Besichtigen wir zunächst den an der Seine liegenden Palast der Waldungen, der Jagd und des Fischfangs, der seine langgestreckte Fassade dem Strome zukehrt, zur Jena-Brücke aber sein stattliches, von Pylonen mit Tierköpfen begrenztes, hochgewölbtes Eingangstor öffnet; die dekorativen Ausschmückungen deuten auf den Inhalt des Gebäudes hin, so unten zwei Gruppen von Löwen und Bären, oberhalb des Portals in Malerei Fischfang- Szenen, darüber in Reliefs eine Jagd auf Wildschweine mit dem Genius der Wälder und als Krönung ztvei kämpfende, prachtvolle Hirsche. T-as Innere ist in leichter Holzarchitektur gehalten, von flottem Gesamteindruck, der verstärkt wird durch den sehr gefälligen und abwechselnden Ausbau zahlloser Sck)austücke von künstlerischer Ausführung. Vor allem fesseln die vielen Gruppen ausgestopfter Tiere, denen man eine heimatliche Umgebung geschaffen oder die den Vordergrund plastischer Dioramen bilden; u. a. ist Ungarn durch ein mächtiges Felsthal vertreten, in dem wir auf Bären, Luchse, Hirsche, Wildschweine usw. treffen. Die Verwendung des Holzes lernen wir eingehend kennen, ebenso die Ausforftung der Waldungen! in lehrreichen Gegenüberstellungen von Wäldern mit richtiger und ohne sorgsame Pflege; Japan tritt von den ausländischen Staaten auch hier in den Vordergrund und zeigt zahllose zierliche Arbeiten aus Holz, während wir den Holzreichtum und dessen Verwertung in Rußland und in Schweden-Norwegen in sehr gefälligen Panoramen und Modellen kennen lernen.
Mit den Schätzen des Meeres schießen wir enge Bekanntschaft; wir begleiten die Schwamm- und Perlenfischer auf ihren gefährlichen unterseerschien Pfaden und sehen, was eine Perlmuttermuschel giebt und wozu ihre Schalen gebraucht werden können; die kostbare Perlensammlung weist größte Seltenheiten auf, neben herrlichen Schmucksachen. Umfassend sind Fischerei und Jagd vertreten, letztere durch modernste Waffen; die hiermit verbundene rück- schauende Ausstellung führt uns die Geschichte des Jagdwesens und bie Entwickelung der Feuerwaffen vor Augen, an altertümlichen Armbrüsten, Hirschfängern, Spießen ?c., zum Teil von erlesener Arbeit, mit Elfenbein- und Goldeinlagen wie Juwelenverzierungen, ist daneben kein Mangel. Reiche ist hierbei die Zahl der historischen Stücke, darunter die vom Kaiser von Rußland zur Verfügung gestellten, die sonst ihren Platz in oer Petersburger Eremitage haben, darunter ein 1814 von der Stadt Paris gespendetes Jagd-Necessaire von wundervoller Ausführung, der von Napoleon I. an Alexander I. in Tilsit geschenkte Degen, und verschiedene, einst dem Prinzen Eugen von Beauharnais, dem Stiefsohn Napoleons, gehörende Waffen, die der Kaiser,in den Schlachten von Arcola und Rivoli getragen.
Mehrere Abteilungen umfaßt die Ausnutzung der Jagdbeute, und auch! für unsere Damen giebts da viel zu sehen und zu staunen, beispielsweise bei den Straußenfedern und Pelzwaren, die in den Dienst der Mode gestellt wurden; o, wie sich unsere Schönen um die hohen Glasschränke drängen und wieviele Wünsche sie äußern, etwa nach diesem Theatermantel mit Silberfuchs-Besatz für 9500 Francs oder jenem Rock aus Sealskin für 25 000 Francs drder gar dein Zobelpelz für 75 000 Francs. Man kann je
doch schon billigeres erhalten. Auch die Feinschmecker kommen zu ihrem Recht — bei den Erzeugnissen der neuen Trüffel- und Champignon-Kulturen wie jenen der Austernbänke muß ihnen ja das Wasser im Munde zusammen)- lausen.
Tummeln wir uns, ehe wir uns dem anstrengenden Besuche der Hauptpaläste des Marsfeldes widmen, zunächst auf letzterem selbst herum, vorläufig auf der vom Eiffelturm rechts gelegenen Seite verbleibend. Wie ist's zunächst mit einer kleinen Erfrischung? Wir haben reiche Wahl, denn für jeden Geschmack, richtiger für jede Kehle ist ausgiebig gesorgt! Hier lockt uns der in nationalem Styl schmuck erbaute Russische Pavillon mit seinen Schnäpsen aller Art, der aber neben seiner Aufgabe, den lieben Mitmenschen den nötigen Spiritus zu verzapfen, auch jene erfüllt, uns in ',b»te Geheimnisse der Alkoholbereitung und -Verwertung im Zarenlande einzuweihen. Etwas weiter begrüßt uns traulich mit seinen reichen Holzschnitzereien und verschnörkeltem Giebelwerk das Restaurant Kämmerzell, getreu dem bekannten Straßburger Hause gleichen Namens nachgebildet, und nach kurzer Wanderung können wir uns im Restaurant Spaten- bräu ausruhen, das etwas versteckt liegt, aber von durstigen deutschen Seelen doch stets gefunden wird und bis auf das letzte Plätzchen besetzt ist. Abends gehts hier häufig hoch her, eine Münchener Kapelle läßt flotte Weisen erschallen, und wenn der „Bierwalzer" angestimmt wird, bann findet er lärmende Begleitung wie Ergänzung mit Mund, Hand und Fuß, mit Gläserklappeni und Tellerklirren, mancher Helle bayrische Juchzer erschallt dazwischen und mancher frohe Ruf ausgelassenster Laune und freudigen Uebermuts — auf einem Münchener Kellerfest kanns auch nicht lustiger und echter zugehen, wie hier im Schatten des Äffelturmes.
Aber auch an Genüssen anderer Art fehlts nicht, denn zahllose Privatunternehmungen glaubten hier eine goldene Ernte halten zu können, sehen sich aber, mit wenigen Ausnahmen, schwer getäuscht, und das Gespenst des Kraches schreitet mit unheimlichen Schritten bang umher. Kein Wunder, wenn die Abgaben dieser nichtoffiziellen Veranstaltungen waren enorm: gutgelegene Kioske für Zeitungsverkauf und Erfrischungen mußten 30- bis 40 000 Francs Miete bezahlen, die kleinen Theater- und Sing- spielhallen i!n der „Straße von Paris" zum mindesten 80 000 Francs, die (höchst langweilige) Vergnügungsstätte: „Andalusin zur Zeit der Mauren" nur für die Genehmigung, daß vom Ausstellungsgebiet zwei Eingänge dorthin gehen, 120 000 Francs, das Schwerzer Dorf für die Erlaubnis des Baues einer zur Ausstellung führenden Brücke 300 000 Francs, der Kostüm Palast 450 000 Francs und das Palais der Optik sogar 850 000 Francs. Das sind beglaubigte Ziffern! Und zu diesen gesellen sich noch die mit den Bauten, ihrer Einrichtung, ihrer Verwaltung rc. verbundenen sehr beträchtlichen Kosten, sodaß die E i n t r i 11 s- preise übermäßig hoch geschraubt werden mußten. Das Ausstellungs-Publikum aber zeigt sich klüger, wie man es sonst von ihm gewöhnt ist, es meidet alle die lockend aufgeputzten Leimruten, die durch ihre hochtrabenden Namen, sowie unter dem Vorwande, das Eigenartigste und
Sehenswerteste darzustellen, die Besucher in Hellen Schares anzuziehen dachten.
Als „faulen Zauber" muß man den Himmelsglobus, dessen 45 Meter Durchmesser habende gold-blaue Kugel sich ja im Gesamtbilde dieses Teiles der Ausstellung! sehr malerisch ausnimmt, bezeichnen, und auch mit dem vielgerühmten Palais der Optik, dessen AeußereA sehr gefällig wirkt, ist. nücht viel los; die Dioramen von dem Entstehen das Erdballes sind mehr für Kinder wie für Erwachsene, und auch die übrigen „Sehenswürdigkeiten.^ spotten meist dieser Bezeichnung; das 60 Meter lange Ferw- rohr, das uns die Kenntnis des Mondes bis auf einige Kilometer von der Erde ermöglichen sollte, ist wohl vorhanden, aber statt selbst unseren alten nächtlichen Freund zu betrachten, müssen wir uns mit seiner Bekanntschaft aus! Photographien begnügen.
Auch der in anmutigem Barockstil erbaute Fr auen- p al ast bietet inhaltlich nur recht wenig und giebt bl-osj geringe Aufklärung über den Stand der Frauenftage und über die Thcitigkeit der sogenannten irdischen Feen aus dem Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes, im Hausund Küchenwesen, Kinderpflege und sonstigen Dingen. Dis Veranstaltungen spekulieren auf die Eitelkeit ihrer liebes Evaschwestem, denn hier vertreten zu sein durch eigene Schöpfungen, etwa durch Bilder, die niemand anfieht, durchs Bücher, die niemand liest, durch Werke des Hausfteißes, um die sich niemand kümmert, kostete Geld, Geld, Geld.
Zwischen diesen koketten modernen Bauten nimmt sich malerisch^-ftemdartig der Pavillon Marokkos aus mit seinen schlichten weißen Mauern, dem zierlichen Mi- naret, den niedrigen Kuppeln, auf denen brütend die heiße Julisonne liegt, daß sich die Augen schmerzend abwenden; das Innere stellt das Haus eines reichen Marokkaners dar und birgt allerhand nationale Waren, deren Anfertigung seitens Eingeborener man in den offenen Werkstätten!, einiger enger, kleiner, oben mit Teppichen und Baum-, wollenzeug verhängter Straßen beobachten kann. Zierlich und schmuck wirkt das Tiroler Schlößchen mit seinem farbigen Aufputz, feinen Türmchen, Erkern, Loggien, bemalten Fenstern und dem anheimelnden, viele Alpenpflanzen enthaltenden Gärtchen; die innere Gestaltung vergegenwärtigt uns die Einrichtung eines mittelalterlichen! Tiroler Herrensitzes mit holzbekleideten Wänden, mit Fresken und Gobelins, mit geschnitzten Möbeln in Renaissancestil, verschnörkelten Kronenleuchtern, Zinn- und Majolikageräten in Schränken und auf Bordbrettern. Sehr geschickt sind dabei die Landeserzeugnisse der Jetztzeit untergebracht, und in vielen Gemälden und Aquarellen tritt uns das schone Tiroler Land fteundlich und einladend entgegen, das im Untergeschoß die reichen Gaben seines Weinbaues vereint hat, v, und welche edle Sorten sind darunter, goldig-flüssige Erinnerungen an Bozen und Meran und die lachenden Rebengefilde von St. Magdalena und St. Michele!
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