Ausgabe 
11.2.1900 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1900

Sonmag den iL Februar

Aints- und Zluzeigeblatt für den 'Kreis Gieren

eilen

5 <ruse.

des

3«Ü

Ntrugrprets »strleljährl. Mk. 2,28 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch bu AbholepeLe« »terteljührl. Mk. 1,96 monaHid) 65 Psg.

Bei Postbezng Mk. 2,40 viertelet mit Bestellgeld.

ÄAetHxm, «A Stwferei:

Schutstra-e Ar. 7.

ib Men.

ft 11. gebt. 1900 lNlißM

All« «nrrigen-BermittkogSstelkn, M I«- *nb Ausland«» Mctyma Anzeigen fit den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., au»*>ärt» 20 Pfg.

Erscheint tägNch mit Ausnahme deS

Montag-.

Die Gießener »««itienvrLtt-r »erden dem Anzeiger im Wechsel mit Landwirt" u.Mütter fftt Hess. «olkSkuad«' Wgch« 4 mal beigelegt.

per Tauseni

Mehrbettag. daß eine größere Summe in Teilbeträgen

bei irgend einem Postamt erhoben Wirb, 10 Pfg. für lebe Ab-

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandmitt Klätter für hessische Volkskunde

belW

)tt t'onm mw

Mrefi« für Depesche«: Anzeige» Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

1,1 «*.

Nr. 35 Drittes Blatt

Feuilleton.

Berliner Bries.

(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)

(Nachdruck verboten.)

Hauptmanns Erholung. Berliner draußen nnd daheim.

Es giebt Menschen, die zu ihrer Erholung in die Alpen reisen, und die wagehalsigsten Bergbesteigungen mit obligatem Unwetter und heimtückischen Gletscherspalten vornehmen; es giebt andere, die in kleinen Gehirgshörfern den ganzen Vorrat an Brennholz für den Winter, Haus bei Haus, mit Sage und Bett zerkleinern, und den uneigennützigen Landbewohnern dafür noch eine angenehme Entschädigung zahlen; es soll sogar Kauze geben, die sich nach langem aufreibenden Frondienst daheim flott in das aufbrausende, sinnverwirrende Gewühl der Großstadt mit ihren Vergnügungen" stürzen, und dabei ihre Nerven wieder kräftigen, während die Durchschnittsmenschen sie dabei zerrütten: warum soll jemand nicht zu seiner ErholungPossenspiele schreiben?

Gerhart Hauptmann, der Heiland der modernen Dichtung, hat das mit seinemSchluck und Jau" gethan, und wenn er dabei wieder zu Kräften gekommen ist, so hat er einen nicht zu unter­schätzenden Gewinn davoiigetragen. Die deutsche Buhne hat dabei nichts profitiert. Der Stoff ist uralt, und in manchen -ocria» Honen aus der Bühne gewesen. Aus dem Stallduft desFuhr- mann Henschel" führt Hauptmann seine Gemeinde in Die Fusel- Atmosphäre zweier trunkener Vagabonden, die zu Scherz und Spott von einer Hofgesellschaft aufgelesen, und. für die Lange eines

Gießener Anzeiger

General-"Anzeiger

neuen Sommernachtstraumes zu einemi Fürstenpaar «-oben wer­den, dem dann ein groteskes Erwachen folgt! Wie Egmont seinem Klärchen einmalspanisch erscheint, so wollteberbegabte Dichter derWeber" und derHimmelfahrt Hannele s uns ein­mal in der Königstracht der großen Briten von Avon kommen aber der modern-nervöse Sohn der Gegenwart hangt nur in den Gewändern William Shakespeares; seine Gesten sind leger aber nicht souverain, und in seinen Worten fiebert Die Unent- scklossenheit, die einem großen Wollen das größere Können ver- agt! Also kein Schuß ins Schwarze! Doch das passiert dem besten Schützen und wird ihm beim nächsten Meisterschuß schon vergessen. Unangenehm berührt bei alledem nur das Tamtam der Trabanten, die sich wie eine Leibwache um ihn scharen und Wochen-, ja monatelang vorher in immer grelleren Posaunen­stößen die Herrlichkeit des kommenden Werkes verkünden zu müssen glauben! Traurige Herolde, die ohne eigenes Urteil als­bald jeden niederschreien, der nicht in Verzückung gerät! Armer General - Feld - Hauptmann? Gott schütze Dich vor Demen Freunden . . .!

Die Düse hat einmal gesagt, die Berliner seien das kritischste Theater-Publikum der Welt! Wenn es wahr sein sollte, so sind dieseBerliner" jedoch ein unglaublich zusammengekochter Extrakt, nicht die oberen Zehntausend, nicht einmal die oberen Zehnhundert, Denn hier wie anderswo informiert sich der Premierenbesucher schnell erst im Morgenblatt über die Meinung seines Kritikers, ehe er eine bestimmte Ansicht als das gereifte Resultat seines tiefen Nachdenkens zum besten giebt. Die große Menge aber lobt wahllos alles, wobei sie tüchtig lachen kann: gleichviel ob sichs um Blödsinn, Pikanterieen oder wirk­lichen Humor handelt. Die alten klassischen Stücke aber empfiehlt

vvv «u-eig-u ju der «achmitf-S für de« felftafcen Tag erscheinenden Nummer bi« norm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten» abend» vorher.

Briefumschläge und Zahlkarten werden für 1,5 Pfg. für daS Stück von den Checkämtern geliefert, desgleichen Checks für ie 3 Pfg. Alle Postchecks sind nach dem Gesetz betreffend: die Wechselftempelsteuer von einer Stempelabgabe befreit. Die Preise für die im Checkverkehr erforderlichen Formulare werden nicht bar bezahlt, sondern von den zahlungspflichtigen Kontos abge­schrieben ; ebenso die Gebühren, die sich aus der Teilnahme am Checkverkehr für die Kontoinhaber ergeben. An Gebühren werden

er mit einem unterdrückten Gähnen der Jugend! Ueberhaupt ist der Berliner nur auf der Höhe der Situation, wenn er draußen ist. Dort erwacht seine kritische Natur, seine Erhabenheit über das lächerliche Gewoge des Alltags. In Berlin selbst ist er genau so harmlos neugierig, und zuzeiten rührend albern, wie der waschechteste Philister von Bromberg oder Brandenburg, und ich erinnere mich eines Mannes, der sich als Berliner Kurgast in Harzburg über die Leute lustig machte, die den braven varz- buben Brockensträuße und Steinchen auf Treu und Glauben als echt vom Gipfel abkauften. Wie konnte jemand so beichraukt fein, sich von diesen geriebenen Jungen düpieren zu lasfen! Denselben traf ich unlängst an der Ecke der Friedrich- nnd Kochstraße in­mitten eines großen Haufens neugieriger Landsleute, die einen Verkaufsstand refp. einen dazu eingerichteten Handwagen um­ringten, von dem ein schlauer Rixdorfer mit einer wahren Figaro- Zunqe die exzellenten Eigenschaften und unschätzbaren Vorzüge einesganz neuen, patentierten" Glas- und Porzellankitte^ in den leuchtendsten Farben schilderte. Und es dauerte nicht, lange, da griff auch mein Harzburger in die Tasche und erstand Nch.^n Zauberfläschchen. Es war ganz wie auf dem Jahrmarkt einer von der Zeit vergessenen, im sechzehnten Jahrhundert cinge- schlafenen Kleinstadt! Und doch mitten im Gewoge des brausen­den Berlins. Ich konnte nicht umhin, ihm zu feiner Crwerbun« Glück zu wünschen. Und wahrhaftig: er wurde rot, wennesnicht der Widerschein der grellleuchtenden Oellampe vom Wagenftan» war. Eine ganze Weile gönnte ich mir das Vergnügen, den Ge­schäftsgang zu beobachten. Es wav ein' flotterBetrieb der sich auf keinem Jahrmarkt der Provinz hatte erreichen lassen. C» ist eben der Berliner wenn er daheim ist! ...

erhoben:

1. Grundgebühr für jede Zuschrift oder AMreibung bet Beträgen bis 5 Mark 5 Pfg., über 5 Mark 10 Pfg-

2. Rückzahlgebühr für Auszahlungen, die auf Grund von Checks in bar erfolgen, bei Beträgen bis 3000 Mark ein Viertel per Tausend, über 3000 Mk. V«°/oo von 3000 Mk. und /8 /»<> vom

fcbnng. ben Widerruf eines Checks 50 Pfg. «v..., .hlttnpn

5. Wenn die Zahlkarten auch zu schriftlichen Mitteilungen benutzt werden, 5 Pfg.

In der Praxis gestaltet sich das Checkverfahren ungefähr f°1Sme8ear6Sto6 in Wiesbaden will am P°st-Che-kv-rk-hr teil- nehmen. Er teilt dies schriftlich dem Postamt Wiesbaden mit, und zahlt die Stammeinlage von 100 Mark. Daraufhin wird ihm durch Vermittelung des Postamts Wiesbaden beim zuständigen Checkamte Frankfurt ein Checkkonto eröffnet; wovon Klotz durch das Checkamt schriftlich in Kenntnis gesetzt wird. Gleichzeitig übersendet das Checkamt dem Klotz ein Formular zur Abgabe der Unterschrift. Wünscht Klotz, daß außer ihm auch seine Frau und fein Sohn über das Checkguthaben i. F. verfugen sollen, dann müssen auch diese ihre Unterschrift abgeben.Das Formular mit den Unterschriften ist an das Checkamt zuruckzusenben, welches auf Grund dieser Unterschriften die Richtigkeit der zukünftigen Checks zu prüfen hat. Nunmehr kann Klotz alle seine vorüber­gehend zur Verfügung stehenden Geschäftsgelder der Post zur ^Lwabrung ^nd^Verwaltung^^sich in auf 606 Mark, und zur Bestreitung laufender Einnahmen seien 100 Mark erforderlich, dann blieben an vorübergehend zur Ver­fügung stehenden Geldern 500 Mark. Diese zahlt Klotz mittels Zahlkarte beim Postamt Wiesbaden ein, und zwar auf sein Konto. Das Postamt nimmt den Betrag entgegen unb laßt denselben beim Checkamt in Frankfurt dem Konto des Klotz gut chreiben. Von der erfolgten Gutschrift wird Klotz schriftlich in Kenntnis gesetzt. Die Gebühr für die Zuschreibung betragt 10 Pfg. Nun versendet Klotz aber auch Waren nach, auswärts, für die ihm die Geldbeträge mittels Post - Anweisung überfandt werden; Die Gebühr für die Anweisung beträgt je nach Hohe des Betrages 1060 Pfennig, und wenn der Betrag durch Nachnahms erhoben wird, 2070 Pfennig. Diese Gebührenlassen sich durch das Check - Verfahren erheblich ermäßigen eine Zahlkarte mit der Bitte, den Betrag auf Grund der Karte in Homburg einzuzahlen. Geschieht dies, dann wird auf Ver­anlassung des Postamts Homburg beim Checkamt Frankfurt dem Konto des Klotz der Betrag von 800 Mark gutgeschrieben; wofür eine Gebühr von 10 Pfg. zu zahlen ist.; wahrend bei Ueber- sendung des Betrages mittels Postanweisung 60 Pfg. Gebühr zu zahlen gewesen wären. Aber nicht nur die mittels Check oder Zahlkarte eingehenden Gelder für Klotz sondern auch ine Post­anweisungsbeträge werden auf Verlangen dem Klotz nicht mehr bar ausbezahlt, sondern seinem Konto gutgeschrieben. Es bleibt damit erspart, die Quittungsleistung auf den einzelnen An­weisungen, das Nachzählen und Ausbewahren der emrelnen Geld­beträge. Auf diese Weise,wird allmählich bei zu Gunsten

des Klotz ein Guthaben, lagen wir von 2000 Mark angefammelt, über welches er jederzeit nach Belieben verfugen kann Die Notwendigkeit zur Verfügungergabt lick, sehr bald.,,^tz f^uwtt dem Händler Darin in Frankjurt 1000 Mark Zur Begleichung dieser Schuld stellt Klotz einen Kassencheck in Hohe von 1000 M aus und übersendet diesen dem Darm, der auf Grund des Checks

den Betrag in Frankfurt erhebt, ober zur Bezahlung emes Dritte» verwertet; der dann das Geld erhebt. Was innerhalb 14 Tage» (vom Tage der Ausstellung an) geschehen muß. Besitzt Darm elbst ein Checkkontv, dann wird ihm auf seinen Wunsch, dem er >urch entsprechenden Vermerk auf der Rückseite des Checks Aus-, druck verleiht, der Betrag nicht ausgezahlt, sondern gutgeschrieben. In diesem Falle werden an Gebühren erhoben: w Pfg. von Darm für die Gutschrift. 10 Pfg. von Klotz für die Abschreibuns des Bettages. Erscheint dem Klotz die Ueberfenbung eines Kafsen- checks nicht geeignet, weil ber Kassencheck von jebeni abgehoben werben kann, bann nimmt er zur Ausgleichung lemer Schuld bei Darm einen Namenscheck, ben er auf Darm m Frankfurt ausstellt, und dem Checkamt (nicht dem Darm) übersendet. Auf Grund dieses Namenschecks zahlt das Checkamt dem Darm oder dessen Bevollmächttgten, den Betrag des C^cks mittels Zahlungsanweisung tn bar, wofür außer der ^schreibegebühr von 10 Pfg. eine Rückzahlgebuhr einViertel v H., also 25 W, erhoben wird. Hat Darm indessen Checkkonto, dann wird ihm der Betrag nicht aüsbezablt, sondern gutgeschrieben; wovon er schriftlich in Kenntnis gesetzt wird. Die Ruckzahlgebühr kommt dann in Wegfall. Die Schuld des Klotz ist ausgeglichen durch Zu. und Abschreibung für eine Gebühr 10 plus 10 gleich 20pffl. Suf diese Weise können im Checkverkehr jährlich zahlreiche Forder­ungen und Verbindlichkeiten ber Checkkonttsten ansgegl chen wer­ben, ohne daß bar Geld jedesmal in Bewegung (Metzt wurde wie unter heutigen Verhältnissen. Bis jetzt gestaltet sich daS Verfahren sehr einfach, weil Darm in Sranfiurt, bem ©tfte eines Hauptcheckamtes wohnt. Wohnte nun Darni nicht in ^ranr furt, sondern in Rüdesheim, bann müßte er den Kassencheck unter Briefumschlag an das Checkamt in Frankfurt senden, worauf ihm der Betrag mittels Postanweisung und unter Abzug derPost­anweisungsgebühr übersandt Wird, besitzt er auch m Rüdesheim Checkkonto, bann Wird auf fein Verlangen der Betrag .feinem Konto gutgeschrieben. Da die Postanweisungsgebuhr bei 1000 Mark verhältnismäßig noch hoch ist, so empjiehlt jich, wenn Darm in Rüdesheim wohnt, unb fein Checkkonto besitzt, bte Verwenbung des Namenschecks. Dieser wird wie bereits gejagt, statt an daS__

anweifung das Postamt Rüdesheim «veranlaßt, den Betrag vo» 1000 Mark dem Darm in Rüdesheim zu Zahlen. Besitzt Darm aber Checkkonto, dann wird ihm auch, wenn er tn Rüdesheim ober sonstwo wohnt, ber Betrag bes Namenschecks ohne weiteres gut­geschrieben und er davon schriftlich in Kenntnis gesetzt. Die Ge­bühren sind dieselben wie im Falle, daß Darm in Frankfurt, dem Sitze eines Hauptcheckamts wohnt. Klotz hat aber nicht nur aus­wärts sondern auch in Wiesbaden Verbindlichkeiten ; er schuldet dem Bindfadenhändler Kordel 400 Mark. Zur Begleichung dieser Schuld stellt er einen Namenscheck für Kordel aus, auf Grund dessen auf Veranlassung des Eheckamts Franksurt das Postamt Wiesbaden dem Kordel 400 Mark zahlt, oder ihm, wenn er eben­falls Checkkonto hat, gutschreibt. Hat Klotz für gewisse Zwecke bar Geld nötig, dann stellt er einen Namenscheck für sich selbst aus, übersendet diesen dem Checkamte Frankfurt unb erhalt bann mittels Zahlungsanweisung vom Postamt Wiesbaben ben ge- . Wünschten Betrag in bat ausbezahlt ; dies alles kann natürlich nur so lange geschehen, als Klotz noch Guthaben bei der Post hat. Beträgt sein Restguthaben noch 600 Mark und er will diese beim Postamt Wiesbaden nach und nach abheben, dann stellt er-einen Namenscheck für sich über die ganze Summe aus, und schreibt darauf:abzuheben in Teilbeträgen beim Postamt Wiesbaden . Nunmehr kann Klotz die 600 Mark auf Grund von Kassencheck« nach und nach, mindestens aber in Beträgen zu 50 Mark, beim Postamte Wiesbaden in Empfang nehmen. In diesem Falle wird aber außer der Rückzahlgebühr von 25 Psg. und der Grund­gebühr von 10 Pfg., eine Gebühr von 10 Psg. für jede einzelne Abhebung berechnet. Die Abhebung von Guthaben tn einer Summe oder in Teilbeträgen kann aber nicht nur beim Post­amte des Wohnorts, sondern bei jedem Postamte erfolgen Geht Klotz zum Markte nach Köln, und hat dort etwa 4000 Mark notig, dann zahlt er diesen Betrag mittels Zahlkarte in Wiesbaden ent, stellt einen Namenscheck auf feine Person z. Z. Köln, Hotel Stier,

Post. Checkverkehr.

De« Postcheckverkehr, welcher in einzelnen Ländern, z. B. in Österreich schon seit einigen Jahren besteht, und. sich großer ^iebtheit erfreut, wird im Laufe d. «j. auch im Reichspostgebiet Zur Einführung gelangen, durch denselben soll nicht nur bte Gelb- ibernittdung vereinfacht, fonbern auch ber Gelbverkehr an unb für sicx, möglichst beschränkt werben; unb zwar in ber Weise, daß Zah«ngSverbinblichkeiten unb Forberungen ber am Check- oerkehr L-ilnehmenden nicht ausschließlich burch jebesmalige Barzahlung, fonbern thunlichst burch Zu- unb Abschreibungen ausgeglichen nCrbcn. Die Notwenbigkeit unb Zweckmäßigkeit eines solchen Befahrens ergiebt sich, wenn man berücksichtigt, daß im deutschen Laiche jährlich durchschnittlich 56 Milliarden Mark auf PostanWcZungen ein- unb ausgezahlt werben; unb diese Milliarben sich au3 einzelnen größeren unb kleineren Be­trägen zusammsetzeii, btt auf Grund einzelner Postanweisungen bar ein- und (mit wenigen Ausnahmen) auch bar ausgezahlt »erben müssen. Hierburch erwachsen nicht nur der Postverwal- tung, fonbern auch bem Publikum Arbeit unb Zeitverluste, ebenso macht sich hier und da ein fühlbare»- Mangel an Münze geltend, der leicht geeignet ist, den ganzen Gettverkehr nachteilig zu beein­flussen; was im Interesse der Gesamtheit möglichst vermieden werden soll. Zum Teil wird dies ja heul- schon erreicht, durch den Check-Giro-Verkehr der Reickjsbank rc. Ta aber aus gewissen Gründen nur größere Geschäfte sich am Giro-D«rkehr der Reichs­bank beteiligen, unb beteiligen können, so bleibt breiten Schichten der Bevölkerung, mittleren und kleineren Geschäftsleuten, Hand­werkern, Beamten rc. der Vorteil der vereinfachten Geldübermitte- Uing zumeist verschlossen. Diese Vorteile aber möglichst vielen zugänglich zu machen, ist Hauptzweck des Post-Checkverkehrs. Um diesen zu erreichen, werden in Berlin, Breslau, Köln, Danzig, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Leipzig Poft- Checkämter eingerichtet, bei welchen jedem auf Antrag, gegen Einzahlung einer unverzinslichen Stammeinlage von 100 Mark ein Checkkonto eröffnet wirb. Diesen neun Checkämtern smb bie 13 000 deutschen Poftanstalten als Zweigcheckämter unterstellt, sie vermitteln als solche den Verkehr zwischen Kontoinhabern und Checkämtern, nehmen während der Schalterstunden bare Ein­zahlungen entgegen, und überweisen die Ruckzahlunaen in lrn^ «n die Emvfanasborcchttuicn. ©Innungen .un Checkverkehr können erfolgen mittels: Zahlkarte, Postanweilung und Postt Check. Von jeder erfolgten Einzahlung Wirb ber Kontoinhaber «lsbalb schriftlich in Kenntnis gefetzt Mittels einer karte können Beträge bis 10 000 Mark eingezahlt- werb«. Die Höhe des Gesamtguthabens eines Kontoinhabers unterliegt keiner Beschränkung. Das Guthaben, tveld)e§ mvt wird, wird angesammelt, indem die mit Ler Post emgeyenoen Barbeträge ben Kontoinhabern nicht bar ausbezahlt, wnbern »utgeschrieben werben; hierzu Kommen bann ) pin,at.(en' Ueebe¥^kfOentangeiamm9kn Gu^be^können bie Kontoinhaber stberleit nach Belieben mittels Check verjugen, sie können bas lefamte Guthaben ober Teile besselben sich selbst bar auszahlen ober für anbere Personen (ohne Rücksicht auf ben jeweiligen Wohnort) überweifen lassen; bie Ueberweisungen erfolgen durch Barzahlungen ober, wenn bie anberen Personen ebenfalls Check- fonto haben, burch Gutschriften auf das Konto der Zahlungs­empfänger. Die Abhebung ober Ueberweiiung eines Checks mutz innerhalb 14 Tagen, vom Tage der Ausstellung an gerechnet, erfolgen. werden eingeteilt in Kassen- und Namenscheck. Kassenchecks sind solche, die auf den Inhaber lauten Der je­weilige Inhaber kann den Betrag eines solchen Checks abheben, oder seinem Konto zuschreiben lassen, auch kann er den Check einem Dritten in Zahlung geben. Namens-Checks werden jur bestimmte Personen ausgestellt, sie werden deshalb nur denjenigen «usgezahlt bezw. gutgeschrieben, die von den Ausstellern als Hmpfänger in den Checks vermerkt sind. Kassencheck^ werden den Zahlungsempfängern direkt, Namenschecks ben vorgesetzten Hauptcheckämtern übersandt. Namenschecks werben portofrei be­fördert, wenn bei Versendung derselben die vorgeschriebenen Brief­umschläge benutzt werden.

iiiin.

BgeT 8 lhr abend, er: sundhei > Frßeseohen u; ®errn Verwalte

oufmertjam maie nod ntWtn cwtrtta munal pramiirt.

1fftn ju Wollen.

»»se 6, Hl. _

bei Vaier. 9i(ne* bekamt, m zahstelchen W iet Vorstand.

1 eD IS. Febrati.

Prowa*

3 ®ü,° CJhule Knabenchorecn

'15

-»'7 Z -**5