Ausgabe 
14.1.1900 Zweites Blatt
 
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kündigte Bericht des Herrn Gust. Münch-Wetzlar über seine vorjährige Wanderung im Pinzgau und den Hohen Tauern und eine Ersteigung des Großvene­digers. Unterstützt durch bildliche Darstellungen der wich­tigsten Punkte, gab der Vortragende eine anschauliche Schil­derung der genannten Teile des Vereinsgebiets, sowie seine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke. Morgen, Sonntag, den 14. d. M., veranstaltet die Sektion in Gemeinschaft mit dem Taunusklub Wetzlar den üblichen Januarausflug auf den Dünsberg. Der Abstieg wird nach Hohensolms genommen. Abmarsch von der Lahnbrücke nach Ankunft des Wetzlarer Zuges, 8 Uhr. Wir wünschen, daß bestes Touristenwetter die Wanderung durch die winterliche Land­schaft begünstigt.

* Alles schon dagewesen.' Man schreibt uns aus unse­rem Leserkreise:Geehrter Herr Redakteur! Mag das 19. Jahrhundert auf alle anderen guten und großen Ge­schenke, welche ihm die Magdeburger Zeitung (laut Nr. 8 2. Blatt Ihres Gießener Anzeigers) zuschreibt, stolz sein; eine macht ihm das 17. Jahrhundert streitig: die Schnurr­bartbinde. Cid Hamete schreibt zu Anfang des 15. Kapitels im 10. Buche deutlich, daß der scharfsinnige Edle Don Quixote von la Mancha sie trug, als er vom nächtlichen Besuch der höchst ehrwürdigen Donna Rodriguez überrascht wurde.Er stellte sich im Bette auf, vom Kopf bis zu den Füßen in eine gelbe atlassene Decke gewickelt, eine spitze Mütze auf dem Kopf, und Gesicht und Knebelbart in Ban­den; das Gesicht wegen der Kratzwunden der Katze, den Knebelbart, damit er nicht schlaff würde und niederfiele; in dieser Tracht sah er dem seltsamsten Gespenste ähnlich, das man sich vorstellen kann."

* Ein Jubiläum. DerWetzl. Anz." schreibt: Am heutigen Samstag werden es gerade 40 Jahre, daß Herr Zahnarzt Koch aus Gießen regelmäßig zur Abhaltung seiner bekannten Konsultationen nach Wetzlar herüber kommt. Daß Herr Koch dadurch in Wetzlar allmählich so bekannt geworden ist, als wenn er selbst zu den Einheimischen ge­hörte, ist selbstverständlich, ebenso ist es richtig, daß er sich im Laufe dieser langen Jahre recht viele gute Freunde in unserer Stadt erworben hat, deren herzliche Wünsche ihm bei diesem Anlasse ganz gewiß nicht fehlen werden.

* Die neue Turmuhr auf der katholischen Kirche. Die von Herrn G. Spies gelieferte neue Uhr auf der katho­lischen Kirche ist nunmehr fertig aufgestellt und seit gestern in Betrieb gesetzt worden. Die Uhr entspricht allen An­forderungen der Neuzeit und ist mit einem feinen Werk ausgestattet, sodaß auf einen ganz sicheren, präzisen Gang ohne Zweifel zu rechnen ist. Das Bedürfnis nach einem Zeitmesser im südlichen Stadtteil wird nun auf lange Jahre hinaus befriedigt sein.

* Befitzwechsel. Das Haus Neuen Bäue 2, den Burk- hardt'schen Erben gehörig, wurde für 60,000 Mk. an C. Häuser aus Garbenteich verkauft. Das Kaufmann Metzger'sche Haus Neustadt 8 ging durch Kauf an den Uhrmacher Otto Wilhelm Schmidt für 56,000 Mk. über. Das Besitztum von Mannbergers Erben Neuen­weg 40, kaufte für 35,000 Mk. Julius Ruckstuhl.

** Fehler im neuen Adreßbuch. Unter den mancherlei Irrtümern im neuen Adreßbuch, die teilweise im Nachtrag, an den aber gewiß manch Ahnungsloser beim Suchen nicht denkt, wieder berichtigt sind, entbehrt ein Fehler nicht des humoristischen Beigeschmacks. Einen unserer Gymnasialllehrer hat man nämlich im Namensverzeichnis zum Metzger gemacht, zum Gaudium seiner Herren Jungens, welche sich im stillen darüber köstlich amüsieren. Wie wird sich aber der be­treffende Herr Lehrer erst amüsieren, wenn etwa eines Morgens Darmreisende versuchen sollten, ihn als Kunden zu engagieren.

** Entschädigung für Feuerschaden. Vor einigen Wochen ist von der Aachen-Münchener Feuerversicherung zu Händen des Leiters unserer letztjährigen Hunde-Ausstellung der Bttrag von ca. 1500 Mk. als Feuerschaden bezahlt worden. Die Gesellschaft hat, wie wir erfahren, den wirklichen Schaden überaus koulant reguliert und nur einige Interessenten mußten sie mit ihren Ansprüchen zurückweisen, weil diese gänzlich ungerechtfertigt waren. Unter andern verweigerte die Versicherung eine Vergütung, für den in der Festhalle verbrannten Jagdhund, weil erstens ein überaus hoher Preis dafür verlangt wurde und weil zweitens das Tier in der Festhalle überhaupt nicht versichert war, in der es bekanntlich angekettet war, als der Brand in derselben wütete. Man hat den angeblich geschädigten Eigentümer des Hundes mit seiner Forderung auf den Weg der Klage verwiesen.

** Keine Züchtigung der Dienstboten mehr. Die Gesetze, auf denen im abgelaufenen Jahrhundert bisher das Gesinde­recht beruhte, vertraten den Standpunkt, daß der Dienst­bote seine Arbeitskraft an den Dicnstherrn vermietet und daß er sich selbst dem Dienstherrn zur Verfügung stellt. Auf Grund dieses Abhängigkeitsverhältnisses wurde dem Dicnstherrn ein Züchtigungsrecht gegenüber den Dienstboten emgcräumt. Das bürgerliche Gesetzbuch trägt aber seit dem 1. Januar dem freien Vertragsverhältnisse Rechnung und schreibt vor, daß ein Züchtigungsrecht dem Dienstherrn sowie auch dessen Angehörigen dem Gesinde gegenüber nicht zustehe. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot ziehen, worauf be­sonders aufmerksam gemacht sei, Strafverfolgung wegen Vergehens der Körperverletzung nach sich. Tritt durch die Mißhandlung ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ein, so muß die Dienstherrschaft dem Dienstboten durch eine Geldrente Schadenersatz leisten.

* Reiche Beute machte man diese Woche auf der Treibjagd bei Wohnbach-Obbornhofen, indem zirka 500 Hasen zur Strecke kamen.

§§ Aus Oberheffen, 12. Januar. Man begegnet viel­fach in den Blättern wie in der öffentlichen Meinung der Behauptung, durch die Erhöhung der Hundesteuer um das Doppelte sei mit Sicherheit auf eine Mindereinnahme

in der Hundesteuer zu rechnen. Diese Behauptung be­gründet man mit der großen Anzahl der abgeschafften Hunde. Wie wir nach unseren Erkundigungen erfahren, dürfte man sich aber doch in dieser Annahme irren. Allerdings ist die Anzahl der abgeschafften Hunde eine recht große, aber sie beträgt sicher nicht die Hälfte des früheren Bestandes. Geht sie aber nicht unter diese Zahl herab, so ergibt sich keine Weniger-, sondern eine Mehreinnahme an Hunde­steuern. Ein Beispiel macht diese Behauptung klar. In der Gemeinde des Verfassers dieser Mitteilung waren früher 21 Hunde steuerpflichtig, das ergab eine Summe von 105 Mark. Jetzt beträgt die Zahl nur noch 12, aus­schließlich zweier steuerfreier Hunde. Nach der jetzigen Steuerveranlagung bringen diese 12 Hunde aber 120 Mk. Steuer ein, mithin trotz aller Abschaffung ein Mehr von 15 Mark für eine Gemeinde. Ein ähnliches Verhältnis wird uns auch von anderen Ortschaften mitgeteilt. Wo soll da das Weniger bei der Einnahme für Hundesteuer herauskommen? Sicher aber dürfte sich im nächsten Jahre wieder die Anzahl der Hunde mehren.

Stiebet (bei Butzbach), 12. Januar. Der hiesige Ge- sangvereinEintracht", welcher am 12. Februar os. IS. auf sein 50jährigeS, ununterbrochenes Bestehen zurückblickt, hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, sein Jubiläumsfest, sowie das Bundesfest des Hausberg-Wetterauer Sängerbundes am 24. und 25. Juli dss. Js. zu feiern.

Laubach, 12. Januar. Dem früheren Konrektor Schaadt soll hier auf dem Ramsberg ein Denkmal errichtet werden. Von dem Projekte, ein solches aus Guß­eisen darzuftellen, ist man jetzt abgekommen, und beabsich­tigt mehncitr, einen dem Zwecke würdigen Denkstein auf­zustellen. Zur Entgegennahme von Beiträgen zirkulieren in unserer Stadt eben drei Einzeichnungslisten. Der hie­sige Mannergesangverein, dessen Gründer und langjähriger Leiter der Verstorbene war, hat die Absicht, zu gleichem Zwecke ein größeres Konzert zu veranstalten.

§ Vom höheren Vogelsberg, 11. Januar. In den letzten Wochen hat sich in unseren Waldungen wieder Hochwild eingestellt^ Die Tiere kommen entweder aus den Waldungen von Fulda oder aus den Gräflich Laubach'schen Distrikten. Obgleich unsere Nimrode den Edelhirschen eifrig nachstreben, so ist es denselben doch bis jetzt noch nicht gelungen, einen derselben zur Strecke zu bringen. Wünschen wir denselben viel Glück, zumal das Edelwild in den Wäldern durch Ab nagen der Rinde, namentlich an Ahorn, großen Schaden anrichtet und die Jagdpächter hierfür aufkommen müssen.

Holzappel, 12. Januar. Die Rheinisch-Nassauische Ge- ellschaft hat in anerkennenswerter Weise denjenigen Be­amten und Arbeitern, die sich bei dem seinerzeit in der GrubeHolzappel" vorgefallenen Unglück durch Rettung von Bergleuten aus gefährlicher Lage besonders hervor- gethan, ansehnliche Geldgeschenke zugewiesen.

A Groß'Steinheim, 12. Januar. Das neu errichtete Kreis-KrankenhauS dahier wird, gemäß Anordnung der Verwaltungsbehörde, am 21. Januar seiner Bestimmug übergeben. Von diesem Tage an können Kranke aus dem Landkreise Offenbach in der Anstalt Ausnahme finden. Durch diese hiesige Anstalt dürften die beiden bisher stark frequentierten Kreis-Krankenhäuser zu Langen und Seligen­stadt merklich entlastet werden.

A Hainstadl a. W., 12. Januar. Der erst vor kurzer Zeit gegründete Rinderzucht-Verein dahier umfaßt bereits 20 Mitglieder. Er besitzt eine Vereinsherde von 40 Kühen und Jungvieh, darunter 9 Herdbuchtiere. Die Vereinigung bezweckt die Reinzucht des Simmenthaler Schlages unter besonderer Berücksichtigung hoher Milch- leipung und die Vermittelung von Ankauf und Absatz von Zucht- und Gebrauchsvieh. Der junge Verein hat sich dem landwirtschaftlichen Provinzialverein für Starkenburg an- geschlossen.

Mainz, 12. Januar. In Sachen des neuen Weingesetzentwurfes findet demnächst eine gemein­schaftliche Sitzung der hiesigen Handelskammer und dem Ausschüsse des landwirtschaftlichen Vereins von Rheinhessen statt, in welcher versucht werden soll, einzelne Gegensätze beider Korporationen in beregter Frage auszugleichen. Wie verlautet, geht die Stellungnahme des Ausschusses des land­wirtschaftlichen Vereins zu dem Wemgesetzentwurf dahin: 1. will derselbe für eine Buchkontrolle eintreten, 2. ist der­selbe für Zeitbeschränkung der Verbesserung bis 31. Januar des auf den Herbst folgenden Jahres, sowie für Begrenzung des Zuckerwasserzufatzes auf 33% Prozent der Menge, und 3. verlangt der Ausschuß des landwirtschaftlichen Vereins Verbot der Kunstweinfabrikation. Die Ortsgruppe Mainz desAlldeutschen Verbandes" hat an den Reichstagsabgeordneten Dr. Schmitt als Vertreter des Wahlkreises Mainz-Oppenheim folgendes Ersuchen ge­richtet: 1. Bei nächster Gelegenheit an den Reichskanzler bte Anfrage zu richten, ob ihm bekannt geworden, daß die Firma Krupp die Lieferung von Geschützen und Geschossen übernommen hat, und was er zu thun gedenkt, um die in der Ablieferung dieser Gegenstände während des gegen­wärtigen Krieges liegende Verletzung der Neutralität des Deutschen Reiches zu verhüten? 2. Bei der Beratung der zu erwartenden Flottenvorlage mit aller Kraft für die Ver­stärkung der deutschen Seemacht einzntreten, und ins- besondere in Erwägung zu ziehen, ob nicht der für ihre Durchführung ms Auge gefaßte Zeitpunkt hinter dem zurück-

«as das. deutsch- Bolk zur Erhaltung. Festigung und Sicherung seiner Weltstellung notwendig braucht, und was cs seiner wirtschaftlichen Lage entsprechend leisten kann.

6rinnFThp1r\SfanUar- S" englisch transvaalische Krieg Eg'auch der Hanauer Diamantindustrie schwere Schädigung. Drei Diamantschleifereien haben infolge emgetretener Arbeitsstockung ihr Arbeiterpersonal bereits entlassen müssen, wahrend in einem weiteren Geschäft den Arbeitern die Kündigung zugestellt worden ist. Bei längerem |

Andauern dieses Krieges dürften auch die übrigen Dia- mantenschleifereien in ähnlicher Weise in Mitleidenschaft gezogen werden. .

a Fritzlar, 12. Januar. Seit gestern weilt der neue Chef unseres Amtsgerichts, Herr Amtsrichter Bersch in unserer»Stadt und hat die dienstlichen Geschäfte übernommen. Herr Amtsgerichtsrat Dorn ist nach fast 50jähriger amtlicher Thätigkeit in den wohlverdienten Ruhe­stand getreten. In unserer Stadt ist der genannte Herr seit dem Jahre 1872 als Richter thätig gewesen. Mit einer gewissen Befriedigung und Genugthuung kann Herr Amts­gerichtsrat Dorn auf diese Thätigkeit zurückblicken. Ist es ihm doch in vollem Maße gelungen, sich das Vertrauen der Gerichtseingesessenen und die Liebe der ihm unterstellten Beamten zu erwerben. Strenge Objektivität gepaart mit Liebe und nie versagender Versöhnlichkeit kennzeichnete seine ganze Amtsführung. Herr Amtsgerichtsrat Dorn gedenkt seinen Lebensabend hier in unserer Stadt zu verleben.

Vermischtes.

* Aachen, 12. Januar. In der Lederfabrik de Hessell (Aktiengesellschaft) ist eine Feuersbrunst ausgebrochen, die einen Schaden von etwa 30,000 Mk. angerichtet hat. Der Betrieb ist ungestört.

* Trier, 12. Januar. Das Portal des Tunnels zwischen Ehrang und Cordel auf der Strecke Trier-Köln ist ein­gestürzt. Der Tunnel ist teilweise zerstört. Beide Gleise sind gesperrt.

* Konstanz, 12. Januar. Der katholische Pfarrer ^-chlatterer-Allmannsdorf, früher in Lörrach, wurde heute wegen eines Vergehens gegen den § 175 des Str.-G. in Basel ver­haftet.

* Rom, 12. Januar. Crispi' s Sohn, Luigi der bekanntlich nach Amerika floh, weil er 1895 seiner Freundin, der Gräfin Cellere, Juwelen im Wert von 60,000 Lire gestohlen haben soll, wurde heute in contumaciam zu vier Jahren Kerker verurteilt.

New-Por k, 12. Januar. Ein unbekannter D a m p f e r treibt in b r e n n e n d e m Z u st a n d e in der Maris- bai bei Neufundland. A l l e P e r son en des Schiffes waren t o t.

Universität und Hochschule.

Jena, 12. Januar. Heute mittag 12 Uhr wurde in der Kollegienkirche die akademische Jahrhundertfeier in Gegenwart des Chefs des Kultusdepartements Geheimrat von Pawel aus Weimar, sowie der Spitzen der Civil- und Militärbehörden und zahlreicher Ehren: gäste abgehalten. Nachdem unter d-n Klängen der Musik der akademische Lehrkörper unter Vorantritt der Pedelle, Sr. Magnifizenz des derzeitigen Prorektors und der Dekane im Ornat, gefolgt doil den studentischen Verbindungen mit ihren Fahnen, eingezogen waren, »griff Geh. Hofrat Prof. Dr. (Surfen das Wort zur Festrede, in welcher er in dec ihm eigenen geistvollen Weise daL 19. Jahrhundert als das der Arbeit feierte, die eine neue Art des Daseins schuf und dabei ihre Stützen in der Ge­sellschaft und der Geschichte fand. Das Jahrhundert brachte uns die nationale Idee und durch die Umwälzung der modernen Arbeit die soziale Frage, an deren Lösung uns Irrungen nicht irre machen sollen, zum Schluß die Expansionsidee, die Idee des Weltverkehrs, der weitesten Entfaltung wirtschaftlicher Kräfte. Das Vordringen der Naturwiffenschaft forderte auch das Streben nach Wirklichkeit, und einen Realismus, der aber tm Gegensatz zum früheren voller Ideale steckt. Die Wirkung der Arbert auf die Seele ließ noch einen Teil derselben frei, der eine Gegen« Wirkung auf jene, den Pessimismus erzeugte, wie er nach der Mitte des Jahrhunderts durch Schopenhauer und am Ende durch die Ne^Entik seinen Ausdruck fand; hat sich dadurch auch dieses Jahrhundert kritisurt wie kein anderes, so ist es doch als großes hervorgegangen. Redner berührte die Erfolge der Deutschen, das Verhältnis der deutschen Uni» vrrsitäten zur Arbeit, unter denen Jena einen hohen Rang einnimmt, die Stätte, wo die Naturphilosophie emporwuchs, die Entwickelungslehre und eine schöne Blüte der Technik, wo die freie Forschung herrscht, bet Boden der Denker, auf dem wir arbeiten wollen mit den Mitteln unserer Zeit; und im rastlosen Streben wissen wir uns im Grunde unseres Wesens jenseits aller Zeit, sub specie aeternitatis!

, T Aachen, 11. Januar. Die Technische Hochschule v.ranstaltete heute eine Jahrhundertfeier in ihrer prächtigen Aula. Es hatten sich die Spitzen der Behörden dazu eingefunden. Der Rektor-Professor Dr- hi^t die Festrede. Seine Ausführungen gipfelten in

einem Rückblick auf das beendete Jahrhundert unter besonderer Berück' sichtigung der Fortschritte, welche innerhalb dieses Zeitraums die exakten Wisienschaften erfahren haben.

Arbeiterbewegung.

12. Januar. Wegen Lohndifferenzen hat gestern

SeVrÖ^tc ? weiter der Schuhfabrik der Firma Walde- mann & Co. hier die Arbeit niedergelegt.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

_ . _ Vom Viehmarkt.

, ber Berichtswoche waren die süddeutschen Viehmärkte fast durch- chmttlrch sehr stark frequentiert Das Geschäft war im allgemeinen sehr lebhaft Der Handel in Großvieh ließ zwar zu wünschen übrig, man fann aber ruhig behaupten, daß zwei Drittel des Zutriebes durchschnitt- ich verkauft wurden In Kälbern entwickelte sich ein flotteS Geschüfh fast überall wurde ausverkauft. Mastschweine wurden rasch verkauft ießen im Preise aber eine Kleinigkeit nach. Läufer und Milchschweii» sehr gefragt und gut abgesetzt Bei den Schafen war das Geschäft nur an einzelnen Plätzen rege, teilweise wurde auch ausverkauft. Im dB6 Ken" tft ®eftW nur als ein mittelmäßiges zu be-

_ Vom Getreidemarkt.

Das Geschäft hatte einen sehr ruhigen Charakter. Die Preise er­litten gegen der Vorwoche kaum eine Aenderung. Die Berichte über dir Qualitäten der neuen Laplata-Ernte lauten günstig. Die Umsätze in Weizen waren belang'oS. Roggen war gut behauptet. Hafer ruhig. Ma,s eher etwas fester. Heutige Notierungen: Kansas II Mk 122.-

1231 ^nplata f a. q Mk. 123. Roggen russischer Mk. 9,0/i5 Mk. 117. Mais mixed Mk. 77.55, Mais Laplata Nyeternas Mk. 78. per Tonne, cit. Rotterdam.

Frankfurter Börse vom 11. Januar.

Wechsel auf New-York zu 4.21-22.

Prämien auf Kredit per ult. Januar 1.30%, do. per ult. Februar] 2.80%, Diskonto Kommandit per ult. Jan. 1,25%, do. per. ult Februar 2.40%, Lombarden per ult. Jan. 0.50%, do. per ult. Febr. 0,95%.

Notierungen: Kreditaktien 233 90-234.10-223 90 Disk.- Kommandit 193.20-80-00 Staatsbahn 137.00 Gotthard 141.80, Lombarden 28 30.20, Ungar. Goldrente 98.20, Italiener 93 90, 3proz. Mexikaner 25.90, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19 Privat-Diskont 4% 4*/0

1% bis 2% Uhr: Kredit 234.00-234.40, Diskonto 193 70-60.90 Staatsbahn 137.00, Lombarden 28 20, Bochumer 263.

Gestern abend bis 1% Uhr sollten 4proz. Ungar. Goldrente 98.20 bz. G. und Bochumer Aktien 262.50-263.30 bz. notiert sein.

Metzer», 13. Januar. Marktbericht. Aus dem heutige'' Wockenmarkt kosteten: Butter per $fi>. u.70- 0.85, Hühnereis

per Et. 810 2 St. 0000 Enteneier 1 St. 00 X Gäus«'

eier per St. 00 Käse 1 St. 58 Küfematle 2 St. 5-6 *

M°°° L n M" $>* Mitt« mKE ffflinpf energisch c w *e%

Strlin, W* J katastrophe, on ein Dutzend ander« ging, ereignete sich mch ! U»t brach Mchs Jt«'r muteä- sich durch Sprung «M Dtt M ßirbtlfduk, bu 3 die Mutier mit gi

Ättli'o, 13. > tagS-Fraltion mit der Frage, o Verbotes für polit PMOrganifttio

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