Ausgabe 
11.2.1900 Drittes Blatt
 
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aus, und hebt dann in Köln den Betrag in Teilbeträgen oder in einer Summe ab: auch kann er seinen Hotelier und die, von denen er kauft, mittels Kassenchecks (zahlbar beim Dostamt Köln) nach Belieben bis zur Höhe seines Guthabens befriedigen. Er braucht also auf der Reise das Geld nicht in bar bei sich zu führen, er ist vor Diebstahl, Verlusten durch Verlieren injebcr Beziehung geschützt. Hat er beim Antritt der Reise bereits ein Guthaben von 4000 Mark beim Post-Checkamt Frank urta. M., dann ist selbstverständlich die Einzahlung der 4000 Mark in Wiesbaden nicht erforderlich. Nimmt Klotz auf der Reise größere Summen ein, die er nicht mit hcrumtragen will, dann zahlt ev mittels Zahlkarten, die er bei sich sühren muß, die eingenommenen Geldbeträge bei dem nächsten Postamte ein, und dieses veranlaßt dann die' Gutschrift der eingczahlten Beträge beim Checkamt Frankfurt am Main. Diese Abhebung von Geldbeträgen bei jedem beliebigen Postamte ist es in erster Linie die den Post-Check-- verkehr außer für Geschäftsleute auf Reisen, auch für andere Personen, die sich öfter auswärts längere Zeit aufhalten, außer­ordentlich empfiehlt. Insbesondere für solche, die in der Lage sind, Bäder und Luftkurorte im Lause des Sommers zu besuchen. Selbst wenn der Aufenthaltsort im Auslände liegt, hat das Gut­haben bei einem Checkamt gewisse Vorteile für den Inhaber des Kontos. Hält sich jemand, der am Checkverkchr teilnimmt, im Sommer einige Wochen in Genf auf, dann hat er nicht nötig, das gesamte Geld, das er während dieser Zeit zu verbrauchen gedenkt, bei sich zu führen. Er zahlt vielmehr diesen Betrag zum Teil beim Postamt seines Wohnorts mittels Zahlkarte ein, nimmt sein Chcckbuch auf die Reise mit, und sendet sobald er Geld nötig hat, einen auf seinen Namen ausgestellten Namenscheck (in diesem Falle frankiert) an das zustehende Checkamt: welches ihm alsbald den gewünschten Betrag von seinem Guthaben abschreibt, und per Postanweisung übersendet. Das gewünschte Geld wird ihm dann auf Grund der Postanweisung in der Währung des Bestimmungslandes ausgezahlt. Ein Austausch seines mitge­brachten Geldes bei Geldwechslern ist dann nicht erforderlich, auch kann es nicht vorkommen, daß er sein ganzes Reisegeld ver­liert oder unfreiwillig einem Unberechtigten überlassen muß.

Aus all dem dürfte zur Genüge hcrvorgehen, daß der Post- Checkverkehr sich nicht nur für Geschäftsleute, Handwerker und Landwirte, sondern auch für Privatleute, Offiziere und Beamte außerordentlich empfiehlt, namentlich für solche, die ihre Gehälter vierteljährlich beziehen oder öfter in die Lage kommen, größere Summen vorübergehend zu Hause aufzubewahren. Bei der Post ist es sicher und zweckmäßig angebracht und wird zu 1,2 pCt. verzinst. C. H.

Jatodrs mrS KroviuMtes.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gieße«, den 10. Februar 1900.

** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Bor 250 3*bren, am 11. F-bruar 1650, starb in Stockholm der tiefe Denker DeS­

cartes (RenatuS Cartesius). Dom Selbstbewußtsein und Denken ausgehend, schließt er auf die Existenz der denkenden Substanz der Seele, und aus dem Vorhandensein eines absolut vollkommenen Wesens in der menschlicher Seele folgerte er die Existenz Gottes. Er routbe am 31. März 1596 zu La Haye geboren.

Vor 96 Jahren, am 12. Februar 1804, starb in seiner Vaterstadt Königsberg Emanuel Kant, ein Denker voll von tiefer Natur-, Men'chen- und GeschichtskenntnrS. In seinen Hauptwe>ken trocken und schweroerständlich (Kritik der reinen Vernunft!), ist er in seinen kleineren Schriften lebendig, voller Witz und Laune, so in der Abhandlung:lieber die Macht beß Gemüts, durch bloßen Vorsatz seinem lraickhaften Gefühle Meister zu werden." Kant wurde am 22. April 1724 geboren.

* Etwas vom Karneval. Zu allen Zeiten und in allen Landen hat man gleich übermütig den Karneval begangen. In Leipzig zogen ehedem die jungen Gesellen einen Pflug durch die Stadt, an welchen sie alle jungen Mädchen spannten, deren sie habhaft werden konnten, gleichsam, um sie zu verspotten, daß sie noch nicht geheiratet hatten. Wie später am AuSgang der 60er und Anfang der 70er Jahre dort der Karneval gefeiert wurde Kappenfahrt, Narren- abende, Korso, Festzug u. s. w. u. s. w. darauf können sich die älteren Leipziger noch gar wohl besinnen. In Königsberg trugen die Gesellen zu verschiedenen Malen eine ungeheure lange Wurst herum. Die Träger wären alle sauber gekleidet, Trommler und Pfeifer zogen vorauf, und eine weiße oder graue Fahne wurde vorangetragen. Mit jedem Jahre wurden diese Würste länger, aber die längste war die vom Jahre 1601. Sie maß 1005 Ellen, und wurde von 103 Fleischhauerknechten getragen. In München fand noch bis vor 30 Jahren der sogenannte Metzgersprung start. Es sprangen nämlich vor mehreren tausend Menschen etliche nervige Burschen in eiskaltes Wasser, und wurden durch diesen Sprung zu Metzgergesellen erhoben. Die welschen Karnevalfestlichkeiten übertrafen die deutschen Fast« nachtslustbarkeiten bei weitem an Pracht und Geräusch. In Florenz begann der Karneval mit einem nächtlichen Feste, La Beffana geheißen, welcher Name von Epiphanias her­kommt. Man setzte eine von Stroh gemachte und mit Epheu und Lorbeerzweigen geputzte Frau auf einen offenen Wagen, der nun in Begleitung von Fackeln, Trommeln und Pfeifen, sowie unter endlosem Freudengeschrei durch die Straßen der Stadt gezogen ward. Von dem römischen Karneval hat uns Goethe eine lebendige Schilderung entworfen. Im Ganzen genommen, unterschied er sich nicht besonders von

eidenscone, »«

Sammle von Elten &J(eu8se# und Velvets M«

dem in den anderen Städten. Die FastnachtSlustbarkeiteir der Ruffen beginnen schon acht Tage vor Weihnachten, und ziehen sich bis zum DreikönigStage hin. In Petersburg dauert der tolle Karneval zehn Tage. Alltäglich ziehen maskierte Gesellschaften von HauS zu Haus, wo sie immer kalte Küche und starke Getränke finden. In der ganzen Zeit soll in ganz Petersburg kein Nüchterner zu finden sein. In Paris ist die Hauptperson deS Karnevals Bouef gras, ein wohlgemästeter Ochse, der zuerst ein kleines Kind auf dem Rücken trug, später aber dasselbe in einem Prachtwagen umherzog. Aufgeputzte Metzgergesellen begleiteten ihn teils zu Fuß, teils zu Pferde und unter dem Schalle rauschender Musik. Nach einigen Tagen wurden seine Hörner deS Goldes entkleidet und er selbst in Beefsteaks und Kotelettes verwandelt. Im übrigen hatte man auch hier eine Unzahl von Narren und Masken. Letztere, Harlekins und Pierrots genannt, suchten sich ihre Gefährtinnen in den Harlekinetten und Colombinen. Mit der Reformation verschwand die Fastnachtsfeier in den protestantischen Ländern nach und nach, aber auch in den katholischen Gegenden zeigt sich der Karneval immer schwächer und schwächer.

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Erbsen- mit Bohnensuppe: äusserst nahrhaft und wohl­schmeckend.

Erbsen mit Reissuppe: Erbsengeschmack, sehr nahrhaft.

Erbsen- mit Sagosuppe: sehr kräftig und schmackhaft, feines Aroma.

Erbswurstsuppe: die vorzüglichste ihrer Art; giebt eine äusserst schmackhafte, sehr nährende und sättigende Erbssuppe.

Gemüse- (Julienne-) Suppe: erfrischend, von hervorragen­dem Wohlgeschmack.

Gerstensuppe: sehr gut u. gesund, vorzügliche Abendsuppe.

Grünerbsensuppe: feiner, aromatischer Geschmack.

Grünkernsuppe: feine Restaurationssuppe.

Haferschleimsuppe: sehr fein im Geschmack; auch als Kranken- und Kindersuppe vorzüglich.

Kartoffelsuppe: fein und kräftig, sehr beliebt.

Kerbelsuppe: blutreinigend; vorzüglich geeignet als Bei­mischung zu anderen Suppen.

Kraftmehlsuppe: besonders nahrhaft, leicht verdaulich.

Linsensuppe: echte Linsensuppe, sehr geschätzt.

Reissuppe: recht gut und schmackhaft.

Rels-Julienne-Suppe: Reis- und Gemüsekräutergesohmack, vorzüglich.

Sago-Suppe: feines Sago-Aroma, schleimig und kräftig.

Tapioka-Crecy-Suppe: feine Tapioka mit Karotten, sehr gut, schönes Aussehen.

Tapioka-Jullenne-Suppe: sehr kräftig und beliebt, als Bei­mischung zu anderen Suppen vorzüglich geeignet.

Weizengriessuppe: sehr schmackhaft und gesund.

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