Ausgabe 
11.7.1900 Zweites Blatt
 
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Teilungen; doch wird für Fahrgelegenheit Sorge getragen werden. Das Nähere ergiebt die Anzeige.

* Das süddeutsche Männersextett, Opernsänger-Ensemble aus Stuttgart, giebt heute abend ein Konzert in Steins Garten. DieZweibrück. Ztg." schreibt, daß sich dort der vorzügliche Ruf, der dem Ensemble vorausging, als voll­berechtigt erwiesen hat. All' die hübschen Nummern des Programms wurden in wahrhaft künstlerischer Weise zu Gehör gebracht, sodaß mit dem Beifall nach den einzelnen Borträgen nicht gekargt wurde.

** «Domchor-Konzert. Unter den reisenden Konzertsänger-Gesellschaften der Gegenwart nimmt die Kon^ertvereinigung von Mitgliedern des Königl. Domchors zu Berlin mit Recht eine der ersten Stellen ein, nicht nur wegen der Gediegenheit ihrer Programme, sondern auch wegen -d-er Vorzüglichkeit ihrer gesanglichen Leistungen. Diese Vorzüge hatten auch in dem gestrigen, in Steins Saalbau abgehaltenen Konzert ihre volle Würdigung ge­funden, denn der Konzertsaal war trotz der für derartige Veranstaltungen wenig geeigneten Jahreszeit verhältnis­mäßig gut besucht. Das interessante und gehaltvolle Pro­gramm, dessen erster Teil geistliche Musik enthielt, wäh­rend der zweite aus Tonschöpfungen weltlichen Charakters zusammengesetzt war, fand durch die aus acht Herren be­stehende Sängerschar eine Erledigung, wie sie schöner kaum gedacht werden kann. Tie völlige Ausgeglichenheit der Stimmen, die ordentlich wohlthuend auf das Ohr des Zu­hörers stärkte, die ganz hervorragende, selbst bei den zar­testen Pianostellen noch deutlich vernehmbare Nüanzie- rungsfcchigkcit, durch die die dynamischen Vorschriften eine vollendete Ausführung erhielten, und die stets deutliche Textaussprache, die den Blick in das Textbuch nahezu über­flüssig machte, waren Vorzüge, die man sämtlichen chori- schen Darbietungen in hohem Maße anmerken konnte, und welche hie Beantwortung der Frage nach der besten Leistung des Abends mindestens schwierig macht. Daß sich die Künstler ihre Aufgabe nicht leicht gemacht hatten, wird jeder gern zugeben, der namentlich die Motette von Neit- hart, die Chorballade Rudolph von Werdenberg von Hegar und die Madrigale von Isaak und Donati aufmerksam an­gehört hat. Die zwischen den Chornummern eingelegten Sologesänge wurden von den Herren Hermann, Neubauer, Rieke und Bakkes ansprechend wiedergegeben, wenn auch die geschätzten Künstler nicht gerade zu den hervorragend­sten Vertretern dieser Kunstgattung gezählt werden können. Eine recht unangenehme Abkürzung mußte sich das herr­liche Wanderlied von Schumann gefallen lassen, dessen stim­mungsvoller Schluß von dem Klavierbegleiter einfach weg­gelassenwurde. So willkürlich sollte man mit einem Kunst­heros wie Schumann nicht umspringen. Das Publikum zeigte sich für sämtliche Darbietungen sehr dankbar und spendete reichlichen Beifall. Die geehrten Künstler waren dafür so liebenswürdig, das Madrigal von Donati teilweise zu wiederholen und ant Schluß des Konzerts noch eine herrlich gesungene Zugabe (Wiegenlied von Brahms) zu spenden. Pr.

Darmstadt, 10. Juli. Der Großherzog hat die ihm von Rektor und Senat der Technischen Hochschule ver­liehene Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehren­halber angenommen.

Heldenbergen, 10. Juli. Sonntagmorgen fand man etwa 20 Minuten von hier entfernt in der Nidder die Leiche der hier wohnhaft gewesenen Elisabeths Gruner. Was die Lebensmüde zu dieser That veranlaßt hat, ist bis jetzt noch völlig unbekannt. Vor einigen Tagen soll dieselbe geäußert haben, die Nidder sei ihre Grabstätte. Gestern abend gegen 11 Uhr verließ die Gruner ihre Wohnung, und als sie heute vormittag noch nicht zurückgekehrt war, begab man sich auf die Suche an die Nidder, in der man bald ihre Leiche fand.

Mainz, 10. Juli. Um 4 Uhr gestern früh wurde auf der Kaijerstraße ein dort herumspazierendes chikes Dämchen" von zwei Schutzleuten festgenommen und auf den Bezirk gebracht. Sie gab an, Elli Wehner zu heißen und Kellnerin aus Köln-Nippes zu sein. Wegen obdach- losem Umhertreiben blieb dieseElli Wehner" in Polizei­gewahrsam und wurde morgens nach der üblichen Ver­warnung, sich, innerhalb drei Tagen Stellung und Obdach« zu suchen, entlassen. Kaum war nun das Mädchen ent­lassen, als vom 1. Bezirk die telephonische Meldung kam, daß der 15 jährige Peter W. von hier (geboren am 11. Ja­nuar 1885) die Kleider seiner Schwester angezogen habe und sich von zu Hause entfernt habe. Dieser junge Mann war nun das wegen Obdachlosigkeit aufgegriffene Dämchen", das seine Frauenrolle so täuschend, auch stimme lich, zu spielen weiß, daß niemand das wahre Geschlecht desJüngling-Fräuleins" zu erraten vermag. Wie wir noch« hören, hat der Betreffende schon 14 Tage lang in Darmstadt als Kellnerin gearbeitet und zwar zur vollen Zufriedenheit seines Prinzipals. In Frauenkleidern hat er auch die Zahlbacher Kirchweihe besucht. Liebesbriefe an Herren zu schreiben, ist auch« eine Lieblingsbeschäftigung öon ihm. Rendezvous hat er auch schon gehabt. Tie Herren sollen ob der Anmut und Eleganz, mit der sich dasJüng- nng-Fraulmn" zu bewegen verstand, entzückt gewesen sein. ^6en fernes gestrigen unüberlegten Streiches hat sich Peter W. übrigens eine Anzeige wegen groben Unfugs und falscher Namensangabe zugezogen.

Wetzlar, 8. Juli. ImSchützengarten" wurde gestern abend eine Generalversammlung derOrtskrankenkasse für Gesellen, Gehülsen und Fabrikarbeiter der Stadt Wetzlar- abgehalten. Als wichtigster Gegenstand standen verschiedene Abänderungen des Statutes auf der Tagesordnung. Zunächst wurde über den § 1 verhandelt, der schließlich in folgender Faffung zur Annahme gelangte:

§ 1. Unter dem Namen OrtSkrankenkasie für Gesellen, Gehülfen und Fabrikarbeiter der Stadt Wetzlar wird hiermit für alle in dem Bezirk der Stadt Wetzlar betriebenen und zu betreibenden Gewerbe mit Ausnahme derjenigen, für welche eine Betriebs (Fabrik-), Bau-, Jnnungskrankenkasse oder Knappschaftskasse besteht oder begründet wird, sowie der Optiker und Mechaniker und der in land- und forst­wirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter und Betriebs« beamten eine gemeinsame Ortskrankenkasse errichtet.

Für den § 11 wurden die beteiligten ortsüblichen Tagelohnsätze gemäß den neuen Festsetzungen mit Geltung vom 8. November 1900 ab wie folgt geändert:

1. Klasse: männliche Arbeiter über 16 Jahre 2 Mk. 50 Pfg.

2. .. weibliche M ,, 1 50 H

3. männliche unter 1 50

4. weibliche 1

Dementsprechend waren auch die Krankengeldsätze gegen früher zu erhöhen und wurden folgende Sätze angenommen: 1- Klasse erhält fortan 1 Mk. 25 Pfg. Krankengeld. 2. u. 3. erhalten 75

4. erhält 50

Im Anschluß hieran wurde die Frage diskutiert, ob auf Grund dieser neuen Feststellungen eine Erhöhung der Mo> natsbeiträge, welche im § 17 auf 2 Prozent des gewerblichen Tagelohns nominiert sind, notwendig erscheine oder nicht. Die Besprechung hierüber endete mit dem Beschluß, es vor­läufig bei dem bisherigen Satze von 2 Prozent zu belassen.

an

Dutenhofen Wetzlar Albshausen Burgsolms

ab

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Der Kriegerverein giebt sich die größte Mühe, den Kameraden des Kreises einen schönen, angenehmen Nachmittag aus dem schönen Festplatze oberhalb der Kirche von Burgsolms, dicht an dem Baumstück an der Straße Wetzlar-Braunfels zu bereiten.

Wetzlar, 9. Juli. Am Sonntag, den 15. d. M., wird in Burgsolms der Generalappell des Kreiskrieger­verbandes Wetzlar abgehalten. Die Königliche Eisen­bahn-Direktion hat, den Wünschen der Kriegervereine ent­gegenkommend, zu diesem Feste nachstehende Sonderzüge für Sonntag, den 15., eingelegt:

Gießen

1225

Burgsolms

ab 9oo

1296

Albshausen

an 905

12*9

Wetzlar

w 915

1259

Dutenhofen

n 928

104

Gießen

939

Limburg, 9. Juli. Die hiesige Handelskam­mer beschloß in ihrer letzten Sitzung angesichts der Agi­tation zu Gunsten eines Mosel- und Saarkanals sich! wegen der Lahn-Kanalisierung mit dem in Diez schon bestehenden Ausschuß zu verständiaen und auch weiter die Handelskammern lin Wetzlar und Gießen dafür zu inter­essieren.

* Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Aus verschiedene, bei der Regierung eingegangene Be­schwerden wegen Heranziehung der Landwirte zu einer 14tägigen militärischen Uebung im Monat Juli, hat das Generalkommando zu Frankfurt a. M. diese Hebungen in die Mitte des Monats August verlegt. Die Leiche des vor einiger Zeit aus Frankfurt verschwundenen In­stallateurs Drew wurde in Mainz geländet; Drew hatte vor dem Selstmord sein ganzes Geld und sonstige Sachen nach Frankfurt geschickt. Die Leiche wurde zur Beerdigung nach Frankfurt übergesührt. Bei EmS wurde in der Lahn die Leiche eiaer unbekannten, feingekleideten Dame geländet. Der zurzeit in Paris tagende, aus allen Teilen der Welt beschickte Internationale Genossenschafts-Kongreß ernannte den Anwalt der deutschen landwirtschaftlichen Ge- nossenschaften, Geheimrat Haas in Off enbach, zum Ehren­präsidenten. Der Feldhüter Klingelhöser, der den Konrad Schneider Samstagnacht erschoß, wurde aus der Unter­suchungshaft in Kirchhain entlassen. Der erschosiene Schneider sollte sich am Dienstag vor der Marburger Strafkammer wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung u. s. w. verantworten.

Vermischtes.

* London, 9. Juli. Eine Depesche des Gouverneurs in Bombay meldet, daß 1 0 320 Cholerafälle, von denen 6502 tödtlich verliefen, in den von der Hungers­not betroffenen Gebieten während der mit dem 30. Juni endigenden Woche vorgekommen sind. Die Zahl der bei den NotstandSarbeiten beschäftigten Arbeiter nimmt infolge der anhaltenden Dürre rasch zu. Ein Telegramm des Vizekönigs besagt, daß sich die Not und der Hunger gegen jede Erwartung ausgedehnt und daß die Aussichten in Rajputana und in Centralindien trübe seien.

* Ueber ein Ehe> und Eifersuchtsdrama wird demB. T." aus Petersburg unter dem 6. d. M. geschrieben: Gestern wurde hier in seiner Wohnung einer der tüchtigsten russischen Ophtalmologen, der Professor am Klinischen Institut der Großfürstin Helene Pawlowna, Hermann Dohnberg, von dem Stabskapitän a. D. Julian v. Hecker erscho ssen. In der Nacht erlag Dohnberg seinen Wunden. Professor Dohnberg, Kurländer von Geburt, war Witwer und lebte ganz allein. Es war gerade Krankenempsang beim Pro­fessor, als gegen 2 Uhr mittags Herr v. Hecker den Em- psangSsaal Dohnbergs betrat und, obwohl 5 bis 6 Patienten bereits warteten, sofort ins Kabinett des Professors gelassen wurde. Die im EmdsangSzimmer Wartenden vernahmen einen kurzen, heftigen Wortwechsel, dem mehrere Schüsse folgten, worauf sämtliche Patienten eilig das Hasenpanier ergriffen, während der Diener des Professors ins Kabinett stürzte. Hier bot sich ihm ein furchtbares Bild: Dohnberg lag, tätlich in den Bauch getroffen auf dem Teppich, der furchtbar erregte Hecker verließ das Zimmer, dem Diener, der ihn ergreifen wollte, mit dem Revolver drohend, und begab sich in die zweite Etage desselben Hauses, wo Ver­wandte von ihm leben. Hier ließ er sich ruhig arretieren. Aus seiner offenen Aussage erwies es sich, daß Professor Dohnberg die junge Frau Heckers, mit der dieser in kaum zweijähriger Ehe lebt, verführt habe. Als Hecker das er­fuhr, habe er sich von der Frau scheiden lassen wollen und von Dohnberg verlangt, daß er die Geschiedene ehelichen solle. Dohnberg habe sich dessen geweigert und ebenso ein ihm darauf von Hecker angetragenes Duell abgelehnt. Nach diesem sei Hecker nichts anderes übrig geblieben, als zur Selbsthilfe zu greifen und sich am Zerstörer seines Familien­glückes zu rächen. Professor Dohnberg hat 1870 bis 1875 in Dorpat Medizin studiert. Er war ein ausgezeichneter Okulist und hat hier seit 1876 in den verschiedensten An­stalten gewirkt. Auch eine weitverbreitete, nach ihm be­nannte hygienische Schreibtischlampe hat er konstruiert.

Universität und Hochschute.

Aus Jena teilt man mit: Der Prioatdozent Dr. Friedrich Schultz, Leiter der physiologisch-chemischen Abteilung der hiesigen Uni­versität, ist zum a.-o. Profesior ernannt worden. Dem a.-o. Profeffor Dr. Joachim Teichmüller an der Technischen Hochschule zu Karls­ruhe wurde die etatsmäßige Amtsstelle eines a.-o. Profesiors für Elektrotechnik an dieser Hochschule übertragen. Die Greifswalder juristische Fakultät hat den Universitätsprofeffor Dr. Bernhard Kübler, Oberlehrer am Askanischen Gymnasium in Berlin, in Würdigung der Verdienste, die er sich um die Rechtswistenschaft, besonders durch die Herausgabe eines zweibändigen Wörterbuches der römischen Rechtswissen­schaft, erworben hat, zum Ehrendoktor ernannt. Man schreibt aus Zürich: Der Privatdozent für Germanistik an der hiesigen Hochschule und Herausgeber desArchivs für Schweizerische Volkskunde* Dr. ©rnft Hoffmann-Krayer ist zum a.-o. Professor für Phonetik, schweizerische Mundarten und Volkskunde an der Universität Basel ernannt worden. Der seit 36 Jahren an der Universität Genf dozierende o. Profesior für Botanik I. B. Thury ist von seinem Lehramte zurückgetreten. Aus Basel wird berichtet: Dem Redakteur derSchweizerischen Musik­zeitung", Dr. Karl Res wurde die venia legendi für Musikwissenschaften an der hiesigen Hochschule erteilt. Zum ersten Rektor der neuen Birmingham-Universität ist der Physiker und Elektriker Oliver Lodge erwählt worden. Er war bisher seit 1881 Profeffor der Physik am University College in Liverpool. In Petersburg fand am 1. Juli die Grundsteinlegung des neuen Polytechnikums statt. Zum Direktor des neuen Polytechnikums ist bereits Fürst A. G. Gagarin ernannt.

Kunst Md Wissenschaft.

Prof. Max Koner, der bekannte Meister der Bildnismalerei, der sich durch sein künstlerisches Schaffen und seine ganze Persönlichkeit eine ähnlich hervorragende glänzende Stellung im Kunstleben und in der Gesellschaft Berlins errungen hatte, wie sie Gustav Richter einnahm, ist am Abend des 7. Juli im Alter von 46 Jahren in Berlin gestorben,

Sport, Spiel, Jagd.

Em-, 8. Juli. Bei der heutigen Jubiläums-Kaiserregatta errang den Ehrenpreis Kaiser Wilhelms I. der Frankfurter Ruderverein gegen die Frankfurter RudergesellschaftGermania"; den Ehrenpreis Kaiser Wilhelms II. (Goldene Medaille) für einen akademischen Vierer errang der Bonner Ruderverein gegen den Bonner Akadem. Ruderklub Rhenus" und gegen die Gießener Rudergesellschaft.

Arbeiterbewegung.

Amsterdam, 9. Juli. Infolge des Streikes der Schiffs arbeitet ist über Rotterdam der Belagerungszustand verhängt. Da8 KanonenbootDuca" liegt vor dem Hafen. Heute wird ein zweites Panzerschiff erwartet. Bewaffnete Barkasien bewegen sich auf der Schelde. Die Ausständigen versuchten einen An artff aulf ein Rheinsckrtsf. ergriffen aber vor den Seesoldaten die Flucht.

Familien Nachrichten.

Verlobte: Elsa Mansbacher mit Richard Horkheimer, Darm­stadt-Stuttgart.

Gestorben r Herr Friedrich Ott in Wetzlar. Herr Karl Ahbach in Darmstadt. Frau Margarete Rummel, geb. Gauß, in Darmstadt. Fräulein Anna von Heffe in Auerbach a. d. Bergstraße.

Handel «nd Verkehr. Uolkswirtsthast.

Gtetze«, 10. Juli. Marktbericht. Auf tdem heurigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.901.10, Hühnereier per St. 67 2 St. 1113 H, Enteneier 2 St. 1416 4, Gänse

eier per St. 1112 Käse 1 St. 5-8 Käsematte 2 St. 5-6 H, Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar

X 0.750.90, Hühner per St. X 1.202.00, Hahnen per Stück X 0.701.30, Enten per St. X 2.002.20, Gänse per Pfund X 0.000.00 Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 4 Schweinefleisch per Pfd. 5070 Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 L, Kalbfleisch per Pfd. 6466 Hammelfleisch per Pfd. 5066 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bi- 5.00 X, Weißkraut per St. 0000. Zwiebeln per Ctr, X 8.00 9.00, Milch per Liter 16 H. Kirschen per Pfund 1215 H.

Kiel, 10. Juli. Nach den neuesten Bestimmungen) ging das Begleitschiff der Kaiser-Yacht, derGreif", gestern abend direkt nach Bergen. DieH 0 h e n z 0 l l e r n" mit dem Kaiser an Bord und das TepeschenbootSleipner" dampfen heute mit großer Fahrt gleichfalls nach Bergen ab. Die Rückkehr nach Kiel ist auf den 7. August festgesetzt.

Gmünden, 10. Juli. Gestern abend fand im Schlosse eine große Soiree statt, an der alle Fürstlichkeiten teil­nahmen. Alsdann besichtigten die Herrschaften den von der Bürgerschaft veranstalteten Fackelzug. Der Bürger­meister richtete an die Braut, Prinzessin Marie eine An­sprache, in welcher er diese, beglückwünscht. Der Herzog von Cumberland und die Prinzessin Marie bedankten sich für die ihnen dargebrachten Ovationen.

Paris, 10. Juli. Die Nationalisten organisieren für den 14. Juli eine große Kundgebung, die sich besonders gegen den Kriegsminister Andre und den Prä­sidenten L 0 u b e t richten soll. Ein republikanisches Organ weiß zu berichten, daß eine Anzahl von Personen für fünf Francs pro Mann gedungen sind, um Andre und Loubet auszupfeifen, während die Metzgergesellen für 20 Francs pro Mann sicb mit F ä u st e n und Stöcken an der beab­sichtigten Kundgebung und der sich anschließenden Schlägerei beteiligen werben. Die Republikaner sollen jedoch ent­schlossen sein, Gegen-Kundgebungen zu organisieren und keinerlei Demonstrationen zu dulden. Infolge dieser Even­tualitäten .haben die Behörden ausgedehnte Vorsichtsmaß­regeln getroffen.

Wien, 10. Juli. Die Vermählung der Erz­herzogin Marie mit dem Herzog Robert von Württemberg findet im Oktober statt.

Es giebt wohl kaum einen Gebrauchsartikel für den Haushalt, welcher der Reklame soviel Stoff bietet, wie die Putzmittel für Metalle. Da giebt eS flüssige und trockene Putzmittel, solche in Pulver und in fester Form, Salben und Pasten.

Es ist auch nicht zu verwundern, wenn der Wettbewerb da am meisten zu bieten sucht, wo am meisten verlangt wird; denn keine Haus­frau ist zufrieden, wenn beimReinemachen" nicht alles blitzblank ist.

Ein vorzügliches Putzmittel, welche- ebenso wie es in ruhiger vornehmer Weise empfohlen wird, auch unter all den verschiedenen Putz­mitteln obenan steht, ist der weiße GlockemPutzextrakt (Marke Glocke) aus der chemisch-technischen Fabrik von Rud. Starke in Melle in Hannover. Dieser Putz Extrakt zeigt im Gebrauch eine über­raschende Wirkung, indem in kürzester Zeit ein spiegelartiger Glanz damit erzielt wird, sodaß es jeder Hausfrau eine wahre Freude sei« muß, dieses wirklich vorzügliche Putzmittel zu benutzen.

DerGlocken-Putzextrakt" besitzt den Vorzug, daß er nicht schmiert und nicht die rote Rostfarbe annimmt, also lange haltbar ist.____________

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