Ausgabe 
13.2.1900 Drittes Blatt
 
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Dienstag den 13 Februar

Zweites Blatt

1900

Gießener Anzeiger

Heneral-^Mnzeiger

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am

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wtg II v-rdankts er die Verwirklichung seiner künstlerischen Ideen und Schöpfungen. Seine großen Erfolge sind auf die Klangfülle und Schönheit, mit welcher er die Orchestermustk bereicherte, sowie auf feine geniale dramatische Gestaltungskraft zurückzuführen. W. wurde am 22, Mai 1813 in Letpzia geboren.

♦♦ Gefchichtstkalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 17 Jahren, 13. Februar 1883, starb zu Venedig der epochemachende Dichter­komponist Richard Wagner. Dem Enthusiasmus Königs Lad-

(Mrrorryme Eirrseridunge«, gleichviel welchen Inhalte-, werde« grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, den 12. Februar 1900.

daß allzuviel auch hier ungesund sein würde, und darum ließen sie viele lausen. Unter den letzteren befand sich auch Oberst Thackeray mit 10 Connaugth Rangers und 20 Jnniskillings. Ein Offizier der Buren kam auf Thackeray zu und sagte:Sie scheinen hier große Verluste erlitten zu haben?"Ja", ant­wortete Thackeray lachend,was nicht verhindern wird, daß wir im künftigen Jahre noch in Pretoria sein werden".Gut", erwiderte der Bur,wenn das so auskommt, dann gelobe ich Ihnen eine Flasche besten Champagners".Leben Sie wohl"- rief Thackeray,ich gehe jetzt ins Lager zurück, und meine Waffen wünsche ich mitzunehmen".All right", antwortete der Bur, ich habe keine Befehle, Sie daran zu hindern. Jedenfalls werde ich nach der anderen Seite Hinsehen!"

Und das sind die Menschen", ruft der irische Offizier aus, die man bei uns Barbaren und Wilde gescholten hat". Er protestiert dagegen, und auch gegen die oft auftauchenden un­motivierten Beschuldigungen des Verrats, die gegen die Buren geschleudert werden.Bei Colenso", schreibt er,waren die Buren vollkommen berechtigt, auf die A m b u l a n c e n zu schießen, wo die Engländer sie aus Versehen (!) unter­halb einer Marinekanone placiert hatten, deren Feuer die Buren natürlich zu erwidern hatten".

Sehr klagt der Briefschreiber schließlich auch über die völ­lige Abwesenheit brauchbarer Terrainkarten. Sämtliche Offiziere erhielten beim Beginn des Krieges nur all­gemeine Karten von Südafrikafour inches to the mile" (im Ver­hältnis von 4 Zoll zu einer Meile).

Wie wir in unserer letzten Nr. (s. Nr. 35 2. Blatt Depesche aus Zürich) meldeten, hatte die englische Regie­rung versucht, die von der Transvaal-Regierung in Zürich bestellten Militärkarten für Südafrika aufzukaufen. . Der Versuch ist aber, wie berichtet, mißlungen und sind die Karten bereits an die Transvaal - Regierung resp. ihre Agenten ausgeliefert worden. D. Redaktion d. G. A.

Feuilleton.

Irauenschönheit.

Der Pariser Kunsthistoriker Dayot hat ein überaus gelehrtes Buch über Frauenschönheit und ihre Typen in den verschiedenen Entwickelungsepochen der Menschheit geschrie­ben. Ein solches Studium ist anregsam und auch dann interessant, wenn man dabei von der Geschichte der Frau selbst und ihrer Stellung im Hause, im Staate und in der Gesellschaft absieht. Nur ist leider das Material für ein solches Studium ein unvollkommenes. Wenn wir wissen wollen, wie die Frauen vergangener Zeiten aus­sahen, was an ihnen als schön bewundert wurde, sind wir auf die Werke der Kunst aus jenen Zeiten, auf Bilder, Statuen und auf Beschreibungen angewiesen, wie wir sie in den Büchern finden. Nun aber gab es zu allen Zeiten zwei grundverschiedene Typen der Frauenschönheit, nicht blos für den Geschmack der Männer, sondern auch für den veredelten Kunstgeschmack. Die galanten Franzosen haben für beide Typen die Worte geprägt, die auch in der deut­schen Sprache Heimatsrecht erlangt haben: die Dame und die Soubrette. Der Unterschied reicht naturgemäß bis in die Urzeiten zurück, von denen uns nur mehr die Bilder der Heldensage erzählen. Von Nausikaa, der^ Tochter des Phäakenkönigs, sagt die Odyssee:

Denn ob allen an Scheitel und Antlitz ragte die Fürstin

Leicht zu erkennen empor; doch schön sind alle die Nymphen."

Aber es war eben eine andere, mehr bürgerliche Schön­heit, welche die Mägde zierte. Von dieser Art Schönheit sind uns bis zur Epoche der Renaissance, da die nieder­ländischen Meister mit dem realistischen; Genrebild der Kunst ein neues Feld eröffneten, nur sehr wenig Denkmale ver­blieben. Die einzig lebenswahren und unmittelbar über­zeugenden Bilder dieser Nymphenschönheit, im Gegen­sätze der Königinnen und Göttinnen, haben sich in den Kunstdenkmälern Egyptens gefunden. Da existiert aus der Zeit Ramses II. ein Sphinxtypus von lachendster Sou­brettenanmut: vorstehender Backenknochen, allerliebste Stumpfnase und ein kleiner, aber üppiger Kußmund, etwa wie eine wirklich bildhübsche mecklenburgisch-obotritische

Streiflichter zum Murenkrieg.

Eine Ratio«."

Lsvdon, 10. Februar. Dr. Hendrick Müller, der außer­ordentliche Gesandte des Oranjefreistaats im Haag, hat auf die Anfrage eines schottischen bekannten Liberalen darüber, was an den fortwährenden Gerüchten über die Unzuver­lässigkeit des Oranjefreistaates mit seinem Ver­hältnis zum Transvaal zu halten sei, folgende Antwort erteilt:

Haag, 31. Januar. Mein Herr! Ich habe nichts da­gegen, Ihre Frage zu beantworten, ob etwas Wahres an den Gerüchten ist, die in England verbreitet werden, und behaupten, daß die Transvaaler von den Freistaatlern verlassen werden, und erstere den Kampf aufgeben, oder die Absicht haben, dies zu thun. Diese Gerüchte sind durchaus und in jeder Beziehung falsch. Im Gegenteil, der Jamefon-Einfall hatte die beiden Republiken bereits z u s a m m e n g e b r a ch t, da er die Absichten der gegenwärtigen britischen Verwaltung bezüglich der Unabhängigkeit der beiden südafrikanischen Republiken zeigte. Und jetzt hat dieser Krieg aus den beiden Staaten eine Nation gemacht und Brüder aus den Bürgern, die sich zuvor als Vettern behandelten. Der Freistaat hat sein Aeußerstes gethan, durch seine innere Politik den Krieg zu vermeiden, wie durch feine jetzige und frühere Politik gegen Großbritannien und seine Schwesterrepublik. Wir haben den Krieg nicht herausbeschworen, and nicht einmal eine feindselige Haltung eingenommen, als man die Basutos trotz der Verträge gegen uns bewaffnet hatte; auch nicht, als die Engländer ihr Land wegnahmen, sobald wir nach 14 Jahren des Kampfes gegen deren nie aufhörende Raub- ciniälle sie unterworfen hatten; auch dann nicht, als England unsere Diamantenfelder sich aneignete, noch als es eine schiedsgerichtliche Entscheidung über das Besitzrecht derselben verweigerte; auch nicht wegen irgend einer unserer bitteren Beschwerden gegen England, die unser Ober­richter de Villiers so klar intNineteenth Century" vom März 1897 so lichtvoll dargelegt hat. Denn wir wünschten Frieden. Wir wünschten mit den Engländern Hand in Land zu gehen zum besten Südafrikas, aber alles erwies sich als zwecklos. ... Die Politik der gegenwärtigen britischen Ver­waltung hat mein Volk, das friedlichste der Welt, zur V e r - z w e i f l u n g getrieben, es blieb uns und bleibt uns auch heute keine Wahl! wir haben zu kämpfen ober 5 u ft erben; denn unsere Unabhängigkeit ist uns teurer, als inner geben. Wie könnten wir uns von unseren T r an s v a a l b r u d e r n trennen? . . . Das können wir nicht und das wollen wir nicht, denn England hat ihnen, wie uns den Kneäauf- aezwmigen, Gott würde nicht iortfahren, unserer gerechten Sache seinen sichtbaren Schutz zu leihen; das Transvaalvolk ist uns, nicht nur figürlich gesprochen, ein brüderliches und blutsver-

Nr. 3«

frfMxt UflM mit ÄMjHurbmt bei Montags.

Die Gießener

»erde« dem Anzeiger ta Wechsel mit M Landwirt" Jfa Heß. 8olf«funbre

wandtes, sondern auch in Wirklichkeit; wir haben uns der Erfahrung der letzten Monate bedient. Dieser Krieg bringt gerade das Gegenteil von dem hervor, was England wollte: Er baut aus zwei Staaten einen vereinigten Trans­vaal und Oranjefr eiftaat.

gez. Dr. HendrikMüller.

Ei« vernichtendes Urteil über die Unfähigkeit Bullers.

Die letzte Nummer des englischen WochenblattesTo-Day" veröffentlicht einen bemerkenswerten Brief eines irischen Offiziers, der an der Schlacht bei Colenso am 13. Dezember 1899 teil­genommen hat. Der Offizier, dessen Kritik sich hauptsächlich auf die britische Kriegsleitung beschränkt er rühmt die Ausrüstung, den Proviant und die Verpflegung von Bullers Mannschaften, ist sehr streng in seinem Urteil über die Handlungen der britischen Armeechefs bei Colenso. Und er hat Grund dazu. Als die irische Brigade Befehl zum Vorrücken erhielt, erging dieser Befehl an zehn der höheren Offiziere auf eine ganz sonderbare Weise. Er gab seine Befehle mündlich,aber so rasch, daß niemand ihm sogen konnte. Es war nur eine Karte vorhanden und schon die eingefallene Dämmerung hinderte die Offiziere daran, sich zwecks Ausführung des Befehls auf der einen Karte zu orientieren". Doch es mußte vorgerückt werden, bis man an den Tugela kam, und dann über den Fluß hinüber! Diese Instruktionen wurden ausgeführt. Man kam an den breiten Strom, ohnedaß-dieUferirekognosziert worden waren. Regiment vor, Regiment nach, so wurde vorwärts geschoben. Die Truppen des einen Regiments kamen mit denen eines anderen durcheinander, und die Offiziere führten allerlei Soldaten an, nur nicht ihre eigenen. Stundenlang, schreibt der irische Offizier, standen diese ver­wirrten Soldaten an demSüdufer, dem mörderischen Tirailleur- feuer der auf dem Nordufer stehenden Buren ausgesetzt, ohne Chancen, Vergeltung üben zu können. Einige Leute stürzten sich wütend in den Tugela und wurden natürlich durch den schnell- fließenden Strom fortgerissen". Der irische Offizier schätzt die Zahl der Buren, die hier den Uebergang der Engländer über den Tugela hinderten, auf nicht mehr als 23000 Mann.Es war Buller selbst, sagt er, der, das Hoffnungslose des Kampfes ein- sehend, den Befehl zum Rückzug gab. Andernfalls würden nicht viele Der Vorgerückten übrig geblieben fein. 1500 Tote und Verwundete bedeckten das Schlachtfeld. Dieselben Schauspiele furchtbarer Verwirrung machten sich beim Rückzüge bemerkbar. Regimenter und Bataillone gingen wirr durcheinander. G en e- ral Hart marschierte mutterseelenallein, nach seiner Brigade suchend. Um allem die Krone aufzu­setzen, feuerte das Hintertreffen der vorgerückten Eng­länder auf die sich rückwärts wälzende Vorhut, in der Meinung, es sei der Feind!

Mit größter Bequemlichkeit hätten die Buren noch mehr Ge­fangene machen können, als geschehen. Vermutlich urteilten sie.

donna im Grünen und der himmlischen Sixtina und end­lich den wunderbaren Typus der üppigen Blondine, wie er uns in den Volante-Köpfen Palma Vecchios entgegen-, tritt, erörtern und mit den 100 andern Denkmälern identi­scher Frauenschönheit aus jener Zeit vergleichen. Als das gegensätzliche Moment erscheint in allen diesen Gestalten oie adelige Schlankheit der Formen bei den meisten italieni­schen Bildern und die frauenhafte Ueppigkeit des Körpers» in den Werken der Niederländer. Hier der in identischer Reinheit der Mädchenform konturierte Leib derDanae im Goldregen" von Tizian, dort der den Segen der Mütterlich­keit kündende, mit.den zartesten Kapricen des ersten Fettan­satzes fast kokettierende Körper der Helene Fourmont, der zweiten Frau von Peter Paul Rubens. Man würde Unrecht thun, wenn man der schlanken Mädchenform so unbedingt und allgemein den Vorzug gäbe, welchen unser Kunstge­schmack ihr ja unbedingt einräumt. Von den Negern ganz abgesehen, welche vielfach die Frauenschönheit nach dem Gewichte schätzen, hat es bei vielen Völkern und in vielen' Epochen maßgebliche künstlerische Geschmacksrichtungen ge­geben, welche die üppigen Formen bevorzugten. Bis zur Gegenwart, bis zu den Gegensätzen der derben, weltlich ausdrucksvollen Frauenköpfe der Bäuerin Leibls und der schwärmerischen Schönheiten, die Gabriel Max auf die Lein­wand zaubert, siud die Haupttypen der Frauenschönheit: Göttin und Nymphe, Dame und Soubrette in allen Vari­anten und Vermengungen beinahe gleich sieghaft geblieben.

9Zur in einer Richtung ist für Kunst und Geschmack in Europa seit dem Altertum bis zur Gegenwart ein Urteil oder Vorurteil in Ansehung idealischer Frauenschönheit beständig und allgemein geblieben: Das Blondhaar vom Fuchsrot bis zum Flachsblond gehörte und gehört zum Wahrzeichen der wahrhaft schönen Frau. Die Idealfiguren» in Historien und Allegorien, Eva, Aphrodite, Helena, Gretchen, sind alle blond, und wenn auch die moderne Kunst bemüht ist, auch dem Schwarzhaar zu seinem Schönheits­recht zu verhelfen der Deutsche wenigstens hält's hoch uno niedrig mit der Blondine, mag sie nun Lorelei sein oder Hofmagd. Der Aelpler singt es ja:

Du flachshaarcts Dirndel, I Han Di so gern. Um Di möcht' i glei A Spinnradel wern."

Das Volkslied kündet den Volksgeschmack.

ckdeir böhmisch-czechische Bauerndirne. Und dieser Kopf grüßt mit lachenden, lockenden Augen aus einer vor etwa 4000 Jahren gemeißelten Spinx. Im Königlichen Museum in Berlin finden wir diesen Typus in einer Reihe von Portraitstatuetten vertreten; die Sphinxe dieser Art stellen im Wiener Museum. Die zweite Bildnisserie dieser Art danken wir dem Gräberfunde von Fayum mit den Portrait- köpfen, welche als Bilder die Mumienhüllen zieren. In diesen Bildern finden wir alle Varianten auch der modern­sten Frauenschönheit.

Wenn nun auch die hochragende schlanke Figur zu allen Zeiten als die Krone der weiblichen Gestaltung er­schien, so hat es doch in den verschiedenen Kulturepochen, gewisse Bevorzugungen des allgemeinen Geschmacks ge­geben. Homer ist sonst in der Beschreibung von weiblicher Schönheit ziemlich wortkarg. Die beiden berühmten Bilder des athenischen Meisters Zeuxis von Helena und Penelope sind uns verloren gegangen. Aber zwei Schönheitsbezeich­nungen sind uns im Homer erhalten geblieben; sie beziehen sich auf die Augen. Er hat für die Göttinnen zwei Augen­typen: diefarrenäugige", das große, braune, treue Auge des Riudes und diestrahläugige", das zwischen grün und gelb schimmernde Auge, welches schier einen Goldglanz ausströmt, wenn seine Farbe auch dem Auge der Katze gleich ist. Frau Venus ist die strahläugige, die gestrenge Juno war die farrenäugige Göttin.

Die nächste Laune in den Typen der Frauenschönheit finden wir int Rom der Cäsaren, da die vornehmen Rö­merinnen mit Staunen und Eifersucht das rötlich schim­mernde Blondhaar der gefangenen Germaninnen sahen, und nun auch ihre Haare rotblond färbten. Diese Mode hat im 19. Jahrhundert bekanntlich ihre fröhliche Auferstehung gefeiert. Mit dem Verfall des römischen Reiches und des Heidentums, mit dem Einsetzeu der in ihren Anfängen asiatisch-keuschen christlichen Kunst verlieren luir auf Jahr­hunderte die Spuren und Typen der identischen Frauen-, schpnheit. Um so mächtiger und herrlicher erblüht ihr Kultus in der Renaissance-Epoche, in der Blütezeit der großen italienischen und niederländischen Schulen. Es hieße weit über den Rahmen dieser Skizze hinausgehen, wollten wir des näheren die schwärmerisch-zarten Marienköpfe Carlo Dolcis, die königlichen Jung-Mutter-Gestalten Tinto- rettos, die Unterschiede in den drei Rafaeltypen der naiv­bäuerlichen Madonna Sedia, der streng-aristokratischen Ma-