Mit einander ab und die Stimmung war zum Schlüsse überaus gemütlich. Erst in später Stunde trat man vollauf befriedigt den Heimweg an.
♦* Turnerisches. Der Famülenausflug des Manner- turnvereins am Sonntag nach Klein-Linden gestaltete sich zu einem der schönsten gesellschaftlichen Feste, die der Verein zu verzeichnen hat. Die Teilnahme war irotz der verschiedenen Kirchweihen in der Umgegend sehr rege von alt und jung; die Darbietungen des VerernS waren auserlesen, die musikalische Unterhaltung verschiedener BereinSmitglieder vorzüglich, und es wurde flott getanzt. Was der Männerturnverein seinen Mitgliedern am Schlüsse des SommersemefterS geboten hat, kann ihn, tote man uns schreibt, in die Linie der bestgeleiteten Vereine unserer -Stadt stellen. Man versammelte sich im alten Rmn scheu Gartensaale und im Garten in Klein-Linden bei Herrn Spuck. .
** Krieaerkameradschast Gießen. Bei dem am gestrigen Tage auf dem Lenz'schen Felsenkeller abgehaltenen Bezirkstage wurde der zweite Vorsitzende der Krreger- Eameradschast Gießen, Herr H. Bruchhäuser, mit bedeutender Majorität zum Bezirkspräsidenten für den Hassia- Bezirk Gießen gewählt. K _
♦* Die Generalversammlung der dret landwirtschaftlichen Provinzialvereine des Großherzogtums findet nuf Beschluß des Landwirtschaftsrats Samstag, den 15. Scp< rember, vormittags 10 Uhr, im Saalbau zu Darmstadt statt. Nach der Eröffnungsansprache des Präsidenten wird Oeko- nomierat Schlenke-Hardthos bei Gießen, Vizepräsident des Landwirtschaftsrats, über die Stellung der Hessi- Ichen Landwirtschaft zurFrage der Erneuerung der Handelsverträge sprechen. Daran anschließend folgt der Vortrag des Gutsbesitzers Fritz Schade-Altenburg (Oberhessen) über die landwirtschaftliche Arbeiterfrage in ihrer Beziehung zur Frage der Erneuerung der Handelsverträge. Im Anschluß an die Versammlung findet um 1 Uhr ein Festmahl im Saalbau statt. Zu der Generalversammlung sowie zum Festmahl sind die Mitglieder der landwirtschaftlichen Provinzialvereine und Genossenschaften, alle hessischen Landwirte und Freunde der Landwirtschaft eingeladen. Anmeldungen zur Teilnahme am Festmahl sind an Restaurateur Junghans, Saalbau, Darmstadt, spätestens bis 13. Sep« -tember zu richten.
d- GroßewLiudev, 9. September. Gestern gerieten hier zwei Schuhmachergesellen, die bei Schuhmachermeister Luh arbeiten, infolge einer Neckerei in Streit. Nachdem der dne dem anderen einen Apfelkrotzen ins Gesicht geworfen batte, ergriff der Getroffene den neben ihm liegenden Schusterkneip und stach mit diesem scharfen Werkzeug dem andern unmittelbarunter demHerzen tti die Brust, sodaß eiligst der Arzt geholt werden mußte. Heute vormittag waren Staatsanwalt, Amtsrichter und Vertreter des Kreisarztes anwesend, um den That- bestand aufzunehmen. Der Messerheld stammt aus Lützellinden. Der Zustand des Verletzten, der aus Brandobern- dorf gebürtig ist und in die Gießener Klinik überführt wurde, giebt zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Von einer Verhaftung des Thäters mußte abgesehen werden, da nur Körperverletzung vorliegt.
Butzbach, 9. September. Der bürgermeisterlosen Zeit für unsere Stadt scheint ein baldiges Ende bereitet zu werden, denn mit Anfang nächster Woche wird die Wählerliste für die bevorstehende Bürgermeifterwahl aufgelegt, wonach alsbald der Wahltermin ausgeschrieben werden kann. Hoffentlich bleiben wir vor einem solch erbitterten Wahlkampf wie im vorigen Jahre verschont.
§§ Rabertshausen (Kreis Gießen), 9. September. Auf der in der Nähe unseres Ortes gelegenen Haubenmühle wurde ein junger Mann, F. G. aus Ulfa, der feines Vaters Dreschmaschine dort leitete, von der Maschine weg durch den Gendarmerie-Wachtmeister Schmidt-Nidda verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis abgeführt. Er
war erst vor einiger Zeit aus Amerika zurückgekehrt. Seine Verhaftung soll wegen Verleitung zum Meineid erfolgt sein.
F. V. Darmstadt, 9. September. Infolge des Aufrufes des Landesausschusses des Deutschen Flotten- Vereins für das Großherzogtum Hessen vom Juli d. I. sind für unsere Soldaten und Matrosen in China zusammen 1499.10 Mk. eingelaufen. Der Betrag wird durch das Präsidium des Deutschen Flottenvereins nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden bezw. dem Vaterländischen Frauenverein, dem Roten Kreuz und dem Verein für Seemannsheil zur Verteilung gelangen.
Darmstadt, 8. September. Der Großherzog empfing den Prinzen zu Hohenlohe-Oehringen, Königlich Preußischen Gesandten und bevollmächtigten Minister. — Gestern fand die Versteigerung der K a r t o f f e l e r n t e von der städtischen Hammelstrift an der Frankfurter Straße statt, wobei für 21 hessische Morgen 845 Mk., also für den Morgen im Durchschnitt nur etwas über 40 Mk. erlöst wurden. — Der Verband hessischer Bien en- wirte hält in diesem Jahre seine Ausstellung gleichzeitig mit der landwirtschaftlichen Landesausstellung vom 15. bis 17. September hier ab. Insbesondere wird der Honigmarkt reich beschickt werden, und es bietet sich daher Gelegenheit, reinen Bienenhonig in größeren Quantitäten zu beziehen. Die Verkaufsstelle befindet sich in der Nähe des Eingangs zum Festplatz. — Die Direktion des Groß- herzoglichen H o f t h e a t e r s ist durch den als Ersatz für .Herrn Bucar engagierten Tenoristen L a u t h in schmählicher Weise getäuscht worden. Derselbe ist nämlich, nachdem er sich einen Vorschuß von einigen hundert Mark hatte geben lassen, kontraktbrüchig geworden und soll auf dem Wege sein, im Lande der Dollars sein Glück zu versuchen.
Mainz, 9. September. Die Mainzer Druckerer- besitzer, 19 an der Zahl, erlassen in den hiesigen Blättern folgende sehr bemerkenswerte Bekanntmachung:
Infolge der allgemeinen Sttigerung der Papierpreise, Materialien rc. 2c; fisch die unterzeichneten Druckeretbesitzer, wie in anderen Städten, gezwungen, eine entsprechende Preiserhöhung für Druckar bett en eintreten zu lassen, und bitten ihre geehrten Auftraggeber, hiervon grfl. Vormerkung nehmen zu wollen.
Mainz, 9. September. Heute vormittag hat in dec RochuSftraße ein 12jähriger Taugenichts, der Pflegefohn einer Witwe, einem 9jährigen Knaben mit einem neuen Taschenmesser einen Stich in die linke Seite unterm Schulterblatt versetzt. Der stark blutende Knabe wurde in ein nahegelegenes Haus gebracht, wo man ihm die Wunde verband. Der jugendliche Missethäter entfloh, als er einen Schutzmann sich nahen sah. Er entwickelte ein solches Raffinement, daß er auf den Speicher des von seiner Pflegemutter bewohnten Hauses lief und das Messer dort in einer Stehlampe versteckte, wo es der Schutzmann nach längerem Suchen fand. — Die beiden Kölner Bank- firmen, die den größten Teil der beim Gutenbergfest hier gestohlenen Wertpapiere gekauft haben, haben nunmehr der Bestohlenen den vollen Wert der von ihnen angekausten Papiere ersetzt im Betrage von rund 25,000 Mk.
. Arbeiterbewegung.
Offenbach, 9. September. Die Galanteriesattler beschloßen am Freitagabend mit 311 gegen 17 Stimmen die Kündigung einzureichen, da die an 37 Fabrikanten eingereichten Forderungen von 25 in der Hauptsache abschlägig beantwortet waren. Während man den geforderten Minimallohn von 18 Mk. und die geringeren Forderungen eher bewilligen zu wollen schien, lehnte man die neunstündige Arbeitszeit rundweg ab. Einige Arbeitgeber waren eher noch geneigt, auf die B/Mndige Arbeitszeit einzugehen.
TelephonischeMeldnngendesGiehenerAuzeigers.
Stettin, 10. September Der Kaiser begab sich mittels Sonderznges 6 Uhr 40 Mm. in das Manövergelände
Loudon, 10. September. „Daily Mail" meldet aus
Ficksburg vom 6. ds. Mts: Die britischen Truppen haben Bethlehem, Fouriesburg, Senegal und Ladybrand geräumt. Die Buren haben diese Plätze wieder besetzt.
Loudon, 10. September. „Daily Telegraph" meldet aus Hongkong vom 18.: General Gaselee gab hierher die Weisung, keine weiteren Truppen nach Peking abzu- enden. — „Standard" meldet aus Shanghai vom 9.: Der Sizekönig von Sumighan ist am 5. d. Mts mit einer tarken Truppenabteiluug nach Norden gezogen, nm dem Kaiser Beistand zu leisten. — Die „Times" melden ans Peking vom 22-8.: Die Japaner entfernten ihre Truppen aus dem Sommerpalast, weil die Nüssen gellend machten, daß ein Trupp Kosaken den Sommerpolast eher besetzt hätte. Darauf besetzten die Russen den Sommerpalast.
*
Darmstadt, 10. September. Nach einer Meldung der „Darmst. Ztg." ist Prinz Heinrich von Hessen am 4. September an einem Schlaganfall erkrankt. Neuerdings ist in dem Befinden eine Verschlimmerung eingetrelen.
Berlin, 10. September. Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich traf gestern vormittag hier ein und wurde in Vertretung des in Urlaub befindlichen Botschafters von Szögyeny vom Botschaftsrat Grasen Thun empfangen. Nachdem der Erzherzog in der Hedwigskirche eine Messe gehört, begab er sich kurz nach 3 Uhr vom Stettiner Bahnhose aus nach Stettin zur Teilnahme an den Kaiser Manövern. Mit demselben Zuge fuhr auch Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein.
Leipzig, 10. September. Gestern wurde der Kongreß deutscher Buchbindereibesitzer eröffnet. Der Kongreß ist von Teilnehmern aus ganz Deutschland besucht. Er soll außer der Stellungnahme zur Lohnbewegung im Buchbindereigewerbe die Konstituierung des Verbandes deutscher Buchbindereibefitzer bezwecken.
Olmütz, 10. September. Anläßlich des gestern hier abgehaltenen tschechischen Gauturnfestes fanden hier große nationale Demonstrationen statt, die schließlich zu wiederholten Zusammenstößen zwischen Ts chechen und Deutschen führten. Da die Polizei zu schwach war, mußte Militär ausrücken und die Straßen mit gefälltem Bajonnet säubern. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Demonstrationen dauerten bis spät in die Nacht fort. Die Deutschen, welche die Straßen passierten, wurden ohnejede Ursache auf alle mögliche Weise belästigt.
Belgrad, 10. September. Das Kommunique im Amtsblatt (vgl. Ausland) hat in allen Kreisen große Bestürzung hervorgerufen. Man erbickt darin den Beweis des vollständigen Bruches zwischen dem König und seinen Eltern. Aber auch das Benehmen der Königin Natalie wird allgemein als taktlos verurteilt. Außer dem Kommunique wurden die Behörden durch einen geheimen Erlaß angewiesen, den Eltern des Königs das Betreten des serbischen Hofes zu verwehren und sie im Falle der Widersetzlichkeit zu verhaften.
Semlin, 10. September. Hier zirkulieren neuerdings Gerüchte von einem gegen das serbische Königspaar geplanten Attentat.
New-Nork, 10. September. Ein Orkan, der im Staate Texas ausgebrochen, ist der heftigste, der in diesem Jahrhundert Amerika heimgesucht hat. Drei Städte sind gänzlich zerstört. Die Einwohner haben die Flucht ergriffen. Die Eisenbahn und Telegraphenlinien sind außer Betrieb. Die Truppen sind mit AusräurnungS- arbeiten beschäftigt.
Washington, 10. September. Mae Kinley teilt in einem Bericht mit, daß er die Präsidentschafts-Kandidatur wieder annehme. Er erklärt weiter, seine Regierung sei für die Freiheit und den Wohlstand auf den Philippinen eingetreten. Amerikanische Truppen hätten nur gegen solche Eingeborene gekämpft, die sich weigerten, diese Politik anzunehmen.
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Granitarbeiten ? 380 „ 6. die Trägerlieferung 4800 ,,
7. die Schmiede- und
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8. die Zimmerarbeiten 4150 „
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