Ausgabe 
13.7.1900 Erstes Blatt
 
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- h- Laub ach, 10. Juli. Zur 25jährige» Jubi­läumsfeier des hiesige» Gymnasiums, die am 2. und 3. August stattfiudet und aus die imGieß. Anz." bereits in Nr. 157, viertes Blatt, hingewiesen wurde, ist das hiesige Festkomitee eifrigst mit den Vorbereitungen be­schäftigt. Als Feftmusik ist die Bäuerische Kapelle in Gießen i» Aussicht genommen; eine besondere Festhalle soll erbaut werde». Die Gestaltung deS Festes wird im wesentlichen von der Größe des auswärtigen Besuches ab­hängig sein; mau sieht einer regen Beteiligung früherer Schüler entgegen. Damit jedoch das Wohnungskomitee jetzt schon in Thätigkeit trete» kann, ist es nötig, daß Anmeld­ungen für das Fest, Festmahl re. baldigst geschehen. Da Viele Studierende ber Ladorioiana frühere Schüler des hiesigen Gymnasiums find, so liegt es bezüglich der Unter­kunft im Interesse derer, die das Fest zu besuchen gedenken, wenn fie umgehend ihre Anmeldung an Oberlehrer Kullmann richten.

bm. Mainz, 10. Juli. Die jüngst durch die Blätter gegangene Mitteilung, daß das Großh. Ministerium in Darmstadt der Stadt Mainz die Erlaubnis erteilt habe, die Fäcalie» in den Rhein zu leiten, entspricht nicht der Richtigkeit. Zurzeit ist das Reichsgesundheitsamt noch mit her Abfassung eines Gutachtens über die Zulässigkeit der beabsichtigten FScalienableitung beschäftigt und kann, bevor dieses Gutachten vorliegt, von einer diesbezüglichen Ent­scheidung der einzelnen Rheinuserstaaten keine Rede sein. DaS Ansinnen deS Spiritusringes, den Brenn- spiritus in Zukunft mit einem Aufschlag zu verkaufen, ist hier bei den Händlern auf keinen guten Boden gefallen. In einer gestern abend stattgehabten vertraulichen Be­sprechung derselben sprach man sich einstimmig gegen diese Zumutung aus und erklärte, sich der Bestimmung nicht unterwerfen zu wollen.

bm. Mainz, 10. Juli. Eine Tochter Gutenbergs will man in Holland entdeckt haben, so schreibt wenigstens das holländische BlattDoetinchemsche Weckblad" in einer seiner letzten Nummern:Als intereffante Neuig­keit wird gemeldet, daß Nachkömmlinge von Johann GenSfleisch zum Gutenberg, der durch unsere östlichen Nach­barn als Erfinder der Buchdruckerkunst gefeiert wird, noch immer zu Herzogenbusch wohnen. Eine Tochter von Guten­berg verheiratete sich seinerzeit mit Peter Schöffer, deffen Enkel Hans Schöffer sich zu Herzogenbusch in derKerk- straat" niederließ, allwo er im Jahre 1541 Drucker war imHet vergulde Miffal". Deffen Nachkommen haben später den Namen Scheffer angenommen und sind in Herzogenbusch noch vorhanden. Keiner der zahlreichen Gutenbergforscher hat bis jetzt dieser Herzogenbuschenschen Verwandtschaft Gutenbergs auch nur mit einer Silbe erwähnt.

Mainz, 10. Juli. In unserer Provinz finden gegen­wärtig von einem Detachement militärischer Rad­fahrer der verschiedensten Regimenter größere Uebungen statt; eine aus zwei Manu bestehende Radfahrerpatrouille des 115. hessischen Infanterie-Regiments hatte am SamStag Ausklärungsdienst. An einer steilen Höhe in der Nähe von Bechtheim kam der eine der militärischen Radfahrer zum Sturz, wobei der Mann sich so schwer verletzte, daß er mehrere Stunden völlig bewußtlos war. Der Arzt eines Nachbarortes wurde herbeigeholt und mit Hilfe desselben gelang es, den Mann wieder zu sich zu bringen, doch hatte sich derselbe ganz erhebliche Verletzungen, besonders am Kopf, zugezogen. Der Verunglückte wurde in das hiesige Militärlazarett verbracht.

Bo« Rhein, 10. Juli. Es regnet noch immer weiter zum unendlichen Schaden aller Kulturen am Rhein. Das Frühobst verdirbt. Auch hat der Heuwurm in den kalten Tagen Zeit gehabt, sich zu entwickeln, und kann man denselben schon zu 5 Stück in einem Gescheine finden. In geringen Lagen sind wenig Gescheine vorhanden. Das ist die allgemeine Klage der Winzer an Rhein, Mosel, Saar und Ahr. Am Oberrhein, bei St. Goarshausen will die ReblauSgesahr nicht schwinden, trotzdem schon mit allen Mitteln dagegen gekämpft wurde. Dieser Tage wurde wiederum ein Herd in einem Weinberg im Hasen­bachthal gesunden.

Die Ausnahme, die daS Stück gestern bei uns fand, ro_ay* schon oben angedeutet, im allgemeinen warm und rückhaltlos. Das ist in erster Reihe das Verdienst der Darfleuerm des Annchen. Was wir bei Frl. Käte Torsen vor allem zu loben haben, ist, daß sie sich mit bestem Er­folge bemühte, rein von allem Komödiantischen, ganz Wahr­heit und Leben zu sein. Gleich im ersten Akte stellte sie die Aufregung.über das große Ereignis, daS in ihr einsames und emtomges Lebentritt, mit lebhaftesten Farben dar, »nd auch, w,- -s alsbald ihr junges Leben aussüllt. Jnnige Hmgebung und auch d.e Reue und Zerknirschung im letzten Akte kamen «oll zu ihrem Rech,-, Und dabei scheint schon der tt-se Klang ihres vollen Organs, ihre reife Weiblichkeit, ihre hohe Intelligenz st- meist zu ganz anderen Ausgaben zu führen als zu diesem süßen klemeu Annchen. Auf ihr Annchen aber konzentrierte sich gestern die allgemeine Auf­merksamkeit, und ihr gebührt, nächst dem Dichter, der Löwen­anteil des Erfolges. Ihr Gegenspieler, Herr Stiel er, hatte dagegen m. E. seine Aufgabe nicht richtig auf- und angesaßt. Der blutjunge Romeo, der für seine Liebe zur Pfarrhausjulia keinen Pater Lorenzo findet, ist ein stürmischer adolescentulus, der mit der gewonnenen Freiheit noch nichts Rechtes anzufangen weiß. Er besitzt noch die Nervosität der Anreife, nicht die des Dekadenten, deS fin-de-eiScle- Jünglings, eine Sehnsucht, die für das Unbestimmte weit die Arme öffnet, und hin- und hergeschoben wird von innerer Unrast. Er ist keineswegs, wie Herr Stieler ihn zu geben sich bestrebte, der Ueberlegene, der sinnliche Leidenschaften suggerierende, der Verführer. Zu allem dem ist der Mulus

* * Meine Mitteilungen ans Heffen und de» Nachbarstaaten. Der ehemalige Rechner des landw. Konsumvereins in Leusel, Konrad Geiß, gegen den in Kürze wegen Unterschlagung, begangen an dem Konsumverein, vor dem Alsfelder Schöffen­gericht verhandelt werden sollte, hat sich erschossen. __ In

Mainz hat sich der Zigarrenhändler Nicolai aus dem Friedhof erschossen. Ein Leiden soll die Ursache des Selbst­mordes sein. DemM. I." wird bezüglich der seitens der Militärbehörde beabsichtigten Enteignung des Schieß­platzes des Mainzer Schützenvereins geschrieben: Ober, bürgermeister Dr. Gaßner wird sowohl bei dem Ministerium in Darmstadt, als auch bei der preußischen Militärbehörde Schritte thun, um ein gütliches Uebereinkommen zwischen der Mainzer Schützengesellschaft und der Militärbehörde zu Wege zu bringen. Kommerzienrat Louis Schramm in Dillenburg ist nach langem Leiden gestorben.

Vermischtes.

* Wien. 10. Juli. Der seit Samstag vermißte Chor­führer des Hamburger Stadttheaters Joses Bann, der in Gesellschaft zweier anderer Personen einen Ausflug ins Schneeberggebiet unternommen hatte, wurde heute nach­mittag in der Nähe des Klosterwappens, einem der höchsten Punkte des genannten Gebietes, tot aufgefunden. Bann dürste vor Erschöpfung zusammengesunken und erfroren sein.

* Innsbruck, 10. Juli. Der Schneefall in der Höhe dauert fort. Die Berge bieten bis unter die Wald­grenze das Bild einer vollständigen Winterlandschaft. Der Schnee liegt 30 Zentimeter hoch. Das Almvieh leidet un­geheuer. Auch in Südtirol ist aus den Bergen starker Schneefall. Die Verbindungen zwischen den alpinen Unter­kunstshäusern ist unterbrochen. An den Fenstern der Schutz­häuser hängen stellenweise Eiszapfen. Auf dem Brenner waren heute früh 3 Grad, hier 6.5 Grad Reaumur.

* Innsbruck, 11. Juli. Im Passeierthal ver­unglückte ein Radfahrer aus Meran. Der dort an- gestellte 30 Jahre alte Zeichner Joses Schusser, ein Deutschböhme, unternahm mit Kameraden eine Radtour ins Passeier. Bei einer scharfen Kurve in der Nähe des Sand­hofs stieß er auf seiner raschen Fahrt an einen Prellbock und wurde hierdurch vom Rad weg über eine zehn Meter hohe Mauer kopfüber ins Passerbett geschleudert, wobei ihm der Schädel zerschmettert wurde. Nach einer halben Stunde verschied er.

Gerichtssaal.

-l. Gießen, 10. Juli. Strafkammer. Vor der heutigen Strafkammer hatte sich zunächst der 1836 zu Oden­hausen geborene Taglöhner Peter Erb aus Butzbach! zu verantworten, der beschuldigt wird, sich im Mai d. I. zu Butzbach eines vollendeten Verbrechens und zweier Ver­suche im Sinne des § 176, 3, sowie des Vergehens im Sinne des § 183 St.-G.--B. schuldig gemacht zu haben. Der seit 30. Mai in Untersuchungshaft befindliche An­geklagte erhält in Anbetrach-t feiner vielen Vorstrafen eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr uckb 3 Monaten. Demnächst wivd gegen benJohs. Schröder III. von Nieder-Bessingen wegen Betruges auf eine Gefängnisstrafe von 3 Mo­naten erkannt. Der 43 rührige Angeklagte, der wegen Be­truges in wiederholtem Rückfalle vorbestraft ist und zur Zeit aus gleichem Anlaß eine Gefängnisstrafe von 4 Mo­naten verbüßt, ist geständig, im Frühjahr d. I. den Wirt Eberhard Haas unter Vorspiegelung der falschen That- sache, er habe in Lich 35 Mark vereinnahmt, die betr. Summe aber versehentlich im Holländischen Hof zurück- gelassen, um den Betrag von 2,08 Mark beschwindelt zu haben. Der falschen Anschuldigung im Sinne des § 164 St.-G.-B. hat sich der Schuhmacher Heinrich Stein von Gießen schuldig gemacht. Es war in der Nacht vom 27. zum 28. Februar; der Fastnachtsdienstag war bereits vorüber und der Aschermittwoch angebrochen, als es am Kreuzplatz zwischen rauflustigenNarren" zu einem kleinen Recontre kam, das indes ohne ernstliche Folgen blieb und bei einem großen Menschenauflauf sein Be­wenden hatte. Daß gröbere Ausschreitungen nicht vor­kamen, ist lediglich! dem maßvollen Einschreiten der pa­trouillierenden Schutzleute Gemmecker und Reinhard zu

Hans viel zn unreif. In Kostüm und Haltung entsprach demnach Herr Stieler nicht der dichterischen Figur.

Der Gegensatz der beiden Geistlichen, des Pfarrers Hoppe und des Kaplans v. SchigorSki, wurde durch das Spiel der Herren Friedrich und Ibert in scharfer Weise markiert. Jener gab uns zwar nicht gleich das Bild eines schlichten, halb bäuerischen Laudpfarrers, er brachte doch etwas von seiner Amtswürde ins häusliche Leben hinein, waS Halbe kaum gewollt hat. Seine große Szene im letzten Akte aber gelang vorzüglich. Die erwachte Energie, die dem Schleicher, als der sich fein Amtsbruder entpuppt, die Fäuste zeigt, war von vollendeter Charakteristk. Hier packte er uns im innersten, hier imponierte er, um aller­dings die gleiche Lebensechtheit nicht mehr zu erreichen. Der Kaplan des Herrn Jbert war ein fanatischer Vorkämpfer des eccelesia militan, von düsterer Energie. Dieser polnische Kaplan wäre eine geeignete Titelvignette für eine Schrift, die von den antideutschen Bestrebungen in Westpreußen und Posen handelt. Die Tanzszene freilich hatte Herr I. nicht ersaßt. Hier wird der asketische Kaplan Mensch, hier unter­liegt er dem Weibe.

Dieses wohlabgetönte Ensemble überragte künstlerisch der Darsteller der grellsten Figur des Stückes, des blöd­sinnigen Amandus. Herr Verend bot eine Leistung so durchaus maßvoll und doch, ober gerade darum so wirksam, daß ich mich lebhaft erinnerte an die von Paul Biensfeld, der diese Rolle einst im Refidenztheater zu Berlin kreirte. Diese fürchterlichen körperlichen und seelischen Aufregungen, dieses idiotische Gestammel mit allem Drum

verdanken, die nach Möglichkeit Ruhe zu stiften suchte«, die einzelnen Gruppen der Gaffer zum Weitergehen ver­anlaßten und der Wirtschaft, in der an dem Streite Be­teiligte ihre Kneipe hatten, Feierabend boten. Dies alles hatte der Angeklagte mit angesehen; auch! er und seine Frau waren aufgefordert worden, sich zu entfernen. Da er sich aber nicht fügte, drohten die Schutzleute event. mit Verhaftung. Diese gewiß berechtigte Drohung ging indes dem Angeklagten so gewaltig in die Galle, daß er am nächsten Morgen in blindem Eifer zum Polizeiamtmann lief, um Beschwerde zu führen. Dieser wies ihn indes zum zum Polizeisekretär Roth; und bei diesem erklärte er ru Protokoll, daß die betr. Schutzleute gegen skandalierenoe Studenten nicht eingeschritten seien, obgleich die Schlägerei einen solchen Grad erreicht hätte, daß hierbei von Re­volvern, Messern und Biergläsern Gebrauch gemacht wor­den sei. Die dienstthuenden Beamten hätten vielmehr friedlichen Passanten befohlen, sich zu entfernen und seien zuletzt mit den Studenten in die Weidigsche Wirtschaft gegangen, um dort gemeinsam zu kneipen.Da ich", so heißt es in dem Protokoll,in dem Verfahren der Schutze leute eine Dienstwidrigkeit erblicke, so beschwere ich, mich." Von allen diesen den Polizeibeamten zur Last gelegten Dienstwidrigkeiten und Besugnisüberschreitungen hat indes niemand, selbst keiner von den geladenen Entlastungs­zeugen, etwas wahrgenommen, nur einer unter ihnen, der indes nach seinem eigenen Geständnis schwer betrunken war, will bemerkt! haben; daß ein Student von einem Messer Gebrauchs gemacht hat. Heute giebt selbst der Angeklagte zu, daß er in seiner fürchterlichen Aschermittwochs-Erregung stark aufgetragen habe. Durch die Zeugenvernehmung ist also mit aller Bestimmtheit festgestellt, daß die Schutzleute sich keiner Pflicht- oder Dienstwidrigkeit schuldig gemacht, sondern ihren Dienstvorschriften gemäß gehandelt haben. Diese Thatsache wird denn auch von der Staatsanwaltschaft betont und das Vorgehen des Angeklagten als höchst frivol bezeichnet, weshalb eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten und Publikation des Urteils durchs denGießener Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten beantragt wird. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen. Wegen Urkundenfälschung und Betrugs im Sinne oer §S 267, 268, 1, 263, 73 und 57 St.-G.-B. erhält der 16jährige Weißbindergeselle Heinr. Vetter von Hainchen eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen, Weiher am 16. Mai eine Privaturkunde, nämlich einen Nachweis über seinen Tages­verdienst in Höhe von 3,50 Mark auf den Betrag von 4,50 Mark abänderte und sich dadurch in seiner Eigenschaft als Zeuge vor dem Schöffengericht Altenstadt einen rechts­widrigen Vermögensvorteil verschaffte. Gegen den 14 jährigen Friedr. Karl Gruner aus Groß-Karben wird wegen Verbrechens gegen § 173 St.-G.-B. unter Annahme wildernder Umstände nach, § 57 St.-G.-B. auf eine Ge­fängnisstrafe von 6 Wochen erkannt, die durch die Unter­suchungshaft als verbüßt gelten soll.

Händel «vd Verkehr. Volkswirtschaft,

Frankfurter Börse vem 11. JulL

Wechsel auf New-York zu 0.00-00.

Prämie« auf Kredit per ult Juli 1.90%, do. per ult Äug. 3.40%, Diskonto-Kommandit per ult. Juli 2.00%, do. per ult. Aug. 3.60%, Lombarden per ul*. Juli 0.75%, do. per ult Äug. 1.05° . Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.

Notierungen : Kreditaktien 213,40-213 10-212.90, Dis­kont o-Kommandit 177.60-176.80-90, Staatsbahn 142.50-10, Lombarden 25.70-60, Italiener 93 50, Spanier 71.90-80, Bpros. Mexikaner 25.60, Bochumer 200.50-40-50-199, Laura 216.80-215, Harpener 188.70-187 Gelsenkirchen 192.20-191.90-192-191.50 Gotthard, Ungar. Goldrente 00.00, Oesterr. Coupons 00.00, Amerik. Coupons 0.00, Privat- Diakont 4%

1V<|bis 2%Uhr: Kreditaktien 212 90-70,000.00000000 bz., Dis­konto-Kommandit 176.80-7.20-6.60-80 bz., Staatsbahn 141 90 bz., Lombarden 25.50, Bochumer 196-6.50-195 bz.

Märkte.

Limburg <u d. Lahn, 11. Juli. Fruchtmarkt. Durch, schnittspreis pro Malter. Roter Weizen 14.30 Mk., Weißer Weizen Mk., Korn 12.61 Mk., Gerste 0 00 Mk., Hafer 7.45? Mk., Erbsen Mk., KartoffelnMk.

Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener werkstätte.

Gießen, Airchenplatz y. 187

und Dran war dem Herzen eines Bühnendarstellers von hoher künstlerischer Intelligenz erlauscht, die mit unge. wöhnlicher Energie und bitterem Ernst ihre Gestalten aus dem innersten schafft.

Dichter und Darsteller fanden nach allen Aktschlüssen lebhaften Beifall. P. W.

Ausstellung moderner Kunststickereien. Man schreibt unS aus Darmstadt: In der von Alexander Koch veranstalteten Ausstellung moderner Kunststickereien in der Großh. Z'ntralstelle für die Gewerbe, die sich überaus lebhaften Zuspruchs erfreut, sind bisher verkauft worden: sieben Kiffen von Frau Margarethe v. Brauchitsch in München, ein Kisten (zweimal) von Fräulein Pauline Braun in Darmstadt, ein großer Vorhang von Fräulein E. M. Risse in Frankfurt a. M., mehrere TischlLufer von Fräulein Ella Erber in München (Vereinigte Werkstätten), ein Entwurf von Friedrich Adler in Laupheim b. Ulm. bulgarische Handarbeiten, ein TischlLufer von Fräulein Else Oppler in München, ein Kissen von Fritz R ent sch tn Dresden, eine Decke von Fräulein Martha Schlaffte in Breslau, ein Kisten vvn Fräulein Helene Schrader in Braunschweig, ein Kisten von Rudolf Wille in Berlin. Der Ausstellung find in den letzten Tagen noch neu einverleibt worden zwanzig Arbeiten von Fritz Rentsch in Dresden. Es sind farbig prachtvoll gestimmte Kisten, ein Paar große Vorhänge und oor- ttefflich komponierte Wanddekorationen. Auf einigen finden wir ein Motiv aus des Künstlers Anfangszeit, als ec als Erster mit seinen eigenartigen, stets geschmackvollen Seidenstickereien heroortrat: das Perlhuhn- und Pfauenmottv, daS der Künstler von neuem in freier Wiederholung stets gleich glänzend behandelt. Das Publikum sei gerade auf die soeben neu aufgestellten Werke von Rrntsch besonders aufmerksam gemacht.