Ausgabe 
11.2.1900 Erstes Blatt
 
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einer bekannten Weltfirma. Er bezieht 6000 Mk Gehalt.

Auszug MS den Standesamtsregistern

Februar 5. Johannette Weiß dahier mit Marie

Februar 3.

Lokalkolorits der an unserem erstaunten Auge vorüber­ziehenden Bilder aus dem dunkeln Erdteil ist ganz vorzüg­lich ; wir fühlen uns mit einem Schlage mitten in die eigen­artige Szenerie dieser fremden Welt versetzt, die um so mehr unser Interesse erweckt, als es meist die Bilder deut­schen KoloniallcbenS sind, die wir hier sehen, und die einen lehrreichen Einblick in Land und Leute gewähren. Jedem aufmerksamen Beschauer wird es sich fest einprägen, was er hier in plastischer und farbenprächtiger Darstellung zu sehen bekommt, umsomehr, als es an Abwechselung und Viel­seitigkeit nicht fehlt; wir wollen hier nur kurz an die Bilder von der Expedition Gravenreuth, Dar-es-Salaam rc., Land und Leute von Dahomey, Sultanspalast in Sansibar, Plan­tagen, Urwälder, Gebirge, Wasierfälle rc. erinnern. Auch dieKapstadt mit Tafelsberg", König und Königstochter von Dahomey, Kirchen, Lazarette rc. find von eigenartigem exotischen Reiz, sodaß ein Besuch für jeden von großem In­teresse sein wird.

Vereinsvermögens bekommen muß. Wir werden auf die intereffanten Darlegungen des Vortragenden noch aus­führlicher eingehen.

* Das Panorama in der Neuen Bäue erfreut sich gegenwärtig einer ganz besonderen Anziehungskraft bei jung und alt, denn eine der schönsten und reizvollsten Serien giebt es jetzt zu schauen: eine Reise in die tropischen Ge­filde unserer afrikanischen Kolonien nach Deutsch-Ost- und SUd-Weftafrika, ferner nach Sansibar, Madagaskar, Dahomay, Mauritius, Kapstadt rc. rc. Die Naturtreue des

* Im Nationalliberale« Verein sprach gestern Herr Professor Dr. Leist über die Frage der Verleihung der Korporationsrechte' an die Berufsvereine. Die Ausführungen des Redners gipfelten in der Empfehlung, den Berufsvereinen den Zugang zur Rechtsfähigkeit unter der Voraussetzung zu eröffnen,' daß jedes Mitglied beim Austritt einen seinen Beiträgen entsprechenden Teil des

* Der entlassene Geh. Oberschulrat Dr. Dett- weiter befindet sich zur Zeit in Wiesbaden als Direktor

Geborene.

Februar 2. Dem Gärtner Adam Keil ein Sohn. Wilhelm Philipp. 2. Dem Lackierer August Wilhelm Horn eine Tochter. 4. Dem Tag­löhner Karl Kool ein Sohn, Karl Friedrich. 4. Dem Bierbrauer Joseph Gentner eine Tochter. 5 Dem Kaufmann Heinrich Aubel eine Tochter. 5. Dem Glaser Wilhelm Räuber eine Tochter. 6. Dem Fuhrknecht Konrad Eichenauer ein totgeborenes Kind weiblichen Geschlechts. 7. Dem Bureaugehilfe Theoder Schlitt eine Tochter. 9. Dem Schreiner Jo­hannes Pitz ein Sohn, Ernst Konrad.

Februar 2. Friedrich Wilhelm Zeidler, 36 Jahre alt, Eisenbahn­betriebs-Sekretär zu Darmstadt. 5. Marie Laußer, geb. Koch, 71 Jahre alt, Privatin dahier. 6. Marie Barbara Brings, geb. Amend, 30 Jahre alt dahier, Ehefrau von Koch Johann Peter Brings. 6. Karl Cotlle, 32 Jahre alt, Artist in Mannheim. 7. Anna Maria Margarethe Göbel, 1 Jahr alt, Tochter v. Taglöhner Jakob Göbel dahier. 8. Ferdinand Emanuel Freiherr von Ricou, 69 Jahre alt, Großh. Kammerherr, Land­gerichts-Präsident i P. dahier. 8. Karoline Lange, geb. Schäfer, 76 Jahre alt, Wittwe von Kaufmann Lange dahier. 8 Johannes Eckhardt, 48 Jahre alt, Küfer und Bierbrauer von Pfungstadt.

Kirchliche Nachrichten.

Tvangelifche Gemeiade.

Sonntag ben 11. Februar. Septuagesimä.

Gottesdienst.

I« der Stadttirche.

Vormittags -V» Ubr: Pfarrer Schlosser.

Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die MattbLuSgemeinde- Pfarrer Schlosser.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrassistent Dr. tzeußel.

der Stadt Gieße».

Aufgebote»

Heinrich Weber, Schmied zu Offenbach a. M. mit Hierselbst. 5. Heinrich Goßmann, Gefängnisaufseher Katharine Blank Hierselbst.

** Stadttheater. Als Volksvorstellung findet am dem 12. er., eine Wiederholung der Posse:Der Postillon von Müncheberg" statt. Dienstag, den 13. er., hat der Charakterspieler Franz Rolan seine Benefizvorstellung und hat sich dazu die Rolle desGenerals Thorane" in dem Gutzkow- fchen Lustspiele:Der Königsleutnant" gewählt. Herr Rolan, ein doch immerhin noch junger Künstler, hat uns schon öfters Beweise seines großen Talentes und Strebens gegeben. Er gehört jetzt zu den meistbeschäftigten Mitgliedern unseres Theaters und hat erst in dieser Woche durch die Darstellungen desShylock" undNickelmann" großen Beifall gefunden. An weiteren bedeutsamen Rollen spielte Herr Rolan noch denalten Miller", denThoas" mIphigenie", denBasiliuS" inDas Leben ein Traums CaScart', inZaza",Dr. Rank" inNora." Wir wollen wünschen, daß es dem Benefizianten vergönnt sein möge, vor vollem Hause zu spielen.

** Spezialitäten Vorstellung. Wir machen hiermit auf die morgen nachmittag und abend stattfindende Vorstellung in denVier Jahreszeiten" besonders aufmerksam.

Vom 1. April ab sollen gewöhnliche Eilbriefsendunge» nach dem Orts- und Laudbestellbezirke des Anfgabepostorts zn- lässig sein. Für die Eilbestellung sind, außer der Gebühr für die Sendung, zu erheben: bei Briefsendungen nach dem Ortsbestellbezirke 25 Pfg., bei Briefsendungen nach dem Landbestellbezirke die wirklich erwachsenden Botenkosten (auch bei der Vorausbezahlung durch den Absender), mindestens aber 25 Pfg. Sind bei der Vorausbezahlung die Kosten nicht bekannt, so hat der Absender einen angemessenen Be­trag bei der Aufgabepostanstalt zu hinterlegen.

* Hessische Landeslotterie. Nächster Tage findet in Frankfurt eine Versammlung der Hauptkollekteure statt, um über eine Reihe von Mißständen zu beraten, welche bei dem Vertrieb und der Einteilung der Lose zu Tage getreten sind.

w** Eine Broschüre von General Joubert Transvaal, dem Anführer der Buren, Preis 40 Pfennig, ist im Verlag von Heinrich Staadt in Wiesbaden erschienen. Das höchst empfehlenswerte Büchlein bietet eine getreue deutsche Ueber- setzung einer vor kurzem in einer Johannisburger englischen Zeitung abgedruckten Flugschrift, welche der bekannte General- Kommandant Joubert an die Königin von England richtet. Sie bietet zunächst einen lehrreichen und interessanten lieber blick über die Schicksale der aus der Kolonie seinerzeit aus­gewanderten holländischen Ansiedler. Sie deckt damit in authentischer Weise die Gründe auf, welche zu den jetzigen schweren Zerwürfnissen zwischen England und Transvaal geführt haben. Das Schriftchen begegnet allgemeinem und außerordentlichem Interesse. In wenigen Tagen wurden Tausende abgesetzt, lieber die Broschüre urteilt, teilweise in Leitartikeln dieKreuzztg.":Kaum ist in unserer Zeit wohl etwas Ergreifenderes geschrieben worden, als die Flugschrift, die der oberste Führer der Burentruppen, General Joubert, an die Königin Viktoria gerichtet hat rc. rc." DieVoss. Ztg.":Das Schriftchen ist wert, in

und der Provinz Oberhessen, von der Lebenshaltung ihrer Borfahren zu geben bemüht ist! Der Verein wird jede Gabe, auch die kleinste, gern und dankbar entgegennehmen und an Vieser Stelle von Zeit zu Zeit die Namen der Geschenkgeber und die Liste der Zuwendungen veröffent­lichen. Der Vorein hofft aber auch, und wir alte mit ihm.

«heschttetzmrger».

Karl Heinrich Sieglinger, Bäcker dahier mit Anna Elise Rahn hierselbst. 3. Wilhelm Philipp Deibel, Lackierer dahier mit Katharine Auguste Rinn hierselbst. 7. Georg Emil Seng, Metzger und Wirt dahier mit Minna Köhler hierselbst.

I Deutschland die weiteste Verbreitung zu finden." Die I 7Münch. Allg. Ztg.":Wahrhaft ergreifend und gerade jetzt sehr lesenswert." Ein Frankfurter Blatt:Ein wunder

I fam schlichtes Büchlein, das in seiner Herzenseinfalt eine erschütternde Klage gegen die Vergewaltigung durch Eng­land erhebt. AnspruchloS ist die Darstellung, kunstlos die Stilistik; aber jede Zeile redet Bände, jedes Kapitel ist mit Herzblut getränkt."

n. Altenstadt, 8. Februar. Unsere Genossenschafts­molkerei hat im letzten Jahr ein recht günstiges Re­sultat erzielt; denn der Reingewinn beträgt 8241 Mark 16 Pfg. Die eingelieferte Milchmenge betrug 1 548 744 Kilo gramm. Die Aktiva und Passiva betragen nach der letzte« Bilanz ,e 662 28 Mk. 87 Pfg. Zur Molkerei gehören eben 239 Genossen.

* Darmstadt, 8. Februar. Post-Personalnach- richten. Versetzt sind: der Ober-Postdirektionssekretär Lenhardt von Berlin nach Mainz als kom. Postkassierer; I die Ober-Postassistenten Petri von Gießen nach Grün­berg (Hessen) upd Sch liep hacke von Grünberg (Hessen) nach Gießen; der Postassistent Fritzges vonButzbach nach Alsfeld. Ernannt ist: zum Postmeister: der Postsekretär ®raeff in Grünberg (Hessen).

Homberg, (Bez. Kassel), 9. Februar. Der Vorstand und der Ausschuß für das Lehrlings wesen der Zwangs­innung des Tucharbeiter-Handwerks im Amtsgerichts- bezirk Homberg hielt gestern eine Sitzung hier ab, in welcher folgende Fragen auf der Tagesordnung standen: 1. Sind Kaufleute, welche ein Garderobegeschäft mit An­fertigung nach Maß betreiben, einen Zuschneider und Ge­sellen halten, verpflichtet oder berechtigt, der Zwangsinnung als Mitglieder anzugehören? 2. Ist der Betrieb eines solchen Geschäftes ein fabrikmäßiger oder ein handwerks­mäßiger? Es wurde sich bei Erörterung dieser Fragen da­hin ausgesprochen, daß die in Rede stehenden Geschäfte, deren Betrieb als ein handwerksmäßiger in Betracht komme, den Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung gemäß verpflichtet seien, der Innung als Mitglieder anzugehören Einen weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildete die Lehr­lingsfrage. Man entschied sich dahin, daß Lehrlinge nur mit Zustimmung des Ausschusses für das Lehrlingswesen von JnnungSmitgliedern angenommen werden dürfen, welche das 24. Lebensjahr zurückgelegt haben, im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind und von welchen anzunehmen ist, daß sie die Befähigung besitzen, einen Lehrling berufs­mäßig auszubilden.

gestehen, daß er sich heute noch kein Urteil dieserhalb ge­bildet habe, um seine Stellungnahme jetzt schon angeben zu können. Ihm scheine es auch gerechtfertigt, einen Teil der Kosten der Entwässerung vielleicht die Kosten des Be­triebes den Hausbesitzern aufzuerlegen. Jedenfalls könne man überzeugt fein, daß die Angelegenheit in der Stadt- verordneten-Versammlung eingehend erwogen werde und da­nach beschlossen werden wird. Herr Beigeordneter Wol ff begrüßt die Darlegungen des Referenten als sehr schätz­bares Material für die städtische Verwaltung für die Be­ratung dieses Gegenstandes, der im übrigen noch nicht spruchreif sei. Die Deckungsfrage der Lasten der Kanali­sation sei für die städtische Verwaltung eine noch vollständig offene; er wolle deshalb als Vertreter der Bürgermeisterei zu der Frage selbst hier in der Versammlung keine Stellung nehmen. Stadtverordneter Heichelheim bekennt, daß das heute vom Referenten Vorgetragene äußerst wertvoll für die Be­ratung der Kostendeckungsfrage sei, er wolle gestehen, daß man das Gehörte doch erst richtig verdauen müsse, ehe man daraus Schlüsse ziehen dürfe, die Frage würde in der Finanz Deputation sowohl als in der Stadtverordneten- Versammlung gewissenhaft geprüft werden; sich heute schon binden zu können, wie mast darüber dereinst entscheiden , werde, sei rein unmöglich. Der Vorsitzende, Herr Ocko- nomierat Sch lenke, fragt an, ob die Versammlung vielleicht damit einverstanden sei, daß der Lokal Verein seinen Stand­punkt in einer Petition an die städtische Verwaltung dar­legt. Herr Stadtverordneter Grünewald giebt feiner 1 öiuvuytai«. Meinung, unter der Zustimmung seiner Kollegen über diesen I nächsten Montaa, Punkt, dahin Ausdruck, daß es sich empfehlen würde, bie 1 ~ ~ - -

Darlegungen des Referenten unter Anführung des von ihm beigebrachten sehr wertvollen Materials in Form einer Denkschrift der städtischen Behörde zur Verfügung zu über­lassen resp. jedem Mitglied der Stadtverordneten-Ver- sammlung zuzustellen. Man dürfe überzeugt sein, daß die Lasten der Kanalisation verteilt werden würden, wie es gerecht und billig sei. Allerdings dürfe man dabei nicht im Interesse des einen ober anberen Gewerbestandes ver­fahren, nicht vom agrarischen, nicht vom einseitig gewerb­lichen Standpunkt die Sache ansehen und entscheiden. Der Stadtverordnete habe die Pflicht, die Interessen Aller zu wahren und das werde puch geschehen, wenn man an die Lösung der Frage, die Deckung der Kosten der Kanalisation betreffend herantrete. Herr Brauereibesitzer Bichler erklärt hierauf, die Denkschrift zu verfassen und wie vor­geschlagen, dieselbe den Vertretern der städtischen Verwaltung zugänglich zu machen.

** Museum des Oberhessischen Geschichts- verems. Den meisten unserer Leser ist das Bauernzim­mer im Museum des Oberhessischen Geschichtsvereins be­kannt und vertraut. Der Großväterhausrat, bet hier im engen Raum sich drangt, hat neuerdings eine wertvolle Bereicherung erfahren. Der Umsicht des Museumwarts ist es gelungen, die wertvolle Meiskische Sammlung für den Verein zu erwerben und so unserem engeren Vaterlande Lu erhalten. Ein ungenannter Gönner des Museums hat die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt. Der Besitzer, Herr Postverwalter Meiski zu Ulrichstein, ist dem Verein in jeher Weise entgegengekommen. Aus Anhänglichkeit an feine hessische Heimat und an den Verein, dem er feit längerer Zeit angehört, hat er Angebote von anderer Seite «bgewiesen, und Die ihm liebgewordenen Stücke zum Selbst- rostenpreise überlassen. Nicht nur dies! Er hat Herrn i Hauptmann a. D. Kramer, der sich dem ihm anvertrauten Museum zuliebe der beschwerlichen Winterreise in den hohen Vogelsberg unterzogen hat, seine Beihilfe bei spä­teren Erwerbungen in Ulrichstein und Umgegend zugesagt. Mit verständnisvollem Eifer und unter nicht unerheb­lichem Kostenaufwand hat Herr Meiski seit Jahren ge­sammelt.: Einzelne Gegenstände stammen aus dem durch Unverstand zerstörten Ulrichsteiner Schlosse. So eine Ofen­kachel des 16. Jahrhunderts, die den Kurfürsten von der Pfalz barstellt. Ein kostbarer Zunfthumpen, um den sich schon viele Liebhaber vergebens bemüht haben, erinnert an die Zeit, in der auch in den oberhessischen Städtchen das Hand­werk noch einen goldenen Boden hatte. In größerer An­zahl sind die bäuerlichen Gebrauchsgegenstände vertreten, da­runter Stücke, die heute nur noch sehr selten, oder überhaupt nicht mehr zu erweirben sind. Wir heben besonders hervor: die jetzt ganz außer Gebrauch gekommenen gläsernen Ernte­flaschen mit ihrer launigen Spruchweisheit, die verschiede­nen Wasser- und Bierkrüge, die originelle Bauernbier- kanne, die Bauernteller, die aus Holz geschnitzten Dosen und die verschiedenen Pulverhörner. DasMarburger Ge­ichirr" ist in einigen hübschen Exemplaren vertreten. Der Rolokkospiegel, um auch dieser Kuriosität zu gedenken, der für Ulrichstein ein gewisses lokalhistorisches Interesse gehabt haben mag, ist von einem Ulrichsteiner Stadtkinds hessischen Kontingente für Napoleon gegen I ie Russen focht, in Moskau erobert und im Tornister über I bie Beresina nach Hessen geschleppt worden. Mit anderen I neuertoorbenen Gegenständen und Geschenken und einem I Teue der von Herrn Professor Dr. Gundermann auf dem I ausgegrabenen prähistorischen Fundstücke, ist die Meiskische Sammlung im Universitätszimmer des Mu- I seums vorläufig aufgestellt worden und kann Sonntags zur gewohnten Stunde besichtigt werden. Die kleine Sonderausstellung im Universitätszimmer zeigt uns, daß das Interesse unserer Bürgerschaft am Museum des Ober- «hessischen Geschichtsvereins in erfreulichster Weife im Steigen Begriffen ist. Die letzten Monate haben den Sammlungen »eiche unb wertvolle Zuwendungen gebracht. Hoffen wir daß unter den Besuchern, die Sonntags der Einladung des Geschichtsvereins ins alte Rathaus Folge leisten, sich mancher findet, der sich des Großväterhausrats daheim in Schrank und Truhe, in der Rumpelkammer und auf dem Speicher erinnert, der für ihn wertlos ist, aber, in die Dammlungen des Vereins eingereiht, das Bild vervoll­ständigen hilft, das unser Museum den Bewohnern Gießens

baß das vornehme Beispiel des ungenannten Gönners, der unserer Museumsverwaltung von jeher mit reicher Bei­hilfe zur Seite gestanden hat, in den wohlhabenden Kreisen der Bürgerschaft Gießens Nachahmung findet. Die Mittel des Geschichtsvereins sind leider sehr beschränkt. Er ist nicht in der Lage, bei Ankäufen mit reich dotierten Nach­barvereinen und privaten Sammlern zu fonfurieren. Daß es ihm aber im gegebenen Augenblick, in dem es gilt, oberhessische Sammlungen für Oberhessen und Gießen zu retten und zu erhalten, nicht an schneller Hilfe mangelt, das hat jüngst der durch den Patriotismus der Stadtver- ordnetensammlung ermöglichte Ankauf der Dr. Klewitz- schen Münzensammlung, das hat jetzt wieder die will­kommene Erwerbung der Meiskischen Sammlung gezeigt. Vivant eequentee!

Gerichtssaal.

St rafkammer. Wegen eines schweren Verbrechens hatte sich gestern der Landwirt Jakob Klotz und dessen 19 jährige Tochter Katharina aus Ostheim zu verantworten. Dieselben, waren angeklagt aus M 173 unb 218 des Str.-G. Jakob Klotz wurde zu 5 Jahr Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte auf die Dauer von 5 Jahren, dessen Tochter aber, der man mildernde Umstände zubilligte, zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Höhe der Strafe gegen den Vater ivurbe damit begründet, daß er an seiner eigenen Tochter gefrevelt und diese von Jugend an systematisch zu dem schweren Verbrechen verleitet habe. Beide Angeklagte erkannten bie Rechtskraft des Urteils sofort an.

Wetterbericht. Die allgemeine Luftdruckverteilung zeigt im Norden eine flache Rinne niederen Druckes, die sich von Süd- und Mittel-Skandinavien nach dem Innern Rußlands erstreckt. Ein breiter Rücken hohen Druckes der von Süd-England quer durch Zentral-Europa verläuft und über Schlesien einen schwachen Kern aufweist, trennt jene Rinne von dem südlichen Depressions- gcbiete. Das Zentrum desselben befindet sich über Sardinien. Außerdem liegt über dem Golfe von Genua und der Biscaya-See ein Minimum. Das Wetter ist allenthalben frostig. Voraussicht liebe Witterung: Zunächst noch kaltes trockenes Wetter, dann zunehmende Bewölkung.