Ausgabe 
12.1.1900 Zweites Blatt
 
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tiert wird, hat, wie wir hören die Thatsache Veranlassung gegeben, daß in der letzteren Zeit zwischen Vertretern der beiderseitigen Firmen teils hier teils in WormS verschiedent­lich Besprechungen über Festsetzung gemeinsamer Preise für bestimmte Ledersorten stattgefunden haben. Im kommenden Budgetjahr haben die Katholiken von Mainz rnsgesamt DH. "34 570 für Kirchensteuer aufzubringen, ca. Mk. 3000 mehr als im laufenden Jahr.

4- Aus Rheinhessen, 10. Januar. In dem nahe bei Mainz gelegenen Rheinorte Weisenau wurden verflossene, Nacht einer Familie vier Knaben beschert. Drei der jungen Weltbürger sollen ganz kräftige Jungen sein.

--- Bom Rhein, 10. Januar. In dem Flößergewerbe bereitet sich eine Lohnbewegung vor. Die Flößer und Floßknechte von Kamp, Neuendorf, Kastel, Kostheim u. s. w. haben eine Vereinigung gebildet, mittelst welcher sie hoffen bessere Lohnsätze erzielen zu können. Bei der bevorstehenden Eröffnung der Flößerei soll mit den neuen Lohnforderungen hervorgetreten werden.

Frankfurt a. M-, 10. Januar. Nach einer Mitteilung des Statistischen Amtes ist die Volks zahl von Frank­furt unter Berücksichtigung der seit der letzten Volks­zählung polizeilich gemeldeten Zu- und Abwanderungen, sowie des entsprechenden Ueberschusscs der Geburten über die Sterbefälle am 1. Januar 1900 mit rund 257500 anzunehmen.

Höchst, 10. Januar. Einen verhängnisvollen Auftritt gab es am Sonntagabend auf der schmalen Holz­brücke, welche zwischen den beiden Fabriketablissements der Firma Fischer u. Schmitt in Nied über die Nidda führt. Um die genannte Zeit traf der dort als Fabrikwächter an­gestellte Arbeiter Kaiser zwei junge Männer, welche über die Brücke gehen und angeblich den in den Schlafsälen der Fabrik logierenden Arbeiterinnen einen Besuch machen wollten. Der Wächter wies die beiden zurück, worauf der eine sich auch alsbald entfernte. Der andere dagegen, der 23jährige Konrad Bauer von Nied, widersetzte sich der Fortweisung, es kam zu einem Handgemenge zwischen ihm und dem Wächter, und der Streit endete damit, daß Bauer von der Brücke in die hochgeschwolleneu Fluten der Nidda stürzte und ertrank. Der Wächter Kaiser wurde in Untersuchungs­haft genommen.

Wiesbaden, 10. Januar. Die Wilhelmi'schen Wein­güter in der Markobrunner Gemarkung sind nunmehr end- giltig an die Güterverwaltung des Prinzen Albrecht von Preußen verkauft worden. Die Rute wurde mit 400 Mk. bezahlt. Auf den Hektar gerechnet, ergiebt das den außerordentlichen Preis von 160 000 Mk. für einen

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Hektar.

Kafiel, 10. Januar. Gestern abend gegen 5 Uhr er­eignete sich in der Querallee ein Unglücksfall, indem ein die Querallee entlang reitender Unteroffizier mit seinem Pferde, welches infolge Scheuwerdens einen Seitensprung that, in einen im Bau begriffenen Kanal stürzte. Der Reiter erlitt bei dem Unfall einen doppelten Beinbruch und wurde durch Soldaten, welche aus der nahen Jnfanterie- kaserne herbeigeeilt waren, in einem Tragkorb nach dem Garnisonlazarett an der Frankfurter Landstraße getragen. Ungleich schwieriger war es, das Pferd aus dem Kanal heraufzuholen, man mußte schließlich die Feuerwehr herbei­beordern, welche mittelst Gurten und Bohlen das uur wenig verletzte Pferd nach langer Arbeit heraufbrachle.

* Kassel, 10. Januar. Unter den für die Ober- bürgermeisterstelle bis jetzt eingegangenen Meldungen be­finden sich gutem Vernehmen nach diejenigen des Ober­bürgermeisters von Krefeld Geh. Regierungsrat Kuper und des früheren Bürgermeisters, jetzigen Bezirksdirektors von Eisenach, Eucken. Die Kandidatur des Letztgenannten war auch bereits vor mehreren Jahren bei der Wahl eines Bürgermeisters unserer Stadt mit in Frage gekommen.

Kirchhain, 9. Januar. Das hiesige Bahnhofshotel hat abermals seinen Besitzer gewechselt. Herr Restaurateur und Konditor Herbener von hier wird dasselbe übernehmen.

Leute auf den Weg zu bringen, sondern fand mich auch ihrer Hilfe beraubt. Ich musste meinen eigenen Diener zur Untestützung äuf­neten, und wie gewöhnlich waren die Eisenbahnleute wacker bei der Hand und schassten wie rechte Männer.

Die Truppen gehen nach dem Kriegsschauplätze in bequemen Wagen, zur guten Hälfte in Salonwagen erster und zweiter Klasse, allein die armen Pferde werden in Wagen zusammengepfercht, die viel zu eng für sie sind, sie sind gebaut für die kleinen Kolonialpferde, und die großen breiten Tiere für unsere Artillerie jiaden sich darin fürchterlich bedrängt und leiden Schmerzen und allerlei Schaden. Am Nachmittag des 23. November folgte ein 8ug auf den andern. Gegen halb sieben entlud sich ein gewaltiges Gewitter. Es trat eine Pause in der langen Folge der Züge ein. Trci nacheinander folgende waren zur gleichen Zeit fällig und vir konnten feinen telegraphischen Verkehr mit der nächsten Gtation erhalten unb hören, was vorging. Endlich nach langem harren erfuhren wir, daß das Gewitter die Telegraphenleitung unterbrochen hatte. Der Telegraphenbeamte war am Apparat bom Blitz getroffen worden und hatte ein Bein gebrochen, schließlich trafen die drei Züge fast gleichzeitig ein, der erste mit zwei Kornpagnieen berittener Infanterie, der zweite mit einer Schwadron südafrikanischer leichter Kavallerie, die eben ausgestellt worden war, der dritte mit einem Teil der Flotten- ibteilung. Alle wollten' zugleich und sofort essen, und unsere Leistungsfähigkeit wurde aufs höchste angespannt. Indessen es flrfang mir doch, sie zwischen neun und halb zehn in viertel­stündigen Zwischenräumen allesamt abzufertigen. Nun kam ich schließlich auch zu meiner Mahlzeit, aber kaum hatte ich mich niedergesetzt, als ein Telegramm einlief, es habe sich etwa fünf ilometer weiter ein Unfall zugetragen. Eine Ausbesserungs­abteilung wurde alsbald bereit gemacht, und wir machten uns, begleitet von ein paar Aerzten, nach der Unglücksstelle auf den '«eg.

An Ort und Stelle bot sich ein ganz merkwürdiges Bild, p stellte sich heraus, daß der erste Zug mit der berittenen Jn- lonterte richtig durchgekommen war. Um ihm Platz zu machen, mutzten drei nach Kapstadt zurückkehrende leere Züge hinauf- zezagen werden, und als sie dann wieder zurückgeschoben wurden, «in das andere Ende des Geleises frei zu machen, fuhr der zweite

Der Preis beträgt 60000 Mk. Herr Restaurateur Küster- Marburg bleibt nach wie vor im Turnergarten dortselbst.

Fulda, 10. Januar. Der bei allen Rhönbesuchern in gutem Andenken stehende Gasthof des Herrn Münze! zu Tann o. d. Rhön ist für 47,000Mk. von einem Kissinger Oberkellner namens Leit sch käuflich erworben worden. An dem diesjährigen hl. Dreikönigsausflug auf die Milseburg beteiligte sich die außergewöhnlich hohe Zahl von hundert Rhönklub Mitgliedern. Herr Sanitätsrat Dr. Schneider-Fulda hielt im Rüdling'schen Milseburg- Hotel einen hochinteressanten Vortrag über die Aufdeckung einer Burgruine auf dem Lindenknüppel.

Theater.

L. Mainz, 9. Januar. Das dreimalige Gastspiel des bekannten Wiener Hofschauspielers Josef Kainz als Romeo, Hamlet und Franz Moor fand jedesmal vor aus­verkauftem Hause statt. Hatten auch die meisten von dem berühmten Kainz anderes erwartet, so hatte der Gast doch nicht über Mangel an Beifall zu klagen. Man muß eben bedenken, daß der Kainz, der jetzt in einem Monat 28 mal pro Abend spielt, nicht der in Wien und Berlin gefeierte Künstler, sondern ein wandernder Virtuose ist, der sich nicht anstrengen darf, um überall seinen Verpflichtungen nach­kommen zu können. Der Künstler hatte jedoch besonders im Hamlet wirklich großartige Momente, während er an anderen Stellen wieder geradezu leierte. Das hiesige Personal gab sich redliche Mühe, dem Gast nicht viel nach­zustehen, was ihm auch wohl gelungen ist, besonders Fräulein Pflüger und die Herren Rücker und Rittig boten treffliche Leistungen. Agnes Sorma, die kürzlich in Paris mit großem Erfolg gespielt hat, wird nächste Woche hier in ihren Glanzrollen als Nora, Rautendelein und Cyprienne gastieren.

Riga, 9. Januar. Zum Direktor des hiesigen Stadtthealers ist Herr Richard Balder, zurzeitPri­vatier" in München, gewählt worden, Balder entstammt einer Königsberger Kaufmannsfamilie. Er hat seine Bühnen­laufbahn 1891 am Theater zu Detmold begonnen und ist dann an den Theatern von Elberfeld-Barmen und Prag als Darsteller thätig gewesen. Von 1896 bis 1898 war er Pächter und Direktor des Theaters von Elberfeld-Barmen.

Kunst und Wissenschaft.

* Narciso Eampillo, der hervorragende spanische Schriftsteller, Dichter und Humanist, ist im Alter von 62 Jahren in Madrid gestorben.

* Dmilrq Wassiljewitsch Grigorowitsch, der bekannte russische Nomandichter, ist gestorben.

* Die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte, welche in Aachen stattfinden soll, ist auf die Tage vom 17. bis 21. Sep­tember festgesetzt worden.

Der König von Italien hat dem Schriftsteller Professor Arthur Achleitner in München das Ritterkreuz des italienischen Kronen­ordens verliehen.

Universität und Hochschule.

Ernannt r Der Privatdozent für Augenheilkunde Dr. Arthur Groenouw zum a.-o. Professor in der medizinischen Fakultät. Der Regierung«- und Schulrat Dr. Heinrich Mager in Breslau zum Uni­versitätsrichter.

Berufen: Der Universitätsrichter in Breslau Oberlandes­gerichtsrat Dr. Wilhelm Späing als Senatspräsident nach Königsberg.

Habilitiert: Der Gerichtsassessor Dr. Hubert Raendrup als Privatdozent in der juristischen Fakultät der Universität Breslau.

Bonn, 10. Januar. Die akademische Jahrhundert­feier hat bei außerordentlich zahlreicher Beteiligung in der Aula der Universität stattgefunden Die studentischen Korporationen waren durch Chargierte im Wichs mit den Fahnen vertreten. Der Glanz und Reich, tum der Farben trat lebhafter denn je hervor bei der neu in der Aula eingerichteten herrlichen elektrischen Beleuchtung, die auch zum erstenmale eine akademische Abendfeier ermöglichte. Professor Gothein hielt eine sehr interessante und feffelnde Rede über die wirtschaftliche Entwicklung der Rheinlande im abgelaufenen Jahrhundert. Unsere Jnfanteriekapelle leitete die Feier mit Festklängen würdig ein und beschloß sie ebenso.

Göttingen, 10. Januar. Wie verlautet, wird der Rektor unserer Universität, Se. Königl. Hoheit Prinz Albrecht von Preußen, an der von der Universität in Aussicht genommenen Jahrhundertfeier teilnehmen.

Verschiedenes: Professor Dr. Paasche ist von seiner mittel­amerikanischen Studienreise zurückgekehrt und nimmt seine Lehrtätigkeit an der technischen Hochschule in Berlin wieder auf. An die vier thüringischen Regierungen, welche die Jenaer Universität unterhalten, ist kürzlich ein Gesuch um Errichtung eines Studienheims für Lehrerinnen, welche sich für die Oberlehrerinnenprüsung vorbereiten wollen, gerichtet worden. Wie das Jenaer Volksblatt erfährt, ist dieses Gesuch abgelehnt worden. Mit der provisorischen Leitung des bis jetzt von Professor Schenk geleiteten Embryologischen Instituts der Universität Wien wurde der bisherige Assistent des Profeffors Dr. Ebner, Professor Dr. Joseph Schaffer betraut.

Aus der Welt der Technik.

DiebrahtloseTelegraphie. Tie wesentlichsten Ver­suche, welche dieEngländerrnitderdrahtlosenTele- g r a p h i e nach bem Sy st em Marronis auf bem Kriegs­schauplätze vornahmen, fanben zwischen be Aar unb bem Mobberflusse unter Einschaltung verschiebener Zwischenstationen statt. Die stärksten Schwierigkeiten traten hierbei bei der Ueber- mittelung bet Telegramme vom Oranjeflusse bis zur Station Enslin auf unb werben mit bem Vorhandenfein von Eisenlagern unb ben zwischenliegenben Höhen in Zusammenhang gebracht. Der Wheatstonesche Apparat, ber von ben Londoner Telegraphen- Volunteers angeroenbet würbe, soll sich hierbei vorzüglich bewährt haben, weit besser als ber ben Buren von einer englischen Firma gelieferte Apparat, ber vor kurzem in Kapstabt beschlagnahmt würbe. Er beförbert angeblich 240 Worte in ber Minute unb leistet baburch bas Siebenfache ber gewöhnlichen Militärtele- tzraphenlinien. Uebrigens kommt aus Amerika bie Nachricht, bas; es bem Professor Fessensen unb seinem Assistenten Professor St in tu er in langwierigen Versuchen im chemischen Laboratorium ber Western - Universität zu Philadelphia gelungen sei, einen Empfangs-Apparat für brahtlose Telegraphie herzustellen, ber 2000 mal empfinblicher sein soll, als ber Mareonische. Währenb Marconi mit seinem Apparat Telegramme über eine Strecke von 90 Meilen zu übermitteln vermag, wäre es wie bie genannten Erfinber behaupten mit ihrem Apparat möglich, Telegramme über ungleich größere Entfernungen zu beförbern. Genau ist bie Ausdehnung ber legieren noch nicht sestgestellt, doch wirb be­hauptet, baß mit bem neuen Apparatzum minbesten" Tele­gramme über ben Atlantischen Ozean beförbert werben könnten.

Jagd »nd Spott.

Schonung unserem Wilde!" Unter biesem Titel bringt bie letzte hier eingegangene (Dezember-) Nummer ber Deutsch - ostafrikanischen Zeitung bie gewiß auch für unsere Wach­männer interessante Notiz:

Dezember! Die Satzzeit ber Antilopen i)t vorüber, unb allenthalben wirb bas Auge bes Jägers unb Naturfreundes auf Expeditionen durch ben Anblick munterer Wilbkälber, -Fohlen re. ewfreut. Mehr benn je gilt es, in bieser Zeit sorgfältig bei ber Jagbansübung barauf zu achten, baß nur Bullen bezw. Böcke bas tätliche Blei erhalten, um nicht bem Wilbstanbe unheilbare Wunben zu schlagen. Fürunsichere Kantonisten", denen jebes Stück ein Bock" zu sein pflegt, sei um bie jetzige Jahreszeit am zweck­mäßigstenHahn in Ruh" geblasen. Jeber Waibmann mache es sich jetzt, falls er Gelegenheit bazu hat, zur Pflicht, ben einge­borenen Netzjägern unb Schlingenstellern gehörig aus bie Finger zu passen, um ihnen ihr unsauberes Hanbwerk zu verleiben. Tausenbe unb Abertausenbe von Muttertieren unb Kälbern enben alljährlich schmachvoll unter bem Knüppel bes wilbernben Mschensis". Uebe hier jeber, ber Gelegenheit bazu hat, frei­willigen Wilbschutz, eingebenf des Spruches:

Das ist bes Jägers Ehrenschilb, Der treu beschützt unb hegt sein Wilb. Waibmännisch jagt, wie sich's gehört, Ten Schöpfer im Geschöpfe ehrt!"

W e 11 e r b e r i cht. Die Depression im Norbwesten Europas ist ostwärts bis nach Norwegen gezogen. Von dort verläuft heute eine Furche niederen Druckes südwärts über Deutschland und Oesterreich bis zum Mittelmeergebiet. Dieselbe trennt das inten­sive barometrische Maximum im Westen von Dem hohen Druck im Osten des Erdteils. Bei dieser Druckverteilung ist über Zentraleuropa das Wetter trüb geblieben In ganz Süddeutsch­land sind Niederschläge gefallen, teils als Regen, teils als Schnee.

Voraussichtliche Witterung: Meist trübes Wetter mit stellen­weisen Niederschlägen, dann von Westen her Abnahme der Be­wölkung.

Alle Leute I

die auf ihre Gesundheit achten, sollten an Stelle des schädlichen Bohnenkaffees Kathreiners Malz­kaffee trinken, oder doch zum mindesten den Kaffee zur Hälfte mit Kathreiner mischen.

300 |

von ben vollen Zügen, der bie irreguläre leichte Kavallerie be- förberte, in ben ersten ber brei leeren Züge hinein. Beibe Loko­motiven saßen wie abroartenbe Hunbe mitten auf bem Haupt­geleise auf den Schwänzen. Die Maschine des leeren Zuges hatte ihren Schlot ganz verbogen, und damit eine drollig verlotterte Erscheinung erhalten. Der Rest des leeren Zuges war einfach zerschmettert und iu Brennholz und Splitter verwandelt und der hintere Teil noch dazu in Brand geraten. Der beladene Zug war der schwerere und hatte daher weniger gelitten. Zum Glück waren bie ersten brei Wagen mit Sattelzeug beloben. Sie waren am übelsten bavongekommen. Die nächsten brei Wagen, in benen bie Pferbe Platz gefunben, waren entgleist unb ziemlich wenig beschäbigt. Einige Pferbe waren verwunbet, aber keines umge­kommen. Der nächste Wagen war ein Salon unb enthielt Mann­schaften. Eine Seitenwanb war eingestoßen unb der ganze Wagen verbogen und halb von den Rädern gedrängt. Zum Glück war keiner von den Mannschaften ernstlich verletzt, und die meisten mit Beulen oder mit bem bloßen Schrecken bavongekommen. Der Rest bes Zuges war beinahe unbeschäbigt geblieben, unb bie Zahl ber Verwunbeten überhaupt ganz gering.

Die Arbeiterabteilung machte sich alsbald daran, die Linie freizulegen. Dann wandten wir unsere Aufmerksamkeit der Flottenabteilung zu, die im dritten Zug war, und natürlich zu­nächst nicht von ber Stelle konnte. Die Matrosen ließen sich aber durch eine Kleinigkeit, wie ein Bahnunfall, nicht die gute Laune verderben. Der letzte der leeren Züge wurde von Trümmern frei gemacht und die Seeleute machten sich alsbald daran, mit Sack und Pack sich dahin umzuquartieren. Sie mußten ihre ganzen Munitions- und sonstigen Vorräte sowie das Gepäck hinüber­schaffen, wenigstens 500 Schritt weit über sehr unebenen Boden, unb bort wieder einlaben unb verstauen. Zuguterletzt kamen bann ihre vier Schnellfeuergeschütze, bie zwölf Zentner das Stück wogen, an bie Reihe sowie bie Lafetten, bie auch einige Zentner Gewicht hatten. Es war eine wahre Freube, bie Seeleute an ber Arbeit zu sehen. Die südafrikanische» Reiter leisteten willigen Beistand, und vor 2 Uhr morgend war bie Flottenabteilung tuicber unterwegs. Tas ganze Stück Arbeit war in vier Stunden in stockfinsterer Nacht erledigt worden, und die Leute rollten nun wieder weiter nach Norden zu.

Als ich auf meinen Posten zurückkehrte, sand ich vier Züge dort zusammen sestgesahren. Der kommandierende Offizier des einen von ihnen sagte mir, einer von seinen Leuten fei einige Kilometer südlich auf die Linie gestürzt, und er fürchte, der Mann habe den Tod gefubenn. Ich nahm bie Lokomotive, befuhr bie Linie unb fanb nach einigem Suchen ben armen Kerl ganz tot. Er würbe am Nachmittag hier am Orte begraben, unb die ganze Bevölkerung gab ihm das Geleite. Es waren mindestens 2000 Leute zugegen. Als ich zur Station zurückkehrte, fand ich ein Telegramm von Majov X. Er teilte mit, um 5 Uhr 30 Miu. nach­mittags werde die Linie wieder frei sein. So richtete ich es denn ein, daß um diese Zeit mit einer Viertelstunde Zwischenraum meine vier Züge abfahren konnten, und kurz darauf kehrte auch der beschädigte Zug mit den südafrikanischen Reitern zurück. Die kleinen muntern Pferde hatten sich sehr gut gehalten. Ter Lo­komotivführer war ein Holländer, und wir haben starken Ver­dacht, daß er'bestochen roar, ben Unfall ins Werk zu setzen. Er war abgesprungen, ehe ber Zusammenstoß erfolgte, würbe aber er­wischt unb eingebracht. Noch zwei Unfälle kamen in dieser Nacht vor, und es scheint fast, als ob System in der Sache wäre.

(Köln. Ztg.)

Humoristisches.

' Nicht schicklich. Hauslehrer saus der Karte umherfahrend): DieS hier ist also Italien, einem ungeheuren Stiefel vergleichbar; weiter oben . . . Die gnädige Frau (entrüstet): Aber ich bitte Sie, Herr Doktor!

* Beim TaufschmauS. Hausfrau (zur Amme, die den Gänsebraten herumreicht):Minna, geben Sie dem Herrn Leutnant die Brust!" Minna:Aber Madameken!?"

* A.: Mein Buchhalter hat mich doppelt reingelegt, er ist mit meiner Kasse und mit meiner Frau durchgebrannt. B.: War, scheintS, ein doppelter Buchhalter!

*Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, was ist aber Lügen?" - Antwort:Britannial"

* Serenissimus (zu einem bekannten Humoristen):Sagen Sie mal, lieber Doktor, rote macht man denn eigentlich Witze?!"