tfüx Nahruvg. Bor ihrer Abreise hatte« sie vergeblich den Schutz des deutschen Konsuls angerufen. Eine der AuS- gewiesenen erklärte, mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie im^Villenviertel von Pretoria am 8. Juni d. I. englische Soldaten die deutsche Flagge herunterriffen und mit Füßen traten. Zehn von den Transvaalern haben bereits i» Berlin Beschäftigung gefunden. Die AuSgewiesenen richteten vor einiger Zeit eine Eingabe an das Auswärtige Amt mit dem Ersuchen, die englische Regierung zu veran-- kaffen, ihnen Schadenersatz zu leisten, und sie aus ihren Wunsch kostenlos nach Transvaal zurückzubefördern. Da Iris jetzt keine Antwort darauf erfolgt ist, beschloß die Versammlung, nochmals beim Auswärtigen Amte vorstellig zu werden und um möglichst schnelle Erledigung der Eiugade zu bitte».
vor-
* Berli n, 10. Oktober. Eine photographische Borführung eigener Art fand dieser Tage in dein «euen Atelier des Polizei-Präsidiums statt. Es sind nämlich mehrere Beamte der Kriminal-Polizei durch einen Photographen von Beruf in der Aufnahme von Verbrechern u. s. m. ausgebildet worden und diese Schwarzkünstler gaben nun nach beendetem Kursus ihr erstes Debüt vor den Ober-Beamten und den Kriminal-Kom- mrssaren. Ein erläuternder Vortrag ging der praktischen Handhabung der Apparate voraus. Die Moment-Auf- uahme der Verbrecher wurde früher in einem kleinen, Mnklen Zimmer des Erdgeschosses mittels Blitzlichtes Bewirkt, da die photographische Mahnung, „Bi t t e, r echt freundlich", auf die hier zu Fixierenden keinen Eindruck zu machen pflegt, dieselben sich im Gegenteil be- »uhen, möglichst unfreundlich dreinzublicken; ja, das besicht nach Möglichkeit zu verzerren. Unter den älteren * j Verbrecheralbums befinden sich denn
«uch Bilder von Personen, an deren Köpfen mehrere Hände es sirrd die Hände der Beamten, welche den Heim Photographieren sich sträubenden Delinquenten festhalten mußten. Das Blitzlicht that hier gute Dienste, denn im Finsteren hielt der Verbrecher jede Verstellung Mr überflüssig, er erwartete die Aufnahme, die dann urplötzlich, ehe er sich dessen versah, geschehen war. In dem neuen Atelier wird nur bei Tageslicht gearbeitet, Uerlrch auch blitzschnell, denn ehe der Aufzunehmende sich Medersetzt, ist schon alles fix und fertig und sein Bild schon auf der Platte, wenn er glaubt, dahAS nun bald „Losgehen" werde. Die von der BeamWüschaft geführten Aufnahmen stellen der Geschicklichkeit der neu Ausgebildeten ein gutes Zeugnis aus: Die Bilder zeich- »eten sich durch große Schärfe und Korrektheit aus. Die neuen Einrichtungen erleichtern auch die schnelle Herstellung vieler 'Kopien, die oft an Hunderte von Polizeibehörden -esandt werden müssen. Die Behörden des Inlands, welche hur ihre Verbrecher-Alben alle hier aufgerwmmenen Pho- wzraphren wünschen, pflegen die Herstellungskosten zu er- Btzen. Vielfach werden im Polizei-Atelier auch $er> A?^'rungen und Verkleinerungen schon vorhandener Vilder hergestellt, und auch sonst wird der photographische Apparat der Kriminalpolizei durch Aufiwhmen von That- »rten, Fuß- und Blutspuren rc., noch gute Dienste leisten.
* Eine Ehreu-Uhrmacherm. Marie v. Ebner- Eschenbach ist nicht nur Ehrendoktor, sondern auch Ehren-Uhrmacherin geworden. Sie ist bekannt als Sammlerin von Uhrwerken und hat ihr Interesse für Uhr macherei in der Novelle „Sötte, die Uhrmacherin" litterarisch bekundet. Zum Dank dafür hat die Wiener Uhrmacher- Genoffenschaft sie anläßlich ihres 70. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt. Die gefeierte Dichterin sagt in ihrem Dankschreiben an die Genossenschaft: „Wenn ich in Ihrem edlen Kunstgewerbe auch nur eine armselige Dilettantin bin, habe ich doch die Fähigkeit, seine schönen Werke innigst bewundern zu können. Mit meinen wärmsten Wünschen begleite ich sein Gedeihen. Sie haben, verehrte Herren, meine große, von Kindheit an gehegte Sympathie für die Uhrmacherkunst belohnen wollen, indem Sie mir die Auszeichnung zuteil werden ließen, auf die ich sehr stolz mn und für die ich Ihnen von Herzen danke."
* Einfi del es Gefängnis, „'s aiebt kein schöner «oen, als das Häftlingsleben" — so oder ähnlich muß me Haushymne der Strafanstalt von Fresnes lauten, deren Insassen nach einem viel üppigeren Speisezettel verpflegt werden, als der ist, den kürzlich der Vorsitzende der.An- Hedlungskommission für die Landarbeiter im Osten entworfen hat. Die Verwaltung der Strafanstalt von Fresnes hat, wie der „Voss. Ztg." aus Paris geschrieben wird, soeben die Lieferung ihres Bedarfs an Lebensmitteln für den kommenden Winter ausgeschrieben, und da lieft man mit fröhlichem Erstaunen, daß folgende Waren verlangt werden: 50 000 Kilo Lendenbraten vom Ochsen «nd Hammelkeule, 200 000 frische Eier, 145 000 Liter Rot- »mi, 2000 Kilo Butter, 105 Kilo Karamal (gebrannter tlSSL' Ainere Mengen Dörrpflaumen, getrocknete und Nüsse. Wenn Gefangene, die ihre Strafe K..8nmn? Verbrechen verbüßen, eine Verpflegung er- M°!kenheit man aus dieser Lieser- ungsausschreibung schließen kann, so ist die Zunahme der Mis^etbX?KU verwundern. Wo der Lohn • ?^ißbrot, Lendenbraten, Rothspon Butter
reichlicher Nachtisch und leckere Zuckerplätzchen sind da muh die Bevölkerung entweder übernatürlich tugendhaft fetn, datz sie sich diese voriresslichen Dinae fa2fen kann, um nicht der Versuchung zu erliegen Sch durch ern Verbrechen das Recht aus die Ausnabme in Strafhaus von Fresnes zu sichern T m Präsident Krügers zutitnitiaer jflnhn Auf die Zeitungsmeldung, daß ein Schl^ßh^rr ” «nderlecht eme Besitzung dem Prä identen »rüg er zur Verfügung gestellt habe, begab sich dieser rage ^tn Mitarbeiter der „Jndependancc belqe" in die rransvaal-Gesandtschast zu Brüssel, wo der soeben aus zuruckgekehrte Dr, Leyds die Nachricht bestätigte Wenn der Präsident nach Europa kommen sollte, würde er m Triest oder in Marseille landen, um die Seereise so viel wie möglich abzukürzen; er würde während des Winters sicherlich in Brüssel Aufenthalt nehmen, da das feuchte Klima der Niederlande ihm sehr schädlich wäre. Der oben erwähnte Schloßherr ist Herr Oswald Gualtheri d'Aymeries. Er hat sich als Holländer von Geburt
für den Heldenkampf der Bure« lebhaft interessiert und, als schlechte Tage für sie kamen, sofort den Entschluß gefaßt, ihrem freiwillig in die Verbannung gehenden Präsidenten ein gastliches Dach anzubieten. Herr d'Aymeries läßt bereits jetzt in einem ganzen Flügel seines Schlosses bedeutende Veränderungen vornehmen, um es wohnlicher zu machen. Er will das Schloß, wenn es nötig sein sollte, seme'm Gaste vollständig zur Verfügung stellen. Da das Schloß aber sehr groß ist, glaubt Sperr d'Aymeries, der es jetzt mit seinem jungen Sohne allein bewohnt, auch nach Krügers Einzug daselbst verbleiben zu können. Das Schloß Anderlecht, das an die Besitzung deS Herrn Vandenpeere- boom grenzt, stammt noch aus der belgischen Feudalzeit. Zuerst besaß es die Familie d'Antoing, dann kam es in den Besitz der Walcourt. Nachdem es dann noch von der Familie d'Aa und von dem Grafen Joseph Gabriel d'Espiennes bewohnt worden war, wurde es Eigentum der Familie d'Aymeries. Damäls befanden sich die Gebäude in einem so schlechten Zustande, daß sie zusammenzustürzen drohten. Oswald Gualtheri d'Aymeries ließ sie im Jahre 1899 restaurieren. Die Räume, im vlämischen Stil, sind mit vornehmem Luxus ausgestattet; besonders bemerkenswert sind die alten eichenen Truhen, die mit Kupfer eingelegt sind. Im ersten Stock befindet sich eine Reihe von großen Zimmern, darunter das sogenannte Leopolo- Zimmer, in dem der erste König der Belgier eine Nacht verbrachte. In diesem Stockwerk soll Präsident Krüger wohnen. Hinter dem Schlosse liegt ein sehr großer Park, keiner von den modernen englischen Parkanlagen, sondern ein Park, der in seinem etwas verwilderten Aussehen noch etwas Malerisches und Romantisches hat. Auf der ganzen Besitzung herrscht ein tiefer Friede, der nur von Zeit zu Zeit durch den Klang der Glocken der Saint Guidon-Ärche unterbrochen wird.
A»stkü«»s der kiskiidshii-önrr-illdili!src erster Klaffe.
Seit Einführung der Neuordnung der Staatseisenbahn-Verwaltung im Jahre 1895 wurde den Betriebs-Sekretären, welche die Anwartschaft zum Eisenbahnsekretär noch nicht besaßen, zur Darlegung des Befähigungsnachweises eine Frist von zwei Jahren zum nicht geringen Teil unter der* Vergünstigung einer erleichterten Prüfung — bewilligt. Diese Verwaltungsmaßnahme, die in kurzer Zeit die Anwärterzahl auf eine bisher nie erreichte Höhe von über 2000 brachte, mußte für die zum Eisenbahnsekretär geprüften Bureaudiätare eine ganz empfindliche, folgenschwere Schädigung Hervorrufen. Mehr als 700 Diätare 1. Kl. wurden durch die nachträglich zu Eisenbahnsekretären geprüften 1300 Betriebssekretäre in einer Weise in den Hintergrund gedrängt, daß ihre Anstellungsaussichten geradezu verzweifelt werden mußten. Thatsächlich sind in den letzten 6 Jahren von 700 Diätaren 1. Kl. kaum 60 zur etatsmäßigen Anstellung gelangt. Von den durch den Etat für 1900 geschaffenen 204 Eisenbahnsekretärstellen hat kein einziger Diütar eine solche erhalten. Nach Maßgabe der zeitigen Anstellungsgrundsätze fielen die neuen Stellen fast ausschließlich den etatsmäßigen Anwärtern, d. h. den Betriebssekretären zu. Die seit dem Jahre 1895 erfolgte Stellen Vermehrung hat somit den Diätaren 1. Kl. f a st gar keinen Nutzen gebracht, sondern ist hauptsächlich den -etatsmäßigen Betriebssekretären zu gute gekommen. AuS Rechts- und Billigkeitsrücksichten hätte den älteren Diätaren 1. Kl. für den Verlust der Anstellung als Betriebssekretär von vornherein ein angemessener Teil der in Zugang gebrachten Stellen Angewiesen werden sollen. Die mit Wirkung vom 1. Mai o. I. zur Beseitigung der unhaltbaren Zustände getroffene Maßnahme, den Diätaren 1. Kl. von den frei werdenden und sonst neu hinzukommenden Stellen jährlich einen Anteil von ein Drittel zu vergönnen, kam, an den trostlosen Verhältnissen nichts bessern. Dabei ist eine durchgreifende Besserung der Lage der Diätare um so dringender, als die älteren Jahrgänge jetzt schon in einem Lebensalter bis zu 35 Jahren auf eine 10- bis 12jährige Dienstzeit zurückblicken und in die verzweifelte Lage nur durch Verwaltungs-Maßregeln hineingedrängt worden sind. Bei keiner einzigen anderen Beamtenklasse der Eisenbahnverwaltung und der übrigen Staatsverwaltungen überhaupt sind derartige Anstellungsgrundsätze geschaffen, daß bereits etatsmäßige Beamte oen Diätaren die zu besetzenden Stellen streitig machen. Obwohl schon lange in weiten Kreisen, insbesondere auch der Abgeordneten, die Ueberzeugung besteht, daß hier sobald wie möglich Wandel geschaffen werden muß, so sind doch bis jetzt alle Bestrebungen der Eisenbahn-Verwaltung auf Verbesserung der Lage der Diätare an dem beharrlichen Widerstände der Finanzverwaltung gescheitert. Aus finanziellen Gründen wird alljährlich der Einwand des „Mangels eines sachlichen Bedürfnisses" geltend gemacht, um eine größere Zahl von Etatsstellen eiuzubringen. Daß jedoch ein sachliches Bedürfnis in hohem Maße vorhanden, ist durch die That- sache bewiesen, daß seit längerer Zeit über 2000 Eisenbahn- ekretär-Anwärter mit den wichtigeren und schwierigeren Geschäften der Eisenbahnsekretäre betraut sind. Dies wird auch von der preußischen Staatsregierung unumwunden zugegeben (vgl. Erklärung des Regierungsvertreters in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 10. Juni 1899) und durch den Erlaß des Eisenbahnministers betr. die dienstliche Verwendung der Eisenbahnsekretär-Anwärter in Eisenbahnsekretärstellen betätigt. Das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Etats- tellen für Eisenbahnsekretäre und der hierauf Anwart- chaft besitzenden Betriebssekretäre und Büreaudiätare I. Kl. (2800:2000) muß schon aus Rechtsgründen endlich beseitigt werden. Ueberdies ist die Einrichtung des Diä- tariats nur eine Einrichtung der Zweckmäßigkeit, um die Diätare nach der Prüfung noch eine gewisse Probezeit durchmachen zu lassen, die aber nicht durch das jeweilig vorliegende größere oder geringere sachliche Bedürfnis nach Etatsstellen bedingt wird.
Nach der Erklärung des Finanzministers in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 15. Januar 1893 sollen die Diätare, wenn sie eine vierjährige Probe- un d Wartezeit zurückgelegt haben, auch darauf rechnen können, b a l d i n e i u e e 1 a t s m ä ßi g e S t e l l e e i n z u - rücken. Solange jedoch für die älteren Jahrgänge der Diätare I. Kl. noch 1300 Betriebssekretäre als Mitbewerber um die zu besetzenden Eisenbahnsekretärstellen in Frage
kommen mußte« sie, wenn leine baldige Aeuderung erfolgen sollte, nicht wie jetzt schon eine Wartezeit vo« 8, eXsvu-!?xaj,u 20 und mehr Jahren vor sich Ä/' S renc dieser langen Zeit müßten sie ohne auf Gehaltszulagen, ohne Wohn- ^S^9bldzu)chuß ohneAnspruch aufPension ^.^/brblrebenen fürs org e bleiben. Alle
-e- etÄsrnüßigen Anstellung entbehren zu pm hCfl< ^eren Büreaudiätare I. Kl. um f»
t'T<,er/ fte großenteils verheiratet rT genügen Drensteinkommen von höchstens 1800 Mk für sich und ihre Familie zu sorgen haben. Auf Kosten der a teren Diätare I. Kl. ist seit 1895 das prozentuale Verhältnis der etatsmäßigen Stellen zu den diatarischen vollständig verschoben, und sind damit auch die Etatsgrundsätze hinfällig geworden. Da in Den letzten Zähren einige Hundert jüngere Diätare, die die Prüfun-a zum Eisenbahnsekretär nicht abgelegt oder nicht bestände» haben, nach verhältnismäßig kurzer Wartezeit als Be- triebssekretäre bezw. Assistenten angestellt worden sind, ist Die Gesamtzahl der diätarisch beschäftigten Beamten zu Ungunsten der Büreaudiätare I. Kl., Die daher um so langer warten, wesentlich gesunken. Der Einwand de« Eisenbahnverwaltung gegen eine umfangreiche Stellenver- mehruiig, es seien im Verhältnis zu den 2800 Etatsstellen nur 700 Diätare vorhanden, ist offenbar nicht stichhaltig. Nachdem die Zulassung zum Büreaudienst gesperrt in, können doch sicherlich die Büreaudiätare I. Kl. nicht au» dem Grunde noch länger von der etatsmäßigen AnstellunO als Eisenbahnsekretäre ausgeschlossen bleiben, weil narl de« — jetzt unhaltbaren — Anstellungsgrundsätzen eG Fünftel deS Gesamtbüreaupersonals außer- etatsmäßig sein soll.
Gegen die mit Recht viel, beklagten, allseits anerkannten Not- und Mißstände giebt es nur, wie die „Rhein.- Westf. Ztg." schreibt, eine wirksame Hilfe: die Durchführung der aus Billigkeitsrücksichten von dem Eiseirbahnministe» einmal für 42 Diätare I. Kl. betätigten Maßnahme z» Gunsten der übrigen 700 Diätare I. Kl., die in gleicht Notlage sind und gleiche BilligkeitsrücksichteM beanspruchen können, die Maßnahme der vorzugsweise n Anstellung bei gleichzeitiger größerer Stellen- vermehrung.
UnioersltA und Hochschule.
— Wie Berliner Blätter mitteilen, ist Geh.-Rat Robert Koch auf seiner Studienreise zur Erforschung der Malaria, die ihn über Deutsch- Ostafrika, Indien, die Südsee bis nach Deutsch.Neu^Guinea geführt hat, jetzt in Hongkong eingetroffen. Dort gedenkt er einige Tage zu verweilen und dann die Rückreise nach Deutschland anzutreten. — Der Orientalist Geh.-Rat Prof. Dr. Dieterici beging das 50jähr. Jubiläum als Profeffor an der Berliner Universität. Der Jubilar, der fast 80 Jahre alt ist, war der Gegenstand zahlreicher Aufmerksamkeiten von Kollegen, früheren und jetzigen Schülern usw. — Aus Würzburg wird vom 9. ds. geschrieben: Eine Anzahl Profefforen der hiesigen Universität hat sich bereit erklärt, öffentliche Vorträge zu halten, um ein geistiges Bindeglied zwischen Universität und weiteren Kreisen der Bevölkerung herzustellen. In jedem Jahre soll mindestens ein Ciklus von 6 Vor- l^Ungen stattfinden; der heurige beginnt am 24. Oktober. Vorträge halten die Profefforen Wien (Physik), v. Frey (Physiologie), Mayer (Deutsches Recht), Hantzoch (Chemie), Wilcken (Geschichte) und Dr. Dieu- donne (Hygiene). Die Einnahmen fließen der Universitäts-Reliktenkaffe zu. — Wie aus Hannover mitgeteilt wird, beginnt die dortige, iwt Jahr 1b99 unter dem Namen Mädchengymnasium eröffnete gymnasiale Schule des Vereins Frauenbildungsreform nächste Ostern ihren dritten Jahrgang, indem sie den beiden jetzt bestehenden Klaffen Obertertia und Untersekunda die Obersekunda hinzufügt. Anmeldungen werden unter der Adreffe „herein Frauenbildungsreform, Hannover, Laves- straße 67fl entgegengenommen. — Man schreibt aus Freiburg i. Br.: An Stelle des nach Stuttgart gehenden Professors Häcker wurde Dr. Guenther zum Assistenten am Zoologischen Institut der hiesigen Universität ernannt. — Aus Wien wird berichtet: Mit der Vertretung der durch den Tod des Hofrats Prof. Dr. Eduard Albert erledigten ersten chirurgischen Universitätsklinik im Allgemeinen Krankenhause ist der Abteilungsvorstand an der allgemeinen Poliklinik in Wien, Prof. Dr. Julius Hochenegg, einer der Schüler Alberts, betraut worden. — Man schreibt aus der Schweiz: Zum a.-o. Profeffor der Physiologie an der Dominikanerlehranstalt Freiburg (Schweiz) ist an Stelle des au die Universität Lille übersiedelnden Profeffors M. Arthus Dr. med. CH. Dhsrv ernannt worden. — Aus Brüssel wird gemeldet: Als Märtyrer der Wiffenschaft sind die belgischen Gelehrten Ermengen und Voituron nach Brüssel heimgekehrt. Die belgische Regierung hatte sie nach Glasgow entsendet, um dort die Pestfälle zu studieren. Die beiden Herren wollten das Heilblut des Dr. Metschnikow im Pariser Pasteur-Institut erproben. Auf den Rat d-s Gelehrten ließen sie sich das Serum einspritzen und, immun geworden, besuchten die sie verpesteten Quartiere. Beide Aerzte liegen nun aber in Folge der erhaltenen Heilbluteinspritzungen schwer krank danieder._________________
Kmlst und MUenschaft.
Der Bereit» deutscher Zahnkünstler eröffnet am 1ö. Oktober in Berlin eine Fachschule, in der sich die Gehilfen von Zahnärzte« und Zahnkünftlern für die selbständige Ausübung des Zahnkünstler- berufes vorbereiten können. Die Schule, deren Einrichtungs- und Unterhaltungskosten sämtliche in Deutschland existierenden Vereinigungen von Zahnkünstlern und Dentisten tragen, ist nach Art der amerikanischen Dental Colleges eingerichtet. An derselben wirken ein Arzt, ein Chemiker und zwei Zahnkünstler als Lehrer. Aufnahmefähig sind nur solche junge Leute, die mindestens 18 Jahre alt sind, und eine dreijährige Lehrzeit bei einem Zahnarzt oder Zahnkünstler absolviert haben. Der Vollkursus dauert 2 Semester, gelehrt wird Anatomie, Chemie, Metalltechnik, Kautschuktechnik und Plombieren. Rach Absolvierung des Vollkursus und nach bestandener Abgangs-Prüfung wird den Schülern ein. Zeugnis einer Prüfungskommission, die von allen deutschen Zahnkünstler- Vereinigungen gewählt ist, ausgehändigt. Die Schule ist nicht mit bereits bestehenden öDschästsunternehmen zu verwechseln, sondern dient lediglich dem Zwecke der Hebung des Zahnkünstlerstandes, weshalb auch von den Angehörigen desselben eine jährliche Subvention von 2000 bi& 3000 Mark geleistet wird. Interessenten wollen sich an den Verwaltungsrat, Berlin, Stralauerstr. 18, wenden.
Schrsssnachrichten.
Der Pofidampfer „Switzerland^ der „Red Star Linie", in Ant- werpm, ist laut Telegramm am 10. Oktober wohlbehalten in New-York angekommen
ZHarfus Bauer
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Gießen, ttirchenplag u.
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