Ausgabe 
11.2.1900 Viertes Blatt
 
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Zur Aufklärung und Warnung!

Liebigs Fleisch-Extrakt

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ist reine, nur aus bestem Ochsenfleisch bereitete Fleischbrühe in concentriertester

Gründung eines Vereins zur Besserung Verhältnisse Minderbemittelter in Stadt berufen.

A Treysa, 9. Februar. In der gestern abend statt- gesundenen Generalversammlung des hiesigen Gesangverein- wurde beschlossen, das 17. Bund es fest des Schwalm- thal-Sängerbundes am 8. und 9. Juli ds. IS. Hierselbst abzuhalten. Gleichzeitig wird mit diesem Fest auch der 33. Sängertag verbunden sein.

Form und enthält alle Bestandteile einer solchen ganz und unverändert.

Als Ersatz für unverfälschtes Fleisch-Extrakt werden jetzt verschiedene sehr minderwertige Präparate vielfach angepriesen.

Neben sogenannten Suppenwürzen, die nicht aus Fleisch bereitet sind, folglich nicht Fleischbrühe wie Liebigs Fleisch-Extrakt geben und zur Fleischbrühe nur als Zuthat, als Ersatz für Suppenkraut, Gewürz und Salz dienen können, werden (Pseudo-) Fleisch-Extrakte ausgeboten Diese unter Phantasienamen angepriesenen Extrakte sollen nach den gänzlich unwahren Angaben der Reklame sämtliche Nährstoffe des Fleisches enthalten; thatsächlich sind es im geraden Gegensatz zu dieser Be­hauptung mit billigen Substanzen Kochsalz und Wasser verdünnte und mit etwas (chemisch zersetzter) Eiweisssubstanz wieder verdickte minderwertige Fabrikate, welche nur wenig über 50 Prozent Fleisch-Extrakt, und zwar ungenannten Ursprungs, enthalten.

In neuerer Zeit werden sogar Extrakte aus Hefe hergestellt und als Bouillon-Extrakte angepriesen.

Wer sich vor minderwertigen Präparaten schützen, also unverfälschtes Fleisch-Extrakt haben will, kaufe Liebigs Fleisch-Extrakt, welches auf seiner Packung den Namenszug J. v. Liebig (in blauer Schrift) trägt. Die Führung dieses Namenszuges ist uns allein von unserem berühmten Mitbegründer und langjährigen wissenschaftlichen Leiter verliehen worden und für uns in allen Kulturstaaten gesetzlich geschützt.

kostet ca. 16,2 Psg. für die Stunde. Die Gesellschaft giebt indessen auch den Strom im großen an die Gemeinden, die dies wünschen, zu einem billigeren Preis ab, und über läßt es dann den einzelnen Gemeinden, den Strom an ihre Mitglieder zu einem beliebigen Preis weiter abzugeben. Man kann sich vorstellen, daß bei diesem billigen Preis viele Anmeldungen erfolgen, sodaß die Errichtung des Werkes, das einen Kostenaufwand von rund 10 Millionen Mark erfordert, als gesichert erscheint. Durch Bohrungen ist nachgewiesen, daß das Braunkohlenlager bei Melbach so mächtig ist, daß auch von dieser Seite der Erbauung des Werks kein Bedenken entgegensteht.

W. Nidda, 9. Februar. Welche Preissteigerung die Jagden in unserer Gegend erfahren haben, zeigte wieder die gestrige Jagdverpachtung in Dauernheim. Für die dortige Gemeindejagd wurden seither jährlich noch nicht 400 Mk. Pacht bezahlt. Gestern wurde diese Jagd nun von drei Herren für jährlich 1745 Mk. gepachtet. Eine Mehreiunahme von rund 1300 Mk. jährlich fällt bei dem geringen Budget einer Landgemeinde sehr ins Gewicht.

Darmstadt, 9. Februar. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin, Allerhöchstwelche ein warmes Interesse für die soziale Entwickelung der arbeitenden Bevölkerung unseres schönen, wirtschaftlich aufblühenden Hessenlandes empfindet, richtete vor Eintritt in das neue Jahrhundert Ihre Blicke vorwärts in die Zukunft und erkannte mit tief­gehendem Verständnis für die Bedürfnisse des Volkes in Stadt und Land, daß die Lösung der Wohnungsfrage in den nächsten Jahrzehnten als die wichtigste Aufgabe in den Vordergrund treten würde.

Von dieser Erkenntnis geleitet, beauftragte die Aller­höchste Frau schon im Dezember vorigen Jahres einige sach­verständige Personen, die Begründung eines Vereins zur Lösung dieser hochwichtigen Aufgabe vorzubereiten.

Der Initiative und thätigen Mitarbeit der Landes fürstin ist es zu danken, daß heute die erste öffentliche Be­sprechung über diese Angelegenheit staitfinden konnte.

Die Frau Großherzogin hat an mehrere Oberbürger­meister, Großindustrielle, Landwirte, Handwerker und Ar­

beiter au- allen Teilen des Hessenlandes Einladungen er­gehen lassen, um ein Landeskomitee

Der Allerhöchsten Initiative folgend geladenen heute mittag 12 Uhr im Großh. Residenzschloß erschienen und wurden von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin mit folgender Ansprache begrüßt:

In angelegentlicher Fürsorge für die Hebung der sozialen Lage der mit Glücksgütern wenig gesegneten Familien in Stadt und Land, hat sich in Mir die Ueberzeugung gefestigt, daß die Besserung des Wohnungswesens ein bedeutendes, vielleicht eines der folgenreichsten und wirkungsvollsten Mittel sein wird, um für das Wohlergehen der Minderbegüterten den Grund zu legen.

Eine gesunde, annehmliche Wohnung begründet das körper­liche Wohlbefinden, die Freude am häuslichen Herd und befestigt die Liebe zur Familie, in welcher die wesentlichste Grurrdlage einer sittlichen Lebensführung zu erblicken ist.

Dem gleichen Gedanken ist der Ende Dezember 1899 bei Eröffnung des Landtags gestellte Antrag entsprungen, der die Mithilfe des Staates und der Gemeinden zur Förderung dieser wichtigsten sozialen Aufgabe in Anspruch nehmen will.

Aber neben dem Staat und den Gemeinden sind die einzelnen zu gleicher Fürsorge aufzurufen. Deshalb habe Ich, in Fort­setzung früherer eifrig gepflogener Beratungen, die Begründung eines Landcsvereins zur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter ins Auge gefaßt.

Meine Anregung fällt, wie Ich mit Befriedigung aus der Bereitwilligkeit, mit der Sie Meinem Rufe gefolgt sind, schließe, auf fruchtbaren Boden.

Der Hessische Zentralvcrein, zu dessen alsbaldiger Bildung Ich Sie zusammenzutreten bitte, soll sich das Ziel setzen, alle Kräfte des Landes zu gemeinsamer Arbeit zu sammeln.

Es wird sich zunächst darum handeln, überall im Lande das Interesse für die große Bedeutung des Werks, für die hohe Aufgabe zu erwecken, und dabei in erster Linie die Fürsorge auch auf die ländliche Bevölkerung zu erstrecken, damit überall in Stadt ünd Land die Liebe.zur Heimat, zunv vaterländischen Boden, das Wohlbefinden im eigenen gesunden Heim, Wohlstand und Sittlichkeit gefestigt werde.

Der Verein wird nicht aus dem Auge lassen, daß soweit thunlich bei der Errichtung von Wohnstätten auch der Sinn für schöne, insbesondere für überlieferte und aus den Bedürfnissen der einzelnen Gegenden herausgewachsene eigenartige Formen geweckt und erhalten werde, er wird durch gärtnerische Anlagen und Baumpflanzungen in bevölkerten städtischen Gebieten, wie in ländlichen Gegenden, die Freude an der Natur zu erhalten suchen.

In der weiteren Entwickelung wird er Wohlfahrts-Einrich­tungen schaffen helfen, welche zur geistigen Bildung und sitt­lichen Förderung dienen.

Mit großer Genugthuung und Freude werde Ich es be­grüßen, wenn die Errichtung des Hessischen Zentralvereins zur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter zu einem raschen Abschluß gebracht werden kann, und gern werde Ich das Protektorat über den Verein übernehmen, um Meine unablässige Fürsorge und Mein tiefes Interesse für das Wohl Unseres Landes und hauptsächlich für die minderbegüterten Kreise zu bekunden und zu bethätigen".

Hierauf ergriff im Auftrag der Versammlung Herr Reichstagsabgeordneter Frhr. Heyl zu Herrnsheim das Wort, indem er etwa Folgendes ausführte:

Eure Königliche Hoheit wollen gnädigst gestatten, daß ich im Namen der hier versammelten Vertreter von Städten und Gemeinden, der Industrie und Landwirtschaft, des Hand­werker- mmb Arbeiterstandes den ehrerbietigsten Dank ausspreche für die von Eurer Königl. Hoheit soeben ergriffene Initiative auf dem wichtigsten Gebiete der sozialen Fürsorge für Minder­bemittelte.

Wir bekennen mit Stolz und großer Freude, daß unter der Regierung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig auf allen Gebieten der Arbeit, den idealen wie praktischen, große Fortschritte in unserem schönen Lande zu verzeichnen sind.

Und wenn demnächst diejenigen Werkstätten der Industrie und des Handwerks, welche berufen sind, für die Bedürfnisse der Familie und des Hauses zu arbeiten, höheren Kulturansprüchen entsprechen können, so wird dies der Zusammenfassung idealer und praktischer Gesichtspunkte zu verdanken sein, durch welche die von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog begründete

Künstlerkolonie in Darmstadt ihre Entstehung gefunden hat.

Rückständig aber, und zwar nicht nur in Hessen, sondern' im ganzen Reich, ist die Wohnungsfrage für Minderbemittelte in Stadt und Land, obschon allgemein anerkannt ist, daß die damit verbundenen Aufgaben im begonnenen Jahrhundert, die sozialpolitisch wichtigsten sind.

Sollte die Thätigkeit des von Eurer Königlichen Hoheit so­eben begründeten Vereins, wie wir hoffen und sicher glauben, von Erfolgen begleitet sein, so werden zahlreiche Familien in den nächsten Jahrzehnten dankbaren Herzens an die heutige Stunde zurückdenken.

Wir aber, denen es vergönnt sein soll, unter dem Aller­höchsten Protektorate demnächst an die ehrenvolle Aufgabe heran­zutreten, werden uns derselben mit demjenigen Pflichtgefühle widmen, welches durch wahre Nächstenliebe vorgezeichnet ist, und am diese Weise unseren ehrerbietigsten Dank für das in uns gesetzte ehrenvolle Vertrauen entgegenzubringen suchen.

Im Allerhöchsten Auftrage wurde sodann der Verein für konstituiert erklärt und den Anwesenden ein Statuten­entwurf vorgelegt, in welchem die Intentionen Ihrer König- lichen Hoheit der Großherzogin niedergelegt sind.

Zur konstituierenden Versammlung hatten folgende Herren Einladung erhalten: Aus Darmstadt: Oberbürger­meister Morneweg, Stadtverordneter Dr. Merck, Stadt­verordneter Otto Wolfskehl, Exzellenz von Westerweller, Zimmermeister Philipp Spieß, Rohrleger Karl Weitzel; aus Gießen: Oberbürgermeister Gnauth, Zigarrenfabrikant Emmelius, Maurermeister Winn, Lakierer Jakob Ritsert; aus Mainz: Geheimer Kommerzienrat Michel, Ober­bürgermeister Dr. Gaßner, Landtags Abgeordneter Rechts­anwalt Dr. Schmitt, Bauschreinermeister Anton Bernhardt, Werkmeister Jakob Wandavid; aus Offenbach: Ober­bürgermeister Brink, Geh. Justizrat Dr. Weber, Fabrikant Hermann Wecker, Werkführer Fickel, Schreiner Zimmer­mann; aus Bensheim: Bürgermeister van Gries, Kom­merzienrat Euler; aus Eisenbach: ErbmarschallL. Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Präsident des Finanzausschusses 1. Kammer; aus Friedberg: Bürgermeister Steinhäuser, Lackfabrikant H. L. Langsdorf, Spenglermeister C. F. Feick, Buchdruckereigehilfe Jakob Kolmerschlag; aus Worms: Bürgermeister Köhler, Freiherr Heyl zu Hernsheim, M. d. R., Stadtverordneter G. H. Jochem, Direktor Hochgesaudt, Fabrikaufseher Peter Kern; der Präsident des landwirt­schaftlichen Vereins für Rheinhessen Lichtenberg auf Wester- Häuser Hof.

Möge das nunmehr in die Wege geleitete, von echt christlicher Menschenliebe eingegebene Werk im Sinne der Allerhöchsten Protektorin demnächst reichen Nutzen und Segen stiften!