewohner erschienen. Ueber •50 Zeugen waren von Partei und Gegenpartei zur Stelle geschafft worden, um die behaupteten „groben Wahlbeeinflussungen" zu beweisen, und zahlreiche Zuhörer erwarteten mit Spannung die nach den Bestimmungen der Kreis- und Provinzialordnung nunmehr endgitige Entscheidung. Der Kreisausschuß Gießen hatte sich seiner- ,’cit in seinem Erkenntnis auf den Standpunkt gestellt, lag die von den Reklamanten gegen die Wahl erhobene Reklamation keine Berücksichtigung finden könne, da ihr bie von mehreren Ministerialentscheidungen geforderte An- flabe näherer Thatsachen und die nötigen Beweismittel ge- ■feliMt haben, aus diesem formalen Grunde nachher an- Wb.otene Beweisführung nicht in Betracht kommen, in
ceauarbeiten, fatntß 1 DtchA et oder aiMrtä nter Q 01877 an •’• Blattes erbeten. _ mvuchhaUtt^. iderLigarrrptE :d)t bei bescheidenes 6teöunfliKffl*?
eine Beweisaufnahme deshalb auch nicht eingetreten werden könne. Gegen diese Auffassung wendete sich in längerer Rede der Verteidiger der Rekurrenten, Rechtsanwalt Grünewald, indem er u. a. ausführte, daß man unmöglich von rechtsunkundigen Leuten, namentlich von Landwirten verlangen könne, daß sie die Bestimmungen so ganz genau kennen. Härten habe das Gesetz doch unmöglich statuieren wollen. Dem trat Justizrat Hirschhorn als Vertreter des neugewählten Bürgermeisters Rompf entgegen und stellte sich ganz und gar auf den Boden der Entscheidung des Kreisausschusses. Es liege gar keine formelle Reklamation vor, da das von den Reklamanten innerhalb der vorgeschriebenen dreitägigen Frist auf der Bürgermeisterei abgegebene Protokoll nur die Angabe enthalte, daß Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien und daß man deshalb um Beanstandung der Wahl bitte. Damit sei zwar für das Kreisamt Gelegenheit gegeben, von sich aus Ermittelungen vorzunehmen, ob Gründe zu einer Nichtbestätigung des Gewählten vorhanden seien, nicht aber habe sich der Kreisausschuß mit dem Vorbringen zu beschäftigen, geschweige denn der Provinzialausschuß. Gegen die Entscheidung des ganz getrennt neben dem verwaltungsgerichtlichen herlaufenden Verfahren des Kreisamts stehe den Beteiligten als alleiniges Rechtsmittel jetzt nur noch Beschwerde an das Großh. Ministerium des Innern zu. Nach vorgängiger Beratung verkündete Provinzialdirektor v. Bechtold als Beschluß des Provinzialausschusses, daß der eingelegte Rekurs unter Verurteilung der Rekurrenten in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Aversionalbetrags von 10 Mk. in die Kreiskasse zu verwerfen sei. In die Beweisaufnahme wurde sonach garnickst eingetreten..
Nachdem nach zwei Gesuche um Konzessionierung von Gewerbebetrieben als noch nicht spruchreif vertagt worden waren, verhandelte man über ein Gesuch des Peter Hambach von Wahlen um Erlaubnis zum Betriebe einer Wirtschaft. Der Kreisausschuß Alsfeld hatte auf Versagung der Konzession erkannt. Der gegen diese Entscheidung eingelegte Rekurs wurde in der heutigen Sitzung nach Anhörung des Bürgermeisters non Wahlen verworfen. Damit schloß der öffentliche Teil der Sitzung.
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Von der Bedeutung Nauheims, in dem Herz- und Lungen- lcanke Heilung suchten, könne sich nicht gefallen lassen, laß an vielen Tagen im Monat eine dicke Rauchwolke über der Stadt lagere, die Kranken belästige und in Gestalt Von Ruß und Asche in die Wohnungen eindringe. Nachdem noch mehrere Sachverständige im Verlaufe der mehr als dreistündigen Verhandlung vernommen worden waren, beschloß 'der Provinzialausschuß, die Entscheidung in der Lache auszusetzen und dieselbe gelegentlich der nächsten Litzung zu verkündigen.
Geradeso erging es nach vorgängiger Verhandlung iber einer Klagepes Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. pcgen den Ortsarmenverband Wolf, Kreis Büdingen, toegen Unterstützung der Dienstmagd Katharine Köhler, vesgl. einer Klage des Ortsarmenverbandes Hanau gegen den Ortsarmenverband Klein-Linden wegen Ersatz von Ulegekosten für Friedrich Engel. In der Sache betr. besuch des Philipp Erdmann zu Mücke um Erlaubnis , zum Betriebe einer Gastwirtschaft beschloß das Gericht
Vertagung. Es sollen noch mehrere Zeugen vernommen


