Oberstleutnant von Boehn, die Admirale Tirpitz, Freiherr von Senden und Hollmann, Oberstabsarzt Dr. Jllberg, Kultusminister Studt, Wirklicher Geheimrat Dr. von Lu- canus, Korvettenkapitän Graf Platen. Die Herren vom Vorstand des Regattavereins und Landrat von Stuben- rauch begaben sich an Bord und wurden vom Kaiser be- grnißt. Danach, und nachdem das folgende Rennen im Akademischen Vierer entschieden worden und dem Akade-; mischen Ruderverein Berlin den Wanderpreis des-Kaisers eingetragen hatte, setzte sich die „Alexandria" wieder ist Bewegung und glitt nach dem Start hinüber, von wo aus der Kaiser nunmehr pcrfönlufy den weiteren Rennen nachfolgte. Es war erstaunlich, wie schnell die Ruderer gewußt hatten, sich! aus dem Sportkostüm heraus in die hoffähige Toilette zu werfen, um in Würden vor dem
Sorgen, mit denen man in England der Beendigung des Transvaalkrieges entgegenschaut, begreiflich. Gleichwohl werden alle beteiligten Großmächte sich darüber klar sein, daß nur die volle Einigkeit zum Ziele führt und daß jeder Versuch, eigennützige Sonderinteressen geltend zu machen, die unliebsamsten Früchte zeitigen würde. Wenn ein Teil der englischen Presse einen besonders lebhaften Argwohn gegenüber der russischen auswärtigen Politik hegt, so verkennen diese Blätter vollständig die Ziele dieser Politik. Rußland hat von vornherein keinen Zweifel darüber gelassen, daß es nicht gewillt war, in Ostasien die schweren Verlegenheiten auszunützen, in die England durch die unglückliche Kriegsführung während der ersten Monate des Transvaalkrieges versetzt war. Die Gründe, die Rußland zu dieser zurückhaltenden Politik bestimmt haben, liegen auf der Hand. . Der Zar will keinen Weltkrieg entfesseln, und er weiß, daß jedes gewaltsame Vorgehen in Ostasien weit leichter dazu führen könnte, ihm das Pflücken der Früchte zu erschweren, dre beim ruhigen Ausreisen nach seiner Ueberzeugung ihm von selbst in den Schoß fallen werden. Er hat sich deshalb damit begnügt, seinen Einfluß in Persien und Kleinasien in einer so vorsichtigen Weise zu verstärken, daß dagegen England nicht aufbegehren konnte. Aber im übrigen hat er sich wohl gehütet, Englands Machtentfaltung in Transvaal durch irgend welche militärische Demonstrationen zu stören.
Eine römische Meldung, daß die Mächte sich entschlossen hätten, an China ein Ultimatum zu stellen, ist nach der Auffassung leitender Kreise in dieser Form nicht ganz richtig. Bis zur Einigung über ein an China zu stellendes Ultimatum seien die Verhandlungen zwischen den Mächten noch nicht gediehen, doch sei es nicht ausgeschlossen, daß es noch dazu kommt. Vorläufig habe man sich über ein energisches I Kollektiv-Vorgehen der diplomatischen Vertreter in Peking I geeinigt.
Der deutsche Kreuzer „Hertha" mit dem Geschwader- I chef Vizeadmiral Bendemann an Bord, sowie der Kreuzer I rtjanfa" trafen am 8. ds. in Tongku ein. Tongku ist die I Endstation der Bahn von Tientsin zur Küste und liegt ein I bls zwei Kilometer am Peiho aufwärts.
Die Zahl und Verwegenheit der Boxer nimmt be- I ftattotg zu. Die Straße in Peking, in der die Gesandt- I schäften liegen, ist fortwährend mit Leuten angefüllt, die I Mefcr gefährlichen Sekte angehören. Die Protestanten in I der Methodistenmission haben eine kleine auswärtige Wach- I Mannschaft; man glaubt, daß die Katholiken, falls sie an- I gegriffen werden, guten Widerstand leisten können. In der I öon ben Boxern am 9. Juni niedergebrannten amerikanischen I Missionsanstalt Tungtschouwurden über 40 eingeborene I Christen getötet.
Die Londoner Abendblätter melden aus Tientsin, es I verlaute dort gerüchtsweise, daß 4000 Russen bei Peel- I gelandet seien und auf Peking marschierten. I -^vfolge eines Einvernehmens zwischen der russischen Re- I gierung und anderen Mächten erging nach Port Arthur I öer Befehl, 6000 Mann der dortigen Garnison bereit I su halten, die nach Tientsin abgehen sollen, sobald der I russische Gesandte in Peking deren Entsendung verlange I oder die Umstände es erheischen.
b) „im Verordnungswege entsprechende Gebührensätze für alle diejenigen Amtsverrichtungen der Bürgermeister festzusetzen, bei welchen es sich im Wesentlichen um die Wahrung eines Staats- oder Privatinteresses handelt" in manchen Kreisen, so auch im Kreise Gießen bis jetzt nichts in dieser Sache geschehen ist, ergeht an Großh. die Anfrage, welche Bergütungssätze in Aussicht genommen, und wie weit die Ausführung jenes Kammerbeschlusses gediehen ist.
** Gastwirte-Bersammlung. In einer am Montagnachmittag im „Hotel Einhorn" unter Vorsitz des Herrn I C. Stein abgehaltenen, sehr zahlreich besuchten Versamm- | hing der Gastwirte Gießens und der Umgebung sprach | Sterbekasse-Direktor C. Reinemer aus Darmstadt über die Bestrebungen des deutschen Gastwirte-VerbandeS. Das Ziel der deutschen Gastwirte, führte Redner aus, müsse eine starkeVereinigung derselben sein, denn die Forderungen, die der Stand in Bezug auf Gesetzgebung, die Besserung der wirtschaftlichen Lage des Wirtestandes zu stellen berechtigt sei, könnten nur erfüllt werden, wenn eine starke Organisation den nötigen Nachdruck gebe. Der Bund der deutschen Gastwirte, dem er (Redner) im Laufe des Winters durch seine Vorträge ca. 1000 neue Mitglieder zugeführt, biete zunächst in der Sterbekasse eine segensreiche Einrichtung; gleich segensreich wirke er auf dem Gebiete des Versicherungswesens (Feuer- und Haftpflichtversicherung), Beffer- stellung des Dienstpersonals durch wohlorganisierte Stellenvermittelung, Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses durch Einrichtung von Fachschulen, Gewährung von Auszeichnungen für langjährige treue Dienste, durch die Fachpresse, besonders den in einer Auflage von 11000 Exemplaren verbreiteten „Gastwirth", den Bundeskalender usw. Von besonderem Jnterefie waren die Ausführungen des Herrn Reinemer über die Haftpflicht der Gastwirte; diese müßten nach den Bestimmungen des bürger- i lichen Gesetzbuchs Ersatz leisten für in ihren Betrieben ab- I Händen gekommene oder beschädigte Wertsachen! der Gäste, für die denselben innerhalb der Gastwirtschaft'zustoßenden Unfälle aller Art, sowie für Schäden, welche die Gäste an etwa eingestellten Pferden erleiden. Deßhalb sei es ein Gebot der Vorsicht, daß sich die Gastwirte nach dieser Seite hin versicherten. — Auch eine geordnete Buchführung sollten sich die Wirte angelegen sein lassen, um jederzeit über ihre Verhältnisse unterrichtet zu sein; der Anschluß an die Vereins-Spar- und Darlehnskafie sei den Wirten besonders ^ipfohlen. — Der gegenwärtig 25000 Mitglieder zählende Bund zahlt zu seinen Aufgaben auf dem Gebiete I
O Der Verein zur Züchtung reiner Hnuderaffeu hat in seiner kürzlich abgehaltenen General-Versammlung zum ersten Vorsitzenden den Büchsenmacher Aug. Dikorö gewählt, ferner folgende Herren zu Vorstandsmitgliedern: Tierarzt Seid er er, Kaufmann Louis Benner, Metzger- meister Fritz Schreiner, Uhrmacher Stoever, oand. ▼et. med. Maus, Bauunternehmer Alb. Rübsamen, Förster Roggen dorf. Niederbiel, Oekonom A. W. Paul- SelterS a. d. L. und Lehrer EiSfelder-Steinbach. Die Versammlung regte an, zum Herbste ein Preisschliefen, und Feldjagdfuchen zu veranstalten.
** Rudersport. Herr Albert Rübsamen, der bekanntlich vor kurzem bei der Kaiserregatta in Biebrich durch außergewöhnliche Ueberlegenheit gegen sechs Mitbewerber geradezu überraschte und den Ehrenpreis der Stadt Biebrich für unsere hiesige Rudergesellschaft errang, hatte abermals auf der großen Berliner Regatta einen vollen Erfolg. Wie wir bereits gestern kurz berichteten, siegte er glänzend im Rennen um die Meisterschaft von Deutschland gegen fünf Mitbewerber aus Berlin, Stettin, Hannover, Leipzig und Danzig. Er hat damit eine hervorragende Ueberlegenheit bewiesen, in Biebrich gegenüber sechs Konkurrenten aus Süd- und Westdeutschland, und in Berlin gegenüber fünf solchen aus Norddeutschland, und kann mit Recht stolz fern
der Gesetzgebung den Erlaß einer neuen »ichordnuna bi- sonders inbezug auf Faßaiche, Beranlwortlichkeü der Gla sabnken für richtige Glaseraichung, Siegelung des K°n,°! sionswesens behufs F-rnhaltung solcher Elemente bi* Bauspekulanten und Brauereien dem Gastwirtttand führt, denselben nicht nur wirtschaftlich schädigen sondern auch in ihrer GeschäftSgebahrung der Völlerei und Unlltt hchkeit Vorschub leisten. Redner besprach sodann einaebpnd die Schäden, welche dem Gastwirtstande durch ben besteuerten Flaschenbierhandel und die mit verdecktem Aus- schank verbundene Privat-Kostgeberei zugefügt werden, wendete sich scharf gegen die unlautere Konkurrenz bezüglich bn- Speisewirte, ferner die Art und Weise, wie in manchen Gemeinden die einer einheitlichen Regelung dringend bedürftigen Bestimmungen über die Feierabendstunde gehand- I h?bt werden ; als weitere berechtigte Forderung stellt Redner I 9in: die Reinigung der Bierpressionen durch geeignete Personen auf Gemeindekosten, die Beseitigung der Ungleichheit I ,n der Stempelabgabe für Tanzerlaubnis und der noch- I maligen Entrichtung des KonzessionSftempelS bei Ucbcrqano einer Wirtschaft auf die Wittwe oder Kinder eines verstorbenen Gastwirts, die Abschaffung der die Gajl- I wirte und die Industrie gleichschwer schädigenden «mo. I malen- und Klaviersteuer. Angesichts der auf allen
I mit Erfolg angeftrebien Preiserhöhung für
I Rohprodukte und Fabrikate, der Steigerung der Ähne nnd I Beamtengehälter, der Steuern und Lasten der sozialpolitischen I Gesetzgebung, der gesteigerten Mietpreise usw., sei es zu | beklagen, daß die Gastwirte sich noch nicht zu einer an- I gemessenen Erhöhung ihrer Speisen- und Getränkepreise I entschließen konnten. Er sei überzeugt, daß in dieser Beziehung auch in Gießen viel zu wünschen übrig bleibe; er I brauche nur auf den Versuch, Einheitlichkeit in den Bierpreisen I herbeizuführen, hinzuweisen. Herr Steinerner appellierte I unter Hinweis auf die angeführten und eine Reihe anderer I Mißstände an das StandeSgefühl der Gastwirte, und for- I derte diejenigen Gastwirte, welche dem Bunde noch nicht I angehörten, zum Beitritt auf. Die Aufforderung hatte den Erfolg, daß sich eine größere Anzahl Nichtmitglieder ein-
I zeichneten. — Im Laufe des Vortrages war Herr Provinzial I birektor v. Bechtold erschienen, welcher auf die Begrüßung I aes Herrn Reinemer antwortete, daß er der Einladung zur I Versammlung gern gefolgt sei, und derselben guten Erfolg wünsche. — Nach einer kurzen Pause ging Herr Steinerner zum zweiten Teile seines Vortrages, die Bundes-Sterbe- lasse, über. In ausführlicher Weise schilderte Redner die Grundlagen und das segensreiche Wirken dieses Instituts. Die Kaffe wurde 1893 gegründet mit zirka achthundert
| Mitgliedern, welche Zahl inzwischen auf ca. 8000 gestiegen ift. Dieses enorme Wachstum kann wohl als ein Beweis der Notwendigkeit der Kaffe und des Vertrauens, welches dieselbe genießt, angesehen werden. Mehr als 1 100 000 Mark wurden für den edlen Zweck, Not am Sarge der Ernährer fernzuhalten von der Kaffe an Wittwen und Waisen verstorbener Mitglieder ausbezahlt, wodurch sicherlich vielen geholfen wurde. Der Reservefond beträgt mehr als 550 000 Mark; derselbe ist denkbar sicher angelegt. Die Verwaltungskosten find niedrig, da alle kostspieligen Einrichtungen vermieden werden. Infolge ihrer segensreichen Wirksamkeit und guten Verwaltung genießt die Kasse Ansehen bei Behörden und Publikum, welchem in Worten der Anerkennung schon so oftmals Ausdruck gegeben wurde, wie auch die Regierung dem Institut die Rechte einer juristischen Person verliehen hat. DaS Sterbegeld von 500 Mk. bis 3000 Mk. gelangt in ein paar Stunden zur Auszahlung — auch bei Selbstmord und im Kriegsfall (in Gießen wurden feit Bestehen der Kaffe allein ca. 30000 Mk. auSgezahlt). Ein weiterer Vorzug besteht darin, daß das Sterbegeld unpfändbar ist, wodurch auch bei Schicksalsfällen dasselbe den Witwen und Waisen erhalten bleibt. Nachdem der Herr Referent noch darauf hingewiesen, daß kaum ein -weites Gewerbe so schwer um seine Existenz kämpfen müsse und soviel Schicksalsfällen unterworfen sei, wie das Wirtsgewerbe, und daher um so mehr die ernste Verpflichtung vorliege, fich an solchen humanen Bestrebungen zu beteiligen, schloß er mit einem warmen Appell an die Anwesenden, nicht zu zögern und, wie es die Tausende ihrer Beruss- genossen zum Besten ihrer Angehörigen gethan, der Kaffe beizutreten. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall zu Teil und meldeten sofort mehrere Anwesende ihren Beitritt an. Den nichtanwesend gewesenen Wirten diene zur Kenntnisnahme, daß der Ortsrechner für den hiesigen Bezirk, Gastwirt M. Jaskowsky von Gießen, noch Anmeldungen entgegen nimmt.
Kaiser zu erscheinen und zu bestehen. Der Kaiser richtete an jeden ein freundliches Wort, zeichnete jeden der Sieger durch kräftigen .Handschlag aus. Einen der Studenten, der augenblicklich z-u den Hebungen eingezogen, in der Vizefeldwebeluniform des Zwölften Infanterieregiments, stramm grüßend vor ihn getreten war, zeichnete der Kaiser besonders aus und meinte scherzend zu ihm: „Ein Glück, daß Sie nicht in Uniform zu rudern brauchten! Die hätten Sie sonst schön durchgeschwitzt!" Gegen dreiviertelsechs Uhr verließ die „Alexandria" ihren Ankerplatz und dampfte Berlin zu.
Albert Rübsamen von der Gießener Ruder- Gesellschaft errang sich die Meisterschaft von Deutschland im Einer nach äußerst hartnäckigem Endkampf.
Das genaue Resultat des Rennens um die Einer- Meisterschaft von De u t s ch l a u d lautet also: Wanderpreis, gegeben vom Deutschen Ruder-Verband. Dem jedesmaligen Sieger ein goldenes Ehrenzeichen. Gießener Rudergesellschaft (Albert Rübsamen. Zeit: 9 Mi nuten 59 Sekunden) 1., „Wiking"-, Berlin 2., Danziger Ruder-Verein 3. (Vorjähriger Gewinner des Meistertitels: Dr. Schultze-Denhard vom Berliner Ruderklub.)
Aus Stadt und Land.
** Von der Universität. Nach dem nunmehr im Druck befindlichen Personalverzeichnis der Universität sind im Sommersemester 1900 immatrikuliert: 68 Studierende in der theologischen, 190 in der juristischen, 264 in der medizinischen und 333 in der philosophischen Fakultät, im ganzen also 855. Darunter befinden sich 536 hessische LandeS- kinder, d. i. 62,7 Prozent.
•• Vom Landtag. Gutem Vernehmen nach wird der erste Ausschuß der zweiten Kammer der Landstände das Schreiben des Finanzministeriums vom 29. Mai, die Herstellung mehrerer Nebenbahnen betreffend, nicht unerwidert lassen. Infolge Verhinderung einzelner Mitglieder kann aber erst am kommenden Donnerstag eine Sitzung des Ausschusses stattfinden.
** Der Zweiten Kammer der Landstande ging eine Anfrage des Abgeordneten Bähr zu, betreffend die Bureaukosten der Bürgermeister: In Erwägung, daß die zweite Kammer in der 114. Sitzung j vom 7. Juli 1899 folgenden einstimmigen Beschluß faßte: a) „die Kreisämter anzuweisen, dahin zu wirken, daß in den einzelnen Gemeinden, für welche die Landgemeinde- Ordnung gilt, die Bureaukosten der Bürgermeister nach Maßgabe der Arbeitslast, der Kopfzahl und der Steuerleistungsfähigkeit der Einwohner, der Größe der Gemarkung und der Höhe des Gemeindevermögens festgestellt werde."
Telegramme deS Gießener Anzeigers.
London, 12. Juni. Aus Tientsin wird berichtet, der Kapitän des Kriegsschiffes „Aurora", der die englischen Verteidigungswerke in Tientsin befehligt, requirierte einen vierten Spezialzug, in dem er 230 russische Soldaten mit drei Geschützen, sowie 62 französische mit einem Geschütz nach Peking absandte. Die fremden Truppen befinden sich augenblicklich in Lang-Fang, 50 Meilen von Peking. Es ist zweifelhaft, ob die britischen Truppen früher als heute in Peking eintreffen werden. — Aus Peking wird gemeldet: Ein Missionar, der aus dem Norden Chinas zurückgekehrt ist, berichtet, daß die Bevölkerung dort einstimmig die Ernennung eines neuen Kaisers verlangt. Die chinesischen Handelsleute sind über die Unruhen äußerst aufgeregt und wünschen Wiederherstellung geregelter Zustände.
London, 12. Juni. Das Tsung li Damen ist nach einer Pekinger Meldung teilweise umgebildet worden. Ein gemäßigter Chinese und vier MandschuhS find durch fünf konservative Mitglieder ersetzt worden.
Wien, 12. Juni. Einem Redakteur der „Neuen Freien Presse" gegenüber äußerte sich der hier eingetroffene österreichische Gesandte in B-ttng über die Situation, daß nach seiner Ansicht dex jetzige Boxer-Ausstand hauptsächlich gegen h«* chinesischen Christen, nicht aber geae” »ce Regierung und die Dynastie und die Euro- «9Cntltel sei- — Nach hier eingegangenen Pekinger Meldungen haben 5000 Russen mit 10 Kanonen den Vor- marsch nach Peking angetreten.
Die Kaiserregatta in Griinau.
..weitgedehnte sonnige Wasserfläche. Fahrzeuge, ^wasser rauschen, ruhen verankert am
Gestade und sind von einer tausendköpfigen ^^ßE bedeÄ. Ein Theater im Freien bereitet sich vor;
^ange See bei Grunau ist die Riesenbühne, auf der das Schauspiel der Kaiserregatta sich entfalten soll bei vün mitzuwirken die hervorragendsten deutschen Ruder- tlubs am ^>tart erschienen sind. Nm vier Uhr nimmt das erste Rennen seinen Anfang. Nock) ist das FnteEe des i Mblikums nickst hochgespannt, von dem ersten Sieger ab i gleiten die Zuschauer immer wieder nach Norden zu Da plötzlick) Hehl es wie ein Rauschen durch die Menge- schnell -und graziös dampft die „Alexandria" heraus. Bald heben fich die Personen deutlicher ab: die ragende Gestalt des! Kaisers in Admiralsuniform, die weiße Mütze auf dem Haupt, neben ihm zwei Knaben in schneeigem Linnen, die Prinzen August Wilhelm und Oskar; im Kreise die Herren Wm Gefolge: Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, Hof- warschall Freiherr von Eglofffteiu, General von Mackensen) |


