Kontreabmiral Schuckmann hielt die Taufrede. Die Fürstin za Inn- und knyphansen vollzog die Taufe. Der Kreuzer erhielt den Namen „Ariadne".
Ausland.
London, 10. August. Ter Lord-Oberrichter Rüssel • f Killowen ist gestorben.
Brüssel, 10. August. Nach dem „<Soir" will der König Leopold persönlich für alle Kosten der chinesischen Expedition auskommen.
Brüssel, 10. August. Laut „Etoile beige" wird ein zweites Bataillon chinesischer Freiwilligen gebildet, das in drei Monaten abreisen soll. Oberst Bartels, der die Oberleitung übernimmt, reist nach Berlin, zu einer Besprechung mit W a l d e r s e e. — Das Komitee des belgischen roten Kreuzes beschloß, sämtliches verfügbare Ambulanzmaterial nach China zu senden.
Paris, 10. August. Ter Schah von Persien reist morgen früh nach O st e n d e. Er wird am 23. ds. in Brüssel eintreffen.
— Ter ehemalige Marineminister Lockroy ist nach Berlin abgereist. Er will die deutsche Marine, besonders die Durchführung des n e u e n F l o t t e n - P r o g r a m m s studieren. — Der Ku tscherstreik bleibt stationär. Der Verein der Unternehmer zahlt seinen betroffenen Mitgliedern für jede außer Betrieb gesetzte Droschke zehn Francs pro Tag.
— Ter Ausstand in Havre ist beendigt. Infolge der Vermittelung des Admirals Bayle haben sich die Hafenarbeiter und Rheder gütlich geeinigt.
— Infolge eines Kurzschlusses war nachmittags in der deutschen Maschinen abteilung auf dem Marsfeld ein B r a n d ausgebrochen, der jedoch rasch erstickt wurde.
Rom, W. August. Der Prozeß Br es ei soll am 29. August stattfinden und wird wahrscheinlich nur einen Tag dauern. — Die Blätter verzeichnen mit Genugthuung die großartige italienische Trauerdemon- stra tion in Triest.
— Die fremden Missionen, welche zur Leichenfeier für König Humbert hier eingetroffen sind, begaben sich heute nach dem Pantheon, um zum letzten Male die Grabstätte Humberts zu besuchen. Nach wie vor treffen kostbare Kränze in großer Zahl ein. Militär hält die Ordnung am Eingänge des Pantheons aufrecht. Der Unterrichtsminister übersandte dem Deputierten Architekten Sacconi ein Telegramm, worin er ihn zu der glänzenden Ausschmückung des Pantheons, die von ihm entworfen und geleitet ist, beglückwünscht.
— Der König empfing heute nacheinander die zum Leichenbegängnis König Humberts hier anwesenden Vertreter der Souveräne und Staatsoberhäupter.
Budapest, 10. August. Laut einer Mitteilung des „Pester Lloyd" unterblieb ein Glückwunschtelegramm des Kaisers Franz Josef an den König von Serbien, weil dieser die übliche persönliche Verständigung nur an den russischen Hof gesendet. In Hofkreisen wird dies mehr als eine Ungeschicklichkeit, denn als Absicht angesehen. — Der ehemalige Regent Belimarkowitsch wurde wegen Beleidigung der Königin verhaftet.
Aus Stadt und Kand.
Gießen, 11. August 1900.
* * I n Suchender Bürger m ei st erwähl fand gestern nachmittag eine außerordentliche Stadtverordneten- Versammlung statt. Es wurde eine Kommission eingesetzt, die in einer auf heute nachmittag anberaumten weiteren Stadtverordnettn-Versammlung Bericht erstatten, vezw. Vorschläge über die Bürgermeisterwahl unterbreiten soll. -
* * Die Großh. Handelskamin er schreibt uns: Von Herrn Minister G n a u t h lief ein verbindliches Schreiben ein für den Glückwunsch unserer Handelskammer, in welchem u. a. mit besonderer Befriedigung der Einmütigkeit gedacht wird, mit der die gemeinsame Thätigkeit von Bürgermeisterei und Handelskammer immerdar sich vollzog.
* * Allgemeine Bewunderung erregt das lebensgroße Bild des Präsidenten des Finanzministeriums G n a u t h, das im Schaufenster der Firma Carl Schwan, Mäusburg, ausgestellt und im Atelier Chr. Zimmer entstanden ist.
* * Falschmünzer verhaftet. In der jüngsten Zeit waren wieder falsche Geldstücke, insbesondere Zweimarkstücke, in Umlauf gebracht worden. Der Polizei ist es nun gelungen, die Verfertiger und Verbreiter dieser Falsch- stücke zu ermitteln. Es sind dies drei vorbestrafte Taglöhner, fcie sämtlich in Untersuchungshaft genommen und in das Darmstädter Provinzialarresthaus eingeliefert worden sind.
** Der Kriegerverein Gießen hat beschlossen, durch die die Schlachtfelder bei Metz besuchenden Kameraden am Denkmal der Hess. (25.) Division am 18. August einen Kranz niederlegen zu lasten.
** Wegen Errichtung einer hessischen Pfandbriefbank ist seitens der Kreisämter ein Ausschreiben an die Provinzial-, Kreis-, Gemeinde- und Kirchenkassen, Sparkassen, Stiftungen und der sonstigen unter öffentlicher Aufsicht stehenden Institute ergangen,, in dem dieselben zur Einsendung der Übersicht über ihre Effektenbestände, einschließlich, des etwaigen Resevefonds, aufgefordert werden.
* * Ansichtspostkarten-Statistik. Die bei den Postanstalten aufgegebenen Ansichtspostkarten sollen auf Anordnung der obersten Postbehörde in diesem Jahre während sieben Tagen gezählt werden und zwar im Monat August im Anschluß an die allgemeine Briefzählung. Unter Ansichts- usw. Karten sind alle Postkarten und die als „Drucksache" versandten offenen Karten zu verstehen, die entweder mit bildlichen Darstellungen versehen oder mit Sinnsprüchen, Gedichten usw. bedruckt sind.
* * Gegen die Pariser Mode. Der Bund deutscher Schneiderinnungen hat beschlossen, gegen die Beherrschung der Mode von Paris aus sich aufzulehnen. Statt weiterhin ängstlich dem Pariser Beispiel zu folgen, will man in Zukunft selbständig sein und auf eigene Faust Mode machen. Man will Künstler für das Bestreben interessieren
und sic veranlassen, Entwürfe für Kostiime herzustellen. Auf diese Weise hofft man nicht mehr von den Franzosen abzuhängen. — Es ist zwar nur ein Versuch und der betrifft bloß die Kleider; aber immerhin freut uns der Beschluß; denn er will an seinem Teil einem Erbübel der Deutschen Abbruch thun, der Neigung zur unbedingten kritiklosen Hochsckstitzung und Bevorzugung des Fremden.
Alsfeld, 10. August. Wie die „Oberhesi. Ztg." erfährt, find die Verhandlungen bezüglich Schaffung einer Reichsbanknebenstelle Alsfeld soweit vorgeschritten, daß die Errichtung einer Reichsbanknebenstelle bis zum 15. Oktober d. I. mit Sicherheit in Aussicht gestellt werden kann. Insbesondere hat das Reichsbank-Direktorium auch keinen Anstand genommen, sich mit der durch die Jn> teresscnten übernommenen dreijährigen Garantie zufrieden zu erklären.
* * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Hanau haben sich bis jetzt beim dortigen Kgl. Meldeamt 10 Mann aus dem Beurlaubtenstande gemeldet, darunter auch einige Verheiratete.
Vermischtes.
• Liebhabereien Viktor Emanuels IN. Ein Londoner Blatt schreibt: Zu den größten Liebhabereien deS neuen Königs von Italien gehört eS, Münzen zu sammeln. Er hat eine Sammlung von über 20000 Münzen, die von Kennern für die schönste in Europa gehalten wird. Der König ist mit solchem Eifer dabei, daß er mit vieler Mühe einen umfassenden Katalog und Führer durch die Münz- wiffenschaft geschrieben hat, bei dem seine eigene Sammlung die Grundlage bildet. Viktor Emanuel III. interessiert sich auch eifrigst für elektrotechnische Dinge. Er war einer der ersten, die erfolgreich mit den X-Strahlen experimentierten. Bald nach der berühmten Entdeckung wandelte er seine Gemächer im Quirinal fast in ein chemisches Laboratorium um.
Universität und Hochschule.
— Aus Leipzig wird berichtet: Die durch den Weggang des Herrn Theodor Horstmann erledigte Lehrerstelle für Bortragskunst an der Universität Leipzig ist durch Ernennung des Dr. Martin Seydel aus Leutzsch besetzt worben. Der a -o. Professor bei der philosophischen Fakultät Dr. Hermann Simbronn, der während des letztverflossenen Sommersemesters an der Universität Jena Vorlesungen abhielt, ist aus dem Lehrkörper der Universität ausgeschieden.
Ktteratur.
* * Das 6. Beiheft zum MUitärwochenblatt veröffentlicht: Die Operationen Napoleons von La Rothiöre bis Bar-sur- Aube vom 1. bis 2 5. Februar 1814. Vortrag, gehalten von Oberstleutnant Petze! (J.-R. 116) in der militärischen Gesellschaft zu Berlin am 14. Februar 1900.
Sport, Spiet, Jagd.
Kassel, 9. August. Die italienischen Staffettenreiter unter Führung des Leutnants Boselli sind bekanntlich in der Husarenkaserne am Gardeducorpsplatz einquartiert worden. Leutnant Boselli ist Gast des Osfizierkorps deS Husaren-Regiments. Gestern abend nahm derselbe an einem ihm zu Ehren im Osfizierkasino veranstalteten Mahl teil. Im Laufe des Nachmittags wurde in Gesellschaft der hiesigen Offiziere ein Ausflug nach Wilhelmshöhe unternommen. Die vier Lanciers (ein Sergeant, ein Unteroffizier, ein Gefreiter und ein Gemeiner) besichtigten im Laufe des Vormittags die Sehenswürdigkeiten der Stadt, worauf am Nachmittag ein Ausflug zu Wagen nach Wilhelms- Höhe sich anschloß. Den Führer machten zwei Unteroffiziere des Husaren- Regiments. Sehr zu statten kam es, daß zwei von den italienischen Staffettenreitern vollkommen deutsch sprachen. Dieselben haben vor ihrer Militärzeit in Deutschland gearbeitet und die deutsche Sprache erlernt. Den Italienern gefällt es ausnehmend gut hier. Wann die Italiener den Rückmarsch in die Heimat nehmen, ist noch unbestimmt. Heute (Freitag) morgen werden dieselben der Felddienstübung bei Wilhelms- Höhe beiwohnen.
Arbeiterbewegung.
Hamburg, 10. August. Der Werften streik nimmt immer größere Dimensionen an und dehnt sich auf alle Kategorien der Werftarbeiter aus. Heute haben 230 Schiffsbauer und Schmiede und fast sämtliche Maschinenbauer der Recherstieg-Schiffswerft sowie 500 Arbeiter von Blohm und Voß die Arbeit nicbergelegt. Der Arbeitgeberverband forderte die Stauereiunternehmen auf, strikte darauf zu achten, daß keine Werftarbeiter in ihren Betrieben Beschäftigung finden. — Von der Hamburger Arbeiterschaft werden für anfang nächster Woche große Protestversammlungen mit der Tagesordnung „Die ehrlosen vaterlandslosen Gesellen" abgehalten werden. ______________________________________
Auszug aus -ru StandrsamtsreMml
-er Stadt Meße».
Aufgebote.
Juli 21. Heinrich Lorenz Karl Ernst Meinhardt, Metalldreher dahier mit Katharine Magdalene Luise Henriette Platt hierselbst. August 3. Johannes Schneller, Former dahier mit Johannette Deichhardt hierselbst. 6. Friedrich Christian Karl Habeney, Mechaniker dahier mit Bertha Toni Seitz in Jena. Konrad Schneider, Taglöhner dahier mit Josephine Pfeiffer hierselbst. Christoph Heidelbach, Taglöhner dahier mit Anna Katharine Jöckel hierselbst. 10. Johann Jakob Adolf Noll, Sattler und Tapezierer dahier mit Dorothea Bauer hierselbst.
«heschlietzuugeu.
August 4. Konrad Birkenfeld, Sergeant dahier mit Margarethe Repp hierselbst. Konrad Graulich, Fuhrmann dahier mit Anna Ho hierselbst. Heinrich Lenz, Taglöhner dahier mit Susanne Henriette Karoline Kiesecker, geb. Schneller, Witwe des Schreiners Johannes Michael Kiesecker hierselbst. Berthold Julius Kläber, Hoboist dahier mit Marie Elisabeth Samm hierselbst Otto Christian Friedrich Witt- kopp, Bäcker dahier mit Emma Elisabeth Henriette Schäfer hierselbst. 8. Eduard Josef Rieger, Gärtner von Nürtingen mit Lina Schulze hierselbst. Karl Christian Pfeiffer, Kaufmann dahier mit Karoline Hammel hierselbst.
«eboreue.
Juli 29. Dem Knecht Wilhelm Hillgärtner ein Sohn. 30. Dem Schuhmachermeifter Theodor Judt ein Sohn. 31. Dem Fuhrknecht Karl Dittmar eine Tochter, Katharine Lina. Dem Oekonom Georg Simon eine Tochter, Auguste. August 1. Dem Weißbindermeister Albert Lehr eine Tochter. 2. Dem Handelsmann Eduard Battenberg ein Sohn. 3. Dem Kaufmann August Wallenfels ein Sohn. Dem Schreiner August Waldschmidt eine Tochter, Anna Luise. 4. Dem Kaufmann Gabriel Spier eine Tochter, Recha. Dem Bahnschaffner Wilhelm Köhler eine Tochter, Eugenie Anna Marie Karoline. Dem Weißbindermeister Karl
Marx eine Tochter, Elise Auguste. 5. Dem Hilf-Heizer Konrad Emil Marx eine Tochter, Wilhelmine Margarethe Christiane. Dem Kaliwerks- besiher Karl Haas V. ein Sohn, WÜHelm Karl. 9. Dem Holzbildhauer Karl Schmidt VIII. eine Tochter.
Gestorbene.
August 7. Hermann Marker, 7 Tage alt, Sohn von Wirt Johannes Marker dahier. Konrad Heinrich Ludwig Pfeifer, 2 Monate alt, Sohn von Taglöhner Ludwig Pfeifer dahier. 9. Gise Schneider, geb. Weidmann, 65 Jahre alt, Ehefrau von Rentner Ludwig Schneider dahier. Johann Wilhelm Fischer, 12 Tage alt, Sohn von Kaufmann Johann Wilhelm Fischer hierselbst.
Kirchliche Nachrichten.
Svarrgelische Gemeinde.
Die ncukonfirmierten Knaben der MatthäuSgemeinde werden eingeladen, sich morgen, Sonntag, um V,2 Uhr im Konfirmandensaal einzufinden.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Gießen, N. August. Marktberifcht. Auf dem heutige» Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 1.10—1.20, Hühnerei, r per St. 0—0 4, 2 St. 13—15 H, Enteneier 2 St. 00—16 4, Gänse- eier per 6L 00-00 Käse 1 St. 5—8 H, Käsematte 2 6t 5—6 Ä. Erbsen per Liter 24 H, Linsen per Liter 34 H, Tauben per Paar A 0.70—0.90, Hühner per St X 1.00—1.60, Hahnen per Stück X 0 50—1.00, Enten per St. X 2.00-0.00, Gänse per Pfund X 0.00—0.00 Ochsenfleisch per Psd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 50—70 H, Schweine- fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.50 tu 6.00 X, Weißkraut per 6t 00—00, Zwiebeln per Etr. X 5.50—6.0", Milch per Liter 16 Kirschen per Pfund 12—15 H.
Krieskasten der Redaktion.
Herrn Z. in B. Sie nehmen den ganzen Fall und Herrn K. aus L. viel zu ernst. Der Mann ist ja nicht ernst zu nehmen. Der schwätzt ja in seinem Blättchen ein so unlogisches Zeug zusammen, ganz abgesehen von thatsächlichen, auf Unwissenheit beruhenden Irrtümern, daß man sich wahrlich geniert, auch nur mit einem Worte darauf etn- zugehen. Für uns ist so ein Mann, der ja vor Jahresfrist in einem andern hiesigen Blatte unumstößlich richtig gezeichnet ist, eben garnicht da. „Sein" Blättchen liest man gelegentlich wohl so, wie man Sigls „Vaterland" mal ansieht, nur mit dem Unterschied, daß die erheiternde Wirkung jene- an dieses auch nicht im entferntesten heranreicht Also nehmen Sie Sich, eingedenk des Sprichworts: „Wer Pech anfaßt, besudelt sich!", ein Beispiel an unS, die wir mit Köhlern, Schornsteinfegern und dergleichen „dunklen" Existenzen in ihrem gewöhnlichen Alltagskleide jede nähere Berührung vermeiden, die zumal jetzt auf der Hellen Sommerkleidung häßliche Schmutzflecke zurücklaffen würde.
N'Ieil
Mainz, 11. August. Die Straßen, die der Kaiser heute passieren wird, sind reich geschmückt. Gestern abend 8 Uhr traf der Großherzog auf dem Central-Bahnhose ein, von der zahlreichen Menge lebhaft begrüßt. Der Großherzog trug Civilkleidung. In seiner Begleitung befanden sich Stallmeister von Riedesel und sein Adjutant Rittmeister Krämer. Der Großherzog fuhr direkt ins Palais.
Mainz, 11. August. (Telephon-Meldung des „Gießener Anzeigers". 1 Uhr 20 Min. mittags.) Nach einer Attacke des 13. (Hess.) Husaren-Regiments unter seinem Kommandeur, Oberstleittant v. Alten, der, dekoriert mit dem St rn zum Orden der italienischen Krone, heute morgen erst von Rom zurückgekehrt war, hielt der Kaiser eine Ansprache an die Husaren, worin er sagte, das Regiment habe geritten, wie ein echtes deutsches Reiterregiment. Ferner verlieh der Kaiser dem großen Schmerz Ausdruck um den Tod des Chefs dieses Regiments, des Königs Humbert, der dem Regiment stets in Liebe zugethan war. Gleichzeitig der- kündete der Kaiser, daß König Viktor Emanuel, der bisher als Major ä la suite dem Regiment angehört hatte, zum neuen Chef deS Regiments ernannt sei. Oberst leutnant v. Alten erstattete dem Kaiser Bericht über seine Reise nach Rom. Die Mitglieder der Deputation, die zur Beisetzung in Rom waren, und Rittmeister Frhr. von Thiedemann wurden mit dem OfsizierSkreuz des St. Mauritius- und Lazarus Ordens, und Oberleutnant von Kayser mit dem Ritterkreuz desselben Ordens dekoriert. — Prinz Heinrich traf um 11.18 Minuten, von Rom kommend, hier ein und fuhr vom Bahnhof sofort nach dem Großh. Schloß, wo er den Kaiser erwartete.
Berlin, 11. August. Das Bureau des Ober- kommandos über die verbündeten Truppen in China befindet sich seit gestern bis zur Abreise des Grafen Waldersee im Kriegsministerium. Aus der Zusammensetzung deS Stabes des General-Feldmarschalls kann die „Kreuzzeitung" mitteilen, daß ein Offizier der Marine, der Fregatten Kapitän Paschow, dem Stabe augehören wird. Zum Kommandeur des Hauptquartiers ist Rittmeister Freiherr von Knigge, Flügeladjutant des Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten von Braun- schweig, ä la suite der König-Ulanen, ernannt. Kommandeur der Stabswache ist Oberleutnant Graf zu Eulenburg vom Husaren-Regiment König Wilhelm I. (1. rheinisches) Nr. 7. Persönlicher Adjutant des Oberbefehlshaber Grasen von Waldersee ist Hauptmann Wilberg vom schleSwigischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 9. Als Vertreter der österreichischen Armee ist der General- stabShauptmann Woycik in das Ober-Kommando berufen worden. — General-Feldmarschall Graf Waldersee, der sich heute von Berlin nach Hannover begiebt, kehrt vor ferner Abreise nach Genua hierher zurück. Tine große Abschiedsfeierlichkeit, verbunden mit einem kirchlichen Akt, wahrscheinlich in Gegenwart des Kaisers, ist in Aussicht genommen.
Paris, 11. August. Der Schah von Persien verließ heute morgen 9 Uhr 40 Minuten Paris und wird abends 6 Uhr in Ostende eintrefsen. Der Schah drückte de» Wunsch aus, daß sein Zug nur 60 Kilometer in der Stunde zurücklegen möchte.


