Ausgabe 
12.8.1900 Viertes Blatt
 
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dürften bteft Gedanken wohl auch für unS alle 'hier maßgebend sein und sie lauten .

Wie alt bist Du, o ILgerSmann, Mit Drtnem graum £>aei ?

So fragte oft schon bet mir an

Eine lust'g« JLgerschar.

Wie oft hab' ich beim Becherklang Darüber schon gelacht.

Et, man ist accurat so alt, Wie man sich eben macht.

Philistertum und Jägerei

Zteh'n nicht zusammen auS, Und wer kein Feuer im Leibe hat. Der bleibe fein zu HauS.

Rach einem alten Zeitungsblatt,

So gut tch's dichten kann, DaS gebe ich al« Antwort hier, DaS Lied

Bom alten Mann.

Sie nannten mich jüngst einen alten Mann!! . Wie sich die Welt doch irren kann, Der kahle Schädel, das weiße Haar, DaS machen das Aller nicht fürwahr.

Der ist nicht alt, dem jung daS Herz Mitfühlend klopft bei Ernst und Scherz, Und dem'S am dirfer schönen Welt Noch ganz besonders gut gefällt.

Wen, wenn der Frühling sich erneut,

Noch jede junge Blume freut, Wem jedes kleinen Vogels Sang Ein Freudmlied, ein Feterklang.

Wem alles noch den Sinn bewegt, Wofür daS Herz der Jugend schlägt, Und sollt' eS eine Thorheit sein, Den quält noch nicht deS Alters Pein.

Da kenn' ich and're sind 20 Jahr

Die haben inwendig weißes Haar,^ Sie sagen, alles sei nur Schein, Das Beste wär' eS, nicht zu sein. Müd' und blasiert ist ihr Gesicht, So alt werd' ich mein Leben nicht.

Donnernder Applaus folgte diesen originellen Versen des Jünglings mit weißem Haar.

Namens der Ehrengäste, von welchen der Rektor der Landesuniversität, der inzwischen zum Finanzminister er­nannte Herr Oberbürgermeister Gnauth, welche schon ihren Urlaub angetreten hatten, und Herr Oberst v. Dewitz wegen der Armeetrauer verhindert waren, der Einladung Folge zu leisten, sprach dann Herr Provinzialdirektor Geh. Rat v. Bechtold-etwa Folgendes:

Hochansrhnltche Festversammlung, verehrte Komilitonen!

ES möge mir gestattet sein, auf die freundlichen Begrüßungs­worte, die wir foeben vernommen, herzlichen Dank auszusprechen. Zugleich sei eS mir vergönnt, dieStarkenburgia" zu ihrem heutigen Ehrentage zu beglückwünschen. Mit hoher Befriedigung, mit gerechtem Stolz blickt daS Korps heute auf fein 60jährigeS Bestehen zurück. In biefer lac gen wechselvollen Zeitperiode hat dieStarkenburgia" stets ihr Banner hoch gehalten, allezeit hat sie ihrem schönen, echt deutschen WahlspruchTreue und Bruderliebe" Ehre gemacht und ihn bewahrheitet und immerdar die ihr gebührende hervorragende

Stellung auf den deutschen Hochschulen und unter den deutschen KorpS eingenommen.

So erfüllt eS unS Alten mit hoher Freude, wenn wir die wahrhaft edlen Grundsätze fortleben sehen in der akademischen Jugend, wenn wir die Ideale und dm Sinn für Ritterlichkeit gepflegt sehen; wir wünschen daher derEtarkenburgia" auch fernerhin Blühen und Gedeihen und ich bitte dm Herrn 1. Ehargierten einen Sala­mander zu kommandieren auf ein

Vivat, florcat oreecat Starkenburgia.

Auch dieser herrlichen. Ansprache folgte lebhafter Bei­fall. Es sprachen baim noch ein Vertreter der Saxoborussia Heidelberg namens der Kartell-, befreundeten und sonst eingeladenen Korps, ein Vertreter der Hassia namens des Gießener S. C. der Starkenburgia ihre Glückwünsche aus.

Zwischen diesen Reden wurden die üblichen Lieder gesungen und erfreute die Musik des Infanterieregiments v. Wittich (3. Hessisches Nr. 83) aus Kassel unter der aus­gezeichneten Leitung des Herrn Kapellmeisters Große durch wirkliche vorzügliche Leistungen.

Kurz nach 1 Uhr endete die offizielle Feier mit dem LanHesvater, während die große Mehrzahl der Festteil­nehmer noch lange in gehobener Stimmung vereinigt blieb.

Fortsetzung folgt.

Amckel Htib Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börne vorn 9. August.

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PrÄmlen auf Kredit per ult Äug, l.bM/o, do. per ult Sept. 2.70%, Diskonto-Kommandit per ult. Äug. 1.25 %, do. per ult. Sept. 2.40°/o, Lombarden per ult Äug. 0.55%, do. per ult Sept. 0.95%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.

Kotierungen : Kreditaktien 206 20-80-000 00, EMskonto- Kommandit 173.50-174.20-00-00, Staatsbahn 139-000, Lombarden 25.20, Italiener 93.00, Spanier 71.80-00, Sproz. Mexikaner 25.05, Bochumer 184.10-186.20-000 bz., Laura 202.90-70-205 bz., Harpener 175.10-174.80-177 bz., Gelsenkirchen 185.30-186.90 bz. G., Privat- Dlakont 4%% bz.

1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 206.20-60-0000 bz., Dis­konto-Kommandit 174.40-70-000.00 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staatsbahn 139 bz., Lombarden 25.20 b., Laura 000-000 00.

Getreide.!

Nach der seitherigen langen Ruhe im Getretdegeschäft beginnt sich endlich seit einigen Tagen eine Seffetung fühlbar zu machen, die bis jetzt ein zwar noch ziemlich schwaches Wiederaufleben der Kauflust mit sich brachte. Getragen wird diese Aufbefferung durch ziemlich allgemeine Klagen über Minderergebniffe der Ernte. Roggen ebenfalls etwas fester. Hafer ziemlich unverändert Gerste, Futtergerste fest und ohne große Beränderung. Braugerste sehr fest, aber noch ziemlich unentwickeltes Geschäft. Mais fest. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter 2, 134; Kansas 2, 134,50; Laplata f. a. q. 130; Südrufs. Weizen 130 bis 145; rufs. Roggen 105; Amerikan. Hafer 105; ruff. Hafer 98 bis 116; Futtergerste ruff. 99; Mixed Mais 90; Laplata Mais r. t. 95 Mk. per Tonne cif Rotterdam.

Hopfen.

Die neue Ernte, welche aller Voraussicht nach gut ausfällt, ver­anlaßte, daß in letzter Zeit die Zufuhren zum Nürnberger Markte etwaS größer wurden. Die Umsätze waren jedoch sehr gering, und wurden hauptsächlich nur mittlere Sorten ausgewählt, während geringere weniger Beachtung fanden. Man hat schon kleine Sendungen neuer Ernte an den Markt gebracht, die aber wenig Interesse fanden. Man will eben abwarten, was die neue Ernte bringt. Die Berichte lauten aus allen Produktionsgebieten sehr günstig, wenn noch etwas warme Witterung sich erhält, dürfte die Ernte vollauf in ca. 3 Wochen beginnen.

ViehȊrkte.

Wohl infolge der Erntearbeiten waren die Brehmärkt« in der Be» richtswoche seitens der Landwirte weniger frequentiert, der Handel be­teiligte sich jedoch etwas bester hieran Das Geschäft in Großvieh ent­wickelte sich allenthalben nur mittelmäßig, prima Tiere fanden glatten Absatz. Kühe weniger gefragt, ebenso Kälber, hier wurden nur prima Tiere dem Markte entnommen. In Schweinen war daü Geschäft viel lebhafter, eS wurde fast überall nahezu geräumt.

Labak.

Das Pfälzer Tabakgeschäft hat sich im Lause der Berichtswoche nicht gehoben, und wird nach unserer Ansicht bei der für die neue Ernte sehr günstigen Witterung, sich in nächster Zeit auch nicht bestern. Wie bereits berichtet, wurden im badischen Oberlande sämtliche Sandblatt verkauft, und hierfür Mk. 1825 angelegt, ebenso in den Haardtorten zu offenen Preisen. Unter solchen Umständen müsten die Klagen der Händler über schlechten Geschäftsgang sowohl, als auch darüber, daß bk Produzenten ihre Waren nicht mehr wie früher, sauber geputzt an die Waage bringen, verstummen. Der Produzent hat vollständig recht, wenn er nachlässig seine Ware behandelt, er bekommt sie ja glatt abgenommen. In alten Tabaken wurden ca. 160 Zentner 1898er rheinbayerischer Schneidetabak zu Mitte Mk. 20, ferner von Spekulanten an einen KommissionShändler 300 Zentner 1899er Heddesheimer original zu Mk. 38 verpackt, verkauft. In loser entrippter Einlage wurden ca. 100 Zentner zu anfang Mk. 70 umgesetzt. Lose psälzer Rippen geschüstSloS, lose feine Mk. 9-9.50, gebündelte Mk. 12.

Kohlen.

ES notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung I und II Mk. 260 di» Mk. 280, Nußschmiedekohlen Mk. 230 bi» Mk. 240, Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 340 bi» 350, englische Anthracit Nußkohlen Mk. 400 btS Mk. 410, Ruhr-Flammnuß Körnung I und 11 Mk. 260 btS Mk. 270, Ruhr - Flammnuhkohlen Körnung III Mk. 250 bi« Mk. 260, Fettschrot Mk. 220 bis Mk. 230, Rubr-BruchcokS Mk. 360 bi» Mf. 380, AuSsiebgrieS Mk. 170 bis Mk. 180. Alles per 10 To. ab Mannheim. Die Lage ist unverändert.

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MM«.

Dienstag den 21. August L I findet dahier ein Viehmarkt aller Gattungen statt, wozu Jnter- effentcn fteundlichst eingeladen werden. Anfang 7 Uhr morgens. Der Auf­trieb geschieht nur von der Brücke aus. Mit demselben ist eine Prä­miierung der schönsten zu Markt ge­brachten Tiere, sowohl von Händlern, wie von Selbstzüchtern, sowie eine Verlosung von Kühen, Rindern, Schweinen und einer Reihe praktischer Gebrauchsgegenstände verbunden.

Letztere findet in dem Zelte der Hermann Reck Witwe auf dem Marktplatze statt.

Wir gestatten uns noch, darauf aufmerksam zu machen, daß sich der Markt seither eines wachsenden Zu­spruchs zu erfreuen hatte und laden daher zu recht zahlreichem Besuch hiermit ergebenst ein. 5429

Jas Komitee.

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3 Preuß. TonsolS 85.30

3V, Gr. Hessische Obl. 92.30

4 Stadt Darmstadt v. 1891 99.60

4 Stadt WorrnS unk. b. 1901 00.60

Procent

4i/6 Oesterr. Silberrente 96.35

4 Ung. Gold-Rente 96.00

3 Portugiesen 23.00

5 Mexikaner amort. S. I-ITI 40.25

4 Monopol-Griechen von 1887 42.60

3 Oesterr. EtaatSbahn v. 1885 00.00 4 Eismb. Rentenb. Obl. 98.00

3 Jtal. staatSgar. Lisenb. 56.85 4 BuderuS Obl. 00.00

87. 37,

4

Franks. Hyp.-Bk. unk. b. 1906 92.90

Frkf. Hyp. «red. B. unk. b. 1906 92.00 dto. unk. b. 1907 99.70

Deutsche Srdsch.-B. unk. b. 1904 99.00

4

4

4

4

Hambrgr.Hyp.Bk. unk. b. 1905 100.00

Preuß.Hyp.A.Bk.unk.b.1900 98.80

Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 98.50

Frkf. Ldw. «red. Bk. unk. b. 1900 98.70

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