Ausgabe 
13.6.1900 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

öS W

»ten qte llen.

S%6 >'<«% l» i«, bau 8ufunt?

hilanb [ito Mr 6o A ^l°ndzKZ ' fnen >

teilt

9i &®bon, an k «bett.

MK°M ytl, ftntoirt in in Sanbgtrityl-.

®H«W ettenheiwer, faj. mister in Oda.-

n*12- Juni, c Vorsitzende,Lch ct Schwurgech, ldie«uslosnngli- SmrichRiehllll ' 1-1 Landwtü 3

Ä. -.-. ;r allsgkl ^Ws -r« aber «

unb bit Zuigea des ÄngdlogUn, veS Srenderl. 't btfäuibigt ist 1890 Sürgll irr Kgenfcha/t 1 AGn, du

N6- w

M sich t\tt LnMigimz m 14. >i jjattt t Heuvchizm5g im SchW wer als der N h fSr sich WF ing trug er sa ge behaupte geboten nnb: ememde abn eine dieSbeziz"- ibt Siuvorschch bestimmten Peri^ r erst ca. % 9^ tyagMtfM* ® , Sei «usewguL Rechner bfl> )tm MgE Mehen. * :agt«, i«e5 M für di-M ID batauf b« $;

st-Hsnl >d-l E

« s irinberat i« " *' W* £' V ,b K rtS fd)Weienbt2?

itn nt dtt '

.ssrijgenauSsagen gehl denn auch zur Evidenz hervor, daß ht Sache in der Aufregung des Kampfes vor und bei der kargermeisterwahl arg aufgebauscht sei. Unter diesem Ein­druck waren entschieden auch die Aussagen in der Dorunter- stchung gemacht worden, die mit den heute gemachten größten­teils in direktem Widerspruch stehen und somit hinfällig leiden. Die Zeugenvernehmung ergiebt zum Thatbestand rchts wesentlich Neues.

Die Anklage stützte sich auf § 148 und 149 des Straf­gesetzbuches. Den Geschworenen wurde als Hauptfrage vsrgelegt, ob der Bürgermeister Kreuder in seiner Eigen­schaft als zur Aufnahme öffentlicher Urkunden befugter Be- >Hinter vorsätzlich eine falsche Eintragung in das Ver- steigerungSprotokoll gemacht habe, und als Nebenfrage, wenn jene bejaht würde, ob der Angeklagte die Handlung begangen in der Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu schaffen. Nach kurzem Plaidoyer des Staatsanwalts ergriff drr Verteidiger, Rechtsanwalt Römheld, das Wort zu (fingeren Ausführungen, die die Unglaubwürdigkeit der Haupt- telastungSzeugen darlegten. Der Verteidiger wies zunächst nach, daß die Paragraphen 148149 verlangten, daß der Beamte innerhalb seiner Zuständigkeit zu handeln Habe. Zu der Abhaltung der Heuversteigerung sei der Bürger- mister zwar zuständig gewesen, aber nicht zum Selbstmitbieten, da die- das Gesetz verbietet. Wolle er mitbieten, so müsse tr die Leitung der Versteigerung an den Beigeordneten ab­geben. Durch diese gesetzliche Bestimmung solle den Be­riten die Möglichkeit genommen werden, für sich selbst zu beurkunden. Sei eS nun hier doch anders geschehen, so sei eben die Zuständigkeit weit Überschritten. Ferner sei über jede Versteigerung ein Protokoll anf- zunchmen. Auch darüber bestehen Vorschriften. Das Pro­tokoll muß demnach, wenn es gütig sein soll, entweder die Unterschriften der Steigerer oder die beglaubigte Unterschrift des Bürgermeisters tragen; es soll also auch ein Kontrolleur zugegen sein. Und dieser soll gleich­zeitig mit dem Bürgermeister ein Protokoll für sich auf« -Lehmen, daS ebenso erschöpfend ist. Beide aber, Bürger- meifter und Kontrolleur, hätten solche Vorschriften garnicht gekannt. Und so würde es wohl auch in den meisten Land­gemeinden sein, was ja auch weiter nicht zu verwundern sei. Woher sollten diese einfachen Leute, die hinter dem dfluge hergegangen find, jene Vorschriften auch kennen? gälten fie sie gekannt, und wäre nach dem Gesetz gehandelt fcorbcn, so wäre ein solches Vorkommnis, wie es der heutigen Anklage zu gründe liegt, unmöglich. Leute, die aus ihrem -einfachen Leben plötzlich in eine so verantwortungsvolle -Stellung kämen, sollten alljährlich zu einem Belehrungs- turfikS vereint werden, in dem fie auf die wichtigsten Ob­liegenheiten ihres Amtes aufmerksam gemacht würden. Mre dies geschehen, so stände heute nicht ein alter Bürger­meister, der über neun Jahre sein Amt in Ehren verwaltet habe, mit der Aussicht vor den Schranken, wegen einer

wider befferes Wissen begangenen Unterlassung und des daraus entspringenden Vergehens ins Zuchthaus zu wandern. WaS aber bilde in diesem Falle das Protokoll? Ein mit Bleistift beschriebenes Notizbuchblatt, nach dem ca. 3/4 Jahr später eine Art Protokoll in das dazu vorhandene Buch eingetragen worden sei. Ein Kontrolleur sei bei der Ver­steigerung auch nicht zugegen gewesen; mithin gäbe es auch kein zweites Protokoll. Auch jenes 3/4 Jahr später atme* fertigteProtokoll- sei lediglich als Zahlungsausweis für die Gemeinderechnung anzusehen und auch als Zahlungs­anweisung für den Gemeinderechner in der Form, wie sie die Oberrechnungskammer verlange und durchlasse. Außer« dem habe auch keine vorsätzlich falsche Beurkundung stattgefundcn. Der Bürgermeister habe weder inner­halb seiner Zuständigkeit noch vorsätzlich gehandelt. Nun vom rechtlichen zum thatsächlichen Teil kommend, führt der Verteidiger weiter aus, daß von einer Schuld des Bürgermeisters gar keine Rede sein könne. Wenn der Bürgermeister hätte betrügen wollen, hätte er mit Leichtigkeit daS einzige scheinbare Belastungs­mittel , das Notizbuchblättchen mit der angeblich vor­sätzlich geänderten Zahl einfach vernichten können. Dann zerfiele die ganze Anklage in ein Nichts. Statt dessen habe er tut Bewußtsein seiner Unschuld daS Büchelchen sogleich dem Untersuchungsrichter eingehändigt. Und dann wäre die vermeintliche Fälschung doch zu plump, als daß sie beabsichtigt gewesen wäre. Die Geschworenen möchten die ganze Sachlage recht würdigen, indem sie einerseits die Vorgänge vor und bei der Bürgermeisterneuwahl und der dabei erhitzten Gemüter beider Parteien im Dorfe, die in­folge der Wahlerregung in der Voruntersuchung falsche Angaben gemacht hätten, aber auch die gehässige Denun­ziation des ehemaligen Forstwarts Ewald, auf die hin die Anklage überhaupt erhoben sei, im richtigen Lichte be­trachteten. Die Geschworenen verkündeten nach kurzer Beratung durch ihren Obmann, Kaufmann Mettenheimer- Gießen, Verneinung der Schuldfrage. Der Ge­richtshof kam demgemäß zu einem freisprechenden Urteil. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. Die Sitzung endigte abends 3/48 Uhr.

Aus Stadt und Kand.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versaunulnng am Donnerstag, nachmittags 4i/2 Uhr: 1. Die Auslosung der mit 1. Oktober d. Js. zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen des 1890/91 er Anlehens. 2. Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule für 1901/02. 3. Kaufvertrag mit Gg. Appel EL über Weggelände in den Günthersgräben. 4. Das Halten von Ziegenböcken; hier: Gesuch um Erhöhung der seither bewilligten Subvention. 5. Die landwirtschaftliche Landesausstellung in 1900 zu Darm­stadt. 6. Gesuch des Ludwig Weber um Älaubnis zum Wirt­

schaftsbetrieb bei dem AuSsichtSturm auf der Hochwarte- 7. Gesuch der Johann Klein Witwe um Erlaubnis zum Wirt­schaftsbetrieb im Hause Asterweg 12. 8. DcSgl. des Johannes Marker im Hause Goethestraße 52. 9. Desgl. des Zacharias Oppenheimer im Hause Bahnhofstraße 15.

Persoualuachcichteu. Der Privatdozent und Assistent drr Architektur Abteilung an der Technischen Hochschule, Friedrich Pütz er ans Aachen, wurde zum außerordentlichen Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Schlitz, Johannes Lein, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Alsfeld, mit Wirkung vom Tage des Dienst­antritts seines Nachfolgers an, ernannt.

* Das Hess. Regierungsblatt Beilage Nr. 17 enthält u. a. eine Nebersicht der für daS Jahr 1900/1901 geneh­migten Umlagen zur Bestreitung der Gemeindebedürfnisse der israelitische Neligionsgemeinden des Kreises Friedberg.

? Grenzhause«, 11. Juni. Heute besuchte der Ober­präsident der Provinz Hessen-Nassau von Zedlitz-TrÜtzschler die hiesige Keramische und die Gewerbeausstellung sowie die zurzeit hier tagende Generalversammlung des Ge­werbevereins für Nassau und nahm an der Prämiierung teil. Es erhielten silberne Medaillen: Keramische Fachschule in Höln Reinhold Merkelbach, Merkelbach & Wick, Phil. Wilh. Remy in Grenzhausen, RanSbacher Mosaik« und Plattenfabrik in RauSbach. Bronzene Medaillen: Kollektiv- Ausstellung von Hillscheid, Peter Hammer, Grenzhausen, Wilh. Klauer in Raumbach, Karl Merkelbach III., August Strödter, Wilh. Strödter in Grenzhausen. Der Besuch der Ausstellung ist fortwährend steigend.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vem 11. Juni.

Wechsel auf New-York zu 4.20«/r21Vi.

Prämien auf Kredit per ult Juni 1.50 %, do. per ult Juli 2.80V,, Diekonto-Kommandit per ult Juni 1.50%, de. per ult Juli 2.80 */o» Lombarden per ult Juni 0.50% erhältlich, do. per ult Juli 0.90 % erhältlich, Deutsche Bank per ult. Juni 0.00.

Notierungen: Kreditaktien 220.50-60-40, Diakonto- Komman- dit 180.80-181-180.80, Staatabahn 141.30-50, Gotthard 140.00, Lombarden 28.30-40-10, Ungar. Goldrente 96.80, Italiener 94.70, Sproz. Mexikaner 25.10, Oeeterr. Coupons 84, Amerik. Coupon» 4.18%, Privat-Diskont 4%%

li/i-2% Uhr: Kreditaktien 220.40-221-000.00, Diakonto-Kom- mandit 180.80-181.40-20, Staatabahn 141.50-141-141.20, Lombarde« 00-00, Portugiesen 00.00, Bochumer 00.00.

FRlUd-M.Wem.lr.ro und höher 14 Meter! porto- und zollfrei zugesandt I Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbigerHenneberg-Seide" von 75 Pfg. bis 18,65 per Meter. 122

6. Henneberg, »«-FafcrikMt (i. a. L Hetl.) Zürich.

ßekanntmachung bit Errichtung der Höer- M<rei Ariedöerg betreffend

Mr bringen hierdurch zur Kenntnis- Ulhme, daß der Unterzeichnete die LiwaUung der Großhrrzogl. Ober- sSlsterei Friedberg angetreten hat.

Friedberg, am 11. Juni 1900.

Großh. Oberförsteret Friedberg.

Schnittspahn, 4136 Großh. Oberforstmeister.

Arbeitsvergebung.

DoutterStag den 14. d. M., mchmittagS 2 Uhr, sollen auf i Wlerzeichneter Bürgermeisterei nach- s behende Arbeiten öffentlich in Akkord leiden werden:

veranschlagt zu U, Chauffier- und Pflaster-

arbeiten 483 **

2L Steinlieferung 170 *

rr. Sandlieferung 18 ».

Daubringen, am 11. Juni 1900. <sZrokh. Bürgermeisterei Daubringen.

Walter.4128

Kkngras-Derstkigttllug.

diesjährige Heugras von den S-Nianialtpufen, sowie von verschiedenen ÄMrn.egen wird Montag de« 18. Juni nnfnflert und zwar: ,

1) nachmittag- 2 Uhr tm Schloß- Hof zu Grünberg von 17,17 ha Wiesen der Gemarkung Grünberg und von einigen Waldwegen der ftorfttoartet Weickartshain;

5) nachmittags 5 Uhr bei Herrn Gastwirt Heinr. Sch epp V. in Laasen von sämtlichen in eigener Verwaltung befindlichen Domamal- wiesen in den Gemarkungen Göbeln­rod, Harbach, Lindenstruth, Oueck» born und Saasen, sowie von mehreren Waldwegen der Forst- warteien Harbach, Reinhardsham lind Saasen.

Li- betreffenden Wiesenwärter und 88osiv'rrte sind beauftragt, auf Verlangen iitie firaSIofe vorher vorzuieigen.

Lnberg, am 11. Ium 1900.

yrioßh. Oberförsterei Grünberg.

Schober. 4137

Zekanntmachung.

In unserem Vereinsregister wurde eingetragen der Gießener Radfahrer- Verein 1885. Die Satzung ist am 31. März 1900 errichtet. Der Vor­stand besteht aus: Carl Herber, Joseph Serwas und Philipp Meyer- Hoff, sämtlich Kaufleute zu Gießen.

Gießen, am 1. Juni 1900.

_______Großh. Amtsgericht. 4134 SellMs-Vkrsteigermgkil der

jSrfflich ZMßscheu Rentei -ich.

Das Heugras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert:

Dovtterstag bett 21. Juni, vormittags präzis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich, oberhalb der Stadt, zusammen 100 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke.

Au demselbeu Tage, nach­mittags präzis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich, zus. 10 Morgen. Zusammenkunft im Schloßgarten an der Eisenbahn­brücke.

Freitag den 22. Juni, vor­mittags präzis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Ge­markungen Mühlsachsen, Ober« und Niederbessingen, im Ganzen 180 Mrg. Zusammenkunft in Mühlsachsen.

Montag ben 25. Juni, vor­mittags präzis 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwald­wiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zus. 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese.

Lich, den 11. Juni 1900.

Fürstlich Solmstsche Rentei.

Kreiling. 4143

W S-tr»st-

Gothaer Cervelatwurst

(Winterware) in bekannter Güte bei

3865 L. Kalkhof.

Elektrische Anlagen jeder Art und Grösse.

Telephone, Feuer- und Diebessicherungen, Wasserstands-Fernmelder, Sprachrohre, Haus- und Hotelklingel-Anlagen, Einrichtung von Feuertelegraphen für Städte,Fabriken u.Bergwerke. (Anlernen der Telegraphisten auf Morse und Klopfer.) Gediegenes Material. Sorgfältige Ausführung. Billige Preise.

Karl Graf, Giessen, Kireheaplato II (Ladeneingang Seblossgasse).

355»

...

Textors Terrasse

Täglich 3223

frische Waffeln.__

Prima nette

Mjez-jlermzr

eingetroffen. 3870

H. F. Nassauer

Uekepyou 92. AeaenWeg 15.

Eier

5Vr und 5 Pfg.

H. Arnold DL, _________narttstratze >8. 3097 Günstige Gelegenheit für Wirte!

Franz. Capern prima Ware per Pfd. 1,40 Mk. so lange der Vorrat reicht, empfiehlt Fh. Herrmann, ______Selteri?weg 33. 4026 Gartensand bestes Material, stets zu haben. Anfuhr prompt und billig. 3059

C. Bübsamen,

Lahpstratze 11.

Z A

Elektrizitäts-Aktiengesellschaft tonn. C. Buchner, Wiesbaden.

Elektrische Licht- und Kraft-Anlagen in Jedem Umfange.

Centralen fOr Städte. Lieferung sammtlicher Bedarfs - Artikel,

w Ingenieurbesuch u. Projekte kostenfrei, -w

s

Jean Bern & Cie.

Westa«lage 31 Giessen Telephon 21

unterhalten stets grotz-S Lager in

IW Meißner Kachel-Oefen

aller Art »ob SM, einfach und reich dekoriert

«tt ge«Stz«ttcher Aegukleruag »«5 amerikauischem Aeaeruugs-Syftem.

Spezialität: Altdeutsche Kachel-Oefeu und Kamine.

BS DaS Setzen der Oefe« geschieht durch Fachleute unter Garantie meisterhafter, konwletter Ausführung. 1746

Tropon hat den fünffachen Nährwerth von Fleisch.

((Trppon)]

BÄX___schafft1___/JNs

Troponwerke Mülheim - Rhein.