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Dienstag den 13» Februar
1900
Erstes Blatt.
Amts- und Anzeiseblatt für den Kreis «Siefjen
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Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
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Gießener Anzeiger
Keneral-Anzeiger
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen. f^DJn der Zeit vom 17. Februar d. I. bis einschließlich 23. Februar d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Groß herzoglichen Bürgermeisterei Ruttershausen folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen:
1. die Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der rubrizierten Feldbereinigung nebst den dazu gehörigen Urkunden.
2. der Beschluß der Vollzugskommission und des Gemeinderats vom 8. Februar d. I. über den Ausschlag und die Erhebung der ungedeckten Bereinigungskosten. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Frist bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Ruttershausen schriftlich einzureichen.
Friedberg, 9. Februar 1900.
Der Großherzogliche -Zereinigungskommissär Süffert, Regierungsrat..
* Bom Kriegsschauplatz.
Brüssel, 10. Februar. Dr. Leyds erklärte gestern einem Redakteur deS „Petit Bleu", es sei unrichtig, daß er, wie die Berliner Blätter berichteten, in Deutschland einer Anleihe wegen Unterhandlungen gepflogen habe. Ebensowenig habe er eine europäische Intervention herbeiführen wollen. Dr. Leyds schloß seine Unterredung mit den Worten, die Buren würden jeden Fuß ihres Landes mit aller Energie verteidigen, was vornehmlich in Betreff deS Oranjestaates nicht schwer fallen dürfte; übrigens sei ein solcher Plan bereits ins Auge gefaßt worden.
Loudon, 11. Februar. Gestern abend fand abermals ein Kabinettsrat unter Vorsitz Salisburys statt, welcher sich mit der kritischen Lage für die englischen Waffen gemäß den jüngsten Depeschen, sowie der besorgniserregenden Gährung in Egypten beschäftiget.
— Dem „Berl. Tagebl." wird aus London gemeldet: Der wahre Grund von Bullers Rückzug war der Bericht eines LuftschifferS, daß die Burenartillerie auf dem Doornkloof eine außerordentliche Stärke entwickelt hatte. Es befanden sich dort zuletzt zwölf schwere Geschütze. Diese allein machten einen Vormarsch in dieser Richtung unmöglich, da die englische Artillerie auf offenes Gelände hätte anrücken müssen, um die Burengeschütze unter Feuer nehmen zu können. Der Korrespondent der „Central News" fügt hinzu, daß BullerS Rückzug nur ein zeitweiliger sei. Er werde seine Taktik ändern. Die englischen Verluste seien gering. Meist handle es sich nur um leichte Verwundungen.
— Nach einer Depesche des „Berl. Tageblatt" aus Brüssel liegen bisher keine Einzelheiten über den Rückzug Bullers dort vor. Man vermutet, daß Buller keinen neuen Versuch mehr zur Befreiung Ladysmiths machen wird, welches seinem Schicksale überlassen bleibt. Der Hauptkriegsschauplatz dürfte in der nächsten Zeit an die Grenze deS Oranjefreistaates verlegt werden, wo Lord Roberts eine Invasion zu versuchen gedenkt. General Joubert traf längst alle Vorbereitungen hierfür.
London, 11. Februar. Aus Spearmanslager wird gemeldet: Der Befehl zum Rückzug von den Kopjes und dem Vaalkrantz wurde Mittwochabend erteilt. Bald nach Tagesanbruch am Donnerstag hatten alle engagiert gewesenen Truppen den Tugela wieder üb^- schritten. Die Pontonbrücke wurde alsdann beseitigt. ES verlautet, die Buren machten am Donnerstag eine Bewegung zwecks Umgehung der britischen Flanken. .
London, 11. Februar. Nach einer aus Prätona cm» gelaufenen Depesche machte vorgestern nacht die Besatzung von Ladysmith den Versuch, sich durch das Lager der Freistaat-Buren durchzuschlagen. Der Versuch mi%onbon, 11. Februar. Aus Privatquellen wird be- richtet, daß di- Engländer bei dem dr-tt-nAngnffem- Anzahl Geschütze verloren haben, welche von den Buren zerstört wurden. Weiter wird behauptet, daß C1” Bataillon bei diesem Angriff der Buren gegen Vaalkrantz
Abg. Haußmann (südd. Vp.) spricht sich entschieden gegen die Vorlage aus.
Staatssekretär Gras Posadowsky wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Bebel und bemerkt dabei, wenn bei der Armeeorganisation solche Bedenken, wie bei der Flottenorganrsa- tion, a'-usschlaggebend gewesen wären, dann würden wir nie em deutsches Reich und nie einen solchen Aufschwung gehabt haben. (Lachen links. Rufe rechts: Sehr wahr!) Lehne das Haus dre jetzige Vorlage ab, so bleibe die Regierung eben an das Sexennat ^Äbg.'Rißler (kons.) erklärt, das; er als süddeutscher Bauer sich sein Votum über die Vorlage Vorbehalte.
Abg. Frhr. v. Hodenberg (Welfe, übt abfällige Kritik an der Art der Flottenagitation und verhält sich ablehnend gegen: die Vorlage. . /6 ..
Abg. Graf Stolberg-Wern rg er ode (kon,.) nmnt, daß die Landwirtschaft in Notlage fei, fei richtig, aber er muffe zugeben, daß indirekt die Vorlage auch der Landwirtschaft zum Nutzen gereiche. t .
Abg. Graf O r i o l a (nl.) wendet sich gegen den Abg. Richter und gegen dessen an die Flottenagitation gerichteten Vorwurf des Servilismus m ...
Nunmehr wird ein Schlußantrag angenommen. — Persönlich ^^°Abg. Hahn (Bd. d. L.), daß der Inhalt dieses unverbindlichen Foyergesprüches, das mehr im Scherz hingeworfene Worte enthalten habe, falsch wiedergegeben sei. Er, Redner, vertrete seine Worte, er bitte sie zu respektieren.
Abg. S z m u l a (Zentr.) erklärt, sich nut feinem Ehrenwort dafür verbürgen zu können, daß jene Worte so gefallen feien.
Nach weiterer kurzer Debatte über diesen Gegenstand wird die Voralge an die Budgetkommission verwiesen. — Montag 1 Uhr: Tolmetsckfer - Interpellation Czarliuski. Schluß 7 Uhr.
* Zur Heimkehr des Prinzen Heinrich.
Gießen, 12. Februar.
Rach zweijähriger Abwesenheit hat Prinz Heinrich von Preußen wieder deutschen Boden betreten, und am Drens- I tag wird er in der Reichshauptstadt aus Befehl des Kaisers mit besonderem Gepräae empfangen werden. Das laßt von vornherein den Schluß zu, daß der Prinz seine Mission I voll und ganz erfüllt hat, die der Kaiser in seme Hand I legte, und daß die Interessen Deutschlands im fernen I Lsten nach jeder Richtung hin einen festen Stützpunkt er- I halten haben. „ _ ~ I
Wenn auch bereits einige Jahre uns von jenem Er- I eignisse trennen, so steht es uns doch noch frstch vor I Augen, und wir erinnern uns Noch deutlich der Ueber-I raschung, als der Draht die Nachricht überbrachte, das Gebiet um die Kiautschautiai ist von dcuffchen Marme. soldaten besetzt worden und die chinesischen Truppen hoben I sich von da zurückgezogen. Staunen erregte diese Nachricht natürlich in Deutschland, noch mehr aber im Auslande, wo aber unser energisches Vorgehen allgemeine^ Billigung fanb — abgesehen von England, das den deutschen Erfolg mit recht scheelen Augen ansah, aber doch gute Miene machen mußte. Welche Bedeutung der Kaiser und die Regierung der Erwerbung des Kiautschaugebiets und der Vertretung unserer Interessen in China beilegte, ergab die Entsendung des Prinzen Heinrich nach den ostasiatischen Gewässern. Die rasche und entschlossene That der Regierung, ! der geschickte Schachzug der Diplomatie und die feierliche Weise, mit der die Fahrt des Prinzen Heinrich eingeleitet wurde, alles vereinigte sich damals, um unserer Festsetzung an Chinas Küsten ein bedeutsames historisches Gepräge zu verleihen. Wer erinnert sich nicht noch der Ansprache des Kaisers an den Prinzen Heinrich in Kiel vor dessen Abreise! Zwar hat es der „gepanzerten Faust" nicht bedurft, um dem deutschen Namen Achtung zu verschaffen, es ist alles hübsch friedlich abgelaufen, und die Chinesen haben sich in die vollzogene Thatsache gefügt. Aber darum ist die vom Prinzen Heinrich erfüllte Aufgabe nicht geringer nt schätzen und das deutsche Ansehen hat dort im fernen Osten eine Stärkung erfahren, die hoffentlich in politischer und wirtschaftlicher Beziehung reiche Früchte tragen wird.
Der Modus, welchen Deutschland bei der Erwerbung vcui Kiautschau zur Anwendung brachte, die „Pachtung", hat bekanntlich bald Nachahmung gefunden, indem auch andere Länder „pachteten". Unsere deutsche Diplomatie hat mit der Erwerbung des chinesischen Küstengebiets einen unvergleichlichen Triumph gefeiert, denn es galt nicht mit den Interessen anderer Länder zu kollidieren. Staatssekretär von Bülow skizzierte seinerzeit im Reichstag die deutschen Bestrebungen treffend mit den Worten: „Wir wollen den uns -gebührendem Platz in der Sonne einnehmen, ohne andere Berechtigte zu verdrängen", und in diesem Sinne soll auch die Weiterentwickelung des deutschen Pachtgebiets in China geleitet werden.
Für Unsere deutschenJnteressen in (Ostaften bildet leden- falls die Zeit, während welcher Prinz Heinrich von Preugen dort weilte, einen bedeutsamen Abschnitt, und wenn auch die Früchte des Wirkens des Prinzen noch nicht gereift sänd, so darf man doch aus eine gute Ernte rechnen. Noch muß der Boden gepflegt werden, noch bedarf es jahre- l-anger angestrengter Arbeit, ehe von einem Gewinn die Rede sein kann, aber für unfern .Handel und für unfern* Verkehr wird der Segen nicht ausbleiben, und wenn dieser recht reichlich ausfällt, dann darf auch Prinz Heinrich mit Genugthuung sagen: „Auch ich habe dazu beigetragen, Deutschlands Namen und Deutschlands Ruhm auszudehnen rund zu verbreiten bis an die Küsten des fernen China."
Deutscher Reichstag.
145. Sitzung vom 10. Februar. 1 Uhr.
Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Lesung der Flotten- I vo^Abg. Graf Schwerin-Löwitz (fonf.) hat zwar wirtschaft- I liche Bedenken gegen die Vorlage, erklärt aber, daß er trotz der- I selben für die Vorlage stimmen werde. _ m f I
Abg. Bebel (Soz.) erklärt, seine Partei lehne die Vorlage I ab, weil sie das ganze System verwerfe, weil sie kem Vertrauen I zur Regierung habe, weil schließlich doch die breiten Masten Die I Kosten zu tragen hätten. Warum appelliere man nicht an die l Wähler? Würden diese für die Regierung entscheiden, dann gut, l würden sie aber gegen die Regierung entscheiden, dann muffe I diese abtreten. Das würde der natürliche Weg sem. Aber freilich, I davon sei bei uns keine Rede. Aus den gestrigen Aeußerungen des I Herrn Tirpitz sei. zu entnehmen, dasi auf diese Vorlage noch eine I dritte und vierte kommen werde. Herr Tirpitz habe g^tern ver- I sucht, seine Aeußerungen von 1898 abzuschwachen. -Lae hatte l Herr Tirpitz nicht thun sollen. Er solle zu der einen Sunde nicht I noch die zweite des Ableugnens hinzufügen. Ein Seekrieg I zwischen Deutschland und England sei unmöglich, denn er wurde I ein Unglück für Deutschland sein. Käme es ;emals zu ernsthaften I Zerwürfnissen mit England, so könne, er, Redner, sich wohl denken, I daß die Nachabrn rechts und links --uhig zuschauen wurden. Und I wenn Deutschland sich in einem solchen Seekriege verblutet habe, I würden Frankreich und Rußland darüber herfallen. (Redner I spricht mit laut erhobener Stimme, lebhaft gestikulierend. Ad- I miral Tirpitz nickt dabei unablässig bejahend mit dem Kopfe und I schlägt mit der linken Hand gleichfalls wiederholt und bekräftigend I aufs Knie. Große Heiterk. und Zwischenrufe von rechts.) Za, I Herr Kropatschek, Sie haben sich in der Kreuzzeitung selber ahn- I lich geäußert. (Fortgesetzte Zwischenrufe, sodaß Präsident Graf I Ballestrem ersucht, die persönlichen Zwiegespräche zu unterlassen.) I Redner fährt fort, ihm sei es unbegreiflich, daß nt Deutschland ein I solcher Engländerhaß Platz greifen könne: England sei doch nun einmal der natürliche Verbündete Deutfchlands. Weit gefahr- I lieber würde es fein, wenn England zum Schutzzoll überginge, und auch alle feine Kolonien dazu veranlaßte (Rufe links: Sehr richtig!) Nicht durch die großen Armeen sei uns der Friede bewahrt worden, nicht die großen Flotten wurden ihn bewahren, sondern nur der Umstand, daß die Völker nut ihren materiellen, I ihren wirtschaftlichen, ihren geistigen, ihren sozialen Interessen bereits so verknüpft feien, daß schon der bloße Gedanke an einen solchen Riesenkrieg, wie man ihn bei der heutigen Entwickelung der Zerstörungs-Instrumente haben wurde, überall Angst und Schrecken Hervorrufe. (Beifall lmks.) Es sei. die größte Dummheit gewesen, daß England deutsche schiffe beschlagnahmte (Rufe: Sehr richtig!). Man Berufe sich auf Handels- und Seestädte zu Gunsten der Vorlage, Aber er fei überzeugt, kerne einzige dieser Städte sei mit einem solchen Verlangen voran- qeaangen, sie seien nur nachgefolgt. Ern größerer Hohn, ent größerer Widerspruch, eine größere Halbheit feien gar nicht ju denken, als einesteils die Friedenskongresse, anderntests solche Vorlagen! Redner bestreitet ferner, daß die Vorlage durch die neue Arbeitsbeschaffung den Arbeitern nützlich fei. ^fion heute I wirkten die Ausgaben für die Flotte kulturhemmend. Wenn es I der Regierung ernst sei mit dem Interesse für die Arbeiter, wie I könne es da kommen, daß tu geradezu..skandalöser Weise die Arbeiter auf ben Wersten ausgebeutet wurden. Weshalb stelle I man nickt mehr Arbeiter ein? Und fei es etwa Nächstenliebe zu Ln Seiten, daß deutsche Waffen für das Ausland geliefert
I würden, aus kapitalistischer Profitwut dei Unternehmer -ter I Geist der Vorlage sei derselbe, der die Strophe ,-,Nlcht Roß und I Reisige" beseitigt habe, derselbe, der ehedem iw alten Rom geherrscht habe. Würden nicht jetzt auch die Schnurrbarte nach den I Sitten des Einzelnen gerichtet? Diesen Geist lehnten die Sozial- I demokraten ab und mit ihm die Vorlage. (Beifall links.) I Staatssekretär Tirpitz wendet sich zunächst gegen den Abg.
Bebel und ührt dann sachlich aus, die Nordsee muffe freigeha ten werden von jeder Blokade. Er, Redner, könne nur wiederholen, I daß auch trotz dieser Vorlage die deutsche Flotte noch schwach bleibe Aber wenn sie durch eine gute innere Organisation stark I gemacht werde, dann könne man damit feneu Zweck der Frei- I Haltung der Nordsee gegen jegliche Blokade erreichen. Es sei auch durchaus wünschenswert, daß auf den deutschen Werften das I Ausland ebenfalls bauen laste, ^zetzt aber muffe Deutschland noch I 30 pCt. im Auslande an Schiffen bauen lassen. Das mußte I ei9ets2(bg) v^W^nVe^nheim (Bd. d. Landw.) erklärt zunächst die bekannte Mitteilung der „Germania" als m allen Testen I frei erfunden und erlogen. Ferner erklärt er, die. Landwirtschaft I sei aus nationalen Gründen trotz der schweren Opfer, die auch I ihr dadurch auferlegt würden, für die Vorlage. Diese werde I aber ergänzt werden müssen durch einen Plan der künftigen Wirt- I schaftspolitik der Regierung. Richtig sei, daß unter den Land- I wirten vielfach große Mißstimmiing wegen der Vorlage herrsche I gerade wegen der jetzigen Wirtschaftspolitik. Aber er glaube, I er könne namens des größten Teils der Landwirte versichern, I daß sie aus nationalen Gründen für die Vorlage feien.
Abg. S z m u l a (Zentr.) erklärt, er habe in voriger Woche I im Landtagsfoyer mit dem Abg. Hahn über die Arbeiterfrage ge- I sprachen. Dabei habe Dr. Hahn gesagt: Wenn wir doch erst die I häßliche Flotte weg hätten! Sehen Sie doch, daß Sie möglichst I viele Mitglieder Ihrer Partei gegen die Flotte kriegen! (lebt). I Bewegung.) Er, Redner, habe hiervon in seiner Fraktion ver- I traulich Mitteilung gemacht; sie sei dann in^die Presse über- I gegangen. Er müsse (Redner spricht lebhaft erregt) seine höchste I Entrüstung darüber ausdrücken, daß Frhr. v. Wangenheim, ohne I Zeuge dieser Unterhaltung gewesen zu sein, solche Worte I gebrauchte. Ich appelliere, so schließt Redner, an das Haus, wem I es mehr glauben will, einem ergrauten 70jährigen Manne oder dem I Abg. Dr. Hahn, der sich im ganzen Lande durch seine Hetzereien I bekannt gemacht hat. (Lebh. sensationelle Bewegung im Häuft.)
Uezugspreis
Vierteljahr!. Mk. 2FW monatlich 75 Pfg.
mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.
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Erscheint täglich mit Ausnahme deS
MontagS.
Die Gießener -««tkteuvtLtter »erden dem Anzeiger tm Wechsel mit ^Hess Landwirt" n. „Blätter ßür Hess. BolkSkunde- »tchtl. 4 mal beigelegt.


