Ausgabe 
11.8.1900 Erstes Blatt
 
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was bis jetzt von dem Landtage für die Landwirtschaft ge­schehen sei, und über welche Sachen er noch Vorlagen zu machen gedenke. Schließlich betonte er, daß er die In­teressen des Mittelstandes stets warm vertreten werde.

Frankfurt a. M., 8. August. Großes Aufsehen er­regt hier, wie demM. I." geschrieben wird, die Bekannt- werdung eines von dem feinsten Frankfurter Vergnügungs- Etablissement demPalmengarten" betriebenen Fleischschmuggels. Die städtische Fleischkontrolle hatte schon öfters bemerkt, daß größere Fleischsendungen an die Restau- ratioTi desPalmengartens" gingen, die alsFleischware" bezeichnet waren. Man forschte nach und entdeckte Schlacht- sleisch minderwertiger Qualität, das nur des­halb als Fleischware deklariert worden war, um die städtische Fleischschaustelle umgehen zu können. Die Sen­dung, die von Metzgern aus Fulda stammte, wurde konfis­ziert und der Freibank überwiesen. Die Untersuchung ist bereits eingeleitet.

Sport, Spiel, Jagd.

Kastel, 8. August. Die italienischen Stasfettenreiter unter Führung des Leutnants Boselli, von denen wir schon wiederholt berichteten, hatten auf der Reise nach Schloß Wilhelmshöhe gestern (Dienstag) morgen die Stadt Fulda verlaffen, nachdem sie bereits an der bayerisch-hessischen Grenze in der Nähe von Burghein (Strecke Elm- Gemünden) eine Abordnung des hier in Garnison liegenden Husaren- Regiments Landgraf Friedrich von Hessen Homburg (2. Hess) Nr. 14, on der Spitze Oberleutnant Vogel d Falchnstein-Kafsel, begrüßt und die Führung durch die hessischen Gauen übernommen hatte. Heule (Mittwoch) mittag langte man in Melsungen an und setzte um 3 Uhr nachmittags den Weitermarsch auf Kassel bezw. Wilhelmshöhe fort. Hinter Melsungen verlieb man die eigentliche sogen. Nürnberger Land­straße und wandte sich der alten Frankfurter Heerstraße zu, indem man der Guxhagen über die Fulda und oberhalb Griste über die Eder setzte. Der Weiterritt wurde sodann über Guntershausen, Rengershausen, Knall- Hütte ic. nach Nordshausen fortgesetzt, woselbst die Reiter um 6 Uhr 3!) Min abends anlangten und vor dem südwestlichen Ausgang des Dorfes (m der Richtung der Knallhütte zu), etwa 100 Mir. vom Dorf entfernt, auf der Landstraße mit dem Offizierkorps des Kaffeler Husaren - Regiments Nr. 14, an der Spitze der Chef des Kaiserl. Hauptquartiers, Se. Exz. General v. Pleffen, und der Regimentskommandeur, Oberst- r Blumenthal, zusammentrafen. Diese Offiziersdeputation hatte auf Allerh. Befehl den Wilhelmshöher Schloßpark um 8 Uhr verlaffen und war den italienischen Staffettenreitern entgegengeritten. Nachdem die gegenseitige Begrüßung erfolgt war, setzte sich die Cavalcade unter Führung des Generals Exz. v. Pleffen nach Wilhelmshöhe zu in Be­wegung. In Wilhelmshöhe angelangt, wurden die italienischen Reiter am Ausgang des Parkes auf Mulang gegenüber dem Chinesen- Hauschen von dem kommandierenden General des 11. Armeekorps, bjj. v. Wittich, der bis hierher entgegengeritten war, begrüßt, worauf sodann zum Schlohhof geritten wurde. Als der Kaiser in Begleitung des Grasen Waldersee und des von Berlin zu dem Zweck hier an­gekommenen Militärattachäs der Königlich Italienischen Botschaft, auf der Freitreppe des Schlosses erschien, marschierte die Patrouille nn Salopp der Freitreppe gegenüber auf. Leutnant Boselli, sowie die fx? J~ancc.rd (Sergeant, Unteroffizier und 2 Gemeine), deren Lanzen- fähnchen mit Trauerflor verhüllt waren, stiegen von den Pferden ab. Leutnant Boselli, der seinen Degen gezogen hatte, erstattete seine Mel- dung und legte das Handschreiben König Humberts in die Hände deö Monarchen. Kaiser Wilhelm reichte dem Offizier die Hand und unterzog dann Leute und Pferde einer Musterung. Dem Vernehmen nach sprach sich der Kaiser Über die Haltung der Reiter und Pferde sehr lobend aus. Die Besichtigung dauerte fast eine halbe Stunde. Der I

Kaffer Übergab dann persönlich dem Offizier, sowie den Unteroffizieren und den Mannschaften Ordensauszeichnungen und verabschiedete sich dann »on dem Kommando. Dasselbe defilierte noch einmal vor dem Kaiser vorbei und rückte dann gegen 8 Uhr vom Schlosse ab. Die Italiener ritten, begleitet von dem Offizierkorps der Heffen-Homburg-Husaren, nach der Kaserne am Gardeducorpsplatz. In der Kaserne wurden die italienischen Mannschaften, für welche 2 Stuben eingerichtet worden, be­wirtet, die Pferde vorläufig im Krankenstalle untergebracht. Leutnant Boselli verbrachte den Abend mit den Offizieren im Kasino bei einem gemeinsamen Mahle. Leute wie Pferde befanden sich bei der Ankunft in guter Verfassung. Leutnant Boselli ist ein junger Offizier, den die wollige Pelzmütze mit dem savoyischen weißen Kreuz und das dunkle Kollet recht wohl kleiden. Sowohl der Offizier als seine Lanciers sind während des langen Marsches arg von der Sonne verbrannt. Obwohl durchweg noch jung, machen sie doch in den Pelzmützen und der dunklen Uniform, die Lanze in der Hand, einen martialischen Eindruck. Die zurückgelegte Strecke Rom-Kassel Beträgt ca. 2400 Kilometer, welche von der Patrouille, welche täglich 7080 Kilometer ritt, in 29 Tagen be wältigt wurde.

Aan-el nu- Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vom S. August.

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Prämien auf Kredit per ult Äug. 1.50%, do. per ult Sept. 2.70%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 1.25 %, do. per ult. Sept. 2.40%, Lombarden per ult Aug. 0.65%, do. per ult Sept. 1.10%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.

Notierungen: Kreditaktien 206.20-00-00 000, Disken to- Kommandit 173.30-60-10-40-30-70, Staatsbahn 139.0, Lombarden 25.20, Italiener 93 10, Spanier 71.70-00, Bproz. Mexikaner 25.10, Bochumer 185.40-186-000.00 bz., Laura 202.50-203.00 bz., Harpener 175.30-174 80-5.20 bz , Gelsenkirchen 185.80-40-186 bz. G Privct- Diskont 43/16-4%%-

1% bis 2»/, Uhr: Kreditaktien 206.20-40-0000 bz., DIs- konto-Kommandlt 173.70-175.00-00 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staatsbahn 139 bz., Lombarden 00.00 b., Laura 000-000 00.

Sortschritte der Lebensversicherung in Deutschland. Nach der bekannten statistischen Abhandlung ÜberZustand und Fortschritte der deutschen Lebensversicherungs- Anstalten", welche demnächst für das Jahr 1899 zur Veröffent­lichung gelangt, ist der Zugang an Lebensversicherungen bei den deutschen Gesellschaften im vorigen Jahre wiederum größer als in allen Vorjahren gewesen. Von den 45 deutschen Gesellschaften, die sich mit dem Betrieb der Lebensversicherung d. h. der Kapital-Versicherung auf den Todes­fall schlechthin sowie der abgekürzten Versicherung mit Zahlbarkeit beim Tode oder nach Erreichung eines bestimmten Alters beschäftigten, wurden im Jahre 1899 insgesamt 123 206 neue Lebensversicherungen Über 550 549 983 Mark abgeschlossen. Dagegen bezifferte sich bei ihnen der Abgang an Lebensversicherungen zusammen auf 59 629 Policen über 224 865 715 Mark, wovon 21 131 Versicherungen über 79 934 696 Mark durch den Tod der Versicherten und 8270 Versicherungen über 19 097 741 Mk. durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten endigten Der Zugang überstieg den Abgang um 63 577 Policen und 325 684 268 Mark Summe. Um diese Zahl und Summe hat sich also im vorigen Jahre bei den 45 deutschen Lebensversicherungs-Anstalten der Bestand an Todesfall-Versicherungen erhöht. Derselbe stieg dadurch zu Ende des Jahres auf 1 426 986 Policen Über 6 106 635 454 Mark. Hieran waren die bedeutendsten Anstalten mit folgenden Summen beteiligt:

Gotha .... Stuttgart . . . Alte Leipziger . . Stettiner Germania Victoria .... Karlsruhe . . .

gegr.

1827 \ mit

1854 /

1830 (

1857 j

1861 \

1864 )

772 089 700 Mark 557 043 139 ,

541 258 750

536 694 722

435 671 713

435 405 972

Summa 3 278 163 996 Mark

Aus diese sechs Anstalten entfiel demnach die gute Hälfte (53,y Prozent) be8 gesamten LebenvversicherungöbestandeS der 45 Gesellschaften Für bie von allen dwsen Anstalten betriebene Lebensversicherung im oben cTÄ en ®t,nnc !? blc Möglichkeit einer vollständig vergleichenden Statistik gegeben. Daneben wird von der Mehrzahl der Gesellschaften auch noch bie Rentenversicherung sowie die Versicherung auf den Er­lebensfall (Alters-. Aussteuer-, Militärdienstversicherung) und von einer von Gesellschaften die sog. kleine Lebensversicherung (Begräbnis, geld-, Volks- und Arbeiterversicherung) betrieben, während einzelne An­stalten, rote bte Gothaer Bank, sich auf den Betrieb der eigcnllichen Lebensversicherung beschränken. So wird unter jenen 6 Anstalten die Volksversicherung (mit kleinen Summen und meist wöchentlicher Prä- mtenzahlung) allein von der Victoria betrieben, die am Schluffe deS Vorjahres darin einen Bestand von 283 Mill. Mark und bei Mitein­rechnung auch von 55 Mill. Mark an Versicherungen nur auf den Er- lebensfall sogar einen Gesamtbestand von 773% Mill. Mark hatte Ein wirklicher Vergleich zwischen den verschiedenen Anstalten ist aber, wie angün'g'nUt innerhalb der ihnen je gemeinsamen VersicherungSartm

Märkte.

_ _ WHebberfl, 9. August. Der gestrige Ferkelmarkt war sehr stark befahren. Die Käufer wurden aber durch starke Regengüsse am Besuch des Marktes gehindert, weshalb sehr viele Tiere wieder mit nach Ne genommen wurden. Die Preise schwankten nach Alter und Qua­lität zwischen 11 und 18 Mk. für das Stück.

Zandwirtschast.

c, . ^^^^"lkereigenostenschaften in Deutschland. Im Jahre 1899/1900 wurden 17 eingetragene Molkereigenossenschaften auf- gelöst, dagegen 170 neu gegründet. Von letzteren entfallen auf Ost­preußen 1, auf Wefipreußen 8, auf Brandenburg 3, auf Pommern 4, Posen 8, Schlesien 1, Provinz Sachsen 11, Schleswig-Holstein 16, Hannover 80, Westfalen 4, Hessen-Nassau 3, Rheinpreußen 11, Bayern 24, Sachsen 4, Württemberg 28, Baden 4, Hessen 2, Mecklenburg 1, Oldenburg 3, Braunschweig 6, Anhalt 1, Lippe 1, Elsaß Lothringen 5. Auf der beschränkten Haftpflicht wurden 56, auf der unbeschränkten Haftpflicht 114 von ihnen aufgebaut. Die große Mehrzahl der neuen Molkereien ist sofort an den Allgemeinen Verband der deutschen land­wirtschaftlichen Genossenschaften angeschlossen worden, während es sich bet den Auflösungen gewöhnlich herausstellt, daß mit dem Fehlen einer Ver­bandszugehörigkeit auch eine wesentliche Voraussetzung des gedeihlichen Arbeitens fehlt.

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