Ausgabe 
13.4.1900 Zweites Blatt
 
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mit einer bedeutenden Truppenrn acht über die Grenze der Kap-Kolonie wagen wird, da, wie es heißt, die Pferde des Korps des Generals Olivier vollständig erschöpft seien. (?)

London, 12. April. Aus Maf.eking wird vom 30. März gemeldet: Die Lage ist unverändert. Die Garnison ist im Unklaren über das Eintreffen der ange- tündigten Entsatztruppen. Die Moralität der Eingcschlosse- nen läßt viel zu wünsche« übrig. Nach der heftigen Be­wegung vom vergangenen Dienstag haben die Buren ihr Feuer eingestellt. Die Umzingelung der Stadt ist lockerer geworden. Iie feindlichen Bewegungen lassen auf einen neuen Angriff schließen.

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I gezogen hätte. Gegen den Lokomotivführer ist wie ww Horen, bei hiesiger Staatsanwaltschaft Anzeige er ftattet wegen Körperverletzung und Gefährdung I eines Eisenbahntransportes.

, . , ** Mit dem Ergebnis des ersten Gießener Pferdemarktj durfte die hiesige Firma S. Michel besonders zufrieder sein. Dieselbe verkaufte von 45 ausgestellten Pferden 30 Stück. Außerdem erhielt die Firma 3 Preise. Die Finne Thalberg & Co. in Wetzlar verkaufte u. a. an die Ge­werkschaftHastenteufel" in Andernach 1 Paar belgisch« I Füchse für 2350 Mk., an I. Nickel - Gießen einen Rot- I schimmelwallach für 1275 Mk.

I Pferdemarkt Lotterie. Von den sieben ersten (lebenden I Gewinnen kam der 1. nach Salzböden, der 2. nach Garben- I teich, der 3. nach Heuchelheim, der 4. nach Gießen, der 5 nach Stammheim, der 6. nach Mittel-Seemen, der 7. nach Reiskirchen.

* Befitzwechsel. Das Bieler'sche Haus, Westanlaar, ist für 45000 Mk. in den Besitz des Herrn KreiSkasien- rechners Kauß übergegangen.

| Hungen, 11. April. Ein Steuerkuriosum. Dem Köln-Müsener Bergwerksverein in Creuzthal, der bei unserer Stadt einige Grubenfelder besitzt, ist von dem Großherzogl. Steuerkommifsariat ein Steuerzettel zugegangen, demzufolge er für das Jahr 1900/01 sechsmal, in Zwischenräumen von zwei Monaten einen Pfennig zu zahlen hat. Der Zettel traf als portopflichtige Dienstsache in einem un­frankierten Umschlag ein, sodaß der Empfänger noch mit I 10 Pfg. Porto belastet wurde, also mit 166 Prozent des Gefarnlsteuerbetrags von 6 Pfg. Hoffentlich werden - bemerkt hierzu ein Blatt in deutschen Landen die Ministerien ihre Behörden anweifen, für die Einziehung solch lächerlicher Beträge nicht mehr Papier, Mühe und anderer Leute Porto zu verschleudern. Einen Ausweg au« den rechnerischen Schwierigkeiten werden unsere sonst so findigen Finanzbehörden wohl noch entdecken können.

Marburg, 11. April. Vermißt. Zu der unter dieser Spitzmarke in gesteriger Nummer enthaltenen Notiz können wir heute nach der ,.Oberh. Ztg." das Folgende ergänzend mitteilen: Die beiden Knaben trugen sich, ohne ihrer Mutter davon Kenntnis zu geben, mit der Absicht, ihrem nach Herborn verreisten Vater entgegenzugehen. Sie ge» rieten jedoch auf den unrichtigen Weg, und trafen in den Abendstunden in Gießen ein. Der ältere Knabe nahm seinen jüngeren Bruder, wenn dieser ermüdete, auf feineu Rücken. In Gießen erinnerte sich der erstere eines allen Freundes seines Vaters, und suchte diesen auf, in der Ab­sicht, sich Geld zur Rückreise zu leihen. Der Mann schenkte den Mitteilungen der beiden Knaben keinen Glauben, und machte der Polizei Mitteilung. Diese brachte die kleinen Wanderer in ein Kinderheim, wo sie gespeist wurden und Nachtquartier erhielten. Gestern nachmittag trafen die Kinder wieder in ihrem Elternhaufe ein.

* Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Domkapitular Dr. I. M. Raich in Mainz wurde gestern zum Domdekan gewählt. Geboren 1832 zu Ottobeuren in Bayern, wurde er vom Bischof Kettelrr in die Mainzer Diözöse berufen und war Jahre lang als Sekretär Kettelers thütig. Er leitet zurzeit als Redakteur die katholisch, theologische ZeitschriftDer Katholik" und ist Herausgeber derFrankfurter zeitgemäßen Broschüren". Die feit Ende Januar d. Js. vermißte Ehefrau W. Befort aus Wetzlar ist bei Burgsolms als Leiche aus der Lahn gezogen worden. Die unglückliche Frau dürfte in einem Anfalle von Schwermuth ihrem Leben ein Ende bereitet haben. Dieser Tage wurde aus Darmstadt der Selbst« mord eines Mädchen gemeldet. Das fehr brave Mädchen hat die traurige That offenbar in einem Zustande geistiger Umnachtung infolge schwerer Sorgen begangen. Schon lange war ihre Mutter schwer krank, wodurch die Erspar- nisfe aufgezehrt wurden und der Verdienst verloren ging. Dazu kam noch, daß auch einige Zimmer, die sie vermietet hatten, leer standen. Hierdurch geriet das Fräulein in einen Zustand der Verzweiflung, die ihr die Vernunft raubte.

Ausland.

Paris, 11. April. Kammer. DenyS-Cochin wirft in längeren Ausführungen dem Kabinett feinen angeblich cäsaristischen Charakter, seine Willkür, Hin­neigung zu sozialistischen Tedenzen und Unterdrückung der Kirche vor. Darauf verteidigt Waldeck-R ousf eau die Politik deS Ministeriums, das gerade im Kampf gegen die klerikalen Bestrebungen den bewährten Traditionen der Republick gefolgt fei, den inneren Frieden wieder hergestellt und die Würde Frankreichs nach außen gewahrt habe. Hierauf entschließt sich Möline zum offenen Angriff. Er wirft Waldeck-Rousseau im wesentlichen nur das Eine vor, daß er in der Verleugnung seiner Vergangenheit das Land den Sozialisten audliefere und ihren Krieg gegen die Gesellschaft begünstige. Goujon beantragt, nicht nur die Rede des Ministerpräsidenten, sondern auch die Antwort Meines öffentlich bekannt zu geben. Zunächst wird nun über Die Veröffentlichung der Rede des Ministerpräsidenten abgeftimmt und diese mit 286 gegen 211 Stimmen be- schloffen. Der Antrag, auch MölineS Rede anfchlagen zu lassen, wird auf Wunsch MLlineS selbst vom Antragsteller zurückgezogen, und damit die schlimmste Niederlage vermieden.

DiePatrie" bringt eine Meldung über eine« neuen Spionageprozeß dahin, daß Leon Gagel Deutschland wichtige Dokumente ausgeliefert habe (?). Die näheren Mitteilungen des Blattes sind so kindisch, daß ein ausführliches Eingehen sich nicht verlohnt. Immerhin muß der Zwischenfall im Auge behalten werden, da gerade auf diesem Gebiete auch ersichtlich unzutreffende Meldungen leicht Widerhall finden.

Lokales und VroomMes.

** Perfoualuachrichten. Der GerichtSaffeffor Dr. Pufch in Gießen wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrich- tungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darm- ft ab t II und der GerichtSaffeffor Dr. Maurer in Darm­stadt mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Offen­bach beauftragt.

-O Gieße«, 12. April. Pferdemarkt. Das gestrige Ger schüft auf dem Pferdemorkt war, soweit Arbeitspferde in Frage kamen, sehr gut, und die Verkäufer sind mit dem erzielten Re­sultat des ersten Gießener Marktes sehr zufrieden, und das will doch schon etwas sagen, denn ohne ihnen zu nahe treten zu wollen: die Pferdehändler klagen stets Über schlechte Geschäfte. Auch einige Wagen­pferde wurden abgesetzt, und nur für die vorhandenen edleren Luxus­pferde war kein Bedarf da. Die Organisation und die getroffenen Ein­richtungen zu diesem ersten Pferdemarkt fanden den vollen Beifall der Beteiligten, und man hofft, daß zum Herbst ein weiterer Pferde­markt in Gießen stattfindet. Am Nachmittag um 3 Uhr verkündete Oekonomierat Schlenke das Resultat der Prämiirung wie folgt-

I. Reitpferde: 1. Preis Gebr. Loewenthal-Friedberg. Der 2. Preis konnte nicht vergeben werden, da zwar ein des Preises wür­diges Tier vorhanden war, aber zur Prämiirung nicht gemeldet war. 2. Wagenpferde: 1. Preis Gebrüder Loewenthal-Friedberg (zwei braune Stuten); 2. Preis Isenburg unHCo.-Friedberg (5 und 6 jährige), 3. Preis Simon Kaufmann-Rieder-Weisel (6 jährig). 3. Arbeits­pferde schwerer Schlag. 1. Preis S. Michel-Gießen (Belgier rot- schimmlich). 2. Preis Simon Kaufmann-Rieder-Weisel (Schimmelstuten 4 und 5jährig). 2. Preis S. Michel-Gießen (braune Belgier). 3. Preis Aug. Frensdorf-Gießen (Normannen-Schimmel, Sjährig). 4. Arbeits­pferde leichter Schlag. 1. Preis S. Michel-Gießen (Belgier Füchse). 2. Preis Leri Kaufmann Nieder-Weisel (braune 4 jährig). 2. Preis A. Btng-Lich (Schimmel 5 jährig). 3. Preis Levi Jeffel-Wrll- burg (braune Bläffen 4jährig). 5. Zuchtstuten mit Fohlen waren nicht vorhanden. 8. 1 bis 2jährige Fohlen: 1. Preis PH. Kropk-Hattenrod. 2. Preis Wilhelm Vogel-Bellershein. 3. Preis Johann Weber Hl.-Hochelheim. 7. 2 bis 3jährige Fohlen: 1. Preis Wilhelm Becker-Alten-Buseck. 2. Preis Konrad Wagner-Kirch- göns. 3. Preis Karl Euler-Gießen. 8. Oldenburger Füllen: 1. Preis Hermann Strasheim-Griedel. 2. Preis Aug. Wolf-Berstadt. 3. Preis Julius Zimmer-Bingmühle b. Lauter.

Dem Brauereibesitzer Georg Dichter waren für Fohlen und Wagen­pferde vier 1. Preise zugefallen, er leistete jedoch auf diese Geldpreise Verzicht, acceptierte dagegen ihm vom Prämiirungs-Komitee angebotene 2 Ehrenpreise.

Als et ft er Hauptgewinn zur Verlosung wurde für 1150 Mk. vom Pferdehändler Oppenheimer-Ems ein schwerer Fuchs-Belgier an- gekauft. Als zweiten Hauptgewinn verkauften für 960 Mk. Isenburg u. Co.-Frtedberg eine schwarze Zuchtstute.

* Leider ist unser gestriger Pferdemarkt nicht ohne einen erustex Unfall abgegangen. Ein Koppelknecht des Pferdehändlers Simon Kaufmann aus Nieder-Weisel war im Begriff, drei mutige junge Pferde vom Viehmarktplatze zurück in die in der Hammstraße gelegene Stallung zu bringen. Der Transport hatte bereits die Gleise der Bieberthalbahn überschritten, da rollte ein Personenzug in ziemlich schnellem Tempo wie einzelne Augenzeugen be­haupten, andere behaupten das Gegenteil und glauben be­stimmt zu wissen, daß das Tempo erheblich gemäßigt war, - von der Lahnbrücke herkommend, heran. Hierdurch wurden die drei Pferde unruhig. Der Begleiter gab sich redlich Mühe, die Tiere zu beruhigen, doch die Pferde wurden rasend, sie schlugen hinten und vorn aus und i verletzten den sie haltenden Knecht schwer am Kopf, j sodaß er blutüberströmt zusammenorach. Die Pferde gingen durch und zwar nach der Richtung des Bieh- marktplatzes zu, den sie umkreisten, um dann wieder auf der anderen Seite des Schlachthauses auf die Rodheimer- straße zu kommen. Hierbei ist glücklicherweise kein weiteres Unglück passiert. Der Verletzte wurde zuerst in die Re­stauration von Haubach gebracht, wo der herbeigerufene Dr. Felsing den ersten Notverband anlegte. Später brachte ' man den Bedauernswerten mittels Krankenwagen in die Klinik, wo die Aerzte außer lebensgefährlichen Ver­letzungen an Kopf und Brust eine Gehirnerschütter­ung konstatierten. Don anderer Seite wird uns noch folgendes mitgeteilt: Der bewußtlos neben dem Geleise liegende Fuhrkuecht wäre offenbar noch überfahren worden, toenn nicht ein Schutzmann den Körper vom Geleise fort-

Vermischtes.

Berlin, 12. April. Die 73 Jahre alte unver­heiratete Lehrerin Johanna Medenwaldt ist gestern in ihrer im Hause Birkenstraße 42 belegenen Wohnung ermordet aufgefunden worden. Hierzu wird amtlich mit- geteilt, daß als Thäter in erster Linie ein Bettler in Be­tracht kommt, der Dienstag morgen im Hause gesehen wurde.

Berlin, 11. April. Mehrere Duelle haben in der letzten Zeit wieder in der Umgegend Berlins statt gesunden. Auf Pi ft ölen schossen sich in dem Tegeler Forst ein Architekt und ein Studierender des Bergbaues. Beide Duellanten blieben unverletzt. Em anderes Pistolenduell, das auf Westend zwischen einem Mediziner nnd einem Studenten des Baufaches ausgefochten wurde, verlief ebenfalls unblutig. Auch zwei Duelle auf Säbel haben ftattgefunben, bei denen es ohne erhebliche Verletzungen abging, das eine zwischen einem Arzt und einem Marineoffizier, daS andere zwischen einem Dr. M. und einem Studenten F. Auch ein Florett Duell zwischen zwei Damen soll dieser Tage statt­gefunden und mit einer Hüftverletzung der einen Dame geendet haben.

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Arbeiterbewegung.

Marburg, 11. April. Zur Lohnbewegung der hiesigen Schreinergehilfen erfährt man, daß die Meister gewillt sind, aus die Forderung der lOstündigen Arbeitszeit einzugehen. Die Regelung

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Der Professor am Stanislaus-Gymnasium Louis Dausset, außerordentlicher' Professor der Universität und Generalsekretär derPatrie fran^aiße, ist seiner Stellung enthoben worden. Die Absetzung ist nach Auffassung des Gemaßregelten selbst die praktische Konsequenz eines mini­steriellen Edikts, das Prof essoren die öffentliche | Besprechung politischer Themata verbietet.

Der Handelsminister Millerand verweigerte die Genehmigung des Gesuches der Konfektionsge­schäfte, welche während der Dauer der Ausstellung eine 12IZstündige Arbeitszeit für ihre Angestellten ein­führen wollten.

Rom, 11. April. Der römische Notar Bacchetti, der seit einigen Wochen wegen feiner kolossalen Unter­schleife von der gesamten Polizei Italiens eifrigst gesucht wird, hält sich bei einem Verwandten, einem hohen Prä­laten, im Vatikan verborgen. Die Polizei ist in Ver­legenheit, wie sie sich dort des Mannes bemächtigen solle.

Wien, 11. April. Außer den Botschaftern in Berlin und London (Graf Deyn) und einigen öster­reichischen Magnaten verlieh Kaiser Franz Josef, wie ver­lautet, den Prinzen Rupprecht und Georg von Bayern sowie dem Chef des fürstlichen Hauses Fugger in Bayern den Orden vom Goldenen Vließ.

Der deutsche Botschafter am Wiener Hofe, Fürst Eulenburg wird den Kaiser Franz Josef nach Berlin begleiten.

In der heutigen Sitzung des niederöster- reichischen Landtages beantwortete der Statthalter Graf Kielmannsegg die Interpellation wegen der Ritualmordhetze dahin, daß, nachdem der rituale Christen mord von Kennern der jüdischen Religion und Lit­eratur sowie den hervorragenden kirchlichen Autoritäten entschieden zurückgewiesen wird, die Regierung nicht anstehen werde, die Verbreiter aufhetzender Gerüchte in jedem einzelnen Falle nach den bestehenden gesetzlichen Be- stimmungen zur Verantwortung zu ziehen.

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Deutsches Keich.

Berlin, 11. April. An der kaiserlichen Ab end- iafel nahm gestern außer den Prinzen Eitelfritz nnd Adalbert die Prinzessin Feodora von Schleswig-Holstein teil Heute morgen machte der Kaiser mit der Kaiserin den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, zu dem Oberst D. Löwenfeld, Kommandeur des 3. Garde-Regiments zu Fuß, hinzugezogen war, hatte dann im Auswärtigen Amt eine Konferenz mit dem Unterstaatssekretär Freiherrn v- Richthofen und hörte im Königlichen Schloß den Vortrag des Chefs der Civilkabinetts Dr. v. Lucanus.

5>er Kaiser hat heute früh dem österreichisch­ungarischen Botschafter v. Szögyenyi einen Besuch ge­macht, um ihm seinen Glückwunsch zur Ernennung zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vließ auszusprechen.

Die Initiative zu dem bevorstehenden Besuch deA Auifers Franz Josef ist von letzterem ausgegangen, Er hat in überaus herzlicher und liebenswürdiger Weise beit Wunsch ausgesprochen, das befreundete Kaiserpaar an dem Ehrentage des Kronprinzen begrüßen zu können. ^ai'er. Wilhelm hat dem Kaiser Franz Josef darauf seinen wärmsten Dank ausgesprochen und versichert, er werde rw Berlin mit offenen Armen empfangen werden. Die erste Mitteilung von dem beabsichtigten Besuch wurde durch Kaiser Franz Josef persönlich bei dem am Sonntag statt­gehabten Hofrat den anwesenden Mitgliedern der deutschen Botschaft gemacht.

lieber die Aussichten des Fleisch-Beschau- 9 efetz es berichtet diePost", daß bei dem Zentrum, den Nationalliberalen und der Reichspartei alle Geneigtheit i zu einem Kompromiß mit der Regierung besteht.

Tie Ergebnisse der Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern für das Jahr 1899 werden zur Zeit zusammengestellt und demnächst veröffentlicht werden Nach offiziöser Mitteilung haben die Reichsstempelabgaben 53 Millionen^, d. h. 3 Millionen mehr, als im Etat angesetzt war, eingebracht, wovon der Löwenanteil auf die Börsen­steuer entfällt. Der Stempel für Privatlotterieen hat etwas chehr eingebracht, als der Etat veranschlagte. Dagegen sind. i)ie Einnahmen aus dem Staatslotteriestempel zurückge- I

Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Eijenbahndirektionen um Bericht darüber aafgefordert, in I welcher Weise weitere Fürsorge für die Eisenbahn- I bediensteten in den Dienstpausen durch Verbesserung I der Einrichtungen in den Uebernachtungs- und Aufenthalts- I yäumen auch für Stations- und Streckenarbeiter getroffen I

Zur Kanalfrage berichtet bieNordd. Allg. I Zig", daß es auch heute aus verschiedenen Gründen noch nicht möglich sei, den Zeitpunkt genau cmzugeben, wann die | Kanalvorlage im Abgeordnetenhause eingebracht werden I Wirb. Indessen werde die Verzögerung in der Einbringung I des Gesetzentwurfes lediglich durch den Wunsch und dem I festen Willen veranlaßt, der Vorlage alle Vorbedingungen I für die Annahme zu sichern: dazu dürften insbesondere I die Verhandlungen mit den Interessenten beitragen. Die I Entwürfe der Regierung hätten bisher durchweg große I Anerkennung gefunden. Die neue Kanalvorlage dürfte in I Ihren einzelnen Teilen in überwiegendem Maße die Zu- I stimmung der zunächst Beteiligten finden. Von einer I Trennung in Einzelvorlagen oder gar von einem Fallen- I lassen des Rhein-Elbe-Kanals, sei, soweit die Re- I giennig in Frage komme, in keiner Form die Rede.

Ludwigshafen, 11. April. DiePfälzische Rund- I schau" erfährt aus guter Quelle, daß Prinz Ludwig von I Baiern sich dieser Tage einem norddeutschen Gelehrten I gegenüber ganzentschiedengegendieSchul-Re-I

UnloerstM und Hochschule.

Verschiedenes: Die Akademie der Medizin zu Pari- wählte nahezu einstimmig Professor Röntgen zum auswärtigen Mitglied«.