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Eine neue Version über die Braut- tverbung Napoleons III. wird in mehreren französischen Blättern erzählt. Tas Vorkommnis, das über das Schicksal der Granden-Tochter entschied, spielte sich danach am Sylvester-Abend 1852 im Salon der Prinzessin Mathilde Bonaparte ab. Diese hatte eine zahlreiche Gesellschaft um sich versammelt und plaudernd und scherzend erwartete man den Beginn des neuen Jahres. Unter den Oästen befanden sich auch die drei spanischen Schönheiten, Condesa h Montijo und ihre beiden bezaubernden Töchter. Eine halbe Stunde vor Mitternacht erschien der neuernannte Kaiser, und er wußte es geschickt anzustellen, daß er einen Platz zur Linken der tief errötenden Eugenie fand. Mit unverhohlener Verwunderung blieb sein Auge auf dem in einer weißen Sammetrobe, nur mit einem Tuff Parmaveilchen im rotgoldenen Haar, strahlend schön ausschenden Mädchen haften. Punkt zwölf Uhr wandte sich — einer alten französischen Sitte gemäß, die von der temperamentvollen Prinzessin Mathilde noch heute aufrecht erhalten wird — jeder Herr zu der rechts von ihm sitzenden Dame und bat um die Erlaubnis, einen Kuß auf ihre Stirn drücken zu dürfen. Diese Gunst wird nie verweigert. In dem Moment, da Napoleon sich zu seiner Nachbarin neigen wollte, stieß diese erblassend einen kleinen Schrei aus und sagte vorwurfsvoll zu ihrer Mutter: „Oh, tute hast Du mir weh gethan!" Dann aber besann sie sich, schob den Kaiser sanft zurück und ihm ihre schmale weiße Hand hinhaltend, erklärte sie mit ihrer melodischen Stimme: „Sire, in Spanien ist es nicht Sitte, daß Damen den Herren solche Gunst gewähren, selbst nicht am Sylvesterabend. Ein Handkuß ist alles, was ich Ihnen gestatten darf." Napoleon küßte galant die Spitzen der schlanken Finger und man hörte ihn entgegnen: „Gut Sennora, zum nächsten Neujahr werde ich aber nicht nur Hand und Stirn, sondern auch den holden Mund küssen dürfen." Ein triumphierendes Lächeln huschte bei diesen Worten über die stolzen Züge der Gräfin Montijo; sie be-
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oft wird das unglückliche, auf deutsch gar Nicht schreibfähige „a" und das beinahe ebenso häßliche „pro" in Wort und Schrift angewandt, obgleich der Ersatz durch ein deutsches Work so leicht und natürlich ist! Gelingt es, die Sprache der Eisenbahnwelt zu säubern und zu bessern, so ist damit für die Sache des Sprachvereins unendlich viel gewonnen, denn die Eisenbahn dient dem Verkehr des ganzen Volkes, niemand kann sie entbehren, sie verkörpert einen unendlich wichtigen Bestandteil unseres wirtschaftlichen Lebens. Von ihr aus geht eine Unzahl von Begriffen und Bezeichnungen in alle Kreise über, ihr Einfluß auf die Sprache ist daher sehr bedeutungsvoll.__
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L.L. Gießen, 8. Dezember. Strafkammer. Die Strafkammer bestätigt das auf Freisprechung lautende erstinstanzliche Urteil gegen den Weißbinder Albert Deibel aus Wieseck. Der Staatsanwalt selbst hatte die Berufung zurückgezogen. — Die bisher unbestrafte Frau Reinig aus Vilbel wird wegen schweren Diebstahls in die geringste Strafe von 3 Monaten genommen. Sie ist geständig, unter dem Druck der Not aus einem verschlossenen Keller zweimal Kohlen entwendet zu haben. — Das Urteil gegen den mehrfach vorbestraften Taglöhner Joh. G g. PH. Roß aus Hainchen wegen Betrugs und Urkundenfälschung lautet auf eine Gefängnisstrafe von 1«/, Jahren und spricht dem Angeklagten die bürgen lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren ab. — Es wird zum Schluß die Verhandlung in der Kohlendiebstahlsaffaire gegen die Frau Riemer, deren frühere Dienstmagd Kath. Löffert und den Dienst- knecht Hch. Koch wieder ausgenommen. Vom Schöffengericht war die Löffert zu 1 Woche Gefängnis verurteilt, die übrigen Angeklagten firü gesprochen worden. Dagegen hatte die L. sowohl als die Staatsanwalt schäft Berufung eingelegt. Unzweideutig geht jetzt aus der Verhandlung hervor, daß der Kohlendiebstohl nicht, wie in der Anklageschrift behauptet wird, zum Nachteil der Bahnverwaltung ausgeführt worden ist, weshalb das Gericht in allen Fällen zur Freisprechung gelangt.
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Dis Mitglieder werden zu einer General-Berfawmlung auf Mittwoch den 32. Dezember, abends 7Va Uhr, in die Wirtschaft von Louis Weber, Grünbergerstraße, eingekaden.
Tages-Ordnung: 1. Mitversicherung der Schweine. 2. Ab» änderung der Statuten. 3. Verschiedenes.
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 8013
Der Borstand.
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Eisenbahn und Rechtschreibung. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, Geh. Oberbaurat Sarrazin, hat an die Präsidenten und Vorsitzenden der deutschen Eisenbahnbehörden die Bitte gerichtet, eine seinem Anschreiben beigefügte Anmeldungsliste für den Beitritt zu genanntem Verein bei den Eisenbahnbeamten in Umlauf zu setzen. Es ist wohl zu hoffen — so bemerkt hierzu die „Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahn-Verwaltungen", — daß dieser Bitte allgemein entsprochen und dem Verein eine große Anzahl üeuer Mitglieder in den Kreisen der deutschen Eisenbahnbeamten gewonnen wird. Die Ziele des Vereins sind auf die Pflege der Reinheit und Schönheit der deutschen Sprache gerichtet. Gegenüber der Fremdwörtersucht und den anderen zahlreichen tief eingewurzelten Schwächen und Schäden, an denen die deutsche Sprach- und Schreibweise namentlich im Kanzleistil noch immer krankt, ist die Erreichung des erstrebten Zieles nur möglich, wenn immer weitere Kreise von deutschen Männern und Frauen sich dieser Uebel bewußt werden. Kaum ein Gebiet ist in dieser Richtung der Reinigung und Säuberung bedürftiger, als das der deutschen 'Eisenbahnsprache, in die sichl infolge der zahlreichen Berührungen mit fremdsprachigen Ländern und oer ganzen vielfach internationalen Natur des Eisenbahn-Betriebes eine Unzahl von geschmacklosen, überflüssigen und durch gute deutsche Ausdrücke leicht ersetzbaren Fremdwörtern eingebürgert haben. Wir erinnern nur an „Bittet", „Perron", „Coupe" — Fremdwörter, die wir dank dem Wirken des Geheimrats Sarrazin und der lebhaften Unterstützung i 'er Bestrebungen durch den jetzigen preußischen Minister l. u öffentlichen Arbeiten so ziemlich überwunden haben. Aber noch immer ist die Eisenbahnsprache des täglichen Lebens erfüllt von zahlreichen Geschmacklosigkeiten. Wie
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