tau
ll>
Ur.
Amts« und Anzeigeblatt für den lCvci= Gieren
' wo Adam
C.«*>
<B»E
1
1
KSt An-eigen-vermittlungSstellen btS In« unb SuMoM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgegte, ZeilcnpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Explosivgeschosse!
Mit was für unzulänglichen Experimenten befaßte man sich im 70 er Kriege noch im Punkte der Wundbehandlung! An das Charpie-Zu>' *en, das geradezu in unseren Familien damals zu einer regelmäßig wiederkehrenden Tages- beschästigung geworden war, werden sich wohl noch manche erinnern. Und wie wenig hat sich dieses Verbandmaterial bewährt, und wie Unsinnig verfuhr man zuweilen in B-ezug auf die Leinwandstoffe, die man zu diesem Samariterwerk auswählte.
Welche Fortschritte gerade nach dieser Richtung ge- nrrcht worden sind, lehrt ein Blick auf die Verbandstoff- ko-llektionen, die Binden, Watten, Bandagen, chirurgischen GAmmiwaren.
***toe, •DKbttto mb tratet*. 3r. 1.
Graüsßeilasr«: Gießexrr Familienblätter, Der heWhe Kandmirt, Kätter Mr hessische valkskunde._________________
Ke;«g,pret« vierteljährl. Mk 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohnz durch die AbholestrS« vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr«, mk Bestellgeld.
Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Zwicker, silberner Ning, 1 Taschenmesser, 1 Rosenkranz und schwarzer Rock.
Gießen, am 10. März 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl.
Adreff« für Depeschen: Anzeiger chttßMa
Fernsprecher Nr. 61.
Die
Werd« bw Anzeiger ta IM** mk .Heß.
■. Möt-e
Oe kf K-lkrkunbe"
* Politische Wochenschau.
Gießen, 10. März 1900.
Das Bemerkenswerteste auf dem Gebiete unserer inneren Politik sind jedenfalls die an allen bedeutenden Orten statt-
»♦* ln **
\MBmbca So« «fch«wenden Numm« M vsrm. X) Uhr.
'' ' g- jpäteßrnS tmrhrr.
Bekanntmachung.
Betreffend: Maul- nnd Klauenseuche.
Nachdem die Seuche zu Nieder-Breidenbach, Kreis Alsfeld, erloschen ist, sind die angeordneten Sperr- uiaßregeln wieder aufgehoben worden.
Die Seuche in Fronhausen, Kreis Marburg, ist erloschen und die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden.
Die Seuche ist in Werd orf, Kreis Wetzlar, erloschen.
In Dornholzhausen, Kreis Wetzlar, ist die Seuche amtlich festgestellt worden.
Gießen, den 9. März 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
' Me«.
«rehaua)
iau).
d (nichtnum.) z Maaikalienhandlong «Uhr an der Kasse
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
r Itll
naug
11,8 Stockholm
Gießen, am 8. März 1900. «etr.: Die Ausfertigung der Brandversicherungsanträge. DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen ee tzte Grotzh. Bürgermeistereie« des »reifes.
Es ist in der letzten Zeit wiederholt vorgekommen, daß bei den von Bürgermeistereien vorgenommenen Beglaubig- angen von Namensunterschriften auf Brandversicherungs- Anträgen und Schätzungen Stempelmarken verwendet worden sind.
Wir weisen Sie demgegenüber daraufhin, daß nach Artikel 66 des Gesetzes vom 28. September 1890 in der Fassung vom 30. September 1899 (Reg.-Bl. von 1899 Seite 723) alle aus Brandversicherungsangelegenheiteu sich beziehenden Verhandlungen von Stempel und Gebühren befreit sind und auch nach Art. 7 letzter Absatz des Urtundenstempelgesetzes vom 12. August 1899 fernerhin von solchen befreit bleiben.
v. Bechtold.
entziehen, und deshalb erfand die gütige Fee das sogen. „Reform-Korsett". In sehr hübschen, geradezu idealen Exemplaren präsentiert sich dasselbe in der Frankfurter Ausstellungshalle. Neben der Frankfurter Firma Löhren, die mit einer Kollektion Büstenhalter, die statt der Stäbchen Kordeleinlagen enthalten, auf dem Plan erschienen ist, zieht die Firma Koch und Eichenauer in Gießen mit ihrem preisgekrönten „Turnmieder" die Aufmerksamkeit auf sich.
Zweihundertachtundvierzig Aussteller nennt der Katalog. Unter diesen befinden sich natürlich verschiedene Anstalten, Vereine, Gesellschaften. Aber es ist doch erstaunlich, daß eine solche Fülle auf einen verhältnismäßig engen Raum so gut und übersichtlich gruppiert, hat untergebracht werden können!
Die „Landwirtschaftliche Halle" liegt in dem uneleganten Viertel Frankfurts, und die Ostendstraße hat selten Gelegenheit im Laufe eines Tages die Auffahrt so vieler glänzender Equipagen zu beobachten: denn es scheint, als nähme gerade die obere Schicht der Gesellschaft ein besonderes Interesse an dieser Ausstellung, deren Charakter jeden sogenannten „amüsanten" Zweig äusschließt.
Es läßt sich nicht vermeiden, daß es auch etwas „medizinisch" in der Halle riecht. Die aufgestapelten Verbandszeuge, die Streckbetten-, Wasch- und Operationsapparate verbreiten die eigentümliche Hospitalatmosphäre, die jeder genau wieder erkennt, der sie einmal intensiv in seine Geruchsnerven ausgenommen hat. Deshalb refüsieren wir auch nicht, wenn einer der Aussteller wie die Val. Die hl - sche Firma, Eiserne Hand, uns ein Gläschen des selbstgekelterten griechischen Rotwein (Trauben aus Korfu) zur Erfrischung kredenzt, oder die liebenswürdige Vertreterin des Kathreiner Malzkaffees uns zu einem Pröbchen einlädt, uns dabei die Vorzüge des von „Coffein befreiten Getränks ebenso gewandt als einleuchtend cm-em- andersetzend. ~ '
findenden Protestversammlungen gegen die famose lex Heintze. Nord und Süd, Ost und West reichen sich die Hände, um gemeinsam zu opponieren gegen jene Bestimmungen, die geeignet sind, der Kunst und der Wiffen- schaft ein Bein zu stellen und die Polizei als Kritikerin unseres ganzen geistigen Lebens einzusetzen. Ob freilich alle diese Proteste einen Erfolg haben werden? Man kann kaum noch hoffen, daß im Reichstage sich eine Mehrheit finden werde, welche der Reaktion das Handwerk legt, und ob vom Bundesrate erwartet werden darf, daß er etwaigen rückschrittlichen Beschlüssen deS Reichstags seine Genehmigung ] versagt; ist sehr fraglich.
Neben dieser unser geistiges Leben berührenden Angelegenheit ist es hauptsächlich eine Magenfrage, welche gegenwärtig das Interesse in Anspruch nimmt: wir meinen das Fleischbeschaugesetz. Welche Wichtigkeit demselben beigemessen wird, geht daraus hervor, daß der Kaiser sich mehrfach über die Sache Vortrag halten ließ und seiner Willensmeinung dahin Ausdruck gegeben hat, daß nicht etwa einseitige Jntereffen bei der Erledigung berücksichtigt werden sollen, sondern daß nach allen Richtungen hin eine Prüfung über die Zweckmäßigkeitsfrage stattzufinden habe. Die Verhandlungen haben auch insofern ein Interesse, als sie einen Vorgeschmack geben von den in der nächsten Legislaturperiode bevorstehenden Debatten über die Verlängerung der Handelsverträge.
In allernächster Zeit sollen die Beratungen der Kommission über das Flottengesetz beginnen. Noch immer zeigt sich das Zentrum sehr spröde und abweisend. Welchen Kaufpreis wird die Regierung bewilligen müffen, um die Zustimmung der ausschlaggebenden Partei zu erhalten!
Vom südafrikanischen Kriegsschauplätze lagen in letzter Woche wichtige Meldungen nicht vor; die einlausenden Nachrichten lassen einen richtigen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Dinge kaum zu. Wohl haben sich die Buren weiter zurückgezogen, aber niemand weiß, ob dies einem wohldurchdachten Plane oder der Geschicklichkeit Lord Roberts, des englischen Oberkommandierenden, zuzuschreiben ist. Die Engländer sind siegesgewiß, die Buren dagegen verzagen nicht! John Bull läßt sich die Sache viel kosten, und das englische Parlament hat viele Millionen bewilligt zur Fortführung des Krieges. Aber wenn erst die neuen Steueransätze zu wirken beginnen, dann dürfte doch eine Ernüchterung eintreten. Jedenfalls fühlt man sich in St. James nicht sehr wohl, man befürchtet mit Recht allerhand Unheil, das sich für England aus dem Kriege noch ergeben wird. Bang schaut der Brite nach Osten, wo um Herat sich allerlei Gewölk zusammenzieht, das sich sehr leicht zu einem schweren Gewitter verdichten kann.
In Frankreich und Italien hatten die Ministe-
rien in den letzten Tagen eine Feuerprobe zu bestehen. Hart war der Ansturm in den Parlamenten, aber die Regierungen gingen doch siegreich aus dem Kampfe hervor. Die übrigen Ereigniffe auf dem Welttheater haben nicht die Bedeutung, daß wir sie hier eingehender zu beleuchten brauchten.
* Vom Kriegsschauplatz.
Die Strategen an den Redaktion-- und anderen Tischen sind sich noch nicht einig über die Bedeutung des
Rückzuges bet Buren am Modderfluß.
Die einen sagen: die Buren sind nicht imstande, den englischen Vormarsch auf Bloemfontein zu verhindern; das Terrain am Modderflusse ist ungünstig für die Fechtweise, und überdies sind ihnen die englischen Truppen an Zahl sehr überlegen. Die anderen — und ihnen möchten wir Recht geben — fragen: wie ist es nur denkbar, daß die Buren so ungünstige Stellungen wählten, wie ist es glaublich, daß sie garnicht mit der Möglichkeit einer Umgehung ihrer Flanken rechneten, und was hat Roberts' Sieg zu bedeuten, wenn er Bloemfontein nicht bereits in seine Hand geliefert hat? Aller Wahrscheinlichkeit nach war es nicht das Gros der Buren, das in vollständiger Flucht davongejagt wurde, sondern nur ein vorgeschobener Teil der bnrischen Westarmee, der die Aufgabe hatte, die Engländer nur noch weiter in« Innere zu ziehen, uud so deren Verproviantierung aufs äußerste zu erschweren. Die Hauptmacht der Buren unter General de Wet — dieser, nicht Joubert, kommandierte am Modder — steht jedenfalls weiter östlich in günstigen Positionen, unter denen der Aasvogel- Kop west nord-westlich von Bloemfontein eine große Rolle spielen dürfte.
In England hatte man sich verschiedentlich von diesem nächsten Zusammenstoß zwischen der britischen Hauptarmee und den Buren einen durchgreifenden Erfolg versprochen, und wenn man auch nicht geradezu die Hoffnung aussprach, daß es gelingen würde, bei der Gelegenheit eine noch größere Zahl Buren als bei Koodoosrand gefangen zu nehmen, so meinte man doch: „Jedenfalls werden wir ihnen eine empfindliche Niederlage beibringen und eine große Zahl Gefangene machen.,, („Standard.") Diese Hoffnung ist nicht eingetroffen. Durchgreifend, so schreibt auch die „Köln. Ztg."„ ist der taktische Erfolg des Lords Roberts k eines- wegs, denn er hat den Gegner lediglich zur Aufhebung seiner Stellung veranlaßt, und ein strategischer Vorteil wäre nur dann errungen, wenn es in der That den Buren nicht möglich sein sollte, eine neue Position zur Deckung von Bloemfontein aufzunehmen, falls sie überhaupt, was noch keineswegs erwiesen ist, die Absicht haben, die Hauptstadt
Welche Erleichterungen sind nunmehr für die Patienten bereit, welchen die Geduldsprobe eines längeren Krankenlagers bevorsteht. Die zerlegbare Sprungfedermatratze, die vor allem auch eine häufige Reinigung möglich macht, hält die glückliche Mitte zwischen dem zu „weich" und zu „hart" und ist viel leichter als die gewöhnliche. Wie sorglos Warman ehedem im Punkt der Bazillenübertragung! Wer entsinnt sich nicht des großen Gebrauchs, den man früher im Schlaf- und Krankenzimmer vom Bettschirm machte. Mit diesen Holz-, Pappgestellcn umschirmte und isolierte man das Bett thunlichst, sperrte womöglich jeden frischen Luftzug ab. War dann die Krankheit vorüber, so blieb der Bettschirm ruhig im Zimmer, man lieh ihn vielleicht auch noch an gute Freunde für anderweitige Bräune- und Scharlach-Vorkommnisse. An Desinfizierung dachte kaum ein Mensch! Was früher' das Fernliegende, ist jetzt das Nächstliegende geworden. In den „Zelten der Hygieia" kann mau sich eine Ansckauung davon verschaffen. Tie Desinfektions-Apparate, die für Reinigung der Waschapparate bestimmten Waschmaschinen und die Ausstellungsobjekte lehren, wie sehr der Blick des Arztes und des Krankenwärters sich im Laufe der Zeit für das Prophylaktische (Vorbeugende, Verhütende) geschärft hat.
In der letzten Zeit hat das Kapitel „Frauenreform- Kleidung" die allseitigste Behandlung und das vielseitigste Interesse erfahren. Man begreift daher, daß ihm auch in dieser Ausstellung in der Ostendstraße ein Platz angewiesen wurde. Auf die große Rolle, die von jeher das Korsett, oder das „Mieder" oder der „Schnürleib" in der weiblichen Kleidung spielte, hat die Hygiene ihr besonderes Augenmerk äu richten. Alles, was in dem Wort und Begriff Schnürleib steckt, muß ihr natur- und gesundheitswidrig erscheinen. Harmloser lautet das Wort „Korsett". Eine Pariserin nannte es einmal: „Die Seele der Toilette". Die Hygieia ist nun bedacht, dieser „Seele" etwas von ihren entschieden schädlichen und giftigen Substanzen zu
Feuilleton.
Arünkfurter Arief.
Ocigtl-.albrricht für den „Gießener Anzeiger-.
(Nachdruck verboten.)
In den Zelten der, Hygiene.
In den Tagen, wo Bellona mit all ihren Furien aus südafrikanischer Erde ihr finsteres Regiment übt, ist man doppelt geneigt, den Blick dem Wesen der freundlichen, milden Gottheiten zuzuwenden, welche die Wunden der Menschheit heilen, ihre Schmerzen stillen, und den fieberlechzenden Lippen der Kranken den kühlen Trank der Er- quüfung reichen. Dieselbe Zeit, die rastlos geschäftig auf die Herstellung immer korrekter funktionierender Mordwaffen und Ferngeschütze sinnt, sie ist zugleich unermüdlich thütig, für Wundbehandlung, Vorbeugung ansteckender Krankheiten, Unterstützung vernünftiger Ernährung immer neue mit) probate Mittel ausfindig zu machen, die eine frühere Generation ebensowenig kannte, wie die Dum-Dum und
^ereint: ’
it gewordenen N*
Ixsaog 8 Uhr>
6 B
"en. Unr 5 it
MM
Vorßckktz,
jLüKG.
IlllM.
mm: ==
Walton (2^[‘w ' auf Todenben Äuqflr ’S KM.
Zauberparodisten. da tti alS Sukstreiin.
i1 Rubens CaricatuttN'ZeiA- rsenbUdtt.
w) Erna. g Käthchen iltiWiJW i dummen August ms lsgesülll.
ikb-Orteßer.
Mk, SMsch 1,11J unter wZahmdiM 8. Wallende, ür Kunst und Dießs.' aller.
i»M
Le. W r.r


