nochmals zur Sprache gebracht und Mittel und Wege gesucht werden, wie der Mainzer Karneval wieder in seine alten Traditionen zurückzuführen und von der eitlen Prunksucht, welche sich seit den letzten 15 Jahren breit gemacht, zu befreien ist.
Mainz, 8. November, lieber den Eintritt der Zöglinge süddeutscher höherer Lehranstalten, deren Schulschluß in den Hochsommer fällt, in die kaiserliche Marine ist neuerdings eine sehr wichtige Verordnung ergangen. Der Erlaß vom Februar d. I., der den Schülern der bayerischen höheren Lehranstalten Erleichterungen für den Eintritt als Seekadetten in die Marine gewährte, ist setzt auf die Zöglinge höherer Lehranstalten in Württemberg, Zaden und Elsaß Lothringen sowie des hiesigen Gymnasiums ausgedehnt worden. Danach ist zum Eintritt als Seekadett in die Marine die Beibringung der Bescheinigung des Lehrerkollegiums im April über die voraussichtliche Versetzung in die achte Klasse gleichbedeutend mit der Beibringung des Zeugnisses der Reife für die Prima und die Beibringung der Bescheinigung über das voraussichtliche Bestehen der Reifeprüfung für die Zöglinge der neunten Klasse gleichbedeutend mit der Vorlegung eines vollgiltigen Abiturienten» Zeugnisses. (Warum hat man die anderen hessischen Gymnasien hierbei außer acht gelassen? D. Red.)
Bingen, 8. November. Die hiesige Rhede bot ojn Dienstag und Mittwoch ein anfckiauliches und lebhaftes Bild. Die Schiffe, die wegen des niedrigen Wasserstandes seither den Oberrhein nicht mehr befahren konnten und an den Orten Ccrub nnd St. Goar gelichtet werden mußten, können wieder nach dem Oberrhein, ebenso auch die großen Schraubendampfer, die bisher nur rkvch bis Köln fahren konnten. Von den Interessenten wird die gebotene bessere Transportgelegenheit nach Möglichkeit ausgenutzt, und es folgen sich daher im hiesigen Fahrwasser fortwährend die Schleppzüge in bunter Reihenfolge rhein-. auf und rheinab aufeinander. Auf hiesiger Rhede lagern manchmal 50—60 Schiffe, welche auf Schleppgelegenheit nach dem Oberrhein warten. Hier sind es hauptsächlich Kohlen, welche in die Bahn verladen werden, um ins Land befördert zu werden. — Die Verladung der großen Massen Braunstein, welche bisher in Bingerbrück vorgenommen wurde, wird mit dem nächsten Frühjahr von hiesiger Rhede aus erfolgen, wodurch der Schiffs- kadeverkehr noch einen weiteren Aufschwung nehmen wird.
Fulda, 9. November. Das Komitee für die Errichtung eines Gedenksteines zur Erinnerung an den Tag von Bronnzell hat an den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet:
„Zum fünfzigjährigen Gedenktage des Zusammenstoßes bei Bronnzell setzen wir einen Gedenkstein als einfaches Gedächtnißzeichen für jene trüben Zeiten, denen dann unter Kaiser und König Wilhelm bessere für das deutsche Vaterland folgen sollten, und schauen unter Ew. Majestät segensreicher Regierung vertrauensvoll in die Zukunft, allezeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit."
Uermisöfles.
* Web et d i e Lieblingstiere der Herrscher undStaatsoberhäupter Europas weiß der „Cri du Paris" folgendes zu melden: „Die Königin Viktoria liebt Tiere überhaupt nicht; dafür liegt ein stichhaltiger Grund vor; , sie ist nämlich einmal von einer trächtigen Hündin gebissen worden und man glaubte tagelang den Ausbruch der Wut oder der Wasserscheu befürchten zu müssen. Dagegen haben alle anderen Herrscher ihre Lieblingstiere. Der d e u t sche Ka i s e r hat die Ka tz e n gern, nicht etwa die Luxustiere, sondern die ganz gewöhnlichen Dachhasen. In dem Bedientenetat ist ein besonderes Kapitel für die Nahrung umherstr'olchender Katzen ausgesetzt. König Carlos von Portugal hat für einen scheußlichen Affen Vorliebe, der alle Personen, die sich ihm nähern, . wütend anfällt, natürlich mit einziger Ausnahme seines Herrn, des Königs selbst. Dieser Affe betrinkt sich wie ein Saufbold und hat in diesem Zustande epileptische Anfälle. Das bereitet Sr. Majestät ein unsägliches Vergnügen. Der König Georg von Griechenland ist ein wahrer Sportsman. Er liebt, wie übrigens auch der Herzog Georg von Oldenburg, (d. Red.), leidenschaftlich die Pferde und macht täglich in frühester Morgenstunde einen Rund- aang durch die königlichen Ställe. Wehe dem Stallknechte, den ipr bei der Mißhandlung eines der edlen Tiere überrascht? Der König Leopold von Belgien ergötzt sich am Sange der Vögel. In Laeken hat er prächtige Volieren errichten lassen, in denen er stundenlang zubringt. Der Sultan Abdul Hamid zieht Meerschweinchen auf. Er besitzt unter anderem ein sechs Jahre altes, das fünf Kilogramm wiegt. Die Königin Wilhelmine von Holland besitzt seit einigen Monaten eine Hecke von weißen Mäusen. Sie ist überzeugt, daß diese niedlichen Nager ihr Glück bringen. Ein Politiker machte ihr dieselben auf ihren besonderen Wunsch zum Geschenke. Die Königin- Regentin von Spanien hat eine besondere Vorliebe für Ziegen, die auf dem rührenden Motive beruht, daß ihr zarter Sohn mit der Milche derselben aufgezogen wurde. Loubet liebt sehr prosaisch zwei .Hunde, die ihn stets auf die Jagd begleiten. Sie sind nichts weniger als schön, aber sie apportieren vorzüglich".
* Herzog Heinrich von Mecklenburg, der Bräutigam der Königin W i l h e l m i n a, hat schon in seinen Knabenjahren Beweise besonderer Geistesgeweckt- heit gegeben. Eine Erinnerung an einen solchen Vorfall bildet eine kleine Gipsstatuette, die die ältere Schwester des Herzogs, die jetzige Großherzogin Elisabeth von Oldenburg, als Kind darstellt. Sie befindet sich! in einem Häuschen des Schloßparkes von Rabensteinfeld und zeigt die Figur die Eigentümlichkeit, daß das Näschen völlig abgeplattet ist, als wäre die Spitze durch häufigen Druch abgerieben worden. Der Attentäter war Herzog Heinrich. Als er eines Tages mit seiner Schwester im Parke spielte, kam es zwischen beiden zu einem heftigen Streit. Schon schien es, als würde es gar zu Tätlichkeiten kommen, als der kleine Prinz plötzlich davon stürzte, um nach wenigen Augenblicken beruhigt und anscheinend höchst ^friedigt
zurückzukehren. Als sich dieses Fortlaufen und Wiedern kehren auch bei späteren Vorfällen wiederholte, folgte max dem Prinzen einmal und sah ihn vor die Gipsbüste der Schwester hintreten und dieser einige recht kräftige — Nasenstüber verabreichen. Man führte den Kleinen vor die Großherzogin, die ihn über seine Handlung inquirierte. Der Kleine sah der Mutter ruhig in das Gesicht und sagte: „Elisabeth hat mich sehr beleidigt, dafür mußte ich sie strafen, aber — wehe wollte ich ihr doch nicht thun *'
Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gieße«.
44. Woche. Vom 28. Ottober bis 3. November 1900. (Einwohnerzahl: «ngenorrmen zu 24 800 (inel. 1600 M«m Militär) L-terbtichkettSMek: 14,67, nach Abzug der OrtSfremdm 4,19 %o.
Kinder ES starben en: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. LedenSjahr: 2.-15. Jahr:
A nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärtSnach Gießen gebrachte Krank? kommen.
Lungenschwindsucht 1 (1)
DiphtherittS 1 (1)
_1 (1)
1 (1)
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Sttmmritzenkrampf 1
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Krebs 2 (1)
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Herzentzündung 1 (1)
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Darmelnklemmuna 1 (1)
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Summ«: 7 (5)
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find vielfach die Folgen unvernünftiger Lebensweise. Würde man z. B. überall von Jugend auf anstatt des aufregenden Bohnenkaffees den wohl- bekömmlichen Kathreiners Malzkaffee trinken, so gäbe eS viel weniger bleich- fuchtige Mädchen und nervöse Frauen.
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Das zweideutige Verfahren der Liebig Company, um sich unliebsamer s ff M ß. L.
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