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Wt 265 Zweites Blatt. Sonntag den 11 November 150. Jahrgang RNOG
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Der Krieg in China.
Ein Telegramm des Schanghaier Korrespondenten der „Daily News- vom 7. November besagt, er habe von amtlicher Seite erfahren, daß die chinesische Regierung den Bizekönigen im Danglsethale in aller Form die Zu- ficherung gegeben, der Toatai von Schanghai werde seines Posten« nicht enthoben werden. Die für die Niedermetzel« engen in Paotingfu verantwortlichen Beamten wurden dort ■m Montag erschossen.
Bom 31. Oktober melden die „Daily News- aus Itschou, daß zwei Verwundete von Tsekingkwan inzwischen ihren Wunden erlegen sind. Sämtliche vier Tote des Gefechtes sollten am 1. ds. in Itschou begraben werden. Später kam es westlich von Tsekingkwan zu einem neuen Heinern Gefecht. AuS einem der dortigen Dörfer war auf eine Patrouille gefeuert worden. Das Dorf wurde ge» stürmt und verbrannt; die Chinesen hatten 20 Tote, deutscherseits war kein Verlust vorhanden. Am 2. ds. brach die ganze Kolonne v. Normann zum Rückmarsch nach Peking auf, wo sie am 6. ds. eintraf.
lieber einen Zwischenfall bei Schanhaikwan meldet der Berichterstatter des „Daily Expreß- aus Schanghai: Am Bahnhofe Schanhaikwan standen englische und russische Truppen; Graf Waldersee hatte den Befehl erteilt, daß alle dort aufgezogenen ausländischen Flaggen mit Ausnahme der russischen eingeholt werden sollten. Der britische Kommandierende bestand darauf, daß die britische Flagge erst eingezogen werden könne, wenn er von seinem Chef, General Gaselee, Nachricht erhalte. Mittlerweile rückte ein russischer Leutnant mit 50 Mann in den Bahnhof, schlug die Sikhschildwache an der britischen Flagge zu Boden und holte die Flagge ein. Der Sikhposten gab einen Schuß über die Köpfe der Russen ab, worauf die kleine englische Wache ins Gewehr trat. Der englische Leutnant verlangte sofortige Wiederaufhissung des Union Jack. Die an Zahl weil überlegenen Russen schlugen an und drohten zu feuern, falls die Engländer vorrückten. Der Leutnant sandte eine Meldung an General Read, der 200 Mann zur Stelle sandte, Entschuldigung von den Russen und Neuhissung der Flagge verlangte und eine Weigerung als Kriegsakt anzusehen erklärte. Darauf erfolgte die Entschuldigung und die englische Flagge wurde wieder aufgezogen.
Nach der Wiener Pol. Korresp. dürften bei dem jetzigen Gedankenaustausch der Kabinette über die von dem diplomatischen Korps in Peking beschlossenen Forderungen einige Vorbehalte gemacht werden hinsichtlich der Be- sestigung einzelner Punkte und Aufstellung dauernder Garnisonen zwischen Peking und den Seehäfen. — Der chinesische Gesandte in Washington macht große Anstrengungen, um bessere Friedensbedingungen für die Boxer zu erlangen, insbesondere betreffs Züchtigung der Schuldigen. Demgegenüber verhält sich die amerikanische Regierung ablehnend.
Das soeben zur Ausgabe gelangte französische Gelbbuch enthält Mitteilungen über einen bisher völlig unbekannt gebliebenen Plan des Prinzen Tsching, der am 1. Juli einen Aufstand gegen den kaiserlichen Hof Hervorrufen wollte. Frankreich und Rußland wollten das Pronunciamento des Prinzen unterstützen, die übrigen Mächte aber hielten ein solches Beginnen des Prinzen nicht für opportun. Die darauf bezüglichen Verhandlungen wurden von Kabinett zu Kabinett geführt. Die Pekinger Gesandten wußten von dem Plane, der wenigstens den Erfolg hatte, daß das Bombardement gegen die Gesandtschaften zeitweise eingestellt wurde.
Auf einem Banket in London sprach dieser Tage Salisbury auch über die chinesische Frage. Einer der charakteristischen Züge des Konzertes der Mächte sei die Erhaltung des Friedens zwischen den europäischen Mächten. Cm anderer Punkt fei der, daß fcie Lösung des ganzen Problems vertagt werde. Er glaube, die deutsch-englische Entente entspreche der Ansicht der Mehrzahl bet 3RMte. Sie umfasse zwei Punkte von Wichtigkeit, nämlich den Wunsch der Aufrechterhaltung der Entente bezüglich ChmaS und der „offenen Thür". Erfände es sehr vorteilhaft, daß die Mächte diese Grundprinzipien acceptieren. In diesem Falle Mge kein Grund vor, zu einer besonderen Unruhe über die chinesische Frage. Nötig sei es, daß ein gütiges Geschick Auch die anderen Länder hinzugeselle, damit der Gedanke
vereitelt würde, daß etwa der Moment gekommen sei, die Integrität Chinas zu verletzen.
Telegramm deS Gieheuer Anzeigers.
Schanghai, 10. November. Tschang'Tschi-Tsng, der sich vor 14 Tagen weigerte, nach Singanfu zu gehen, nachdem er von den verbündeten Mächten die Versicherung erhalten hatte, daß seine Absetzung nicht geduldet werden würde, wirbt beständig Rekruten an und hat vorgestern seinem in Wutschung befindlichen Heere von 16000 Mann 3000 weitere Soldaten zugeführt. — Ein neues kaiserliches Dekret befiehlt dem Vizekönig Liukunyi, alle Einkünfte von Kiangsi zur Verwendung für den kaiserlichen Hof in Singanfu zu übergeben. — Em Telegramm aus C anton läßt keinen Zweifel übrig, daß der Aufruhr im Wachsen ist.
Engländer und Buren.
Aus Pretoria wird gemeldet, Lord Kitchener ist nach Johannesburg abgereist. — Von einer kanadischen Patrouille, die auf die Buren stieß, wurde in der Nähe von Belfast ein britischer Offizier getötet.
Ein Telegramm des Lord Roberts meldet von einem w i ch t i g e n G e f e ch t, das am 5. November bei B o t h a - ville stattfand. Die berittene Infanterie des Obersten Le Gallois griff eine etwa tausend Mann starke Buren-Abteilung an. Die Buren hatten 8 Geschütze, darunter vier Krupp'sche. Die Verluste der Buren betrugen: 25 Tote, 30 Verwundete und 120 Gefangene. Der Rest der Buren mit dem General Dewet und dem Präsidenten Stein konnten entkommen. Die Verluste der Engländer beziffern sich an Toten auf 3 Offiziere und 8 Mann, an Verwundeten auff 7 Offiziere und 26 Mann. Artch Oberst Le Gallois fiel. (Le Gallois war ein geborener Luxemburger.)
Tie Buren überfielen und besetzte n am 7. d. M. 20 Kilometer von Bloemfontein zwei Landgüter.
„Daily Mail" meldet aus Lourenzo Marques: Die Buren haben Baberton vollständig genommen. Sie griffen die Garnison an. — Der Korrespondent dieses Blattes berichtet weiter, daß der portugiesische Gouverneur in Mozambrque seine Demission eingereicht habe, mit der Begründung, daß er den Druck nicht länger aus halten könne, den der englische Konsul auf ihn ausübe und durch den seine A k t i o n s - freiheit beeinträchtigt werde.
Deutsches Mch.
Berlin, 9. November. Der Kaiser kehrte gestern nachmittag um 2 Uhr vom Regimentshaus des 1. Garde- Regiments zu Fuß nach dem Neuen Palais zurück, unternahm hierauf mit der Kaiserin eine Spazierfahrt und erledigte dann Regierungsangelegenheiten. Zur Abendtafel war der Kronprinz geladen. Heute begab sich der Kaiser nach Vorwerk Gallin zu einer Jagd auf Fasanen und Kaninchen, an der auch der Kronprinz teilnahm.
— Der Kaiser Hst am Mittwoch den Chef des Ingenieur« und Pionierkorps, Freiherrn von der Goltz, gleichzeitig mit dem Chef des Generalstabs, Grafen v. Schlieffen, dem Kriegsminister von Goßler, dem Generalinspektor der Fußartillerie, Edlen von der Planitz, und dem Chef des Militärkabinetts, General der Infanterie von Hahnke, empfangen. Wie die „Neuesten Nachrichten- andeuten, hat der bei dieser Gelegenheit von dem General Freiherrn von der Goltz gehaltene Vortrag den Anregungen des Oberstleutnants Wagner in Bezug auf die Reorganisation des Ingenieur-und Pionierkorps gegolten.
— Wie der „Taunusbote" meldet, wird der Kaiser dem Vernehmen nach am Geburtstage der Kaiserin Friedrich am 21. November in Homburg eintreffen und dann nach Schloß Friedrichshof fahren.
— Der „Schles. Ztg." zufolge wird der Kaiser am 16. November auf der Reise von Drachenberg nach Groß- Strehlitz in Breslau die Fahrt unterbrechen und sich vom oberschlesischen Bahnhof nach der Kaserne in Kleinburg begeben, um mit den Offizieren des Leibkürassier-Regiments das Frühstück einzunehmen.
— Wie die „N. Allg. Ztg." mitteilt, erschien heute bei dem Fürsten Hohenlohe-Schillingsfürst eine Deputation des Bundesrats, bestehend aus dem Reichskanzler Grafen Bülow, dem Staatssekretär Grafen Posadowsky, dem bayerischen Gesandten Grafen Lerchenfeld, dem hessischen Gesandten Wirkl. Geh. Rat Dr. von Neidhardt und dem Gesandten der Hansa-Städte, um ihm im Auftrage des BuudeSratS eine Ädresse zu überreichen. Graf Bülow übergab dem Fürsten die Adreffe mit
einer längeren Ansprache, auf welche dieser mit bewegte» Worten dankte.
— Zum Rücktritt deS Fürsten Hohenlohe stellt die „Köln. VolkSztg." fest, daß Fürst Hohenlohe auf der Reise nach Homburg zum Kaiser in Berlin mit vielen Leuten gesprochen hat, denen er als Zweck seiner Reise nur angab, daß er nach Homburg reife, um dem Kaiser über die Einberufung deS Reichstages Vorschläge zu machen. Die KabinettSordre für die Einberufung des Reichstages ist noch vom Fürsten Hohenlohe gegenqezeichnet.
Es ist nicht anzunehmen, schreibt die „Köln. Volksztg/ daß Fürst Hohenlohe bei der Einberufung des Reichstages noch mitgewirkt haben würde, wenn er entschloßen gewesen wäre, sofort danach ein Abschiedsgesuch einzureichen. Die allereinfachste po'itische Rücksicht auf einen Nachfolger würde ihn in letzterem Falle dahin gebracht haben, die Mitwirkung bei der Bestimmung des Termins für die Einberufung des Reichstages seinem Nachfolger zu überlasten, da dieser ja die Folgen der Einberufung auf sich nehmen mußte, was gerade in diesem Falle tlne hervorragende persönliche Bedeutung hatte. Es wäre sehr leicht möglich gewesen, daß fein Nachfolger den Wunsch gehabt hätte, die Einberufung des Reichstages bis in den Dezember zu verschieben, wenn etwa die Wahl des Kaisers zum neuen Reichskanzler auf einen nicht so emge- arbeiteten Mann wie Graf Bülow gefallen wäre. Man darf als sicher annehmen, daß Fürst Hohenlohe noch nicht an den Rücktritt b a £t e, sondern gesonnen war, noch selbst vor den Reichstag zu treten, als er die Kabinettsordre betr. die Einberufung des Reichstages gegenzeichnete/ .
Diese Vermutungen find am Ende nicht ganz von der Hand zu weisen.
Schwerin, 9. November. Ueber das V er kauf S.- angebot eines Mecklenburger Rittergutes an die Sozialdemokraten wird der „Köln. Zig." die Mitteilung gemacht, daß eS sich um das Allodialgut Horst bei Buckow mit voller Landtagsberechtigung handelt. Keding in Wismar hat das Gut 12 Iahte besessen, es war daun aber 2 Jahre an einen Herrn K., der eine reiche Heirat machen wollte, verkauft. Der letztere ist, da er selbst keine Mittel besaß, auch von der Landwirtschaft nichts verstand und der Reichtum der Frau sich als Irrtum erwies, bald in Konkurs geraten. Keding ist Besitzer fast sämtlicher Hypotheken, möchte aber das Gut Horst nur im Notfall wieder zurückkaufen, da er schon alt ist. Deshalb hat er sich an den Redakteur der sozialdemokratischen „Mecklenb. VolkSztg." gewendet und das Gut zum Verkauf angeboten. Es ist begreiflich, wenn die sozialdemokratische „Mecklenb. Volksztg.", die zuerst von dem Anerbieten Mitteilung machte, zu dem erbaulichen Anerbieten höhnisch bemerkt:
„Wir sind überzeugt, dieser Brief des Junkers wird die Seele unseres Schweriner Junkerblattes mit Grausen erfüllen. Soweit ist eS nun schon in Mecklenburg gekommen, daß ein Junker in der Sozialdemokratie seine Retterin erblickt! Und in wie gutem Ansehen die Parteikaste der Hamburger Genosten bei unseren mecklenburgischen Notleidenden steht! Ueber diesen Kredit werden die in steter Geldklemme ächzenden edlen Hintermänner der „Mecklenb. Nachr." vor Neid schier bersten! Aber die „Mecklenb. Nachr." mögen sich beruhigen; mit schnödem Mammon werden wir Sozialdemokraten uns keinen Landtagssitz erwerben. Unser Ehrgeiz ist nicht darauf gerichtet, die mecklenburgischen Junker auszukaufen. Wir gedenken kürzeren und weniger kost pieligen Prozeß mit dieser Sippschaft zu machen."
Ausland.
Paris, 9. November. Infolge von Duellen zwischen Offizieren der Artillerieschule in Fontainebleau, die durch die Affaire Coblentz hervorgerufen wurden, hat der Kriegsminister eine strenge Untersuchung angeordnet. Man hält eine zeitweilige Schließung der Artillerie sch ule nkti für unmöglich.
Madrid, 9. November. In dem gestern abgehaltenen Ministerrat teilte Ministerpräsident Azcarraga mit, es gebe keine bewaffneten Karli st en mehr in Spanien. Der karlistische Au f st a n d s v e r s uch ist völlig mißglückt: um aber jede Organisation der Karlisten zu zerstören, werde die Suspension der konstitutionellen Garantien noch aufrecht erhalten. — Azcarraga machte ferner Mitteilung von einem Abkommen, wodurch die Inseln Cacayan und Sibutu an die Vereinigten Staaten von Amerika abgetreten werden geaen eine Zahlung von 100 000 Dollars. Diese Inseln sind die letzten Territorien, die Spanien noch in Oceanien verblieben waren. (Die Insel Cagayan liegt 120 Kilometer und Sibutu 50 Kilometer von der Küste Britisch Borneos entfernt.)
Budapest, 9. November. Das Abgeordneteuhaus nahm mit großer Majorität den Gesetzentwurf betreffend die Ehe des Erzherzogs Franz Ferdinand an, nachdem Koloman Szell erklärt hatte, daß er nicht anstehe, in dem Motivgericht des Justtz-Ausschusses einen Passus aufzunehmen, daß in Zukunft alle die Thronfolge berührenden Fragen selbständig nach den Besttmmungen deS Thronfolge-Gesetzes von 1723 zu behandeln seien.
Belgrad, 9. November. Das Königspaar hat kaum die Flitterwochen überstanden und schon geraten Alex-


