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* Das Kaisertelegramm.
Gießen, den 12. Januar.
Man ist in England verstimmt, vielleicht nicht in so hohem Maße, wie damals, als .Herr Jameson auf Geheiß des Herrn Cecil Rhodes und seines Cvmplicen Chamber- 'lain den Zug nach Krügersdorp antrat, und das weltbekannte Telegramm des deutschen Kaisers dem Empfinden der Menschheit einen starken, von diplomatischen Bedenklichkeiten wenig angekränkelten Ausdruck verlieh; aber man ist dennoch arg verschnupft. Und wieder ist es ein kaiserliches Telegramm, das solchen Erfolg erzielt. .Es wird vielleicht einmal für den Geschichtsschreiber ein besonders interessantes Kapitel sein, die Wirkungen kaiserlicher Kundgebungen zu behandeln; besitzt'er die Fähigkeit der Psychologischen Vertiefung, so wird er zu gar wundersamen Resultaten gelangen, ob er nun bei den Reden auf dem Brandenburger Provinzialtag beginnt, oder mit der Rede über den korsischen Parvenü anhebt, ob er die nach Frankreich gesandten Depeschen- in den Kreis/seiner Betrachtungen zieht, oder darüber nachdenkt, ob jedes Urteil, das bei Tenkmalsenthüllungen oder Jubiläumsfeiern gefällt wurde, dauernden Bestand haben wird. Es sind ja in der That die verschiedenartigsten Wirkungen erzielt worden. Wer heute freudevoll jauchzte, war zuweilen schon morgen zum Tode betrübt. Der Kaiser ist kein Privatmann, und er betrachtet die Tinge von der stolzen Warte herab, die ihm das Gottesgnadentum verleiht.
Sv hat er auch jetzt ein Wort durch den elektrischen Draht hinausgehen lassen in alle Welt, das dem national- gesinnten Teile unseres Volkes aus dem Herzen gesprochen wäre, dem man begeistert zujubeln würde, wenn nicht vor dem Heute ein Gestern stünde.
„Ich hoffe, daß die Vorgänge der letzten Tage immer weitere Kreise davon überzeugt haben, daß nicht nur Deutschlands Interessen, sondern auch Deutschlands Ehre in fernen Meeren geschützt werden und daß hierzu Deutschland auch zu Wasser stark und mächtig dastehen muß."
Diese Worte, an den König von Württemberg gerichtet, werden ein Echo finden in jedem deutschen Herzen, wenn auch der Rückblick auf die kaum vollendete Englandfahrt dem lähmenden Zweifel Raum schaffen muß, ob nicht dennoch bald wieder einmal die deutsche Politik, sei es unter dem Eindruck vou Empfindlichkeiten, sei es unter dem Einfluß Englaudbegeisterter Ratgeber, zu den alten Bahnen zurückkehrt und Herrn Chamberlain Gelegenheit bietet, von einer „Allianz" mit Deutschland zu reden. Das ist ja das unendlich Bedrückende im heutigen politischen Leben, daß das Vertrauen in die Stetigkeit unserer leitenden Organe überall verloren gegangen ist; nur die Ueberraschung hat Recht. Alles Volk klagte uud murrte, als die Reise begann nach Windsor und seinen Wundern, der einfache Instinkt der Masse sagte genau wie das durch die Betrachtung der Geschichte gereifte Urteil des Gebildeten, daß kein Segen erstehen könne aus dem Bunde mit Albion. Aber die Warnung verhallte.
Und heute? Nun, deutlich genug hat Kaiser Wilhelm leinen Irrtum bekannt, und wir dürfen ihm dieses Bekenntnis hoch anrechnen. Er hat zugleich die englischen
Theaterverein.
(Gastspiel von Frau Franziska Ellmenreich.)
-r. Gießen, 12. Januar. Der fünfte Theaterabend des hiesigen Theatervereins brachte uns abermals eine schäm spielerische Größe ersten Ranges: Frau Franziska Ellmenreich vom Kgl. Schauspielhause in Berlin. Wir wollen vorausschicken, daß wir der rührigen Leitung unseres Theatervereins gerade für diese Acquisition und gerade diese Auswahl des Stückes sehr verbunden sind. Die „Caüieliendame", das packendste und unstreitig — man verzeihe den trivialen Ausdruck — populärste Werk von Alexander Dumas' Sohn, von der Ellmenreich dargestellt, erübrigt eigentlich jedwede kritische Besprechung, um so mehr, als sich das kunstsinnige Publikum der Kaiserstadt von jeher mehr aus den Leistungen der genialen Künstlerin gemacht hat, als diese aus der journalistischen Kritik. Wenn wir aber trotzdem die Leistungen der Dame einer kurzen Besprechung unterziehen, so geschieht es einfach deshalb, weil wir sie in Hinblick auf die noch bevorstehenden Gastspiele unseren mit den Kunstverhältnissen weniger vertrauten Theaterbesuchern näher führen möchten.
lieber die „Cameliendame" und die Trägerin der Titelrolle uns heute weiter zu verbreiten, dieser an und für sich angenehmen Aufgabe hat uns eine berufenere Feder bereits enthoben. Die Aufführung im ganzen war, einige
Thateu, ausgeübt unter dem Schutze einer überlegenen Seemacht, als eine Verletzung der deutschen Interessen, aber auch der deutschen Ehre bezeichnet.
Auch der Monarch faßt heißblütig das englische Vorgehen als eine Verletzung unserer Ehre und Interessen auf, auch er knüpft an die Ereignisse eine Mahnung zu Gunsten der Flotte.
Etwas zurückhaltend, gewissermaßen verschämt, hatte schon die „Post" die Lehre gepredigt, daß man seinen Zorn eindämmen müsse, bis wir, etwa nach zwanzig Jahren, eine hinreichend starke Flotte hätten. Jetzt folgt, keineswegs verschämt, das unausstehliche Kölner „Weltblatt", das glattweg für England gegen die Buren eingetreten, dann zum Apologeten der Englandfahrt geworden war, und jetzt „dem deutschen Michel" den Rat erteilt, „fein stille zu sein und höchstens im verschwiegenen Kämmerlein die Faust in der Tasche zu ballen". Das ist unstreitig die Streme alles dessen, was bisher etwa an Selbstentmannung auf deutschem Boden geleistet worden ist. Darum haben also unsere Väter und Brüder geblutet vor Düppel, König- grätz und Sedan, darum haben wir die Sonnenhöhe der Aera Bismarck erstiegen, daß wir jetzt einer englischen Rüpelei gegenüber kein anderes Mittel haben, als die Faust in stzw Tasche zu ballen! Und wenn es England beliebt, unseren überseeischen Handel vollständig zu unterbinden, f o müssen wir „fein stille sein?" Nun, auch unter Bismarck gab es schwere Konflikte mit England. Wie ist er im Jahre 1864, wie am Schluß des französischen Krieges mit diesem Lande umgesprungen! Und doch war damals unsere Flotte klein, lächerlich klein gegen unsere Flotte von heute! Aber lehrreich sind vor Allem die Ereignisse des Jahres 1885. Da hatte England es versucht, der jungen deutschen Kolonialpolitik überall Steine in den Weg, zu werfen, vertrauend auf seine Seemacht, eine hochmütige Sprache zu führen. Was geschah? Kam es zu einem Kriege? O nein. Ein wahrer Staatsmann gelangt auch ohne Krieg zum Ziel. Am 2. März hielt der große Kanzler im Reichstag jene denkwürdige Rede, in der er England rote einen Schuljungen meisterte, jene Rede, d ie von Loki und Hödur und dem deutschen Völ- kerfrühling spra ch. Damals rourde Graf Herbert Bismarck nach London geschickt, und schon am 6. März hielt Lord Granville im Oberhause eine feierliche Entschuldigungsrede, während . acht Tage später im Hause der Gemeinen der alte Gladstone GotteS Segen an f Deutschlands k o 4o n i s a t o r i s ch e Bestrebungen $ er ab rief. Warum ist denn heute alles anders? Heute ist doch England furchtbar geschwächt, muß gewärtigen, jeden Moment in Konflikt mit Rußland und Frankreich zu geraten, und die deutsche Flotte ist um das Dreifache gewachsen! Ist es denn den Männern des neuesten Kurses nicht möglich, aus dieser Sachlage Nutzen zu ziehen? Ist denn Bismarck allein nicht nur, wie ein bekanntes Wort sagt, ein Armeekorps, sondern geradezu eine ganze Flotte wert gewesen? Wenn man sieht, wie wir dauernd zwischen zwei Stühlen sitzen, möchte man diese Frage fast bejahen, denn in der That ist eine weitsichtige Diplomatie, die das allgemeine Vertrauen besitzt, die sich zu rechter Zeit Freunde in der Not, Rückhalt und Hilfe sichert, die nicht mit plötzlichen Diversionen in das Unbe
rechenbare operiert, mehr wert als eine ganze Flotte. Können wir heute Anspruch machen auf das Vertrauen Rußlands, des Landes, das doch der furchtbarste Gegner Englands i st? Wer will die Frage aus voller Ueberzeugung bejahen, wenn er an die Englandfahrt denkt!
Nun, wir hoffen, daß das Kaisertelegramm klipp und klar den Anbruch einer neuen Zeit ankündigt, in der allerdings kaum noch Raum sein dürfte für die Staatsmänner, die uns vor dem neuen Olmütz nicht zu schützen vermochten.
Deutscher Reichstag.
125. Sitzung vom 10. Januar. 1 Uhr.
Zunächst wird eine Nechnungsvorlage debattelos erledigt und sodann in der Beratung des Etats des Reichsamts bei Innern, Titel Staatssekretär, fortgefahren.
Abg Sachse (Soz.) bemängelt die mangelhafte Gewerbeaufsicht namentlich beim Bergbau, wo doch eine Kontrolle der Schutzvorschriften in so ganz besonderem Maße erforderlich sei. Zur Verdeckung von Uebertretungen kämen Urkundenfälschungtu vor, die keineswegs so hart bestraft würden, wie gestern der Staatssekretär behauptet habe.
Abg. Hilbek (nl.) erwidert dem Vorredner, daß sich die schweren Unfälle im Bergbaubetriebe thatsächlich stark verringert hätten.
Geheimrat Fürst bestreitet, daß die Aufsicht im Bergbau ungenügend sei. Die Zahl der Aufsichtsbeamten sei auch in Preußen sehr vermehrt worden. Uebrigens habe der Minister erst neuerdings wieder angeordnet, daß die Aufsichtsbeamten möglichst oft unangemeldet erscheinen; aber in allen Fällen sei das nicht durchzuführen Zudem werde erwogen, ob nicht mit einer Teilnahme auch der Arbeiter an der Aufsicht weitere Versuche zu machen seien.
Abg. Molkenbuhr (Soz.) bemängelt die Ausführung des See- Unfall-Versicherungs Gesetzes, speziell des 8 6 betreffend die Feststellung des Durchschnittslohnes.
Ministerialdirektor v Woedtke erklärt, er könne der Seeberufsgenossenschaft nur ein gutes Zeugnis ausstellen; dieselbe thue im R'hmen des Gesetzes, wus sie nur könne, um ihre schwere Aufgabe zu lösen.
Sächs. Levollm. v. Fischer tritt den Angaben des Abg. Sachse Über die Zustände im sächsischen Bergbau entgegen.
Abg Schrader (frs Vp.) wünscht, daß noch in dieser Session ein Reichswohnungsgesetz vorgelegt werde.
Abg Oertel- Sachsen (kons) beklagt die ungenügende Ausführung des Börsengesetz-s.
Ministerialdirektor Schröder entgegnet, er glaube, daß er in der 3. Lesung des Etats nähere Auskunft über die vom Vorredner zitierten Mißstände geben könne.
- Abg. Roeren (Zentr.) verlangt Abhilfe des Uebels der reklame- haften Ausverkäufe, Auktionen rc.
Staatssekretär Graf Posadowsky meint, hier handele es sich um eine schwierige Frage, und es würde eventuell zu erwägen sein, ob nicht das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb präziser zu fassen sei. DaS beste aber würde es sein, wenn das Publikum sich von schwindelhaften Ausverkäufen fernhielte
Abg. Pachnicke (frs. Vp.) stimmt dieser Auffassung bei Redner geht alsdann auf die Fabrikinspektorenberichte ein.
Abg. Rosenow (Soz) verbreitet sich über den steigenden Umfang der Arbeit von Kindern und Arbeiterinnen.
Abg Hitze (Zentr.) wünscht, daß dem Hause die Origina'.berichte der Fabrikinspektoren zugängig gemacht werden.
Abg. Hoch- Hanau (Soz) spricht über die Gewerbeaufsichtsberichte und die vielen Bauunfälle.
Staatssekretär Graf Posadowsky verheißt, sich mit den verbündeten Regierungen in V rbindung zu setzen über eine einheitliche Gestaltung der Berichte. Wegen der Gewerbeaussicht im Baugewerbe habe er ein Rundschreiben erlassen, welches sehr erfolgreich geutlt habe.
kleine Negiefehler abgerechnet, lobenswert. Wunderbarer« weise fand die geniale und über jede Kritik erhabene Darstellung der Gästin nicht den lauten Beifall, den man sonst an dieser Stelle gewöhnt ist. Matkowsky wurde gefeiert, Büller bejubelt, Irene Triesch — alle verdientermaßen — mit Beifall Überschüttet, für Franziska Ellmenreich hatte unser Theatervereinspublikum nicht einmal das Maß der Achtung übrig, das man einem Gaste billigerweise schuldet. Die ergreifende Schlußszene, die wie kaum je eine andere das Gemüt packt, trieb viele „Kunstfreunde", statt innerlich die Szene ausklingen zu lassen und somit den Genuß von der künstlerischen Leistung seelisch zu verarbeiten, vorzeitig in die Garderobe. Die Berliner Künstlerin, die eine gute Aufnahme gewöhnt ist, mag darüber ihre eigenen Gedanken gehabt haben — und diese sind ja glücklicherweise auch in Hessen noch zollfrei. Wenn Franziska Ellmenreich in den beiden ersten Akten die lasciven Allüren und Manieren der Pariser Cocotte nicht so lebhaft traf, so ist das wohl zu verstehen, denn auch an der bedeutensten Künstlerin gehen die Jahre nicht spurlos vorüber. Aber mit der großen Szene zwischen Marguerite und dem alten Duval stand die Künstlerin auf der Höhe der Düse und der Sarah Bernhard. Und sie hielt die Geister, die sie künstlerisch begriffen, im Banne bis zum Ende. Es würde zu weit führen, wenn wir einzelne Szenen herauSgreifen wollten, und selbst diese würden, auS dem Zusammenhang herauS- gelöst, ein künstlerisches Gesamtbild nicht abgeben können.
Kunst läßt sich eben nicht schildern, sie will verstanden und empfunden sein. Herr Henry als Armand hatte eine schwere Aufgabe, die zu lösen er sich viel Mühe gab; leider war er in der Maske, seiner Partnerin gegenüber, etwas zu jugendlich; seine Darstellung sonst, namentlich im Hinblick auf die Besetzung der Hauptrolle, sehr brauchbar. Herr Curland war als Herr von Duval etwas zu steif. Die große Korrektheit seines Auftretens Marguerite gegenüber war Eingangs der großen Szene im dritten Akt wohl- angebracht, bann aber, nachdem er die Frau erkannt und die Größe des Opfers gewürdigt, hätte er wärmere Töne finden müssen. Herr Rolan als Graf von Barville, sowie Herr Kirchhoff als Gustav standen in der Szene gut, ebenso die Damen Haussig (Olympie) und Helm (Prudence). Namentlich letztere als etwas stark ramponierte Pariser Cocotte bot einen köstlichen Anblick. Frl. Rux als Nanine war in Spiel und Haltung nett und ansprechend. Weshalb die Regie das stark antiquierte Sopha im letzten Akt übrigens derart stellte, daß dem ganzen rechtösitzenden Teil des Publikums die Eingangsszene verloren ging, haben wir nicht herausfinden können. Durch die offenbaren äußeren Mängel dieses sybaritischen Luxusgegenstandes wollte uns die Regie offenbar vor Augen führen, wie eS in einem ordentlichen Haushalt nicht sein soll. Auch in dieser Hinsicht wirkt die Kunst erziehend.


