Ausgabe 
14.2.1900 Zweites Blatt
 
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hat Dr. Leyds während seines Aufenthalts in Transvaal seine besten Kräfte gewidmet. Die Verwaltung wollte er dadurch vervollkommnen, daß er sich der tüchtigsten Be­amten, am liebsten aus dem Lande selbst, versicherte. Stets strebte er danach, gute Beamte und Lehrer mit Hilfe der Holländer heranzubilden.

Die Verbesserungen, die auf dem Gebiete des Unter­richts erreicht sind, hat die Republik zum großen Teile Dr. Leyds zu danken, und sie darf ihm dafür umsomehr er­kenntlich sein, weil er in seinen Versuchen zur Verbesserung in dieser Materie so lange Zeit die Gegnerschaft des da- lmaligen Superintendenten für Unterricht S. I. Dutoit erfuhr.

Tas Streben des Dr. Leyds war stets darauf gerichtet, der holländischen Sprache in der Republik immer mehr Eingang zu verschaffen. Als er nach Afrika kam, sprachen die Buren nur afrikanisch-holländisch; nur in der Familie des Herrn Jorissen wurde holländisch ge­sprochen. Man konnte sich nicht mit dem Gedanken ver­traut machen, daß die holländische Sprache die Landes­sprache werden würde; man bezweifelte selbst, ob das Afrikanische sich halten, oder ob es nicht bald gänzlich durch die englische Sprache verdrängt werden würde. Selbst Professor Mansfeld (Unterrichtsminister) hat oft daran ge­zweifelt, ob die Versuchs, die holländische Sprache in der Re­publik zur herrschenden zu machen, Erfolg haben würden, und er hat Dr. Leyds manchmal gefragt, ob er denn in der That meine, daß hierfür Aussicht bestünde. Leyds jedoch war in diesem Punkte stets guten Mutes und bemerkte: Aussicht auf Erfolg ist bestimmt vorhanden, aber wer schon vor dem Anfang des Streites am Siege zweifelt, erringt diesen gewiß nicht; wer den Kampf beginnt, darf ihn nicht aufgeben".

Er hat nicht gezweifelt; - er hat nichts aufgegeben, und jetzt darf er Hinweisen aus glänzende Resultate, und noch immer wird das holländische Element in Transvaal ver­stärkt, und erhält die holländische Sprache mehr und mehr Bürgerrecht. Und dies umsomehr, da Leyds niemals mit Ausbreitung der holländischen Sprache Sprachreinigung bezweckte, wo es deren nicht bedurfte. Wo das Afrikanische bessere und genauere Ausdrücke hatte, als das Holländische, bessere Satzwendungen und dergleichen, da hat er diese beibehalten, und gerade darum die Idee, gut holländisch zu lernen und zu sprechen, bei der Bevölkerung der Re­publik kräftig angeregt.

Daß der Staatssekretär auch anderen Kardinalfragen, die zur Blüte der Republik beitragen konnten, alle Auf­merksamkeit widmete, versteht sich eigentlich von selbst. Vor allem hat er auch zur Entwickelung des Eisenbahn­wesens kräftig mitgearbeitet.

Und jetzt ist der Mann, der die Politik der Engländer immer gut durchschaut hat, schon anderthalb Jahre als Gesandter in Brüssel, in Europa der Anwalt für die Inter­essen des Landes, dem er jahrelang in seinen inneren An­gelegenheiten so vortrefflich gedient hat.

Die Regierung der Republik hat sich in ihrer Wahl sicher nicht geirrt, was unwiderleglich am besten sich zeigt in den Ausflüssen des Hasses, der dem Gesandten von den englischen Politikern entgegen getragen wird. (Deutsche- Wochenztg. i. d. Niederlanden.)

grtflM- Movirrflüt«.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werde« grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Viehes, den 13. Februar 1900.

veschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) Bor 121 Jahren, am 14 Februar 1779, wurde der große Weltumsegler Johann Cook auf Hawaii von den Eingeborenen ermordet, vr erforschte die ganze Neu-Holland oder Neu-Süd Wales benannte Küste des australischen Festlandes und besuchte die eifigen Polargegenden Amerikas. C. hat die Natur- und Völkerkunde mit den wtchttgstrn Entdeckungen bereichert und nmrde am 27. Oktober 1728 zu Marton in England geboren.

Das Regiment des lustige« Prinzen Karneval wird in diesem Monat mit noch mehr Schneid und Tollerei auS- geübt, als im vergangenen Januar; denn keine drei Wochen,

nahm sie den Arm eines Polizisten und lachte überlaut, als derselbe die herandrängenden Leute kau» zurückhalten konnte. In Lyon mußte sogar Kavallerie ausrücken, um den Zu­gang zum Bahnhofe freizuhalten. Nachdem sie dann an Ort und Stelle ihre Aussagen wieder mit derselben unzer­störbaren guten Laune abgegeben hatte, und dies schnell im Publikum bekannt geworden war, stieg die Bewunderung für ihre Kaltblütigkeit und ihren Mut immer höher.Eine große Menschenmenge durchbrach, wie von plötzlichem Wahn­sinn ergriffen, die Reihe der Polizeibeamten und stürzte nach dem Wagen hin, an dessen Fenster Gabriele lächelnd und grüßend stand. Man warf ihr Blumen zu, drückte ihr die Hände und schrie Vivat! als sich der Wagen in Bewegung fetzte und Gabriele dem Publikum Kußhändchen spendete". Welch großen Anteil an dieser moralischen und zweifellos auch geistigen Zerrüttung der Menge das rein Geschlecht­liche hat, geht daraus hervor, daß derselbe Pöbel den später eingefangenen Eyraud, der doch sicher nicht schuldiger war, als seine Zuhälterin, mit den drohenden Zurufen:Tod! Tod dem Mörder!" empfing. Im Einklänge damit ver­urteilten die Geschworenen Gabriele zu zwanzigjähriger Zuchthausstrafe, Eyraud aber zum Tode. Aeußerst bezeich­nend für den sittlichen Verfall der Pariser Zustände ist schließlich auch das unerhörte Nachspiel des Falles Gouffs. Ein Geschöpf der Halbwelt dort ließ sich nämlich einen Empfangssalon genau nach dem einrichten, in dem der un­glückliche Huisfier ermordet worden war, und genau mit allen den Apparaten versehen, die für die Unthat verwandt worden waren. Da fehlte weder der Flaschenzug, an dem der Körper des Erdrosselten hochgezogen worden war, noch der rosa Schlafrock, den Gabriele bei der That angehabt, und die Schnur, die sie ihrem Opfer wie spielend um den Hals geworfen hatte. Die Polizei schloß zwar diesesVer­gnügungslokal" sehr bald, immerhin hatte die findige Unter- nehmerin schon ein hübsches Sümmchen mit ihrer genialen Idee verdient.

und aus ist'S mit all der Herrlichkeit! Demzufolge lautet die neugierige Frage, die jetzt auf allen rosenroten Lippen des schönen Geschlechts schwebt:Als was wirft Du zum Maskenball gehen?" Möglichst schön natürlich, aber auch möglichst unerkannt; denn je mehr Herumraterei ob der eleganten, auffallend hübsch kostümierten Erscheinung, und je mehr Huldigung vor der unerkannten schönen Maske, desto herrlicher das Vergnügen! Manchem Vertreter des männlichen Geschlechts denn die maskierten Evatöchter sind selbstredend unbesehen von vollendetem Wuchs dürfte es allerdings nicht leicht fein, auf dem ersehnten Masken­balle die charakteristischen Merkmale seiner Figur nicht hervortreten zu lassen. Ein krummbeiniger Kreuzritter, ein buckeliger Wallensleiner, ein dünner Falstaff oder ein kleiner, dicker Lohengrin werden sofort erkannt und ver­spottet werden. Den Drachentöter Ritter Georg imitiert heute niemand mehr, höchstens ein unrettbarer Junggeselle; denn Verheiratete haben ja im Streite um die wichtigsten Lebensinteressen mit ihrer Schwiegermama fast täglich den Kampf mit dem Drachen auszufechten. Sehr beliebt sind dagegen in neuester Zeit Marine- und Wassersport-Leute, auch unsere neuen Landsleute in Kiautschou und die Buren werden gern kopiert. Viele allerdings denken nicht daran, daß sie auf einem Maskenballe auch mit ihrem ganzen Wesen die angenommene Maske verkörpern oder vertreten müssen, sie führen nur ihre Garderobe spazieren, und so giebt es Wahrsagerinnen und Zigeunerinnen, die einem verwundert anschauen, wenn man die Hand zum Wahrsagen hinreicht!

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Lauterbach, 11. Februar. Die groß Herzog!. Webe­schule dahier beginnt ihr neues Schuljahr am 23. April; es ist jedoch ratsam, die Anmeldungen möglichst bald bei Herrn Hauptlehrer Pfündel zu machen, der auch jede gewünschte Auskunft erteilt. In den zweijährigen prak­tischen Lehrkursus der Lehrwerkstätte werden Knaben, welche zu Ostern mit guten Schulzeugnissen aus der Schule entlassen werden, als Lehrlinge ohne Bezahlung von Schulgeld ausgenommen. Bedürftige talentierte, fleißige Schüler erhalten eine Vergütung für Kost und Wohnung. In den theoretischen Kursus können junge Kaufleute und Fabrikanten eintreten. Das Unterrichtsgeld hierfür beträgt halbjährlich 30 Mk.

§ Darmstadt, 12. Februar. Die Besucherzahl der Darmstädter Marine-Ausstellung, die am SamStag 4300 Personen betrug, erreichte am Sonntag ihr Maximum mit 10 000 Besuchern. Am Vormittag war der Andrang, namentlich von auswärts, so gewaltig, daß polizeiliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte, um den allzu heftigen Ansturm auf die Kassen abzuwehren und einen ge­ordneten Eintritt zu ermöglichen. Bis in die Nachmittags­stunden standen dann lange Reihen von Besuchern auf der. Wilhelminenstraße bis fast zur katholischen Kirche, um mehr oder weniger geduldig auf den endlichen Einlaß zur Aus­stellung zu harren. Leider konnten die Wünsche nach Katalogen lange nicht alle befriedigt werden, da eine größere Nachbestellung derselben von Berlin nicht rechtzeitig mehr eintraf. Auf den Bahnhöfen wie in den Straßen der Stadt war am Sonntag eine ganz bedeutende Zunahme des Verkehrs zu bemerken, und viele Dörfler und gar manche Fremde mögen Darmstadt, durch die Marine-AuSstellung angelockt, bei dieser Gelegenheit zum erstenmale kennen gelernt haben. Da auch am letzten Tage noch ihre Anziehungs­kraft ungeschwächt anhielt, konnte der Ausschuß nur mit Bedauern gestern abend 10 Uhr den Schluß der so un­gemein erfolgreichen Ausstellung eintreten laffen, da eine Verlängerung sich mit dem besten Willen nicht ermöglichen ließ.

Mainz, 11. Februar. Zur Gutenberg-Feier hat der hiesige Oberbürgermeister über die vorbereitenden Schritte soeben der Oeffentlichkeit einen Bericht unterbreitet, der gleichzeitig in großen Zügen das Programm über die allgemeinen Festlichkeiten enthält. Danach wird der Verlauf der Feier folgender sein: Am 23. Juni abends: Großer Kommers der Liedertafel. Sonntag den 24. Juni, vor­mittags in derStadthalle": Akademische Feier, eingeleitet durch Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters, hebt die Feier mit einer Kantate des Dr. Volbach, Dirigenten der Mainzer Liedertafel, an. Sodann folgt die Festrede, ge­halten von Herrn Albert Köster, ordentlichem Professor der Literaturgeschichte an der Universität Leipzig. Den Schluß der Feier bildet ein Chor ans derSchöpfung" von Haydn. Hieran reiht sich eine Huldigung vor dem Gutenbergdenkmal, ein Festessen und abends große Illumi­nation und Festkommers an. Am 25. Juni: Morgens Feftzug und abends Fest in derNeuen Anlage". Am 26. Juni: Rheinfahrt nach Eltville. Für den Festzug, dessen Grundgedanke die Huldigung Gutevbergs bildet, hat der talentierte Maler Conrad Sutter hier folgendes Pro­gramm entworfen: Zeit Gutenbergs. Die Zeit der Meistersinger und der ersten Druckwerke. Die ersten Zeitungen, die Post, die Zeit Albrecht Dürers. Die Dichtkunst und Wissenschaft. Der Große Kurfürst und der Mainzer Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. Friedrich der Große und Joseph II. mit ihrer Zeit. Weimaranische Zeit. Leipzig und fein Buchhandel. Die Huldigung der modernen Kulturstaaten. Die Huldigung Deutschlands. Die Jünger Gutenbergs leiten den Zug ein und schließen denselben auch ab.

Mainz, 11. Februar. In ihrem soeben erschienenen Jahresbericht entwirft die hiesige Handelskammer folgendes Bild von der wirtschaftlichen Lage am Ende des eben verflossenen Jahres: Die Anspannung aller wirtschaft­lichen Kräfte, die Ende des Jahres 1894 eingesetzt hat, ist unter fortwährender und ziemlich gleichmäßiger Steigerung im Jahre 1899 zu einem Höhepunkt gelangt, der, was Intensität der Erzeugung und Beanspruchung aller verfüg­baren Arbeitskräfte betrifft, kaum noch übertroffen werden kann. Der erzielte Gewinn war im allgemeinen ebenfalls ein höherer, und zwar nicht nur für die Unternehmer

bei denen der größere Nutzen mehr durch Vermehrung ber Produktion als durch vermehrten Gewinn im einzelnen er­zielt wurde sondern namentlich auch für die Arbeiter, welche reichliche Arbeitsgelegenheit bei vielfach höheren Löhnen fanden. Durch die verstärkte Thätigkeit der Industrie wurde naturgemäß auch der Handel befruchtet, und da zu­gleich die Landwirtschaft auf ein befriedigendes Jahr zurück- blickt, so verbreitete sich im großen und ganzen über alle Schichten der Bevölkerung ein größeres Maß von Wohl­stand. Allerdings hat es in einzelnen Zweigen des Wirt­schaftslebens nicht an Schwierigkeiten und Friktionen ge­fehlt, und es haben sich zum Teil Erscheinungen geltend gemacht, die zur äußersten Vorsicht in der Beurteilung ber zukünftigen Gestaltung der Verhältniffe, namentlich auf dem Gebiete der Preisbildung und der Versorgung mit Roh­stoffen mahnen. Die hieraus entspringenden Gefahren können aber vermieden werden durch vorsichtiges Maßhalten in der spekulativen Thätigkeit, intensive Pflege der inländischen und ausländischen Absatzmärkte, und geschickte Anpassung an die - stetig wechselnden Forderungen der Gegenwart. Wird diese Bethätigung unterstützt durch eine das Wohl des Ganzen fördernde, von kleinlicher Berücksichtigung einseitiger Inte­ressen freien Sozial-, Wirtschafts- und Handelspolitik, und nicht zu vergessen durch Aufrechterhaltung des politischen Friedens, dessen wir uns seit Jahren erfreuen, so kann auch der weiteren Entwickelung unserer wirtschaftlichen Lage mit Vertrauen entgegengesehen werden.

m. Treysa, 11. Februar. Auf eine grauenhafte Weise suchte eine in den 80er Jahren stehende arme Frau aus Kirdorf ihrem Leben ein Ende zu machen. Dieselbe hatte sich zu dem Zwecke auf das Bahngeleis der Strecke KirchhainNeustadt geworfen, um von dem von Gießen kommenden Güterzug sich überfahren zu lassen. Der Loko­motivführer bemerkte die Frau, und brachte den Zug noch rechtzeitig zum Stehen wodurch ihr Vorhaben vereitelt wurde.

r. Bettenhausen b. Cassel, 11. Februar. Der mächtige Fabrikneubau der Firma Salzmann u. Co. hier, zu welchem ein umfangreiches Terrain in Anspruch genommen, ist nunmehr glücklich vollendet und dem Betriebe übergeben worden. Die Riesenmaschine, welche den Betrieb fördert, stammt aus der Maschinenfabrik der Gebrüder Sulzer zu Ludwigshafen, sie verfügt über die sehr große Kraft von 400 Pferdekräften. Ein großer Auftrag für die englische Armee behufs Anfertigung von Zelten rc. war bei der Firma eingetroffen. Die kriegsministerielle Genehmigung konnte, da England zurzeit in dem Transvaalkrieg beteiligt ist, nicht erteilt werden.

Gerichtssaal.

Krainfeld, 11. Februar. Der nachstehende Fall dürfte für die Leser desGießener Anzeiger" von großem Jntereffe sein. Der hiesige Landwirt und Gastwirt Johannes Hof­mann wollte im Herbst vorigen Jahres mit seinem Geschirr einen Wagen voll Gerstenspreu hinaus in's Feld auf seinen Acker fahren lassen, um es daselbst als wertlos zu ver­brennen, damit es noch höchstens etwas dünge, welches hier gewöhnlich geschieht. Unterwegs begegnet dem Fuhrmann der Sohn des hiesigen Maurermeisters Georg Fölsing und bat denselben, da er ja doch keine Verwendung für diese Gerstenspreu habe, sie ihm abzugeben. Letzteres that dann auch der Fuhrmann nach Rücksprache mit seinem Dienstherrn und fuhr das Zeug an die von Fölsing bezeichn« te Stelle in der Richtung nach Vaitshain zu auf einen Gemeinde- hutweidenplatz (sogenanntePfingstweide") wo sich Lehm­gruben befinden, denn Fölsing wollte die Gerstenspreu als Bindemittel zu sogenannten Lehmsteinen benutzen. Einige Zeit später wurde der 15jährige Sohn deS hiesigen Land­wirts Heinrich Strauch in der Nähe des Haufens Gersten­spreu gesehen und zwar als dieselbe brannte. Es wurde nun Anzeige gegen den Sohn des Strauch wegen Brand­stiftung (?) erhoben, er gestand auch dieThat bei der Gendarmerie ein, versuchte sie jedoch später wieder als unwahr zu be­zeichnen. Nach geschlossener Voruntersuchung fand bann im Laufe der verflossenen Woche die Haupt-Verhandlung in Gießen vor der Strafkammer statt. Die Anklage lautete auf Brandstiftung, auch hatte der jetzige Besitzer Fölsing einen Wert von 15 Mark für genannte Gerstenspreu angegeben (als für feinen Gebrauch), während doch letzterer dieses Zeug von Hofmann geschenkt bekam. ES waren mehrere Zeugen geladen. Der Angeklagte wurde zu 3 Tagen Haft sowie Tragung sämtlicher Kosten (welche letztere sich auf etwa 150 Mark beziffern werden) verurteilt.

= Hanau, 10. Februar. Vor der Strafkammer des königl. Landgerichts hierselbst sand gestern die Ver­handlung gegen den ledigen Burschen Hofmann aus Fleschenbach (Kr. Lauterbach) statt, welcher im November vorigen Jahres in Lichenroth den lebigen Lorenz Zimmer daselbst nachts mittelst eines Revolverschusses so schwer ver­letzte, baß ihm baS eine Auge verloren ging unb es heraus- genommen werben mußte. Der Angeklagte befanb sich seit­her in Untersuchungshaft. Es waren viele Zeugen ge- laben. Der Angeklagte würbe für schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten, sowie zur Zahlung einer einmaligen Entschädigungssumme von 3000 Mk., auch Tragung sämtlicher Kosten, einschließlich der Arzt- und Apothekerkosten. Mutmaßlich wird durch dieses Urteil das sämtliche Vermögen des Hofmann aufgebraucht werden.

Heer und Marine.

Ueber die diesiäheige« größeren Truppenübungen trifft eine Kabinettsordre vom 1. d. M. Bestimmungen, nach denen, wie schon gemeldet, die K aisermanö ver in diesem Jahre vom Garde- korps, verstärkt aus dem 3. (brandenburgischen) Armeekorps, und vom 2. (pommerschen) Armeekorps, verstärkt aus dem 17. (westpreußischen) Armeekorps, abgehalten werden. Beide Korps hatten zum letztenmale im Jahre 1895 Manöver vor dem Kaiser. Beim Gardekorps wird eine

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