Ausgabe 
13.12.1900 Zweites Blatt
 
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verletzt.JnverschiedeneuCafö'S, wieZeil",Merkur", Union",National" undPassage", wurden in der Nacht vom Sonntag ans Montag Brandstiftungen verübt, indem in den Kellern Papierabfälle und Strohhülsen ange­zündet wurden. Die Brände wurden immer gleich entdeckt und erstickt. Ein Mann wurde verhaftet.

FC. Hanau, 11. Dezember. Der Kassierer der Weih­nachtssparkasse im Gasthaus zum Löwen in Kesselst ad t, Spezereihändler Wild, brannte nach Unterschlagung von 3000 Mk. eingelegten Geldern durch. Anstatt die Ein­gänge satzungsgemäß anzulegen, verwendete er sie für sich. In der Kasse fanden sich noch 500 Mk. bar vor. Manche Einleger verlieren bis zu 200 Mk.

Vermischtes.

* Coblenz, 11. Dezember. Seit 6.30 Uhr heute abend ist das feit gestern freigelegte Gleis Köln-Frank­furt an der Bergrutschstelle, unterhalb Ehreubreitstein wieder verschüttet. Der ganze Verkehr stockt wieder.

* Saarbrücken, 11. Dezember. In der Franzosen­klamm, etwa 15 Schritte von der Chaussee, wurde gestern nachmittag die Leiche des Stadtbaumeisters Scheyer gefunden. Er hatte sich einen Schuß in die Stirn beige­bracht. Scheyer stand, wegen Vergehens im Amte vor seiner Entlassung.

* Könlgshütte, 11. Dezember. In derMax"- Grubewurden 2 Mann durch Gase getötet. DaS Gruben­feld ist gesperrt.

* Bruchsal, 11. Dezember. Heute Mittag wurde ein Einspänner des Kaufmanns Löchner am Bahnüber­gänge bei Ubstadtvon dem Lokalzuge erfaßt und üb er­fahr en. Löchner und der Kutscher waren sofort tot. DaS Pferd hatte so schwere Verletzungen erhalten, daß es getötet werden mußte.

* München, 11. Dezember. Nach derAugsburger Abendztg." erfolgte der Tod des Reichsrates v. Po - schinger durch Selbstmord. Poschinger war nerven­leidend.

* Paris, 11. Dezember. Infolge der Regengüsse der letzten Tage ist die Seine bedeutend gestiegen. Aus der Umgebung werden bereits Ueberschwemmungen gemeldet. Bis jetzt ist der Fluß 60 Zentimeter gestiegen.

Moskau, 11. Dezember. Auf dem Jowinski- Boulevard stürzte ein neugebautes Haus ein. Neun Zimmerleute wurden dabei erschlagen und mehrere leicht verletzt.___________

Arbeiterbewegung.

Paris, 11. Dezember. Der Kutscher-Ausstand ist voll­ständig beendet. Die Ausständigen haben gestern dis Arbeit wieder ausgenommen, ohne irgendwelche Zugeständnisse erholten zu haben-

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

FC. Gießen, 12.Dezember. Auf dem Brauneisenstein Berg­werk Fernie herrscht gegenwärtig ein starker Verkehr. Die nach dem Bahnhof führende Drahtseilbahn geht ununterbrochen Tag und Nacht. TSalich werden 50 bis 60 Waggons Erz verladen und otrfei.bt. In diesem Monat wird es ein Jahr, seit die Baggermaschine des Herrn Bartling-Wiesbaden auf dem Bergwerk das Erz aufdeckt. Wie wir jedoch hören, wird dieselbe nach Weihnachten ihre Arbeiten einstrllen und im Frühjahr weggebracht werden.

Termingeschäfte. In der Obligationärenversammlung der mit der Deutschen Grundschuldbank so eng liirten Realkreditbank ist im Laufe der fegt stürmischen Debatten die Ansicht geäußert worden, wo­nach die Terrains in einer finanzkräftigen Hand den Buchwert wohl er­bringen werden. Damit wird unsere Ansicht bestätigt, daß die ganze Sanierung es wohl nicht verhindern könne, an sich vielleicht s. Zt. zu hoch belastete Grundstücke oder zu teuer angekaufte Terrains nunmehr in die Hände von Leuten zu bringen, die durch einen zu billigen Ankauf wiederum ein ausgezeichnetes Geschäft, sagen wir es offen heraus, durch die Macht ihres Geldes sich verschaffen könnten. Da von der Leitung jetzt ausdrücklich erklärt wird, daß die früheren Einzahlungen dazu be­nutzt worden seien, um Mitgliedern des Aufsichtsrats Darlehen zu geben, die allerdings ohne Verlust erledigt werden können, so wäre es doch interessant, die Namen dieser Aufsichtsräte zu erfahren. Die Direktion besteht aus den Herren Max Mosberg und Gustav Salomon. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates war der Kaufmann Franz Meier. Bereits in der Generalversammlung vom 17. März v. I. erklärte die Direktion, daß eine Regreßklage gegen den früheren Vorstand schwebe. Obgleich nun diese Klage durch Vergleich aus der Welt ge­schafft wurde, so hätten Aktionäre und Obligationäre doch immerhin alle Ursache gehabt, aufzupaffen. Auch beschloß damals bereits die vom Auf­sichtsrat natürlich majorisierte Versammlung, den Terrainbesitz, wenn es nicht anders gehe, mit Verlust zu veräußern. Dieser Besitz ist in der Bilanz von Ende 1899 mit zusammen 3</a Millionen aufgeführt, von denen 376000 Mk. an Abschreibungen und 2 Millionen an Belastung abgehen. Es handelte sich dabei um acht Posten. Die Obligationen dieser Bank waren an der Börse nicht notiert. Und sowohl diese Obligationen als

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Minden Bach. Ein Mann, der zufällig des Weges kam, artete das bereits 30 Meter weit fortgeriffene Kind vom tobe des Ertrinkens.

FC. Laubach, 10. Dezember. Das hiesige Gyrn- mscum hat für diesen Winter eine Reihe von Veranstal- iirngen (Vorträge und Konzerte) in Aussicht genommen, -wen Ergebnisse für Zwecke dieser Anstalt verwendet werden Men. Nach zwei Borträgen,Graf Moltke als Mensch" »ich seinen Briefen) undDie Entstehungsgeschichte der -Grbe" folgte gestern (Sonntag) mittag ein Kammerkonzert, befielt Zustandekommen der Unterstützung zweier Herren aus Frankfurt a. M., der Herren H. Schneider (Violine) und -V Wallau (Violincello) in erster Linie zu danken ist. Die llavierpartie hatte der hiesige Oberlehrer Dr. Schmidt ibemommen. Er zeigte sich als gewandter und verständnis­voller Partner auf seinem Instrument.

§ Butzbach, 11. Dezember. Aufsehen erregte die zufolge Bnorbnung der Großh. Staatsanwaltschaft erfolgte Ver­haftung eines hiesigen Ehepaars, das in einem Prozeß hier eine als Zeugin vernommene Frau zur falschen Aus­sige hätte verleiten wollen. Der kürzlich zum Beige­ordneten gewählte Friedrich Grauer in Butzbach hat jum Bedauern seiner Anhänger wieder entsagt, weshalb ine Neuwahl nächstens ftattfinden muß. Gegenwärtig lirrschen in der näheren Umgegend die Masern und an- >tte Kinderkrankheiten unter der Jugend.

FC. Mainz, 11. Dezember. Unter dem persönlichen Kommando des kommandierenden Generals des 18. Armee-

MP8, v. Lindequist, werden demnächst die Garnisonen Mainz, jstairkfurt, Darmstadt, Biebrich-Wiesbaden, Homburg und y , Hanau zu einem mehrtägigen Winter Manöver in der Äiingegend an den Abhängen des Taunus versammelt. DaS Haupttreffen soll bei Hattersheim stattfinden. Die poliere von Kastel werden an mehreren Stellen Brücken

Mdtischer Arbeitsnachweis Meße« <nrtettüre*< ». m

Arrgetzot -er Arbeitnehmer: 1 Buchbinder, 1 Former, 1 Metzger, 1 Wetß- S HtL 1 Küfer, 1 Brauer, 1 Schuhmacher, 3 Taglöhner, 2 Lauffrauen, 1 ältere :Mßrau, 1 Schreibgehilfe.

Nachfrage der Arbeitgeberr 1 Wagner, 2 Schuhmacher, 2 Bauschreiner - 5lahmenmacker.____________________________________________ ________

AAlm-Versteigerung.

Douuer-tas den 13. De- LDbeer, nachmittags 2 Uhr, wird ^Aiieker'schen Saale, Neustadt 65 eine Partie gut erhaltener Eb»el re. verffeigert. 8051

I- A : Schneider.

ÄL MMhKß.

Freibau?. 8014

Heute und morgen:

Otzstaßeislh 56 Mg.

KuMch 50 M.

iber den Main schlagen.

Mainz, 11. Dezember. In der Kaserne des 117. Jn- santerie-RegimentS auf dem Schloßplatze hat sich vor einigen Zagen ein bedauerlicher Unglücksfall ereignet. Eine Inzucht Soldaten dieses Regiments waren, von einer Schieß- libun g kommend, in die Kaserne zurückgekehrt. Die Ge- «eh« der Mannschaften wurden an ihre Plätze verbracht, ck später ein anderer Soldat eines dieser Gewehre ergriff Md im Scherz mit den Wortenich schieße dich tot" Ms einen anderen Soldaten anlegte. In diesem Augen- bli«t krachte auch schon der Schuß und der Soldat stürzte blutüberströmt zusammen. Die Platzpatrone mar so nahe an dem Gesicht des Soldaten abgefeuert imben, daß demselben die Kinnlade zerschmettert unb sonst noch gefährliche Verletzungen im Gesichte beige- iradgt worden sind. Von Seiten der Militärbehörde ist ioforl eine Untersuchung eingeleitet worden.

FC. Worms, 10. Dezember. DaS vorige Woche hier im Rhein gesunkene Schiff konnte trotz eifriger Arbeit Hl gehoben werden. Der hohe Wasserstand erschwert die HelmngSarbeiten sehr. Der Wasserstand war heute hier 3,28 Meter und ist noch fortwährend im Steigen.

FC. Frankfurt a- M., 11. Dezember. (Ein fideler Unnrnhausverwalter.) Der Verwalter des hiesigen städ- Äsihrn Armen- und Siechenhauses, Diflo, ist, noch ch die ganze ihn wegen schlechter Behandlung der Insassen Äs Armenhauses sowohl inbezug auf Nahrung wie im per- Wichen Umgang anhängig gemachte Disziplinarunter- ^uchung durchgeführt werden konnte, schleunigst gegangen. Mo, der auf Lebenszeit von der Stadt angestellter Be- dnleT, hat zum 15. Dezember unter Verzicht auf alle ihm Lis seinen Anstellungsvertrage zustehenden Rechte, von Vrnsion usw., seine Entlassung genommen, die ihm auch be- kwilligt wurde. Er war ein sehr gastfreier Herr, Pflegte Iicunde und Bekannte zu sich zu laden und aufs Reich­lichste zu bewirten und zwar aus den von der Stadt gelieferten Vorräten. Die allerfidelsten Metzelsuppen üijjte er zu geben. Auch bei dem Bezug von Weinen hat n quantitativ und qualitativ Kuddelmuddel getrieben. Man nbartet, daß sich die Stadtverordneten-Versammlung mit k Sache befassen wird. Die Verwaltung der städtischen Ztraßenbahn wird vom 1. April 1901 an auf den Strecken bis zu 4 Kilometer den Zehnpfennigtarif Whren. Auf Strecken von über 4 Kilometer wird der schrpreis 15 Pfennig betragen. Ein in der Kiesstraße »vhnender Beamter des Tiefbauamts wurde von einem Meskranken, der in die Wohnung des Beamten eindrang, utd) 15 bis 20 Messerstiche lebensgefährlich

Bekanntmachung.

Donnerstag de« 13. d. M., nach- rnitlaqS 3 Uhr, sollen dahier Neustadt 55 Uaue- und Küchengeräte aller Art, eine Kiähinaschine, ein größerer Posten Schuh- tixuen, 4 Paar Lorbeerbäume, 50 Palmen, u. a. m. zwangsweise gegen bar versteigert titelten..

<Siefcen, den 12. Dezember 1900.

O-H08 Seipel, Gerichtsvollzieher

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Zeugen über die Ack mche und eine Frechtz;

"ich zeige sie eine

im junger Ann, 8 ien Vorfall aus dem t tu Konflikt gekommen1 Eend geworden, daß e! st habe. (Heiterkeit.) Dagegen und erwidert

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4 % Preußs.

3Va % do.

31/« % Reichsanleihe . . 95.36

8%

do

49.80 M.

49.80 00.00

99 50 , 90.50 79.50 79.50 M.

79 50

67.00

67.00 .

Kreditaktien . . . Dißkonto-Kominandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oeaterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Lanrahütte . . . Bochum .... Harpener . . .

Hyp'-A.-Bank 8. 8-12

8. 15-18 unk. b. 1900;

8. 19-20, unk. b. 1205

8. 18, 14

8. 21, 22, unk. b. 1905

4% 4Vo 31,°/°

87 45 95.3( 82.45 92.90 94.90 43.80 25. 25.50 76.

auch das Aktienkapital waren nicht groß genug, um irgend einen anderen Gedanken austommen zu lassen, als daß es sich dabei um eine kleine Hllse für die anderen Banken der Sptelhagengruppe handelte.

do. do. do.

. 210 50 . 175.70 . 182.40 . 146.30 . 148.30 . 142.70 . 148. . 200. . 181.50 . 175

Telephonischer Kursbericht

Frankfurt, den 12. Dezember.

3i/i % Konsole . . .

8 0/0 do ...

SVg % Heesen . . .

5 % Italien. Rente . .

40/0 Griech. Monop.-Anl.

3 % Portugiesen . .

3 »/n Mexikaner . . .

41/, 0/0 Chinesen . . .

Berlin, 11. Dezember.

4 % Deutsche G^undschuld-Bank 1 u. 2

4 0/0 do. 8. 5/*< unk. b. 1904

SVs0/- do. 8. 7/8, unk. b. 1906

4'Vo D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 31/,0/ 0 do. unk. 1905

Neueste Meldungen.

(Telephon-Meldungen desGießener Anzeigers".)

Darmstadt, 12. Dezember. Zweite Kammer. Iw der heutigen Sitzung wurde die Abänderung des L>unde-! stemergesetzes, nach welchem auch! derjenige Besitzer, welche infolge seines Berufes einsam wohnt und ein Einkommen unter Mk. 2600. versteuert, von der Hundesteuer befreit wird, angenommen. Tie Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf die Steuer des Erbschafts- und Schenk­ungssteuergesetzes wurde ohne Debatte angenommen. Dev Antrag Ulrich und Gen., die Regierung zu ersuchen, sehr bald eine Vorlage auf Erhöhung und Einführung der Progression bei der Einkommen-, Erbschafts- und Schenk­ungssteuer, und demgemäß Aufhebung der Stempel­abgabe einzubringen, wird abgelehnt. Ebenso ein Antrag Ulrich und Genossen, der dahin geht, der Stadt Offenbach eine einmalige Beihilfe von 500 000 Mark zu. dem Bau eines Sicherheitshafens zu genehmigen; nach^- dem Ministerialrat Bechleben mit Rücksicht auf die jetzt schwebende Main-Kanalisatton um Aufschub gebeten, aber sichere Abhilfe in Aussicht gestellt hatte, abgelehnt.

Darmstadt, 12. Dezember. In dem Minifterhotel! des Staatsministers Rothe fand gestern abend eine par­lamentarische Soiree statt, an welcher außer den Sozial­demokraten die Abgeordneten aller Parteien, der Finanz- und Justizminister, sowie die Ministerial- und Vortragen­den Räte der beiden Ministerien anwesend waren. Der Großherzog traf um 10 Uhr dort ein und wohnte derselben bis 12 Uhr bei. ___________

Berlin, 12. Dezember. Nach einer Mitteilung des Vorwärts" sollte ein Norweger ein neues Gewehr erfunden haben; diese Waffe sollte alle anderen Systeme Übertreffen, und der Kaiser befohlen haben, eine Divi­sion des 10. Armeekorps damit probeweise auszurüsten. Wie man nun einem hiesigen Blatte von unterrichteter Seite mitteilt, sind alle diese Angaben ein Gemisch an sich ziemlich belangloser Fragen. Thatsache ist allerdings, daß man in Spandau fortgesetzt alle neue Systeme erprobt. Die angebliche probeweise Bewaffnung einer Division eines hannöverschen Armeekorps ist nicht angeordnet, vielmehr ist es Thatsache, daß die Deutsche Armee ruhig bei dem Ge­wehr M. 98 bleibt.

Berlin, 12. Dezember. Die vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten veranlaßten Untersuchungen und Be­ratungen des Eisenbahnunglücks bei Offenbach sind abgeschlossen, und der amtliche Bericht über die Ur­sachen und die Folgen jenes UnglücksfalleZ, sowie die Frage der Umgestaltung der D Wagen, der Beleuchtung rc. wird in den allernächsten Tagen erscheinen. Was die Beleuchtung betrifft, so mag daran erinnert werden, daß schon seit ge­raumer Zeit eine Mischung von Fettgas und Ace­tylen verwendet wird, das dem elektrischen Lichte kaum nachsteht und unter keinen Umständen, auch bet den stärksten Hitzegraden nicht zur Explosion gebracht werden kann.

Rom, 12. Dezember. In diplomatischen Kreisen wird bestätigt, daß Prinz Georg von Griechenland von allen Höfen auf sein Ansuchen, die Mächte mögen der Proklamation der Unabhängigkeit Kretas zustimmen, einen abschlägigen Bescheid erhalten hat.______________

BörsennachricMen.